Wolfsangst in Berlin?

Es ist wohl noch nicht so weit, dass das öffentliche Leben in der deutschen Hauptstadt vollständig zum Erliegen gekommen ist, aber wenn man den Springer-Zeitungen Bild und B.Z. glauben darf, grassiert in Berlin die Angst vor dem Wolf. Anlass ist die Sichtung eines ersten Vorboten Isegrimms am Rand des Tegeler Forst im Norden Berlins. Jetzt sei es „nur noch eine Frage der Zeit“, bis Wölfe auch im Tegeler Forst auftauchen und, wer weiß, bald besiedeln sie vielleicht auch die Mülldeponien in Ruhleben oder Neukölln und trotten morgens zwischen Schulkindern und Pendlern vom großstädtischen Revier zur urbanen Schlafstätte. Sog. „Wolfsexperten“ wollen die Bevölkerung nun auf die bevorstehenden Begegnungen mit dem Grauhund vorbereiten und bieten entsprechende Vorträge an. Da die zugrunde liegenden PowerPoint-Präsen der JAWINA-Redaktion geleakt wurden, haben wir die Möglichkeit, den Inhalt der geplanten Vorträge bereits vorab präsentieren zu können:

Der Wolf ist ein total faszinierendes und vom Aussterben bedrohtes Tier, dessen Wiederkehr als Gnade und Symbol für Natur und Naturschutz zu begreifen ist.

Wölfe stehen unter strengstem Schutz, sie dürfen nicht gestört, gejagt, vergrämt oder sonstwie beeinträchtigt werden.

Dieser Schutzstatus ist nicht verhandelbar.

Wölfe sind von Natur aus scheu.

Aufgrund der natürlichen Scheu ist es praktisch ausgeschlossen, jemals einen Wolf zu Gesicht zu bekommen.

Sollte man doch einen zu Gesicht bekommen, so reicht es, laut zu reden oder in die Hände zu klatschen, um ihn zu verscheuchen.

Menschen gehören nicht zum Beuteschema des Wolfs, es gibt keinen Beweis dafür, dass jemals ein Mensch von einem Wolf gefressen wurde.

Es besteht kein Anlass zur Beunruhigung.

Spenden werden gegen Aushändigung einer Spendenquittung gern entgegen genommen.

Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit. SE

Beitragsbild: Wolfsangst in Berlin (Headline des Bild-Artikels, Screenshot).

7 Gedanken zu „Wolfsangst in Berlin?

    1. admin Beitragsautor

      Werter Kommentator vom Freundeskreis Wolf,
      wir sind stets bestrebt, uns neue Leserschichten zu erschließen und freuen uns, dass wir nun auch Ihnen etwas zu bieten haben!

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  1. Zeitgenosse

    Hallo zusammen, wenn das so stimmt mit der Präsentation, dann wird mir angst und bange. Soviel pseudoreligiöse Agitation, fern jeder Realität, wird in unserem Verhältnis untereinander und für die betroffenen Regionen große Probleme mit sich bringen. Warum diese Übertreibungen? Ich fürchte, man muss dagegen angehen. Im einzelnen Anmerkungen zur Präsentation – in Gedankenstrichen -:

    Der Wolf ist ein total faszinierendes – ja –
    und vom Aussterben bedrohtes Tier – selbst in Europa nicht -,
    dessen Wiederkehr als Gnade – !! –
    und Symbol für Natur und Naturschutz zu begreifen ist. – muss man drüber reden, auch in wie weit hier im dicht besiedelten Mitteleuropa angemessen –

    Wölfe stehen unter strengstem Schutz, sie dürfen nicht gestört, gejagt, vergrämt oder sonstwie beeinträchtigt – ! – werden. – Muss der Mensch sich jetzt aus Wolfsgebieten zurückziehen? Was ist in 10 Jahren, wenn der jetztige Bestand sich verzehnfacht hat und jährlich deutlich über 1000 neue hinzukommen? –

    Dieser Schutzstatus ist nicht verhandelbar. – Behauptung –

    Wölfe sind von Natur aus scheu. – neugierig und hungrig –

    Aufgrund der natürlichen Scheu ist es praktisch ausgeschlossen, jemals einen Wolf zu Gesicht zu bekommen – da gibt es in youtube mittlerweile aus Deutschland genügend Gegenbeispiele. –

    Sollte man doch einen zu Gesicht bekommen, so reicht es, laut zu reden oder in die Hände zu klatschen, um ihn zu verscheuchen. – Wirklich, und auf Dauer? –

    Menschen gehören nicht zum Beuteschema des Wolfs, es gibt keinen Beweis dafür, dass jemals ein Mensch von einem Wolf gefressen wurde. – absolut daneben, s. a. Frank N. Möller: Zur Hölle mit dem Wolf, BoD-Verlag 2018

    Es besteht kein Anlass zur Beunruhigung. – nur Wunschdenken und eher Irreführung, viele Betroffene sehen das ganz anders aus eigener tlw. böser Erfahrung –

    Spenden werden gegen Aushändigung einer Spendenquittung gern entgegen genommen. – darum geht es wohl, helft lieber den Wolfsopfern –

    Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit. SE – Floskel –

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    1. Derdashierschrieb

      Dass sehr viele Jäger eher schlichte Gemüter sind, die ihr eigenes Tun nicht richtig verstehen, ist nichts Neues. Und dass sie von Ökologie, Wildbiologie und Wölfen entweder nichts verstehen oder Tatsachen ignorieren und verdrehen, um die eigenen Interessen durchzusetzen, ist auch bekannt und wird u.a. auf dieser Seite hier ja immer wieder aufs Neue bewiesen. Dass sie aber so dämlich sind, ihre eigene Satire nicht zu verstehen, das macht mir dann doch ein wenig Angst …

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      1. admin Beitragsautor

        Werter Herr H.,
        Ihr anmaßender und auf pöbelhafte Weise beleidigender Kommentar ist nicht geeignet, die intellektuelle oder moralische Überlegenheit der Wolfsfreunde und Nabuisten über die angeblich so schlichten Gemüter der Jäger zu demonstrieren, eher im Gegenteil. Dass Sie Ihre Ausfälle dann auch noch feige unter Pseudonym absondern, sagt mehr über Sie aus, als Ihnen lieb sein dürfte. Frustration und Verzweiflung darüber, dass der Stimmungswandel beim Thema Wolf nun auch die Politik erreicht hat, scheinen Ihnen und Ihresgleichen schwer zu schaffen zu machen. SE

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  2. Mikka

    Wolf = Nahrungsopportunist
    Mensch = (noch) kein aktiver Feind

    … mehr gibt’s dazu nicht zu sagen!

    Doch, eins noch: Jäger = privilegierter, gesetzestreuer Bürger! Wolfsabschüsse andere fordern lassen!!! „… und das ist auch gut so.“

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  3. Ronbi

    Das wird doch eine nette Abwechslung.
    Statt Fuchs auf dem Komposthaufen, bald Wolf.
    Nicht nur für Berlin.
    Und endlich haben Städter auch etwas vom Wolf.

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