Schlagwort-Archive: Wolf

Andreas Kieling bei Dunja Hayali: „Tendenziös und journalistisch unsauber“

Den Auftritt des bei Jägern umstrittenen Tierfilmers Andras Kieling in der Sendung Dunja Hayali am 9. August im ZDF hat JAWINA-Leser Jörn S. als „leider sehr tendenziös und journalistisch sehr unsauber und höchst emotional“, in einem Wort: „Furchtbar“, erlebt. Jörn S. hat „ein paar Fragen“ an die Dunja-Hayali-Redaktion gerichtet, die – ebenso wie Antwort des Senders darauf – wir den JAWINA-Lesern nicht vorenthalten wollen. S. schreibt in seiner Mail vom 11.08.: „Bisher war mir Ihre Sendung in folgender Konstellation in Erinnerung: Diskussion von zwei bis drei Themen, zumeist mit je drei Gästen. Hiervon sind Sie am Mittwoch erheblich abgewichen. Zum Ende der Sendung war Herr Andreas Kieling Ihr Gast, ein Tierfilmer und gelernter Berufsjäger. In diesem Beitrag ging es um den sich wieder ansiedelnden Wolf in Deutschland.

Hierzu möchte ich einige Fragen an Sie los werden:

  • Wo waren die sonst üblichen, weiteren Gesprächsgäste, die nicht als „Wolfsfan“ wie Herr Kieling bekannt sind, z. Bsp. Bürgermeister von Gemeinden in Niedersachsen oder Brandenburg, dort, wo Wölfe teilweise schon bei Tageslicht in Orten gesehen wurden?
  • Aus welchem Grund wurde kein Jäger/Jagdfunktionär eingeladen z. Bsp. vom Dt. Jagdverband?
  • Warum war kein Nutztierhalter zu Gast, der trotz staatlich geförderter Schutzmaßnahmen Schafe etc. nachweislich durch Wolfsrisse verloren hat?
  • Warum waren Politiker aus Land und Bund nicht zu Gast?
  • Warum lassen Sie als Journalistin eines seriösen Mediums Begrifflichkeiten zu wie z. Bsp. „Fotofalle“, „Schlaraffenland“ im Zusammenhang mit möglicherweise unzureichenden Sicherungsmaßnahmen eines Landwirtes, Wolfsbegegnungen als „Geschenk“ im Filmgespräch von Herrn Kieling, des Wolfsberaters und der Hundebesitzerin?
  • Warum ermöglichen Sie Herrn Kieling, die Jäger als „Züchter von Rehwild, Rotwild, Schwarzwild“ zu diffamieren?
  • Warum darf Herr Kieling in Ihrer Sendung Werbung für seine ZDFSendung Terra X machen?

Ich würde mich freuen, in dieser Sache von Ihnen persönlich eine Antwort zu bekommen.

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„Grüne unterstellen Schießwütigkeit“

Der baden-württembergische FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Rülke kritisiert im Focus den illegalen Abschuss der Schluchsee-Wolfs (JAWINA berichtete). Er stellt aber auch die überfällige „Frage nach der politischen Verantwortung für ein Klima, in dem ein Täter oder eine Täterin meinte, die Frage nach dem Umgang mit der Rückkehr des Wolfes im Alleingang klären zu müssen.“

Rülke kritisiert den Umgang mit dem Thema in der von Grünen und Wolfsfreunden dominierten Auseinandersetzung mit dem Wolf, bei der abweichende Meinungen mit demagogischen Methoden abgewertet würden: „Ein Blick nach Ostdeutschland oder ins benachbarte Frankreich zeigt, diese Bedenken sind keineswegs aus der Luft gegriffen. Allein im Jahr 2015 wurden in Frankreich 8935 Nutztiere vom Wolf gerissen. […] Vor diesem Hintergrund gilt es, eine ehrliche und offene Diskussion darüber zu führen, welchen Raum wir dem Wolf in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft bieten können. […] Doch was tut die grün-geführte Landesregierung? Sie schickt einen Hinterbänkler aus ihren eigenen Parlamentarierreihen als „NABU-Wolfsbotschafter“ durch das Land,  um die Leute mit warmen Worten über das „faszinierende Raubtier“ abzuspeisen, und verweist auf einen „Handlungsleitfaden Wolf“. Wer mit konkreten Vorschlägen für ein praktikables Wolfsmanagement aufwartet, wird von den Grünen umgehend in die Ecke der Naturfeinde gestellt.“ Leseempfehlung! SE

Beitragsbild: Der aus dem Schluchsee geborgene Wolf bei Überlingen. Quelle: FVA/privat

 

 

Brandenburg: Weiterer Wolf erschossen

+++ Namibia: Elefant tötet Großwildjäger +++

Ein bereits im Juni bei Ratzdorf (Landkreis Oder-Spree) von einem Angler tot aufgefundener Wolf ist erschossen worden, wie der rbb unter Berufung auf eine Mitteilung des Landesumweltamtes berichtet. DIes habe die Untersuchung des Kadavers durch das Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) ergeben. Da die Wölfin am Oderufer gefunden wurde, könne es auch sein, dass sie in Polen geschossen worden sei und dann auf die deutsche Seite getrieben sei. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. SE

Beitragsbild: Deich an der Oder (Symbolbild). Foto: SE

Bundesumweltministerin: „Wolfsjagd hilft nicht gegen Nutztierrisse“

+++ Indien: 15 Menschen getötet – 50 Mann starkes Wildhüter-Team tötet aggressiven Elefanten +++ CDU-Politiker werben für Bündnis mit den Grünen +++

Nachdem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sich bereits mit der Forderung nach einer Abschussquote für Wölfe (JAWINA berichtete) hervorgewagt hat, denkt angesichts wachsender Wolfs-Skepsis in der Bevölkerung nun auch der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) über eine Bejagung von Wölfen nach, wie die Schwäbische Zeitung berichtet. Demgegenüber erteilt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der Forderung nach einer Bejagung der Wölfe weiterhin eine klare Absage: Im Interview mit NWZonline erklärte sie, die Forderung nach einer Bejagung sei „rechtlich nicht haltbar.“ Zudem helfe „die Jagd nun einmal nicht, Risse bei Nutztieren zu vermeiden“.  Das Ausmaß der Schäden an Nutztieren sei weder von der Größe des Wolfsbestandes noch von der Anzahl der Nutztiere in einem Gebiet abhängig. Entscheidend sei vielmehr, wie gut oder schlecht die Nutztiere geschützt seien. Außerdem kritisierte Hendricks die illegale Tötung des tot aus dem Schluchsee geborgenen Wolfs (JAWINA berichtete): Der illegale Abschuss eines Wolfs sei eine Straftat, […], es gehe nicht, „dass sich Menschen über das Gesetz erheben und damit nach Wild-West-Manier handeln.“

Abgesehen davon, dass es doch zunehmend drollig wirkt, wenn Vertreter einer Bundesregierung, die sich z.B., in der Euro- und Flüchtlingskrise seit Jahren leichthändig über geltendes Recht und geschlossene Verträge hinwegsetzt (und somit durchaus als Vorreiter und Vorbild im Handeln nach Wild-West-Manier gelten kann), an die Rechtstreue der Bevölkerung appelliert, abgesehen auch davon, dass Hendricks‘ Behauptung, dass die Jagd auf Wölfe Nutztierrisse nicht vermeide, klar kontrafaktisch ist – schließlich hat die lokale Ausrottung des Wolfs in Deutschland die Anzahl der Nutztierrisse durch diese Art nachweislich auf null gesenkt – abgesehen davon bleibt die Frage bestehen, warum die Bejagung der Wölfe gegen Nutztierrisse nicht helfen soll.

Die Begründung dafür bleibt Hendricks schuldig, weshalb wir hier eine wissenschaftlich fundierte Begründung nachliefern – und damit zugleich ein schönes Beispiel für die Nutzbarmachung sorgsam selektierter wissenschaftlicher Erkenntnisse im politischen Tagesgeschäft bringen.

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Mecklenburg-Vorpommern: Jungrind von Wölfen gerissen

Auf einer Weide bei Niendorf an der Rögnitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) wurde gestern ein getötetes Jungrind gefunden. Der umgehend hinzugezogene Rissgutachter des Landes fand eine Reihe von Hinweisen, die auf einen oder mehrere Wölfe als Verursacher verweisen. Zur weiteren veterinärpathologischen Untersuchung wurde das Tier in das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) gebracht. Zudem wurden Proben für eine genetische Untersuchung genommen. Der betroffene Tierhalter kann aus der Förderrichtlinie Wolf Kompensationszahlungen für das tote Rind erhalten.

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„Stichwort Obergrenze“

Das im Auftrag von WLV und VJE von Prof. Dr. Pfannenstiel erstellte Wolfsgutachten – jetzt zum Download auf JAWINA

Das von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel im Auftrag des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) und des Verbands der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe (VJE) erstellte Gutachten „Der Wolf (Canis lupus L. 1758) Stellungnahme zum Umgang mit dieser Tierart in der Kulturlandschaft Deutschlands“ steht nun zum Download auf JAWINA bereit. Die Lektüre dieses fundierten Gutachtens sei hiermit jedem Jäger und jedem Naturinteressierten nachdrücklich ans Herz gelegt.

Aus dem Gutachten (S. 5f.)

„Wenn der Wolf in absehbarer Zeit regulär bejagt werden wird, gebietet es die Rationalität, das in unserem Land langjährig erprobte und in der Mehrheit der Fälle gut funktionierende System zur Regelung der Bejagung zu nutzen und daneben kein weiteres außerhalb des Rechtskreises Jagd aufzubauen. Fachliche Unterstützung der Jagdbehörden bei der Überwachung des Populationszustandes und bei der Festsetzung von Abschussplänen für den Wolf könnten unabhängige Institutionen der Bundesländer bzw. ein Bundesinstitut zusätzlich geben.

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Mecklenburg-Vorpommern: Vier Wolfswelpen in der Lübtheener Heide

Für das erste der drei in Mecklenburg-Vorpommern bekannten Wolfsrudel wurde der diesjährige Nachwuchs dokumentiert: Auf der Naturerbe-Bundesfläche Lübtheener Heide bestätigen Fotofallenbilder 4 Welpen. Das Lübtheener Wolfsrudel hat seit 2014 jährlich Nachkommen aufgezogen. Das Wolfsmonitoring mit Fotofallen wird vom Bundesforstbetrieb Trave der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) durchgeführt.
Für das Kalißer Wolfsrudel (seit 2016) und das Ueckermünder Wolfsrudel (seit 2014) stehen die aktuellen Welpennachweise noch aus. Im Bereich der Brohmer Berge hat sich ein Wolfspaar angesiedelt: die Fähe ist ein Nachkomme aus dem östlich angrenzenden Ueckermünder Rudel, der Rüde stammt aus dem Rudel im Raum Möckern (Sachsen-Anhalt). Ob es dort bereits Nachwuchs gegeben hat, ist derzeit noch offen und wird weiter untersucht.

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Müller-Schallenberg: Wolf nicht ins Jagdrecht überführen!

Nabu: Unnötige Debatte

NRW-Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg hat zu einem Wolfsgutachten Stellung genommen, das der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband e.V. (WLV) und der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe (VJE) gestern vorgelegt haben. Die angestoßene Debatte über den Wolf in NRW sei richtig und wichtig, meinte Schallenberg. Die Position des Landesjagdverbandes NRW zum Wolf sei davon unabhängig und orientiere sich zu 100 Prozent an jener des Deutschen Jagdverbandes, die auf dem Bundesjägertag 2015 verabschiedet wurde. Ralph Müller-Schallenberg: „Mit Blick auf die gesellschaftliche Diskussion und die Sicherheit unserer eigenen Mitglieder ist es ausdrücklich keine Forderung des Landesjagdverbandes, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen.“ Vielmehr seien Probleme mit Wölfen ordnungsrechtliche Probleme und müssten auch ordnungsrechtlich behandelt werden.

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Hessen: Wolf im Reinhardswald gesichtet

Hessische Forstbeamte und Jäger haben am 3. und 4. August 2017 im Südteil des Reinhardswaldes zwischen Holzhausen, Gahrenberg, Hann. Münden und Wilhelmshausen ein frei laufendes wolfsähnliches Tier in der Größe eines Schäferhundes gesichtet. Zwar wurden mehrere Fotos des Tieres mit einer Handykamera aufgenommen. Leider sind diese aber zu unscharf, um eine eindeutige Bestimmung zuzulassen. Von der Naturschutzverwaltung  eingeschaltete Wolfssachverständige konnten lediglich bestätigen, dass es sich möglicherweise um einen Wolf gehandelt haben könnte. Wissenschaftlich eindeutige Belege liegen momentan nicht vor. Es bleibt abzuwarten, ob weitere Hinweise gefunden werden.

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Toter Wolf im Schluchsee: LJV verurteilt illegale Tötung

Am 8. Juli 2017 wurde im Schluchsee ein toter Wolf gefunden. Wie nun das Umweltministerium Baden-Württemberg mitteilt, wurde der Rüde erschossen. Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann und sein Stellvertreter Wolf Riedl, gleichzeitig Kreisjägermeister im Hochschwarzwald, sind entsetzt.  „Wir verurteilen diese Tat. Der Abschuss ist für unsere Bemühungen um einen sachlichen und zielorientierten Umgang mit Wolf und Luchs ein herber Rückschlag“, erklärte Dr. Friedmann. Als Interessensvertretung der Jägerinnen und Jäger im Land und als anerkannte Naturschutzorganisation fordert der LJV eine konsequente Strafverfolgung.

Der LJV ist über die Tat auch deshalb verärgert, weil er sich seit Langem in Sachen Wolf einsetzt: Wir haben – gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland – bereits 2008 die Erstellung eines Handlungsleitfadens initiiert. Darin geht es um den Umgang mit zuwandernden Wölfen und einen Entschädigungsfonds für Nutztierrisse. Außerdem unterstützt der LJV seit 2010 mit rund 30 speziell geschulten wolfskundigen Jägerinnen und Jägern das Monitoring von in Baden-Württemberg auftretenden Wölfen.

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Österreich: Wölfe auf dem Truppenübungsplatz sorgen für Diskussionen

+++ WWF: Jäger in Niederösterreich sollen „Hetze“ gegen Wolf beenden +++ NRW: Landwirte im Kreisverband Ennepe-Ruhr/Hagen entzünden Mahnfeuer gegen Wölfe +++

Die wachsende Wolfspopulation auf dem niederösterreichischen Truppenübungsplatz Allentsteig sorgt für Streit zwischen Bauern, Jägern und Naturschützern. Die zunehmende Zahl von Nutztierrissen verärgert die Bauern, die mittlerweile stark dezimierte Mufflonpopulation und die zunehmend problematische Entwicklung beim Rotwild erzürnt die Jäger. „Die Ausrottung einer Wildart, die seit Jahrzehnten im Truppenübungsplatz gelebt hat, ist anscheinend egal. Wenn nur der liebe Wolf wieder da ist“, beklagte Bezirksjägermeister Gottfried Kernecker in einer von nön.at zitierten Mail. Der österreichische WWF forderte die Jäger in Niederösterreich derweil auf, ihre angeblich „Hetze“ gegen den Wolf einzustellen: „Es ist nicht nur ein Skandal, dass Teile der Jägerschaft offen für den Abschuss von geschützten Wildtieren werben, um die sie sich stattdessen per Landesgesetzgebung zu kümmern haben. Wer den Abschuss von Wölfen bewirbt, ist mit dem Straf-, Jagd- und Naturschutzgesetz konfrontiert und bewegt sich hart an der Grenze der Legalität. Der Wolf ist eine nach EU-Recht und Landesgesetzen geschützte Art, die auf Grund von intensiven Schutzbemühungen in den Nachbarländern erst zaghaft wieder nach Österreich zurückkehrt und nicht getötet werden darf“, so Christian Pichler, Artenschutz-Experte beim WWF Österreich in einer Pressemitteilung.

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Sachsen: Neues Wolfsrudel und reichlich Nachwuchs

In der Dahlener Heide (LK Nordsachsen) konnte ein Wolfsrudel nachgewiesen werden. Bereits seit Jahresbeginn gab es einzelne Hinweise auf Wölfe in diesem Gebiet. Ende Mai wurde eine Wolfsfähe mit Gesäuge, welche Futter im Maul trug, von einer Fotofalle fotografiert. Aktuell wurden zwei Welpen beobachtet und fotografiert. In neun weiteren sächsischen Wolfsterritorien konnte ebenfalls bereits Reproduktion nachgewiesen werden.
In den Territorien des Daubitzer, Königshainer Berge, Nieskyer, Rosenthaler und Seenland Rudels gibt es Fotoaufnahmen von Welpen. Auch bei dem im Monitoringjahr 2015/2016 neu etablierten Wolfspaar in der Neustädter Heide (LK Bautzen) wurde erstmals Nachwuchs bestätigt. Außerdem liegen aus dem Daubaner, Nochtener und Knappenrode Rudel Hinweise auf Reproduktion aufgrund von Fotofallenaufnahmen einer Wolfsfähe mit Gesäuge vor.

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Niedersachsen: Neues Wolfsrudel mit sieben Welpen im Landkreis Gifhorn

Im Raum Ehra-Lessien, ca. 20 Kilometer nördlich von Wolfsburg im Landkreis Gifhorn, ist ein neues Wolfsrudel nachgewiesen worden. Aktuelle Filmaufnahmen zeigen zwei adulte Wölfe mit sieben Welpen, wie die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) mitteilt. In diesem Bereich hatte es seit Februar 2017 mehrere Einzelnachweise von erwachsenen Wölfen anhand von Fotofallenaufnahmen gegeben. Daraufhin wurde dort das Monitoring intensiviert. „Durch den aktuellen Reproduktionsnachweis sind damit in Niedersachsen nun offiziell 12 Wolfsrudel bestätigt“, so Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN).

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Beschossener Wolf: LKA Sachsen ermittelt

Im Fall der mit Schrot beschossenen Wölfin, die am 5.7. auf der B156 im Landkreis Bautzen überfahren wurde (JAWINA berichtete), ermittelt jetzt das Landeskriminalamt (LKA). Anlass ist eine Anzeige des Vereins „Wolfsschutz Deutschland“, der bei der Polizei Bautzen Anzeige gegen Unbekannt gestellt hat, wie die Polizei gegenüber der Lausitzer Rundschau (LR) bestätigte. Man lasse nicht zu, dass „Wolfshasser gezielt Tiere abschießen“, erklärte eine Sprecherin des Vereins gegenüber der LR. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Artikels in der LR. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Bundesagrarminister fordert Abschussquote für Wölfe

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat eine Abschussquote für Wölfe gefordert. In einem Interview mit der Samstagausgabe der Bild-Zeitung erklärte Schmidt, es gehe nicht darum, jeden einzelnen Wolf zu bekämpfen. Er gehöre zu unserem Ökosystem und habe ein Existenzrecht. „Aber wir können nicht warten, bis der Wolf zur Gefahr für  Menschen wird. Wir müssen jetzt handeln“, sagte Schmidt. Erforderlich sei ein Wolfsmanagement, um den Bestand so zu regulieren, dass der Wolf auch langfristig seinen Platz in Deutschland behalten könne.

Schmidt erklärte, „Wir kommen an den Punkt, wo wir im Rahmen der Bestandskontrolle über eine begrenzte Abschussfreigabe für Wölfe reden müssen.“ In anderen Ländern gäbe es bereits Abschussquoten für Wölfe. So etwas brauche Deutschland auch. SE

Beitragsbild: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Quelle: Christian Schmidt

600 km gewandert: Schluchsee-Wolf stammt aus Niedersachsen

Der vor ca. zwei Wochen tot aus dem Schluchsee in Baden-Württemberg geborgene Wolf (JAWINA berichtete) stammt aus Niedersachsen. Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) gab dies bei einer Debatte im Stuttgarter Landtag zum Thema „Wolfsmanagement in Baden-Württemberg“ bekannt. Dem für die DNA-Untersuchung von Wölfen zuständigen Senckenberg-Institut zufolge handelt es sich um einen von drei Welpen, die letztes Jahr im niedersächsischen Schneverdingen gewölft wurden. Das Tier trug die Bezeichnung GW630M. Dass der Wolf erfolgreich die 600 Kilometer Luftlinie zwischen Geburts- und Fundort durchwandert habe, zeigt nach Ansicht von Untersteller, dass es für Wölfe auch in einem so dicht besiedelten Land wie der Bundesrepublik Chancen gebe, zu überleben. Die Ergebnisse der Untersuchung des Wolfs im Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung liegen noch nicht vor. SE

Beitragsbild: Der später aus dem Schluchsee geborgene Wolf bei Überlingen. Quelle: FVA/privat

Niedersachsen: Wölfe reproduzieren sich erfolgreich

Bei dem Wolfsrudel auf dem Truppenübungsplatz Bergen, dem Rudel im Bereich des Ostenholzer Moores sowie bei dem Rudel im Raum Göhrde konnte mittels Foto- bzw. Filmaufnahmen Reproduktion bestätigt werden. Für das Wolfsrudel auf dem Truppenübungsplatz Bergen wurden so mindestens zwei, für das Rudel im Bereich des Ostenholzer Moores mindestens fünf und für das Rudel im Raum Göhrde mindestens neun Welpen nachgewiesen.

Am 07.07.2017 wurde im Landkreis Heidekreis auf der B209 bei Bispingen eine durch Verkehrsunfall  getötete Fähe aufgefunden (JAWINA berichtete). Da diese laktierend – also milchführend –  war, ist auch hier eine Reproduktion bestätigt. Klarheit ob es sich hierbei um die Fähe des Rudels auf dem Truppenübungsplatz Munster handelt, kann nur eine genetische Analyse liefern. Das Tier befindet sich derzeit im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin zur weiteren Untersuchung.

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Sachsen: Wolf im Landkreis Bautzen überfahren

Wölfin soll zuvor mit Schrot beschossen worden sein

Am frühen Morgen des 05.07.2017 wurde auf der B156 zwischen Bluno und Sabrodt (Landkreis Bautzen) eine junge Wölfin (Jährlingsfähe) überfahren. Der Unfallort liegt im Territorium des Seenland Rudels. Ob es sich bei dem ca. einjährigen Tier um einen weiblichen Nachwuchs dieses Rudels handelt wird mittels der genetischen Untersuchung abgeklärt.

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Brandenburg: Wolf reißt 18 Schafe im Spreewald

In Klein Wasserburg, einem Ortsteil der Gemeinde Münchehofe (Landkreis Dahme-Spreewald), sind in der Nacht auf Mittwoch vier Mutterschafe und 14 Lämmer bei einem Rissvorfall getötet worden. Die toten Schafe wiesen die für Wolfsangriffe typischen Kehlbisse auf, auf einigen sandigen Stellen der Weide haben die Angreifer beeindruckend große Pfotenabdrücke hinterlassen. Der zuständige Rissgutachter wollte sich weisungsgemäß nicht gegenüber der Presse äußern, hatte dem betroffenen Schäfer, Roland Rocher aus Storkow, jedoch bereits signalisiert, dass er Wölfe als Verursacher „für sehr, sehr wahrscheinlich“ halte. Der Rissgutachter nahm zahlreiche DNA-Proben, die in einem Speziallabor auf Spuren wölfischen Erbmaterials untersucht werden.

Warnung: Drastisches Bildmaterial!

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Mecklenburg-Vorpommern: Wolf auf dem Darß

Im Darßwald im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft hält sich ein Wolf auf. Der sichere Nachweis dafür konnte anhand einer am 10. Juli 2017 entstandenen Fotografie eines Privatmanns geführt werden. Bereits seit längerer Zeit wurde die zumindest zeitweise Anwesenheit eines Wolfes vermutet. Sichtungen von Urlaubern und das Verhalten von Wildtieren ließen auf die Anwesenheit schließen. „Bei der Populationsdynamik des Wolfes ist es nicht überraschend, dass Einzelindividuen jetzt auch den Nationalpark an der Ostseeküste erreicht haben. Insbesondere die großen zusammenhängenden Kernzonenbereiche des Ostzingst bieten dem Wolf Rückzugsbereiche“, so Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus. Der Wolf zeigte ein arttypisches Fluchtverhalten, nachdem er die Witterung des Fotografen aufgenommen hatte. „Ich bitte die Besucher des Nationalparks um Vorsicht und Aufmerksamkeit. Bei Sichtung des Tieres ist der Nationalpark oder das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie zu informieren“, sagte Backhaus weiter.

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Baden-Württemberg: Toter Wolf aus dem Schluchsee geborgen

Am vergangenen Samstag Nachmittag (08.07.) wurde im Schluchsee ein totes Tier entdeckt, das einem Wolf ähnelt. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg hat das Tier untersucht und bestätigt, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Den Erkenntnissen der FVA zufolge ist es möglich, dass es sich um das Tier handelt, das am 21. Juni zuerst in der Gegend von Überlingen gesehen worden war (JAWINA berichtete). Danach war der Wolf auch in der Nähe von Stockach, bei Bad Dürrheim sowie zuletzt, vor knapp einer Woche, auch bei Breitnau im Hochschwarzwald gesichtet worden. Der tote Wolf weist Verletzungen im Brustbereich auf. Woher diese Verletzungen stammen und die genaue Todesursache werden noch untersucht. Da die Untersuchungen aufwändig sind, werden die Ergebnisse voraussichtlich erst in etwa vierzehn Tagen vorliegen. PM

Beitragsbild: Wolf bei Überlingen. Quelle: FVA/privat

Österreich: Landwirtschaftskammer fordert wolfsfreie Ostalpen

Weil die Schäden durch Wolfsrisse zunehmen, hätten einige Bauern die Weidehaltung von Schafen und Rindern auf Almen bereits aufgegeben, erklärt Franz Lanschützer, Mitarbeiter der Abteilung Forstwirtschaft bei der Landwirtschaftskammer Salzburg. Die Landwirtschaftskammern sind die gesetzlichen Vertretungen der von Land- und Forstwirten in Österreich. In einer Resolution fordert die Landwirtschaftskammer Salzburg daher einen wolfsfreien Ostalpenraum, wie topagrar berichtet. Zur Begründung heißt es, der Totalschutz des Wolfs sorge dafür, dass sich die Population alle drei Jahre verdopple. Da sich Wölfe nicht unter nahen Verwandten verpaarten, sei „der Hybridisierungsgrad mit Haus- und Hofhunden bereits sehr weit fortgeschritten.“ Genetisch reine Wölfe könnten sich nur dort halten, wo sie sich unter natürlichen Bedingungen ohne Kontakt zu Menschen entwickeln könnten oder durch Bejagung von menschlichen Siedlungen ferngehalten würden. Belege und Quellen für die Behauptungen werden in dem Beitrag leider nicht genannt, Franz Lanschützer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Totalschutz von Wölfen bedinge auch, dass sie ihre Scheu verlieren und sich tagaktiv Menschen und Siedlungen näherten. Dies sei im Osten Deutschlands bereits dokumentiert.

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Wolf in Luxemburg

Der Wolf dehnt seinen Lebensraum weiter aus: Am vergangenen Mittwoch hat es im Raum Leudelingen-Bettemburg im Süden Luxemburgs einen konkreten Hinweis auf die Anwesenheit eines Wolfs gegeben. Das teilt das luxemburgische Umweltministerium mit. Ein Landwirt hatte gegen 23.45 Uhr von seinem Traktor aus ein wolfsähnliches Tier gesehen und im Scheinwerferlicht auch fotografiert. Nach eingehender Überprüfung aller wichtigen Kriterien bestätigten die Experten der Naturverwaltung, dass auf Basis des Fotos der Wolf nicht ausgeschlossen werden kann.

Als 100%er Nachweis kann die Beobachtung jedoch nicht eingestuft werden, weil auf dem Foto auf Grund der großen Entfernung nicht alle Kriterien eindeutig erkennbar sind, die für einen „eindeutigen Nachweis“ benötigt werden. Die Naturverwaltung geht aber momentan mit großer Wahrscheinlicht von der Präsenz eines Wolfes aus. Da Wölfe viel wandern, kann das beobachtete Tier mittlerweile in einer ganz anderen Gegend unterwegs sein. Alle Hinweise auf die Anwesenheit von Wölfen sollten umgehend der Naturverwaltung gemeldet werden (email: wolf@anf.etat.lu).

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Dammann-Tamke fordert „Erziehungsplan“ für Wölfe

+++ Erstmals seit 200 Jahren: Wolfsnachwuchs in Dänemark +++ Wolf im Hochschwarzwald gesichtet +++

Der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) und agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Helmut Dammann-Tamke hat bei einem Vortrag in Garlstedt einen „Erziehungsplan für Wölfe“ gefordert. Der Bestand sei groß genug, die Wolfspopulation gesichert. Es sei an der Zeit, Regelungen für ein friedliches Zusammenleben zu treffen. Der Wolf müsse lernen, sich vom Menschen, seinen Siedlungen und Nutztieren fernzuhalten. Dem Osterholzer Kreisblatt zufolge sagte Dammann-Tamke, die EU erwarte einen guten Erhaltungszustand der Population, sie verlange nicht, dass dem Wolf kein Haar gekrümmt werde. Den guten Erhaltungszustand sieht Dammann-Tamke bereits als gegeben an, damit dürfe der Wolf auch bejagt werden. Die Unterscheidung der Wolfspopulation in zwei räumlich getrennte Gruppen unterschiedlicher Herkunft – die sogenannte deutsch-westpolnische oder auch mitteleuropäische Flachlandpopulation und die nordosteuropäisch-baltische – die den geforderten günstigen Erhaltungszustand jeweils noch nicht erreicht hätten, wertete Damman-Tamke als „politischen Versuch, den Erhaltungszustand künstlich zu verschleiern.“

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Niedersachsende: Säugende Wolfsfähe überfahren

+++ Sachsen: Lausitz-Wölfe fressen Biber +++ Sachsen: Wolf bei Hoyerswerda überfahren +++ Österreich: Wolf im Burgenland gesichtet +++ Brandenburg: Gefressen ja, gerissen nein: Kälber im Spreewald nicht von Wolf getötet

Im niedersächsischen Heidekreis ist eine säugende Wolfsfähe überfahren worden. Aus dem Gesäuge des Tiers sei noch Milch geflossen, wie der NDR berichtet. Aus welchem Rudel das Tier stammt ist demnach noch unbekannt. Es spreche aber viel dafür, dass es sich um eine junge Wölfin aus dem Munsteraner Rudel handelt.

Auf bis zu sieben bis neun Prozent beläuft sich der Anteil von Bibern an der Nahrung der Lausitz-Wölfe. Insbesondere in der Umgebung der Königsbrücker Heide sei dieses Phänomen zu beobachten, wie die Lausitzer Rundschau berichtet. Dort gebe es gesättigte Biberpopulationen. Die Jungtiere würden auf der Suche nach eigenen Revieren abwandern und dabei leichte Beute von Wölfen werden. SE

Beitragsbild: Wildunfall (Symbolbild). Foto: SE

Niedersachsen: Wölfe verfolgen Radfahrerin

Eine Frau, die mit ihrem Labrador eine Fahrradtour in Altluneberg (Landkreis Cuxhaven) unternahm, ist von zwei Wölfen verfolgt worden. Einem Bericht auf nord24 zufolge machte die Frau eine Pause in der Nähe einer Weide. Als sie sich wieder auf ihr Fahrrad setzte, entdeckte sie die Wölfe im Wald. Die Wölfe erhoben sich in dem Moment, als sie wieder auf das Rad stieg. Laut fluchend und ihren Hund anfeuernd habe sie die Straße bis zum nächsten Gehöft im Renntempo zurückgelegt. Sie habe sich Sorgen um ihren Hund gemacht und große Angst gehabt, hinzufallen. Die Wölfe seien etwa 25 Meter neben ihr im Wald mitgelaufen. Nachdem die Frau sich auf dem Bauernhof in Sicherheit gebracht hatte, traute sie sich nicht mehr allein durch Wald und Wiesen nach Hause, so nord24. Die Bäuerin musste sie begleiten. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf nord24. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Wildkamera erwischt Wolf mit Frischling

Dessert mit Streifen: Dieses faszinierende Bild eines Wolfs, der einen Frischling im Fang davonträgt, hat die Wildkamera eines Jägers (der nicht genannt werden möchte) bei Torgau (Landkreis Nordsachsen) aufgenommen.

Foto: privat

JAWINA dankt dem anonymen Weidmann für die Genehmigung zur Veröffentlichung!

 

Erster Wolfsnachweis im Landkreis Mittelsachsen

Im Landkreis Mittelsachsen wurde erstmals seit Beginn der natürlichen Wiederbesiedlung ein Wolf nachgewiesen. Das Tier wurde am 17.04.2017 ca. 7 km östlich von Döbeln von einer Privatperson fotografiert. Das Foto wurde als eindeutiger Nachweis (C1) eingestuft und nach Überprüfung der Örtlichkeit als Erstnachweis für den Landkreis bestätigt. Bis jetzt gibt es allerdings keinen Hinweis darauf, dass der Wolf sich noch in der Region aufhält. Möglicherweise handelte es sich um einen Wolf auf Wanderschaft.

In Sachsen sind Wölfe seit Ende der neunziger Jahre wieder dauerhaft heimisch. Junge Wölfe verlassen meist im Alter von ein bis zwei Jahren das elterliche Territorium. Auf der Suche nach einem eigenen Territorium und einem möglichst nicht verwandten Paarungspartner können sie weite Strecken zurücklegen. Daher ist mit dem Vorkommen von Wölfen außerhalb der bekannten Wolfsgebiete jederzeit zu rechnen.

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Sachsen: Gemeinde startet Online-Petition gegen Wölfe

+++ Brandenburg: Wölfe spazieren am hellichten Tag durch Dossow (Landkreis Ostprignitz-Ruppin +++

Bürger der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal (Landkreis Bautzen) in der Oberlausitz haben eine Online-Petition gestartet, die sich für die Begrenzung der Wolfspopulation einsetzt. In der Begründung der Petition heißt es: „Wir Bürger der Gemeinde Ralbitz/Rosenthal und umliegenden Dörfer sind verärgert über den derzeitig hohen Bestand der derzeitigen Wolfspopulation in unserer Region und den damit verbundenen Folgen. Wir verlangen ein Stoppen dieser Entwicklung. In den letzten drei Jahren kam es zu 45 Wolfsangriffen auf Schafherden, davon zehn in unserer Gemeinde. In einem Vortrag des Wolfsbüros Sachsen wurde uns eine weitere Erhöhung der Populationsdichte für die kommenden Jahre in Aussicht gestellt. Wir Dorfbewohner sind schon heute immer öfter Wolfsbegegnungen am  bzw. auch im Dorf ausgesetzt. Dieser Zustand ist  unnatürlich.

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Baden-Württemberg: Überlinger Wolf bei Stockach gesichtet

Der am vergangenen Mittwoch erstmals in Baden-Württemberg nachgewiesene Wolf (JAWINA berichtete) ist auf seiner Wanderung wohl in der Nähe von Stockach angekommen. Das bestätigte die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg.

Der Wolf war von einem Privatmann etwa 10 Kilometer nördlich von Stockach entdeckt und aus dem Auto heraus fotografiert worden. Anhand der Fotos waren Standort und Tier zu identifizieren. Es handelt sich um einen Rüden und sehr wahrscheinlich um dasselbe Tier, das bei Überlingen fotografiert wurde.

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Baden-Württemberg: Wolf bei Überlingen

Vor drei Tagen wurde in der Gegend von Überlingen am Bodensee ein Wolf beobachtet. Zu diesem Ergebnis kommt die vom Umweltministerium mit dem Wolfsmonitoring betraute Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg nach Auswertung eines Fotos, das eine Privatperson nordöstlich von Überlingen am Mittwoch gegen 17:30 Uhr aufgenommen hat. Der aktuelle Aufenthaltsort des – vermutlich noch jungen – Wolfs ist nicht bekannt.

Beitragsbild: Wolf bei Überlingen. Quelle: FVA/privat

Umweltstaatssekretär Flasbarth: „Wir diskutieren Entnahme von Wolfsrudeln“

In einem lesenswerten Interview äußert sich Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth in der taz zur Gefahr, die vom Wolf für Menschen ausgeht und über die Bedrohung der Weidetierhaltung in Gebieten, wo Herdenschutz nicht oder kaum möglich ist wie auf Deichen oder Almen. Dort müsse möglicherweise die Ansiedlung von Wolfsrudeln verhindert werden, „indem man komplette Rudel schießt.“ „Wir“ seien in dieser Frage „komplett romantikfrei“, so der ehemalige Nabu-Präsident Flasbarth. Der Bejagung des Wolfs erteilte er indes eine Absage – auch wenn der „günstige Erhaltungszustand“ erreicht sei. Entschädigungszahlungen an Weidetierhalter sollen beschleunigt und entbürokratisiert werden, Agrarsubventionen so umverteilt werden, dass auch das Freimähen der Elektrolitze noch vom Steuerzahler gefördert wird. Die Behauptung – oder Feststellung? – dass es Leute gebe, die vom Wolf lebten – „Biologen und Beamte beispielsweise“ – hält Flasbarth nicht für einen „Beitrag zur Versachlichung.“ Leseempfehlung. SE

Beitragsbild: Headline des empfohlenen und verlinkten Artikels im taz-Archiv. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Schweiz: Im Kanton Freiburg gefundener Wolf wurde vergiftet

Der vor einigen Tagen im Schweizer Kanton Freiburg tot aufgefundene Wolf (JAWINA berichtete) wurde vergiftet. Dies wurde bei der Untersuchung des Kadavers am Institut für Pathologie der  Universität Bern festgestellt. Im Umkreis des Fundorts der toten Wölfin waren sechs Füchse, ein Rotmilan, eine Katze und ein Dachs tot aufgefunden worden, berichtet die Neue Zürcher Zeitung NZZ. Nach dem Bericht des Blattes hat die Polizei das Haus eines Politikers der Schweizer Volkspartei (SVP) im Zusammenhang mit dem vergifteten Wolf durchsucht. Dabei seien eine Flasche mit Gift, Behälter mit Fleischresten und fünf nicht deklarierte Schusswaffen gefunden worden. Der SVP-Kantonsrat bestreitet die Tat: Das Gift sei Ameisengift, mit dem Fleisch füttere er seine Hunde und Katzen. Die nicht deklarierten Waffen seien ein Versehen, er werde sie registrieren lassen und die Buße bezahlen. Gegen den Politiker wurde nach Informationen der NZZ bereits zwei Mal wegen Tierschutz-Delikten ermittelt: Einmal habe er 70 Minuten benötigt, um eine von ihm angeschossene Gams zu erlösen, außerdem habe er drei Füchse in der Schonzeit geschossen.

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Tschechien: Wolfs-Hybride soll „entnommen“ werden

Die Wölfe im Schluckenauer Zipfel, einer Region im Norden Tschechiens an der Grenze zu Deutschland, sind Mischlinge. Das berichtet die Sächsische Zeitung unter Berufung auf das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen.“ Demnach ist nur das Muttertier des Rudels eine reinrassige Wölfin, der Vater war ein Hund. Zwei der drei Nachkommen sind bereits tot, einer wurde überfahren, ein weiterer erschossen. Auch der dritte und letzte soll nun „entnommen“ werden, damit sich die Hundegene nicht weiter unter der Wolfspopulation ausbreiten. Das tschechische Umweltministerium hat die Jäger vor Ort mit dem Abschuss des Tiers beauftragt. Die dazu erforderliche artenschutzrechtliche Sondergenehmigung wurde bereits erteilt. SE

Beitragsbild: Waldgebiet im Schluckenauer Zipfel. Foto: SE

Minderwertiges Leckerli? Nicht mir mir – ungerechte Behandlung machen Hunde und Wölfe nicht mit

Nicht nur Hunde, sondern auch Wölfe reagieren, ähnlich wie Menschen oder Primaten, auf ungleiche Behandlung. Das bestätigt eine neue Studie von VerhaltensforscherInnen der Vetmeduni Vienna. Im Versuch weigerten sich Wölfe und Hunde mitzuarbeiten, wenn nur der Partner mit einem Leckerli belohnt wurde oder sie selbst ein minderwertigeres bekamen. Da dieses Verhalten bei Wölfen wie bei Hunden gleichwertig ausgeprägt ist, ist diese Sensibilität gegenüber ungleicher Behandlung kein Effekt der Domestikation, wie bislang vermutet, sondern eine vererbte Fähigkeit gemeinsamer Vorfahren. Die Ergebnisse wurden in Current Biology veröffentlicht.

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