Schlagwort-Archive: Wolfsjagd

Nach WWF-Klage: Wolfsjagd in Norwegen ausgesetzt

+++ Brandenburg: Joggerin will Wolf in Park gesichtet haben +++ Angeblicher Wolf auf Supermarktparkplatz: Der Wolf war Wolfgang +++

Die Wolfsjagd in Norwegen ist zeitweise ausgesetzt worden, weil der WWF den norwegischen Staat vor einem Gerichtshof in Oslo verklagt hat. In dem Verfahren solle die Rechtmäßigkeit der Wolfsjagd gerichtlich überprüft werden. Während des Verfahrens ruht die Jagd mit sofortiger Wirkung in den Provinzen Østfold, Oslo, Akershus and Hedmark, wie das Gericht am gestrigen Dienstag verkündete. Während der WWF den Jagdstopp als einen „wichtigen Schritt“ begrüßte, betonte das Gericht, dass es sich lediglich um eine temporäre Maßnahme handle. In der bereits angelaufenen Wolfsjagd-Saison waren bereits fünf Wölfe außerhalb der Wolfsschutzzonen erlegt worden. Das Gericht soll entscheiden, ob die norwegische Praxis der Wolfsjagd einen Bruch norwegischer und internationaler Gesetzgebung darstellt. Auch in Norwegen steht der Wolf unter strengem Schutz und ist in der Liste gefährdeter Arten aufgeführt. Die Wolfspopulation in Norwegen hat sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch nahezu verdoppelt.

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USA: Wyoming nimmt Wolfsjagd wieder auf

Erstmals seit 2013 wird in dem US-amerikanischen Bundesstaat Wyoming wieder eine reguläre Lizenzjagd auf Wölfe stattfinden. Die Jagdsaison für Wölfe beginnt am Sonntag und geht bis zum 31. Dezember. Dem war ein Urteil im Berufungsverfahren eines Bundesgerichts vorausgegangen, durch das der Schutzstatus der Wölfe gelockert wurde. Dies erlaubte es dem Bundesstaat, das Management der Wölfe zu übernehmen, wie U.S.news berichtet. 44 Wölfe sind zum Abschuss freigegeben worden, dies wird als nachhaltige Abschussquote angesehen. Der Bundesstaat strebt an, dass in den Jagdgebieten 160 Wölfe überleben, die Gesamtpopulation in Wyoming (253.336 km², zum Vergleich Sachsen: 18.420 km²) wird auf 380 Wölfe geschätzt. Außerhalb der Nationalparks Yellowstone und Grand Teton sowie dem Wind River Reservat sollen mindestens 100 Wölfe, darunter 10 reproduzierende Paare, erhalten bleiben. SE

Beitragsbild: Irgendwo in Amerika. (Archivbild) Foto: SE

Italien: Erste Wolfsjagd seit 46 Jahren

Wolf in Bremen gesichtet – Wölfe reißen 18 Schafe im Tessin

Zum ersten Mal seit der Wolf in Italien im Jahr 1971 unter strengen Schutz gestellt wurde, will die italienische Regierung die Bejagung wieder aufnehmen. Die Bejagung soll nur dort gestattet sein, wo die Bestände eine ausreichende Größe aufweisen – das dürfte in vielen Gegenden Italiens der Fall sein. In Italien leben nach Schätzungen des nationalen Umweltinstituts ISPRA mindestens 2000 Wölfe. In entsprechenden Dimensionen bewege sich auch die Zahl gerissener Schafe und Ziege, schreibt die Berliner Lokalzeitung Tagesspiegel. Die enorme Bestandszunahme – 1971 lebten nur etwa 100 Wölfe in Italien – ist dem Tagesspiegel zufolge nicht nur auf den strengen Schutzstatus des Wolfs zurückzuführen, sondern vor allem darauf, dass viele ländliche Gegenden Italiens in den vergangenen Jahrzehnten einen dramatischen Bevölkerungsschwund zu verzeichnen hatten. Die Menschen seien aus den kargen Gebirgstälern des Apennins in die Industriegebiete Norditaliens abgewandert, so das Lokalblatt. Naturfreunde protestierten gegen die Wiederaufnahme der Bejagung, die „keine Probleme löse“, so der Tagesspiegel. Effizienter seien Präventionsmaßnahmen wie Elektrozäune (siehe dazu weiter unten, Wölfe reißen 18 Schafe im Tessin).

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Schweden: Wolfsjagd-Saison eröffnet

Wolf schlägt Mann bei Holzernte in die Flucht – Jäger von Tierschützern attackiert

Gestern (2.1.) hat in Schweden die offizielle Wolfsjagd-Saison begonnen. Zuvor hatte das schwedische Oberverwaltungsgericht 24 Wölfe in vier Provinzen zum Abschuss freigegeben. Wolfsfreunde protestierten gegen die Gerichtsentscheidung – doch beim friedlichen Protest blieb es nicht. Wie das schwedische Jagdmagazin SvenskJakt berichtet, haben militante Tierschützer einen Jäger angegriffen und mit einem Baseballschläger zusammengeschlagen, der einen Wolf nach einem Verkehrsunfall erlöst hatte. Zuvor war das Auto des Mannes beschmiert und beschädigt (Bilder davon in dem verlinkten Artikel auf SvenskJakt) sowie massive Drohungen gegen den Jäger übermittelt worden. Ebenfalls in SvenskJakt findet sich ein Bericht über einen Mann, der bei der Holzernte in seinem Wald in der Provinz Värmland von einem aggressiven Wolf in die Flucht geschlagen wurde. Neugierige Wölfe seien ein wachsendes Problem in Värmland, heißt es in dem Beitrag. „Als ich in die Kabine meines Traktors sprang, war der Wolf schon am Vorderrad und fletschte die Zähne“, erzählt der Waldbesitzer. Der Mann war nur fünf bis zehn Meter von dem Traktor entfernt gewesen, als er den Wolf entdeckte: Das sei seine Rettung gewesen.

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Slowakei: Wolfsjagd eröffnet

Das slowakische Landwirtschaftsministerium in Bratislava hat die diesjährige Wolfsjagd-Saison eröffnet. 70 der schätzungsweise 200 bis 400 slowakischen Wölfe sind zum Abschuss freigegeben. Im Vorjahr waren noch 90 Wölfe freigegeben worden. Neu ist, dass dieses Jahr auch die Wolfsjagd im Rahmen einer Drückjagd mit ca. 30 Schützen genehmigt wurde, wie der ORF berichtet. Sonst sei nur die Einzeljagd auf den Wolf gestattet. Tierschützer protestieren gegen die Wolfsjagd und fordern, den Wolf auch in der Slowakei unter Schutz zu stellen. SE

Beitragsbild: Ansitzjagd (Symbolbild). Foto: SE

Schweiz: Jagd auf Schadwolf kostet 44.000 Franken

Die Jagd auf einen (!) Schadwolf im Schweizer Kanton Uri schlägt für den Steuerzahler mit ca. 44.000 Franken (ca. 40.500 Euro) zu Buche. Das berichtet Internetportal bz basel. Für die zweiwöchige Jagd auf den Wolf, der nach erteilter Abschussgenehmigung schließlich erlegt wurde, waren dem Bericht zufolge zwei hauptberufliche Wildhüter sowie sieben weitere Wildhüter und Jagdaufseher im Einsatz, deren Einsätze teilweise als Überstunden kompensiert wurden. Der Wert der aufgewendeten Arbeitsstunden beträgt ca. 25.000 Franken. Die Jäger stellten für ihre Bemühungen weitere 8500 Franken in Rechnung,  mehr als 10.000 Franken wurden für Helikopterflüge, Fahrten, Übernachtungen in einer Hütte und Mahlzeiten aufgewendet. Wieviel der Aufenthalt des Schadwolfs den Kanton insgesamt gekostet hat, ist laut bz basel unklar, man gehe aber davon aus, dass Aufwendungen für Herdenschutz und Schadensersatz für gerissene Tiere die Kosten für die Jagd überstiegen. SE

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Finnland beginnt Wolfsjagd

Am Samstag hat in Finnland die diesjährige Wolfsjagd begonnen. 46 der zirka 250 finnischen Wölfe sind zum Abschuss freigegeben worden, teilte die finnische Wildbehörde Suomen Riistakeskus mit. Ein Wolf sei bereits im Osten Finnlands erlegt worden. Die Jagdzeit endet am 21. Februar. Die Bejagung der Wölfe findet im Rahmen eines Wolfsmanagement-Plans statt, in diesem ist die Bejagung der Wölfe in einem zweijährigen Experiment vorgesehen. Damit soll die Akzeptanz für die Wölfe bei der Landbevölkerung gesteigert und die illegale Bejagung eingedämmt werden. In der Vergangenheit hatten landwirtschaftliche Nutztierhalter immer wieder illegal Prämien für den Abschuss eines Wolfs ausgelobt. Im vergangenen Jahr wurden bereits 17 Wölfe mit Sondergenehmigungen geschossen. Gegen alle Abschussbewilligungen waren vor den Verwaltungsgerichten des Landes Klagen eingegangen, sämtliche Beschwerden wurden jedoch abgelehnt.

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Nochmal Schweden: Hunderte protestieren gegen Gerichtsurteil, das Wolfsjagd einschränkt

Hunderte Schweden haben sich einem Protestzug angeschlossen der von Torsby nach Karlstad vor den Sitz des Verwaltungsgerichts in der schwedischen Provinz Värmland führte. Gerichte hatte die vom schwedischen Parlament beschlossenen Wolfsjagden in zwei Provinzen des Landes untersagt, nur in einer dritten wurde sie genehmigt. Geklagt hatten Medienberichten zufolge drei Organisationen, darunter der schwedische Ableger des WWF. Geplant war der Abschuss von 46 Tieren, nun können nur 14 erlegt werden.

Enttäuscht äußerte sich der Journalist Olle Olsson im schwedischen Jagdmagazin Svensk Jakt: Er schäme sich für Politiker, die lange Jahre die Regulierung der Wölfe versprochen hätten, nun aber abtauchen würden. Es habe unzählige Untersuchungen internationaler Forscherteams gegeben, die die Richtigkeit des schwedischen Wolfsmanagements bestätigten und betont hätten, wie wichtig die Bejagung für den ländlichen Raum sei. Der „günstige Erhaltungszustand“ der schwedischen Wolfspopulation sei bewiesen.

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