Mecklenburg-Vorpommern: Backhaus kündigt Biberverordnung an

Biberschäden im Land nehmen zu

Mecklenburg-Vorpommern bringt noch in diesem Jahr eine Biber-Verordnung auf den Weg. Das kündigte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute im Landtag im Schweriner Schloss an. Die Verordnung soll die Vergrämung oder Entnahme von Bibern erleichtern. Ausnahmen vom bestehenden Tötungs- oder Schädigungsverbot sollen demnach in bestimmten Fallkonstellationen auch ohne vorherige Einzelfallprüfung und Einzelfallgenehmigung durch die zuständige Naturschutzbehörde möglich sein. Einschränkungen werde es in naturschutzrechtlich geschützten Gebieten geben.

„Aus meiner Sicht ist zunächst einmal festzustellen, dass die wachsende Biberpopulation ein absoluter Erfolg des Naturschutzes ist. Der Biber war einst ein sehr weit verbreitetes Säugetier. Vor allem durch die direkte Jagd sind die Biber in Europa und Asien aber fast ausgerottet worden. Nur durch umfangreiche Schutzmaßnahmen vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten konnte der europäische Biber gerade noch rechtzeitig vorm Aussterben gerettet werden“, so Backhaus.

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“Aufschrei der Wolfsschützer geht fehl”

Grüne: Svenja Schulze hat kapituliert – FDP kündigt eigenen Gesetzesentwurf zum Wolf an

Die jüngst verabschiedete Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes soll angeblich Wolfsabschüsse erleichtern – in einem bemerkenswerten Kommentar kritisiert Alexandra Gerlach im Deutschlandfunk das erwartbare Empörungsgeheul der Wolfsfreunde: “Die Versuche, das Raubtier als quasi netten Nachbarn aus dem Wald in das Alltagsleben einzuführen”, seien fehlgeschlagen, konstatiert die Autorin. Konflikte mehrten sich, in den Dörfern herrsche Unruhe, Konflikte nehmen zu, artgerechte Weidetierhaltung steht in den Wolfsgebieten auf der Kippe.

Der Aufschrei der Wolfsschützer gegen die Neuregelung gehe fehl, findet Gerlach: Es gehe nicht darum, den Wolf wieder auszurotten. Die neue Gesetzeslage werde vielmehr das Vertrauen der Bürger in den Staat stärken und dem intelligenten Wolf Respekt einflößen – er werde schnell lernen, dass er menschlichen Siedlungen besser fernbleibt. Dies diene auch der Akzeptanz durch die Bürger: “Viel zu lange sahen sie sich alleingelassen mit einem unlösbaren Problem, das längst zu einem – auch für die anstehenden Wahlen entscheidenden – Politikum geworden ist.” Leseempfehlung!

Dass der Deutschlandfunk kein Garant für Qualität oder auch nur sachliche Richtigkeit ist, beweist indes der Beitrag von Thomas Wagner über Wölfe in Rumänien: 400 “effektive Sanitäter des Waldes” gebe es in Deutschland, 12.000 in Rumänien. Dennoch komme “dort niemand auf die Idee, Wölfe abzuschießen.” Ach, nein? So ein Schwachsinn! In Rumänien werden Wölfe regulär bejagt.

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Bayern: Landkreis zahlt 100 Euro für ein erlegtes Wildschwein

Jäger die im Landkreis Rosenheim ein Wildschwein erlegen, bekommen dafür ab sofort eine Aufwandsentschädigung von insgesamt 100 Euro. Das hat der Kreisausschuss in seiner Sitzung am 21.05. beschlossen. Bereits seit dem Jagdjahr 2017/18 zahlt das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz für den Abschuss von Frischlingen, Überläuferbachen und Bachen, die nicht für die Aufzucht von Jungtieren benötigt werden, eine Pauschale von 20 Euro. Für ein männliches Wildschein gibt es bisher keine Entschädigung.

Aufgrund der steigenden Population richten die Wildschweine in der Region immer größere Schäden, mit erheblichen finanziellen Folgen für die Landwirtschaft an. Darüber hinaus erhöht sich mit der steigenden Zahl der Tiere auch die Gefahr des Ausbrechens der Afrikanischen Schweinepest im Landkreis Rosenheim. Wie der stellvertretende Landrat Josef Huber sagte, würde ein Ausbruch der Krankheit den Landkreis vor riesige Probleme stellen. Die Schäden könnten in die Millionen gehen, sagte Huber.

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Ausstellungs-Tipp: Von Wölfen und Menschen

JAWINA-Leser JS hat die Ausstellung “Von Wölfen und Menschen” im Museum am Rothenbaum MARKK in Hamburg besucht und schreibt in einer Mail an die Redaktion: “Gestern besucht. Sehr empfehlenswert und sehr guter weiterführender Ausstellungskatalog.”

Die Museum beschreibt die Ausstellung im Pressetext wie folgt: “Über 150 Jahre nach ihrer Ausrottung sind Wölfe in Deutschland zurück. Kaum ein anderes Tier ist in der europäischen Kulturgeschichte und anderen Kulturräumen gleichermaßen Projektionsfläche für menschliche Sehnsüchte und Ängste wie der Wolf: Als grenzüberschreitender Nomade, gefährliches Raubtier, Forschungsobjekt, soziales Rudeltier oder als Charakter in Märchen und Mythen ist er Angstfigur und Sinnstifter zugleich. Das MARKK nimmt die große mediale Aufmerksamkeit und gesellschaftliche Polarisierung, die das Tier umgibt zum Anlass, den Beziehungen zwischen Wolf und Mensch eine Ausstellung zu widmen. Von Wölfen und Menschen greift die aktuellen Diskurse aus Populärkultur, Kunst und Wissenschaft auf und gibt Einblick in Wolfsvorstellungen in verschiedenen kulturellen und historischen Kontexten.

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Der Streit um den Wolf geht weiter

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU): “Nur ein erster Schritt in die richtige Richtung” – Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD): “Vernünftiger Interessensausgleich zwischen Artenschutz und Weidetierhaltern”

Anlässlich des heutigen Kabinettsbeschlusses zum Wolf (Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes) hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner folgende Erklärung abgegeben: “Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft begrüßt den vorgelegten Entwurf für eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) als einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Angesichts der rasch zunehmenden Wolfspopulation und den damit ebenfalls zunehmenden Nutztierrissen hält BMEL eine Änderung des BNatSchG mit dem Ziel einer 1:1-Umsetzung des Artikels 16 Absatz 1 Buchstabe e der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie weiterhin für erforderlich. Damit würde die Entnahme einer begrenzten und behördlich spezifizierten Anzahl von Wölfen unter strenger Kontrolle, selektiv und in beschränktem Ausmaß unter den Voraussetzungen des § 45 Absatz 7 Satz 2 und 3 BNatSchG zugelassen. Nach Abschluss des laufenden Verfahrens zum Vorabentscheidungsersuchen des obersten finnischen Verwaltungsgerichts beim EuGH (Rechtssache C-674/17) ist eine Neubewertung der mit dieser Novellierung des BNatSchG erfolgenden Änderungen vorzunehmen.”

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Wolf GW926m in der Eifel nachgewiesen

+++ Kabinett billigt Gesetzesentwurf für erleichterten Wolfsabschuss +++ Brandenburg: Kind bei Wildunfall mit Damwild verletzt +++ Schleswig-Holstein: Wolf wiederholt im Lübecker Stadtforst gesichtet +++ Schweineinvasion in Kanada +++ Niedersachsen: Wolf bei Wildunfall im Emsland getötet +++

LANUV bestätigt zwei Wolfsnachweise in der Städteregion Aachen

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt einen Nachweis eines männlichen Wolfes mit der Kennung GW926m in Monschau (Städteregion Aachen). Die genetischen Untersuchungen einer Speichelprobe zeigen, dass dieses Tier am 12. April 2019 ein Schaf getötet hat. Das Herkunftsterritorium des Wolfes ist unbekannt. Dieser Wolf konnte im Februar 2018 in Kerken im Kreis Kleve an zwei Schafen individualisiert nachgewiesen werden. Der Verbleib des Tieres war bislang unbekannt.

Der betroffene Tierhalter wurde über das aktuelle Ergebnis informiert. Er kann über die Förderrichtlinie Wolf des Umweltministeriums eine Entschädigung für die gerissenen Tiere und weitere Kosten erhalten. Die aktuelle „Förderrichtlinie Wolf“ ist Teil des nordrhein-westfälischen Wolfmanagements und sieht Entschädigungsleistungen für gerissene Nutztiere vor, sofern ein Wolfsnachweis erfolgt ist. Alle Nachweise und die Individualisierung des Wolfes erfolgten beim Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen.

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Schleswig-Holstein: Für den Artenschutz unentbehrliche Betonrohrfallen zerstört

Einzige Lachseeschwalben-Kolonie Deutschlands akut gefährdet

1980 gab es in Niedersachsen und Schleswig-Holstein laut Wikipedia noch 150 Kolonien der Lachseeschwalbe, inzwischen gibt es nur noch eine letzte Kolonie im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer mit nur 31 Brutpaaren. Diese Kolonie ist nun akut gefährdet, weil fünf Betonrohrfallen, die dem Schutz der seltenen Vögel vor Prädatoren dienen sollten, zerstört wurden. Die Fallen gewährleisten im Zusammenwirken mit anderen Schutzmaßnahmen wie Elektrozäunen und jagdlichen Maßnahmen das Überleben der Lachseeschwalben-Kolonie, die sonst dem Prädatorendruck zum Opfer fallen würde. Eine Falle wurde zerschlagen, bei jeweils zwei weiteren wurden die Eingänge mit Bauschaum verschlossen bzw. die Fangvorrichtungen entwendet. Die Fallen sind an abgelegenen Orten aufgestellt und gut getarnt. Wie ein Mitarbeiter des Nationalparks gegenüber JAWINA erklärte, wird die Kolonie zudem durch Ranger und Kameras überwacht. Trotzdem wurden die Täter nicht beobachtet, weshalb ein Ranger gegenüber Boyens Medien den Verdacht äußert, das hier Insider am Werk waren.

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Gesetzesnovelle Wolf: DJV kritisiert Vorgehensweise des Ministeriums scharf

Gesetzesnovelle geplant: Entnahme von Wölfen soll vereinfacht werden. DJV bemängelt das Fehlen eines umfassenden Konzepts und kritisiert das Vorgehen: Für eine Stellungnahme ließ das Bundesumweltministerium nur wenige Stunden Zeit.

Das Bundesumweltministerium hat gestern einem Referentenentwurf zu Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes vorgelegt (JAWINA berichtete) und mit einer rekordverdächtig kurzen Frist von wenigen Stunden eine Verbändeanhörung durchgeführt. Laut Entwurf sollen Wölfe und Wolfshybriden künftig unter erleichterten Voraussetzungen entnommen werden dürfen. Bei der Entnahme sollen Jagdausübungsberechtigte nach Möglichkeit mit einbezogen werden, dass dies zwingend erforderlich ist, wird allerdings im Gesetzentwurf nicht klar. Außerdem soll das Füttern von Wölfen ausdrücklich verboten werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat in seiner Stellungnahme den Gesetzesentwurf zwar als ersten Schritt in die richtige Richtung begrüßt, bemängelt aber weiterhin das Fehlen eines umfassenden Handlungskonzepts.

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Backhaus: Einigung beim Abschuss von Wölfen in Sicht

Jagdausübungsberechtigte sollen “rechtssicher in Entnahme von Wölfen eingebunden werden”

Das Bundesumweltministerium hat dem Bundeslandwirtschaftsministerium und den zuständigen Ressorts auf Länderebene einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes vorgelegt, der den Abschuss von Wölfen vereinfachen und rechtssicher gestalten soll. Über den Entwurf soll am Mittwoch (22. Mai 2019) im Bundeskabinett abgestimmt werden.

Der Änderung gemäß sollen Wölfe, die wiederholt Nutztiere reißen, künftig nicht erst entnommen werden dürfen, wenn der dadurch entstandene Schaden den betroffenen Tierhalter in seiner Existenz bedroht. Damit komme man sowohl den gewerblichen Haltungen als auch den Hobbytierhaltern entgegen. Auch müsse der Schaden nicht in jedem Fall einem bestimmten Einzeltier zugeordnet werden, bevor gehandelt werden könne. Weiterhin sollen mit der Änderung die gesetzlich bislang nicht ausdrücklich untersagte Fütterung und damit die Gewöhnung des Wolfes an den Menschen unterbunden werden. Auch soll das Gesetz regeln, wie Jagdausübungsberechtigte in eine mögliche Entnahme rechtssicher eingebunden werden können.

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Projekt „Bunte Biomasse“ – Blühflächen statt Mais

Veolia Stiftung, Deutscher Jagdverband und Deutsche Wildtier Stiftung starten Kooperationsprojekt „Bunte Biomasse“

Der Verlust der Biologischen Vielfalt hat in unserer Feldflur dramatische Ausmaße angenommen. Zum Internationalen Tag der Biodiversität setzen die Veolia Stiftung, der Deutsche Jagdverband und die Deutsche Wildtier Stiftung ein erfolgreiches Modell zum Schutz der Biodiversität in den Agrarlandschaften in die Praxis um: Mit dem Kooperationsprojekt „Bunte Biomasse“ werden deutschlandweit 500 Hektar Mais durch ertragreiche, mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion ersetzt. Die Flächen bieten Bodenbrütern im Frühjahr Nistmöglichkeiten und das langanhaltende und vielfältige Blütenangebot verbessert die Nahrungsressourcen für Bienen und Schmetterlinge, wovon wiederum viele Vogel- und Fledermausarten profitieren. Gleichzeitig produzieren ertragreiche Wildpflanzenmischungen bis zu 45 Tonnen Frischmasse je Hektar, die bei einer einmaligen Investition im Etablierungsjahr jährlich geerntet werden können.

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Sachsen: LJV wählt neue Präsidiumsmitglieder

Nachdem am 23. September 2018 ein außerordentlicher Landesjägertag mit notwendigen Neuwahlen stattgefunden hat, trafen sich am 18.05.2019 die Delegierten der im Landesjagdverband Sachsen e. V. organisierten sächsischen Jäger zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung. Die diesjährige Versammlung stand unter dem Motto „Zukunft der Jagd in Sachsen“, wie der LJV SN in einer Pressemitteilung zum 30. Landesjägertag verkündet: Aus fast allen regionalen Jägerschaften waren Delegierte anwesend und berieten über die weitere strategische Ausrichtung des Vereines. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung standen unter anderem Nachwahlen von Präsidiumsmitgliedern sowie die Beschlussfassungen zu verschiedenen Anträgen einzelner Jägerschaften und des Präsidiums.

Da im Februar dieses Jahres überraschend der im September gewählte Schatzmeister zurückgetreten war, musste dieses Amt neu besetzt werden. Herr Sören Sabisch, gewähltes Präsidiumsmitglied, hatte sich dankenswerter Weise bereit erklärt, das Amt des Schatzmeisters bis zur Wahl interimsweise zu übernehmen und sich auch zur Wahl für dieses Amt aufstellen zu lassen. Die überwiegende Mehrheit der Delegierten wählte Herrn Sabisch zum neuen Schatzmeister des LJV SN.

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„Willkommen Wolf reicht nicht, Politik muss dringend handeln“

+++ Schweizer stimmen für EU-Waffenrechtsverschärfung +++ Berlin: Fuchs soll Chihuahua in Bau gezogen haben +++ NRW: Mutmaßlicher Wolfsnachweis bei Mützenich +++

Aktionsbündnis Forum Natur fordert aktives Wolfsmanagement

Die Zahl der Wölfe in Deutschland steigt exponentiell mit erheblichen Folgen für den ländlichen Raum, die Landnutzer und vor allem die Weidetierhaltung. Die Schäden steigen weiter an, naturnahe Weidewirtschaft gerät in Gefahr. „Willkommen Wolf alleine reicht nicht, es besteht dringender Handlungsbedarf auf politischer Ebene“, betont Max Freiherr von Elverfeldt, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Forum Natur (AFN) und Vorsitzender Familienbetriebe Land und Forst. Erschreckend sei, dass die Umweltministerkonferenz keine Fortschritte erzielt habe. Nach jahrelanger Diskussion über die Ausbreitung des nationalen Wolfsbestandes lediglich eine „Bund-Länder-Arbeitsgruppe“ einzurichten, sei für die Menschen im ländlichen Raum und die Weidetierhalter ein Hohn. „Wir erwarten von der Bundeskanzlerin eine rasche Entscheidung, die nach unserer Auffassung nur darin liegen kann, dass der Weg zum Einstieg in ein aktives Wolfsmanagement freigemacht wird“, so von Elverfeldt. Das AFN habe einen Handlungsvorschlag für ein praxisorientiertes Wolfsmanagement vorgelegt. Von Elverfeldt startet im Rahmen einer Pressekonferenz die Initiative des AFN „Wolf bleibt Wolf“ mit der gleichnamigen Internetseite.

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DeWiSt: Für eine bessere Gamspolitik in Europa

Die Deutsche Wildtier Stiftung und der CIC starten Studie zum Gämsen-Management in den Alpenstaaten

Sonntag ist Europawahl. Die Gämse geht zwar nicht zur Wahl, aber sie ist als Bewohnerin des Alpenraumes eine echte Europäerin und betroffen von europäischer Naturschutzpolitik. Der wildfeindliche Umgang der Bayerischen Staatsforsten mit dem Charakterwild der Alpen ist bekannt. Er zeigt sich in dem Grundsatz „Wald vor Wild“, in der Aufhebung der Schonzeit in umfangreichen Gebieten und einem zu hohen Abschuss in der mittleren Altersklasse. Wie andere Alpenländer mit der Gams umgehen soll jetzt in einer, gemeinsam von der Deutschen Wildtier Stiftung und dem Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC), in Auftrag gegebenen Studie geklärt werden.

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Verwaiste Kälber: Wildes Bayern verteidigt sich gegen Vorwürfe

Der Verein Wildes Bayern e.V. veröffentlicht eine Stellungnahme, in denen er sich gegen die Vorwürfe der Nationalparkverwaltung zur Wehr setzt. Wir veröffentlichen das Dokument im Wortlaut:

Acht tote Rotwildkälber zwischen Königsee und Obersee, gefunden am Karsamstag, haben eine Lawine losgetreten. Unter großer Anteilnahme der lokalen Bevölkerung und Fachleuten aus Nah und Fern wird seither die Frage diskutiert: Ist der Fund ein Zeichen dafür, dass im Nationalpark die Kräfte der Natur frei walten dürfen? Oder sind sie ein sichtbares Symptom für eine fehlgeleitete Politik, die Natur nach dem Lehrbuch formen und gestalten will und dabei auch haarscharf an den Grenzen des Erlaubten entlang manövriert.

Die Erklärungen der Parkverwaltung, dass es sich bei den acht am Südufer des Königssees verendeten Rotwildkälber um einen natürlichen Ausleseprozess in der Naturlandschaft des Nationalparks handelt, sind nach Ansicht des Naturschutzvereins „Wildes Bayern“ weder schlüssig noch realistisch (Fakten-Check am Ende der Meldung). Für jeden Rotwildkenner und Biologen eindeutig, hat bei diesen Verlusten der Mensch entscheidend die Hand im Spiel.

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Brandenburg: Unbekannte setzen Tularämie-infizierten Biber aus

Unbekannte Täter haben einen Biber in einem Gewerbegebiet bei Königs Wusterhausen ausgesetzt, der vermutlich mit Tularämie infiziert ist. Ein Pförtner beobachtete die Freilassung und verständigte die Potsdamer Tierrettung, die den Biber einfingen und untersuchen ließen. Einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) zufolge, wies das Tier deutlich erkennbar Krankheitssymptome auf: Er zeigte keine Fluchtreaktion und konnte kaum atmen, da “die Nase mit Eiter verklebt, der Rachenraum entzündet, die Kopflymphknoten geschwollen, teilweise aufgegangen”, waren, wie die Tierretter auf ihrer Facebook-Seite schreiben. Tularämie oder Hasenpest ist eine auf meldepflichtige Tierkrankheit  und eine Zoonose, also auf den Menschen übertragbar: “Der Verlauf der Erkrankung beim Menschen ist schwer und häufig lebensbedrohlich (die Letalität wird ohne Behandlung mit etwa 33 % angegeben), weshalb eine rechtzeitige Diagnosestellung von größter Bedeutung ist”, heißt es auf Wikipedia. Der Fahrer des Lieferwagens, in dem der Biber transportiert wurde, wird daher dringend aufgefordert, sich bei der Polizei zu melden und sich ärztlich behandeln zu lassen. red.

Beitragsbild: Von Biber gefällter Baum. Foto: SE

Die Red. dankt den JAWINA-Lesern LS und SG für ihre Hinweise!

Österreich: Heftige Debatte im Nationalrat über Rückkehr des Wolfs

+++ Österreich: Bauernbund übergibt 57.689 Unterschriften gegen den Wolf +++ Thüringen: Wolfsnachweis im Hainich +++ Schleswig-Holstein: Schafe bei Bad Segeberg gerissen +++ Bayern: Wilderer im Landkreis Rottal-Inn erwischt +++ Österreich: Wildbiologe fordert Bejagung von Wölfen +++ Niedersachsen: Wolfsriss bei Wolfsburg? +++

ÖVP und FPÖ unterstützen Forderung nach wolfsfreien Zonen, Oppositionsfraktionen gegen Aufweichung des Artenschutzes

Die Rückkehr des Wolfes nach Österreich und seine mögliche dauerhafte Etablierung als Teil der heimischen Fauna ist nicht für alle Anlass zur Freude. Insbesondere in der Bauernschaft bestehen Ängste und Besorgnis, wie gestern im Nationalrat deutlich artikuliert wurde. Ausdruck finden die Bedenken gegen den Wolf in drei Petitionen, in denen auf Probleme der Siedlungs- und Weidegebiete im Waldviertel, in Tirol und in Salzburg hingewiesen wird. Als Antwort darauf werden gesetzliche Grundlagen gefordert, um so genannte Problemwölfe leichter entnehmen und bestimmte Gebiete überhaupt wolfsfrei halten zu können. Dazu sollen entsprechende europarechtlichen Ausnahmeregelungen genützt werden bzw. eine Änderung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie erfolgen. Weiteres Anliegen der Petitionen ist die Zahlung von Entschädigungen an betroffene Bäuerinnen und Bauern.

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Niederösterreichischer Jagdverband startet Initiative für das Niederwild

Dramatisch sinkende Besätze bei Niederwild – NÖ Jagdverband lädt im Herbst 2019 zu Niederwildgipfel

Der NÖ Jagdverband hat anlässlich des Tags der Jagd am 15. Mai in den Wiener Donauturm geladen. Im Zentrum standen dabei die Artenvielfalt und Maßnahmen, um die Besätze an Niederwild wie Rebhuhn, Fasan und Feldhasen und damit auch zahlreicher anderer Vogel- und Insektenarten anzuheben. Seit 2007 sinken die Niederwildbesätze zum Teil dramatisch, ebenso wie jener zahlreicher Singvogelarten, betonte Landesjägermeister Josef Pröll vor rund 140 Gästen: „Rebhuhn, Fasan, Feldhase und Co. benötigen eine aktive Gestaltung ihrer Lebensräume. Wir als NÖ Jagdverband sehen es als unsere Aufgabe, dem Niederwild als Indikator für Biodiversität und die Funktionalität des Ökosystems eine Stimme zu geben. Wir fordern daher eine breite Allianz aus Jägerschaft, Landwirtschaft und Agrarpolitik“, so Pröll. „Um hier Ideen, Konzepte sowie gemeinsame Maßnahmen zu erörtern und zu initiieren, laden wir im Herbst 2019 zu einem Niederwildgipfel ein. Wir müssen abgestimmt, koordiniert und überregional Maßnahmen setzen“, stellte Pröll klar.

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Baden-Württemberg: Camper laut DNA-Analyse von Fuchs angegriffen

+++ M-V: Wolf bei Rostock totgefahren +++ Hessen: Wolfssichtung bei Ulrichstein +++ Österreich: Tirol kauft Herdenschutzzäune +++ Schweiz: Jagdsaison für Wildschweine im Kanton Freiburg verlängert +++ NRW: Motorradfahrerin bei Wildunfall mit Reh schwer verletzt +++

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wurde ein Mann im Rems-Murr-Kreis in seinem Zelt von einem Tier angegriffen und gebissen. Das Senckenberg-Institut in Gelnhausen hat das Umweltministerium jetzt über das Ergebnis der genetischen Untersuchung der sichergestellten Beweisstücke informiert.

Sowohl an der Jacke, die der verletzte Mann zur Tatzeit trug, als auch an der Bissstelle des Zeltes und dem Kissenbezug, haben die Mitarbeiter des Instituts Fuchsspuren ermittelt. Zwar wurden auch Hundespuren nachgewiesen. Da der angegriffene Mann selbst Hundehalter ist, waren die Hundespuren aber erwartet worden. Spuren weiterer Tierarten, die als Angreifer in Frage kommen könnten, wurden nicht festgestellt.

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NRW: Pferdesport- und Zuchtverbände warnen vor traumatisierenden Erfahrungen durch Wolfsrisse

Neun Pferdesport- und Zuchtverbände aus NRW und der Dachverband, die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) haben ein Positionspapier veröffentlicht, das die Probleme der Pferdehalter und -züchter mit der Wiederbesiedlung des Landes durch Wölfe thematisiert. Die Grundhaltung der Pferdeleute zur Wiederansiedlung des Wolfs wird in dem Papier wie folgt beschrieben:

“Pferdehalter erleben die Rückkehr des Wolfes mit gemischten Gefühlen. Die Faszination, die viele Menschen mit dem Wolf verbinden, können wir nachempfinden – gleichzeitig sind wir in Sorge um die uns anvertrauten Pferde und Ponys, deren Wohl und Schutz unsere ausdrückliche Aufgabe ist.

Den derzeitigen öffentlichen Diskurs erfahren wir als emotional stark aufgeladen und zuspitzend. An vielen Stellen vermissen wir die sachliche Betrachtung und die angemessene Abwägung von Interessen. Uns besorgt besonders die Einseitigkeit, mit der dem Thema vielerorts begegnet wird.

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IUCN und Jagdverbände legen Hintergrundpapier zur Auslandsjagd vor

Sachlich und faktenbasiert: Wie komplex Tourismus, Jagd, Gesellschaft und Wildtierschutz miteinander wirken, erläutert ein Papier von IUCN, CIC und DJV. Der Text liegt nun in deutscher Sprache vor.

In Kooperation mit der Weltnaturschutzunion (IUCN) veröffentlichen die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) ein Hintergrundpapier, das die teilweise stark emotionalisierte Debatte um die Auslandsjagd („Trophäenjagd“) versachlicht. Das seit September 2016 auf Englisch vorliegende IUCN-Informationsschreiben zur Trophäenjagd verweist auf Gefahren, die aus Jagdverboten oder Einfuhrbeschränkungen für Jagdtrophäen entstehen. Die IUCN erläutert, wie Jagdverbote sich negativ auswirken können auf Artenschutz, Bekämpfung der Wilderei vor Ort sowie Rechte und Lebensgrundlagen indigener und lokaler Gemeinschaften. Das Schreiben liegt nun in einer deutschen Fassung vor.

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Durchbruch beim Wolfsmanagement?

+++ Schleswig-Holstein: Pferd mit Armbrust beschossen +++ Schleswig-Holstein: Rekord-Damwildstrecke im Kreis Plön +++ Niedersachsen: Waldarbeiter von Wildschwein angegriffen +++ ASP: Luxemburg weist Vorwürfe deutscher Jäger zurück +++ Luxemburg: Jagdverband will Wildschweinjagd zum Weltkulturerbe erheben +++ Saarland: Serie von Sabotageakten an Jagdeinrichtungen +++ Bayern: Rehbock stirbt auf der A6 +++ Östereich: Wilderer wider Willen – Autofahrer fährt Reh nach Wildunfall im Kofferraum zur Polizei +++ Deutschland/Dänemark: Anwohner wehren sich gegen Wildschweinzaun +++ Verhungerte Kälber: ÖJV attackiert Wildbiologin +++ NRW: Proteste nach Abschuss von Reh in der Innenstadt von Bünde +++ Baden-Württemberg: Polizei erschießt angefahrenes Wildschwein +++

Der Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus (SPD), hat einen Durchbruch beim Wolfsmanagement angekündigt: Gegenüber dem NDR orakelte Backhaus, dass die Bundesregierung “schon in den nächsten Tagen” einen Gesetzesentwurf vorlegen könnte. Backhaus setze sich für “rechtssichere Regeln” ein, “damit auffällige Wölfe abgeschossen werden dürfen”, so der NDR. Backhaus strebt eine Änderung des Naturschutzgesetzes an. Diese solle ermöglichen, dass Wölfe oder auch ganze Rudel entnommen werden dürfen, wenn diese “gut geschützte Bestände angreifen”. Backhaus wies darauf hin, dass Weidetierhaltung für die Biodiversität unerlässlich sei. Auch der Wolf habe ein “Recht auf Leben in Deutschland”, aber alles habe Grenzen.

Derweil setzt sich die Serie von Wolfssichtungen und Wolfsrissen fort:

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Brandenburg: Ökologisches Jagdgesetz per Verordnung

Die Entwürfe für die neue Durchführungsverordnung zum Brandenburger Jagdgesetz (DVO Jagd) sind durchgesickert.

Beitrag aktualisiert. Beginnen wir mit einer vorgesehenen Neuregelung, die vermutlich noch am ehesten die Zustimmung etlicher Jäger finden würde, der Zulassung von Nachtzielgeräten für die Schwarzwildbejagung: “Abweichend von § 19 Absatz 1 Nr. 5 a des Bundesjagdgesetzes ist es erlaubt, Nachtzielgeräte, die einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung besitzen und für Schusswaffen bestimmt sind sowie künstliche Lichtquellen zum Anstrahlen oder Beleuchten des Zieles, beim Erlegen von Schwarzwild zu verwenden”, lautet § 3, Abs. 1 in der Entwurfsfassung der DVO. Kleiner Schönheitsfehler dabei ist, dass durch diese Regelung das Bundeswaffengesetz tangiert ist, die Gesetzgebungskompetenz nach Auffassung von Juristen also beim Bund liegt.

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Tracker Artemis – zukunftssichere Hundeortung

Der finnische Hundeortungsspezialist Tracker hat ein neues Hundeortungsgerät auf den Markt gebracht. Das Tracker Artemis “verbindet bewährte und fortschrittlichste Technologie”, heißt es in einer Pressemitteilung des Herstellers: So bietet das Artemis volle Unterstützung für 2G GSM-Netze, nutzt aber auch die neuen 4G (LTE)-basierten Netzwerke NB-IoT und LTE-CAT M1, mit denen die Ära des „Internets der Dinge“ (Internet-of-Things) eingeläutet wird. Die Technologie ermöglicht deutlich besseren Empfang bei geringerem Stromverbrauch. Damit ist technologische Zukunftssicherheit des Artemis garantiert, wenn die IoT- (4G) Netzwerke die herkömmlichen 2G- und 3G- Netzwerke ersetzen.

Zusätzlich hat Tracker mehrere konstruktive Verbesserungen vorgenommen: So ist das Artemis mit einer automatischen Over-The-Air aktualisierbaren Software ausgestattet, d. h., das Halsband aktualisiert sich automatisch, sobald ein Update verfügbar ist. Nutzer müssen sich nicht mehr um die Aktualisierung des Halsbands kümmern. Darüber hinaus verfügt das Tracker Artemis über einen völlig neuen, exakten Bell-Lautzähler, einen leistungsstarken Lautsprecher und helle, fernsteuerbare LED-Leuchten.

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Russland: Bär klaut Jägern Proviant

Auf der Kamtschatka-Halbinsel im russischen Föderationskreis mit dem treffenden Namen Ferner Osten hat ein Bär eine Jägergruppe um ihren Proviant gebracht. Als die Jäger mit ihrem Pick-Up an einer durch die Taiga führenden Straße hielten, eilte der Bär herbei, schnappte sich die Kühlbox mit den Vorräten und machte sich davon. Mehrere von den Jägern abgegebene Warnschüsse konnten ihn von seinem Vorhaben nicht abbringen. Einer der Jäger filmte den Vorfall mit dem Handy, das Video geht in Russland viral, wie RTdeutsch berichtet. red.

Video: YouTube / kamchat100

Sachsen-Anhalt: Herdenschutzhund bei Wolfsangriff schwer verletzt

Am Elbdeich im Landkreis Stendal ist ein neun Jahre alter Herdenschutzhund durch einen Wolfsangriff schwer verletzt worden. Der Schäfer fand die zehn Jahre alte Kaukasische Schäferhündin Ira am Sonntag Mittag “blutüberströmt und schwer atmend” in dem Pferch, in dem Herdenschutzhunde und Schafe zur Beweidung des Deichs eingesperrt sind, wie die Volksstimme berichtet. Der Wolf fügte der Hündin mehrere tiefe Bissverletzungen in der Halsgegend zu. Das “Wolfskompetenzzentrum” Iden bestätigte den Wolfsangriff. Der Schäfer hofft, dass er die Tierarztkosten in Höhe von 180 Euro ersetzt bekommt. Ob der Hund nach der Genesung wieder als Herdenschutzhund eingesetzt werden kann, ist fraglich. red.

Beitragsbild: Herdenschutzhunde – sie sind bei ihrem Job selbst gefährdet und bieten keinen absoluten Schutz gegen Wolfsangriffe. Foto: SE

Mecklenburg-Vorpommern: Ortstermin zur Bejagung von Rotwild in der Schonzeit

Keine Verbissschäden, kein Gutachten, Wald “voll intakt und vollkommen ungefährdet”

Nach Beantragung durch das Forstamt (FA) Schuenhagen, dessen Amtsleiter, und den ergangenen Bescheid des Landkreises (LK) Vorpommern-Rügen vom 12.04.2019 bzw. der Obersten Jagdbehörde (OJB) Mecklenburg-Vorpommern (M-V) vom 23.04.2019 zur Erlaubnis der Bejagung von Rotwild in der Schonzeit hatte die zuständige Hegegemeinschaft (HG) Hochwild Schuenhagen-Franzburg umgehend einen Ortstermin auf den betroffenen Flächen vorgeschlagen und erbeten. Dieser wurde von Behördenseite abgelehnt. Erst nach der Zurücknahme der Erlaubnis und durch Anordnung von Minister Dr. Backhaus zeigte sich die Landesforstanstalt zögerlich zu einem Ortstermin bereit. Die Rotwildfreigabe in der Schonzeit hatte bereits zuvor Minister Dr. Backhaus einkassiert (JAWINA berichtete).

Am 10.05. konnten sich der Vorstand der Landesforst und die HG in Schuenhagen auf eine Begehung der vorgegebenen Schadflächen verständigen. Hierzu hatte die HG unabhängige Sachverständige mit eingeladen.

Im Antrag des Amtsleiters des Forstamtes Schuenhagen waren Schadflächen mit 54 bis 60% Verbiss „nachweislich“ angegeben und ein Gutachten gemäß Verbissinventurverfahren benannt. Diese waren dann ursächlich für die Begründung der Erlaubnis der Schonzeit-Bejagung durch die Behörden.

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Sachsen: Joggerin soll bei Bautzen von Wolf angegriffen worden sein

Bei Großpostwitz in der Nähe von Bautzen soll eine Joggerin von einem Wolf angegriffen worden sein. Das berichtet Radio Lausitz. Der Vorfall hat sich demnach schon vor zwei Wochen am 28. April zugetragen. Die Joggerin habe ein lautes Knacken im Unterholz gehört und zunächst an eine Wildschweinrotte geglaubt. Dann sei ein Wolf auf die joggende Ärztin zugerannt “und ihr zwischen die Beine gegangen.” Auf das Schreien der Frau hin floh der Wolf wieder in den Wald. Der Vater der Frau wandte sich dem Bericht zufolge an den Landrat des Landkreies Bautzen, Michael Harig. Mittlerweile hat sich der Landrat mit der Frau in Verbindung gesetzt und eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt. Ob diese zwei Wochen danach noch belastbare Ergebnisse bringt, darf bezweifelt werden. Der Vater der Joggerin, ein Jäger, vermutet, dass der Wolf ein frisch gerissenes Stück im Gebüsch neben dem Wanderweg verteidigen wollte. Der Wolfsrüde soll einen Peilsender getragen haben. Demnach müsste immerhin nachvollziehbar sein, ob sich ein besenderter Wolf zum fraglichen Zeitpunkt an diesem Ort aufgehalten hat. Auf der Internetseite des Radiosenders sind Interviews mit dem Vater der Joggerin und dem Landrat als Podcast zum Nachhören veröffentlicht. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf der Internetseite von Radio Lausitz (Screenshot).

Der Rothirsch als die „arme Sau“ unserer Wälder

Unter dem Titel „Der Rothirsch im Erzgebirge – Naturschützer oder Waldschädling?“ fand am 07.05.2019 in Schneeberg eine vom NABU Kreisverband Aue-Schwarzenberg e.V. organisierte Veranstaltung zur aktuellen Situation des letzten uns noch gebliebenen großen Pflanzenfressers statt. Ein Beitrag von Matthias Scheffler, Vorsitzender des Nabu-Kreisverbands Aue-Schwarzenberg.

Etwa 150 Gäste waren nach Schneeberg gekommen und erlebten einen langen, interessanten und aufgeregten Abend. „Von seiner Natur aus ist er ein Tier offener Landschaften und der Wald nur sein Lebensraum dritter Wahl. … Tatsächlich ist er darum ein bejammernswertes Geschöpf – eher eine arme Sau, mit der niemand tauschen möchte.“

Mit diesem Zitat von Wilhelm Bode aus dessen Buch „Hirsche“ begann Matthias Scheffler vom NABU Kreisverband Aue-Schwarzenberg e.V. den Abend und forderte einen (art)gerechteren Umgang mit dem Rotwild. In seiner Einführung stellte er seine Sicht auf die aktuelle Situation von Wald und Wild im Erzgebirge und die dabei hervor tretenden Konflikte zwischen den verschiedenen Interessengruppen dar. Außerdem zeigte er, welche Vorstellungen der NABU zur Zukunft unserer Wälder hat, in denen vor allem natürliche Entwicklungen eine größere Rolle spielen sollten als gegenwärtig.

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Schleswig-Holstein: Behörden warnen vor auffälligem Wolf bei Lübeck

+++ Niedersachsen: Wolfssichtungen bei Thülsfelder Talsperre und Landolfshausen +++ Sachsen-Anhalt: LJV fordert Aufnahme der Nilgans ins Jagdrecht +++ Bayern: Verhungerte Kälber – Nationalpark Berchtesgaden prüft rechtliche Schritte gegen Wildes Bayern e.V. +++

Im Grenzgebiet von Mecklenburg-Vorpommern (nahe Herrnburg im Landkreis Nordwestmecklenburg) und im Lübecker Umland ist mehrfach ein Wolf gemeldet worden, der sich Hunden und Spaziergängern bis auf wenige Meter genähert hat und sich schwer vertreiben ließ. Der Wolf sei nicht aggressiv gewesen, habe aber hartnäckiges Interesse an den Hunden gezeigt, erklärte ein Sprecher des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume LLUR) gegenüber den Kieler Nachrichten (KN). Der Wolf wurde als “auffällig” eingestuft, es wird geprüft, ob Vergrämungsmaßnahmen erforderlich sind. Spaziergänger in dem Bereich werden aufgefordert, ihre Hunde angeleint zu lassen. Der Wolf darf auf keinen Fall gefüttert werden. Das LLUR empfiehlt den KN zufolge, sich dem Wolf nicht zu nähern. Kommt der Wolf einem nahe, solle er “aktiv durch Lärm vergrämt werden” und dann unverzüglich langsam und ruhig der Rückzug angetreten werden. Wolfssichtungen sollen der Wolfshotline unter 0174-63 30 335) gemeldet werden. red.

Beitragsbild: Hund – im Wolfsgebiet bitte anleinen. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

UMK: Rechtsrahmen zum Wolf soll angepasst werden

Beim Umgang mit dem Wolf hat die Umweltministerkonferenz (UMK) mit dem Bund vereinbart, dass zeitnah Vorschläge für mögliche Anpassungen des bundesrechtlichen Rahmens vorgelegt werden und im Rahmen einer gemeinsamen Arbeitsgruppe ein kontinuierlicher Austausch über den Bestand der Wölfe in Deutschland stattfinden soll. “Es ist wichtig, dass wir die konkreten Probleme beim Umgang mit dem streng geschützten Wolf zügig angehen und insbesondere die Unterstützung für Weidetierhalterinnen und -halter weiter ausbauen. Ich bin guter Dinge, dass wir auf der Grundlage der Gespräche zwischen dem Bund und den Ländern zeitnah zu konkreten Ergebnissen kommen”, sagt der Umweltminister Schleswig-Holsteins, Jan Philipp Albrecht (Grüne). PM

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Mitgliederversammlung LJN: Jäger leisten wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt

In der Stadthalle von Gifhorn findet heute die Mitgliederversammlung der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. statt (LJN). Neben aktuellen jagdpolitischen Themen und den damit verbundenen Herausforderungen steht auch das Thema Wolf im Mittelpunkt.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast betonte in ihrem Grußwort die Rolle der Landesjägerschaft Niedersachsen als wichtiger und verlässlicher Partner in Sachen Jagd, Natur- und Artenschutz. Zugleich dankte sie den Jägerinnen und Jägern für die beherzte Bejagung von Schwarzwild und Nutria in den vergangenen Jahren und ihr Engagement im Bereich der Biodiversität in der Kulturlandschaft: „Die Jägerinnen und Jäger in Niedersachsen leisten einen wichtigen und wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Dazu gehört die Jagd, dazu gehören die vielen verschiedenen Maßnahmen zur Biotopverbesserung, zur Umweltbildung oder Wildunfallprävention und dazu gehört ihre Bereitschaft, dies alles und vieles mehr freiwillig und ehrenamtlich zu tun“.

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Europäischer Gerichtshof: Grünes Licht für Wolfsjagd als Managementmaßnahme

Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs hält Jagd auf Wölfe für zulässig. Eine Ausnahmeregelung ist kein Widerspruch zum strengen Schutz durch die FFH-Richtlinie.

Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs hat sich für die Genehmigung der Wolfsjagd in Ausnahmefällen ausgesprochen. Konkret geht es in dem Verfahren um die Frage, unter welchen Bedingungen Finnland von den strengen Schutzbestimmungen der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) abweichen darf, um eine Jagd auf Wölfe nach Artikel 16 zuzulassen. Die Stellungnahme ist zwar nicht bindend, wird jedoch normalerweise vom Gerichtshof befolgt. Das Urteil wird in der zweiten Hälfte dieses Jahres erwartet.

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Niedersachsen: Schafherde angegriffen – Jäger erschiesst Huskys

Am Donnerstagmorgen, 09.05.2019, kurz nach 06.00 Uhr, teilte ein Binnenschiffer auf der Weser der Polizei mit, dass im Bereich von Bücken eine kleinere Schafherde von zwei Hunden attackiert werden würde. Der Hinweisgeber konnte erkennen, dass bereits einige Schafe in die Weser geflüchtet waren. Auf der Weide lagen bereits eine Reihe von Tieren zum Teil verletzt, zum Teil augenscheinlich bereit tot. Zu seinem eigenen Schutz und zum Beenden der Angriffe auf die Schafe erschoss ein erfahrener Jäger die beiden schäferhundgroßen Hunde. Im Rahmen der Ermittlungen der Polizei Hoya erhärtete sich der Verdacht, dass es sich bei den beiden wildernden Hunden um zwei Huskies gehandelt hatte, die bereits seit Dienstagabend, 07.05.2019, in Holtorf vermisst wurden.

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Baden-Württemberg: ASP-Prävention – Sammelstellen für Schwarzwild-Abfälle an Jägerschaft übergeben

Zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest haben die Fachdienste Forst und Veterinärwesen des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis fünf Sammelstellen für Wildabfälle aus der Jagdausübung eingerichtet und die Schlüssel in den vergangenen Wochen an die Jägerschaft übergeben. Die so genannten Wildverwahrstellen wurden auf Veranlassung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz eingerichtet, um eine mögliche Seuchenverbreitung der Afrikanischen Schweinepest durch Teile von Wildschweinen zu minimieren. Der Kreis hat die Einrichtung von fünf solcher Räumlichkeiten in Mudau, Buchen, Osterburken, Schefflenz und Neunkirchen nun abgeschlossen. Es handelt sich um Container mit Kühleinrichtungen und Mülltonnen, deren Verwendung für die örtlichen Jäger ab sofort möglich ist.

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Heute: Über 120 Mahnfeuer gegen den Wolf in Europa

+++ Bauern und Schäfer demonstrieren gegen Wölfe +++ Ganze Rudel entnehmen: FDP fordert im Bundestag Ausweitung der Jagd auf Wölfe +++ Niedersachsen: Wolf im Landkreis Göttingen gefilmt +++

Weidetierhalter rufen unter dem Motto “Realitätsferner „Herdenschutz“ bringt keine Lösung” zum Schäfer-Aktionstag am heutigen Freitag auf.

Deutsche Weidetierhalter werden am Abend des 10. Mai Mahn- und Informationsfeuer gegen den Wolf entzünden. Das teilt der Förderverein der Deutschen Schafhaltung e.V mit. Europaweit seien mehr als 120 Mahnfeuer gemeldet worden, teilte ein Sprecher des Vereins auf Anfrage von JAWINA mit. Die Schäfer wollen damit auf die existenzbedrohende Lage hinweisen, in die sie immer mehr hineingeschoben werden, um so die politischen Entscheider zum Umdenken zu bewegen, wie es in der Pressemitteilung heißt: Durchzunehmende Wolfsschäden – infolge des ungehemmten unkontrollierten Populationswachstums – stehen immer mehr Betriebe vor immer größeren Problemen. Die Schäfer wenden sich insbesondere auch gegen realitätsferne Herdenschutz-Debatten.

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