Schlagwort-Archive: Wolf

Brandenburg: CDU-Abgeordnete fordert Schutzjagden auf Wölfe

Die brandenburgische CDU-Landtagsabgeordnete Roswitha Schier hat einen Antrag eingebracht, der darauf abzielt, „Weidetierhaltung mit Schutzjagden auf Problemwölfe“ zu sichern. „Auf der Basis eines aussagekräftigen Wolfsmonitorings im Land Brandenburg ist ein Populationsmodell nach wissenschaftlichen Standards zu erstellen“, heißt es in dem Antrag, „welches auf der Grundlage der Reproduktions-und Mortalitätsraten den tatsächlichen Zuwachs an Wölfen in Brandenburg ermittelt. Auf der Basis dieses Populationsmodelles ist die Zahl von Individuen zu bestimmen, die im Zuge von Schutzjagden aus der Population entnommen werden darf, ohne die positive Bestandsentwicklung hin zu einem günstigen Erhaltungszustand des Wolfes zu gefährden.“ Im Unterschied zu vielen anderen Anträgen der oppositionellen CDU sei der Antrag mit den Stimmen der Regierungskoalition in den Landwirtschaftsausschuss überwiesen worden, berichtet die Lausitzer Rundschau. Demnach habe sogar der Linken-Abgeordnete Thomas Domres den Antrag als „wohltuend sachlichen Diskussionsbeitrag“ gewürdigt. Nach Ansicht von Domres sei „dieser Vorschlag mit dem EU-Recht konform“, wenn er gut gemacht sei.

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Backhaus: „Weitere Überlegungen hinsichtlich des künftigen Umgangs mit dem Wolf erforderlich“

+++ Niedersachsen: Wolfsangriff am hellichten Tag +++ Mahnfeuer gegen Wölfe in Goldenstedt +++ MV: Bauernbund bekräftigt Forderung nach Obergrenze für Wölfe +++

Ein gerissenes Kalb hat der Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus, zum Anlass genommen, auf „offene Fragen“ beim Wolfsmanagement hinzuweisen. Bei dem Rissvorfall am 4. April 2017 war ein totes Kalb bei Ramin südöstlich der Löcknitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) aufgefunden und dem Wolfsmanagement gemeldet worden. Das neugeborene , ca. 40 Kilogramm schwere Kalb ist nach den vorliegenden Erkenntnissen außerhalb der Weide verendet, der Weidezaun bestand aus einer Litze, unter der das Kalb offenbar im Vorfeld durchgeschlüpft war. Zum Kadaver gehörte eine etwa 15 Meter lange Schleifspur.

Am Hals des Tieres fanden sich nach Bewertung des Rissgutachters Krallen-ähnliche Spuren, es war jedoch nicht klar, ob diese postmortal entstanden sind. Darüber hinaus war das Tier insbesondere im Bauchraum befressen, unter anderem auch von Nachnutzern wie Fuchs und Kolkrabe. Das Tier wurde geborgen und durch den Halter und seinen betreuenden Tierarzt der Transport zum Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit (LALLF) und Fischerei zur Untersuchung der tatsächlichen Todesursache organisiert. Im LALLF wurde das Kalb pathologisch untersucht. Demnach waren Hämatome im Halsbereich festzustellen und es besteht auch der Verdacht einer Fruchtwasseraspiration, welche das Tier im Vorfeld des Übergriffs geschwächt haben könnte. Vorsorglich wurde eine Tupferprobe genommen, die bislang nicht ausgewertet wurde.

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Neue Wolfsvideos auf YouTube

 

Zwei interessante Videos haben wir auf dem YouTube-Kanal der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) entdeckt:
Auf dem einen ist ein Wolf zu sehen, der unmittelbar neben der Straße ein stattliches Reh erbeutet hat und fortschleppt. Köstlich die Kommentare des ziemlich konsternierten filmenden Paars im Auto.
Video zwei zeigt einen Wolf, der ganz ohne Scheu einem pflügenden Traktor folgt – wie früher die Störche…

 

JAWINA dankt der Online-Redaktion der MZ für das OK zum Einbetten!

Videos: Mitteldeutsche Zeitung (MZ)/YouTube

Niedersachsen: Wolfsbüro bestätigt Räudefall

Das Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NWLKN hat einen Räudefall bei einem Wolf bestätigt. Verärgert reagierte das Wolfsbüro des NWLKN auf Medienberichte, demzufolge es sich zu dem Vorfall nicht habe äußern wollen. Eine Sprecherin des Wolfsbüros leitete die Äußerung im Wortlaut an die JAWINA-Redaktion weiter:

[…] Das Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) kann bestätigen, dass es in Niedersachsen aktuell einen mit Räude befallenen Wolf aus dem Rudel Ostenholzer Moor gibt. Ob möglicherweise mehr als ein Wolf betroffen ist, ist derzeit ungewiss.

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DJV begrüßt Beschluss der Umweltministerkonferenz zum Wolf

DJV: Erhaltungszustand des Wolfs muss wildbiologisch begründet sein und nicht politisch.

Vergangenen Freitag hat die Umweltministerkonferenz (UMK) in Bad Saarow über den weiteren Umgang mit geschützten Arten diskutiert. Ein Schwerpunkt lag auf dem Wolf, der zwischenzeitlich in Deutschland eine jährliche Zuwachsrate von 40 Prozent aufweist, Konflikte nehmen vielerorts zu. Auf Grund vieler offener Fragen zum weiteren Umgang mit dem Wolf hat die UMK eine länderoffene Ad hoc-Arbeitsgruppe auf Amtschef- bzw. Staatssekretärsebene unter Federführung von Brandenburg einberufen (JAWINA berichtete). Schwerpunkte der Arbeitsgruppe sollen der Umgang mit Problemwölfen, das zukünftige Management sowie die Schadensregulierung sein. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt diesen Schritt hin zu klaren Regeln im Umgang mit dem Wolf.

Gleichzeitig mahnt der Dachverband der Jäger an, dass die Diskussion um einen günstigen Erhaltungszustand des Wolfes nicht politisch gewollten Zielvorgaben folgen, sondern sich rein an biologischen Erkenntnissen orientieren sollte. „Der Wolf kennt keine Ländergrenzen und nicht jedes EU-Land braucht 1.000 Wölfe. Für ein vernünftiges Wolfsmanagement müssen wir das internationale Monitoring und den Datenaustausch mit den Nachbarländern intensivieren“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke.

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Umweltminister: Wolf wird nicht bejagt

Eine alte Lebensweisheit empfiehlt: „Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis.“ So geschehen auf der Umweltministerkonferenz (UMK), die am Freitag im brandenburgischen Bad Saarow stattfand. Greifbare Resultate waren bei den Themen Wolf und Biber nicht erzielt worden, was wohl auch keiner ernstlich erwartet hat. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) wiederholte seine Forderung nach beschränkter Abschussfreigabe von Wölfen (JAWINA berichtete), der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) drang, wie auch Bauern- und Schäferverbände, auf eine Obergrenze für die anwachsende Wolfspopulation.

Demgegenüber erteilte der Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns Till Backhaus (SPD) allen „radikalen“ Lösungsvorschlägen dieser Art eine Absage: „Der Wolf ist in Deutschland willkommen“, lautete sein auf der UMK vorgetragenes Mantra. Backhaus‘ Brandenburger Amtskollege Jörg Vogelsänger (SPD) pflichtete ihm bei, indem er daran erinnerte, dass der Wolf vor 150 Jahren hierzulande „brutal ausgerottet“ worden sei, wozu die Menschen kein Recht gehabt hätten, wie die Lausitzer Rundschau zitiert, jetzt werde man Wege finden, mit dem Wolf zu leben. In postfaktischer (schließlich wird der Wolf in etlichen europäischen Ländern, darunter den EU-Mitgliedern Schweden, Rumänien und Slowakei regulär bejagt) Alternativlosigkeit postulierte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (ebenfalls SPD): „Der Wolf kann nicht zur Jagd freigegeben werden.“ Dem apodiktischen Diktum der Bundesumweltministerin ist natürlich unbedingt zuzustimmen, sofern damit der sächsische Umweltstaatssekretär Herbert Wolf (CDU) gemeint sein sollte.

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Münchner Zoll beschlagnahmt Ganzpräparat eines Wolfes

Da staunten die Zöllner nicht schlecht, als sie bei einer Kofferkontrolle eines aus der Ukraine kommenden Mannes ein komplettes Wolfsfell mit Schädel entdeckten. „Wölfe sind vom Aussterben bedrohte Tiere im Washingtoner Artenschutzübereinkommen sowie in der EU-Artenschutzverordnung gelistet und dürfen nur mit den erforderlichen Dokumenten eingeführt werden.“, so Marie Müller, Pressesprecherin des Hauptzollamts München. Da der Einführer die erforderlichen Dokumente nicht vorlegen konnte, wurde das Ganzpräparat beschlagnahmt, eingezogen und ein Strafverfahren gegen den 34-jährigen Mann eingeleitet. PM

Anm. d. Red.: Zoll-Pressesprecherin Marie Müller unterläuft ein vielsagender Irrtum, wenn sie in der Pressemitteilung des Münchner Hauptzollamts erklärt, Wölfe seien „vom Aussterben bedrohte Tiere“. Diesen Eindruck erweckt zwar die Berichterstattung vieler Medien hierzulande, aber Fake News bleiben Fake News, auch durch noch so häufige Wiederholung wird eine Falschbehauptung nicht wahrer. In der Roten Liste der IUCN wird der Wolf in der Gefährdungskategorie „least concern“ geführt, das bedeutet: Nicht gefährdet.

Das von der Zollsprecherin erwähnte Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) regelt den Handel mit potenziell gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Die durch Handel stark gefährdeten Tierarten wie z.B. Wale, einige Papageien- und Schildkrötenarten sind in Anhang I gelistet. Der Wolf ist in Anhang II aufgeführt, mit diesen Arten „ist ein kommerzieller Handel nach einer Unbedenklichkeitsprüfung des Ausfuhrstaates möglich.“ (Wikipedia). SE

Least Concern: Internetseite der IUCN zum Wolf. (Bildschirmfoto, Ausschnitt).

Beitragsbild: Beschlagnahmtes Wolfspräparat. Foto: Zoll

 

 

Wolf in Nordhessen gesichtet

Am Donnerstag, 27. April, wurde abends in Nordhessen ein Wolf gesichtet. Er war auf einem Feld zwischen Dehringshausen und Nieder-Waroldern (Landkreis Waldeck-Frankenberg) unterwegs. Zwei Privatpersonen hatten das Tier entdeckt, fotografiert und die Polizei verständigt. Das Umweltministerium hatte daraufhin die Prüfung der Aufnahmen durch Sachverständige veranlasst. Heute kam die Bestätigung, dass es sich um einen Wolf handele. Vorsorglich wurden das zuständige Forstamt sowie Schafhalterinnen und Schafhalter informiert. Die Bevölkerung wird gebeten, aufmerksam zu sein und etwaige Sichtungen mitzuteilen. Besonders hilfreich ist dabei ein Foto. Bei einer Begegnung mit großen Hunden oder Wölfen wird empfohlen, ruhig zu bleiben und einen respektvollen Abstand zu halten.

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„Dreistelliger Wolfsbestand in Niedersachsen“

Am 30. April 2017 endete das Wolfsmonitoringjahr 2016/2017. Unter Vorbehalt noch ausstehender Meldungen und abzuschließender Bewertungen, veröffentlicht die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN)  die aktuellen Daten zur niedersächsischen Wolfspopulation.

„Im Rahmen der nationalen Monitoringstandards konnten in Niedersachsen elf Gebiete mit territorialem Wolfsvorkommen bestätigt werden – hierunter fallen die aktuell bestätigten neun reproduzierenden Wolfsrudel“, so Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.  Räumlich verortet sind diese in den Bereichen Munster, Bergen, Gartow, Eschede, Cuxhaven, Wietzendorf, Schneverdingen, Göhrde und Ostenholz. „Sicher nachgewiesen werden konnten im Rahmen des Monitorings in diesem Zeitraum mindestens 44 Welpen“, so Reding weiter. Bei den beiden anderen territorialen Wolfsvorkommen handelt es sich um ein Wolfspaar im Bereich Barnstorf sowie einen residenten Einzelwolf im Bereich Ebstorf.

Zudem gibt es Gebiete in denen ein territoriales Vorkommen sehr wahrscheinlich ist, jedoch der endgültige Nachweis noch aussteht. Im Raum Visselhövede zum Beispiel, konnten im November und Dezember 2016 jeweils fünf Wölfe anhand von Fotofallenaufnahmen nachgewiesen werden. Bevor dieses Rudel aber als solches offiziell bestätigt werden kann, wird behördlicherseits ein genetischer Nachweis verlangt, um auszuschließen, dass es sich bei diesen Tieren um ein benachbartes Rudel handelt. Ähnlich gelagert war die Situation im Bereich Ostenholz: Dort wurden im August 2016 fünf Welpen anhand von Fotofallenaufnahmen bestätigt. Ergebnisse genetischer Untersuchungen lieferten aber erst jetzt den offiziellen Nachweis, dass es sich bei den Tieren nicht um Mitglieder des benachbarten Rudels in Bergen handelt. „Das Rudel im Raum Ostenholz ist damit das neunte in Niedersachsen nachgewiesene“, so Reding.

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Wölfe: Jagd erhält „natürliche“ Scheu

Mitte der Neunziger Jahre wurden 31 Wölfe aus Kanada im Yellowstone Nationalpark (YNP) ausgewildert, mittlerweile leben auf den 2,2 Millionen Acres (890.308 Hektar) zehn Rudel mit ungefähr 100 Individuen. Damit sei es an der Zeit, ein „Keine Zimmer frei“-Schild aufzuhängen, schreibt Jim Robbins in dem in der New York Times (NYT) erschienenen Artikel „The New Threat to Wolves in and Around Yellowstone„: Experten halten die Biotop-Kapazität für erschöpft. In den US-Bundesstaaten um den YNP ist Zahl frei lebender Wölfe auf 1700 Stück angewachsen. Nutztierrisse nehmen zu und bringen (nicht nur) Farmer gegen Naturschützer auf. Nach Idaho und Montana wird daher nun auch Wyoming im Herbst eine offizielle Jagdzeit für Wölfe einführen. Ziel ist selbstverständlich nicht, die Wölfe wieder auszurotten, sondern durch nachhaltige Bejagung eine angemessene Populationsgröße zu gewährleisten.

Die in PLOSone erschienene Studie „Implications of Harvest on the Boundaries of Protected Areas for Large Carnivore Viewing Opportunities“  beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Bejagung von Wölfen und anderen Großprädatoren auf die Sichtbarkeit der Wölfe in den Nationalparks (neben dem YNP Denali und Grand Teton) auswirkt. Diese ist dort nämlich ausdrücklich erwünscht, da die Möglichkeit, die Raubtiere zu beobachten, scharenweise Touristen – und deren Dollars – in die Nationalparks bringt. Die Ergebnisse der Studie erlauben interessante Rückschlüsse auf die Frage, wie die Sichtbarkeit von Wölfen minimiert werden kann, wo sie nicht erwünscht ist: Im Siedlungsbereichen unserer Kulturlandschaft zum Beispiel. Auch über die Prävention von Nutztierrissen ist hier einiges zu lernen.

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Wolfsfähe im Müritz-Nationalpark – Rüde aus Ueckermünder Heide besendert

Aktuelle genetische Untersuchungen weisen einen weiblichen Wolf im Müritz-Nationalpark nach. Wie Norman Stier, Koordinator des Wolfsmonitorings in Mecklenburg-Vorpommern, mitteilte, handelt es sich um eine Fähe aus dem Nieskyer Rudel bei Görlitz in Sachsen.
„Seit 2012 gibt es immer wieder eindeutige Nachweise von einzelnen Wölfen im Müritz-Nationalpark. Bisher wurde keines der Tiere im 32.200 Hektar großen Schutzgebiet sesshaft. Die Tiere, zumeist junge Rüden, waren nur auf der Durchreise. Es ist aber davon auszugehen, dass sich auf kurz oder lang Wölfe auch dort ansiedeln. Der Müritz-Nationalpark bietet mit seinen großen zusammenhängenden Lebensräumen östlich der Müritz gute Voraussetzungen für Wölfe. Bislang gibt es aber keine Anhaltspunkte dafür, dass das Weibchen aus Sachsen hier geblieben ist“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus.

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Schäferin fordert: „Wölfe wie jedes andere Wild jagen!“

Verbände wollen Entnahme von Problemwölfen erschweren

Immer wieder interessant, wie schnell und gründlich sich Standpunkte ändern können, wenn man selbst betroffen ist: „Meine Einstellung zum Wolf hat sich grundlegend geändert“, bekannte die niedersächsische Schäferin Gabriele Lebermann gegenüber der Kreiszeitung Wochenblatt. Grund für den plötzlichen Sinneswandel ist ein Wolfsangriff auf ihre Schafherde im Landkreis Harburg, dem innerhalb von zwei Tagen zwei ihrer Schafe zum Opfer fielen. Wölfe kämen den Ortschaften immer näher, hätten keine natürlichen Feinde und vermehrten sich jedes Jahr um 30 Prozent, lauten die neuen Erkenntnisse der Schäferin. Fazit: Sie sollten „wie jedes andere Wild“ bejagt werden.

Die Verbände Nabu und International Fund for Animal Welfare (IFAW) wollen derweil die Entnahme von Problemwölfen erschweren. Die Bundesländer müssten mehr für Vorbeugung und Monitoring tun, in einem offenen Schreiben fordern sie einen „einheitlichen Umgang mit auffälligen Wölfen.“ Vor der Abschussfreigabe verhaltensauffälliger Wölfe solle in jedem Fall die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf (DBBW) konsultiert werden. Ein zentraler Baustein des DBBW, so Nabu und IFAW, sei ein Expertengremium, das die Bundesländer im Umgang mit auffälligen Wölfen berät.

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Brandenburg: Neun Wölfe auf Truppenübungsplatz Klietz

Auf dem Truppenübungsplatz Klietz bei Rathenow (Landkreis Havelland) sind mittlerweile neun Wölfe sicher nachgewiesen. Das erklärte die für das Revier zuständige Bundesförsterin gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ). Die neun Wölfe gehören einem Rudel an, es gibt bislang unbestätigte Hinweise auf ein zweites Rudel auf dem Platz. SE

Video: Wölfe auf dem Truppenübungsplatz Klietz. Quelle: MAZ/Bundesforst/YouTube

Sachsen-Anhalt: Kreistag Stendal beschliesst Wolfs-Resolution

Sachsen-Anhalt: Kindergärtnerinnen werden für Wolfsbegegnungen geschult +++ Bayern: Wolfsnachweis im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Der Kreistag von Stendal hat in seiner Sitzung am Donnerstag auf Antrag der CDU-Fraktion einer Resolution „für ein praxistaugliches Wolfsmanagement“ zugestimmt. Im folgenden geben wir den Wortlaut der Resolution wieder:

Der Kreistag verabschiedet vorliegende Resolution zum Wolfsmanagement und bittet die Landesregierung Sachsen-Anhalt und die Bundesregierung in der Sache tätig zu werden.

1. Überprüfung der FFH-Richtlinien und Anpassung des Schutzstatus

2. Vorkehrungen zu treffen, wie man den wachsenden Bestand zukünftig kontrollieren und die Weichen für eine Regulierung der Population stellen will.

3. Jährliche Monitoring-Ergebnisse zum Wolf mit allen Betroffenen, also der Wissenschaft, dem Naturschutz, den Nutztierhaltern, Grundeigentümern sowie der Jägerschaft auszutauschen.

4. Die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht mit feststehender Jagd- und Schonzeit. Ausschluss der Pflicht zur Hege und der Wildschadensvergütung

Wolfgang Kühnel
Fraktionsvorsitzender

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Mehrere Wolfssichtungen bei Hannover

Sachsen: Wolfsriss in Dorfnähe – Bundeslandwirtschaftsminister will reden: über begrenzte Abschussfreigabe

In der Region zwischen Hannover und Deister sind am Osterwochenende mehrere Wolfssichtungen gemeldet worden, wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet. Mehrere Augenzeugen sahen demnach einen Wolf, als er am Sonntag die B217 bei Steinkrug überquerte, am Ostermontag wurde ein Wolf in der Gegend östlich von Laatzen beobachtet.

In Großdöbschütz (Sachsen, Landkreis Bautzen) hat vermutlich ein Wolf in der Nacht auf Ostermontag zwei Schwarznasenschafe gerissen. Das Mutterschaf war angefressen, das Lamm wies den typischen Kehlbiss auf, meldet die Sächsische Zeitung. Das Dorf ist dem Bericht zufolge nur 50 Meter von der Weide entfernt. Diese war offenbar ungenügend gesichert: Der Zaun soll niedrig gewesen sein, damit „Spaziergänger die Tiere streicheln konnten.“

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Wolfsbeute besteht durchschnittlich zu 32 Prozent aus Nutztieren

Wölfe reißen zwei Kälber und neun Schafe – Wolfssichtung im Landkreis Stade

Durchschnittlich 32 Prozent der Beute von Wölfen „geht auf den Menschen zurück“, heißt es in einem Artikel der österreichischen Tagesszeitung Standard. In dem lesenswerten Beitrag wird eine wissenschaftliche Studie vorgestellt, die sich mit der Frage beschäftigt, ob derzeit eine weitere Domestikation der Wölfe stattfindet. Darin heißt es, dass sich Wölfe in Griechenland vorwiegend von Schweinen, Ziegen und Schafen ernähren, während ihre Artgenossen in Spanien überwiegend Pferde und anderes Vieh erbeuten. Im Iran fressen Wölfe vor allem Hühner, Ziegen und Abfälle. Diese Wölfe seien Kandidaten für eine mögliche neuerliche Domestikation.

Zu der Studie „Making a New Dog? von  Thomas M. Newsome, Peter J. S. Fleming, Christopher R. Dickman, Tim S. Doherty, William J. Ripple, Euan G. Ritchie, Aaron J. Wirsing geht es hier.

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Bayern: Erneut Wolf auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels nachgewiesen

Am vergangenen Dienstag wurde auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels (Landkreis Neumarkt i.d.Opf.) nordwestlich von Regensburg ein Wolf fotografiert. Das teilt das bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) mit. Ob es sich dabei um dasselbe Tier handelt, das bereits im Januar 2017 mittels DNA-Analyse dort nachgewiesen wurde, kann nicht belegt werden. Die Bemühungen, Probenmaterial für genetische Analysen aufzufinden, wurden verstärkt, um mehr Informationen zu Geschlecht und Herkunft des Tieres zu erhalten. Das im Januar auf dem Truppenübungsplatz gesicherte genetische Material konnte eindeutig einem Wolf aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation zugeordnet werden. Die Qualität der Probe war jedoch für eine Bestimmung des Geschlechts und des Rudels, von dem die Zuwanderung ausging, nicht ausreichend. PM

Beitragsbild: Wolf auf dem TÜP Hohenfels. Foto: privat/Quelle: LfU

Niedersachsen: Wolf bei Vechta überfahren

Nach einer Dreiviertelstunde „elend verreckt“, weil ihn niemand einschläfern durfte

Am 11. April 2017 um 7.12 Uhr hat ein 53jähriger in der Steinloger Straße in Varnhorn (Landkreis Vechta) einen Wolf überfahren. Nach bisherigen Erkenntnissen kreuzte der Wolfsrüde die Fahrbahn und geriet dabei unter den Pkw des Mannes. Der Wolf wurde etwa 50 Meter mitgeschleift, bevor er schwer verletzt am Fahrbahnrand zum Liegen kam. Gegen 08.00 Uhr verendete der Wolf an der Unfallstelle. Der 53jährige Pkw-Fahrer blieb unverletzt. In der Polizeimeldung zum Vorfall heißt es weiter: „Für das Erlegen eines Wolfes sind strenge Maßstäbe angelegt. So muss ein Amtstierart oder ein Arzt des Veterinäramtes mit einem entsprechenden Sachkundenachweis vor Ort sein. Hinzu kommt, dass die untere Naturschutzbehörde dem Erlegen des Tieres zustimmen muss. Ein Jagdpächter oder ein Polizist sind nicht zum Erlegen eines Wolfes befugt.“

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Sachsen-Anhalt: FDP fordert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Rechtsanspruch auf Entschädigung von Wolfsschäden für Weidetierhalter

„Die Population des Wolfes entwickelt sich rasant. Um die Art einerseits zu erhalten, andererseits bei Problemen mit Wölfen auch handeln zu können, schlagen wir ein bundesweit einheitliches Monitoringprogramm vor“, erklärt Dr. Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Sachsen-Anhalt.  Zudem solle der Wolf bei ganzjährigem Schutz in das Jagdrecht. In dem am 27. Ordentlichen Parteitag beschlossenen Antrag „Umgang mit Wölfen“, fordern die Freien Demokraten die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht.  Dieses Jagdrecht soll besonders sicherstellen, dass verletzten Wölfen der Fangschuss gegeben werden darf, etwa nach Unfällen mit Kraftfahrzeugen. Zugleich ermögliche dies auch zügiges Handeln, wenn etwa einzelne Wölfe zu Problemen werden, so die FDP Sachsen-Anhalt auf ihrer Internetseite.

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Bremen: Wolf soll Schülerinnen verfolgt haben

Hat Rotkäppchen etwa doch die Wahrheit gesagt?

In einem Waldgebiet in Aumund, einem Ortsteil des Bremer Stadtteils Vegesack, soll ein Wolf zwei 15 Jahre alte Mädchen verfolgt haben. Die Mädchen seien in dem Landschaftsschutzgebiet an der Beckedorfer Beeke spazieren gegangen, als das Tier plötzlich aus dem Unterholz aufgetaucht sei. Einem Bericht des Weser-Kuriers zufolge, der sich auf eine zuvor erschienene Mitteilung auf der Internetseite der Landesjägerschaft Bremen bezieht, blieb der Wolf zehn Meter vor den Schülerinnen auf dem Weg stehen und beäugte sie neugierig. Eines der Mädchen, ergriff dem Bericht zufolge gleich die Flucht, die andere habe sich dem Wolf noch genähert, woraufhin dieser laut geknurrt und die Zähne gefletscht habe. Daraufhin lief das Mädchen auch weg. Eine der beiden soll auf der Flucht unscharfe Handy-Bilder von dem Wolf geschossen haben. Die Landesjägerschaft Bremen (LJB) wertet den Wolf als C3-Nachweis. Der Wolf soll den Mädchen noch bis zum nächsten Haus nachgelaufen sein, in dessen Garten ein Mann stand und telefonierte.

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Neues vom Wolf

Etliche Politiker, sogenannte Wolfsexperten und linientreue Medienschaffende verbreiten ja immer noch (z.B. hier) die Mär von der natürlichen Scheu des Wolfs, aufgrund derer man ihn praktisch nie zu Gesicht bekommen würde, aber nicht alle Wölfe halten sich auch dran: In Rusbend, einem Ortsteil der Stadt Bückeburg im niedersächsischen Landkreis Schaumburg hat ein Traktorfahrer am Montag einen Wolf gefilmt, der am Vormittag gemächlich die Ortslage durchstreifte, wie die Schaumburger Nachrichten berichten. Knapp 200 Kilometer entfernt, auf der B 493 im niedersächsischen Landkreis Uelzen hat sich ein Jungwolf auf acht Meter einem Auto genähert. Auch hier erstellte die Fahrerin ein Handyvideo, das auf az-online zu sehen ist. Wer den ganzen Tag durch die Gegend rennt, muss natürlich auch mal was essen, so geschehen in der Nacht zu Mittwoch in der Nähe von Lostau (Sachsen-Anhalt, Landkreis Jerichower Land). Dort beklagt ein Schäfer den Verlust eines Schafs, das nur 100 Meter von der Ortslage entfernt höchstwahrscheinlich von einem Wolf gerissen wurde, nachzulesen in der Volksstimme. Allein dieser Schäfer hat in den letzten zwei Jahren bei acht Wolfsangriffen 40 Tiere verloren. SE

Beitragsbild: Gerissene Ziege (Symbolbild). Foto: SE

Bundesregierung lehnt „pauschale Begrenzung“ der Wolfspopulation ab

Begründung: Wolf „stark gefährdete Tierart“ mit „ungünstig – schlechtem Erhaltungszustand“

Die Bundesregierung lehnt eine „beschränkte Abschussfreigabe“ von Wölfen ab. Dies geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Dr. Kirsten Tackmann, Caren Lay, Eva Bulling-Schröter,  Ralph Lenkert, Birgit Menz und der Fraktion DIE LINKE vom 28. Februar 2017 hervor. In den 27 Fragen der Kleinen Anfrage geht es um „bundeseinheitlichen Herdenschutz“ und die Probleme, die die Rückkehr des Wolfs und seine starke Zunahme für die Weidetierhaltung bedeuten. Frage 22 lautet:

Welche Kriterien sind aus Sicht der Bundesregierung geeignet für Entscheidungen, die Zahl der Wölfe in der Bundesrepublik Deutschland durch eine „beschränkte Abschussfreigabe“ zu begrenzen, und welche rechtliche Grund-lage  gibt  es  für  solche  Überlegungen  aus  den  Reihen  der  Bundesregierung angesichts der aktuellen Gesetzeslage, bzw. was müsste sich dafür ändern?

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NRW: Wildunfall mit Wolf im Kreis Minden-Lübbecke

Gestern wurde auf der B 482 in Petershagen, Kreis-Minden-Lübbecke, ein Wolf überfahren. Das Tier ist verendet, die Polizei hat vor Ort den Fall aufgenommen. Anhand von Foto-Belegen konnte im Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) eine erste Bewertung vorgenommen werden, das DBBW (Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf) hat diese Bewertung bestätigt. Das Tier wird voraussichtlich morgen dem Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung übergeben. Genetische Proben zur möglichen Feststellung der individuellen Herkunft werden zum Senckenberg Forschungsinstitut, Außenstelle Gelnhausen geschickt. Der Kadaver soll im Anschluss an die Untersuchungen präpariert und der Sammlung eines der naturwissenschaftlichen Museen in Nordrhein-Westfalen zugeführt werden. PM

Beitragsbild: Überfahrener Wolf. Foto: Polizei

Brandenburg: 800 Menschen nehmen an landesweiten Wolfswachen teil

Nach Auffassung der veranstaltenden Verbände sind die ersten landesweiten Wolfswachen in Brandenburg ein voller Erfolg. Landbevölkerung, Jäger und Landnutzer hätten ein „Signal der Solidarität mit den Weidetierhaltern“ gesetzt, heißt es in einer Pressemitteilung des Forums Natur Brandenburg. An neun Standorten im Land verteilt hätten sich rund 800 Menschen beteiligt, heißt es weiter: „Diese gigantische Resonanz zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind die Probleme deutlich zu thematisieren und dabei auf den Dialog mit der Politik und den betroffenen Menschen zu setzen“, so Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes.

Dass durch den Wolf nach den Schäfern, zwischenzeitlich auch die Rinderhalter massiv und neuerdings auch immer häufiger die Pferdehalter betroffen seien mache deutlich, dass nunmehr die Solidarität aller Landnutzer gefragt sei. „Besonders freut es uns zu hören, dass Minister Vogelsänger einen Antrag Brandenburgs in der Konferenz der Agrarminister (s.u.)durchsetzen konnte, der nunmehr zu einer zeitnahen Überprüfung des günstigen Erhaltungszustandes der Wolfspopulation führen wird“, verleiht Wendorff der Hoffnung Ausdruck, dass nunmehr Bewegung in diese lange überfällige Debatte zum Schutzstatus des Wolfes kommt.

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Brandenburg: Kollision mit Wolf und Wildschwein auf A24

Polizist erlöst angefahrenen Wolf mit Dienstwaffe – neue Regelung für angefahrene Wölfe

Am 29. März ist es auf der A24 bei Meyenburg zu zwei Wildunfällen gekommen: Gegen 05.30 Uhr kollidierte der PKW eines 49-jährigen auf dem rechten Fahrstreifen mit einem plötzlich auftauchenden Wildschwein. Trotz Gefahrenbremsung konnte ein Zusammenstoß mit dem Tier nicht mehr verhindert werden. Das Wildschwein verendete vor Ort. Der Pkw war nicht mehr fahrbereit und wurde durch einen Abschleppdienst geborgen. Es entstand ein Gesamtschaden in Höhe von etwa 5.000 Euro, so die Polizei. Am selben Tag um 22.55 Uhr überfuhr ein Lieferwagen einen auf der rechten Fahrbahn laufenden Wolf. Der Wolf wurde in den Straßengraben geschleudert und blieb dort schwerverletzt liegen. Die aufnehmenden Beamten mussten das Tier von seinem Leiden mit zwei Schuss aus der Dienstwaffe erlösen.

Was hier in einem Satz so nebenbei verkündet wird, ist eine beachtliche Neuerung: Der erste Polizist, der in Brandenburg einen schwer verletzten Wolf nach einem Verkehrsunfall mit der Dienstwaffe erlöst hatte, musste ein Disziplinarverfahren über sich ergehen lassen: Er hätte ein so streng geschütztes Tier nicht aufgrund seiner laienhaften Einschätzung erlösen dürfen, hieß es, stattdessen hätten Experten hinzugezogen werden müssen, die zu entscheiden hätten, ob das Tier eingeschläfert oder tiermedizinisch behandelt wird.

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Zwei tote Wölfe in Sachsen-Anhalt

Wolfsnachweis im Vogtland – Naturschutzorganisationen rufen zu Pro-Wolf-Demo auf

Am Mittwoch hat eine 31-jährige Mercedes-Fahrerin gegen 8 Uhr auf der Bundesstraße 71 zwischen Born und Letzlingen einen Wolf überfahren. Der Wolf starb an der Unfallstelle, am Wagen entstand ein Schaden von ca. 3000 Euro. Die Fahrerin wurde nicht verletzt.

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Überfahrener Wolf an der B 71. Foto: Polizei

Ebenfalls am Mittwoch um 09:03 Uhr wurde die Bundespolizeiinspektion Magdeburg von der Notfallleitstelle der Bahn über ein totes Tier im Gleisbereich in der Nähe des Haltepunktes Magdeburg-Herrenkrug – also unmittelbar in einem dicht besiedelten Wohngebiet in der Nähe der Hochschule, wie die Volksstimme ergänzt – informiert. Das Tier wies Verletzungen, die vermutlich von einer Bahn stammen, im Kopfbereich auf. Das tote Tier, bei dem es sich höchster Wahrscheinlichkeit nach um einen Wolf handelt, wurde durch die Bundespolizisten aus dem Gleisbett genommen. Mitarbeiter der Tierrettung und der Arbeitsgruppe Wildtiere verbrachten den Kadaver zunächst ins Tierheim. Am Mittag wurde er vom Wolfsbeauftragten abgeholt und in ein Berliner Institut transportiert. Dort erfolgt eine DNA-Untersuchung, um unter anderem zu ermitteln, ob es ein Wolf war und zu welchem Rudel er gehörte.

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Brandenburg: Minister und Staatssekretärin bei Wolfswachen

Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger wird sich am kommenden Freitag (31. März) an der ersten landesweiten Wolfswacht beteiligen. Das teilt das Brandenburger Landwirtschaftsministerium mit. Vogelsänger wird in Dolgelin in Märkisch-Oderland mit Landrat Gernot Schmidt – hier in seiner Funktion als Vorsitzender des Forums Natur – und mit dem Präsidenten des Landesbauernverbands, Henrik Wendorff, ebenfalls Vorsitzender des Forums Natur, am Wachfeuer das Gespräch mit Weidetierhaltern und interessierten Bürgern suchen.
Agrar- und Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde trifft in Krielow im Landkreis Potsdam-Mittelmark auf den Präsidenten des Bauernbunds Brandenburg, Marco Hintze, sowie Dirk Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbands, und Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbands.

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NRW: Land bestätigt einen weiteren Wolfs-Nachweis

Am 23.02.2017 wurde auf dem gesperrten Truppenübungsplatz Senne, Kreis Lippe, ein weibliches Stück Damwild gefunden, welches mit einem Biss in die Kehle getötet und dann angefressen worden war. Hubertus Kaiser, Bundesforstbetrieb Rhein-Weser, landesweit zuständiger Wolfsberater auf den Liegenschaften des Bundesforstes, hat das Tier untersucht und einen Speichelabstrich für die genetische Untersuchung genommen. Die Probe wurde vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) an das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen geschickt. Das Ergebnis liegt jetzt vor: Das Damtier wurde von einem Wolf getötet. Der Wolf mit der Kennung GW666m stammt aus dem Rudel bei Cuxhaven in Niedersachsen. Es handelt sich um ein männliches Tier, das erstmals am 13.01.2017 in seinem Herkunftsterritorium über eine Kotprobe nachgewiesen wurde.

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1,05 Millionen Euro für Herdenschutz

1,05 Millionen Euro haben die Bundesländer im Jahr 2015 für Herdenschutzmaßnahmen ausgegeben, also für Maßnahmen zum Schutz von Nutztieren vor dem Wolf. Förderfähig sind beispielsweise wolfssichere Einzäunungen von Weiden oder die Anschaffung von Herdenschutzhunden. Ausgleichszahlungen für die 715 offiziell gemeldeten und anerkannten Nutztierrisse schlugen mit weiteren 107.783 Euro (was ziemlich genau 150 Euro pro Riss entspricht) zu Buche, wie topagrar.com unter Berufung auf einen Artikel in der taz am Wochenende berichtet. Die Zahlen hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) der taz übermittelt. SE

Beitragsbild: Gerissene Ziege (Symbolbild). Foto: SE

Niedersachsen: „Schutz von Weidetieren gegen Wolf funktioniert“

FDP Niedersachsen will Wolf ins Jagdrecht aufnehmen

Der Anstieg der Zahl von gemeldeten Wolfsrissen von 165 im Jahr 2015 auf 175 in 2016 zeigt nach Ansicht des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel (Grüne), dass die Präventionsmaßnahmen zum Schutz von Weidetieren gegen den Wolf funktionieren. Denn da die Wolfspopulation wachse, stagniere folglich die Zahl der Wolfsrisse, so Wenzel in der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ).

Nachdem bereits die niedersächsische CDU-Fraktion eine Obergrenze für Wölfe gefordert und einen Sieben-Punkte-Plan zur Regulierung der Wolfspopulation vorgelegt hatte (JAWINA berichtete), fordert nun auch die FDP die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. Ein entsprechender Beschluss wurde auf dem FDP-Parteitag am Wochenende in Braunschweig gefasst. Die Zunahme der Wolfspopulation soll dem FDP-Beschluss zufolge auf fünf Prozent pro Jahr begrenzt werden. Momentan betrage die jährliche Zunahme 30 Prozent, heißt es in der NOZ. CDU und FDP warfen der rot-grünen Landesregierung vor, „die Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung aufs Spiel zu setzen, weil sie bei Problemen zu zögerlich handle“, so die NOZ. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten und verlinkten Beitrags in der NOZ. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

„Schönfärberei, Unbedarftheit, Unwissenheit“

Aus aktuellen Anlass: Wolfs-Brevier von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel – EU-Beamter Just versemmelte Prüfung – und zog vor Gericht

JAWINA-Leser und -Autor Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel hat an der Sitzung des Landwirtschaftsausschusses des Potsdamer Landtags teilgenommen, in dem der hochrangige EU-Beamte Alexander Just von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission mit Unkenntnis der Fakten für Irritationen gesorgt hatte (JAWINA berichtete). „Sowohl dessen Schönfärberei als auch die Unbedarftheit und Unwissenheit mancher MdLs“ hätten ihm „einen Schrecken eingejagt“, schreibt Prof. Pfannenstiel in einer Mail an die Redaktion. Er habe „deshalb mal einiges zum Thema aufgeschrieben und […] an den Ausschussvorsitzen zur Verteilung im Ausschuss geschickt“.

Das PDF-Dokument mit dem Titel „Feststellungen und Gedanken zum Wolf (Canis lupus) nach der Sitzung des Ausschusses für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft im Landtag Brandenburg am 22.03.2017“ enthält die wichtigsten wildbiologischen Fakten zum Wolf in Brandenburg: Angefangen von Definitionen biologischer Grundbegriffe wie „Art“, Population“ oder „Biodiversität“ über  Fakten zum Wolf in Brandenburg bis zu Fragen wie „Was ist unter Obergrenze für Wölfe zu verstehen?“ oder „Warum tut man sich bei uns so schwer, die Wolfspopulation zu regulieren?“ Das alles kurz und knapp zusammengefasst auf fünf Seiten. Das ist auch für die JAWINA-Leser interessant, fanden wir: Zum Nachlesen und zur Festigung des eigenen Wissensstands, zum Weiterreichen an Jäger und Nichtjäger. JAWINA dankt Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel für sein Einverständnis, das PDF an dieser Stelle zum Download bereit zu stellen.

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EU-Wolfsexperte: Ahnungslos, aber ideologisch gefestigt

Die Lausitzer Rundschau (LR) berichtet über ein Treffen des Landwirtschaftsausschusses des Potsdamer Landtags mit einem Vertreter der Brüsseler Bürokratur am gestrigen Mittwoch: „Wie ein Besuch von einem anderen Stern“ habe der Auftritt von Alexander Just von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission gewirkt: Der „Experte“ wiederholte die Mär von der „natürlichen Scheu“ des Wolfs, aufgrund derer „die Möglichkeiten einer direkten Begegnung zwischen Wolf und Mensch sind sehr gering“ seien. Zumal es in Deutschland ja nur 40 Wölfe gebe… Die mangelnde Faktenkenntnis des EU-Bürokraten habe für Kopfschütteln gesorgt, berichtet die LR. Just soll seine Aussage aus Zahlen aus dem Jahr 2013 gestützt haben. Der Anfrage von Abgeordneten, ob es möglich sei, den Wolf von Anhang 4 in Anhang 5 der Fauna-Flora-Habitat Richtlinie (FFH) umzugruppieren, was einen etwas geringeren Schutzstatus zur Folge hätte, erteilte der EU-Bürokrat eine klare Absage. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten und verlinkten Beitrags in der Lausitzer Rundschau. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Brandenburg: Erstmalig landesweite Wolfswachen

Wolf im Landkreis Wittenberg (Sachsen-Anhalt) überfahren – Almbauern kämpfen gegen Wölfe

Während sich die Wolfspopulationen in Brandenburg weiterhin etablieren, ringt die Landesverwaltung mit der Überarbeitung des Wolfsmanagementplanes, klagt das Forum Natur Brandenburg in einer aktuellen Pressemitteilung: Bis zum Wolfsplenum am 26. April in Potsdam soll ein gangbarer Weg gefunden werden, wie die Akzeptanz für den Wolf gesichert werden kann und dabei gleichzeitig die Weidetierhaltung in unseren Kulturlandschaften erhalten bleibt. Bislang steigen allerdings von Jahr zu Jahr die Verluste an Weidetieren. Gleichzeitig warten die Tierhalter oft monatelang auf zugesagte Entschädigungsleistungen. Die Verbände sehen die Politik daher in der Pflicht, im Rahmen der Überarbeitung des Wolfsmanagementplanes klare und verlässliche Regelungen zu schaffen. Die brandenburgischen Bauern fordern von der Landesregierung zudem die zügige unbürokratische Entnahme von Problemwölfen sowie mittelfristig eine Anpassung des EU-Schutzstatus, durch den langfristig die Bejagung möglich wird. Außerdem sollen Wolfsrisse komplett entschädigt werden.

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Schweiz: Graubünden gibt Wolf zum Abschuss frei

Der Schweizer Kanton Graubünden hat den Wolf M75 zum Abschuss freigegeben, weil zwischen dem 21. Januar und dem 8. Februar 2017 im Bergell, in der Leventina (Kanton Tessin) und im Misox mehr als 40 Schafe gerissen hat, wie es in einer Pressemitteilung des Kantons heißt. In drei Fällen, nämlich in Stampa, in Faido und in Cama sei aufgrund von genetischen Analysen ein und derselbe Wolfsrüde M75 als Verursacher identifiziert worden. Weiter heißt es in der Mitteilung: „Gestützt auf Art. 9bis der eidgenössischen Jagdverordnung kann eine Abschussbewilligung für einzelne Wölfe erteilt werden, die erheblichen Schaden an Nutztieren anrichten. Ein erheblicher Schaden an Nutztieren durch einen einzelnen Wolf liegt unter anderem dann vor, wenn in seinem Streifgebiet innerhalb eines Monats mindestens 25 Nutztiere, trotz Herdenschutzmaßnahmen, getötet werden. Schäden, die auf dem Gebiet von zwei oder mehreren Kantonen entstanden sind, haben die betroffenen Kantone koordiniert zu beurteilen. Die Abschussbewilligung muss der Verhütung weiteren Schadens an Nutztieren dienen.

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