Aufgemerkt: Wolfskritiker sind rechts

Die Chefin des Berliner Büros der New York Times (NYT), Katrin Bennhold, hat einen Artikel veröffentlicht mit dem Titel “A Fairy-Tale Baddie, the Wolf, Is Back in Germany, and Anti-Migrant Forces Pounce“, also in etwa: Der Märchen-Bösewicht, der Wolf, ist zurück in Deutschland, und Anti-Einwanderer-Kräfte stürzen sich auf ihn.”. Es gebe nur “ein paar hundert” Wölfe in Deutschland, aber bei “manchen Politikern” höre sich das an, als gewärtige das Land “eine Invasion”. Was für eine Sorte von Politikern das ist, daran lässt Bennhold keinen Zweifel: Wie sie über den Wolf reden, so redeten sie auch über Immigranten, sie stilisieren den Wolf zum einem Objekt des Schreckens hoch (And the way they talk about wolves is strikingly similar to how they talk about immigrants, turning the animal into an object of terror). Ein Kulturkrieg sei im Gange, ausgefochten zwischen “urbanen Eliten und den Abgehängten auf dem Lande und zwischen Ost und West” ([…] an allegory for the nation’s simmering culture wars. Between urban elites and rural left-behinds. Between west and east.). Weiterlesen

Sachsen-Anhalt: Über 80 Prozent für Überprüfung des Schutzstatus von Wölfen

+++ Schleswig-Holstein: Radfahrer meldet Wolfssichtung im Kreis Ostholstein +++ Mecklenburg-Vorpommern: Schaf bei Rostock gerissen +++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf bei Rostock – Jagdverband warnt vor Wolfsangriffen auf Kinder +++ Österreich: Ein Wolf reißt 49 Nutztiere +++

Bürger fordern mehr Transparenz

Die CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt befragte die Bürgerinnen und Bürger zum Wolf. Die Bürgerumfrage soll eine Bestandsaufnahme sein und Grundlagen für eine – an den Interessen der Bürger ausgerichteten – parlamentarischen Arbeit bieten. Dazu wurde ein wissenschaftlich fundierter, bürgernaher Fragebogen erarbeitet, der die Haltung der Sachsen-Anhalter zum Wolf in einer Online- und einer Repräsentativbefragung abfragte. Gestern stellten die Abgeordneten und Mitglieder der Arbeitsgruppe Umwelt und Energie der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, Detlef Gürth und Bernhard Daldrup, zusammen mit dem renommierten Wissenschaftler Prof. Dr. Michael Stubbe von der Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung, die Ergebnisse dieser Umfrage vor. Dazu erklärt Detlef Gürth, der sich federführend mit der Thematik Wolf befasst:

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Flensburg: Polizei schnappt mutmasslichen 19-jährigen Wilderer

Den Beamten des Polizeireviers Kappeln und der Staatsanwaltschaft Flensburg ist es durch intensive Ermittlungstätigkeit gelungen, einen gravierenden Fall von Wilderei aufzuklären. Durch zwei Tatverdächtige war in den frühen Morgenstunden des 23.Dezember 2018 im Jagrevier “Gut Rundhof” unrechtmäßig ein mehrjähriger Sikahirsch unter Einsatz einer mit Schalldämpfer versehenen Jagdwaffe erlegt worden (JAWINA berichtete). Die Tatverdächtigen, die bei der Tat durch einen Zeugen, der sich als Jäger berechtigt im dortigen Revier aufhielt, beobachtet worden waren, entzogen sich einer Personalienfeststellung durch Flucht mittels eines Kraftfahrzeuges mit hoher Geschwindigkeit. Durch akribische monatelange Ermittlungstätigkeit ist es den Beamten des Polizeireviers Kappeln nunmehr gelungen einen 19-jährigen aus dem Kreis Schleswig-Flensburg stammenden Beschuldigten für die Tat verantwortlich zu machen. Der Beschuldigte, der (noch) im Besitz eines Jagdscheins ist, hat die Tat im Rahmen einer gerichtlich angeordneten Durchsuchungsmaßnahme gestanden und wird sich nun wahrscheinlich wegen Jagdwilderei in einem besonders schweren Fall zu verantworten haben. PM

Beitragsbild: Sikahirsch. Autor: Lilly M, Quelle: Wikipedia, veröffentlicht unter den Lizenzen: GNU-Lizenz für freie Dokumentation,  Creative-Commons-Lizenzen „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“, „2.5 generisch“, „2.0 generisch“ und „1.0 generisch“.

Die Red. dankt JAWINA-Leser KB für den Hinweis!

Neu: Wohllebens Wald-Postille

Es gibt Leute, die schrecken vor nichts zurück: Peter Wohlleben, Deutschlands empfindsamster Förster, hat jetzt seine eigene Zeitschrift. Naja, fast: Wohlleben gibt seinen Namen und “wirkt als Chefreporter und wichtiger Impulsgeber an der neuen Heftreihe” “Wohllebens Welt” mit, erklärt der Gruner & Jahr Verlag in einer Pressemeldung. Der Neuzugang im Blätterwald soll vierteljährlich erscheinen, das erste Heft ist bereits seit 18. April zum Preis von 6 Euro erhältlich. “Die erste Ausgabe beschreibt unter anderem die wohltuende Wirkung des Waldes auf Körper und Seele des Menschen, erklärt aber auch, wie sich eine Wiese anhört, warum auch Eichen nachts schlafen und wie der Totengräber-Käfer zu seinem Namen kommt”, säuselt der Pressetext wie ein warmer Sommerwind in den Baumkronen. Das ist ein dankenswerter Hinweis, selbst wer ganz kurz überlegt hatte, dürfte jetzt bereits von der Versuchung geheilt sein, sich das Blatt mal anzusehen.

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Niedersachsen: Klage von Jagdgenossen gegen Bestattungswald erfolglos

Der 1. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts hat mit Beschluss vom 17. April 2019 (Az. 1 ME 32/19) – wie zuvor schon das Verwaltungsgericht Osnabrück – eine der Samtgemeinde Sögel vom Landkreis Emsland erteilte Baugenehmigung zur Einrichtung eines Bestattungswaldes vorläufig bestätigt.

Eine Jagdgenossenschaft, zu deren Jagdbezirk die fragliche Waldfläche bislang gehört, hatte die Aussetzung der Vollziehung der Baugenehmigung beantragt. Nach Ablehnung ihres Antrags durch das Verwaltungsgericht Osnabrück mit Beschluss vom 6. Februar 2019 (Az. 2 B 27/18) hatte die Jagdgenossenschaft dagegen Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht erhoben.

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NRW: Jagdschein nicht verlängert – Jäger wegen unerlaubten Waffenbesitzes angeklagt

Ein 68 Jahre alter Jäger aus Emmerich (Kreis Kleve) musste sich vor dem Amtsgericht Kleve wegen unerlaubten Waffenbesitzes verantworten, weil er seinen Jagdschein nicht verlängert hatte. Daraufhin war die Waffenbesitzkarte des Mannes eingezogen worden, wie die NRZ berichtet. Die Anklage warf dem Jäger vor, seine Waffen und Munition daraufhin weiter illegal in seiner Wohnung aufbewahrt zu haben. Der Anwalt des Angeklagten bestritt dies und erklärte, dass sein Mandant den Waffenschrank verschlossen und die Schlüssel einem berechtigten Dritten übergeben habe. Im August 2018 beschlagnahmte die Polizei die Waffen. Zu diesem Zweck wurde der Waffenschrank aufgebrochen, wobei nach Angaben des Jägers ein Schaden in Höhe von 5000 Euro entstand, den er ersetzt haben wolle, wie er vor Gericht erklärte. Zum Zeitpunkt der Beschlagnahmung war der Jagdschein dem Bericht zufolge erst einen Monat abgelaufen. Gegen den Entzug der WBK hat der Mann ebenfalls Klage eingereicht.

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FDP fordert europaweit einheitliches Wolfsmonitoring

Bundesregierung: Zahl der Raubtiere im Land unklar – 2017 insgesamt 1636 Nutztiere gerissen

Die FDP-Fraktion im Bundestag hat ein europaweit einheitliches Monitoring von Wölfen gefordert. Der umweltpolitische Sprecher Karlheinz Busen betonte in der “Neuen Osnabrücker Zeitung”: “Wölfe kennen keine Ländergrenzen. Es gibt eine gemeinsame deutsch-westpolnische Wolfspopulation, die auch bei der Feststellung des Erhaltungszustandes gemeinsam betrachtet werden muss.” Busen griff damit ein Argument der Befürworter einer Wolfsjagd auf: Bei grenzüberschreitender Betrachtung sei der Bestand der Raubtiere nicht mehr gefährdet. Eine gezielte Bejagung wäre damit rechtlich möglich.

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Österreich: Verfassungsgerichtshof hebt Tiroler Jagdgesetz teilweise auf

Im Dezember 2016 hat die Bezirkshauptmannschaft des österreichischen Bundeslands Tirol den Antrag eines deutschen Jagdscheininhabers, der in Tirol seinen Hauptwohnsitz hat, auf Erteilung einer Jagdkarte abgelehnt. Zur Begründung führte die Behörde aus, dass das Tiroler Jagdgesetz “nicht auf die fachliche Eignung, sondern auf den Wohnsitz” abstellt, wie die Tiroler Tageszeitung schreibt. Wer in Österreich lebt, muss demnach seine fachliche Eignung mit einem in einem österreichischen Bundesland erworbenen Jagdschein nachweisen. Nur für Ausländer reicht ein anerkannter ausländischer Jagdschein, also zum Beispiel ein deutscher, aus. Für einen in Tirol gemeldeten Deutschen reiche der deutsche Jagdschein hingegen nicht, er hätte demnach die österreichische Jägerprüfung ablegen müssen. Gegen diese widersinnige Regelung hat der Deutsche geklagt und nun vor der höchsten Instanz, dem Verfassungsgerichtshof (VfGH), Recht bekommen: Der Hauptwohnsitz stellt nach Auffassung des Gerichts kein ein objektives Unterscheidungsmerkmal für die fachliche Eignung dar. Die Regelung muss bis zum 31. Dezember gestrichen und die gewünschte Jagdkarte ausgestellt werden. Das Land Tirol verzichtete auf eine Stellungnahme an das Höchstgericht. red.

Beitragsbild: Bergjagd in Österreich (Symbolbild). Foto: SE

Sachsen: Petition “Rotwild im Erzgebirge braucht Deine Hilfe” erfolglos

+++ Thüringen: Dem Rotwild eine Chance – Podiumsdiskussion zum Thema „Rotwild im Südharz. Fluch oder Segen?“ +++ Niedersachsen: Keine Rechtsgrundlage – Landesregierung untersagt Waldsperrungen gegen Jagdstörer +++ Hessen: Jäger setzen 1000 Euro Belohnung aus für Hinweise, die zur Ergreifung Von Quad- und Motocrossfahrern führen +++

Die Petition „Rotwild im Erzgebirge braucht Deine Hilfe“ ist vom Petitionsausschusses des Sächsischen Landtags abgeschmettert worden. Nach Informationen von JAWINA soll der zuständige Berichterstatter im Ausschuss, Andreas Heinz, CDU, im wesentlichen die Stellungnahme des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) bzw. des Staatsbetriebs Sachsenforst (SBS) zur Begründung der Ablehnung übernommen haben. Im folgenden dokumentieren wir die Entscheidung des Petitionsausschusses im Wortlaut:

Sammelpetition 06/02010/3 Rotwild im Erzgebirge

Beschlussempfehlung: Der Petition kann nicht abgeholfen werden.

Unter der Überschrift „Rotwild im Erzgebirge braucht Deine Hilfe“ erheben die Petenten folgende Forderungen:

1. Änderung der Jagdbehördenstruktur.
2. Pflichtmitgliedschaft aller Jagdbezirke in Hegegemeinschaften.
3. Bejagung von Rot-, Dam-und Muffelwild nur mit Abschussplan, der im Einvernehmen mit den Hegegemeinschaften von den unteren Jagdbehörden zu bestätigen oder festzusetzen ist.
4. Streichung der jagdgesetzlichen Regelung, wonach sechs weibliche Stücke der Arten Rot-, Dam-und Muffelwild innerhalb von drei Jagdjahren ohne Abschussplan erlegt werden dürfen.
5. Begrenzung der Jagdzeit auf Schalenwild (außer Schwarzwild) bis zum 31. Dezember eines Jahres.
6. Erarbeitung staatlich finanzierter Wildtiermanagementpläne als Grundlage für die Arbeit der Hegegemeinschaften.

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Mecklenburg-Vorpommern: Landkreis genehmigt die Bejagung von Rotwild in der Schonzeit

Der Landkreis Vorpommern-Rügen hat auf Antrag des Forstamtes (FA) Schuenhagen für dieses den Abschuss von Rotwild in der Schonzeit im Landeswald genehmigt. Damit soll auf angeblich hohe Wildtierkonzentrationen und Verbiss reagiert werden.

Rotwild hat in Mecklenburg-Vorpommern derzeit Schonzeit. Diese beginnt am 01.02. und endet zuerst für einjährige Stücke am 31.05. und für Muttertiere (Alttiere) mit ihren Kälbern am 31.07. Wildbiologisch absolut sinnvoll, in dieser Zeit sollen die Alttiere in ihrem heimlichen Verhalten und an den von ihnen ausgewählten Orten zum Setzen der Kälber nicht gestört werden. Eine Bejagung in der Schonzeit hat schwerwiegende Folgen für den Verband der Rotwildfamilie, kritisiert die Hegegemeinschaft Hochwild Schuenhagen – Franzburg (HG). Diese Feststellung wird durch die wildbiologische Forschung unterstützt.

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Schweden: Jäger nach Schuss auf Jogger zu Gefängnisstrafe verurteilt

+++ Bayern: Jäger beim Abbauen eines Hochsitzes schwer verletzt +++ Schleswig-Holstein: FDP fordert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht +++

Der norwegische Jagdgast, der im April 2019 in Schweden einen joggenden Rentner durch einen Schuss verletzte, ist vom Landgericht Helsingborg zu einer Gefängnissstrafe von 12 Monaten verurteilt worden. Außerdem muss der Jäger dem 76-jährigen Rentner Schmerzensgeld in Höhe von 38.600 Schwedischen Kronen, umgerechnet etwa 3700 Euro, zahlen. Der Jäger hatte den Mann durch ein in Schweden verbotenes Wärmebildzielfernrohr anvisiert und nach eigenen Angaben für ein Fuchs oder ein Reh gehalten (JAWINA berichtete). Das Gericht sah das von dem Wärmebild-ZF aufgezeichnete Video nicht als ausreichenden Beweis für einen Mordversuch an, der Jäger wurde daher wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. Beim Strafmaß wurden auch diverse schwere Jagdvergehen wie der Einsatz des verbotenen Nachtzielgeräts und Schonzeitvergehen berücksichtigt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. red.

Beitragsbild: Standbild aus dem Video des Wärmebild-Zielfernrohrs. Foto: Polizei

Niederwildsymposium „Klartext statt Ausreden – die Biodiversität in Feld und Wiese muss eine Zukunft haben!“

#allesfürdiehühner: Mit diesem Hashtag machten DJV und LJV Rheinland-Pfalz auf den drastischen Rückgang des Rebhuhns aufmerksam. Gemeinsam mit 400 Teilnehmern des Niederwildsymposiums in Mainz suchten sie Lösungsansätze, um die Artenvielfalt zu fördern.

Mitte April haben Deutscher Jagdverband (DJV) und Landesjagdverband Rheinland-Pfalz (LJV) zum Niederwildsymposium „Klartext statt Ausreden – die Biodiversität in Feld und Wiese muss eine Zukunft haben!“ eingeladen. Über 400 Vertreter aus Jagd, Naturschutz, Wissenschaft und Politik diskutierten in Mainz über potentielle Lösungsansätze und Maßnahmen für den Erhalt der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Viele Zeigerarten der Feldflur wie Kiebitz und Fasan sind bedroht. Besonders alarmierend ist die Entwicklung des Rebhuhns. In Rheinland-Pfalz verzichten Jäger bereits freiwillig auf die Bejagung. Auch zahlreiche Insekten wie Schmetterlinge und Wildbienen gelten als gefährdet. Gründe für den Rückgang sind beispielsweise die drastische Veränderung der Kulturlandschaft. Dieter Mahr, Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz, betont die Dringlichkeit: „Wir müssen die übergeordneten Rahmenbedingungen ändern und die EU-Agrarpolitik im Sinne des Artenschutzes anpassen.“ Auch die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken fand klare Worte: „Ich kann ihre Forderungen aufgreifen in Richtung Agrarpolitik. Ich kann unterschreiben, dass Landwirte besser entlohnt werden sollten für ihren Beitrag für Artenvielfalt.“

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Niedersachsen: Wölfe löschen Muffelwildpopulation in der Göhrde aus

+++ Baden-Württemberg: Jagdgegnerin erwirkt Befriedung ihrer sieben Grundstücke +++ Lübeck: Stadtjäger zieht verwaisten Fuchswelpen auf +++

Die Muffelwildpopulation in der Göhrde ist innerhalb von nur drei Jahren von Wölfen ausgerottet worden. Die letzten Exemplare der 1903 ausgesetzten Wildschafe wurden im Herbst 2017 gesehen, nur noch ganz vereinzelt werden versprengte Wildschafe gesichtet. Damit gilt das älteste deutsche Muffelwildvorkommen als erloschen. Zum Verhängnis wird den Mufflons ihr Fluchtverhalten: Nach einer kurzen Flucht verhoffen sie, um dann vom Wolf gepackt zu werden. Versuche, das Muffelwild einzufangen, um den reinrassigen und genetisch wertvollen Bestand wenigstens in Tierparks zu erhalten, sind gescheitert. In ihren ursprünglichen Verbreitungsgebieten gilt die Art aufgrund der Vermischung mit Hausschafen als gefährdet. red.

Beitragsbild: Von Wolf gerissener Muffelwidder. Foto: privat

Wieder einmal: Heckrinder verhungern in Nabu-Projekt

+++ Niedersachsen: Betretungsverbote für Jagdstörer “nicht bindend” +++ Niedersachsen: Waldsperrungen doch rechtens +++

Beitrag aktualisiert

In einem Beweidungsprojekt, das der Nabu Thüringen gemeinsam mit dem Thüringer Umweltministerium initiierte, sind im vergangenen Jahr 14, im Februar 2019 weitere sechs Heckrinder verhungert. Das berichtet der MDR. Bereits 2008 waren in einem Nabu-Beweidungsprojekt in Niedersachsen Heckrinder verhungert, im Folgejahr verhungerten Rinder bei einem Nabu-Projekt im Naturschutzgebiet Schanderied (Kreis Konstanz) in Baden-Württemberg. Das Beweidungsprojekt Wilde Weide bei Dankmarshausen (Wartburgkreis) begann mit 19 Rindern, zuletzt seien es 90 gewesen: Zu viele für die 71 Hektar Weidefläche, so der MDR. Maximal 40 Rinder und Pferde seien gemäß dem Pachtvertrag zulässig gewesen. Die überhöhte Anzahl der Rinder wirkt sich mittlerweile negativ auf den einstigen Zweck des Beweidungsprojekts aus: Die Tiere sollten die Fläche für Amphibien und Vögel freihalten, aber nicht die Gelege zertrampeln. Ein Informant des Senders will die Verantwortlichen auf den schlechten Ernährungszustand der Rinder aufmerksam gemacht haben. Geschehen sei jedoch nichts. Dass die Tiere verhungerten, sei zudem tagelang nicht bemerkt worden.

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Sachsen: Umstrukturierung beim Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“

Dem Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ steht in diesem Jahr ein Wandel bevor. Das Wolfsmanagement im Freistaat Sachsen wird neu organisiert (siehe PM des SMUL vom 16.04.2019: www.medienservice.sachsen.de/medien/news/225005?page=1). Mit Inkrafttreten der Sächsischen Wolfsmanagementverordnung werden die Nutztierhalterberatung, die Rissbegutachtung, die wissenschaftlichen Begleituntersuchungen, die Presse- und wesentliche Teile der Öffentlichkeitsarbeit, in den Händen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) liegen.

Mit dem Übergang der Verantwortlichkeit an das LfULG entfallen die entsprechenden Aufgaben für das Kontaktbüro in Rietschen. Damit wird eine Umstrukturierung notwendig, um es für die künftigen Aufgaben neu aufzustellen. Verläuft der Prozess der Neuausrichtung planmäßig, wird der Standort Rietschen ab Juli 2019 in ein Kompetenzzentrum mit den Schwerpunkten Umweltbildung zum Wolf in Sachsen entwickelt und steht darüber hinaus für die Öffentlichkeitsarbeit in der Region zur Verfügung.

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DJV: Schmerzensgeld zu Nistkästen

Als aktiver Nutzer der sozialen Medien hat DJV-Präsident Hartwig Fischer kürzlich Beleidigungen einstecken müssen. Nachdem er anwaltlich hiergegen vorgegangen ist, hat der Täter nun in „brettharten Devisen“ Schmerzensgeld zahlen müssen: „Nistkästen“.

„Installing Nistkästen … please wait“, hatte der Deutsche Jagdverband (DJV) auf Facebook und Twitter Anfang März veröffentlicht und damit auf die beginnende Brutsaison hingewiesen. Einige „Tierschützer“ fühlten sich bemüßigt, mit Kommentaren das Naturschutzengagement der Jägerinnen und Jäger abzuerkennen. Eine verbale Entgleisung, die sich persönlich gegen DJV-Präsident Hartwig Fischer richtete, hat nun ihr konsequentes Ende gefunden: Schmerzensgeld in der Währung „Nistkästen“ zugunsten der Vogelwelt.

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Brandenburg: Landestierschutzbeauftragter lehnt Bogenjagd ab

Der Brandenburger Tierschutzbeauftragte Stefan Heidrich hat in einem Statement die Bogenjagd auf Wildschweine abgelehnt. Die Oberste Jagdbehörde (OJB) Brandenburgs will den Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow die Bogenjagd unter wissenschaftlicher Begleitung zur Dezimierung von Stadtsauen erlauben. Die Tötungswirkung sei um ein Vielfaches geringer als bei der zugelassenen Jagd- beziehungsweise Tötungsmethode mit Geschossen, erklärte Heidrich gegenüber der Deutschen Presseagentur. Beschossene Tiere könnten auch nach einem guten Schuss noch viele Meter flüchten, teils auch weite Strecken, so der Tierschutzbeauftragte. Diese Fluchtstrecke bedeute Schmerzen und Leiden für die Tiere.

Die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT) äußert sich ebenfalls kritisch zur Bogenjagd: “Das Verbot der Bogenjagd wurde bereits im Jahre 1976 in das BJagdG aufgenommen und damit lange bevor der Tierschutz zum Staatsziel erhoben wurde. An der grundsätzlichen Einschätzung, dass die Bogenjagd tierschutzwidrig ist, hat sich bisher auch nichts geändert.”

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Niedersachsen: Jagdstörer versuchen Wolfsabschuss zu verhindern – Betretungsverbot für Wald verhängt

+++ Mecklenburg-Vorpommern: 17 Nandus abgeschossen, 40 bis 50 sollen noch erlegt werden  +++

In Niedersachsen versuchen Wolfsfreunde, den behördlich genehmigten Abschuss des “Problemwolfs” GW717m zu sabotieren. Dem Leitwolf des Rodelander Rudels wird eine Vielzahl von Nutztierrissen zur Last gelegt, unter den Beutetieren befinden sich auch Pferde, Rinder und Alpakas. Gegen die bereits mehrfach verlängerte Abschussgenehmigung haben Wolfsfreunde erfolglos geklagt, jetzt versuchen Aktivisten, durch nächtliche Jagdstörungen die Entnahme des Wolfs zu verhindern. Damit verhindern sie jedoch auch, dass Wildschweine effektiv bejagt werden, die auf Wiesen und Äckern derzeit massive Schäden anrichten, wie der Kreislandwirt des Kreises Nienburg/Weser gegenüber dem NDR beklagt. Deshalb hat die Jagdgenossenschaft Sonnenborstel der Gemeinde Steimbke nun ein Betretungsverbot für die betroffenen Waldflächen der Gemeinde verhängt. Es gilt zunächst für eine Woche in der Zeit von 18 bis 8 Uhr.

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Sachsen: Kabinett beschließt Wolfsverordnung

Das Sächsische Kabinett hat heute (16. April 2019) die Sächsische Wolfsmanagementverordnung (SächsWolfMVO) beschlossen. Sie wird Ende Mai in Kraft treten.

„Sachsen war das erste Bundesland, in dem sich Wölfe vor mehr als 20 Jahren angesiedelt haben, nachdem sie mehr als einhundert Jahre ausgerottet waren“, so der Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt. „Was aus Sicht des Naturschutzes erfreulich erscheint, führt auf der anderen Seite aber zu Konflikten. So beklagen Schäfer in steigender Zahl teils erhebliche Schäden durch Wolfsrisse in ihren Herden. Die Verordnung ist einer von vielen Schritten, mit denen wir auf die weitere Ausbreitung der Wölfe reagieren und mit denen wir insbesondere Konflikte vermeiden wollen.“

Die heute beschlossene Verordnung ergänzt den bisher bestehenden Wolfsmanagementplan. Sie regelt unter anderem für typische Situationen, wann Wölfe vergrämt bzw. entnommen werden dürfen und schafft so eine höhere Rechtssicherheit für die zuständigen Behörden, die die Entscheidung darüber treffen müssen.

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Jagdunfall bei Nittenau: Tödliche Kugel war kein Querschläger

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Artikel aktualisiert

Im Fall des tödlichen Jagdunfall, bei dem ein Geschoss aus einer Jagdwaffe die Beifahrerscheibe eines auf der B16 bei Nittenau fahrenden PKW durchschlagen und den Insassen getötet hatte (JAWINA berichtete), gibt es neue Erkenntnisse. Wie die Staatsanwaltschaft gegenüber JAWINA bestätigte, hat das ballistische Gutachten ergeben, dass es sich bei dem Projektil entgegen bisheriger Annahmen nicht um einen Querschläger handelt. Der Zustand des Projektils deute nicht darauf hin, dass es von einem harten Gegenstand abgeprallt sei. Nach dem Ermittlungsergebnis hat die Kugel ein weiches Gewebe durchschlagen, aber keine wesentliche Ablenkung dadurch erhalten, so die Staatsanwaltschaft. Und weiter: Bei dem Geschoss handelt es sich um ein H-Mantelgeschoss des Fabrikates RUAG/RWS, Kal. .30-06. Das bejagte Maisfeld lag parallel zur Bundesstraße; Schutzvorrichtungen waren nicht vorhanden; das Projektil durchschlug die Seitenscheibe eines fahrenden Autos und traf den Beifahrer im Brustkorbbereich. Es wurde Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen den schussabgebenden Jäger, der zugleich auch Jagdleiter war, erhoben. SE

Beitragsbild: Projektile (Symbolbild). Foto: SE

Wellershoff: “Wölfe ins Saarland umsiedeln”

+++ Thüringen: Weiterer Wolfshybrid erlegt +++

Mit einem praxisgerechten Vorschlag meldet sich der Präsident des Landesjagdverbands Brandenburg (LJVB) , Dirk-Henner Wellershoff, in der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) zu Wort: In einem Interview mit dem Blatt schlägt Wellershoff vor, überzählige Wölfe aus Brandenburger Landen in Gegenden zu bringen, wo es noch keine gibt, “zum Beispiel ins Saarland oder nach Hessen”. Man müsse “die nicht umbringen.” An ihrem neuen Zielort angekommen sollten die Wölfe dann nach dem Willen Wellershoff “ausgebürgert” werden, was vermutlich heißen soll, dass sie nicht in ihre Brandenburger Heimat zurückkehren dürfen, falls sie in Hessen oder dem Saarland Probleme machen. Reaktionen Brandenburger Weidetierhalter bzw. von deren Kollegen aus dem Saarland oder Hessen liegen bislang nicht vor. Desweiteren spricht Wellershoff in dem Interview über den Schwenk von “Wald mit Wild” zu “Wald vor Wild” der Brandenburger Landesforst, die Zusammenführung von Forst- und Jagdbehörde und die Konsequenzen daraus, sowie die Bogenjagd und die Probleme bei der Wildschweinbejagung. SE

Beitragsbild: Headline des Interviews mit Wellershoff in der MAZ (Screenshot).

Mecklenburg-Vorpommern: Nandu-Groteske geht weiter

+++ Schweiz: Toter Wolf mit Schusswunde im Kanton Wallis gefunden +++ Sachsen: Wolfrudel dringt in Stall ein und reißt Schafe +++ Bayern: Jäger sammeln spenden für Wärmebilddrohne zur Kitzrettung +++ Bayern: Reh totgefahren, Fahrerin begeht Fahrerflucht, nachfolgender PKW-Fahrer schwer verletzt +++ Bremerhaven: Fahrerflucht nach Wildunfall – Polizei sucht Zeugen +++ Bayern: “Hund braucht auch ein bisschen Spaß” -trächtige Ricke gerissen +++ Österreich: Jäger soll eigenen, wildernden Hund erschossen haben +++

Backhaus stellt Ergebnisse der Frühjahrszählung und des Nandu-Monitorings vor und fordert “nachhaltige Lösungen”

Die Nandu-Population im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee-Elbe ist zurückgegangen. Das hat die aktuelle Frühjahrszählung ergeben. Insgesamt wurden 362 Tiere gezählt, darunter 107 Altvögel, 190 Jährlinge (aus dem letzten Jahr) und 65 Tiere, deren Alter und Geschlecht nicht differenziert werden konnte. (2018: 566 Nandus, 144 Altvögel, 294 Jungvögel, 128 nicht bestimmbare Tiere) Der Populationsrückgang werfe gerade mit Blick auf den milden und niederschlagsarmen Winter Fragen auf, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus heute bei einem Pressegespräch in Schlagsdorf.

„Grundsätzlich betrachtet lässt das Nandu-Monitoring der vergangenen Jahre den Schluss zu, dass die freilebende Nandupopulation im Landkreis Nordwestmecklenburg allein durch klimatische Faktoren nicht zusammenbrechen und verschwinden wird, deshalb müssen wir dringend zu nachhaltigen Lösungen kommen. Selbst wenn der Bruterfolg in manchen Jahren gering ausfällt, so steigt der Anteil der Alttiere und damit der geschlechtsreifen Exemplare merklich an. Wie auch bei anderen Populationsmodellen stieg der Bestand zunächst langsam, nun aber beständig sowie schnell an und breitet sich nun auch in angrenzende Bereiche, nördlich der A 20, östlich bis Groß Rünz und westlich bis nach Schleswig-Holstein aus“, fasste Backhaus zusammen.

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Thüringen: Rehwildjagd Mitte April eröffnet

Thüringen: Rotwildhegegemeinschaft hält Rotwild im Harz wegen intensiver Bejagung für gefährdet

Um die “die von Sturm und Dürre geschwächten Wälder” vor Fraßschäden zu bewahren, eröffnet das Forstamt Sondershausen (Kyffhäuserkreis) die Jagd auf Rehbock und Schmalrehe schon zum 15. April und damit zwei Wochen vor dem regulären Beginn der Jagdsaison am 1. Mai. Gegenüber der Thüringer Allgemeinen begründete der Forstamtsleiter mit den durch Trockenheit, Borkenkäfer und Sturmschäden geschwächten Baumbeständen und dem Klimawandel: Durch letzteren treiben die Bäume früher aus, die frischen Sprossen stünden auf der Speisekarte der Rehe ganz oben. Würden die Rehe nicht bejagt, so könnten Baumarten wie Ahorn, Esche, Tanne oder Douglasie “bald ganz verschwunden” sein, so der Förster. Dass der Wald zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht voll belaubt ist, erhöhe zudem die Jagdchancen. Während im Eichsfeld das Rehwild bereits ab 1. April bejagt werden dürfe, habe die Kreisverwaltung den vorgezogenen Beginn der Jagd für den Unstrut-Hainich-Kreis abgelehnt. Die Vorverlegung der Jagdsaison sei nur für die besonders stark geschädigten Flächen beantragt worden.

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Mecklenburg-Vorpommern: Schwarzwild-Abschussprämie wird weiter ausgezahlt

Backhaus plädiert für Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes: Rechtssichere Grundlage zur Entnahme von problematischen Wölfen schaffen

Anlässlich der 30. Landesdelegiertenversammlung des Landesjagdverbandes lobte Dr. Till Backhaus am heutigen Samstag (13.04.) in Linstow den Verband für seine Entwicklung, seine Beständigkeit und Verlässlichkeit, aktuell in Bezug auf die Tierseuchenprävention: “Der Landesjagdverband ist mit seinen über 10.000 Mitgliedern ein anerkannter Naturschutzverband. Diese Anerkennung würdigt Ihr Engagement für die Natur, verpflichtet Sie aber auch zugleich“, betonte Dr. Backhaus. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es über 12.600 Jagdscheininhaber, davon fast 1.000 Frauen. „Ich freue mich, dass es immer mehr Frauen gibt, die einen Jagdschein machen“, hob der Minister hervor. Lag der Frauenanteil 2010 noch bei 5 %, lag dieser 2017 bei 7,5 %. In diesem Jahr haben über 1.700 Prüfungsteilnehmer die Jagdprüfung bestanden.

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Brandenburg: Nachtzielgeräte für Landesforst

Wie das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) auf Nachfrage von JAWINA bestätigte, wurde “Nachtzieltechnik für die Bejagung von Schwarzwild im Verwaltungsjagdbezirk des Landesbetriebes Forst Brandenburg (LFB) beschafft.” Zur Begründung wurde die “Prävention der Afrikanischen Schweinepest durch verstärkte Bejagung des Schwarzwildes zur Reduktion der Wildschweinpopulation in Brandenburg” angeführt. Bislang seien “16 Geräte Stand April 2019 für Bedienstete des LFB” beschafft worden. Eine Ausnahmegenehmigung des Bundeskriminalamts (BKA) für die nach dem Bundeswaffengesetz verbotenen Geräte ist nach Auffassung des MLUL nicht erforderlich und wurde folglich nicht eingeholt bzw. erteilt.

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Brandenburg: Verbände des ländlichen Raums starten Volksinitiative „Mehr als nur ein Summen“

Mit den ersten Unterschriften ist heute offiziell die Volksinitiative der Verbände des ländlichen Raums gestartet. Neben Knut Kucznik, Vorsitzender des Schaftzuchtverbands Berlin/Brandenburg, Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbands Brandenburg hat auch Henrik Wendorff, Präsident des Bauernverbands Brandenburg, unterzeichnet. Die Volksinitiative „Mehr als nur ein Summen – Insekten schützen, Kulturlandschaft bewahren!“ verfolgt das Ziel, den Forderungen der Verbände des ländlichen Raums durch eine breite Unterstützung der Bevölkerung Nachdruck zu verleihen. So fordert die Initiative unter anderem einen Kulturlandschaftsbeirat, die Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln, einen Vertragsnaturschutz im Dialog und eine Koordinierungsstelle für Insektenforschung. Die Initiative steht für die Unterstützung der Brandenburgischen Weidetierhaltung durch eine wertschätzende finanzielle Förderung, denn so werden extensive Weideflächen auf Grün- und Ackerland gesichert und die Arten- und Insektenvielfalt bewahrt.

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Brandenburg: Wildursprungsscheine sind aus

Vorerst keine Ausgabe von Wildursprungsscheinen

Dreißig Jahre nach der Wende bietet die Brandenburger Verwaltung den Bürgern noch immer die Möglichkeit, sozialistische Mangelwirtschaft hautnah zu erleben: Die Untere Jagdbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark informierte auf der gestrigen Sitzung des Jagdbeirates, bei der die Abschusspläne für das Jagdjahr 2019/20 beraten wurden, dass durch die Oberste Jagdbehörde des Landes Brandenburg bisher keine Wildursprungsscheine und Wildmarken zur Weitergabe an die Jagdausübungsberechtigten bereitgestellt wurden. Der dafür rechtlich verbindlich vorgesehene Stichtag ist der 28. Februar eines Jahres. Es sei nicht absehbar, wann die Unteren Jagdbehörden in Brandenburg diese nun erhalten werden.

Die Mitglieder des Jagdbeirates des Landkreises Potsdam-Mittelmark reagierten mit Unverständnis auf diese haltlose Situation. Sie wiesen darauf hin, dass jedes erlegte und für den menschlichen Verzehr vorgesehene Stück Schalenwild (Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild) im Land Brandenburg nach den rechtlichen Vorschriften durch den Jäger mit einer Wildmarke zu versehen und für diesen einen Wildursprungsschein auszustellen ist.

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Niedersachsen: Feldhasenbesätze stabil

Durchschnittlich 11 Hasen pro Quadratkilometer in Niedersachsen

Der Feldhasenbesatz in Niedersachsen ist stabil: Durchschnittlich 11 Feldhasen leben hier pro Quadratkilometer. Diesen Wert aus der Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) veröffentlichte die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) am heutigen Tage. Mit Blick auf die vergangenen Jahre bleibt der Hasenbesatz in Niedersachsen damit konstant.

Regional gibt es seit jeher Unterschiede: In Naturräumen, in denen sich Hasen traditionell wohl fühlen, wie im Norden und Nordwesten, sind auch deutlich höhere Besätze von bis zu 75 Feldhasen pro Quadratkilometer zu finden – in eher waldreichen Gebieten im Süden Niedersachsens sind die Besatzzahlen dagegen deutlich geringer. Angewiesen sind Feldhasen auf strukturreiche Lebensräume mit nahrhaften Wildkräutern und Gräsern sowie ausreichend Rückzugsmöglichkeiten: „Diese Lebensräume werden zusehends seltener. Hier ist die Politik gefordert, Anreize für eine wildtierfreundliche Landwirtschaft zu schaffen“, so Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.

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Jagdverbände fordern: Artenschutz als Ziel der Agrarpolitik

+++ Bayern: Auto kollidiert auf A93 mit Wildschweinrotte – Fahrer erleidet Schock +++

Weniger Bürokratie und mehr Flexibilität: Jäger und Falkner fordern eine Agrarpolitik, die Artenvielfalt als Produktionsziel hat. Landwirte sollten für Trittsteine auf dem Acker für bedrohten Arten fair entlohnt werden.

Derzeit laufen die Verhandlungen für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU, die ab 2021 direkte Auswirkungen auf Deutschland hat. An die Teilnehmer der gestern gestarteten Agrarministerkonferenz in Landau richten Jäger und Falkner den Appell, Artenvielfalt künftig als landwirtschaftliches Produktionsziel festzuschreiben und Landwirte dafür fair zu entlohnen. Deutscher Jagdverband (DJV), Deutscher Falkenorden (DFO) und Landesjagdverband Rheinland-Pfalz (LJV) haben dazu heute in Mainz auf dem Niederwildsymposium ein gemeinsames Positionspapier veröffentlicht. Darin fordern die drei Verbände konkrete Maßnahmen, von denen Artenvielfalt langfristig profitiert. Dies sind unter anderem mehrjährige Brachen mit heimischen Wildkräutern und Gräsern, Blühstreifen in großen Mais- oder Rapsfeldern sowie Wildpflanzenanbau statt Mais zur Biogasproduktion.

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Schweden: Norwegischer Jäger schiesst mit Wärmebild-ZF auf Jogger

Am 29. November 2018 wurde der 76 Jahre alte Rentner Olle Rosdahl beim frühmorgendlichen Joggen in Klippan (Provinz Skåne län) von einem Geschoss aus einer Jagdwaffe an der Hüfte getroffen. Nun muss sich ein 48 Jahre alter Jäger aus Norwegen wegen versuchten Mordes für die Tat verantworten.

Nach dem Schuss bricht der Rentner mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen zusammen und schreit: “Warum schießt du?” Er habe Angst gehabt, dass der Schütze herantritt und ihm den Gnadenschuss setzt, berichtet Rosdahl in der schwedischen Zeitung svt Nyheter. Der norwegische Jagdgast versteckt sich nach der Tat im Unterholz, wird erst Stunden später nach einer groß angelegten Suchaktion mit Spezialeinheiten und einem Hubschrauber gefunden. Der Rentner wurde derweil in ein Krankenhaus nach Helsingborg geflogen, wo seine Schussverletzung versorgt wurde. Der Schütze gab dem Zeitungsbericht zufolge erst an, dass er glaubte, auf einen Fuchs geschossen zu haben. Später revidierte er seine Aussage und erklärte, den Jogger für ein Reh gehalten zu haben. Die auf svt Nyheter veröffentlichten Aufnahmen des Wärmebild-ZFs zeigen jedoch ziemlich deutlich eine aufrecht gehende zweibeinige Gestalt.

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Saarland: Mischling nicht erschossen – Jäger wehren sich gegen Falschbeschuldigung

+++ Bayern: Kapitaler Perückenbock gestreckt +++

Am 31.03.2019 berichtete das Nachrichtenprotal Breaking News Saarland, dass zwischen Neunkirchen und Spiesen-Elversberg ein aus Mallorca importierter winziger Hund erschossen worden sei. In den sozialen Medien seien daraufhin “Jägerinnen und Jäger in dem betreffenden Bereich angepöbelt und beschimpft” worden, kritisiert die Vereinigung der Jäger des Saarlandes, VJS. In einer Pressemitteilung des VJS heißt es dazu: „Timmy“, ein Mischlingshund, der in Mallorca aus einer „Tötungseinrichtung“ stamme und erst vor kurzem von dort importiert worden sei, habe seine Leine durchgebissen und sei „ausgebüxt“, so der erste Teil der Schilderung, doch dann wird es abenteuerlich: „Er ist erschossen worden, war voller Schrotkugeln. Vermutlich von einem Jäger. (B) Wir (B) wollen wissen, wer das Tier erschossen hat“, wird die Vorsitzende des Vereines zitiert, der für den Import des Tieres zuständig war.

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NRW: Weiterer toter Wolf gefunden

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) bestätigt den Fund eines toten männlichen Wolfs an einer Bundesstraße in Petershagen, welcher der Kreispolizei Minden am gestrigen Montag, den 8. April 2019, gemeldet worden war. Gemäß Wolfsmanagementplan wurde der Kadaver sichergestellt und durch einen vom LANUV beauftragten Wolfsberater geborgen. Mit Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Minden-Lübbecke wird der Wolf zur veterinärpathologischen Untersuchung in das Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gebracht. Genetische Proben werden im Senckenberg Institut in Gelnhausen untersucht. Nach der Sektion wird der Wolf in die Sammlung des LWL-Museums für Naturkunde in Münster zur Präparation und Verbleib verbracht.

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Berlin: Dachsbracke wird Grünen-Mitglied

Die Grünen verzeichnen einen neuen Rekord bei den Mitgliederzahlen, 77.777 sind es jetzt:

Jubelmeldung auf der Facebook-Seite von Michael Kellner, politischer Bundesgeschäftsführer der Grünen (Screenshot, Ausschnitt).

Also nicht ganz so viele, wie die Landesjagdverbände NRW und RLP zusammen Mitglieder haben. Aber immerhin. Und wir freuen uns mit ihnen. Denn seit dem 4. April ist auch Dachsbrackenrüde Arno vom Brackendorf (Name von der Redaktion aufgrund des Persönlichkeitsschutzrechts Minderjähriger geändert) Mitglied bei den Grünen. Einer von uns, sozusagen.

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NRW: Nabu-Landesvorsitzender wechselt ins Bundesumweltministerium

Josef Tumbrinck verlässt nach 23 Jahren Vorsitz den NABU NRW

Es wächst zusammen, was zusammen gehört: Der Nabu-NRW-Landesvorsitzende Josef Tumbrinck wechselt ins Bundesumweltministerium (BMU) nach Bonn. In einer Pressemitteilung des Nabu NRW heißt es dazu: “Im Namen des NABU-Landesverbands dankt ihm der stellvertretende Landesvorsitzende Heinz Kowalski: „Für sein außergewöhnliches Engagement für den NABU sind wir Josef Tumbrinck von ganzem Herzen sehr dankbar. Er hat 23 Jahre lang als Landesvorsitzender maßgeblich das Gesicht des Verbandes geprägt und war unermüdlich und erfolgreich als Anwalt der Natur im Einsatz. Bei seiner neuen Aufgabe wünschen wir ihm alles erdenklich Gute.“

Tumbrinck hat am Sonntagabend alle Ämter im NABU niedergelegt und übernimmt ab sofort die Aufgabe als Unterabteilungsleiter Naturschutz im BMU. Die Geschäfte des NABU NRW liegen nun kommissarisch in den Händen des erfahrenen geschäftsführenden Vorstandes, der sich zuversichtlich zeigt, dass die Nachfolge zügig geregelt wird.

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M-V: Zehn Schafe im Biosphärenreservat Schaalsee gerissen, fünf weitere verletzt

+++ Sachsen-Anhalt: Jäger wollen Schutzjagd auf Wölfe +++ Österreich: Tiroler Jäger kritisieren EU-Wolfspolitik scharf +++ Bayern: Wildschwein von Zug erfasst – Großeinsatz +++ Hessen: Hund reißt trächtiges Reh +++ Bayern: Flugschüler kollidiert mit Reh +++ Bayern: Wolf bei Stephansposching gesichtet +++ NRW: Kalb in Senne gerissen +++ Schleswig-Holstein: Wolf bei Dithmarschen gesichtet – ist es GW924m? +++

Am Wochenende (6. April 2019) wurde ein Rissvorfall im Landkreis Nordwestmecklenburg gemeldet. Betroffen war eine Schafhaltung im Biosphärenreservat Schaalsee. Der Gutachter fand insgesamt zehn tote und fünf verletzte Tiere vor. Im Ergebnis der Rissbegutachtung muss ein Wolf als Verursacher des Übergriffs als wahrscheinlich gelten. Zur weiteren Untersetzung der Befunde wurden Genetikproben genommen. In der genannten Region waren bislang keine Riss­vorfälle zu verzeichnen. Daher werden die Nutztier­halter der Region um erhöhte Aufmerksamkeit sowie um Überprüfung der Schutzeinrichtungen für Haus- und Nutztierhaltungen gebeten.

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