Afrikanische Schweinepest in Polen – die Gefahr rückt näher

Nachdem die Afrikanische Schweinepest (ASP) im Januar in Litauen aufgetreten ist, wurde nun ein Fall aus einem Dorf in Ostpolen, nahe an der Grenze zu Weißrussland gemeldet. Damit steigt die Gefahr, dass sich das Virus weiter nach Westen ausbreitet, in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg herrscht Alarmstimmung.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hoch ansteckende, anzeigepflichtige Viruserkrankung mit seuchenhaftem Verlauf und hoher Sterblichkeit. Sie befällt ausschließlich Haus- und Wildschweine und ist nicht auf den Menschen übertragbar. Ein Impfstoff gegen Afrikanische Schweinepest ist derzeit noch nicht verfügbar. Der letzte Seuchenzug der klassischen Schweinepest in den Niederlanden hat einen wirtschaftlichen Schaden von ca. 2,3 Mrd. Euro verursacht, warnt eine Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Mecklenburg-Vorpommern. „Ich mahne daher alle Schweinehalter wie auch alle Jäger zu größter Sorgfalt. Ich fordere alle Reisende auf, keine Erzeugnisse mit oder aus Schweinefleisch aus Weißrussland, Litauen dem östlichen Polen mitzubringen. Dies gilt besonders auch für Jagdtouristen. Außerdem sind alle Schweinehalter und Züchter dazu angehalten, die Hygiene- und Dokumentationsvorschriften streng einzuhalten, unbefugten Zutritt zu den Haltungsanlagen nicht zuzulassen und bei auffälligem Verhalten der Tiere sofort die zuständigen Behörden der Landkreise bzw. kreisfreien Städte in Kenntnis zu setzen“, erklärte der zuständige Minister Till Backhaus.

Auf den Internetseiten des für Tierseuchen zuständigen Friedrich-Löfflers-Instituts finden sich weitere Informationen zur ASP.

Was können Jäger vorbeugend tun?

  • Hohe Schwarzwildbestände begünstigen die Ausbreitung von Infektionen, eine konsequente Bestandsreduzierung (besonders Frischlinge und Überläuferbachen), u.a. durch Gemeinschaftsjagden ist wirksame Vorbeugung
  • Keine Verwendung von Aufbruch zum Kirren, sachgerechte Entsorgung
  • Bei Auffälligkeiten (vermehrt Fallwild, abgekommene oder verhaltensauffällige Tiere, Organveränderungen) unverzüglich Jagd- und Veterinärbehörde informieren, Tierkörper und Organe für Probennahme sichern. Frühzeitige Bekämpfungsmaßnahmen sind von entscheidender Bedeutung. Die Seuche lässt sich nicht durch Vergraben verdächtiger Stücke aus der Welt schaffen!
  • Kontinuierliche Beteiligung am Untersuchungsprogramm, besonders Fallwild (Röhrenknochen) zur Untersuchung bringen
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Keiler mit unspezifischen Symptomem der ASP. Fotos: Dr. Sandra Blome, FLI

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Erkranktes Wildschwein. Foto: Dr. Sandra Blome, FLI

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An ASP verstorbener Frischling, Foto: Dr. Sandra Blome, FLI

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Dunkel verfärbte Lymphknoten an Leber und Magen eines an ASP erkrankten Schweins. Foto: Dr. Sandra Blome, FLI

Wenn der Jäger Schweinehalter ist:

  • Konsequente Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen nach Schweine-haltungshygieneverordnung
  • Keine Verfütterung von Jagd-  oder Speiseabfällen
  • Kein Betreten des Stalles mit Jagdkleidung, – ausrüstung oder Jagdhund
  • Kein Aufbrechen auf dem Betrieb, Zerwirken und  Entsorgen unter Beachtung der Seuchenhygiene
  • Kein Schwarzwild anderer Jäger in der eigenen Wildkammer

Karte: Copyright: LU MV  PM LU MV/SE/FLI

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