Ab 2014: Kein Jagdgesetz mehr in BaWü

Wenn es nach dem Willen der rot-grünen Koalitionäre in Baden-Württemberg geht, wird es ab 2014 kein Jagdgesetz mehr in dem Bundesland geben.

Der entsprechende Rechtskreis soll, wie aus üblicherweise gut informierten Kreisen verlautet, dann mit einer Vorschrift namens “Wildtiermanagementgesetz” geregelt werden. Unklarheit herrscht noch darüber, was genau unter “Wildtiermanagement” zu verstehen sein soll und worin genau der Unterschied zwischen Jagd und Wildtiermanagement liegt. Nach Vorstellung des LJV Baden-Württemberg ist “Wildtiermanagement” mit dem in manchen Kreisen als veraltet und verpönt geltenden Begriff “Hege” gleichzusetzen.

In Baden-Württemberg wie auch im ebenfalls von einer rot-grünen Koalition regierten Nordrhein-Westfalen sind gravierende Einschnitte ins Jagdrecht geplant. So sollen bestimmte Jagdarten wie Bau- und Fangjagd verboten und der Katalog jagdbarer Arten drastisch zusammengestrichen werden. Dem Vernehmen nach ist angedacht, die dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten in drei Klassen einzuteilen: In generell nutzbare – hier werden wohl nur die “Schadwildarten” wie Reh-, Rot- und Schwarzwild übrig bleiben – sowie in bedingt nutzbare und geschützte bzw. gefährdete Arten, die nicht bejagt werden dürfen. Interessant ist die Frage, wer über den jeweiligen Status einer Art entscheiden soll und aufgrund welcher (von wem erhobener?) Daten dies erfolgen wird.

Offenbar wollen die Regierungen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen den Ausgang der Bundestagswahl im September abwarten. Denn wenn die Grünen an der zukünftigen Bundesregierung beteiligt sind, dürften entsprechende Regelungen ins dann zu reformierende Bundesjagdgesetz einfließen. Die Länder könnten sich die Reformen ihrer Landesjagdgesetze dann sparen. Die Landesjagdgesetze in den genannten Bundesländern befinden sich in der Beratungsphase unter Beteiligung diverser Natur- und Tierschutzverbände, sowie ÖJV und LJV.

Die geplanten Einschränkungen des Jagdrechts stellen nach Auffassung von Grundbesitzerverbänden eine Enteignung (der Grundbesitzer, nicht der pachtenden Jäger!) dar, da eine Minderung des Jagdwerts und damit der zu erzielenden Pachtpreise zu erwarten sei. Möglicherweise wird sich eine wachsende Zahl von Revieren auch als nicht verpachtbar erweisen. Die Möglichkeit, gegen die neuen Jagdgesetze zu klagen, werde geprüft. SE

Bild: Screenshot Copyright Landesregierung Baden-Württemberg

13 Gedanken zu „Ab 2014: Kein Jagdgesetz mehr in BaWü

  1. Steffen Herr

    Hallo,

    ganz einfach nicht mehr pachten! und die Jäger die beim Staat jagen ihre Begehungsscheine zurück geben würden, wäre ganz schnell ende mit den Änderungen. Ich für meinen Teil werde mit in Kraft treten der Änderungen sofort mein Revier kündigen.

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  2. Theo

    Das ist doch zum verrückt werden, soviel Dummheit.

    Wer reguliert dann die Bestände, holt das Fallwild und entsorgt dieses?
    Jagd ist nicht nur Hobby, sondern auch getragene Verantwortung der Kreatur gegenüber. Es darf schon hinterfragt werden, warum die Hege plötzlich nicht mehr zeitgemäß ist, stellte diese doch jahrzehntelang eine Grundlage unserer Jagdgesetze dar.

    Meinetwegen darf geändert werden, was gewünscht ist, es ist des Volkes Wille, jedoch hängen diverse Kosten und Einnahmen damit zusammen, Büchsenmacher verzeichnen bereits Umsatzrückgänge von 75%, viele kleine Büchsenmacherbetriebe schließen bereits.

    Es geht doch garnicht um das Wild und dessen Bejagung, sondern ganz einfach um den Jägern die Waffen zu nehmen. Eine Geißelung nach der anderen, angefangen von überzogenen Kosten für die Erteilung der Jagdscheine, doppelte BG Beiträge innerhalb eines Jahres ohne dabei wirklich Leistungen bewilligt zu bekommen, plötzliche Erfordernisse für Fallenjagd, Lehrgang kundige Person, Lehrgang Trichinenprobeentnahme, horrende Mehrkosten für die bleifreie Munition…..

    Wozu noch pachten? Für das Geld kann man hervorragend (Jagd)Urlaub machen. Sollen die Regierenden doch sehen, wie die Kosten für Wildschaden ersetzt werden, wer den umgebrochenen Friedhof instandsetzt, welche Straßenlastträger die fahrt-, Personal- und Entsorgungskosten für Fallwildbeseitigung trägt und wo diese Kosten aufgefangen werden. Dann aber auch einhergehend mit dem Verbot des Einsatzes der Stadtjäger, die es z.B. in Berlin gibt. Lasst doch die Vorgärten umbrechen, mal schauen, wie lange der Schrei nach den Jägern andauert, es kann ja nicht sein, das die Polizei permanent mit den Jagdangelegenheit gebunden ist.

    Lasst die jagd gegen die Wand krachen, der Hilfeschrei wird schnell erfolgen. Munter bleiben 😉

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    1. Alfred Neumann

      Nein, Rainer, sie haben sie nicht mal gewählt. Sie sind einfach frustriert zu Hause geblieben und haben so zugelassen, dass nur die Extremisten die Wahl entschieden haben – und die sind wählen gegangen.

      “Schwabendackel aus Stuttgart – sie können Alles. Außer wählen.”

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  3. Ecki04

    Es ist doch erstaunlich, wozu die selbsternannten “Naturschützer” in der Lage sind. Das Grundanliegen des Naturschutzes, die Erhaltung der Artenvielfalt, wird mit solchen Gedankengängen ad absurdum geführt. Die Natur ist als Einheit mit wechselwirkenden Kräften zu sehen. Hier werden Scheuklappen angelegt. Eine Gruppe “Naturschützer” schützt die Frösche, die andere Gruppe “Naturschützer” schützt die Störche. Und schon liegen sie sich in den Haaren. Es gibt ja jetzt schon genügend Praxisbeispiele, die belegen welche katastrophalen Ergebnisse derart irrwitzige Gesetzesregelungen zeitigen.

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  4. sirgordon

    Unverständnis!
    was regt ihr euch auf? eine Solidarität
    wird es auch unter jàgern nicht geben!
    es wird immer jemand pachten, auch zu jedem Preis!

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  5. Schwänchen

    wie schon rainer sagt…. warum meckert ihr ….wieviel aufrufe waren immer vor der wahl, von jägern, wo dies angemahnt wurde wenn rot- grün an die “macht” kommt.
    mal sehen was im september für ein ergebnis auf den tisch kommt…. wir haben es in der hand … der wähler …

    ich hoffe die letzten träumer werwachen…

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  6. rainer kampmann

    Und wieder mal “rauschen im Walde”,
    und wat bringts?

    Wenig, wie schon gesagt findet sich immer ein Blöder der viel Geld für wenig Jagdrecht bezahlt
    und
    die wenigsten Jäger werden sich im Bett umdrehen wenn nachts der Anruf wegen Wildunfall
    kommt!

    Den “Hobbyjägern” die sich die Wohnung mit “Trophäen” von mühevoll erbeuteten Rehlein
    vollhängen,
    den geführten Damhirsch aus dem Osten daneben,
    aber schon nach ner Stunde einen kalten Hintern kriegen wenn s ernst wird mit der Jagd
    auf Kahlwild und Sauen,
    reicht das was übrig bleibt!

    Und so lange NABU & Co einerseits die Fuchsjagd als unnötig erklären weil doch die Mutter
    Natur die Füchse durch die Menge der Mäuse regelt (!)
    aber andererseits wie derzeit jammern weil ein paar Turmfalken mehr als sonst gefunden
    werden angeblich weil nicht genug Mäuse zur Verfügung stehen und deshalb um Spenden
    betteln (ob Mäuse in Silber oder lebend ist mir nicht bekannt)
    und so lange diese Schreibtischstrategen als “EKSCHPERTEN” gehört werden kann es mit
    der Jagd nur weiter bergab gehen.

    Wer mich kennt, kennt auch meine Ansicht zu der Gnade der frühen Geburt:

    Uns, den in den 1950ern Geborenen war es gegeben, ohne Krieg und zumindest die ersten Jahrzehnte
    ohne allzuviele Drangsalierung durch unprofessionelle Politiker zu erleben
    und drei bis vier Jahrzehnte zur Jagd zu gehen ohne uns dafür entschuldigen zu müssen!

    also, nutzt die verbleibende Zeit !

    Geht Jagen!

    hugo

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  7. Ente

    Unsere Verbände taugen nichts, die führen nur Kamingespräche, und verteilen Einladungen an die Politiker. Keiner von den Funktionären will da anecken, man könnte ja mal die Verbindung selber brauchen.?????

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  8. Stalker

    Nun ist Schluß mit der Salamitaktik, keine kleinen Scheibchen mehr, nun wird die ganze Wurst weggeschmissen.
    Wenn das so kommt, ist die Jagd wie wir sie kannten tot. Dann geht wieder ein Stück Kultur verloren, aber wir Deutschen brauchen sowieso keine – wir werden ja multikulti.

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  9. Harald Fischer

    Die Jagd liegt jetzt schon am Boden.Man vergleiche Niederwildstrecken vor 30 jahren mit den jetzigen.
    Der Jäger wird zum Schädlingsbekämpfer degradiert und muß sogar dafür noch bezahlen.
    Der Begriff Hege wird schon lange mißbraucht.(siehe Trophäenschauen )
    In 10 Jahren wird es den Jäger in der heutigen Form nicht mehr geben.

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