Baden-Württemberg: Grüne Landtagsfraktion verabschiedet Positionspapier zum Umgang mit dem Wolf

“Bei auffälligen Wölfen ist ein schneller und unbürokratischer Abschuss nötig – oberste Priorität hat der Schutz von Menschen und Weidetieren”

Der Wolf ist zurück. Die Grüne Landtagsfraktion in Baden-Württemberg sieht es als zentrale Aufgabe, Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter sowie die Landwirte im Land bestmöglich dabei zu unterstützen, sich für die neue Herausforderung zu wappnen. In einem Positionspapier „Wölfe und Herdenschutz in Baden-Württemberg“ befürworten die Grünen unter anderem einen umfassenden und flächendeckenden Herdenschutz, eine landesweite und zielgruppengerechte Beratung sowie das Einführen eine Wolfsverordnung. Diese soll Rechtssicherheit schaffen, wenn es etwa um Schadensausgleich bei gerissenen Tieren oder den Abschuss problematischer Wölfe geht. Gleichzeitig wollen die Landtagsgrünen durch Information und Kooperation Akzeptanz für die streng geschützte Tierart Wolf schaffen und Ängsten in der Bevölkerung entgegenwirken.

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Sachsen: Entwurf der Wolfsverordnung vorgelegt

Die Sächsische Staatsregierung und das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) haben einen Referentenentwurf für eine “Verordnung über das Wolfsmanagement im Freistaat Sachsen und zur Änderung der Sächsischen Jagdverordnung und der Sächsischen Waffenrechtsdurchführungsverordnung” vorgelegt. Darin werden Fang, Vergrämung und Entnahme von Wölfen detailliert geregelt.

Im Entwurf ist vorgesehen, Jäger in großem Umfang an Managementmaßnahmen zu beteiligen. So soll z.B. ein schwer verletzt oder erkrankt aufgefundener erwachsener Wolf künftig entnommen werden können, wenn er “nach der Einschätzung eines Veterinärs oder Jägers erhebliche Schmerzen erleidet und aus eigener Kraft nicht mehr gesunden wird.” (§ 11)

In § 1 der Wolfs-VO werden Begriffsbestimmungen vorgenommen, § 2 regelt die Erstellung von Wolfs-Managementplänen durch das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), § 3 regelt § 3 Monitoring und Rissbegutachtung, § 4 Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit, die allesamt dem LfULG übertragen werden.

Richtig zur Sache geht es dann in Kapitel 2, in dem “Vergrämung und Entnahme von Wölfen” geregelt werden. Wir dokumentieren die im Referentenentwurf vorgeschlagenen Regelungen im Wortlaut:

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Bayern: Jäger stürzt bei Gamsbergung ab und landet im Bachbett

Ein 53-jähriger einheimischer Jäger ist am Samstagnachmittag im östlichen Lattengebirge rund 30 Meter tief über einen mit Felsstufen durchsetzten Steilhang in den Kotbergriedlbach abgerutscht und im Wasser gelandet, als er eine geschossene Gams bergen wollte und auf dem glatten und schneebedeckten Laub-Untergrund den Halt verlor.

Der Jäger hatte bereits kurz zuvor per Handy einen Angehörigen angerufen, damit ihm jemand hilft, das geschossene Tier zu bergen. Kurz darauf rief er erneut an und meldete, dass er abgerutscht sei und verletzt im Bachbett gelandet sei. Der bereits verständigte Angehörige stieg dann mit zwei weiteren Familienmitgliedern rund zehn Minuten lang 500 Meter zu dem Verunfallten auf, wobei die drei Männer den 53-Jährigen trotz der schwierigen, winterlichen Verhältnisse durch das steile Absturzgelände rund eine Stunde lang talwärts führten. Der Verletzte war dabei hart im Nehmen und lehnte eine organisierte Rettung zunächst ab.

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Niedersachsen: Wildschweinrotte marodiert in Innenstadt von Bad Salzdetfurth

Am Donnerstag zog eine Rotte Wildschweine durch Wehrstedt, einen Ortsteil von Bad Salzdetfurth (Landkreis Hildesheim) und verunsicherte diverse Bürger und Geschäftsleute. Es entstanden geringe Sachschäden. Gegen 14:50 Uhr ging die erste Meldung über Notruf bei der Polizei ein. Demnach sei ein Wildschwein im Baumarkt der Straße “Ahnepaule” aufhältig. Weitere stünden auf dem Parkplatz davor. Kurz darauf gingen weitere Meldungen bei der Polizei ein. Seitens der Polizei wurden sofort die verfügbaren Streifen nach Wehrstedt entsandt. Die Wildschweinrotte hatte beim Eintreffen der Polizei aber bereits ihren Weg in den nahen Wald gefunden. Bisherige Ermittlungen ergaben, dass die Wildschweinrotte über die Straße Hainholz, die Elsa-Brandström-Straße in Richtung Ahnepaule gezogen war. In der Straße Hainholz hatte ein Schwein einen Keller inspiziert. Danach war die Rotte weitergezogen. In der Straße Ahnepaule zog die Rotte zum Sonderpostenmarkt (Baummarkt). Hier gelangte ein Tier in das Geschäft, während sich der Rest der Rotte auf dem Parkplatz aufhielt. Im Anschluss ist ein Wildschwein in den nahen KIK Markt gelangt. Ein derzeit unbekannter Kunde hatte noch versucht die Eingangstür zuzuhalten. Das Wildschwein gewann diesen Wettkampf jedoch und gelangte nach einem kurzen Kräftemessen in das Geschäft.

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Niedersachsen: Wolf reißt Ponyfohlen

+++ NRW: Wolf reißt 18 Schafe trotz E-Zaun und Herdenschutzhunden – Nabu meint, Problemwolf müsse möglicherweise getötet werden +++ Brandenburg: Landkreis Oberhavel verlängert Gebührenbefreiung für Trichinenuntersuchung +++ Bayern: An Hasenpest erkrankte Jäger wieder wohlauf +++ Sachsen-Anhalt: Damhirsch muss sterben, weil er Altkleider gefressen hat +++

Am 12.12. ist auf dem Hof eines Pferdezüchters in Stöcken, einem Ortsteil der Gemeinde Rethem / Aller, ein Ponyfohlen gerissen worden. Das Wolfsbüro des NLWKN in Hannover bestätigte, dass es sich um ein wolfstypisches Rissbild handelt. Das Ergebnis der DNA-Untersuchung steht noch aus. Von dem Shetland-Pony blieben nur der Kopf, die Vorderläufe und ein Stück Wirbelsäule übrig. Auch die 16 Jahre alte Mini-Shetland-Stute wurde bei dem Rissvorfall schwer verletzt. Sie trug tiefe Bisswunden im Halsbereich davon. Der vermutliche Wolfsriss fand in unmittelbarer Nähe von Hof- und Stallgebäuden statt. red.

Beitragsbild: Gerissenes Fohlen (Archivbild). Foto: SE

Privatfirma für Wolfsentnahmen – Brandenburger Geheimwirtschaft

Wie JAWINA bereits am 5.12. berichtete, ist eine Privatfirma vom Umweltministerium mit der Entnahme von sog. Problemwölfen in Brandenburg beauftragt worden. Um welche Firma es sich dabei handelt, soll – angeblich aus Datenschutzgründen – verschwiegen werden. Das beredte Schweigen der Brandenburger Behörden wirft Fragen auf:

Frage 1: Um welche Firma handelt es sich?

Unbestreitbar haben Brandenburger Jäger ein gerechtfertigtes Interesse daran zu erfahren, welche ominöse Privatfirma künftig möglicherweise in den Jagdrevieren des Landes umherstreifen, Fallen stellen und Problemwölfe “entnehmen” soll. Ebenso hat aber auch jeder Steuerbürger dieses Landes das Recht zu erfahren, ob bei der Auftragsvergabe alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Denn daran bestehen starke und berechtigte Zweifel, wie man sehen wird.

Bislang unbestätigten und, wie zu betonen ist, auch nicht verifizierbaren Gerüchten zufolge soll ein einschlägig bekanntes Institut mit der Entnahme etwaiger Brandenburger Problemwölfe betraut worden sein, das umfangreiche Erfahrung mit dem Monitoring, dem Fang und der Besenderung von Wölfen nachweisen kann. Eine entsprechende Anfrage von JAWINA beantwortete das fragliche Institut mit dem lapidaren Satz: “Bitte setzen Sie sich für derlei Anfragen mit dem Landesamt für Umwelt oder dem Umweltministerium in Brandenburg in Verbindung.” Das ist keine Antwort, aber auch kein Dementi.

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Baden-Württemberg: Weitere Festnahme im Mordfall Simon Paulus

+++ Vergessen? Wie das Zusammenleben mit den Wölfen im 19. Jahrhundert wirklich war +++

Im Zuge der umfangreichen Ermittlungen der Sonderkommission Wagner wurde am Dienstagvormittag, dem 11.12.2018, ein 42-jähriger Mann festgenommen, der im dringenden Verdacht steht, gemeinsam mit dem bereits inhaftierten 29 Jahre alten Tatverdächtigen an der im August begangenen Tat zum Nachteil des Simon Paulus (JAWINA berichtete) in Birkenfeld beteiligt gewesen zu sein.

Nach Zeugenangaben war in der Tatnacht am 29.08.2018 das spätere Opfer mit zwei Personen an seinem Birkenfelder Wohnanwesen in Streit geraten. Die rund zwei Dutzend legal im Besitz des Büchsenmachers Paulus befindlichen Waffen waren entwendet worden. Seine Leiche wurde knapp fünf Wochen später in der Nähe des Pforzheimer Wildparks im Waldboden vergraben aufgefunden.

Im Zuge der umfangreichen Ermittlungen rückte der nun Festgenommene in den Fokus der Soko. Mit einem im Vorfeld über die Pforzheimer Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl wurde der 42-jährige Deutsche am Dienstag um 10.15 Uhr in Pforzheim festgenommen. Er wurde am Dienstagnachmittag einem Haftrichter vorgeführt, der den Haftbefehl in Vollzug setzte. Der dringend Tatverdächtige macht bisher von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und schweigt zu den Vorwürfen.

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Brandenburg: MLUL reagiert auf Ärger mit überjagenden Hunden

+++ NRW: Gemeinde Lindlar – keine Ermäßigung der Hundesteuer für Jagdhunde mehr +++ Baden-Württemberg: Gemeinde Hochdorf – keine Hundesteuer für Jagdhunde mehr +++ Jagd Österreich begrüßt Waffengesetznovelle +++ NRW: Wolf reißt sechs Schafe in Bottrop +++

Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) hat eine Pressemitteilung zum Einsatz von Hunden auf Drückjagden herausgegeben. Anlass dürfte der Ärger sein, für den überjagende Hunde auch in Brandenburg regelmäßig sorgen.

Nach dem Jagdgesetz dürfen Hunde die Jagdgrenzen nicht überschreiten, wenn dies von den Jagdnachbarn nicht gewünscht ist, stellt das MLUL klar: Die Jagdhunde in den Reviergrenzen zu halten, sei “für Weidmänner und –frauen immer eine Herausforderung” und habe auch schon zu Streit geführt.

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Tierrechtsorganisation diffamiert Nachhaltigkeitsprojekt der Jäger

Die Tierrechtsorganisation „Aktionsbündnis Fuchs“ versucht mit pseudowissenschaftlichen Argumenten die nachhaltige Ressource Pelz sowie das Projekt „Fellwechsel“ des Deutschen Jagdverbandes zu diffamieren und macht dabei nur eins: Sie wärmt längst widerlegte Argumente auf.

Die Organisation „Aktionsbündnis Fuchs“ echauffiert sich und nutzt alte und längst widerlegte Argumente gegen die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen: Tierleidfrei sei kein Pelz, die Natur regele sich selbst und die Jagd auf Füchse sei unnötig. Dabei verschließt die Organisation offenbar die Augen vor der Realität: Die Artenvielfalt in der Offenlandschaft ist in den vergangenen zwanzig Jahren dramatisch zurückgegangen. Eine intensivierte Flächennutzung und die Zunahme anpassungsfähiger Raubsäuger – allen voran Fuchs, Waschbär und Marderhund – sind die Hauptgründe. Zudem hat die Immunisierung der Fuchsbestände gegen die Tollwut ein natürliches Regulativ ausgeschaltet. In Folge hat sich die Fuchspopulation in den vergangenen dreißig Jahren verdreifacht. Eine Bejagung von Raubsäugern ist notwendig, insbesondere für den Artenschutz.

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Dr. Volker Böhning als neuer DJV-Präsident vorgeschlagen

Das DJV-Präsidium hat heute einstimmig Dr. Volker Böhning zur Wahl als Nachfolger von Hartwig Fischer vorgeschlagen. Zur Wiederwahl als Schatzmeister wurde Kurt Alexander Michael empfohlen. Vier Landespräsidenten kandidieren für das Amt eines Vizepräsidenten.

Die Mitglieder des DJV-Präsidiums haben heute Dr. Volker Böhning (LJV Mecklenburg-Vorpommern) einstimmig vorgeschlagen für die Wahl zum DJV-Präsidenten auf dem kommenden Bundesjägertag. Der amtierende Schatzmeister Kurt Alexander Michael wurde einstimmig zur Wiederwahl vorgeschlagen. Damit folgte das DJV-Präsidium den Empfehlungen der Findungskommission unter der Leitung von Präsident Hartwig Fischer. Dieser verzichtet aus gesundheitlichen Gründen 2019 auf eine Kandidatur für weitere vier Jahre.

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Mit Drohne und WBK auf Rebhuhnsuche

+++ Österreich: Lebendes Reh entsorgt +++ Niedersachsen: Landkreis Lüneburg will drei Berufsjäger zur Nutriabekämpfung einstellen +++

 Forscher in Göttingen setzen neueste Technik für den Artenschutz ein

Langsam zieht das unbemannte Flugobjekt an einem grauen Nachmittag am Göttinger Stadtrand seine Bahnen. Seine Mission: Rebhühner mit einer Wärmebildkamera aufspüren, die sich in den extra angelegten Blühstreifen in der Feldflur verstecken. Ziel der Mission: den Bruterfolg der Rebhuhn-Paare aus diesem Sommer messen. Denn erst jetzt, wenn die Felder abgeerntet sind, besteht überhaupt eine Chance, die gut getarnten Rebhühner zu finden. „Rebhühner sind in Deutschland sehr selten geworden und in manchen Regionen bereits ausgestorben“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. „Umso wichtiger ist es für uns, mit neuester Technik herauszufinden, wie viele Küken es bis in den Winter geschafft haben.“

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Neue pseudowissenschaftliche Erkenntnisse: Helfen Wölfe gegen ASP?

Schon lustig: Vor kurzem wurde die Frage diskutiert, ob Wölfe an der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) beteiligt sind (z.B. hier), das schrie förmlich nach einer Retourkutsche: Jetzt hat eine Verena Gruber auf der Internetseite einer Organisation namens “European Wildlife Society” einen Beitrag mit dem Titel “Wolfpacks manage disease outbreaks” veröffentlicht, in dem ein Zusammenhang hergestellt wird zwischen dem Vorkommen von Wolfsrudeln in bestimmten Gebieten der Slowakei und Ausbrüchen der Klassischen Schweinepest bei Wildschweinen in den Jahren 1994 bis 1998 und 2001 bis 2003. Karten, auf denen die Wolfsterritorien in der Slowakei (siehe Beitragsbild) und die Orte eingezeichnet sind, an denen es zu Ausbrüchen der Schweinepest kam:

Ausbrüche Klassischer Schweinepest 1994 bis 2003 in der Slowakei. Grün eingezeichnet: Die Wolfsterritorien. Quelle: The wolf in Slovakia, Slavomír Finďo, Robin Rigg & Michaela Skuban

scheinen eindeutig zu belegen: Wölfe helfen gegen Schweinepest (stoppen sie, halten Ausbrüche unter Kontrolle, wie andere Medien begeistert (ab)schreiben) also vermutlich auch gegen die gefürchtete ASP. Oder?

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Baden-Württemberg: Wildschwein verletzt 74-Jährigen schwer

+++ Baden-Württemberg: Zweiter Wolf im Nordschwarzwald nachgewiesen +++

Etwa zwei Stunden lang hielt ein Wildschwein am Samstag mehrere Streifenwagenbesatzungen in Großsachsenheim (Landkreis Ludwigsburg) in Atem. Gegen 10.30 Uhr begegnete eine Passantin im Bereich des Bahnhofs dem Tier. Die Frau alarmierte hierauf die Polizei und stieg dann, um dem aggressive Vierbeiner zu entrinnen, in den Bus. Ein 74 Jahre alter Mann konnte dem Wildschwein nicht aus dem Weg gehen und wurde angegriffen. Der schwer verletzte Senior musste durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden. Im Bereich der Bahnunterführung sah sich plötzlich ein Kind mit dem Tier konfrontiert. Beamte im Streifenwagen schaltete hierauf das Martinshorn ein, worauf das Wildschwein die Flucht ergriff. Nachdem es bis in die Burkauer Straße galoppiert war, rannte das Schwein auf ein Wohnhaus zu und rammte die Terrassentür. Zwar durchbrach das Tier die Tür nicht, doch wurde ein Kind, das sich in dem betreffenden Zimmer befand, leicht verletzt.

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FACE: UN-WASSERVOGELKONFERENZ SETZT NEUE SCHWERPUNKTE FÜR WASSERVOGELJAGD IN EUROPA

Die Zukunft des europäischen und afrikanischen Wasservogelschutzes wurde in der letzten Woche (4.-8. Dezember 2018) im südafrikanischen Durban beschlossen. 78 Parteien nahmen an der 7. Konferenz der Vertragsstaaten des Afrikanisch-Eurasischen Wasservogelabkommens (AEWA) teil, in deren Rahmen wichtige Entscheidungen für die künftige Erhaltung und Bewirtschaftung von Wasservögeln, einschließlich der jagdbaren Wasservögel Europas, beschlossen wurden. Auch FACE, der CIC, die nationalen Jagdverbände BASC (GB) und FNC (Frankreich) sowie das Forschungsinstitut OMPO nahmen an der Konferenz teil und wirkten aktiv an den Diskussionen über die Zukunft der Wasservögel mit.

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Mecklenburg-Vorpommern: Nandu-Population wächst weiter

Die Nandu-Herbstzählung des Biosphärenreservats Schaalsee-Elbe hat im Vergleich zu der Frühjahrszählung im März 2018 einen deutlichen Anstieg der Population ergeben. Insgesamt wurden 566 Nandus gezählt, darunter 144 Altvögel, 294 Jungvögel (aus diesem Jahr) und 128 Tiere, deren Alter und Geschlecht nicht differenziert werden konnte. Als Ursache für den Anstieg wird die im Jahr 2018 außergewöhnlich warme und trockene Witterung vermutet.

Da Nandus weiterhin erhebliche Schäden auf Raps und Getreideflächen verursachen und bisherige Vergrämungsversuche der Landwirte keine Erfolge zeigten, hatte das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe auch in diesem Jahr einen Antrag des Kreisbauernverbandes auf eine Manipulation der Gelege genehmigt. Diese Arbeiten durften nur durch namentlich genannte Personen durchgeführt werden. Der Zeitraum war aus Tierschutzgründen begrenzt.

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Niedersachsen: “Politischer Filter und Geheimniskrämerei” – Dammann-Tamke kritisiert Senckenberg-Institut

Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Landesjagdverbands Niedersachsen und agrarpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag übt scharfe Kritik am Senckenberg-Institut, das für die Untersuchung von DNA-Proben von Wölfen zuständig ist. Zuletzt hatte das umstrittene Institut von sich reden gemacht, als es im Fall des vermeintlichen Wolfsangriffs auf einen Gemeindemitarbeiter bei Steinfeld (JAWINA berichtete), keinen Wolfsnachweis erbringen konnte. Er habe “schon fast erwartet, dass bei der Untersuchung durch das Senckenberg-Institut nichts herauskommt”, sagte Dammann-Tamke gegenüber der Kreiszeitung Wochenblatt.  Es sei strittig, ob das Senckenberg-Institut bei den Wolfs-Nachweisen die richtigen Analysemethoden anwende und ob die gewonnenen Erkenntnisse “nicht durch einen politischen Filter gingen.”  Es sei “durchaus denkbar, dass das Labor im Sinne der Pro-Wolf-Lobby agiere.” Es wäre besser gewesen, im Steinfelder Fall ein forensisches Institut mit der DNA-Untersuchung zu beauftragen, meint der CDU-Politiker.

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Bayern: Kritik an Aufhebung der Schonzeit für Bergwild

Am Freitag, dem 23. November 2018 endete die Frist, Einwände gegen die Aufhebung der Schonzeit – übrigens in über 90 Gebieten – für Bergwild in Bayern vorzubringen. Mit einem virtuellen “Adventskalender” macht der Verein Wildes Bayern e.V. auf seiner Internetseite darauf aufmerksam, “wie es unseren Wildtieren an den Kragen geht.” Denn: “In den lebensnotwendigen Überwinterungsgebieten dürfen dann die Tiere von Mitte Dezember bis Anfang August abgeschossen werden”, beklagt der Verein. “Sie sollen sogar abgeschossen werden. Und danach beginnt dann die „reguläre“ Jagdzeit.” Das Argument der oberbayerischen Forstbetriebe für diesen schonungslosen Abschuss bestehe darin, dass sie keine Forstwirtschaft betreiben können, wenn sie nicht rund um die Uhr Pflanzenfresser verfolgen und vernichten dürfen, so Wildes Bayern e.V.: Die Regierung von Oberbayern habe den Antrag der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) so schnell und geräuschlos wie möglich durchwinken wollen. Dieser Hinterzimmerpolitik mache der “Adventskalender” einen Strich durch die Rechnung, indem die Tatsachen und Fakten an die Öffentlichkeit gebracht werden. Der Adventskalender Wildes Bayern informiert über Ausmaß, Absicht und Folgen für Gams, aber auch Auer- und Birkwild, Steinadler und andere geschützte, aber im Staatsforst schutzlose, Naturschätze der bayerischen Bergwelt. PM

Beitragsbild: Gams. Quelle: M.Baudrexl / Archiv Wildes Bayern e.V.

Niedersachsen: Wildschwein rammt Polizeiauto und Seniorin

+++ Niedersachsen: Autobahnpolizei beschlagnahmt 100 Fasane +++ Baden-Württemberg: Nach Bissvorfällen drei Füchse gefangen und eingeschläfert +++ Berlin: Restaurant serviert Dachs-Ravioli – Peta empört +++ Luxemburg: Treiber durch Kugel verletzt +++ Sachsen-Anhalt: Wolf auf der B1 bei Genthin überfahren +++

Am Samstag (8.12.) geht um 10:52 Uhr bei der Polizei ein Notruf die Meldung über ein freilaufendes Wildschwein an der Bundesstraße 1 aus Hameln in Richtung Groß Berkel (Landkreis Hameln-Pyrmont) ein. In diesem Bereich fanden an diesem Tag mehrere Drückjagden statt. Es sei wahrscheinlich, dass der Schwarzkittel dadurch aufgescheucht wurde und vom angrenzenden Waldgebiet kommend, reißaus in Richtung Groß Berkel genommen hat, vermutet die Polizei. Auf einer Tankstelle sichtete eine Streifenwagenbesatzung der Polizei Hameln das Tier, wobei das Wildschwein seitlich in den Streifenwagen lief. Schaden ist dabei nicht entstanden. Danach rannte das Tier quer über die Bundesstraße 1 und beschädigte die Schaufensterscheibe eines ortsansässigen Autohauses. Kurz darauf wurde das Tier auf einem nahegelegenen Discounterparkplatz gesichtet. Dort rannte es eine auf dem Parkplatz stehende 93-jährige Bürgerin aus Groß Berkel um.

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Österreich: Gefährliche, subtropische Zeckenart Hyalomma marginatum erstmals nachgewiesen

Die subtropische Zeckenart Hyalomma marginatum kann das lebensbedrohliche Krim-Kongo-Fieber-Virus übertragen. Bislang stand den mit Zugvögeln mitreisenden Larven und Nymphen unser Klima im Weg. Der überdurchschnittlich warme Sommer führte jedoch bereits zu ersten Meldungen von adulten Stadien in Deutschland. Nun wurde erstmals ein geschlechtsreifer Parasit in Österreich gefunden und von ExpertInnen der Vetmeduni Vienna bestätigt. Der suptropische Blutsauger hatte kein Krim-Kongo-Fieber im Reisegepäck dafür, laut einer gemeinsamen Analyse der Vetmeduni Vienna, der AGES und der Meduni Wien, aber die für Menschen ebenso relevante Bakterienart Rickettsia aeschlimannii.

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Nordrhein-Westfalen: Jagdhund stirbt an Aujeszky-Infektion

Am 2.12.2018 starb in Mönchengladbach ein Foxterrier infolge einer Aujeszky-Infektion. Das teilt der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen (LJV NRW) mit. Der Hund hatte auf einer Drückjagd bei in Brüggen (Kreis Viersen) am 23.11. mit einem Deutsch-Langhaar einen Frischling gehalten, der abgefangen wurde. Bei der Beprobung im Rahmen des ASP-Monitorings wurde eine Aujeszky-Infektion festgestellt. Acht Tage später zeigte der Terrier erste Symptome. Nach starkem Juckreiz stellte sich eine Abnahme der Vitalität und starkes Fieber ein.

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Niedersachsen: Wolfsrüde totgefahren

+++ Baden-Württemberg: Wildschweine pflügen Fußballplatz des VfL um +++ Österreich: Bestandsschutz für Jagdgatter – Debatte um Jagdgesetz-Novellierung in Salzburg +++ Brandenburg: Umweltminister Vogelsänger stellt Schutzstatus des Wolfs in Frage +++ Bayern: Jagdunfall bei Nittenau – Eltern klagen Jäger an +++ Brandenburg: Elch bleibt seinen Kühen treu +++ Rheinland-Pfalz: Rehburger auf dem Weihnachtsmarkt +++

Am Freitagmorgen, gegen acht Uhr, kam es auf der Landesstraße 298, im Bereich der Abfahrt nach Rixförde (Kreis Celle), zu einer Kollision zwischen einem Auto und einem Wolf. Eine Autofahrerin befuhr die Strecke, als plötzlich ein hundeähnliches Tier über die Straße rannte und von ihrem Auto erfasst wurde. Die Autofahrerin informierte die Polizei. Bei der Nachschau stellte sich heraus, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelte, der da tot im Straßengraben lag. Der Rüde ist sehr wahrscheinlich noch ein Jungtier. Ob der Wolf aus einem ortsansässigen Rudel stammt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Der Wolfsrüde soll nun in Berlin im Institut für Zoo- und Wildtierforschung untersucht werden. PM

Beitragsbild: Wildunfall (Symbolbild) Foto: SE

Brandenburg: Bauernbund kritisiert “Wolfspropagandazentrum”

+++ Thüringen: Jäger kassieren 150.000 Euro an Prämien und Aufwandsentschädigung für Schwarzwildjagd +++ Getöteter Jäger Simon Paulus: Tatverdächtige wieder in Untersuchungshaft +++ Schweiz: Wölfe reißen 269 Nutztiere im Kanton Wallis +++ Niederösterreich beschließt Wolfsverordnung +++

Der Bauernbund Brandenburg kritisiert in einer Pressemitteilung das im Wildpark Schorfheide gestern eröffnete “Wolfspropagandazentrum” (JAWINA berichtete). Die Leiterin des mit rund einer Million Euro geförderten Wolfspropagandazentrums, Imke Heyter, sei nach eigenen Angaben „bekennender Wolfsfan“, so der Bauernbund. Heyter beschreibe die Aufgabe der Einrichtung darin, „die Akzeptanz des Wolfes zu erhöhen“ und angeblichen „Wolfshassern“ sachliche Information entgegenzusetzen. Der Bauernbund erklärt dazu, dass er keine zusätzlichen Informationen über den Wolf braucht. “In unmittelbarer Umgebung von meinem Biobetrieb wurden in diesem Jahr bereits zwei Kälber, acht Schafe und neunzehn Stück Gatterwild gerissen”, merkt der Geschäftsführer des Bauernbundes, Reinhard Jun, dazu an: “Die mir von der Wolfsberaterin des Landes empfohlenen Herdenschutzmaßnahmen sind weder finanzierbar noch funktionieren sie in der Praxis.”

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CDU/CSU: “Weniger Jagddruck auf Rehe”

Die Deutsche Wildtierstiftung hat das Reh zum Tier des Jahres 2019″ ernannt. Hierzu erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Georg Nüßlein: “Es ist höchste Zeit für einen besseren Umgang mit dem Reh. Der massive Jagddruck, der insbesondere von den staatlichen Forstverwaltungen ausgeht, kommt einem Feldzug gegen das Reh gleich. Wer das Reh alleinverantwortlich macht für Verbiss und Waldschaden, will vom eigenen ökonomischen Versagen ablenken.“ PM

Beitragsbild: PM “Weniger Jagddruck auf Rehe” auf der Internetseite der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (Screenshot, Ausschnitt)

Die Red. dankt JAWINA-Leser KB für den Hinweis!

Schalldämpfer-Genehmigung im Saarland: Annahme ja, Entscheidung nein

Mittlerweile liegt aus dem Saarland die Antwort auf unsere Anfrage vor, wie nach dem Bundesverwaltungsgerichts-Urteil zu Schalldämpfern für Jäger von den Waffenbehörden des Landes verfahren werde. Die Pressesprecherin des Innenministeriums teilte dazu mit:

“Die mit dem Vollzug des Waffengesetzes beauftragten Waffenbehörden des Saarlandes nehmen, aufgrund der angeführten Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, waffenrechtliche Anträge zum Erwerb von Schalldämpfern zwar weiterhin an, dies jedoch zunächst ohne Entscheidung bzw. Bedürfniserteilung. Eine Bund-Länder-Koordination über die weitere Vorgehensweise steht noch aus. Dies schließt den Umgang mit bereits erteilten Erwerbserlaubnissen mit ein. Über die weitere Vorgehensweise kann somit zur Zeit noch keine verbindliche Auskunft gegeben werden.”

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Bewirtschaftungsplan für Großraubtiere auf EU-Ebene gefordert

+++ Bento böse: Netto verkauft Zebrasteaks +++ Umfrage: Jeder vierte Landbewohner fürchtet den Wolf – Angst geht mit steigender Besiedlungsdichte zurück +++ NRW: Jägerin fotografiert Wolf im Kreis Wesel +++ Nepal: Leopard tötet zwei Kinder +++ Hannover: CDU fordert Verzicht auf Gebühren für Trichinenuntersuchung +++ Niedersachsen: Umweltminister Lies prüft Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht +++ Niedersachsen: Wolf im Landkreis Osterholz gefilmt +++ Schleswig-Holstein: Demo gegen Wölfe in Kiel +++ Hessen: Fuchsräude im Kreis Bergstraße +++

Am Mittwoch, den 28. November 2018, fand Europäischen Parlament die Konferenz “Die Jagd im Europäischen Jahr des Kulturerbes: die Herausforderungen von Heute und Morgen“ statt. Die Veranstaltung wurde organisiert vom Dachverband der europäischen Jagdverbände, FACE in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Fraktion “Europa der Nationen und der Freiheit“ (ENF) MdEP Giancarlo Scottà, MdEP Jacques Colombier, MdEP Georg Mayer sowie MdEP Franz Obermayr.

Die Konferenz, die von FACE-Generalsekretär Ludwig Willnegger moderiert wurde, hob die bedeutende Rolle der Jäger in unserer Gesellschaft bei der Generierung wissenschaftlicher Daten und der Überwachung von Wildtieren hervor und beleuchtete den wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Wert der Jagd in Europa.

Der erste, von MdEP Scottà eröffnete Konferenzteil, widmete sich den verantwortlichen Triebkräften für den Rückgang von Wildtierbeständen und koppelte dies an die europäische Gesetzgebung und eine Fallstudie zur Überwachung von Wildvögeln. Scottà betonte, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) negative Auswirkungen sowohl für die Umwelt und Biodiversität als auch den Status vieler jagdbarer sowie nicht-jagdbarer Arten hat.

Andrea Favaretto, italienischer Experte der Beringungszentrale am Monte Pizzoc in Italien, stellte das Projekt ISPRA vor, welches mehr als 80 Vogelarten überwacht. Favaretto hob hervor, dass der größte Rückgang bei den in landwirtschaftlichen Gebieten vorkommenden Arten zu verzeichnen ist und führte als Gründe hierfür den Verlust an Lebensräumen sowie nicht nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken und den Klimawandel an.

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Hessen: Keine Änderung der Genehmigungspraxis für Schalldämpfer

Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg warten noch ab

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu Schalldämpfern für Jäger (JAWINA berichtete) wird vorerst keine Auswirkungen für Jäger in Hessen haben: “Aus der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ergeben sich keine Änderungen für die Verwaltungspraxis der hessischen Waffenbehörden bei der Prüfung einer Genehmigung von Schalldämpfern für Jagdlangwaffen; maßgeblich bleiben die diesbezüglichen in Hessen geltenden Erlasse”, teilte ein Sprecher des hessischen Innenministeriums auf Anfrage von JAWINA mit.

Aus Schleswig Holstein hieß es auf unsere Anfrage:

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NRW: Wölfin beim Truppenübungsplatz Senne heimisch

Seit Oktober 2018 gibt es ein erstes Wolfsgebiet in NRW bei Schermbeck am Niederrhein (Kreis Wesel), nun ist nach Ansicht des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) eine zweite Wölfin in der Umgebung des Truppenübungsplatzes Senne (Kreis Lippe) sesshaft geworden.

In einer Pressemitteilung des LANUV heißt es dazu: “Am 26.09.2018 wurden in Schloß Holte-Stukenbrock (Kreis Gütersloh) zwei Schafe verletzt und am 27.09.2018 wurde ein Schaf in Bad Lippspringe (Kreis Paderborn) tot aufgefunden. Die nun vorliegende Individualisierung der Speichelproben weist nach, dass in beiden Fällen die Wölfin GW1044f den Schaden verursacht hatte. Bereits am 24.09.2018 war – ebenfalls in Schloß Holte-Stukenbrock (Kreis Gütersloh) – ein freilebendes Muffelschaf von einem Wolf getötet und befressen worden. In diesem Fall gelang es nicht, das Individuum festzustellen.

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Brandenburg: Privatfirma soll “Problemwölfe” fangen und entnehmen

Mitarbeiter eines privaten Unternehmens, die in fremden Revieren Fallen stellen oder gar mit der Waffe auf “Problemwölfe” ansitzen – möglicherweise müssen sich Brandenburger Jäger an diese Vorstellung gewöhnen.

Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) hat einem Medienbericht zufolge eine Privatfirma damit beauftragt, sogenannte Problemwölfe zu fangen und zu entnehmen. Im November 2017 hatte das Land  eine Ausschreibung für einen Werkvertrag zur “Ermittlung und Bewertung verhaltensauffälliger Wölfe und Vergrämung, Fang und Entnahme verhaltensauffälliger Wölfe im Land Brandenburg” ausgeschrieben (JAWINA berichtete). Nach Informationen von JAWINA hat sich das Forum Natur Brandenburg (FNB) an der Ausschreibung beteiligt und angeboten, in Zusammenarbeit mit den FNB-Mitgliedsverbänden, insbesondere dem Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) und dem Berufsjägerverband Brandenburg, die ausgeschriebenen Dienstleistungen mit je drei qualifizierten Beauftragten pro Landkreis zu übernehmen – und zwar kostenneutral. Insofern stellt sich die Frage, inwieweit die Vergabe der ausgeschriebenen Leistungen an eine Privatfirma mit den Ausschreibungsrichtlinien des Landes Brandenburg und der EU in Einklang zu bringen ist.

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Bayern: Schalldämpfer für Jäger werden weiterhin genehmigt

Bayern kritisiert das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das als höchstes Verwaltungsgericht der Bundesrepublik am 28.11.2018 eine Entscheidung getroffen hatte, derzugfolge Schalldämpfer für Jäger nicht erforderlich sind und andere Mittel des Gehörschutzes gleich wirksam sind (Ohrkapseln, Im-Ohr-Schutz), um deren Gehörvor dem Mündungsknall zu schützen (JAWINA berichtete). Eine Pressesprecherin des Bayerischen Innenministeriums erklärt dazu: “Die Entscheidung erging im Wege der sogenannten Sprungrevision, das heißt es wurde anders als üblich keine Berufungsinstanz zwischengeschaltet. Das Verfahren wurde unmittelbar nach dem in erster Instanz zuständigen Verwaltungsgericht dem Bundesverwaltungsgericht als Revisionsinstanz vorgelegt. In der Revision werden nur Rechtsfragen geprüft. Die entscheidungsrelevanten Tatsachen können demgegenüber nur in erster (und zweiter) Instanz geprüft werden. Das Bundesverwaltungsgericht war daher bei seiner Entscheidung an die Tatsachenfeststellungen des Verwaltungsgerichts gebunden, die wegen der Sprungrevision nicht noch einmal von einem Berufungsgericht – in Bayern wäre dies der Bayerische Verwaltungsgerichtshof – überprüft worden sind.

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Niedersachsen: Wolfsangriff nicht eindeutig nachweisbar

CDU: “Wolf gehört ins Jagdrecht” – Kritik an Senckenberg-Institut

Bei der Untersuchung der bei dem mutmaßlichen Wolfsangriff auf einen Gemeindemitarbeiter in der Gemeinde Tarmstedt (JAWINA berichtete) genommenen DNA-Proben konnte ein Wolf nicht eindeutig als Verursacher nachgewiesen werden. Wie Umweltminister Lies (SPD) heute auf einer Pressekonferenz mitteilte, sei die DNA von Reh, Katze und Hund nachgewiesen worden. Damit stehe nicht fest, welches Tier den Angriff ausgeführt hat. Lies erklärte, dass er sich “ein eindeutigeres Ergebnis” gewünscht habe. Die niedersächsische CDU-Fraktion kritisierte die Vorgehensweise bei der Untersuchung der DNA-Proben: “Man muss sich schon die Frage stellen, warum ausschließlich das Senckenberg-Institut mit der DNA-Analyse beauftragt wurde und nicht beispielsweise ein forensisches Institut, das sich deutlich besser mit der konkreten Spurensuche am Tatort auskennt”, meinte der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer: “So wäre auch eine rechtssichere Rekonstruktion des Angriffs anhand von Blutspritzern und ähnlichen Indizien möglich gewesen.”

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Innenministerium Sachsen: Aussetzen der Schalldämpfer-Genehmigung soll “aktuelle Antragsteller schützen”

Das Innenministerium Sachsen (SMI) hat auf Anfrage von JAWINA bestätigt, dass in Sachsen vorerst keine Genehmigungen von Schalldämpfern für Jagdwaffen mehr erfolgen. Dies diene dem Schutz der Antragsteller.

Die Antwort des SMI im Wortlaut: “Mit Urteil vom 28. November 2018, Az.: BVerwG 6 C 4.18 https://www.bverwg.de/pm/2018/84 hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass Jäger keinen Anspruch darauf haben, dass ihnen der Erwerb eines Schalldämpfers für ihre Jagdwaffen aus Gründen des allgemeinen Gesundheitsschutzes gestattet wird.

Der Kläger, ein Inhaber eines Jahresjagdscheines aus Berlin, wollte mit einer schallgedämpften Jagdwaffe auf Wild schießen, um Schädigungen seines Gehörs durch den lauten, über der Schmerzgrenze liegenden Mündungsknall beim Abfeuern der Waffe auszuschließen. Dieses Ansinnen lehnte der Polizeipräsident von Berlin ab. Die daraufhin erfolgte Klage vor dem Verwaltungsgericht Berlin war ebenso erfolglos wie die anschließend eingelegte Sprungrevision zum Bundesverwaltungsgericht.

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Sachsen-Anhalt: Zahl der Wölfe steigt

+++ Prof. Pfannenstiel zum Wolf: “Erziehung mit dem Gewehr” +++

Am Montag hat die Umweltministerin Sachsen-Anhalts, Claudia Dalbert (Grüne) den Bericht zum Wolfsmonitoring 2017/18 vorgestellt. Demnach ist die Zahl der zweifelsfrei nachgewiesenen Wölfe in Sachsen-Anhalt von 85 im Vorjahr auf mindestens 92 gestiegen. Elf Wolfsrudel haben sich etabliert, von denen eines grenzübergreifend zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt wechselt. Vermutlich gibt es mindestens 17 weitere Wölfe.

“Außerdem gibt es zwei grenzübergreifende Paarterritorien mit Niedersachsen bzw. Sachsen und fünf weitere Suchräume, für die durch das Monitoring regelmäßig Wolfshinweise vorliegen, für deren tatsächlichenStatus innerhalb des Monitoringjahres aber eine abschließende Klärung erfolgen konnte”, heißt es in der Zusammenfassung des Monitoringberichts: “Drei weitere Suchräume haben den Verdacht einer territorialen Ansiedlung im Monitoringjahr trotz intensivem Monitoring nicht bestätigen können. Im Monitoringjahr 2017/18 wurden in allen Territorien und Suchräumen mindestens 92 Individuen gezählt, davon sind mindestens 42 Welpen, die im Mai 2017 geboren wurden. In den Suchräumen, in denen der Status bisher noch nicht abschließend geklärt werden konnte, leben bis zu 17 weitere Individuen. Bevor diese mitgezählt werden können, sind die genetischen Analysen abzuwarten.” red.

Beitragsbild: Titelblatt des Wolfsmonitoringberichts Sachsen-Anhalt 2017/18 (Screenshot)

Reaktion auf BVerwG-Urteil: Sachsen erteilt keine Genehmigungen mehr für Schalldämpfer

Nach dem jüngst ergangenen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, demzufolge Jäger keinen Anspruch auf Genehmigung eines Schalldämpfers für Jagdwaffen haben (JAWINA berichtete), reagieren erste Landesbehörden: Wie Behördenmitarbeiter gegenüber JAWINA bestätigten, sind die Waffenbehörden Sachsens angewiesen worden, Jägern keine Genehmigungen mehr für Schalldämpfer zu erteilen. Nach dem Urteil des BVerwG war dieser Schritt zu erwarten, vermutlich werden weitere Länder, die Schalldämpfer für Jäger bislang genehmigt haben, in Kürze nachziehen. Bei der durch das Urteil geschaffenen unklaren Rechtslage, bleibt den Waffenbehörden kaum eine andere Wahl.

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Alle Jahre wieder: Innenminister wollen Waffenrecht verschärfen

Die Gesinnungsprüfung für Legalwaffenbesitzer durch den Verfassungsschutz steht seit Jahren auf der Wunschliste diverser Innenpolitiker. Auf der diesjährigen Innenministerkonferenz, die vom 28. bis 30.11. in Magdeburg stattfand, stand das Thema wieder einmal zur Debatte. Die Innenminister hätten sich darauf geeinigt, so berichtet der MDR, dass künftig vor Erteilung einer waffenrechtlichen Erlaubnis überprüft werden solle, “ob der Antragsteller einer rechtsradikalen Gruppierung angehört”. Ob auch die etwaige Angehörigkeit in einer linksradikalen Gruppierung überprüft werden soll, geht aus dem Beitrag nicht hervor. Zur Begründung für den neuerlichen Vorstoß dient die wachsende Zahl der sog. Reichsbürger: Diese seien “ja bekannt dafür, dass sie sich gerne Waffen zulegen”, so der Thüringer Innenminister Georg Maier (SPD) gegenüber dem MDR. Im Jahr 2018 wurden in Deutschland dem Statistikportal statista.com zufolge 17.718 Reichsbürger gezählt, das sind bei einer Bevölkerung von 82,79 Mio. 0,02 Prozent.

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Hessen: Wildschwein marodiert in Fussgängerzone

+++ Niedersachsen: Wildschwein landest nach Verfolgungsjagd durch Wohnzimmer im Pool +++

Am Samstag (1.12.) gingen gegen 12:25 Uhr bei der Polizei über Notruf mehrere Meldungen über ein freilaufendes Wildschwein in der Fußgängerzone der südhessischen Stadt Bensheim (Kreis Bergstraße) ein. Im Bereich Gronau wurde an diesem Tag durch den Jagdbetrieb Bensheim eine Drückjagd durchgeführt. Es ist wahrscheinlich, dass der Schwarzkittel dadurch aufgescheucht wurde und vom Leimenberg kommend reißaus in die Innenstadt genommen hat, mutmaßt die Polizei. Hierbei durchquerte das Tier das Guntrum Parkhaus sowie das Gelände der Liebfrauenschule in der Obergasse. Es rannte auch durch eine Glastür der Schule, die dadurch zu Bruch ging, und verletzte sich dabei. Danach durchquerte es Teile der Fußgängerzone und machte in einem dortigen Friseursalon kurz Halt. Die sofort entsandten Streifen konnten die Spur bis in das Wohngebiet Odenwaldstraße verfolgen. Dort wurde das Wildschwein, welches sich zwischen einer Garage und einem Zaun verfangen hatte, durch den zur Unterstützung alarmierten Revierförster erlegt. Einige Personen kamen laut der Meldungen über Notruf durch das Wildschwein selbst oder beim Wegspringen vor diesem zu Fall. Hierbei wurde bis zum jetzigen Kenntnisstand zum Glück niemand verletzt. Personen denen ein Schaden entstanden ist, können sich bei der Polizei Bensheim unter 06251 – 8468 0 melden. PM

Beitragsbild: Wildschwein und Jagdterrier im Saugatter. Foto: SE