Wolf: Kanton Wallis will Wolfshybriden abschießen lassen

Das Parlament des Schweizer Kantons Wallis hat am 15. Mai zwei Postulate gutgeheißen, die sich mit Wolfshybriden beschäftigen: In dem Postulat „Werden die Wolfshybriden entnommen?“ geht es um  genetische Untersuchungen der Wolfspopulation in Frankreich: Bei Medienkonferenz am 22. November 2017 in Grenoble präsentierte die französische Landwirtschaftskammer demnach die Resultate von DNA-Analysen, die das deutsche Institut für forensische Genetik und Rechtsmedizin ForGen durchgeführt hatte. Von den entnommenen Proben konnten 60% ausgewertet werden. Es seien bei den verwertbaren Resultaten ausschliesslich Wolfs-Hunde-Mischlinge festgestellt worden, so der Text des Postulats.

Weiter heißt es:

„Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigen auf, dass auch in der Schweiz bei den DNA-Untersuchungen  nur  diejenigen  Untersuchungen  vorgenommen  werden,  um  die Bezeichnung der Individuen zu bestätigen (für die KORA). Dies ist somit aus heutiger Sicht lediglich ein Beitrag zur Ausbreitung von Grossraubtieren und zu statistischen Zwecken und somit  nicht genug  transparent,  da  nur  die  mütterlichen  Mitochondrien-DNA  analysiert werden.

Im Weiteren fehlen kraniologische Untersuchungen, die Wölfe und Hybriden anhand ihrer Merkmale eindeutig identifizieren. Nach geltenden Vorgaben, sind Wolfs-Hybriden ausserordentlich gefährlich für Mensch und Haustiere einzustufen, weshalb sie rasch entnommen werden müssen. Es ist wahrscheinlich, dass sich somit unter den Wölfen/Hybriden auf Walliser Territorium, auch Hybriden aus Frankreich und Italien oder anderer Staaten befinden.

Schlussfolgerung

Wir fordern den Staatsrat auf, die Frage der Wolfs-Hybriden zu klären und:

1. die detaillierten Ergebnisse dieser Untersuchung einzufordern und den Grossen Rat und die Bevölkerung darüber ausführlich zu informieren;

2. sich  umgehend  dafür  einzusetzen,  dass  die  durchgeführten  Verfahren  und  die Methodik der DNA-Untersuchungen umgehend geändert werden, damit bei jeder der vorhandenen DNA-Untersuchung gleichzeitig auch der Nachweis erbracht wird, ob es sich um Hybriden oder Wölfe handelt;

3. sich umgehend dafür einzusetzen, dass ab sofort auch kraniologische Untersuchung gemacht werden, um Wölfe und Hybride eindeutig zu unterscheiden;

4. festgestellte Hybriden im Wallis in der Folge unmittelbar zu entnehmen.“

Dieses Postulat wurde vom Kantonsparlament angenommen.

Im Postulat „Hybriden müssen erlegt werden“ heißt es klipp und klar:

„Der Wolf ist ein Wolf und Wolfs-Hybriden ist eine Mischung zwischen Wolf und Hund. Hybriden sind eine viel gefährlichere Wildart für den Menschen. Hybriden sind nicht geschützt und können somit erlegt werden. Das Problem besteht nur darin wie kann ein Hybrid erkannt werden. Bei der Beobachtung in der Natur gibt es wenige Merkmale die auf eine klare Erkennung tendieren. Bei erlegten Wolfs-Hybriden kann dies jedoch klar festgestellt werden. Bis zum heutigen Tag wurden nur die Gene analysiert um in den Statistiken das Tier klar festzuhalten und nachzuverfolgen wie und wo er sein Unsinn treibt. Durch das Deutsche Institut For Gen wurde klar festgestellt, dass in Europa mehrere Hybriden ihr Unwesen treiben und so wird es auch in der Schweiz sein.

Bei der Nachfrage beim Bundesamt gibt es keine Wolf-Hybriden und ein fachliches Gespräch wurde selbst abgewiesen. Der Bund interessiert dies nicht, denn er will nur den Bestand und en Aufenthalt der Grossraubtiere verfolgen und festhalten. Über Jahre wurden wir am Narrenseil umhergeführt. Die kantonale Jagdabteilung hat über Jahre für den Bund, KORA und andere Institutionen für Grossraubtiere eine grosse Arbeit geleistet und selber hat es dem Wallis nichts genutzt.

Schlussfolgerung

Mit diesem Postulat beantragen wir, dass der Kanton gefallene und erlegte Grossraubtiere auf ihre Rassenechtheit prüft und auch öffentlich informiert. Diese kraniologische Analyse muss von einer neutralen Institution durchgeführt werden.“

Auch dieses Postulat wurde angenommen.

Beide Postulate wurden von Grünen und Linken bekämpft, meldet die Aargauer Zeitung: Der Schweizer Grünen-Politiker Jérôme Fournier erklärte: Wölfe und Hunde gehörten derselben Spezies an, eine Kreuzung zwischen den beiden sei keine Hybridisierung, sondern eine genetische Introgression. Für ihn, so die Aargauer Zeitung, zielten die Postulate nur darauf ab, zu zeigen, dass alle Wölfe Kreuzungen seien und deshalb erlegt werden müssten. SE

Beitragsbild: Postulat „Hybriden müssen erlegt werden“ auf der Seite des Walliser Kantonparlaments. (Screenshot)

 

 

3 Gedanken zu „Wolf: Kanton Wallis will Wolfshybriden abschießen lassen

  1. Grimbart

    So weit müssen wir in der Diskussion in Deutschland auch kommen. Entlarvend ist das Statement des Grünen Politikers. Es geht nicht um Wölfe! Die Art ist denen vollkommen egal. Letztendlich ist der Wolf oder die Hybriden, nur ein Vehikel um ein weiteres Scheinargument gegen die Jagd zu haben.

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  2. Ralf

    Was für ein Irrsinn.
    „Der Schweizer Grünen-Politiker Jérôme Fournier erklärte: Wölfe und Hunde gehörten derselben Spezies an, eine Kreuzung zwischen den beiden sei keine Hybridisierung, sondern eine genetische Introgression. Für ihn, so die Aargauer Zeitung, zielten die Postulate nur darauf ab, zu zeigen, dass alle Wölfe Kreuzungen seien und deshalb erlegt werden müssten.“
    Es gibt also einen Grünenpolitiker in der Schweiz, dem Artenschutz egal ist und der eine Gefahr für die Bevölkerung ansteigen lassen will? Habe ich das richtig verstanden?
    Wie ist das bei unseren Politikern und Regierungen? Wann gibt’s Wolf-DNS-Ergebnissen (Desoxyribunukleinsäure) bei uns?
    Gibt es oder gab es schon Anfragen an Regierungen mit Untersuchungsergebnis-Veröffentlichungen?
    Nur um es klarzustellen: ich habe kein Interesse daran, mir jemals die Decke eines Wolfhybriden gerben zu lassen. Schon gar nicht, wenn im Hinterkopf ist, dass das ein Hund und kein Wolf ist. Es geht mir schlichtweg um Gefahrenabwehr. Genauso wie beim Abschuss von Wild an Straßen etc.
    Aber vielleicht müsste so mancher Jagdgegner den Jägerlehrgang seiner Jägerschaft besuchen, um die Gesamtzusammenhänge erfassen zu können.

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  3. Ronbi

    Wäre das Ergebnis mit deutschen Wölfen ein anderes?
    Warum wurden nicht längst entsprechende Genanalysen gemacht oder wurden sie unternommen und nur das Resultat passt nicht?
    Was steht da unter strengem Schutz?
    Artenreine Wölfe oder Wolf-Hund-Hybriden?

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