Mahlzeit

Wald vor Wild: „Ausrotten das Kroppzeug!“

Was viele Waldbesitzer wirklich wollen – und hinter Schlagworten wie klimastabile Wälder, zukunftsorientierter Waldumbau etc. so fördermittelfreundlich verbergen – einem Waldbauern aus der Gegend von Fürth ist es jetzt in der Öffentlichkeit herausgerutscht: „Ausgerottet gehört das Kroppzeug!“, rief er wütend in den Raum. Anlass war das 14. Langenzenner Waldgespräch bei dem Waldbesitzer, Jäger und Verbandsvertreter über die Rolle des „Jagdgenossen im 21. Jahrhundert“ diskutierten und über das nordbayern.de berichtet. Gemeint waren natürlich die Rehe, die bösen Knospenbeißer und Waldschädlinge. Die stören einfach beim Waldumbau in ertragsstabile Waldplantagen möglichst ohne Wild. SE

Beitragsbild: Nur ein totes Reh… Foto: Robert Saemann-Ischenko

2 Gedanken zu „Wald vor Wild: „Ausrotten das Kroppzeug!“

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Dem fränkischen Waldbauern (und allen Wald-vor-Wild-Protagonisten) empfehle ich einen Blick ins bayerische Jagdgesetz:
    in Kraft ab: 30.08.2014
    Art. 1
    Gesetzeszweck
    (1) Die freilebende Tierwelt ist wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Sie ist als Teil des natürlichen Wirkungsgefüges in ihrer Vielfalt zu bewahren.
    (2) Dieses Gesetz soll neben dem Bundesjagdgesetz dazu dienen:
    1. einen artenreichen und gesunden Wildbestand in einem ausgewogenen* Verhältnis zu seinen natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten,
    2. die natürlichen Lebensgrundlagen des Wildes zu sichern und zu verbessern,
    3. Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung durch das Wild möglichst zu vermeiden, insbesondere soll die Bejagung die natürliche Verjüngung** der standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen,
    4. die jagdlichen Interessen mit den sonstigen öffentlichen Belangen, insbesondere mit den Belangen der Landeskultur, des Naturschutzes und der Landschaftspflege auszugleichen.

    Wenn der Herr Waldbauer öffentlich zu einem Gesetzesverstoß aufruft, sollte man Strafantrag gegen ihn stellen! Üblicherweise stellen unsere Gerichte Verfahren in diesem Kontext aber nur allzu oft wegen geringen öffentlichen Interesses (und wegen mangelnder Fachkompetenz der Gerichte!) ein.

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  2. Frank Martini

    Ein Hoch auf die Privatisierung, Effizienzsteigerung und schlanke Personalkörper auch im öffentlichen Dienst! Da kann sich manch einer erlauben, was aus schierer Not, der Aktenlage Herr zu bleiben, verräumt wird wenn es die StPO irgend hergibt…

    So schafft sich der Staat zunehmend ab und nimmt ein vormals funktionierendes ausgeglichenes Gemeinwesen gleich mit.

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