Wolfsdemo in Potsdam – Bauern fordern wolfsfreie Zonen

+++ Bayern: Jäger finden skelettierte Leiche auf Drückjagd bei Mainleus (Landkreis Kulmbach) +++

Über 300 Menschen haben am Samstag (10.11.) auf der Demonstration des Bauernbundes Brandenburg vor dem Landtag in Potsdam gegen die Ausbreitung der Wölfe protestiert. “Wir fordern die Landesregierung auf, große Teile unseres Landes zur wolfsfreien Zone zu machen”, sagte Bauernbund-Präsident Marco Hintze, Landwirt aus Krielow im Havelland: “Überall, wo Menschen und Weidetiere sind, müssen Wölfe konsequent gejagt werden, und zwar sofort.” Brandenburg habe eine viermal so hohe Wolfsdichte wie Schweden, und in Schweden werde scharf geschossen, so Hintze.

Vor einer “systematischen Verharmlosung” des Großraubtiers warnte Forstwirt Christoph Rechberg aus Plattenburg: “Es ist eine Illusion zu glauben, die Wolfspopulation würde sich irgendwann selbst regulieren oder es gäbe andere Möglichkeiten sich dagegen zu schützen als mit dem Gewehr.” Biolandwirt Reinhard Jung berichtete von seinem Fachwerkbauernhof in Lennewitz, wo er die alte Nutztierrasse Rotbuntes Niederungsvieh züchtet: “Wir haben uns hier ein Paradies geschaffen und das lassen wir uns nicht kaputt machen von einer reißenden Bestie, die unsere Vorfahren aus gutem Grund ausgerottet haben.”

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Slowakei: Jäger erschiesst 29-jährige Treiberin bei Fasanenjagd

+++ Rheinland-Pfalz: Jäger schießt sich durch die Hand +++ Österreich: Jäger lösen Großeinsatz der Polizei aus +++ Interview: FDP-Chef Christian Lindner isst weniger Fleisch, seit der den Jagdschein hat +++ Hessen: Weiße Damhirsche gesichtet

Bei einer Fasanenjagd in der Nähe von Mojmirovce im Südwesten der Slowakei hat ein Jäger am Samstag eine 29 Jahre alte Frau erschossen, die mit ihrem Hund als Treiberin an der Jagd teilnahm. Die Frau erlag im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Nitra ihren schweren Verletzungen. Nach Angaben der Polizei ist noch nicht klar, welcher der Jagdteilnehmer den tödlichen Schuss abgegeben hat. red.

Rheinland-Pfalz. Am Samstag Morgen fand im Seibersbacher Wald (Landkreis Bad Kreuznach) eine Treibjagd statt. Einer der beteiligten Jäger, ein 53-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen, schoss sich hierbei gegen 10:15 Uhr aufgrund von Unachtsamkeit mit seinem Jagdgewehr in die eigene Hand. Er hatte seine Hand über den Gewehrlauf gelegt, als sich aus bisher ungeklärter Ursache ein Schuss löste. Der 53-Jährige wurde hierbei durch einen Handdurchschussschwer verletzt. Der Schütze wurde nach einer ersten notärztlichen Versorgung vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus verbracht. PM

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Wir präsentieren stolz: Olle japanische Blechkiste

In einem Kommentar zum JAWINA-Beitrag “Herrlich…” schrieb – nein, monierte, also sagen wir, wie es ist, nörgelte – unser lieber und hochgeschätzter Freund Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel in einem Kommentar: “Müssen denn immer diese ollen englischen Blechkisten gezeigt werden? (Ha, ha)”. Gerne greifen wir Leserwunsch und Anregung auf, zumal sich JAWINA-Leser Robert in seiner Entgegnung auf HDP anheischig machte, eine Alternative bereitzustellen: “wie wär’s mit ollen JAPANISCHEN blechkisten? ich könnte sofort fotos schicken!” Ein Angebot, das wir gern und dankbar annähmen, insbesondere wenn angereichert mit einem Erfahrungsbericht. Hier ist er:

“So, here we come, damit Prof. Pfannenstiel mal etwas Abwechslung bekommt (oder zumindest über ein anderes Auto lästern kann).

Subaru Forester, Modell SF, Baujahr 1999, also 19 Jahre alt. 227.000 km.

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Jagderlebnisse: Frankonia verlost Wärmebildkamera

Wärmebildkameras sind ein geniales Werkzeug für Jäger, aber leider immer noch ganz schön teuer. Bei Frankonia gibt es jetzt die Chance, eine Wärmebildkamera zu gewinnen. Und zwar hat der fränkische Jagdausstatter eine Seite gestartet, auf denen Jägerinnen und Jäger ihre Jagderlebnisse posten können. Unter allen Teilnehmern (ab 18), die ein Jagderlebnis auf www.frankonia.de hochgeladen haben, verlost Frankonia eine Bering Prodigy 348 im Wert von 1799 Euro. Das Gewinnspiel läuft noch bis zum 31.1.2019. Auf der offenbar gut angenommenen Seite sind schon etliche  Jagderlebnisse versammelt. Neben Abschussberichten, den unvermeidlichen ersten Böcken, ersten Wildschweinen und ersten Jagden finden sich auch spannende Nachsuchengeschichten, Berichte von Jagdreisen oder Jagderlebnisse wie “Mein Mann begleitet mich das erste Mal auf die Jagd.” Jede Menge Lesestoff und teilweise durchaus amüsant und / oder interessant. Sogar eine Suchfunktion gibt es, mit der die Jagderlebnisse nach Jagd- und Wildart sortiert werden können. Auch Bilder lassen sich hochladen.

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Baden-Württemberg: Grüner Umweltminister für Wolfsabschüsse

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) hat sich in einem Brief an den EU-Kommissar für Umwelt, Maritime Angelegenheiten und Fischerei, Karmenu Vella, gewandt, um ein effizeientes Wolfsmanagement und damit “letale Entnahmen” im Ländle zu ermöglichen – letztlich aus Artenschutzgründen. Denn wenn Weidetierhalter die Nebenerwerbs- oder Hobbyhaltung wegen des Wolfs aufgeben, lassen sich “beweidungsabhängige FFH-Lebensraumtypen” nicht erhalten. Auch werde “von einigen Bevölkerungskreisen eine pauschale Entnahme von Wölfen vermehrt gefordert.” Den Schutzstatus des Wolfs will Untersteller jedoch nicht ändern. Wir dokumentieren das Schreiben Untersteller an die EU im Wortlaut.

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Management von Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie

Sehr geehrter Herr Kommissar,

in Baden-Württemberg gibt es zahlreiche natürliche Lebensräume, die ihre Existenz einer jahrhundertelangen Beweidung verdanken. Zu nennen sind hier insbesondere Lebensräume von europaweiter Bedeutung, die innerhalb Deutschlands ihr Hauptvorkommen u.a. in Baden-Württemberg haben. So sind beispielsweise Wacholderheiden (FFH-Code 5130), Kalk-Magerrasen und Kalk-Pionierrasen (FFH-Code 6210 und 6110) kennzeichnend für die Schwäbische Alb, trockene Heiden (FFH-Code 4030) und artenreiche Borstgrasrasen (FFH-Code 6230) haben ein Hauptvorkommen im Schwarzwald. Vielfach liegen diese Lebensräume in Bereichen, die beispielsweise aufgrund ihrer Steilheit oder Kleinparzelliertheit nicht mit Maschinen bewirtschaftbar sind und die deshalb aufgrund ihrer extensiven Bewirtschaftung durch Beweidung einen hohen naturschutzfachlichen Wert für die Biodiversität darstellen. Die Erhaltungszustände dieser FFH-Lebensraumtypen sind ungüstig-schlecht.

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Backhaus: “Rechtsgrundlage zur Entnahme von Problemwölfen wird unverzüglich geschaffen”

In Bremen ist heute die 91. Umweltministerkonferenz (UMK) zu Ende gegangen. Zentrales Thema war der Wolf neben den Schwerpunktthemen Klima, Energie und saubere Luft.

„Wir sind uns einig, dass die Rückkehr des Wolfes ein großer artenpolitischer Erfolg ist”, verkündete der Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns zum Abschluss der UMK: “Aber: die Erfolgsgeschichte kann nur fortgeschrieben werden, wenn es uns gelingt, hier auch gesellschaftliche Akzeptanz zu finden. Gerade in den betroffenen Regionen und bei den Weidetierhaltern ist dies nicht der Fall. Deshalb begrüße ich es sehr, dass alle Länder mittlerweile eine rechtssichere Grundlage zur Entnahme von problematischen Wölfen fordern und diese bis zur nächsten UMK geschaffen werden soll.“

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Das übliche Geschrei

Ein Kommentar von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Dem Vernehmen nach möchte ein prominenter Waldschützer bei der in Kürze anstehenden Sitzung des Landesjagbeirates Sachsen eine Veränderung der Rotwild-Jagdzeiten im Freistaat anregen. Derzeit kann Rotwild in Sachsen ab dem 1. August bejagt werden. Die Anregung des Waldschützers geht dahin, den Beginn der Jagdzeit auf Rotwild wie beim Rehwild bereits auf Mitte April festzusetzen.

Jagd- und Schonzeiten sind immer ein Kompromiss zwischen Biologie und Bedürfnissen des Wildes einerseits und Wünschen und Forderungen des Menschen, zumeist in Gestalt von Landwirt, Waldbauer oder Jäger, andererseits. Schonzeit für Rehwild und Rotwild vom 1. Februar bis zum 15. April hat diesen Namen allerdings nicht verdient und ist weder im Sinne des Wildes noch im Sinne des Waldbaus (sic!) ein vernünftiger Kompromiss. Das Gleiche gilt für Bewegungsjagden auf Rot- und Rehwild nach der Wintersonnenwende.

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EU-Kommission: 100 Prozent Entschädigung bei Wolfsrissen keine unzulässige Beihilfe

Hundertprozentige staatliche Unterstützung für Vorsorge und Entschädigung bei Wolfsrissen möglich – Landwirte können ihre Investitionen in Vorsorgemaßnahmen gegen Wolfsrisse künftig zu 100 Prozent erstattet bekommen. Das entschied die Europäische Kommission gestern und verbesserte die Entschädigungsquote damit um 20 Prozentpunkte.

Die Europäische Kommission hat gestern entschieden, dass Investitionen in Vorsorgemaßnahmen gegen Risse von Weidetieren durch Wölfe zu 100 Prozent durch die Länder finanziert werden können, ohne dass dies als unzulässige Beihilfe gilt. Bislang konnten Schafhaltern und Landwirten nur 80 Prozent der Vorsorgekosten, etwa für die Anschaffung von wolfssicheren Zäunen oder von Herdenschutzhunden erstattet werden. Auch solche Schäden, die infolge eines Wolfsrisses auftreten, dürfen fortan vollständig erstattet werden. Neu ist, dass dies auch für indirekte Schäden gilt, wie zum Beispiel für die Behandlungskosten gerissener Tiere beim Veterinär oder für die Arbeitskosten bei der Suche versprengter Tiere nach einem Angriff. Auch hier waren vorher nur 80 Prozent staatliche Erstattung zulässig.

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Brandenburg: Demonstration gegen die Ausbreitung der Wölfe am 10. November 2018

+++ Luchs in der Lüneburger Heide nachgewiesen +++

Am Samstag, dem 10. November 2018, um 10 Uhr veranstaltet der Bauernbund Brandenburg auf dem Alten Markt in Potsdam, gegenüber vom Landtag, eine Protestdemonstration gegen die Ausbreitung der Wölfe. Redner sind Bauernbund-Präsident Marco Hintze, Gregor Beyer vom Forum Natur Brandenburg, Mario Borchert vom Netzwerk Wolfsfreie Gemeinden, der Forstwirt Christoph Rechberg und der Biobauer Reinhard Jung. Vor den Reden, die um 11 Uhr beginnen, treten u. a. die Jäglitzer Jagdhornbläser, der Naturfotograf Jens-Werner Dettmann sowie Rosa Rotkäppchen auf. Gerds Insel-Catering aus Werder sorgt für das leibliche Wohl. Auch die anderen Landnutzerverbände in Brandenburg unterstützen inzwischen die Veranstaltung. Der Bauernbund möchte mit der Demonstration seiner Forderung Nachdruck verleihen, große Teile Brandenburgs zur wolfsfreien Zone zu machen. Überall, wo Menschen und Weidetiere sind, müssen Wölfe konsequent gejagt werden, verlangt der Verband und ruft alle Bürgerinnen und Bürger, die auch künftig ohne Angst auf dem Lande leben wollen, zur Teilnahme an der Demonstration auf. PM

Beitragsbild: Transparent zur Wolfsdemo. Bildrechte: Xaver Klaussner/fotolia, City Repro GmbH

Birkwild: Ornithologen üben scharfe Kritik an Sachsenforst

Der Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) stellt sich gerne als ökologischen Muster- und Vorzeigebetrieb dar. Was von dergleichen Lippenbekenntnissen zu halten ist, offenbart nicht nur der Umgang mit dem Rotwild im Landesforst, sondern auch die an den Tag gelegte Gleichgültigkeit gegenüber dem Birkwild. In Deutschland steht das imposante Raufußhuhn auf der Roten Liste, Kategorie 1: Es ist vom Aussterben bedroht. Im Westerzgebirge ist der Bestand seit Ende der 90er Jahre von 200 auf nur noch 20 Tiere geschrumpft, wie die Freie Presse (FP) berichtet. Viele der Flächen, auf denen die letzten sächsischen Birkhähne leben, werden vom SBS bewirtschaftet: “Obwohl der Sachsenforst dazu verpflichtet ist, den Lebensraum der seltenen Vögel zu erhalten, geschieht das Gegenteil”, so die FP. Bei einer Anhörung im Umweltausschuss im sächsischen Landtag am 2.11. haben Ornithologen scharfe Kritik am Sachsenforst geübt und Sofortmaßnahmen gefordert.

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Niedersachsen: Änderungen des Landesjagdgesetzes in Kraft getreten

Landesjägerschaft Niedersachsen: Geplantes Genehmigungsverfahren beim Schallminderer nicht nachvollziehbar

Mit der Veröffentlichung im Niedersächsischen Gesetz- und Verordnungsblatt, ausgegeben am 01. November 2018, gelten die Änderungen des Niedersächsischen Jagdgesetzes, die im Rahmen der kleinen Novelle beschlossen wurden. Zu den Änderungen gehört auch die Aufhebung des sachlichen Verbotes des Schallminderers. Die jagdrechtlichen Voraussetzungen für die Genehmigung eines Schalldämpfers in Niedersachsen sind damit zwar nun geschaffen, allerdings ist auch eine waffenrechtliche Genehmigung erforderlich – diese ist an die Person gebunden – das bedeutet eine Bedarfsprüfung im Einzelfall. Das vom Land Niedersachsen geplante Genehmigungsverfahren hierfür ist aus Sicht der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) schlichtweg nicht nachvollziehbar:

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Tödlicher Jagdunfall bei Nittenau: Polizei dementiert Gerüchte

+++ Italien: Jäger in Tirol tödlich abgestürzt +++ Schweiz: Abschussverfügung für zwei Wölfe abgelaufen +++ Thüringen: Nabu erstattet Anzeige wegen geschossenem Fischotter +++

Bei einem Jagdunfall ist am Sonntagvormittag, den 12.08.2018, in Zusammenhang mit einer Jagd, der Beifahrer eines unbeteiligten PKW bei Nittenau (Landkreis Schwandorf) von einem Projektil getroffen und tödlich verletzt worden (JAWINA berichtete). Inzwischen hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Es kursieren haltlose Gerüchte über die Person des vermeintlichen Täters, die von der Polizei nun dementiert wurden. In einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberpfalz heißt es dazu: “In den letzten Wochen halten sich in der betroffenen Region hartnäckige Gerüchte über die Person des ermittelten Tatverdächtigen und dessen Suizid. Dabei wird offensichtlich fortlaufend ein Arzt aus Nittenau benannt.

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Mecklenburg-Vorpommern: Pürzelprämie bis 2019 verlängert

Aufwandsentschädigungen für Schwarzwildabschüsse und Jagdhundeeinsätze werden fortgesetzt

Seit 1. Dezember 2017 erhalten Jäger in Mecklenburg-Vorpommern für jedes erlegte Wildschwein auf Antrag eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 25 Euro. Die Zahlung ist Bestandteil des Sofortprogramms der Landesregierung zur Reduzierung der Schwarzwildbestände in Mecklenburg-Vorpommern. Die im Sprachgebrauch der Jägerschaft als sog. Pürzelprämie bekannte Aufwandsentschädigung wird bis zum 31. März 2019 in gleicher Höhe gewährt.

Darüber hinaus sieht eine Änderung der diesbezüglichen Verwaltungsvorschrift vor, dass beim Zusammenschluss benachbarter Jagdbezirksinhaber für eine revierübergreifende Drückjagd den beteiligten Jagdhundeführern rückwirkend vom 1. Oktober 2018 bis zum 31. Januar 2019 eine Aufwandsentschädigung in Höhe von jeweils 35 Euro für jeden eingesetzten Jagdhund zu gewähren. „Hierfür soll der mit der Bestandsreduktion einhergehende Mehraufwand der Jagdhundeführer und ihrer vierbeinigen Helfer bei ihrem unermüdlichen Einsatz am wehrhaften Schwarzwild entschädigt werden. Ohne den Einsatz leistungsgeprüfter Jagdhunde lassen sich Wildschweine nicht effektiv bejagen“, sagte Minister Dr. Backhaus.

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NRW: Mehr als 60 jagdliche Einrichtungen professionell zerstört

+++ Seit 2015 haben Wölfe in Norddeutschland ca. 1300 Nutztiere gerissen +++ NRW: Wolf reißt erneut Schafe in Holte-Stukenbrock +++ Bayern: Jäger an Hasenpest erkrankt +++ Sachsen-Anhalt: Wölfe reißen Damschaufler im Mehmker Forst +++

Seit Jahresbeginn sind in den Kreisen Wesel und Kleve mehr als 60 Hochsitze, Kanzeln und Erdsitze von bislang unbekannten Tätern zerstört worden. Die Westfälische Rundschau (WR) zitiert einen Revierinhaber aus Kamp-Lintfort mit dem Satz: “Bei mir steht keine einzige Kanzel mehr.” Der oder die Täter rücken vermutlich nachts mit Fahrzeugen an, sie sind mit Profi-Werkzeugen wie Akku-Sägen und Trennschleifern ausgestattet. So werden die Hochsitze z.T. nicht nur angezündet oder umgesägt, sondern teilweise sogar komplett zersägt. Selbst Metallrohre seien kleingeschnitten worden, klagt Alfred Nimphius, der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Wesel, gegenüber RPonline. Mitunter werden bis zu acht Hochsitze in einer Nacht zerstört, der Schaden beläuft sich mittlerweile auf über 30.000 Euro. Bei manchen Sabotageakten geht es nicht nur um Sachbeschädigung, die Täter nehmen offenbar billigend in Kauf, dass Menschen durch angesägte Kanzeln zu Schaden kommen. Die WR berichtet von einem Fall, in dem ein Jagdaufseher erst auf einer der obersten Sprossen der Leiter bemerkte, dass der ganze Hochsitz schwankte: Die Telefonmasten waren durchgesägt, der Sitz aber nicht umgestoßen worden. Dass auch spielende Kinder solchen feigen und hinterlistigen Attentaten zum Opfer fallen könnten, nehmen die fanatisierten Täter offenbar billigend in Kauf.

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Steuerzahlerbund kritisiert Krankenwagen für Wölfe

BdSt: Füchse sind schlauer als Vogelschützer

Der Bund der Steuerzahler Deutschland e.V. (BdSt) dokumentiert in seinem Schwarzbuch alljährlich besonders krasse Fälle von Verschwendung öffentlicher Mittel. “Milliarden Euro Steuergeld hat die Politik in sinnlose Projekte gesteckt”, so der Steuerzahlerbund: “Wir decken die Skandale auf, weil Sie als Bürger wissen sollen, was damit geschieht!” Auf seiner Internetseite präsentiert der Verein eine Auswahl aktueller Beispiele, eines davon: Der Krankenwagen für Wölfe (JAWINA berichtete), den die Region Hannover 2017 in Betrieb genommen hat. Der “bundesweit bis heute einmalige Spezialanhänger”, mit dem bei einem Unfall verletzte Wölfe zur weiteren Versorgung abtransportiert werden können, “verfügt über wildtiersichere Innenwände, ein Transportbrett mit Fixiergurten, Stabschlingen und Netze zum Einfangen der Tiere, Bissschutzhandschuhe, einen Maulkorb und sogar eine Heizdecke für die verletzten Tiere. Um die Verkehrssicherheit an der Unfallstelle zu gewährleisten, ist der Anhänger zudem mit verschiedenen Beleuchtungseinrichtungen versehen”, so der BdSt. Diese Spezialanfertigung habe ihren Preis, klagt der Steuerzahlerbund: Fast 11.000 Euro habe die Region Hannover für den Anhänger ausgegeben, der bei Bedarf auch den Nachbarlandkreisen Celle, Nienburg und Heidekreis zur Verfügung gestellt werden sollte.

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DJV: Umweltministerkonferenz soll Lösungen der Wolfsproblematik präsentieren

DJV fordert pragmatische Lösungen im Umgang mit verhaltensauffälligen Wölfen: Nachhaltige Entnahme von Einzeltieren oder Rudeln widerspricht nicht dem Schutzzweck.

Die Zahl der Nutztierrisse durch Wölfe steigt stetig an, vor wenigen Tagen hat ein Wolf in Schleswig-Holstein mutmaßlich 14 Schafe getötet. Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert deshalb die Teilnehmer der heute beginnenden Umweltministerkonferenz (UMK) in Bremen auf, endlich konkrete Lösungen für den Umgang mit verhaltensauffälligen Wölfen zu präsentieren. Den Spielraum, den die europäische FFH-Richtlinie bietet, muss die Bundesregierung nun nach einer bereits einjährigen Prüfungsphase endlich nutzen und das Bundesnaturschutzgesetz novellieren (§ 45 Art. 7 BNatSchG): Eine angepasste, nachhaltige Entnahme von Einzeltieren oder Rudeln widerspricht laut DJV nicht dem Schutzzweck.

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Urteil: Stöberhundeführer sind in der Berufsgenossenschaft versichert

Stöberhundeführer sind bei Teilnahme an Drückjagden in der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft versichert, Unfälle bei dieser Tätigkeit werden als Arbeitsunfälle anerkannt. Das hat das Bundessozialgericht nun in letzter Instanz entschieden.

Die Pflichtmitgliedschaft in der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft ist für viele Jagdpächter ein Ärgernis: Exorbitant steigende Beiträge bei intransparenter Verwendung der Mittel, dafür darf man im Schadensfall die Leistung dann erst einmal durch alle Instanzen einklagen – so ungefähr ist Wahrnehmung. Umso erfreulicher ist es, dass die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft (SVLFG) jetzt vor dem Bundessozialgericht in Kassel eine krachende Niederlage eingefahren hat. Verhandelt wurde der Fall eines bayerischen Jagdhundezüchters und Hundeführers, der im Jahr an etwa zehn Stöberjagden auf Schwarzwild mit seinen Hunden teilgenommen hat. Auf der Internetseite des Bundessozialgerichts wird der Fall wie folgt dargestellt:

“Der Kläger, ein selbständiger Versicherungskaufmann, züchtet und bildet Jagdhunde aus. Mit seinen Hunden ist er etwa zehnmal im Jahr in verschiedenen Jagdrevieren als Treiber tätig und nutzt diese Einsätze zur Werbung im Internet für die Hundeausbildung. Am Unfalltag leistete er Treibdienste für eine Schwarzwilddrückjagd der beigeladene fürstlichen Forstverwaltung. Für das Jagen in diesem Revier war ein bei der beigeladenen fest angestellter Berufsjäger verantwortlich. Der Kläger war, wie bereits zweimal zuvor, von der Jagdleitung angefordert und beauftragt worden, mit zwei Stöberhunden Schwarzwild aufzustöbern, heraus zu jagen und vor die Schützen zu bringen.

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NRW: Krankgeschossenes Wildschwein beisst Friedhofsbesucher

+++ Sachsen-Anhalt: Streit um Vorfahrt – Jäger soll Autobesatzung bedroht haben +++

Bei Netphen (Kreis Siegen-Wittgenstein) hat am Samstag Mittag ein Wildschwein auf einem Friedhof in Dreis-Tiefenbach einen Mann ins Bein gebissen und verletzt. Danach flüchtete die Bache nach Siegen-Weidenau, von dort in den Stadtteil Bürbach und schließlich in den Stadtteil Hain, wo sie erneut Menschen attackiert haben soll. In der Nähe der Siegener Oberstadt ist die Sau dann von Polizisten erschossen worden. Das Wildschwein war auf einer Drückjagd krank geschossen worden, wie der WDR berichtet. red.

Beitragsbild: Bache (Archivbild). Foto: SE

Studie: Windräder wirken wie Spitzenprädatoren

Windräder können sich auf Räuber-Beute-Beziehungen wie neu eingeführte Spitzenprädatoren auswirken. Das hat die Biologin Dr. Maria Thaker vom Indian Institute of Science in Bengaluru heruasgefunden. In der im Fachmagazin Nature Ecology & Evolution 2018 veröffentlichten Studie “Wind farms have cascading impacts on ecosystems across trophic Levels” beschreibt sie, wie Windparks das Ökosystem verändern am Beispiel von Greifvögeln und Eidechsen, ihrer Beute. Durchgeführt hat sie diese Feldforschung in den Westghats, einem Gebirge im Westen Indiens und, wie Dr. Thaker schreibt, ein Biodiversitäts-Hotspot. Auf dem Chalkewadi-Plateau steht in mehr als tausend Höhenmetern jedoch einer der größten Windparks Indiens. In den WIndparks gab es vier Mal weniger Greifvögel als in den umgebenden Gebieten ohne Windräder, so Dr. Thaker. Entsprechend weniger Angriffe und Prädation gibt es auf die unter den Windrädern lebenden Eidechsen der Art Sarada superba. Diese seien daher bedeutend zahlreicher, hätten geringere Stresslevel und weniger Scheu, auch vor Menschen.

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Thüringen: Ministerium nimmt Stellung zum Jagdverbot am 9. November

Zum Jagdverbot in den Thüringer Landesforsten am 80. Jahrestag der Reichpogromnacht haben die Red. etliche Zuschriften erreicht. JAWINA-Leser fragten sich:

“Mir ist nicht klar, was das Gedenken in diesem Zusammenhang mit der Jagd zu tun hat. Geht es um den Waffeneinsatz?”

“[…] zumal es ja kein offizieller Gedenktag ist. Wenn sonst alles seinen normalen Gang geht – warum dann nicht die Jagd? Ist die Jagd für Frau Keller besonders – ja was? – anrüchig, frivol, gewalttätig?”

Wir haben die Fragen an die Pressestelle des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) weitergereicht:

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Berlin: 80jähriger Fleischer wildert Bache – mit Beil

Von einem interessanten Wilderei-Fall berichtet die Polizei Berlin auf ihrer Facebook-Seite: “Was ein Zeuge letzte Nacht auf einem Supermarkt-Parkplatz in Reinickendorf beobachtet, lässt ihn sofort die 110 rufen. Gegen 22:40 trifft unsere Funkstreife dort auf eine Frau in einem geparkten Auto. “Ich warte auf meinen Mann, der gleich von der Arbeit kommt”, sagt die 75-Jährige. Was sie mit “Arbeit” meint, stellt sich raus, als unsere Streife sich weiter umschaut. Sie finden eine enthauptete Bache, gehäutet und teilweise ausgenommen. Verwertbare Eingeweide und einige größere Stücken Fleisch liegen schon in einer Kiste. Schlachtutensilien liegen daneben, der Tatverdächtige versteckt sich im Gebüsch.

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Niedersachsen: Wolf greift Auto an

In Niedersachsen soll ein Wolf ein Auto angegriffen haben. Der Vorfall ereignete sich auf von der Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide bewirtschafteten Flächen. Ein Mitarbeiter der Stiftung habe mit dem Auto die Weiden kontrolliert, als der Wolf auf das Auto zulief und daran hochsprang. Der Mann konnte noch schnell die Scheibe hochkurbeln und den Angriff filmen. Dr. Barbara Guckes von der Stiftung bestätigte den Vorfall gegenüber JAWINA. Sie habe das Video gesehen, das gebe einem schon zu denken. Es handle sich ihrer Einschätzung nach eindeutig eher um eine Attacke als um eine neugierige Annäherung oder ein “Spiel.” Überhaupt verliere der Wolf mehr und mehr seine Scheu, so Dr. Guckes. Die Wolf näherten sich tagsüber den Schafherden, in einem Gebiet der Stiftungsflächen lassen sie sie auch durch Steinwürfe kaum noch vertreiben. Wölfe hätten auch schon versucht, ein Schaf unter den Augen des Schäfers zu reißen. Dies stelle die Schäfer vor immer größere Probleme. Im Deutschlandfunk plädierte Dr. Guckes dafür, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen: Man müsste ihn bejagen dürfen, aber in engen Grenzen bejagen dürfen.” Herdenschutzmaßnahmen allein würden daher nicht ausreichen. red.

Beitragsbild: Auto (Symbolbild). Foto: SE

Vogelwarten: Ringfunde melden!

Werden beringte Gänse oder Enten erlegt, liefern die Daten der Vogelringe wichtige Erkenntnisse, beispielsweise über ihr Zugverhalten. Erfolgt diese Weitergabe von Ringdaten an die zuständigen Vogelwarten nicht, gehen viele wertvolle Informationen unnötigerweise verloren. Der DJV ruft dazu auf, Ringfunde konsequent zu melden und verweist auf seine aktualisierte Empfehlung zur Jagd auf Wildgänse.

Im Jagdjahr 2016/2017 wurden deutschlandweit knapp 95.000 Wildgänse und circa 318.000 Wildenten im Rahmen ihrer nachhaltigen Nutzung oder zur Wildschadensabwehr erlegt. Darunter finden sich bisweilen Exemplare, die den Ring einer Vogelwarte tragen. Die Informationen, die mit den Vogelringen verbunden sind, lassen beispielsweise Rückschlüsse über das Zugverhalten und Zugwege oder auch die Ortstreue von Brutpaaren zu. Zur guten fachlichen Praxis bei der Bejagung von Wasserwild wie Graugans oder der invasiven Nilgans gehört, dass die Ringdaten an die für das jeweilige Bundesland zuständige Vogelwarte gemeldet werden. Hierdurch lassen sich für die Jagd relevante Entwicklungen einzelner Wildvogelbestände ableiten. Der Deutsche Jagdverband (DJV) klärt im Interview mit Simon Hinrichs, einem ehrenamtlichen Beringer der Vogelwarte Helgoland, welche Bedeutung die Ringe für die Forschung haben und wie man Funde meldet.

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Reichspogromnacht: Jagdverbot am 9. November in Thüringen

Die Thüringer Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (Linke) hat am 9. November die Jagd in den Landesforsten unterjagt. Das berichtet die Thüringer Allgemeine. An diesem Tag jährt sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal. In der Nacht von den 9. auf den 10. November 1938 wurden vom NS-Regime zahlreiche jüdische Menschen ermordet, Synagogen und Wohnhäuser zerstört und in Brand gesteckt und Geschäfte geplündert worden. Die sogenannte “Reichskristallnacht” bildete den Auftakt zum Genozid an den Juden durch Nazi-Deutschland. “Als Zeichen der Pietät” untersage Keller dem Thüringenforst am 9. November jegliches Schießen und den Einsatz von Jagdhunden“, heißt es der Zeitung zufolge in einer Verfügung. Sie sei davon überzeugt, dass es das Gedenken so gebiete, erklärte Keller. ThüringenForst zufolge sind knapp 1000 von dem Verbot betroffen. In 11 der 24 Forstämter waren am 9. November Gesellschaftsjagden angesetzt gewesen, den Gästen sei ein Ersatztermin in Aussicht gestellt worden.

Beitragsbild: Jagdstrecke (Symbolbild). Foto: SE

Die Red. dankt den JAWINA-Lesern NoS und GU für deren Hinweise.

Die Wüste…

… LEBT!

Auf einem der zahlreichen Messestände der Adihex 2018, die dem jagdlichen und kulturellen Erbe der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gewidmet sind, läuft ein Video: Auf den flimmernden Schwarzweiß-Aufnahmen ist zu sehen, wie junge Männer von einem primitiven Boot aus ins Meer springen. Durch ziemlich selbstgeknüpft aussehende Stricke mit den Schaluppen verbunden, tauchen sie ohne Sauerstoffflaschen oder sonstige Tauchausrüstung auf den Meeresgrund nach Muscheln. Man muss sich klar machen, dass diese Dokumentarfilme über die Perlentaucher im Arabischen Golf in den Fünfziger- oder Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts entstanden sind, um zu begreifen, welchen ungeheuren Wandel diese Gesellschaft in unfassbar kurzer Zeit erfolgreich bewältigt hat.

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NRW: Hanfplantage bei Treibjagd entdeckt

+++ Schleswig-Holstein: 14 Schafe im Landkreis Rendsburg-Eckernförde gerissen +++

In einem Waldstück in der Nähe des Borkener Sees wurde am vergangenen Freitag (26.10.) eine Hanfplantage mit 27 Pflanzen entdeckt. Im Rahmen einer Treibjagd in einem Waldstück, welches sich zwischen Trieschweg und Triftweg befindet, stießen die Jagdteilnehmer auf die die Plantage. Auf einer Fläche von ca. 50 qm befanden sich 27 Hanfpflanzen, die Pflanzen haben eine Höhe zwischen 140 und 160 cm. Bei der Plantage wurde zudem ein faltbarer Campingstuhl sowie ein schwarzer eckiger Mörtelkübel gefunden. Aufgrund der Größe der Pflanzen und Schnittstellen an einer Vielzahl von Trieben, gehen die Ermittler der Kriminalpolizei davon aus, dass die Pflanzen dort schon länger standen und auch schon mehrfach abgeerntet wurden. Die Hanfpflanzen wurden von der Polizei abgeerntet und sichergestellt. Ein Strafverfahren wegen der Herstellung von nicht geringen Mengen Betäubungsmitteln wurde eingeleitet. Die Kriminalpolizei in Homberg bittet um Hinweise, insbesondere auf Personen, welch sich in den letzten Monaten im Bereich des genannten Waldstücks verdächtig verhalten haben. Hinweise bitte an die Tel.: 05681/774-0. PM

Beitragsbild: Hanfpflanze bei Borken. Quelle: Polizei

LJV Hessen: Zwei Vorstandsmitglieder zurückgetreten

Die bisherigen Vorstandsmitglieder Thomas Schäfer und Helmut Nickel sind mit sofortiger Wirkung von ihren Posten als Vorstandsmitglieder des Landesjagdverbands Hessen (LJV H) zurückgetreten. In ihren Rücktrittsschreiben (die der Red. vorliegen) kritisierten Nickel und Schäfer u.a. die Personalpolitik des Verbands: Mitarbeiter seien ohne Kenntnis oder Zustimmung des Vorstands eingestellt worden. Nickel und Schäfer kritisierten übereinstimmend, dass der Vorstand in einem Fall der Einstellung zustimmen sollte, ohne den Namen, die Qualifikation oder das vereinbarte Gehalt des Bewerbers zu kennen, in einem anderen Fall sei der Arbeitsvertrag unterschrieben worden, ohne dass der Vorstand zuvor über eine Anstellung informiert worden war. Er frage sich, “ob die geplante Steigerung der Personalkosten von knapp 260.000 Euro im Jahr 2017 auf 403.000 Euro im Jahr 2019 gerechtfertigt und problemlos zu finanzieren ist – zumal auf eine institutionelle Förderung des LJV Hessen aus Mitteln der Jagdabgabe „großzügig“ verzichtet wurde”, schreibt Helmut Nickel.

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Verpackungsgesetz bringt neue Pflichten bei der Wildbretvermarktung

Noch mehr Bürokratie: Ohne Registrierung darf verpacktes Wildbret ab 1. Januar 2019 nicht mehr verkauft werden.

Das neue Verpackungsgesetz bringt auch für viele Anbieter von Wildbret ab 1. Januar 2019 neue Pflichten mit sich, meint der Deutsche Jagdverband (DJV). Auch bislang schon mussten nach der Verpackungsverordnung alle Hersteller verpackter Produkte für die Entsorgung ihrer Verpackungen einstehen. In der Regel erfolgt dies über die Beteiligung an einem „dualen System“ (z.B. Grüner Punkt). Zu den „Herstellern“ gehören auch Jäger, die Wildbret verpackt (z.B. vakuumiert) an Endverbraucher, Gastronomie oder Einzelhandel abgeben. Nicht als Hersteller im Sinne der Verpackungsverordnung gilt, wer Wild nur unverpackt (z.B. in der Decke) an Gastronomie, Einzelhandel, Verbraucher und Wildhändler abgibt.

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Belgien: Jäger fordern Entschädigung für ASP-Bekämpfung

Belgische Jäger leisten einen großen Beitrag bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Belgien, wo bisher 104 Fälle der Tierseuche offiziell registriert wurden: Sie suchen und bergen Kadaver und transportieren tote Wildschweine zur Entsorgung ab. Zuvor haben viele Jäger an den geforderten Schulungen in Biosicherheit teilgenommen, wie der belgische Jagdverband Royal Saint Hubert Club de Belgique (RSHB) in einer Pressemitteilung schreibt. Dies koste viel Zeit und Energie, auch fielen Kosten für den Transport an, für die die belgischen Jäger bislang keine Kompensation erhalten. Der RSHB schlägt deshalb eine Entschädigung für Jäger vor, wie sie etwa Tschechien seinen an der ASP-Bekämpfung beteiligten Jägern gewährt. Für Frischlinge und Überläufer bis 50 Kilogramm, die in der Restriktionszone zur Ausdünnung des Bestands erlegt werden, würden dort 153 Euro für Frischlinge und Überläufer bis 50 Kilogramm bezahlt, für ausgewachsene Wildschweine 306 Euro und für tot gefundene Sauen 192 Euro. Darüber hinaus entschädige der tschechische Staat die Weidleute für Wildbretverluste (38 Euro für Frischlinge, 76 Euro für Überläufer, 123 für mehrjährige Stücke) und zahle für jedes Wildschwein, das über die durchschnittliche Strecke der letzten drei Jahre hinaus erlegt wird, eine Prämie von 78 Euro.

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USA: Hund schiesst Jäger

Der 74jährige Sonny “Tex” Gilligan ist fast einem Schuss aus seiner eigenen Flinte zum Opfer gefallen, die von einem seiner Hunde (bzw. seiner haarsträubend nachlässigen Waffenhandhabung) ausgelöst worden war. Wie die Las Cruces Sun News berichtet, jagte Gilligan mit seinen drei Hunden Charlie, Scooter und Cowboy Präriehasen in der Wüstengegend westlich von Las Cruces (New Mexico). Die geladene Flinte lag zusammen mit den Hunden auf dem Rücksitz. Gilligan saß auf dem Fahrersitz seines geparkten Pickups, als ihn der Schuss traf. Charlie war mit der Pfote an den Abzug gekommen, die Schrotladung durchschlug den Sitz, zerfetzte Gilligans Rücken, brach ihm mehrere Rippen und das Schlüsselbein und verursachte schwere innere Verletzungen. Er dachte zuerst, es sei von außerhalb seines Autos auf ihn geschossen worden, dann dämmerte ihm, dass er von einem Schuss aus seinem eigenen Gewehr getroffen worden war.

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Herdenschutz gescheitert: Wölfe reißen 34 Schafe trotz Grundschutz und Herdenschutzhunden

+++ Schleswig-Holstein: Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) will “verhaltensauffällige Wölfe” töten lassen +++

In der Nacht zum 31. Oktober 2018 ereignete sich im Landkreis Ludwigslust-Parchim (M-V) im Bereich der Rögnitz ein Wolfsangriff auf eine ca. 600-köpfige Herde tragender Mutterschafe. Das teilt das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt mit. Dabei wurden 34 Schafe getötet und mindestens elf weitere verletzt. Einige Tiere wurden heute Mittag noch vermisst. Der von dem Schäfer herbeigerufene Rissgutachter bestätigte, dass es sich um einen Wolfangriff handelte.

Ein Teil der nach Grundschutzvorgaben eingezäunten und von Herdenschutzhunden begleiteten Schafe hatte bei dem Angriff den Zaun niedergedrückt, war ausgebrochen und über etwa sieben Kilometer entlang des Flusses Rögnitz geflüchtet.

In dem Gebiet sind zwei Wolfsansiedlungen nachgewiesen, beide sind genetisch erfasst. Neben dem Kallißer Rudel kommt auch ein im Amt Neuhaus ansässiges Wolfspaar als Verursacher des Rissvorfalls in Betracht. Der Rissgutachter sicherte Spuren und Genetikproben. Die Untersuchungen dauern gegenwärtig noch an. PM

NRW: Schafzuchtverband fordert besser Prävention und Abschuss von “Problemwölfen”

Der Schafzuchtverband Nordrhein-Westfalen fordert verbesserte Präventionsförderung und den Abschuss von Problemwölfen. Die Weidetierhalter seien “nicht mehr bereit, die dauernden Risse zu akzeptieren.” In einer Pressemitteilung des Verbandes heißt es dazu:

“In Hünxe sind wiederum zwei Schafe gerissen worden, in Dinslaken zehn Stück Damwild in einem Gehege mit 2 m hohen Zäunen, aus in den Boden eingelassenem Knotengeflecht (JAWINA berichtete). Die endgültige Klärung der Risse steht noch aus, die Risse wurden vom LANUV aufgenommen und die Proben befinden sich zur Untersuchung im Senckenberg-Institut.

Die Weidetierhalter in den betroffenen Gebieten sind nicht mehr bereit, die dauernden Risse zu akzeptieren.

Im Wolfsmanagementplan für NRW wird der Schutz der Weidetiere gefordert, im ersten ausgewiesenen Wolfsgebiet wird der Herdenschutz seit 1.10.2018 nun auch auf Antrag mit Zuschüssen zu Präventionsmaßnahmen gefördert. Leider sorgt die Praxis, Prävention erst nach sechsmonatiger Anwesenheit desselben Wolfes zu fördern, in diesem Gebiet dafür, dass die territoriale Wölfin dort ein halbes Jahr Zeit zum Üben und Trainieren des Überwindens von Zäunen hatte. Die Weidetierhalter sind oft nicht imstande, Prävention über den normalen Grundschutz hinaus aus eigener Tasche zu finanzieren.

Zudem stellt sich den Weidetierhaltern immer häufiger die Frage ob und welche Präventionsmaßnahmen überhaupt geeignet sind, Schutz vor bestimmten Wölfen zu bieten. So ist die territoriale Wölfin im Kreis Wesel nun offensichtlich in ein Gehege in Ortstrandlage eingedrungen, das der Wolfsrichtlinie für den Grundschutz entspricht – in den Boden eingelassenes Knotengeflecht, 2 m hoch. Der Zaun sei nicht untergraben worden. Es scheint Wölfe zu geben, die nach entsprechendem Training in der Lage sind auch Zäune zu überwinden, die den Grundanforderungen zum Herdenschutz genügen. Allgemein setzt sich mittlerweile die Erkenntnis durch, dass Problemwölfe zu entnehmen sind. Jedoch gibt es bisher keine anerkannte Definition des Problemwolfs, die auch den Schutz der Weidetiere einbezieht.

Daher fordert der Schafzuchtverband:

1. Frühzeitige Präventionsförderung bei begründetem Verdacht der Ansiedlung von Wölfen – was eine Situation wie diese möglicherweise hätte verhindern können.

2. Einstufung von Wölfen, die mehrfach Herdenschutzmaßnahmen überwinden und Nutziere reißen als Problemwölfe und als Konsequenz Entnahme dieser Wölfe.” PM

Beitragsbild: Von Wolf gerissene Schafe (Archivbild)

Braunbären töten Wolf in niederländischem Zoo

+++ Hessen: Angeblich Graureiher beschossen +++

Im Zoo Dierenrijk im südniederländischen Mierlo haben Braunbären einen Wolf getötet. Ein Besucher hielt die Auseinandersetzung zwischen den üblicherweise einträchtig das Gehege bewohnenden Tieren in einem Video fest. Wie der Zoo auf seiner Facebook-Seite mitteilte, ereignete sich der Vorfall, als ein zweijähriger Wolf aus dem Wasser steigen wollte. Drei Bären stürzen sich auf den Wolf und zerreißen ihn, ein vierter Bär vertreibt die Wölfe, die ihren Artgenossen mit gefletschten Zähnen und Beißattacken auf die Hinterteile der Bären zu verteidigen versuchen. Obwohl Tierpfleger rasch zur Stelle waren, starb der Wolf bei dem Bärenangriff – was einen nicht wirklich erstaunt, wenn man das Video gesehen hat. “Wir sind alle schockiert und traurig, dass es zu diesem tragischen Unfall gekommen ist”, schrieb der Zoo. Die “Gäste” seien angemessen untergebracht, versicherte Dierenrijk. red.

Beitragsbild: Mitteilung des Zoos Dierenrijk auf Facebook (Screenshot)

Im vierstelligen Bereich: Wilderei in Deutschland

Eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen befasst sich mit dem Ausmaß der Wilderei in Deutschland. Allein in 2017 wurden demnach 1020 Fälle von Wilderei erfasst, was ungefähr dem langjährigen Durchschnitt entspricht. Verlässliche Zahlen über das tatsächliche Ausmaß illegaler Verfolgung wildlebender Arten in Deutschland lägen jedoch aufgrund einer hohen Dunkelziffer und mangels systematischer Erfassung nicht vor, teilte die Bundesregierung in ihrer Antwort mit. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke, stellte im Nachrichtenmagazin “Spiegel” fest, dass Wilderei zunehmend eine Bedrohung für die Artenvielfalt in Deutschland darstelle. Über das tatsächliche Ausmaß ließe sich nur spekulieren, da die Daten nicht systematisch erfasst würden. Die Ausstattung der Kontrollbehörden sei unzureichend und das Risiko, entdeckt zu werden, gering. Die Bundesregierung müsse mehr für den Schutz der Wildtiere in Deutschland tun. red.

Beitragsbild: Auch ein Fall von Jagdwilderei – von Hund gerissenes Reh. Foto: SE

Urteil: Gericht erlaubt “effektive Abwehrmaßnahmen” gegen freilaufende Hunde

Dieses Urteil dürfte hohes Missbrauchspotenzial aufweisen: Gegen einen nicht angeleinten herannahenden Hund, den der Hundehalter nicht (mehr) unter Kontrolle hat, dürfen effektive Abwehrmaßnahmen getroffen werden; das Verhalten des Hundes muss zuvor nicht analysiert werden, urteilt das OLG Koblenz.

Nähert sich ein nicht angeleinter Hund, den der Hundehalter nicht (mehr) unter Kontrolle hat, dürfen effektive Abwehrmaßnahmen ergriffen werden. Angesichts der Unberechenbarkeit tierischen Verhaltens muss der Abwehrende zuvor nicht analysieren und bewerten, ob das Verhalten des Tieres auf eine konkrete Gefahr schließen lässt. Dies hat der 1. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Koblenz entschieden (Beschluss vom 18.10.2018; Az.: 1 U 599/18), der damit das vorinstanzliche Urteil des Landgerichts Mainz bestätigt hat.

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