BDB: “Lizenz zum Töten…. Ist das alles, was der Jagdschein sein soll?”

Der Bundesverband deutscher Berufsjäger (BDB) hat eine Pressemitteilung zu seinem Positionspapier “Jagdschein auf Probe” veröffentlicht. Darin heißt es: “Mit der Verbreitung von Kompaktkursen zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung, haben in den letzten Jahren immer mehr Frauen und Männer die Chance genutzt, den begehrten Jagdschein, auch neben Beruf und Familie, erlangen zu können. Die Kehrseite dieser Medaille sind immer engere Zeitfenster für die Unterrichtseinheiten, in denen letztlich kaum mehr vermittelt werden kann, als eine, auf das Bestehen der Prüfung hin, optimierte Ausbildung.

Vor diesem Hintergrund begrüßt der Bundesverband Deutscher Berufsjäger e.V. (BDB) die im Referentenentwurf zur Novellierung des Bundesjagdgesetzes angedachten, einheitlichen Vorgaben für die Erlangung des Jagdscheins. Im Besonderen ist die Festlegung von 130 Pflichtstunden für die Ausbildung sowie die Hinzunahme des Fachs „Wildbrethygiene“ als Sperrfach eine positive Entwicklung, mit denen einige Bundesländer wie z.B. Mecklenburg-Vorpommern schon gute Erfahrungen gesammelt haben.

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Berufsjäger fordern “Jagdschein auf Probe”

Der Bundesverband Deutscher Berufsjäger (BDB) fordert, dass Jagdscheine künftig zunächst auf Probe ausgegeben werden. Während der Probezeit sollen die Jungjäger nach der Vorstellung des BDB einen unfamgreichen Anforderungskatalog abarbeiten. In einem Positionspapier des Verbands heißt es dazu: 

“Der Bundesverband Deutscher Berufsjäger (BDB) begrüßt die einheitlichen Vorgaben für die Jägerprüfung, die im Entwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes zu finden sind. Insbesondere die Festlegung der Ausbildungszeit auf 130 Stunden und die Hinzunahme des Sperrfaches Wildbrethygiene wird als Schritt in die richtige Richtung angesehen.
Damit wird aber das Problem der fehlenden Praxis in der Ausbildung der Jagdscheinanwärter nicht im erforderlichen Umfang gelöst, was für die dauerhafte Sicherung der Akzeptanz von Jagd und Jägern zwingend notwendig wäre.

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Waldumbau: Schutzmaßnahmen gewinnen an Bedeutung

Dürre, Stürme und Insekten haben in den vergangenen Jahren Deutschlands Wäldern massiv zugesetzt. Nadelholzreinbestände sollen in Mischwälder umgebaut werden. Vermehrt sollen deswegen Rehe und Hirsche erlegt werden. Wissenschaftler sagen: Schutzmaßnahmen wie Wuchshüllen oder Gitter gewinnen an Bedeutung.

Akteure aus Politik, Forstwirtschaft und Naturschutz fordern, dass der Umbau von anfälligen Fichten- oder Kiefernreinbeständen hin zu klimastabilen Mischwäldern möglichst ohne Schutzmaßnahmen gegen Wildtiere funktionieren soll. Sebastian Hein, Waldbau-Professor der Fachhochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg, erwartet gleichzeitig, dass der Einsatz von Forstschutzmaßnahmen wie dem mechanischen Einzelschutz durch Wuchshüllen sogar zunehmen wird. Im Interview mit dem Deutschen Jagdverband (DJV) erläutert er die Gründe, die für diese Prognose sprechen.

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Sachsen: Projektil aus Jagdgewehr trifft Badegast

68-Jähriger leicht verletzt

Auf einem Feld am Siedlerweg in Rebesgrün, einem Ortsteil von Auerbach im Sächsischen Vogtlandkreis, wurden am Donnerstagnachmittag Mäharbeiten durchgeführt. Gleichzeitig standen Jäger bereit, um flüchtendes Schwarzwild zu schießen. Ein Projektil aus dem Gewehr eines 80-jährigen Jägers traf dabei einen 68-Jährigen, der sich auf der Liegewiese des angrenzenden Freibads befand, leicht am Bauch. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und konnte nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden. Gegen den 80-jährigen Deutschen wurde Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. (cf)

Beitragsbild: Projektile (Symbolbild). Foto: SE

Niedersachsen: Rentner in seinem Haus angeschossen

Am Dienstagmorgen wurde in der Deepener Straße in Westervesede (Landkreis Rotenburg / Wümme) ein Anwohner durch einen Jagdunfall leicht verletzt. Gegen 7.30 Uhr hatte der Rentner einen Anbau seines Wohnhauses betreten und im Anschluss einen lauten Knall wahrgenommen. Geschockt stellte der Mann fest, dass er im Hüftbereich eine blutende Wunde aufwies. Mit einem Krankenwagen wurde der Verletzte zur Behandlung ins Rotenburger Krankenhaus gebracht. Bei der Tatortaufnahme der Rotenburger Kriminalpolizei konnte in einer Wand des Anbaus ein Projektil festgestellt werden. Nach Auskunft eines Experten des Landeskriminalamtes Niedersachsen dürfte es sich hierbei vermutlich um Jagdmunition handeln. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass ein Jagdausübungsberechtigter aus Nordrhein-Westfalen durch eine Schussabgabe für die unbeabsichtigten Verletzungen verantwortlich sein dürfte. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. PM

Beitragsbild: Jagdmunition (Symbolbild). Foto: SE

Bundesministerin Julia Klöckner legt Novellierung des Bundesjagdgesetzes vor

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat einen Entwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) vorgelegt. Das Gesetz soll unter anderem einen angemessenen Ausgleich zwischen Wald und Wild herstellen, die Jägerprüfungsordnung vereinheitlichen sowie die Bleiabgabe von Büchsenmunition an die Umwelt verringern.

Wesentliche Punkte sind:

Bundeseinheitliche Regelungen für eine Zertifizierung von Büchsenmunition mit optimaler Tötungswirkung, damit kein Tier unnötig lange leiden muss, bei gleichzeitiger Bleiminimierung.
Erforderlichkeit eines Schießübungsnachweises bei der Teilnahme an einer Gesellschaftsjagd zur Verbesserung des Tierschutzes und Erhöhung der Sicherheit bei der Jagd.
Bundeseinheitliche Vorgaben für höhere und umfassendere Anforderungen bei der Jäger- und Falknerausbildung und -prüfung.

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NRW: LANUV bestätigt den Nachweis des ersten Wolfsnachwuchses in NRW im Rhein-Sieg-Kreis

Die Auswertung von Bildmaterial aus dem südlichen Nordrhein-Westfalen durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) bestätigt erstmals den Nachweis einer Wolfsfamilie in der Kommune Eitorf im Rhein-Sieg-Kreis. Das Territorium liegt im Grenzgebiet von NRW und Rheinland-Pfalz. Aktuell werden durch das LANUV weitere Hinweise aus dem Rhein-Sieg-Kreis überprüft und bewertet.

In Nordrhein-Westfalen gab es bisher Nachweise einzelner durchziehender Wölfe sowie drei territorialer Wölfe in den Wolfsgebieten Schermbeck, Senne und Eifel-Hohes Venn. Der Nachweis einer Paarbildung und eines Wolfsnachwuchs konnte erstmals geführt werden.

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Coronakrise trifft Projekt Fellwechsel hart

Das Start-up-Unternehmen hat Kurzarbeit angemeldet, die Produktion ruht. Aufträge zur Balgbearbeitung werden ab September ausgeliefert. Unterstützung aus der Jägerschaft ist weiterhin nötig.

Die Fellwechsel GmbH hat aufgrund der Coronakrise, die zu einem Zusammenbruch des Pelzmarktes geführt hat, den Streifbetrieb bis auf Weiteres eingestellt und tiefgefrorene Ware zwischengelagert. Das teilt das Unternehmen mit. In einer Presseerklärung der Fellwechsel GmbH heißt es dazu weiter: “Wie sich der Produktionsstopp auf die Sammelsaison 2020/21 auswirkt, ist noch nicht absehbar. “Um Kosten einzusparen, haben wir schweren Herzens zunächst die Produktion ausgesetzt. Wir sind auf Kurzarbeit gegangen und haben die Coronahilfen selbstverständlich voll ausgeschöpft”, sagte Fellwechsel-Geschäftsführer Andreas Leppman und ergänzte: “Die Lage ist ernst, aber wir arbeiten an einer Lösung.” Es gebe derzeit Gespräche mit einem Kooperationspartner, Details könnten noch nicht genannt werden.

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Baden-Württemberg: Änderung Naturschutzgesetz – LJV sieht Chancen und Risiken

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. begrüßt die vom Landtag beschlossenen Änderungen des Naturschutzgesetzes und des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes grundsätzlich. Für die Belange des Wildes bietet das Gesetz Chancen und Risiken zugleich:

Landesweiter Biotopverbund: Hirschkäfer und Hirsch könnten profitieren

Über den nun gesetzlich vorgegebenen Aufbau eines landesweiten Biotopverbundes auf 15 Prozent der Landesfläche könnten sich Hirschkäfer und Hirsch nur freuen, wenn dafür weitere Vorbedingungen geschaffen werden. Hirschkäfer benötigen alte Eichen und Totholz, deren Vernetzung vielen Gebieten über Waldnaturschutzprogramme parallel noch mehr gefördert werden muss, während Rotwild freie Wanderschaft durch den Biotopverbund braucht. Derzeit ist es so, dass außerhalb von fünf festgelegten „Rotwildgebieten“ nahezu alles Rotwild im Land erlegt werden muss. Damit gibt es nur fünf weit voneinander isolierte Rotwildpopulationen auf nur 4% der Landesfläche. „Dies ist kein angemessener Umgang mit unserem Wappentier“, so der Wildbiologe Klaus Lachenmaier vom Landesjagdverband. „Das Abschussgebot muss weg, wenn der Biotopverbund inklusive dem Generalwildwegeplan für das Rotwild überhaupt Sinn machen soll. Wir informieren in unserer Kampagne Platz Hirsch! über die Bedürfnisse unseres größten heimischen Wildtiers. Das Land sollte den Empfehlungen des Wildtierberichts und dem Geist des Biodiversitätsgesetzes in diesem Punkt folgen und nachbessern.“

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Brandenburg: FREIE BAUERN fordern Abschuss von Wölfen, um die naturnahe Weidewirtschaft zu erhalten

Die FREIEN BAUERN Brandenburg (Bauernbund Brandenburg) haben auf die steigende Zahl der durch Wölfe getöteten Schafe und Kälber hingewiesen. „Allein im ersten Halbjahr 2020 hatten wir fast genauso viele gemeldete Nutztierrisse wie im ganzen Jahr 2019“, informiert Landessprecher Marco Hintze: „Hinter jedem dieser 332 Tiere steckt ein qualvoller Tod und persönliche Betroffenheit der Schäfer und Bauern, die alles dafür tun, dass ihre Tiere ein gutes Leben auf der Weide haben.“ Die Landesregierung müsse endlich die Konsequenzen ziehen und durch einen rigorosen Abschuss von Wölfen die Voraussetzungen für den Fortbestand der naturnahen artgerechten Weidewirtschaft schaffen, fordert der 48jährige Mutterkuhhalter aus Krielow im Havelland.

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