Landesjägertag Brandenburg: Jäger fordern Änderung des Schutzstatus für den Wolf

Jäger fordern Anpassung des Schutzstatus von Biber und Wolf – Bethe schließt erneute Kandidatur aus – Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes vergreift sich im Ton

Am 9. Mai fanden in Potsdam der Landesjägertag Brandenburg und die Delegiertenversammlung des Landesjagdverbandes (LJVB) statt. Die knapp 250 Delegierten des verabschiedeten nach eingehender Diskussion mit überwältigender Mehrheit Ihr aktuelles Positionspapier „Jagen in Brandenburg – Zeitgemäß. Bodenständig. Nachhaltig“. Sie fordern sie unter anderem die Anpassung des Schutzstatus von Biber und Wolf. Kormoran, Nilgans und Nutria sollen ins Jagdrecht überführt und bejagt werden. Darüber hinaus sprechen sich die Jäger für eine umweltverträgliche Umsetzung der Energiewende aus. Windkraftanlagen im Wald lehnen sie derzeit ab. Die Stromerzeugung aus Biomasse müsse enger mit dem Arten- und Naturschutz verzahnt werden.

Bethe schließt weitere Kandidatur aus

Der langjährige LJVB-Präsident Dr. Wolfgang Bethe schloss auf dem Landesjägertag seine Kandidatur für eine weitere Amtszeit aus und entwickelte sein persönliches Anforderungsprofil für einen eventuellen Nachfolger. Dieser müsse demnach Brandenburger Stallgeruch verströmen, bei den Jägern im Landes bekannt sein und sich unterhalb des Renteneintrittsalters befinden.

Darüber forderte Bethe die Überprüfung des Schutzstatus‘ des Wolfes auf europäischer Ebene. „Der Wolf muss dringend in Anhang 5 der FFH Richtlinie aufgenommen werden. Damit schaffen wir die Rahmenbedingungen, um den lokalen Erfordernissen entsprechend handeln zu können.“ An Landwirtschaftsminister Vogelsänger gewandt, sprach Bethe: „Nehmen Sie die Sorgen der Menschen in unserem Land ernst, nehmen Sie die Sorgen von uns Jägern ernst. Wenn wir das Leben im ländlichen Raum stärken wollen, müssen wir auf die Menschen hören, die dort leben. Dann reicht es eben nicht “Willkommen Wolf“ zu rufen. Sondern dann müssen wir konkrete Lösungen für die vorhandenen Probleme finden.“

Im Hinblick auf die drohende Afrikanische Schweinepest forderte Bethe unbürokratische Lösungen für das Anlegen von Bejagungsschneisen insbesondere in großen Maisschlägen. Nur so ließe sich eine Steigerung der Jagdstrecke bei Wildschweinen erreichen, erklärt Bethe. Ferner sei die Aussetzung der Trichinenprobengebühr für Frischlinge unter 20 Kilogramm geboten. „Denn im Frühjahr und Sommer wiegen Frischlinge oft nicht mehr als zehn bis 15 Kilo. „Wenn ich so einen Frosch erlege, bringt der im Wildbretverkauf – wenn ich ihn denn überhaupt verkaufen kann – maximal zehn bis zwanzig Euro. Dann muss ich aber für die Abgabe der Trichinenprobe hin und zurück mehr als 50 km fahren und die Probe kostet ja auch noch mal Geld. Da zahlt man am Ende für jeden erlegten Frischling drauf. Das kann dazu führen, dass die Sommermonate nicht so intensiv für die Schwarzwildbejagung genutzt werden, wie das eigentlich nötig wäre“, so der Verbandspräsident.

Waldbesitzerverband vergreift sich im Tonfall

Augen- und Ohrenzeugenberichten zufolge hat sich der Geschäftsführer des Brandenburger Waldbesitzerverbandes bei seiner Rede massiv im Ton vergriffen. Mit “zitternder Stimme und hochrotem Kopf” habe er ein nicht namentlich genanntes Mitglied des LJVB angegriffen, weil dieses angeblich die Wildschäden im Wald geleugnet oder bagatellisiert habe. Der LJVB wies dies zurück. PM LJVB/SE

Beitragsbild: Delegiertenversammlung, Copyright: LJVB

 

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