Niedersachsen: Jäger findet Schmuck im Wald – Polizei sucht Eigentümer

Anfang März 2020 hat ein Jäger in einem Waldstück zwischen Lüllau und Reindorf (Landkreis Harburg) eine Schmuckschatulle in Lederoptik gefunden und sie bei der Polizei abgegeben. In der Schatulle befanden sich mehrere Halsketten, Ringe und anderer Schmuck. Möglicherweise wurde die Schatulle bei einem Einbruch erbeutet und durch die Täter mit den nicht verwertbaren Schmuckstücken im Wald entsorgt. Bislang konnten die sichergestellten Gegenstände allerdings keiner Straftat zugeordnet werden. Die Polizei veröffentlicht nun Fotos einiger markanter Schmuckstücke. Darunter sind auch Ringe mit Initialen. Zeugen, die Angaben zur Herkunft des Schmucks machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 04181 2850 beim Zentralen Kriminaldienst zu melden. Die Fotos sind auch auf der Internetseite der Polizeiinspektion Harburg zu finden: https://fcld.ly/vbtqyh4 PM

Beitragsbild: Siegelring aus dem Fund. Foto: Polizei

Studie: Österreich und Deutschland fallen beim europaweiten Gamsmanagement durch

Durcheinander beim Schutz der Alpengämse

Nationale Alleingänge sind im vereinten Europa leider Alltag – das macht nicht erst die Covid-19-Krise deutlich. Auch auf den Umgang mit Wildtieren, die unter besonderem EU-Schutz stehen, trifft das zu. Ein gutes Beispiel dafür ist die Alpengämse. Sie steht unter dem besonderen Schutz der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU und ist obendrein in der Berner Konvention aufgeführt. „Die Alpen-Anrainerstaaten in der EU sind daher verpflichtet, den Zustand ihrer Gamspopulationen regelmäßig zu erheben und zu bewerten“, betont Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung und ergänzt: „Erst bei einem günstigen Erhaltungszustand der Populationen darf die Gämse gejagt werden.“  Weiterlesen

Mecklenburg-Vorpommern: Weiterer Wolf besendert

Im Rahmen des Forschungsvorhabens „Einfluss des Wolfes auf Schalenwild, mit Schwerpunkt Damwild“ wurde am 22. April 2020 durch Wissenschaftler der AG Wildtierforschung der Professur für Forstzoologie an der Technischen Universität Dresden im Territorium des Jasnitzer Rudels ein älterer Wolfsrüde gefangen und besendert. Ob der Rüde WR9 mit dem Namen „Einar“, wie vermutet, der Rüde des Jasnitzer Rudels ist, wird aktuell mittels Genetik noch geklärt. Der Rüde wies Bissverletzungen an beiden Wangen auf, vermutlich verursacht durch einen anderen Wolf. Ob er diese Verletzung ausheilen kann, wird die Zukunft zeigen.

Das 2015 gestartete Forschungsprojekt wurde in der ersten Projektphase aus Mitteln der Jagdabgabe des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie des Deutschen Jagdverbandes, des Landesjagdverbandes und des Freundeskreises „Freilebender Wölfe“ finanziell unterstützt. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt und der Jagdbeirat des Landes beschlossen Ende 2019 die Fortführung des Projektes und dessen weitere finanzielle Unterstützung bis Ende 2022. Auch der Freundeskreis „Freilebender Wölfe“ unterstützt das Projekt weiterhin. Der DJV prüft momentan eine weitere Unterstützung für die zweite Projektphase.

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Niedersachsen: Umweltministerium gibt Niedersächsische Verordnung in die Beteiligung

Lies: “Wolf braucht kluges Management”

„Niedersachsen steht zum Schutz des Wolfes ohne Wenn und Aber. Für diese Landesregierung ist Artenschutz keine Symbolpolitik. Aber auch die Weidetierhaltung ist ein nicht wegzudenkender wichtiger Teil unserer Kulturlandschaft – und das soll auch so bleiben”, stellt Niedersachsens Umweltminister Lies klar.

Um auf der einen Seite dem Artenschutz und auf der anderen Seite den Weidetierhaltern gerecht zu werden, hat das Niedersächsische Umweltministerium eine „Wolfsverordnung” erarbeitet – als bundesweit erstes Land, nachdem das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) vor wenigen Wochen geändert wurde. „Management beim Wolf bedeutet natürlich Prävention durch Herdenschutz, aber am Ende auch die Wolfsentnahme wenn dies nicht ausreicht.”

Die neue Wolfsverordnung befindet sich aktuell in der Abstimmung mit anderen niedersächsischen Ministerien. „Ein Wolf, der ungeschützte Tiere reißt, wird alleine deswegen nicht entnommen. Weitere Faktoren müssen hinzukommen, bevor das letzte Mittel greift. Ganz wichtig: Die neue Verordnung nimmt damit nicht nur den Wolf in den Fokus. Wir behalten zugleich die vielen anderen seltenen und geschützten Arten in Niedersachsen im Blick, die auf offene Landschaften angewiesen sind”, ergänzt Lies.

Kern der Verordnung ist die Regelung der in Niedersachsen zumutbaren Herdenschutzmaßnahmen. Denn bisherige pauschale Empfehlungen von 120 Zentimeter hohen Schutzelektrozäunen gegen Wölfe sind nicht in allen Fällen – zum Beispiel am Deich oder in der Heide – geeignet und zumutbar. Dem trägt die Verordnung Rechnung, indem die Zumutbarkeit den Gegebenheiten in Niedersachsen angepasst wurde.

„Wo Hüteschäfer über weiträumige Naturschutzflächen – wie in der Lüneburger Heide – ziehen, sind wolfsabweisende Zäune keine Option. Hier ist ein Schäfer, der seine Herde persönlich bewacht, ausreichend. Und Herdenschutzhunde, die ihre Heidschnucken beispielsweise auch gegen die Hunde verteidigen würden, verbieten sich”, so Lies.

Herdenschutz am Deich

Dem Hochwasserschutz kommt bei der Abwägung des Wolfschutzes mit anderen Interessen ein besonderes Gewicht zu. An Deichen in Niedersachsen ist daher künftig die gute fachliche Praxis der Einzäunung von Schafen grundsätzlich ausreichend.

Minister Lies erklärt dazu: „Ohne die Beweidung von Deichen sind diese nicht zu sichern. Wenn Schäfer dort aufgrund zunehmender Wolfsangriffe aufgeben, sind viele Menschen der sehr realen Gefahr von Überschwemmungen ausgesetzt. Gleichzeitig können an Deichanlagen nicht beliebig hohe Stromzäune errichtet werden, um verirrte Wölfe abzuhalten. Am Deich hat der Wolf nichts zu suchen. Das heißt keinesfalls, dass ein durchziehender Wolf, der sich ein Schaf holt, gleich geschossen wird. Aber residente Wölfe, die im Bereich von Hochwasser-Schutzanlagen Schafe jagen oder reißen, können nicht toleriert werden.”

Rechtssicherheit für Jäger

Abgesehen von Regeln für die Weidetierhaltung werden auch Optionen definiert für den Fall, dass Wölfe sich Menschen annähern. Die für Vergrämungen oder Abschussgenehmigungen zuständigen Landkreise bekommen damit einen klaren Rahmen für ihre Entscheidungen. Minister Lies: „Wichtig ist die Verordnung nicht nur für Weidetierhalter, sondern auch für die Verantwortlichen vor Ort, die Maßnahmen prüfen, und für diejenigen Jäger, die sie umsetzen. Ihnen müssen wir Rechtssicherheit geben. Wenn Wölfe entnommen werden müssen, trifft das Land gemeinsam mit den unteren Naturschutzbehörden die notwendigen Entscheidungen.”

Nachdem die Verordnung mit den anderen betroffenen Ressorts abgestimmt ist, geht sie in die Verbändebeteiligung, bei der beispielsweise Naturschutzverbände, Weidetierhalter oder die Jägerschaft zu den Details der Regelungen angehört werden.

Hintergrund

· Die Verordnung enthält Regelungen, wie im Grundsatz mit problematischen Wölfen umgegangen wird (z. B. Verscheuchen, Vergrämen, Entnahme), schließt dabei aber eine Einzelfallbetrachtung nicht aus.

· Für den Fall der Vergrämung und der Besenderung zu wissenschaftlichen Zwecken erteilt die Verordnung Ausnahmen unmittelbar, in Fällen von Entnahmen bindet sie das Ermessen der Unteren Naturschutzbehörde bei deren Entscheidung.

· Bei erfolgloser Vergrämung können aufdringliche Wölfe (nach Annäherung unter 30 Meter oder nach einem Angriff auf Menschen) auf Antrag geschossen werden. Es sind keine mehrmaligen Vorfälle erforderlich.

· Bei – antragsbedürftigen – Genehmigungen auf Entnahmen zur Abwendung ernster wirtschaftlicher Schäden ist ein mindestens zweimaliges Überwinden des ordnungsgemäß errichteten Herdenschutzes gem. Anlage der Verordnung erforderlich.

· Kann ein gesuchter Wolf mangels besonderer Merkmale nicht eindeutig erkannt werden, kann sich eine Entnahme auf § 45a Absatz2 Satz 1 BNatSchG stützen. Zulässig ist dann der Abschuss von einzelnen Mitgliedern des Wolfsrudels in engem räumlichen und zeitlichen Zusammenhang mit bereits eingetretenen Rissereignissen. Der Abschuss darf bis zum Ausbleiben von weiteren Schäden fortgeführt werden.

· Geeignete Personen für Entnahme und Vergrämung sind Jäger oder behördlich beauftragte Dienstleister.

· Nach einem Unfall mit einem schwer verletzten Wolf dürfen Jäger, Tierärzte oder Polizisten das Tier vor Ort erlösen.

· Ein Fütterungsverbot ist in § 45a Abs. 1 BNatSchG geregelt. PM

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Schaf. Foto: SE

Niedersachsen: Jäger dürfen Produkte direkt an Verbraucher verkaufen

Jägerinnen und Jäger können ihr Wildbret und daraus hergestellte Erzeugnisse selbst vermarkten. Dabei dürfen sie auch die Räumlichkeiten von anderen zugelassenen oder registrierten Lebensmittelunternehmen – zum Beispiel handwerklichen Fleischereien – nutzen bzw. deren Dienstleistung in Anspruch nehmen. Das ist der Kern eines Erlasses, den das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) nun an die zuständigen Veterinärbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte versendet hat. Auch die Landesjägerschaft Niedersachsen und der Fleischerverband haben den Erlass erhalten.

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Jagd als immaterielles Kulturerbe – Antrag erneut zurückgestellt

Die Deutsche Unesco-Kommission (DUK) hat den Antrag „Jagdkultur und Jagdwesen in Deutschland“ zur Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes erneut zurückgestellt.

Darüber wurde das DJV-Präsidium auf einer Telefonkonferenz am 17.04. durch den Thüringer LJV-Präsidenten Steffen Liebig informiert. In einem (der Red. vorliegenden) Schreiben des Deutschen Jagdverbands (DJV) an das DJV-Präsidium und die Landesjagdverbände heißt es dazu: “Den Antragstellern DJV, Bayerischer Jagdverband (BJV) und Bundesverband Deutscher Berufsjäger (BDB) wurde eine weitere Überarbeitung in einigen Punkten wie der Tierethik, der Waldpflege sowie des Verhältnisses der Verbände zueinander empfohlen. Diese Neubearbeitung muss bis spätestens 31. Mai 2020 bei der Deutschen Unesco-Kommission (DUK) eingereicht werden. Im Herbst findet dann eine erneute Begutachtung statt. red.

Beitragsbild: Bewerbung mit dem Antrag “Jagdkultur und Jagdwesen in Deutschland” zum Immateriellen Kulturerbe. (Screenshot, Ausschnitt)

Die Red. dankt für den Hinweis!

Niedersächsische Wolfsverordnung: “Wir werden weder Hochwasserschutz noch Wiesenvögel dem Wolf opfern”

+++ Brandenburg: Polizei schnappt aggressive Wilderer +++ 

Nach der jüngsten Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes hat das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Bauen, Energie und Klimaschutz eine Verordnung für den Umgang mit Problemwölfen in Niedersachsen vorgelegt. Der Entwurf sei in die Ressortabstimmung gegangen und er hoffe, auch die Verbände möglichst schnell beteiligen zu können, sagte Umweltminister Olaf Lies am (heutigen) Dienstag im Niedersächsische Landtag. „Ich wünsche mir jetzt – trotz unterschiedlicher Meinungen hier im Hause und teilweise unerträglichen Konflikten, die draußen ausgetragen werden rund um den Wolf – eine sachliche Auseinandersetzung mit der Botschaft: Es geht um darum, die Art Wolf zu schützen, nicht jedes Individuum. Wir wollen eine Lösung finden, wie Weidetierhaltung und der Schutz des Wolfes möglich ist. Wir können aber nicht das ganze Land einzäunen oder jedes Tier in den Stall sperren”, so Lies.

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Schleswig-Holstein: Vergiftete Rotmilane – LJV setzt Belohnung aus

Insgesamt elf tote Rotmilane wurden dem LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) seit 2017 aus dem Bereich südlich von Neumünster gemeldet. Neun der seltenen Greifvögel starben an verbotenem Insektengift. Der Rotmilan gehört wie alle Greifvögel zu den streng geschützten Arten und unterliegt dem Schutz des Jagdrechts. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V. (LJV) lobt eine Belohnung in Höhe von 1.000€ aus, für Hinweise die zur Aufklärung führen.

In den letzten drei Jahren wurden dem LLUR elf tote Rotmilane aus dem Bereich östlich und südöstlich von Neumünster gemeldet. Die Untersuchungen zur Todesursache ergaben, dass 9 Rotmilane an einem seit vielen Jahren verbotenem In­sektengift verendet sind. Allein seit März wurden dem LLUR vier tote Rotmilane mit Vergiftungsverdacht gemel­det. Drei Vögel wurden von einem örtlichen Jäger dicht beieinander in der Gemeinde Rendswühren im Kreis Plön gefunden. Die Polizeidirektionen Segeberg und Kiel haben die Ermittlungen übernommen.

Die Fälle wurden aus den Gemeinden Rendswühren, Rickling und Daldorf gemeldet. Die diesjährigen Totfunde bei Rendswühren und Rickling stehen in räumlicher Nachbarschaft zu zwei im Jahr 2019 nachgewiesenen Vergiftungsfällen bei Groß Kummerfeld und Gönnebek, bei denen ein Brutpaar und ein Einzelvogel betroffen waren.

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Schweiz: Hund aus steilem Gelände gerettet

+++ ASP erreicht Indien +++ Schweiz: Proteste gegen Rehwildbejagung auf Friedhof +++ 

Am Donnerstag, 7. Mai 2020, kurz nach 16.15 Uhr, befanden sich zwei Wanderer mit ihrem Jagdhund im Gebiet Vorder Chlus auf dem Urnerboden, als der Hund mehrere Gämsen erblickte und diesen ins steile Gelände bergwärts folgte. Der Hund befand sich schließlich unterhalb einer steilen Felswand und getraute sich nicht mehr zurück. Die Hundehalter alarmierten daraufhin die Polizei. Die Mitarbeitenden der Kantonspolizei Uri gingen vor Ort und stiegen zum festsitzenden Hund auf. Dieser ließ sich jedoch nicht zur Rückkehr bewegen. Aufgrund des schwierigen Geländes wurde schließlich die Alpine Rettung Schweiz aufgeboten. Den Alpinrettern gelang es, ins steile Gebiet vorzudringen und den Hund, in einem Rucksack verstaut, in Sicherheit zu bringen. Das Tier konnte, um eine Bergerfahrung reicher, wohlbehalten seinen Haltern zurückgegeben werden. PM

Beitragsbild: Der gerettete Jagdhund. Bild: Kantonspolizei Uri

Schweiz: Neues Jagdgesetz erlaubt “vorausschauende Regulierung” von Wölfen

+++ NRW: Rotmilan in geplantem Windenergiepark erschossen +++ Schleswig-Holstein: Rotmilane mit Insektizid vergiftet +++ Mecklenburg-Vorpommern: Jäger findet russisches Granatendepot +++ Österreich: Jagdpächter aus Nachbarländern dürfen ohne Corona-Attest einreisen +++ Rheinland-Pfalz: Landkreis zahlt Abschussprämie für Wildschweine +++ Deutschland: Studie sieht Platz für 700 bis 1400 Wolfsrudel in Deutschland +++ Baden-Württemberg: Wildsau scheucht Radler auf Baum +++ Bayern: Jagdhundeausbildung in Traunstein wieder erlaubt +++ 

Luchs und Biber dürfen nicht reguliert werden 

Der Schweizer Bundesrat hat den Entwurf für revidierte Jagdgesetz in die Vernehmlassung geschickt. Über den Gesetzesentwurf soll am 27. September 2020 im Parlament abgestimmt werden. Das revidierte Jagdgesetz sieht zusätzliche finanzielle Mittel für die natürlichen Lebensräume der Wildtiere vor und passt die Regeln für den Umgang mit der wachsenden Zahl von Wölfen an. Die Umsetzung wird in einer Verordnung geregelt. Der Bundesrat hat am 8. Mai 2020 die Vernehmlassung zum entsprechenden Entwurf eröffnet. Dadurch kann vor der Abstimmung über das revidierte Jagdgesetz zu den Umsetzungsfragen Klarheit geschaffen werden. Mit der Verordnung wird insbesondere die Bestandesregulierung von Luchs, Biber, Graureiher und Gänsesäger ausgeschlossen. Dies entspricht dem Willen des Parlaments.

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