Brandenburg: CDU-Antrag gescheitert – keine Schutzjagden auf Wölfe

Ein Antrag der Brandenburger CDU-Fraktion, der Schutzjagden auf Wölfe und die Aufnahme des Wolfs ins Landesjagdrecht forderte, ist im Potsdamer Landtag gescheitert. CDU und AfD stimmten für, SPD, Linke und Grüne gegen den Antrag. In der Begründung des Antrags wies die CDU-Fraktion darauf hin, dass “Brandenburg im Vergleich zu anderen Bundesländern mittlerweile das Land mit dem höchsten Wolfsbestand” sei. Der Wolfsmanagementplan 2018 aber enthalte “bislang nur bekannte Informationen zur Schadensprävention, zum Schadensausgleich und zur Brandenburgischen Wolfsverordnung”. Neben reinen Informationen müsse ein praxistauglicher und für die nächsten Jahre wirkungsvoller Wolfsmanagementplan auch Hilfe und Unterstützung für Weidetierhalter und weitere Betroffene geben sowie insbesondere Ziele und Maßnahmen für ein mittelfristig zu erarbeitendes Bestands- und Konfliktmanagement beinhalten, um potenzielle Gefahren für Menschen durch Wölfe zu reduzieren, die Weidetierhaltung auch in Zukunft zu sichern und die Akzeptanz für den Artenschutz und damit den Wolf in der Kulturlandschaft zu erhalten.”

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Tierrechtler hetzen gegen Artenschützerin, weil sie nachhaltige Jagd befürwortet

Tierrechtsorganisationen machen in sozialen Medien mit prominenter Unterstützung Stimmung gegen nachhaltige Jagd in Afrika. CIC und DJV verurteilen die mediale Hetzjagd gegen die Jägerin Brittany Longoria: Als Wissenschaftlerin entwickelt sie ökologische Tourismuskonzepte in Afrika, die Jagd einschließen.

Das Bild zeigt eine junge Jägerin, die einen toten Leoparden hält: „Wut über Jagdtrophäe: Frau erlegt riesigen Leoparden und grinst in die Kamera – Tierschützer laufen Sturm“, titelt der Stern dazu. Das Bild hat die Jägerin nicht selbst auf Instagram eingestellt, es wurde von einem amerikanischen Tierrechtler gepostet. Mediale Aufmerksamkeit erzielt der Beitrag, seit Prominente wie das Modell Naomi Campbell das Bild in ihren persönlichen Netzwerken teilen. Zwischenzeitlich bedrohen Tierrechtler die Jägerin mit Hassmails, die zu Mord und Vergewaltigung aufrufen. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband betrachten diese Hetzjagd mit Sorge. „Ich finde es befremdlich, dass sich Teile unserer Gesellschaft aufgrund eines Fotos anmaßen, eine ausgewiesene Artenschützerin derart zu diskreditieren. Sie echauffieren sich über die regulierte Bejagung eines Wildtieres, dessen Management international gültigen Quoten und Kriterien folgt. Wir fordern eine faktenbasierte Berichterstattung“, so Dr. Wilhelm von Trott zu Solz, Leiter der deutschen Delegation des CIC.

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Tierfund-Kataster: App gegen Wildunfälle

Im Herbst fällt der Berufsverkehr in die Dämmerung und erhöht das Risiko für Wildunfälle. Überraschendes Ergebnis: Kleintiere wie Feldhase und Marder verursachen jede fünfte Kollision. Das haben aktuelle Auswertungen des Tierfund-Katasters ergeben.

Im Herbst steigt das Unfallrisiko stark an: Wildtiere sind vermehrt unterwegs auf der Suche nach einem Winterquartier, zugleich fällt der Berufsverkehr in die Dämmerung. Deutlich häufiger betroffen als angenommen sind kleinere Tiere, etwa Fasan oder Marder: Sie sind Opfer jedes fünften registrierten Wildunfalls. In jede zehnte Kollision sind Feldhasen verwickelt. Das hat der Deutsche Jagdverband (DJV) nach Auswertung von 40.000 Datensätzen aus dem Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) ermittelt.

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Neues Wolfs-Fake: Wildpark Schorfheide erstattet Strafanzeige wegen angeblich ausgesetzter Wolfswelpen

Im Internet und auf Whatsapp kursiert derzeit ein Tondokument: Eine Frauenstimme erzählt von einer Nachsuche, die sie “heute morgen mit einem Förster aus Görlsdorf vom Schweißhundeverein” gehabt habe. Bei der Nachsuche, so erzählt die Stimme, habe der Förster, “einen Typen vom Wildpark Schorfheide mit einem Pickup” getroffen. “Wenn ich wüsste, wo der nochmal stand. Irgendwo stand der.” Hinten auf dem Pickup seien Transportkisten gewesen mit Wolfswelpen drin. Als der Förster hinging, um die süßen Wolfswelpen zu streicheln, habe der Mann vom Wildpark gesagt, “Nee,nee, bloß nicht streicheln, die sollen ausgesetzt werden.” “Verquatscht” habe der sich. “Stell dir das mal vor!”

Die eifrig geteilte und weitergeleitete Geschichte ist abwegig genug und weist die typischen Merkmale eines Fakes auf: Einige konkrete Angaben (Görlsdorf, Förster, Wildpark Schorfheide), die Authentizität suggerieren, werden kombiniert mit Abstrusitäten: Der “Mitarbeiter” fährt also, vermutlich in Dienstkleidung in seinem mit großen Wildpark-Schorfheide-Aufklebern gekennzeichneten Dienst-Pickup über die Dörfer in den Wald, um ausgerechnet Wolfswelpen auszusetzen, die in freier Wildbahn ohne die Elterntiere keine Überlebenschance haben? Die, wenn ein anderes Wolfsrudel in dem Bereich sein Revier hat, sofort platt gemacht werden? Der Förster, in dessen Revier sich die Sache angeblich abspielt, nimmt die Geschichte lediglich zur Kenntnis ohne den Vorfall zu melden, Anzeige zu erstatten oder Nachfragen zu stellen?

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Niederösterreichischer Landtag stimmt Änderung des Jagdgesetzes zu

Wolfsabschüsse werden erleichtert – Abgeordnete fordern praktikablere europäische Regelungen für den Wolf

Der niederösterreichische Landtag hat bei seiner gestrigen (21.9.) Sitzung erwartungsgemäß die Änderung des Jagdgesetzes des österreichischen Bundeslandes beschlossen. Der geänderte § 100 a soll die Vergrämung und, als letztes Mittel, den Abschuss von Wölfen erleichtern (JAWINA berichtete). In derselben Sitzung haben die Abgeordneten Mold, Ing. Huber, Schmidl und Göll einen “Resolutionsantrag betreffend rasch wachsende Wolfspopulation in Niederösterreich” eingebracht, dem der Landtag mit großer Mehrheit zustimmte. In dem Resolutionsantrag wird “ein praktikableres europäisches Regelungsregime für den Wolf” gefordert. “Insbesondere soll”, so heißt es in dem Antrag,

“i.
eine europaweite Beurteilung des „günstigen Erhaltungszustandes“ und nicht nur der eines EU-Mitgliedsstaates,
ii.
eine praxisnähere Neuregelung der Anwendungsmöglichkeiten des Artikel 16 der Fauna Flora Habitat-Richtlinie und
iii.
eine Anpassung des Schutzstatus des Wolfes in der FFH-Richtlinie durch die Aufzählung des Wolfes in Anhang V und nicht in Anhang IV erreicht werden.”

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LJV Sachsen: Bewerber um Präsidiumsposten mit Peta-Vergangenheit sorgt für Irritationen

Bei den anstehenden Wahlen zum Präsidium des LJV Sachsen tritt ein Bewerber an, der mit seiner angeblichen “Peta-Vergangenheit” für Irritationen sorgt. Im Internet werden Gerüchte gestreut und die Angst vor Unterwanderung, Trojanischen Pferden und U-Booten geschürt. JAWINA hat mit dem Kandidaten gesprochen. Man ist nicht “bei Peta”, erklärt Enrico Holz, man trage sich in irgendwelche Listen ein zum Thema Tierschutz oder Massentierhaltung. Das habe er getan, um sich für Fragen zu engagieren, die ihm wichtig erschienen. Wann das war? Lange her, vor 15, 17 Jahren, meint Holz, “da war ich noch jung.” Heute hat Holz ein Unternehmen, das neben Forstdienstleistungen auch professionellen Stöberhundeeinsatz (Bracken und Terrier) und Nachsuchenservice anbietet. Den Jagdschein hat er seit 2014. Alles Aktivitäten, die Peta wohl keinesfalls gutheißen würde.

JAWINA: Herr Holz, wie lange und wann haben Sie sich in welcher Form für Peta engagiert?

Mein Engagement bei PETA betraf den Eintrag in das „Aktivistennetzwerk“. Ich habe mich für die Arbeit von PETA interessiert, was ich auch weiterhin tun werde, da sie für meine Arbeit als Waldpädagoge aber auch als Jäger wichtig und teilweise von Nöten ist, um ganz einfach vorbereitet zu sein.

Sofern der pure Eintrag in das sog. „Aktivistennetzwerk“ von PETA, um den Newsletter zu erhalten, als engagiert angesehen wird, dann läuft dieses „Engagement“ seit 2001 fortlaufend weiter. Der Newsletter steht jedem Interessierten, egal ob pro oder contra PETA, zur Verfügung.
Für mich stand von Anfang an im Fokus, über die in meinen Augen übertriebene Massentierhaltung aufzuklären. Und in dieser Form unterstütze ich auch Tierschutzorganisationen weiter. Auch für die Jägerschaft ist das ein ernst zunehmendes und wichtiges Thema.

Eine aktive Mitarbeit bei PETA lag nie vor und war auch nie beabsichtigt.

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Slowakei: Mensch stirbt bei Wildunfall mit Braunbär

+++ Niedersachsen: Wasserverband fordert schärfere Nutria-Bejagung +++ Niedersachsen: Vom Auto aus schießen, Muttertierschutz aufgeweicht – Landtag diskutiert Entwurf zum Landesjagdgesetz +++ Kanada: Ex-Eishockeyspieler postet Jagdbilder und wird bedroht +++ Brandenburg: Wölfe reißen seit Juli 30 Stück Damwild in einem Gatter +++

Bei einem Wildunfall bei Ružomberok im Norden der Slowakei ist ein Mensch getötet, zwei weitere verletzt worden. Auch die Bärin überlebte den Unfall nicht. Insgesamt waren drei Fahrzeuge in den Wildunfall verwickelt. Als die Bärin auf die Straße lief, wurde sie zunächst von einem Transporter erfasst und durch die Wucht des Aufpralls auf die Gegenfahrbahn geschleudert. Ein PKW kollidierte mit dem ca. 200 Kilogramm schweren Tier und geriet ins Schleudern. Dabei rammte der PKW einen Lastwagen und fuhr gegen einen Baum. Der Beifahrer starb, die zwei anderen Insassen, der Fahrer und eine Frau wurden verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Sie befinden sich in einem stabilen Zustand und sind nicht in Lebensgefahr. Bilder des Unfalls gibt es auf der slowakischen News-Seite tvnoviny.sk zu sehen. red.

Beitragsbild: Braunbär in Alaska frisst Lachs. Autor: Steve Hillebrand, US Fish & Wildlife Service, National Digital Library, Quelle: Wikipedia

Sachsen: CDU-Landesverband startet Kampagne für erleichterten Wolfsabschuss

Der Landesverband der CDU Sachsen hat eine Internetkampagne gestartet, die zum Ziel hat, den Abschuss von Wölfen zu erleichtern. Mit einem Klick auf den entsprechenden Button können Besucher der Seite ihre Unterstützung für das Vorhaben zum Ausdruck bringen. “Wir setzen uns dafür ein, dass Deutschland im Umgang mit der Ausbreitung des Wolfes klare und handhabbare Regelungen durch das Bundesumweltministerium verabschiedet”, heißt es auf der Seite. Und weiter: “Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahren mit Nachdruck auf europäischer und Bundesebene mit einer Vielzahl von Initiativen für eine rechtsichere und konfliktfreie Änderung der Rahmenbedingungen im Umgang mit dem Wolf eingesetzt.”

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Österreich: Wildschadensbericht 2017 liegt vor

Die österreichische Bundesministerin Elisabeth Köstinger, hat den Wildschadensbericht 2017 vorgelegt. Obwohl laut einer Pressemitteilung des Ministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) “derzeit […] noch kein konkretes Datenmaterial über die Wildschäden in Österreichs Wäldern” vorliegt, wird von einer “besorgniserregenden Ausgangssituation” ausgegangen. Köstinger wies indes auf” die seit 2016 wieder laufende Waldinventur hin und rechnet für Ende dieses Jahres bzw. Anfang 2019 mit ersten Ergebnissen der Erhebungen.” Erst dann werde ersichtlich werden, wie weit die Bemühungen der letzten Jahre zur Verbesserung der Wildschadenssituation beigetragen haben, heißt es. Die Einschätzungen der Forstaufsichtsbehörden über die Entwicklung der Verbiss- und Schälschäden würden aber wenig Anlass zur Annahme geben, dass sich die Lage grundlegend verbessert hätte, dämpft der Bericht allzu optimistische Erwartungen.

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Belgien plant ASP-Schutzzaun

Der Landwirtschaftsminister der belgischen Region Wallonie, René Collin, hat auf einer Pressekonferenz erklärt, dass sein Ministerium eine Million Euro für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bereitstellen wird. Vor gut einer Woche waren mehrere verendete, mit dem ASP-Virus infizierte Wildschweine in der Region gefunden worden (JAWINA berichtete). Das Geld soll auch für den Bau eines Schutzzauns verwendet werden, um die infizierten Wildschweine vom Verlassen des Infektionsgebiets abzuhalten. Zunächst müsse es jedoch darum gehen, so Collin, das Infektionsgebiet weiter einzugrenzen. Um die Fundstellen der verendeten Sauen ist ein 63.000 Hektar großes Risikogebiet festgelegt worden, in dem ein Jagd- und weitgehendes Betretungsverbot gilt. Dieses Areal ist viel zu groß, um es einzuzäunen.

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Tschechischer Schweisshundeverband muss deutsche Mitglieder wieder aufnehmen

Der tschechische Schweißhundeverband CMKCHB muss die Ende 2015 ausgeschlossenen deutschen Mitglieder (JAWINA berichtete) wieder aufnehmen. Das haben tschechische Gerichte in zweiter Instanz beschlossen. Das Urteil ist rechtskräftig, eine Berufung nicht möglich. Zwei ehemalige Mitglieder wurden aus formalen Gründen nicht wieder aufgenommen. Der CMKCHB ist zudem dazu verurteilt worden, die Gerichts- und Anwaltskosten in Höhe von ca. 13.000 Euro zu übernehmen. red.

Beitragsbild: Hannoverscher Schweißhund (HS). Foto: SE

NRW: LANUV bestätigt weitere Wolfsnachweise im Kreis Wesel

+++ Schweiz: Pferde vertreiben Wolf von der Weide +++ Sachsen: Elche bei Görlitz gesichtet +++

Dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) liegen weitere genetische Ergebnisse des Senckenberg Forschungsinstitutes auf Wolfnachweise Schermbeck-Gahlen im Kreis Wesel vor. So ergaben bei drei Übergriffen auf Schafe in der zweiten Augusthälfte Analysen von Speichelproben, dass die Nutztiere von einem Wolf getötet beziehungsweise verletzt wurden. Im Einzelnen handelt es sich dabei um zwei tote Schafe am 19. August 2018, fünf tote und zwei verletzte Schafe am 28. August 2018 und zwei tote Schafe am 29. August 2018. Zudem wurden in angrenzenden Waldgebieten im Juni und im August Kotproben (Losungen) gefunden, die ebenfalls genetisch einem Wolf zugeordnet werden konnten.

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Wyoming: Grizzlies töten Outfitter und verwunden Jagdgast

Bärin und Jungtier in Folge der Attacke getötet

Am Freitag (14.9.) informierte der Sheriff von Teton County im US-Bundesstaat Wyoming die Wild- und Fischbehörde (Wyoming Fish and Game Department, WFGD), dass ein Jagdführer und sein Jagdgast von zwei Grizzlybären angegriffen wurden, als sie einen am Vortag von dem Gast geschossenen Wapitihirsch verarbeiten wollten. Die Untersuchungen des WFGD zeigten, dass der Kadaver des Wapitis unberührt war, als die Jäger sich näherten, es gab keinerlei Anzeichen dafür, dass Bären in der Nähe seien oder den Wapiti in Besitz genommen hätten. Der Angriff ereignete sich, nachdem die beiden begonnen hatten, den Hirsch zu verarbeiten.

Unmittelbar nach der Benachrichtigung durch den Sheriff beteiligte sich WFGD an der Suche nach dem Opfer: Während der Jagdgast nach der Attacke per Hubschrauber in ein nahe gelegenes Krankenhaus geflogen wurde, wo seine Verletzungen behandelt wurden, blieb der Jagdführer zunächst vermisst.

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Niedersachsen: “Kinder hinter Zäune, damit der Wolf frei leben kann?”

CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Toepffer: “Grenze ist erreicht – Wolfsrisse nicht mehr hinnehmbar”

„Mit Besorgnis und Erschrecken nehmen wir in der CDU-Landtagsfraktion die Ereignisse rund um die Wolfsrisse im Landkreis Nienburg zur Kenntnis. Dass unmittelbar an einem Waldkindergarten ein Alpaka gerissen wurde, zeigt, wie nah der Wolf dem Menschen kommen kann. Die Eltern sind inzwischen so verängstig, dass sie überlegen, den Kindergarten morgen in Eigenregie einzuzäunen. Kinder hinter Zäune, damit der Wolf frei leben kann – dies ist den Menschen in Niedersachsen nicht mehr vermittelbar. Es muss jetzt zügig geklärt werden, wie mit den Wölfen im Landkreis Nienburg verfahren wird“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Toepffer.

Der Fraktionschef weist darauf hin, dass sich diese Entwicklung schon länger abgezeichnet hat: „Nach den zahlreichen Schafsrissen sind die Wölfe jetzt offensichtlich darauf konditioniert, sich an große Tiere zu wagen. Der Fall des 300-Kilogramm schweren, kürzlich gerissenen Rindes zeigt, dass hier kein einzelner Wolf zu Werke geht. Die Vermutung des Wolfsberaters, dass es sich um ein Rudel handelt, ist nachvollziehbar.“

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M-V: Öffentlichkeitsbeteiligung zum Management invasiver gebietsfremder Arten gestartet

Im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) sowie in den Staatlichen Ämtern für Landwirtschaft und Umwelt in Schwerin, Neubrandenburg, Rostock und Stralsund liegen bis zum 17. Oktober 2018 zu den Geschäftszeiten die Entwürfe für das Management weiterer gebietsfremder invasiver Arten zur Öffentlichkeitsbeteiligung aus. Die Unterlagen sind auch online unter www.anhoerungsportal.de verfügbar.

Bereits 2016 waren in einer ersten Listung europaweit 37 invasive gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten identifiziert worden, von denen 6 Arten in Mecklenburg-Vorpommern weit verbreitet sind – darunter Nutria und Waschbär. Die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Management dieser Arten der ersten Listung erfolgte im Jahr 2017.

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Neuer Geschäftsführer: Thorsten Kortemeier verlässt Minox

Ab dem 1. Januar 2019 wird Wolfgang Venzl Geschäftsführer des Wetzlarer Optikherstellers Minox. Der gebürtige Hesse arbeitet seit 1996 im Vertrieb und war in den vergangenen zehn Jahren bei Kodak und Kodak Alaris in leitender Position tätig. Mitgesellschafter und Geschäftsführer Thorsten Kortemeier ist zwischenzeitlich aus dem Unternehmen ausgeschieden. Seit 1996 leitete er Minox und baute in dieser Zeit den Bereich Sportoptik systematisch aus. Laut Wikipedia gründete Kortemeier 2013 “gemeinsam mit der damaligen L&O Hunting Group, zu der auch die Blaser Jagdwaffen GmbH gehörte (vergleiche L&O Holding), die German Sports Optics GmbH (GSO) mit Sitz in Wetzlar, in die er die Minox GmbH einbrachte. Seitdem gehört Minox als Schwesterfirma von Blaser, Mauser, Sauer, etc. mehrheitlich zur L&O-Familie.” “Wir bedanken uns ausdrücklich für das Engagement von Herrn Kortemeier, welches die Entwicklung von innovativen Optikprodukten innerhalb der Gruppe erst möglich gemacht hat“, sagt Blaser Group CEO Michael Lüke. PM/red.

Beitragsbild: Der neue Minox-GF Wolfgang Venzl. Quelle: Blaser Group

Österreich: FPÖ-Politiker will “ausländische” Wölfe abschiessen lassen

+++ Niedersachsen: Wolf im Landkreis Lüneburg überfahren +++ Schweiz: Nachtzielgeräte für Jäger im Kanton Aargau +++ Schweiz: Waffenrecht wird verschärft, um Schengen nicht zu gefährden +++

Der niederösterreichische Landesrat und FPÖ-Politiker Gottfried Waldhäusl hat sich dafür ausgesprochen, “ausländische Wölfe” abschießen zu lassen. Bei der Veranstaltung “Nacht der Wölfe” habe Waldhäusl “erste Gespräche mit Experten über das Leben mit dem Wolf in Niederösterreich geführt” jetzt sei “die Thematik vertieft” worden, so dass “nunmehr eine Lösung präsentiert” werden könne, heißt es in einer Pressemitteilung Waldhäusls: “Die Tiere finden am Truppenübungsplatz (TÜPL) Allentsteig entsprechenden Lebensraum, dort sollen sie auch bleiben dürfen”, so Waldhäusl. “Nur: Laut Wolfsexperten Dr. Rauer kommen fast alle Tiere, die in unserem Land derzeit Schaden anrichten, aus Deutschland bzw. Polen. Diese sollen entnommen werden dürfen!” Auch die jetzt den TÜPL Allentsteig bevölkernden Wölfe sind freilich vor nicht allzu langer Zeit aus Nachbarländern Österreichs eingewandert. Man mag über Waldhäusls “Lösung” den Kopf schütteln, der Vorschlag entspricht aber mit einiger Konsequenz seiner Denkweise – schließlich hat der FPÖ-Mann bereits den schwerwiegenden Missstand thematisiert, dass “Hunde mit Migrationshintergrund” einheimischen Hunden die Tierheimplätze streitig machen würden

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Belgien: Neue ASP-Fälle bei Wildschweinen

63.000 Hektar Wald abgesperrt

In Belgien sind weitere Wildschweinkadaver positiv auf die Afrikanische Schweinepest (ASP getestet worden. Fünf Fälle sind bislang gemeldet, zwei tote Wildschweine wurden nur 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt gefunden (JAWINA berichtete). Der Agrarminister für die belgische Region Wallonie, René Collin, erklärte Medien gegenüber, dass derzeit viele weitere Wildschweinkadaver untersucht würden. Experten hätten gewarnt, dass Dutzende oder auch Hunderte von Wildschweinen erkrankt sein könnten. Collin gab bekannt, dass wegen der ASP ausgedehnte Waldgebiete gesperrt worden seien. Insgesamt sei eine Fläche von 63.000 Hektar betroffen. In den gesperrten Wäldern dürfe die Jagd nicht ausgeübt werden, aber auch das Betreten und Befahren von Waldwegen sei verboten. Nur noch Personen, die mit Fallwildsuche und dem Abtransport der Kadaver betraut seien, dürften die Waldgebiete betreten, so Collin. red.

Beitragsbild: Wildschwein (erlegt, Symbolbild). Foto: SE

JAGD ÖSTERREICH UND FACE TREFFEN EU-KOMMISSAR JOHANNES HAHN: “ÜBERARBEITUNG DES SCHUTZSTATUS FÜR WÖLFE UNABDINGBAR”

Die dringende Notwendigkeit pragmatischerer Ansätze für das Wolfsmanagement sowie die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) standen im Vordergrund des Termines zwischen dem EU-Kommissar Dr. Johannes Hahn, dem Dachverband “Jagd Österreich” und der FACE.

Zum Auftakt des Treffens gab der Geschäftsführende Landesjägermeister Dr. Ferdinand Gorton einen Überblick über die klaren politischen Forderungen von Seiten der österreichischen Jägerschaft. Der Generalsekretär der FACE Ludwig Willnegger verwies zudem auf ähnliche Forderungen des Europäischen Parlaments, des Ausschusses der Regionen sowie der Mehrheit der Mitgliedsstaaten und maßgeblicher Interessensvertreter des Ländlichen Raumes hinsichtlich des dringenden Bedarfs nach einer ordnungsgemäßen Anwendung des Artikels 19 der FFH-Richtlinie. Dies würde den Weg für eine Aktualisierung des strengen Schutzstatus des Wolfs bereiten und den Mitgliedsstaaten dadurch größere Flexibilität gewähren.

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CDU Niedersachsen: “Abschuss endlich ermöglichen – Wolfspopulation darf nicht sich selbst überlassen werden”

“Die niedersächsische Wolfspopulation hat mittlerweile eine Größe erreicht, die das Zusammenleben unverträglich macht, erklärt der niedersächsische Fraktionsvize Martin Bäumer. „In Deutschland leben zurzeit 1000 Wölfe. Unseren Hochrechnungen zufolge werden es 2022 über 4000 und 2030 über 40.000 Wölfe sein. Das ist ein jährlicher Zuwachs von rund 30 Prozent.“ Mittlerweile sei der Kontakt zwischen Wölfen und der Bevölkerung fast so wahrscheinlich wie in Kanada, obwohl dort 60.000 Wölfe leben. „Die niedersächsische Wolfspopulationsdichte ist damit im Verhältnis gesehen nur geringfügig kleiner als die in Kanada“, so Bäumer. „In Niedersachsen kommen heute auf 1000 Quadratkilometer 4,2 Wölfe. In Kanada hingegen sind es auf gleicher Fläche 6,01 Wölfe.“ Die Werte seien in den Landkreisen Uelzen und Celle besonders kritisch. „In Uelzen leben derzeit 25 Wölfe auf knapp 135 Quadratkilometern. Auf 1000 Quadratkilometern hochgerechnet sind das 184,1 Wölfe. In Celle leben 45 Wölfen auf einer Fläche von 176 Quadratkilometern– hochgerechnet auf 1000 Quadratkilometern sind das 256,7 Wölfe“, so Bäumer.

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Sachsenforst: OJB lehnt Erhöhung des Gruppenabschussplans für Rotwild im Forstbezirk Eibenstock ab

Die Obere Jagdbehörde (OJB) hat die beantragte Erhöhung des Gruppenabschussplans für die Verwaltungsjagdbezirke des Forstbezirks Eibenstock für den Planungszeitraum 2016 bis 2019 abgelehnt. Eine entsprechende “innerdienstliche Weisung” hat die OJB am 3.9. erlassen.

Das Referat Verwaltungsjagd im Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) hatte die Erhöhung des Abschussplans mit der Begründung beantragt, dass im Forstbezirk Eibenstock zwar “ein insgesamt tolerierbares Schälschadensniveau bei gleichzeitig stetiger Rotwildpräsenz” bestehe. Desweiteren wurde angeführt: Der “Anteil der Neuschäle liege nach wie vor deutlich unter 2%. Um diesen Zustand aufrecht zu erhalten, müsse die Rotwilddichte kontinuierlich auf geringem Niveau gehalten werden.” Die Untere Jagdbehörde des Erzgebirgskreis versagte auf diesen Antrag hin die Herstellung des Benehmens, da “eine Abschussplanerhöhung bei einem selbst eingeschätzten Bestand von 2,25 Stück 100/ha […] §1 BJagdG unterlaufen” würde. Auch die Hegegemeinschaft Erzgebirge hatte das Benehmen verweigert, da Rotwild im Forstbezirk Eibenstock “bestenfalls noch als Wechselwild” vorkomme.

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Mangelnder Tierschutz im Staatsbetrieb Sachsenforst: DeWiSt fordert Einhaltung des Muttertierschutzes bei der Rotwildjagd

Die Bundesländer Bayern und Sachsen nennen sich beide nicht nur Freistaat, beide gehen auch sehr rigoros bei der Jagd auf Rotwild, Gams oder Rehwild vor – vor allem in den staatseigenen Wäldern, beklagt die Deutsche Wildtier Stiftung (DEWiSt): Während in Bayern bereits seit 2005 die Doktrin „Wald vor Wild“ herrscht, hat der Staatsbetrieb Sachsenforst vor wenigen Jahren sein besonderes Interesse an bäumeknabbernden Wildtieren entdeckt. Im sächsischen Erzgebirge wurde jüngst die Abschussfreigabe von Rotwild für die laufende Jagdsaison stark erhöht: Fast 400 Tiere dürfen nun mehr erlegt werden als ursprünglich vorgesehen!

„Oberstes Gebot bei der Jagd auf Rotwild ist die Beachtung des Tierschutzes“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. Aber dies scheint im konkreten Fall fraglich zu sein. In mehreren Erzgebirgsrevieren der staatlichen Forstbetriebe Neudorf und Eibenstock wurden in den vergangenen zwei Jahren deutlich mehr Alttiere erlegt als Kälber. „Wenn der gesetzlich vorgeschriebene Muttertierschutz beim Rotwild eingehalten wird, muss die Jagdstrecke der Kälber immer höher sein als die der Alttiere“, so Kinser. Zwangsläufig müssen in den staatlichen Forstbetrieben Rotwildkälber verwaist sein, die aus dem Rudel ausgestoßen werden und kaum eine Chance haben, den Winter im Erzgebirge zu überstehen. Im Einzelfall kann es sich dabei um den Tatbestand einer Straftat handeln, von dem die Eigentümer des Waldes, also die Bürger des Freistaats Sachsen, wohl kaum etwas ahnen.

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“Wer Wespennester ausspioniert braucht Grips”

Wespenbussarde sind sehr heimlich und deshalb auch schwer zu beobachten. Geschätzte 15.000 Brutpaare gibt es in Mitteleuropa. In Deutschland ist die Vogelart ab Mai für etwa fünf Monate zu Gast, nämlich dann, wenn es genügend Nahrung gibt. Ob der Insektenfresser vom Wespenjahr 2018 profitiert hat und wie verletzte Bussarde gepflegt werden, das verrät Sylvia Urbaniak im DJV-Interview. Sie ist tiermedizinische Fachangestellte und leitet gemeinsam mit dem Falkner Frank Seifert die Station der Greifvogelhilfe Rheinland. Wespenbussarde unterliegen dem Bundesjagdgesetz und sind ganzjährig geschützt. Falkner sind ausgewiesene Experten für die Pflege und Haltung verunfallter Greifvögel und Eulen.

DJV: Wie kann ich einen Wespenbussard überhaupt erkennen?

Dem Laien fällt die Unterscheidung vom Mäusebussard oft schwer. Besonders auffällig sind bei adulten Wespenbussarden die gelben Augen, ähnlich denen des Habichts. Im Flug wirkt der Wespenbussard insgesamt schlanker. Im Vergleich zum Mäusebussard wirkt der Kopf des Wespenbussards langgestreckter, fast schon taubenartig. Auch der Hals wirkt länger als beim Mäusebussard. Das Schwanzgefieder des Wespenbussards ist ebenfalls markant: An der Basis besitzt es zwei bis drei kräftige Querbänder, dann eine Lücke mit schwach ausgeprägter Bänderung und schließlich an der Schwanzspitze ein breites, schwarzes Band. Der Mäusebussard hingegen hat acht bis 12 regelmäßig angeordnete Bänder.

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Wespensommer 2018: Mehr Wespenbussarde in Auffangstationen

2018 könnte das Jahr des Wespenbussards werden. Durch die guten Nahrungsbedingungen – viele Wespenlarven – profitiert die Population. Daten sind allerdings rar, deshalb rufen DFO und DJV dazu auf, das Monitoring zu unterstützen. Falkner sind Spezialisten für Greifvögel und bereiten hilfsbedürftige Wespenbussarde auf ein Leben in Freiheit vor.

Des einen Freud´, des anderen Leid: Den Wespensommer 2018 haben Menschen mit gemischten Gefühlen erlebt, eine Vogelart hat sicherlich profitiert: der Wespenbussard. In einschlägigen Ornithologenforen ist aktuell von Ansammlungen hunderter Wespenbussarde am sommerlichen Himmel die Rede. Trotzdem liegen kaum Daten zur Bestandsentwicklung in Deutschland vor. „Leider ist der Wespenbussard unser Stiefkind in puncto landesweiter Erfassung. Wir erhalten zu dieser Art sehr wenige Informationen. Bei unserer Aufgabe, Daten zur Situation, Bestandsdynamik und Reproduktionsentwicklung der Greifvögel und Eulen in Deutschland zu sammeln, können uns Jäger und Falkner durch aktives Monitoring unterstützen“, sagt Ubbo Mammen, Förderverein für Ökologie und Monitoring von Greifvogel- und Eulenarten e. V. (MEROS). Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Deutsche Falkenorden (DFO) rufen Interessierte dazu auf, MEROS bei seiner Arbeit aktiv zu unterstützen. Die so gewonnenen Erkenntnisse spielen beispielsweise bei Genehmigungsverfahren von Windkraftanlagen eine entscheidende Rolle.

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Bayern: Polizei entwaffnet 77jährige Pilzsucherin

Und wieder ist Deutschland ein Stück weit sicherer geworden: Die bayerische Polizei ist am Freitag bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle einer dieser brandgefährlichen Seniorinnen auf die Schliche gekommen. Bei der Polizeikontrolle auf der B8 bei Pfatter (Landkreis Regensburg) entdeckten die Beamten ein illegales Butterflymesser in der Ablage der Fahrertür der 77jährigen. Die Rentnerin gab vor, die verbotene Waffe lediglich zum Schwammerlsuchen und dergleichen zu benutzen. Ihr sei nicht bewusst gewesen, dass es sich dabei gemäß deutschem Waffenrecht um einen verbotenen Gegenstand handele, so die Polizei. Erwerb und Besitz von Butterflymessern ist in Deutschland seit 2003 verboten und wird mit Gefängnisstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet. Das Butterflymesser wurde eingezogen, gegen die Rentnerin wurde Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz erstattet. red.

Beitragsbild: Pilze. Foto: SE

Fangjagd: Tu es für die Rohrdommel

Vier Kursziele wollte Revieroberjäger Axel Nitschke bei seinem Fangjagd-Seminar erreichen, das am 1.9. von der Landesjagdschule des Landesjagdverbands Brandenburg veranstaltet wurde: Grundkenntnisse der Fallenjagd-Praxis vermitteln, mit den Rechtsgrundlagen bekannt machen, Sinn und Notwendigkeit der Fallenjagd aufzeigen, vor allem aber: “HEISS MACHEN AUF EINE ART DES HANDWERKS JAGD.” Es ist ihm gelungen.

Nitschke, der auch Vorsitzender der Brandenburger Berufsjägerverbands ist, betreut ein Revier in Brandenburg mit Feldanteil. “Wir legen dort sehr großen Wert auf Niederwildhege, obwohl wir kaum jagdbare Niederwildbesätze haben”, sagt er. Und warum? “Ich möchte auch meinem Sohn noch eine Rohrdommel zeigen können. Das ist meine Motivation.” Als Jäger hege er Wildtiere, aber nicht jagdbare, wild lebende Tiere von der Rohrdommel über den Feldhamster bis zur Trauerseeschwalbe befinden sich auch im Blickpunkt der Hege, werden sozusagen mitgehegt, um sie zu erhalten: “Es ist eine Illusion zu glauben, dass man in unserer Agrarsteppe jagdbare Bestände des Rebhuhns hochbringen könnte”, erklärt Nitschke. “Aber es ist schön, wenn es noch da ist. Außerdem: “Wenn wir nur noch an der Kirrung rumsitzen, womöglich noch mit Nachtsichttechnik, geht uns viel verloren. Es ist schade um die Jagd, bei der es doch ums große Ganze gehen sollte.”

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ASP: “Sehr grosser, überraschender und beunruhigender Sprung nach Westen”

Verendet aufgefundene Wildschweine unverzüglich den Veterinärbehörden melden – drastische Maßnahmen im Seuchenfall angekündigt

Gestern Abend ist die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast durch die Bundesministerin für Landwirtschaft, Julia Klöckner (beide CDU), darüber informiert worden, dass in einer südbelgischen Region bei Wildschweinen das Virus der Afrikanischen Schweinepest nachgewiesen wurde (JAWINA berichtete). Mittlerweile liegen auch einige nähere Informationen zu dem Fall vor, wie Otte-Kinast soeben anlässlich einer Rede vor dem Plenum des niedersächsischen Landtags ausführte: “Die belgische Fachbehörde für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette, Agence fédérale pour la sécurité de la chaîne alimentaire (AFSCA), hat demnach zwei Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Belgien bestätigt. Das Virus wurde in der Gemeinde Étalle in der südbelgischen Provinz Luxemburg und damit lediglich etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt bei zwei tot aufgefundenen Wildschweinen entdeckt.

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Niederösterreich ändert Jagdgesetz, um Abschuss und Vergrämung von Wölfen zu erleichtern

Auf Antrag der Abgeordneten der Abgeordneten Schulz, Ebner, Edlinger, Hogl, Heinreichsberger und Mold vom 13. 9. wird der niederösterreichische Landtag in der kommenden Woche über eine Änderung des Landesjagdgesetzes abstimmen. Die Zustimmung zu dem Gesetzesentwurf gilt als sicher. Dabei geht es vor allem um die Ergänzung des § 100a des niederösterreichischen Landesjagdgesetzes (NOeLJG) um konkrete Handlungsbefugnisse, die Vergrämung oder Abschuss von “Großhaarraubwild” wie Luchs, Bär oder Wolf ermöglichen und beschleunigen sollen. Das öffentliche Interesse an der öffentlichen Sicherheit müsse das öffentliche Interesse am Artenschutz überwiegen, heißt es in der Begründung des Antrags. Und weiter: Da sich die bestehenden Regelungen zum Schutz von Menschen und Viehbeständen als nicht ausreichend erwiesen hätten, solle nun vor allem zum Schutz der Bevölkerung eine Präzisierung geschaffen werden. Dies solle durch eine Neufassung des § 100a geschehen. Da auch die FFH-Richtlinie Maßnahmen zum Schutz der Menschen und der öffentlichen Sicherheit zulässt, entspricht sie daher auch dieser Richtlinie. Die Antragsteller weisen darauf hin, dass es Art. 16 der FFH-Richtlinie auch gestatte, “andere öffentliche Interessen wie beispielsweise solche wirtschaftlicher Art (z.B. Tourismus) einer Interessensabwägung zu unterziehen.”

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60 Kilometer von deutscher Grenze: Fall von Afrikanischer Schweinepest in Belgien

Heute wurde bei tot aufgefundenen Wildschweinen in Belgien im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg, Belgien etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, Afrikanische Schweinepest festgestellt. Bisher gibt es noch keinen Fall in Deutschland.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) steht in ständigem Austausch mit den belgischen Behörden und der EU-Kommission. Dazu erklärt die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner: „Die neue Situation nehme ich sehr ernst. Die Afrikanische Schweinepest stellt seit längerem auch für Deutschland eine Bedrohung dar und unsere Vorbereitung für den Krisenfall laufen. Die rechtlichen Instrumente liegen vor, um die Afrikanische Schweinepest zu bekämpfen. Bereits im Juni habe ich ein Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem die bestehenden Maßnahmen ergänzt werden und ein Ausbruch der ASP bei Wildschweinen noch effektiver bekämpft werden kann. Das Gesetzesvorhaben steht kurz vor dem Abschluss. Jedoch Prävention steht an erster Stelle. Hier ist insbesondere Aufklärung gefragt, denn es sind vor allem Menschen, die einer Seuchenverbreitung Vorschub leisten, indem sie zum Beispiel Speisereste mit ASP-kontaminierten Schweinefleischerzeugnissen unachtsam entsorgen – eine Infektionsquelle für Wildschweine. Deshalb haben wir eine mehrsprachige Aufklärungskampagne gestartet. Hier informieren wir online und mit Flyern und Plakaten auch an Tank- und Rastplätzen.“ Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast erklärte: “Wir haben es nun mit einer handfesten Bedrohung vor der Haustür zu tun. Den Ausbruch der Schweinepest so dicht an der deutschen Grenze nehmen wir sehr ernst.”

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Niedersachsen: Otte-Kinast verteidigt Jagdpachtverträge im Nationalpark Wattenmeer

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag hat eine “Dringliche Anfrage” an die Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) zur umstrittenen Verlängerung von Jagdpachtverträgen auf den ostfriesischen Inseln gerichtet (JAWINA berichtete): “Vogeljagd im Wattenmeer: Hat die Landwirtschaftsministerin ohne Abstimmung mit dem Umweltministerium gegen den Naturschutz im Nationalpark Wattenmeer gehandelt?”, lautet der Tenor der grünen Anfrage. Otte-Kinast hat auf der heutigen Plenumssitzung im Landtag zu den Vorwürfen Stellung genommen. Im folgenden gegen wir die Rede der Landwirtschaftsministerin im Wortlaut wieder:

“Das niedersächsische Wattenmeer ist seit 1986 als Nationalpark geschützt. 1993 wurde es von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Wir sind stolz darauf, dass wir mit dem Wattenmeer seit 2009 zudem ein anerkanntes UNESCO Weltnaturerbe besitzen. Diesen Stolz teilen wir mit den Inselbewohnern, die dort leben. Einige von ihnen leisten als Inseljagdpächter in dem landeseigenen unverpachtbaren Wattenjagdbezirk eine wichtige Aufgabe für den Naturschutz. Sie kümmern sich zum Beispiel freiwillig und kostenfrei um die Rettung der Heuler. Die jungen Robben werden von ihnen versorgt zur Seehundaufzuchtstation nach Norddeich gebracht.

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Wolf soll Pferd bei Bremen angefallen haben

+++ Brandenburg: Wolf auf A13 totgefahren +++ Baden-Württemberg: “Volksmeinung total flach halten” – Betroffene enttäuscht von Informationsveranstaltung des Umweltministeriums zum Wolf +++ Schweiz: Ständerat strebt EU-konformes Waffenrecht an +++ Brandenburg: Anwohner im Wolfsgebiet fordern wolfsfreie Zonen +++ Bayern: Jäger schießt angeblich in Richtung von Spaziergängern – Polizei widerspricht +++

Im Bremer Umland soll ein Wolf eine Warmblut-Stute in einem Schulbetrieb angefallen und schwer verletzt haben. Nach einem Bericht des Weser-Kuriers sahen die Betreiber des Reiterhofs in Grasberg, ca, zehn Kilometer nordöstlich von Bremen, bei einem Kontrollgang am Abend einen Wolf auf der Pferdekoppel. Laut schreiend seien sie auf den Wolf zugelaufen, womit es gelang den Beutegreifer zu vertreiben. Für eines der Pferde sei der selbstlose Einsatz jedoch zu spät gekommen: Eine Stute trug am Hinterlauf im Bereich des Sprunggelenks eine schwere Verletzung davon, zwei Sehnen sind durchtrennt. Es sei unklar, ob die Stute jemals wieder im Reitunterricht eingesetzt werden könne. Auf einen Ersatz des Schadens können die Reitstallbetreiber nicht hoffen: Nach dem Vorfall kümmerten sich diese zuerst um die Reinigung und provisorische Erstversorgung der Wunde – an eine DNA-Probe zwecks Wolfsnachweis dachte niemand. Der Wolf gehöre in die Natur, meint die Reitstallbetreiberin im Weser-Kurier, dass die Kinder abends nun nicht mehr alleine auf die Weide gehen könnten, weil es zu gefährlich sei, das interessiere die zuständigen Behörden nicht: Damit müssten sie sich abfinden, habe man ihnen gesagt. red.

Beitragsbild: Pferd. Foto: SE

“Im Sachsenforst greift der Wildtierhass von ÖJV und ANW um sich”

Unbeirrt von wissenschaftlicher Kritik, die dem Sachsenforst “keinesfalls zu viel Rotwild, aber falsche Bejagung” attestierte und vor einer Ausrottung des Rotwilds warnt, setzt der Staatsbetrieb weiterhin auf eine Jagdstrategie, die sich mit wenigen Worten umschreiben lässt: Totschießen, was geht. Einer ahnungslosen Politik wird die der Ertragssteigerung dienende rücksichtslose Schädlingsbekämpfung als angebliche Notwendigkeit im Zuge des “ökologischen Waldumbaus” verkauft. Wir haben mit Karsten Bergner gesprochen, Vorsitzender der Hegegemeinschaft Erzgebirge und profiliertester Kritiker des Staatsbetriebs Sachsenforst (SBS).

JAWINA: Herr Bergner, Sie kritisieren die sächsische Landesforst für deren Bejagungsstrategie – was werfen Sie dem Forst konkret vor?

Es geht in erster Linie darum, dass Sachsenforst weniger eine Bejagungs- als vielmehr eine „Hau- drauf- Strategie“ verfolgt. Er handelt nicht auf dem aktuellen Stand der ökologischen und wildbiologischen Erkenntnisse. Ein Grundbesitzer hat kein Recht, “Bewirtschaftungshindernisse” auf Kosten der Allgemeinheit zu entfernen. In dem Sinn kann der SBS nicht einfach sagen, Wirtschaften ohne Pflanzenfresser geht leichter (glauben wir) und deshalb beseitigen wir die erst mal. Das ist nicht zulässig und es ist auch nicht sinnvoll. Artgerechte und dem Lebensraum angepasste (nicht einem betriebswirtschaftlichem Ziel angepasste) Wilddichten stehen einer ordnungsgemäßen Waldwirtschaft, dem Artenreichtum von Sachsens Wäldern nicht entgegen. Man muss sein Handwerk eben beherrschen und Wildtiere artgerecht lenken und steuern. Beispiele, dass das geht, gibt es zu Hauf- auch aus dem SBS! Hier sei nur Berufsjäger Friedrich genannt, der mit vernünftigen Strategien die Wildschäden im Revier Steinbach innerhalb von zwei Jahren auf ein absolut akzeptables Maß senkte. Herr Friedrich kam auch zu der Überzeugung, dass 75% der Wildschäden des SBS hausgemacht sind – ein Umstand, der dazu führte, dass Herr Friedrich heute kein Angestellter des Staatsbetrieb Sachsenforst mehr ist. Bereits Cäsar hatte ja schon die Angewohnheit, die Überbringer schlechter Botschaften zu töten…

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Niedersachsen: Katze angeschossen – Jagdschein weg

Einem Jäger, der bei Höltinghausen (Landkreis Cloppenburg) eine Katze angeschossen und in eine Maisfeld geworfen hatte (JAWINA berichtete), sind Jagdschein und waffenrechtliche Erlaubnis entzogen worden. Die Katze hatte den Schrotschuss überlebt. Der Besitzer der Katze sprach den Jäger darauf an, der eine pampige Antwort gab. Die aus dem Maisfeld geborgene Katze musste dann vom Tierarzt eingeschläfert werden. Für das rohe und unweidmännische Vorgehen ist der Jäger in erster Instanz zu einer Geldstrafe in Höhe von 70, in zweiter Instanz zu 50 Tagessätzen à 70 Euro verurteilt worden. Obwohl die Strafe damit unter der Grenze von 60 Tagessätzen blieb, ab der die Zuverlässigkeit regelmäßig verneint wird, entzog die Behörde nun Jagdschein und WBK. Die Zuverlässigkeit werde ohnehin geprüft, erklärte eine Sprecherin der Landkreises auf Nachfrage von JAWINA. In diesem Fall hätte sei man zu dem Schluss gekommen, dass die waffenrechtliche Zuverlässigkeit nicht gegeben sei. red.

Beitragsbild: Katze. Foto: SE

Soll Lisa sich von ihrem Freund trennen, weil er Jäger ist?

Update: So ist das Voting ausgegangen

Lisa ist “ausgesprochene Tierfreundin”. Sie ist “mit einem tollen Mann zusammen.” Sie verstehen ich “prima”. Unternehmen viel zusammen. Aber Lisas neuer Freund ist Jäger. “Anfangs dachte sie noch, dass ihr sein Hobby nicht so viel ausmachen würde, aber mit der Zeit hat sie gemerkt, dass sie sich sehr daran stört, dass ihr Freund gerne Tiere schießt”, heißt es auf Bayern 3, wo aktuell ein Voting zu dieser schwierigen Frage läuft. Sie hat ihn kennen gelernt, da war er Jäger, sogar in Afrika auf Großwildsafaris war er dabei. Aber jetzt soll der Freund sich ändern. Sein Hobby aufgeben, was natürlich nur ein Anfang sein kann… Der Freund möchte sein Hobby aber nicht aufgeben. Und nun fragt Lisa sich: Was ist wichtiger: “Sein Hobby oder ich, seine Freundin?” Soll Lisa sich von ihrem Freund trennen? Oder sollte sich der Freund vielleicht nicht so schnell wie möglich von Lisa trennen? Was meinen die JAWINA-Leser zu dieser schwierigen Frage?

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Nicht nur (!) Claudia Roth beleidigt, Jagdschein weg

In rechten Medien kursiert zur Zeit eine verkürzt und damit verfälscht dargestellte Geschichte, die im Internet verbreitet wird und für Aufregung sorgt: Demzufolge wurde ein gewisser Marco M. vom Amtsgericht Brühl und in zweiter Instanz vom Landgericht Köln wegen Beleidigung verurteilt, weil er die Grünen-Politikerin Claudia Roth in einer E-Mail an den früheren Flüchtlingskoordinator der Stadt Brühl als “ekelhaft” bezeichnet habe. Das ist auch soweit zutreffend. Als Claudia Roth von der Beleidigung Kenntnis erhielt, stellte sie Strafantrag.

Was die in reißerisch-empörtem Tonfall verfassten Berichte verschweigen: Es gab einen zweiten Fall, in dem M. nach einem Streit mit einem Nachbarn einen Zeugen als “Scheiß-Ausländer” verunglimpfte sowie “Ich bin ein Nazi” oder “Heil Hitler” rief, wie aus der offiziellen Urteilsbegründung hervorgeht. Dafür wurde er in erster Instanz zu einer Geldstrafe in Höhe von 40, in zweiter Instanz zu 60 Tagessätzen à 50 Euro, insgesamt also 3000 Euro, verurteilt. Zur Begründung heißt es: “Bei der Strafzumessung der Tat vom 29.5.2016 hat das Gericht zulasten des Angeklagten berücksichtigt, dass er die von ihm getätigte Äußerung geleugnet hat und sich die in der getätigten Beleidigung zum Ausdruck kommende Fremdenfeindlichkeit als besonders verachtenswertes Motiv darstellt. Die Verhängung einer Einzelstrafe von 40 Tagessätzen zu je 50,00 EUR ist daher tat- und schuldangemessen. Unter nochmaliger Berücksichtigung und Abwägung aller für und gegen den Angeklagten sprechenden Gesichtspunkte ist daher gem. § 53, 54 StGB die Verhängung einer Gesamtgeldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 50,00 EUR tat- und schuldangemessen.

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