Abschussplan nicht erfüllt – 19.000 Euro Strafe

Weil er zu wenig geschossen hat, muss ein Oberstdofer Jäger jetzt tief in die Tasche greifen: Statt 85 Stück Rotwild hatte der Pächter zweier Reviere nur neun zur Strecke gebracht. Nachdem Anfang Dezember 2013, also nach gut der Hälfte des Jagdjahrs, der Abschussplan nicht einmal ansatzweise erfüllt war, hatte das Landratsamt in Sonthofen zunächst ein Ordnungsgeld in Höhe von 250 Euro pro nicht erlegtes Stück Rotwild angedroht. Gegen den Bescheid hatte der Jäger geklagt, doch das Verwaltungsgericht Augsburg wies die Klage jetzt ab – wie auch weitere Klagen des Jägers, mit denen er eine Reduzierung des festgesetzten Abschusses erreichen wollte.

Das Landratsamt Sonthofen teilte Jawina zu dem Sachverhalt auf Anfrage folgendes mit:

Im Rahmen der Abschussplanung für Rotwild für das Jagdjahr 2013/2014 hatte das Landratsamt Oberallgäu im Einvernehmen mit dem zuständigen Jagdbeirat für ein im Eigentum der Klägerseite befindliches und ein weiteres zugepachtetes Jagdrevier einen Abschuss von insgesamt 85 St. Rotwild festgelegt.

 Dieser Abschuss war von der Klägerseite selbst vorgeschlagen worden und wurde von allen im Rahmen der Abschussplanung beteiligten Behörden und Fachleuten für notwendig erachtet, um den jagd- und waldgesetzlichen Vorgaben Rechnung zu tragen.

 Insbesondere sollte mit diesem Abschuss dazu beigetragen werden, die Naturverjüngung des Waldes in den Jagdrevieren zu gewährleisten, da das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in seinem hierzu erstellten Forstfachlichen Vegetationsgutachten festgestellt hatte, dass die durch Wild verursachte Verbissbelastung zu hoch sei.

Auch sollte damit ein Beitrag zur Reduzierung des Rotwildbestandes im sog. „Stillach-/Rappenalptal“ in dem die Reviere gelegen sind, geleistet werden. Eine solche Reduzierung ist auch nach den Vorgaben eines durch die Technische Universität München erstellten Managementplanes „Schalenwild und Bergwald“ erforderlich. Sie ist auch Wunsch der betroffenen Grundeigentümer. Insbesondere im Hinblick darauf, dass große Teile des Waldvorkommens offiziell als Schutzwald ausgewiesen sind, der aktuell im Rahmen der staatlichen „Bergwaldoffensive“ saniert wird, ist eine Umsetzung der Abschussvorgaben von größter Bedeutung.

 Nachdem im Rahmen der behördlichen Kontrolle der Abschusserfüllung festgestellt worden war, dass zum Stichtag 02.12.2013, somit nach sieben Monaten Jagdzeit, gerade einmal 9 von 85 Stück Rotwild erlegt worden waren, hat das Landratsamt Oberallgäu ein Zwangsgeld von 250; Euro je nicht erlegtes Stück Rotwild gegenüber den Revierinhabern angedroht.

Eine hiergegen eingereichte Klage zum Bayerischen Verwaltungsgericht Augsburg ist nun mit Urteil vom 00.10.2014 ebenso abgewiesen worden, wie weitere Klagen gegen vom Landratsamt Oberallgäu abgelehnte Anträge auf Reduzierung der Abschussvorgaben.

 Das Gericht stellt in seinem hierzu ergangenen Urteil insbesondere fest, dass die  Zwangsgeldandrohungen rechtmäßig ergangen sind und verhältnismäßig waren. Auch deren Höhe wurde in rechtlich nicht zu beanstandender Weise ermittelt. Ebenso wird festgestellt, dass die nach den einschlägigen jagdrechtlichen Vorschriften erforderlichen Voraussetzungen für eine Reduzierung der Abschussvorgaben nicht erfüllt waren.

 Die Marktgemeinde Oberstdorf hat in den anhängigen Rechtsstreiten die nun gerichtlich bestätigte Meinung des Landratsamtes Oberallgäu geteilt und die behördlichen Maßnahmen zur Erfüllung der Abschussvorgaben befürwortet.

Ein Gedanke zu „Abschussplan nicht erfüllt – 19.000 Euro Strafe

  1. PP

    Irgendwie ergreift mich das Gefühl, dass es sich bei diesem “Jäger” um einen verkappten, selbsternannten Tier- und Naturschützer handelt! Da hilft nur eins! Von amts wegen Berufsjäger in diese Gebiete einzusetzen, die eine ordentliche Bejagung durchführen. So lange bis der Wildbestand ein gesundes Maß erreicht hat. Natürlich mit der Übernahme aller entstehenden Kosten der beauftragten Berufsjäger durch den Pächter!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.