AbL: Weidetierhaltung geht nur ohne Wölfe

“Bedrohung der Weidetierhaltung durch Wölfe in weiten Teilen Deutschlands”

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) setzt sich laut eigenem Bekenntnis für eine “effektive und konsequente Interessenvertretung, die unabhängig ist von Gentechnik-, Chemie-, Agrar- und Ernährungsindustrie, von Parteien und Verbänden.” Ihr Ziel ist “eine umwelt- und sozialverträgliche Landbewirtschaftung und […] eine artgerechte Tierhaltung auf Bauernhöfen statt in Agrarfabriken.” Die AbL “wird von den Grünen als Opposition zum Deutschen Bauernverband geliebt und gehätschelt  – und nun sind sie noch radikaler als der Bauernbund in Brandenburg”, schreibt ein JAWINA-Leser in einer Mail an die Red. Der Bauernbund hatte kürzlich eine Regulierung der Wölfe gefordert und das Wolfsmanagement der Brandenburger Landesregierung als unzureichend kritisiert.

Die PM der AbL im Wortlaut: “Angesichts der Bedrohung der Weidetierhaltung durch Wölfe in weiten Teilen Deutschlands fordert der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) von Landes- und Bundespolitik unverzügliche und wirksame Schritte zur Lösung dieses immer drängenderen Problems. Die bereits langandauernde und immer zähere Debatte über Schutzzäune oder Entschädigungen sei offensichtlich völlig ungeeignet, einen wirksamen Schutz für die Weidetiere zu schaffen. Vielmehr stehe man – zumindest in vielen Regionen – vor einer klaren Entscheidung, ob man flächendeckend die Weidetierhaltung opfern wolle – für Wolfsrudel, die hierzulande definitiv keinerlei ökologische Bedeutung hätten und die sich zunehmend auf Nutztiere spezialisierten. Dies sei gerade für bäuerliche Betriebe nicht hinnehmbar, zumal derzeit die agrarpolitische Entscheidung anstehe, ob man Kühe künftig in Stallhaltung auf Maisfuttergrundlage halten wolle oder in Weidehaltung mit dem damit verbundenen Erhalt des Grünlands. Insofern dürfe es bei der „Wolfsdebatte“ nunmehr keine Tabus mehr geben – weder hinsichtlich des Jagdrechts noch hinsichtlich von Artenschutz-Bestimmungen. PM AbL/SE

Beitragsbild: Durch Wölfe bedroht – Weidehaltung einer Kuh. Foto: SE

Die JAWINA-Redaktion dankt für den Hinweis!

Ein Gedanke zu „AbL: Weidetierhaltung geht nur ohne Wölfe

  1. Joachim Orbach.

    Die Forderungen der Landwirte sind berechtigt, wenn man eine artgerechte Tierhaltung ( an Stall- u. Freilandhaltung gekoppelt ) erhalten und fördern will. Dieses trief insbesondere für die bäuerliche Landwirtschaft zu, wenn wir keine Agrarfabriken wollen. Wenn man von sicheren Zäunen für Wölfe sprechen will, denn sollte man sich die Zäune in Wolfsgehegen einmal anschauen -was ausbruchsicher ist, ist auch einbruchsicher. Diese Zäune dürften aber allerdings den Wanderschäfern wenig nützen. Zudem stellen sich die Fragen: Wer soll diese Zäune bezahlen und passen diese Zäune in unser Landschaftsbild ? Oftmals dürften denn solche Zäune als sogn. Gatterzäune sogar genehmigungspflichtig sein. Da die Wölfe sicherlich auch den einfachsten Weg der Nahrungssuche gehen, dürfte zunehmend Weidevieh auf ihrem Speiseplan stehen, denn eine natürliche Scheu der Wölfe dürfte zunehmend auch verloren gehen -was ja schließlich auch bekannt ist.

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