Verwaltungsgericht Münster: Jäger haben „grundsätzlich keinen Anspruch“ auf Schalldämpfer

Die neue deutsche Kleinstaaterei treibt groteske Blüten: Während einige Bundesländer Schalldämpfer für Jäger grundsätzlich freigegeben haben, erlauben andere (z.B. Mecklenburg-Vorpommern) diese nur unter Bedingungen, wieder andere (Berlin, NRW) stellen sich völlig quer. Das Verwaltungsgericht Münster hat nun die Klage eines Jägers auf Erteilung einer Erlaubnis zum Erwerb und Besitz eines Schalldämpfers für sein Jagdgewehr abgewiesen, wie die Westfälischen Nachrichten schreiben. Jäger hätten grundsätzlich keinen Anspruch auf Schalldämpfer, da mit Gehörschützern ein vergleichbarer Schutz erzielt werden könne. Der Kläger hatte seinen Antrag auf Erteilung einer Schalldämpfer-Genehmigung damit begründet, dass er bereits ein Knalltrauma erlitten habe und sein Gehör nicht weiter schädigen wolle.

In den Entscheidungsgründen zu dem Urteil führte das Gericht weiter aus, dass Schalldämpfer nur im Ausnahmefall Verwendung finden dürften, weil sonst der durch den Schussknall verursachte Warneffekt etwa fürWaldbesucher entfalle.

Auch sei eine restriktive Genehmigungspraxis bei Schalldämpfern angebracht,weil ansonsten die Gefahr einer deliktischen Verwendung von Schalldämpfern steigen könnte:  Es sei bei einer Lockerung der Genehmigungspraxis damit zu rechnen, dass potenzielle Täter gezielt Waffen mit Schalldämpfern entwenden würden, wenn sie eine „deliktische Verwendung“ solcher Waffen planten. SE

Ein Gedanke zu „Verwaltungsgericht Münster: Jäger haben „grundsätzlich keinen Anspruch“ auf Schalldämpfer

  1. Frosch

    Lese ich die Urteilsbegründung stelle ich fest, wieder einmal ein ideologisch geprägtes und durch absolute Unkenntnis der Materie entstandenes Urteil.
    Warum? Verstoß gegen das Gleichheitsgesetz! Warum ist die Genehmigung bei meinen Kollegen in anderen Bundesländern möglich, jedoch nicht in Münster?
    Warneffekt durch Schussknall? Hat der Mensch den Schuss gehört, ist die Kugel schon lange aus dem Lauf. Warneffekt so ein Unsinn!
    Restriktive Genehmigungspraxis wegen steigender Gefahr deliktischer Verwendung? Man bläst in das gleiche Horn mit welchem man Legalwaffenbesitzer per se als potentielle Gefährder verunglimpft. Immer noch die Mähr der Deliktrelevanz von legaler Waffen, obwohl seriöse Statistiken diese bereits zu Hauf wiederlegt haben.
    Ganz nebenbei, ich hätte gerne einen Schalldämpfer um meinen vierbeinigen Jagdbegleiter vor Schussknall zu schützen. Er tut sich mit den Gehörschutzstopfen so schwer.
    Aber wenn ich in die Zukunft blicke, wird mir eher aus tierschutzrechtlichen Gründen seine Begleitung bei aktiver Jagdausübung untersagt, anstelle bei solchen Themen den
    rationalen Menschenverstand einzusetzen. Verwaltungsgerichte haben uns ja schon mit ihren sonderbaren Interpretierungen bestehenden Rechts in der Vergangenheit mehrere Gefallen getan.

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