Wolfswelpen im Bayerischen Wald nachgewiesen

Bei der aktuellen routinemäßigen Auswertung einer Fotofalle im Nationalpark Bayerischer Wald wurden drei Jungtiere bestätigt. Die Aufnahme stammt vom 28.07.2017. Es handelt sich damit um den ersten Nachweis von Jungwölfen bei freilebenden Tieren in Bayern seit rund 150 Jahren. Die Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern vor Ort wurden informiert, so das Landesamt für Umwelt in einer Pressemitteilung. Seit 2006 werden in Bayern immer wieder einzelne Wölfe nachgewiesen. Es handelt sich in der Regel um durchziehende Jungtiere, die entweder aus der südwestlichen Alpenpopulation oder nordosteuropäischen Tieflandpopulation stammen. Standorttreue Wölfe, d. h. Wölfe, die länger als ein halbes Jahr in einer Region nachgewiesen werden können, gibt es derzeit im Nationalpark Bayerischer Wald und auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Dort wurde seit Ende 2016 jeweils ein Wolfs-Paar bestätigt.


Seit 2007 verfügt der Freistaat über ein bayernweites Wildtiermanagement am Bayerischen Landesamt für Umwelt. Im Rahmen dieses Wildtiermanagements, an dem alle Interessenvertreter beteiligt sind, wurde auch der aktuell vorliegende Managementplan „Wölfe in Bayern – Stufe 2“ erstellt. Dieser umfasst den Umgang mit einzelnen durchziehenden Wölfen und wenigen, standorttreuen Individuen. Bereits seit Längerem wird intensiv an Stufe 3 des Managementplans gearbeitet. Parallel dazu befindet sich ein bayernweites Förderprogramm zum Herdenschutz in Erarbeitung.

Grundsätzlich wird Nutztierhaltern in Gebieten mit dauerhafter Wolf-Anwesenheit vorsorglich empfohlen, ihre Tiere wenn möglich in der Nacht einzustallen bzw. die Weidefläche mit Elektrozäunen von mindestens 90 cm Höhe zu schützen. Auch der Einsatz von Herdenschutzhunden kann eine geeignete Vorsorgemaßnahme sein. PM LfU

Beitragsbild: Das von der Fotofalle aufgenommene Beweisbild. Quelle: LfU

Ein Gedanke zu „Wolfswelpen im Bayerischen Wald nachgewiesen

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Die nach oder durch Bayern wandernden bzw. gewanderten Wölfe sind lebende Beweise dafür, dass die in der Meldung genannten Populationen reine Hirngespinste sind. Im Hintergrund stehen die 1000 adulten Wölfe, die eine Population zu einer mit „günstigem Erhaltungszustand“ machen. Von 1000 Wölfen ist in der FFH-Richtlinie, wo der“günstige Erhaltungszustand“ gefordert wird, jedoch keine Rede. Diese Zahl wurde im Nachhinein ohne richtige biologische Datenbasis festgelegt. Und nun will man der Öffentlichkeit seitens der extrem Lupophilen suggerieren, jede der auf dem Papier definierten Populationen müsse aus mindestens 1000 geschlechtsreifen Wölfen bestehen. Unsere Wölfe in Deutschland gehören zu einer eurasischen Metapopulation, die längst wesentlich mehr als 1000 adulte Individuen umfasst! Die Wölfe in Bayern zeigen, dass der Genaustausch zwischen den Subpopulationen der eurasischen Metapopulation funktioniert!

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