Wegen Wildschwein-Grillen als Nazi diffamiert

Dass es Anhänger von Fleischverzicht mit Toleranz und Meinungsfreiheit oft nicht so haben, zeigt aufs Neue ein Vorfall aus Kassel: Dort wurde am 22. April der „Tag der Erde“ begangen – fleischlos, versteht sich. Das von einem Verein namens UmweltHaus Kassel e.V. mit Unterstützung des Umwelt- und Gartenamtes veranstaltete Umweltfest wird seit 1990 in jeweils wechselnden Stadtteilen Kassels begangen. Ein Kasseler Künstler und Metallbauer, dessen Wohnhaus nebst Werkstatt direkt an der Veranstaltungsmeile liegt, hatte die im Nachhinein betrachtet nicht so gute Idee, an diesem Tag in seinem Vorgarten mit Freunden ein Wildschwein am Spieß zu grillen. Das Wildschwein – 100 % bio und aus artgerechter Haltung – hatte eine befreundete Jägerin geschossen. Schon während der Veranstaltung führte diese als „Spaß und ein bisschen Provokation“ gedachte Aktion zu „Streit mit Tierschützern und Diskussionen mit den Veranstaltern“, wie die HNA berichtet. Aber danach ging es erst richtig los.

Einige Tage nach dem Grillfest verteilten unbekannte Aktivisten Flugblätter in der Nchbarschaft, in denen der Grillmeister als Nazi und bekennender Reichsbürger verunglimpft wurde. Auf den Flugblättern waren Fotos vom Grillfest und Aufnahmen eines mit Nazi-Symbolen beklebten Busses zu sehen. Das treffe ihn hart, sagte der Metallkünstler zur HNA, es sei geschäftsschädigend. Manche Nachbarn grüßten ihn nicht mehr, einer hätte im Vorbeigehen „Scheiß-Nazi“ gezischt. Das ist halt das Perfide an übler Nachrede: Sie funktioniert, irgendetwas bleibt immer hängen.

Jedenfalls sieht sich der Künstler jetzt veranlasst klarzustellen, dass er keineswegs rechts sei, in seinem Betrieb schon viele Ausländer ausgebildet habe – was ein algerischer Kollege gegenüber der HNA auch gleich bestätigt. Also aufgepasst: Am falschen Ort zur falschen Zeit ein Wildschwein zu grillen, gilt in manchen Kreisen bereits als rechts. SE

3 Gedanken zu „Wegen Wildschwein-Grillen als Nazi diffamiert

  1. Grimbart

    Da kann man noch nicht mal mehr in seinem eigenen Garten grillen, wenn die Gutmenschen etwas dagegen haben. Armes Deutschland. Mir hat der Rehrücken gestern zumindest hervorragend gemundet, den ich auf den Grill gezerrt hatte.

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  2. RK

    Abstruse Realität mit Anklängen an Verhaltensweisen der Menschen in III. Reich und DDR – wer nicht dem vermeintlichen Mainstream angehört, wird denunziert und gemobbt. Offen und tolerant nur gegenüber den Leuten, welche die eigene Meinung vertreten. Ansonsten Nazikeule statt Sachargumentation. Wir leben offensichtlich in einer untergehenden Gesellschaft.

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    1. Ralf

      Deshalb gilt es nun, den Kopf nicht in den Sand zu stecken oder sich in sein Schneckenhaus zurück zu ziehen! Es gilt den „Mainstream“ mitzubestimmen!
      Wir müssten kein Schattedasein fristen, sondern müssen uns noch mehr zeigen und den Sinn von Jagd darstellen.
      Wir sind Teil der Gesellschaft und müssen uns echt nicht verstecken!
      Die Möglichkeiten des „sich Zeigens“ muss ich nicht erläutern, oder? Sie sind vielfältig.
      Das „Aussitzen“ aus Opa’s Zeiten können wir uns heute nicht mehr erlauben- und brauchen wir auch nicht! Zeigt euch!

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