Schlagwort-Archive: Wolf

Sachsen: 765.000 Euro für den Wolf in 2017

+++ Österreich: „Wolf wird Millionen kosten“ +++ Mecklenburg-Vorpommern: Jäger schießt 630-Gramm-Monsterbock +++ USA: Bundesstaat Wyoming erlaubt erstmals nach 44 Jahren Jagd auf Grizzlys +++

Knapp 765.000 Euro hat das Land Sachsen im Jahr 2017 für Entschädigungen und Forschung im Zusammenhang mit dem Wolf sowie die Tätigkeit des Kontaktbüros „Wölfe in Sachsen“ ausgegeben. Das geht aus der Antwort des sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums (SMUL) auf eine Kleine Anfrage (Drs.-Nr.: 6/13130) des CDU-Abgeordneten Andreas Heinz hervor. Knapp 258.000 Euro wurden für Präventionsmaßnahmen, also den Schutz von Weidetieren vor Wolfsrissen ausgegeben, 254.000 Euro kosteten wissenschaftliche Begleitung und Wolfsmanagement. Allein an die umstrittene Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung mit Sitz Frankfurt/Main, die die DNA-Analysen bei Wolfsrissen durchführt, überwies der Freistaat Sachsen „2014 144,8 TEuro, 2015: 118,4TEuro, 2016 123,6 TEuro und 2017: 160,2 TEuro.“

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Italien: Südtirol kündigt eigenes Wolfsgesetz an

+++ Brandenburg: Landkreis Dahme-Spreewals führt Pürzelprämie ein +++

Da weder bei der EU, noch in der italienischen Landespolitik „eine Lösung der Wolfsproblematik“ in Sicht sei, kündigt die italienische Provinz Südtirol ein eigenes Wolfsgesetz an. Das berichtet die Neue Südtiroler Tageszeitung (NST). Südtiroler Politiker äußerten Unverständnis über die Äußerungen des für die Wolfsfrage zuständigen EU-Kommissars Karmenu Vella, der der NST zufolge dazu aufforderte, „den Wolf auch als Wirtschaftsfaktor zu sehen“ und erklärte, er habe „bei einer Veranstaltung in Trient habe er selbst sehen können, wie gut das Zusammenleben von Wolf und Mensch funktioniere.“ In der EU sei die Stimme derjenigen zu stark vertreten, für die selbst die „Entnahme auch nur eines einzigen Wolfes ein Sakrileg wäre, schlussfolgerten Südtiroler Politiker. Dabei sei nicht vom Aussterben bedroht, „sondern gehöre neben dem Raben mittlerweile zum am meisten verbreiteten Tier auf der nördlichen Erdhalbkugel“, so Herbert Dorfmann, Mitglied des EU-Parlaments und Bezirksobmann der Südtiroler Volkspartei.

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Niedersachsen: Cuxhavener Wolfsrudel wird besendert

+++ Brandenburg: Frauendorfer Agrargenossenschaft will nach Kälberrissen Antrag auf Wolfsentnahme stellen +++

Umweltminister Olaf Lies hat gestern (Freitag) die Besenderung von Wölfen im Cuxhavener Raum zu Managementzwecken angeordnet. Die Durchführung erfolgt durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Zusammenarbeit mit wildbiologischen Fachleuten. In den letzten Wochen ist es vermehrt zu Nutztierrissen im Landkreis Cuxhaven gekommen. Insgesamt wurden in den letzen Tagen acht Nutztierschadensfälle aus dem Landkreis Cuxhaven gemeldet. In zwei Fällen kam ein Rind und in den anderen Fällen Schafe zu Tode.

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Bauernbund Brandenburg: Tötung von Wolf in Notwehr straffrei?

Bauernbund plant Musterprozess

Wölfe, die ein Weidetier von besonderem materiellen oder ideellen Wert angreifen, dürfen als letzte Möglichkeit in Notwehr getötet werden. Das ist das Ergebnis eines Rechtsgutachtens, das die Kanzlei Kubicki & Schöler für den Bauernbund Brandenburg angefertigt hat (www.wolfsfreiezone.de/images/Rechtsgutachten_Wolf.pdf). „Wer zum Beispiel ein wertvolles Zuchttier verteidigt, geht nach unserer Rechtsauffassung straffrei aus“, sagte Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung auf einer Pressekonferenz in Leibsch im Spreewald und kündigte an, dass der Bauernbund den ersten Landwirt oder Jäger, der deswegen angeklagt werden sollte, die Prozesskosten bezahlen wird.

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EU-Kommission lehnt Änderung des Schutzstatus von Wölfen ab

Obwohl die europäische Wolfspopulation stark anwächst und sich Nutztierrisse häufen, lehnt die EU-Kommission eine Änderung des Schutzstatus von Wölfen, was eine geregelte Bejagung ermöglichen könnte, weiterhin ab. Der maltesische EU-Umweltkommissar Karmenu Vella erklärte der Tiroler Tageszeitung (tt) zufolge, es gehe um „die Wahrung des Naturerbes.“ Wir bräuchten die Koexistenz von Mensch und Wolf. Die Koexistenz funktioniere nicht, widersprach ein Schafzüchter laut tt.

Vella forderte „effizientere Schutzmaßnahmen: Elektrozäune, modernes Weidenmanagement und Schulungen für Landwirte.“ Wenn das alles nichts helfe, müsse es finanzielle Kompensation für den Verlust von Nutztieren geben. Die Kommission sei bereit, solche Maßnahmen zu unterstützen. Es gebe diverse Fördertöpfe für solche Zwecke. red.

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags in der Tiroler Tageszeitung (Screenshot).

Wolf: Kanton Wallis will Wolfshybriden abschießen lassen

Das Parlament des Schweizer Kantons Wallis hat am 15. Mai zwei Postulate gutgeheißen, die sich mit Wolfshybriden beschäftigen: In dem Postulat „Werden die Wolfshybriden entnommen?“ geht es um  genetische Untersuchungen der Wolfspopulation in Frankreich: Bei Medienkonferenz am 22. November 2017 in Grenoble präsentierte die französische Landwirtschaftskammer demnach die Resultate von DNA-Analysen, die das deutsche Institut für forensische Genetik und Rechtsmedizin ForGen durchgeführt hatte. Von den entnommenen Proben konnten 60% ausgewertet werden. Es seien bei den verwertbaren Resultaten ausschliesslich Wolfs-Hunde-Mischlinge festgestellt worden, so der Text des Postulats.

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Niedersachsen: Wolfsbüro meldet zweiten illegal getöteten Wolf 2018

Brandenburg: Das dritte in vier Wochen – Lindenauer Wolf reißt weiteres Kalb +++

Sechster illegal getöteter Wolf seit 2003 in Niedersachsen

Dem Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) wurde eine weitere illegale Tötung eines Wolfs bestätigt. Bei einem bereits am 7. März gemeldeten und auf einem Feld im Landkreis Celle, in der Nähe von Bonstorf, gefundenen toten Wolf bestand der Verdacht auf einen illegalen Abschuss. Allerdings befand sich der Kadaver in einem Zustand, bei dem nicht eindeutig festgestellt werden konnte, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Endgültig klären konnte das nur eine Untersuchung des Kadavers im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin und eine DNA-Analyse im Senckenberg-Institut in Gelnhausen bei Frankfurt, dem nationalen Referenzlabor für Wolfsgenetik. Denn das tote Tier muss bereits länger gelegen haben und wurde von anderen Wildtieren angefressen. Demzufolge befand sich der Kadaver bereits in einem Zustand fortgeschrittener Verwesung und Teilskelettierung.

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Angebliche Wolfskirrung: Peta zeigt Jäger an

Die militante Tieschutzorganisation Peta hat zwei Brandenburger Jäger aus Baruth (Landkreis Teltow-Fläming) angezeigt, weil sie angeblich eine Schafweide absichtlich schlecht gesichert hätten. Peta unterstellt, die Jäger hätten Wölfe so zu einem Schafsriss verführen wollen, um sie nach der Brandenburger Wolfsverordnung erlegen zu können. Die Jäger bestreiten die Vorwürfe: Die Koppel sei ordnungsgemäß gesichert, der zuständige Amtstierarzt habe die Schafweide „als vorbildlich gelobt“, berichtet die Bild-Zeitung. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in der Bild-Zeitung (Screenshot).

Die Red. dankt den JAWINA-Lesern Nos und HW für die Hinweise!

 

Brandenburg: Erneut Wolfsriss im Kuhstall

Bereits zum zweiten Mal hat ein Wolf ein ca. 60 Kilogramm schweres Kalb in einem Kuhstall der Agrargenossenschaft in Lindenau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) gerissen. Wenige Wochen zuvor war bereits ein Kalb im Stall der Lindenauer Agrargenossenschaft gerissen worden, Ende April wurde ein 100 Kilo-Kalb von Wölfen aus einem Stall der Agrargenossenschaft Trebitz – Klein Muckrow bei Lieberose (Landkreis Dahme-Spreewald) gezerrt. Bei dem aktuellen Vorfall wurde ein frisch geborenes Kalb in einem Stall mit 100 Mutterkühen gerissen, berichtet die Lausitzer Rundschau (LR). Damit hätten sich „die schlimmsten Befürchtungen und Ängste der Frauendorfer Tierwirte erfüllt“, so die LR. Mittlerweile ist durch DNA-Untersuchungen zweifelsfrei bewiesen, dass ein Wolf der Verursacher des ersten Rissvorfalls in Lindenau war. Die Landwirte haben bereist Konsequenzen aus dem Wolfsriss gezogen: Früher waren die Mutterkühe schon im April auf der Weide, jetzt müssen sie im Stall bleiben. Weil Nachtwachen nicht finanzierbar sind, wird erwogen, die Ställe nachts „gänzlich dicht zu machen“, so die LR. Dies vertrage sich aber nicht mit artgerechter Tierhaltung.

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DNA-Analyse bestätigt: 44 Schafe in Bad Wildbad von Wolf gerissen

Schafe wurden vom selben Wolf gerissen, der schon im November 2017 in der Region nachgewiesen werden konnte

Die Wolfsattacke auf eine Schafherde in Bad Wildbad (JAWINA berichtete) Ende April ist vom selben Tier verübt worden, das bereits mehrmals in der Region um Bad Wildbad nachgewiesen werden konnte. Das teilt das Umweltministerium Baden-Württemberg mit. Bei der Attacke waren 44 Schafe getötet worden. Bei dem Wolf handelt es sich um ein männliches Einzeltier, das aus Norddeutschland nach Baden-Württemberg gekommen ist und unter dem Kürzel GW 852m geführt wird. Erstmals wurde er im Nordschwarzwald Ende November 2017 nachgewiesen.

„Nachdem dieser Wolf jetzt über fast ein halbes Jahr die Region offenbar nicht verlassen hat, müssen wir davon ausgehen, dass er hier sesshaft geworden ist“, sagte Umweltminister Franz Untersteller gestern in Stuttgart. Daraus folge, dass in Kürze um die bekannten Rissstellen des Wolfes herum ein Gebiet mit einem Durchmesser von rund 60 Kilometern ausgewiesen werde, in dem erhöhte Anforderungen für den Herdenschutz gelten. Deren fachgerechte Erfüllung sei dann Voraussetzung, um bei einem Wolfsangriff Entschädigungszahlungen für gerissene Nutztiere zu erhalten.

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Niedersachsen: Wolfsangriff? Panische Pferde durchbrechen Koppelzaun

Bei Selsingen (Landkreis Rotenburg) sind am Dienstag Abend 28 Pferde vermutlich durch einen Wolfsangriff in Panik versetzt worden. Die Tiere durchbrachen den Koppelzaun und stürmten davon. Die Polizei sicherte die nahe gelegene Bundesstraße B71 und stellte Warnschilder auf, auch im Verkehrsfunk wurde vor der Gefahr durch freilaufende Pferde gewarnt. Bis zum Einbruch der Dunkelheit waren Pferdehalter und Helfer beschäftigt, die entflohenen Pferde wieder einzufangen. Doch die Tiere waren derart verängstigt, dass sie nicht auf der Weide bleiben wollten und gleich wieder ausbrachen. Dem Online-Portal nord24 zufolge hat ein Jäger beobachtet, wie Wölfe aus dem angrenzenden Wald auf die Weide liefen und „regelrecht Jagd auf die Pferde“ machten. Der Vorfall habe Verunsicherung bei den Pferdehaltern in der Region ausgelöst, berichtet nord24. Es sei schwierig, die weitläufigen Koppeln wolfssicher einzuzäunen. Dem zuständigen Wolfsberater ist es gelungen, einige Fellreste sicherzustellen. Durch DNA-Analysen soll nun ermittelt werden, ob es sich bei den Angreifern tatsächlich um Wölfe handelte. red.

Beitragsbild: Pferde (Archivbild). Foto: privat

Thüringen: Rote Karte für das Landesjagdgesetz

Beim 28. Landesjägertag Thüringen, der am 5. Mai in Niederorschel (Landkreis Eichsfeld) stattfand, lehnten der Landesjagdverband Thüringen (LJVT) und die Vertreter anderer Landnutzerverbände die geplante Novellierung des Landesjagdgesetzes einhellig und entschieden ab.

In seinem Grußwort lobte Staatssekretär Sühl die „wohl ausführlichste und fachlich beste Stellungnahme des Landesjagdverbandes zum Gesetzentwurf des geplanten neuen Landesjagdgesetzes, teilte aber zugleich auch mit, dass man beabsichtige, das Gesetz bis zum Jahresende basierend auf den zwischen den Ministerien getroffenen Vereinbarungen durchzusetzen“, berichtet LJVT-Geschäftsführer Frank Herrmann.

Dazu erklärte LJVT-Präsident Steffen Liebig: „Wir haben den Gesetzentwurf in der vorliegenden Fassung abgelehnt, weil keine der im 1,5-jährigen Diskussionsprozess ausgehandelten Konsensvorschläge mehr enthalten waren. Dafür, meine Damen und Herren, wurden neue Prämissen, die im gesamten Diskussionsprozess nicht thematisiert wurden, durch das TMUEN (Umweltministerium), das Tierschutzreferat des TMASGFF (Gesundheitsministerium) und das TMIK (Innenministerium) eingebracht. Die hier eingebrachten neuen Regelungen widersprechen z.T. dem Grundgesetz, halten einer fachlichen Prüfung nicht stand und heben teilweise das Naturschutzrecht über das Jagdrecht, hebeln also Paritäten aus, an denen nicht gerüttelt werden darf. Teilweise beinhaltet es Angriffe auf Rechte des Grundeigentums – Jagdrecht ist ein solches Recht.“

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Brandenburg: Polizei löst angemeldete Demo gegen Wolf auf

Heute morgen um 11 Uhr wollten fünf Bauern mit zwei vom Wolf gerissenen Kälbchen vor dem Potsdamer Landtag gegen die Untätigkeit der Landesregierung beim Thema Wolf protestieren. Sie wurden daran – trotz angemeldeter Demonstration – durch Polizeieinsatz gehindert. Die toten Kälbchen wurden beschlagnahmt, gegen einen Bauern wurde Strafanzeige erstattet.

Dazu erklärt Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung: „Broschüren, Filme, Ratgeber – wir werden von den Naturschutzbehörden mit Wolfspropaganda zugeschüttet. Aber wenn betroffene Weidetierhalter die grausame Wirklichkeit zeigen, schreitet die Staatsgewalt ein. Was für eine Anmaßung gegenüber der Landbevölkerung! Die Politiker sollten sich ruhig mal die zerfetzten Kadaver anschauen, die das angeblich so faszinierende Raubtier zurücklässt. Wer da nur mit den Schultern zuckt und sagt, das sei halt Natur, spuckt uns Bauern direkt ins Gesicht. Wir lieben unsere Tiere. Es wird Zeit, dass wir sie mit der Waffe in der Hand verteidigen.“

Von Wolf bei Schönberg gerissenes Kalb. Quelle: Bauernbund Brandenburg/privat

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Baden-Württemberg: Umweltministerium und Schafzuchtverband einigen sich auf wirkungslose Herdenschutzmassnahmen

Neue Richtlinie: Drei Meter hohe Zäune für Nachtpferche in Frankreich

Nach einem Rissvorfall mit mittlerweile 43 toten Schafen (JAWINA berichtete) haben sich das Umweltministerium Baden-Württemberg und der Landesschafzuchtverband (LSV) über die formalen Anforderungen für die Einzäunung von Schafweiden in Wolfsgebieten geeinigt. Demnach muss „in Gebieten, die künftig als Wolfsterritorium definiert werden, weil ein Wolf oder mehrere Wölfe dort heimisch geworden sind, […] der elektrische Zaun um eine Herde mindestens 90 Zentimeter hoch sein und der Zaun muss die gesamte Weide ohne Schlupflöcher umfassen. Staatssekretär Andre Baumann: „Mit dieser Mindesthöhe liegen wir an der unteren Grenze der bundesweit geltenden Empfehlungen. Ich hoffe, dass wir mit dieser Minimalanforderung den Schäferinnen und Schäfern die Sorge vor komplizierten und teuren Pflichtmaßnahmen zum Herdenschutz wenigstens teilweise nehmen können, zumal die Anschaffungskosten für die Zäune bis zu 90 Prozent bezuschusst werden können.

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Niedersachsen: Wolf im Landkreis Harburg tot aufgefunden

2018 mehr tote Wölfe in Niedersachsen als in anderen Bundesländern

Am Vormittag des 3. Mai wurde der Polizei und dem Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) erneut ein toter Wolf gemeldet. Gefunden wurde das tote Tier im Landkreis Harburg an der Autobahn A7, Anschlussstelle Egestorf. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen Rüden, der bei einem Verkehrsunfall getötet wurde. Eine Unfallmeldung liegt der Polizei nicht vor. Es ist der dreizehnte in Niedersachsen tot aufgefundene Wolf in diesem Jahr. Zwölf Wölfe kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben, einer wurde illegal erschossen. Insgesamt wurden seit 2003 in Niedersachsen 42 Wölfe tot aufgefunden, fünf davon wurden illegal getötet.

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Niedersachsen: Erneut Wolf im Heidekreis bei Verkehrsunfall getötet

Zwölfter tot aufgefundener Wolf in Niedersachsen in diesem Jahr  

Am frühen Morgen des 27. April wurde im Heidekreis erneut eine Wölfin bei einem Verkehrsunfall getötet. Das meldete das Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Der Unfall ereignete sich bei Dethlingen, in der Nähe von Munster. Im Fall von Verkehrsunfällen mit Wölfen sollten sich die betroffenen Autofahrer bei der Polizei melden. Diese informiert auch die weiteren zuständigen Stellen. Das Wolfsbüro koordiniert den Transport des Kadavers zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. Im Rahmen des bundesweiten Totfundmonitorings untersucht das IZW die toten Wölfe in Deutschland und schickt zur DNA-Analyse Gewebeproben an das Senckenberg-Institut in Gelnhausen bei Frankfurt, dem nationalen Referenzlabor für Wolfsgenetik. Mit den Ergebnissen der pathologischen und genetischen Untersuchungen können Aussagen zur Todesursache, zum Gesundheitszustand, zum Alter, zur Herkunft der toten Wölfin und zur Rudelzugehörigkeit getroffen werden.

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Baden-Württemberg: „Bild des Grauens“ – mehr als 40 Schafe bei Wolfsangriff getötet

Den Tag des Wolfes am 30. April hat Isegrimm auf würdige Weise begangen: In Bad Wildbad (Landkreis Calw) sind mehr als 40 Schafe einem Wolfsangriff zum Opfer gefallen. Mindestens 15 Tiere wurden gerissen, zehn mussten notgeschlachtet werden, weitere Schafe flohen in die Enz, wie der SWR berichtet. Nach ersten Untersuchungen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) ist es sehr wahrscheinlich, dass die Schafe von Wölfen gerissen wurden, DNA-Untersuchungen sollen letzte Gewissheit bringen. Bereits im November wurden in Bad Wildbad Schafe von einem Wolf gerissen. Die Welt sprach angesichts des Gemetzels von einem „Bild des Grauens.“ Der Bürgermeister von Bad Wildbad, Klaus Mack (CDU) appellierte laut SWR an die Landesregierung, „diesem Treiben Einhalt zu gebieten“, wenn die „Rückkehr des Wolfes dazu führe, dass sich Touristen im Wald nicht mehr sicher fühlen.“ Die Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes, Anette Wohlfarth, wertete den Rissvorfall als Beleg dafür, dass „Weidetierhaltung und Wolf in Baden-Württemberg zusammen nicht flächendeckend funktionierten.“ Der Nabu fordert, dem betroffenen Schäfer so schnell wie möglich zu helfen, sprich: für die gerissenen Schafe Entschädigung aus Steuergeldern zu bezahlen.

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CDU Niedersachsen: Günstiger Erhaltungszustand ist erreicht – Bejagung des Wolfes muss ermöglicht werden

Mit Abschluss des heute endenden Wolfsmonitoring-Jahres 2018 sieht die CDU-Landtagsfraktion den günstigen Erhaltungszustand der europäischen Flachlandpopulation des Wolfes von 250 geschlechtsreifen Tieren als erreicht an. Der umweltpolitische Sprecher Martin Bäumer fordert das Niedersächsische Umweltministerium daher auf, den rechtlichen Rahmen für die Bejagung des Wolfes auch in Niedersachsen zu schaffen: „Die Wolfspopulation wächst jährlich um 30 Prozent. Es bedarf lediglich des politischen Willens, sich gegenüber der EU-Kommission entsprechend zu äußern und den günstigen Erhaltungszustand feststellen zu lassen. Alle international abgestimmten Kriterien sind erfüllt, den Wolf in Deutschland als nicht gefährdet einstufen zu lassen. Dort, wo es keine andere Möglichkeit gibt, den Wolf wirksam fernzuhalten, muss sein Abschuss endlich ermöglicht werden.“ Der günstige Erhaltungszustand wird anhand der „Leitlinien für Managementpläne für Großraubtiere“ des Ökologen John Linnell definiert, die sowohl dem Bund als auch der EU-Kommission als fachliche Grundlage dienen.

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Brandenburg: Wölfe reissen 100-Kilo-Kalb im Stall

Die Wölfe krochen unter den Gitterstäben des Kälberstalls der Agrargenossenschaft Trebitz – Klein Muckrow bei Lieberose (Landkreis Dahme-Spreewald) hindurch, töteten ein 100 Kilogramm schweres Kalb vor der Box und zerrten den Kadaver hinaus, wo sie das meiste von dem Tier fraßen. Am Morgen des 25. April fanden die Geschäftsführerin der Agrargenossenschaft, Silvia Balzer, und ihre Mitarbeiter nur noch wenige Überreste: Hinterläufe, Wirbelsäule, Schädel, Rippen, einige Innereien.

Vor dem Stall fraßen die Wölfe das Kalb weitrgehend auf. Foto: Silvia Balzer

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Schweiz: Weniger Schutz für Wölfe

Umweltkommission will Abschüsse ermöglichen, auch wenn die Wölfe zuvor keine großen Schäden angerichtet haben – Schutzmaßnahmen sollen nicht mehr verpflichtend sein – Biber und Luchs in Bestandesregulierung aufgenommen

Die Umweltkommission im Schweizer Parlament hat die Detailberatung zur Änderung des Jagdgesetzes (17.052) abgeschlossen und der Vorlage mit 6 zu 4 Stimmen zugestimmt. An der Liste der geschützten Tiere (gemäß Berner Konvention) werden keine Änderungen vorgenommen. Im Kernstück der Vorlage, dem Artikel 7a, soll hingegen die Regulierung des Bestandes von gewissen geschützten Tierarten neu gehandhabt werden. Mit der Umsetzung der Motion (Mo.) 14.3151 «Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung» sollen gemäß der Vorlage des Bundesrates neu auch Wolfbestände regulierbar sein, damit ein großer Schaden oder eine Gefährdung von Menschen verhindert werden kann. Eine Mehrheit der Kommission will nun weitergehen als der Bundesrat vorschlägt. Mit 6 zu 5 Stimmen hat sie beschlossen, die Bedingungen für einen regulierenden Eingriff in den Bestand etwas milder auszugestalten: Der Begriff des «großen» Schadens soll aus Absatz 2 gestrichen werden und Schutzmaßnahmen sollen nicht mehr absolute Pflicht sein.

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„Besseres Konfliktmanagement durch Jagdrecht“

Der DJV stellt ein Frage-Antwort-Papier vor und erläutert, warum der Wolf ins Bundesjagdgesetz sollte. Für die Entnahme von verhaltensauffälligen Wölfen sind Jäger die ersten Ansprechpartner, bewaffnete Eingreiftrupps lehnt der DJV ab.

Im Koalitionsvertrag hat sich die amtierende Bundesregierung dafür ausgesprochen, den Schutzstatus des Wolfes abhängig vom Erhaltungszustand zu überprüfen, um eine notwendige Bestandsreduzierung herbeiführen zu können. Maßnahmen für die Entnahme von auffälligen Wölfen sollen ebenfalls entwickelt werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat vor diesem Hintergrund vergangene Woche gefordert, den Wolf vom Naturschutzgesetz ins Bundesjagdgesetz zu überführen. Die Hintergründe erläutert der Dachverband der Jäger jetzt in einem Frage-Antwort-Papier. „Es geht nicht um eine reguläre Bejagung, sondern um ein besseres Konfliktmanagement“, sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer.

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Niedersachsen: Studie zur Interaktion zwischen Pferd und Wolf startet im Herbst

Das Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) unterstützt beratend eine Studie zur Frage der Interaktion zwischen Pferd und Wolf des Arbeitskreises Pferd und Wolf Niedersachsen. Das teilte der NLWKN heute mit. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts wird von Prof. Konstanze Krüger von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen, übernommen. Ab Herbst 2018 soll die Anwesenheit von Wölfen an einer Pferdeweide eines großen Pferdebetriebs mittels Wildtierkameras (Fotofallen) dokumentiert und die situationsabhängigen Pferdebewegungsmuster beispielsweise mittels GPS-Tracking erfasst werden.

Das Ziel der Untersuchung ist, bislang fehlende Informationen darüber zu gewinnen, wie Pferde tatsächlich auf Wölfe reagieren und ob beziehungsweise welche Maßnahmen anhand vermehrten Wolfsvorkommens in Deutschland in Frage kommen.

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Brandenburg: Entlaufener Wolf wieder im Tierpark

Der vor knapp einem Monat aus dem Tierpark Perleberg entlaufene Wolf (JAWINA berichtete), ist wieder in seinem Gehege. Der Wolf hatte sich in den vergangenen Wochen immer wieder in der Umgebung des Tierparks und auch auf dem Tierparkgelände gezeigt. In der Umgebung von Perleberg war es wiederholt zu Sichtungen des Wolfs gekommen. Der nach Aussage des Tierparkleiters sehr scheue Wolf, hatte einigen Bürgern unvergessliche Nahbegnungen beschert: In der MAZ berichtet ein Autofahrer, der Wolf zeige „absolut keine Angst vor Menschen und Autos, er habe einem Jogger Zuflucht in seinem Auto gewähren müssen, weil der Wolf so bedrohlich gewesen sei. Dem Tierparkleiter gelang es nun, den Wolf auf dem Tierparkgelände zu narkotisieren. red.

Beitragsbild: Headline des ausführlichen Berichts in der MAZ (Screenshot)

Niedersachsen: Wolfsriss im Freibad?

+++ „Stinkt zum Himmel“: Bahn lässt totgefahrene Wildschweinrotte einfach liegen +++ Zwölf Schafe gerissen: Der Wolf ist in den Niederlanden angekommen +++ Thüringen: Überfahrenes Tier ist kein Wolfs-Hybride, sondern Hund +++

Im Rosenbad in Bad Bevensen (Landkreis Uelzen) soll ein Wolf ein Reh gerissen haben. Die Ergebnisse der DNA-Untersuchung stehen zwar einem Bericht des NDR zufolge noch aus, aber der zuständige Wolfsgutachter sieht deutliche Hinweise für einen Wolf als Verursacher. Genannt wurden der markante Kehlbiss, zudem weist das Beutetier, anders als bei Rehen, die Opfer wildernder Hunde werden, keine weiteren Verletzungen auf. Auch typisch: Der Wolf öffnete die Bauchdecke und fraß zuerst die inneren Organe. Der vermeintliche Wolfsriss sorgt für Verunsicherung in Bad Bevensen, denn das Rosenbad liegt zwar am Waldrand, ist aber nur 250 Meter von der Innenstadt entfernt. Die Stadt wolle dem nun entgegentreten, schreibt der NDR, im Mai solle es eine Informationsveranstaltung über die von Wölfen (nicht) ausgehenden Gefahren geben. SE

Beitragsbild: Kehlbiss (in diesem Fall an einem Stück Damwild von einem Hund angebracht – Hunde mit nicht verkümmerten Instinkten können das also auch. (Symbolbild)). Foto: SE

Zwei Wildunfälle mit Wölfen

In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben sich zwei Wildunfälle mit Wölfen ereignet: In Starßgräbchen, einem Ortsteil von Bernsdorf (Landkreis Bautzen) ist am Dienstag gegen 6.30 ein Wolf von einem PKW auf der Staatsstraße 94 erfasst und bei dem Unfall so schwer verletzt worden, dass er eingeschläfert werden musste.

Am Montagmorgen ist zwischen Kirch Jesar und Hagenow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) vermutlich ein Wolf angefahren worden. Das Tier überschlug sich nach der Kollision mit dem PKW, lief dann aber davon und konnte auch im Rahmen einer Nachsuche nicht gefunden werden. Vermutlich wurde es bei dem Zusammenstoß nicht schwer verletzt. Die Polizei hat Tierhaare am Unfallauto gesichert, die nun durch das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie untersucht werden sollen.

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Jetzt im Bundestag: Anhörung zur Situation der Wölfe in Deutschland im Umweltausschuss

„Mit der Situation der Wölfe in Deutschland beschäftigt sich der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und nukleare Sicherheit am Mittwoch, 18. April 2018, in einer öffentlichen Anhörung,“ wie der Online-Dienst des Deutschen Bundestages informiert: Den geladenen Sachverständigen liegen Anträge der AfD, der FDP, der Linken und von Bündnis 90/Die Grünen vor. Die Sitzung unter Vorsitz von Sylvia Kotting-Uhl (Bündnis 90/Die Grünen) beginnt um 10.30 Uhr im Anhörungssaal 3.101 des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses und dauert zweieinhalb Stunden. Die Anhörung wird live im Internet auf www.bundestag.de und auf mobilen Endgeräten übertragen.“

Den Inhalt der Anträge fässt der Online-Dienst wie folgt zusammen:

„Der Titel des FDP-Antrags (19/584) lautet „Gefahr Wolf – Unkontrollierte Population stoppen“ (19/584). Die Linke hat ihren Antrag (19/581) mit „Herdenschutz – jetzt bundesweit wirkungsvoll durchsetzen“ (19/581) überschrieben. „Herdenschutz und Schutz des Menschen im ländlichen Raum – Wolfspopulation intelligent regulieren“ ist der Titel des Antrags der AfD (19/594), und die Grünen fordern „Rückkehr des Wolfes – Artenschutz und Herdenschutz zusammen denken“ (19/589).

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BJV lehnt Übernahme des Wolfes ins Jagdrecht ab

Der Bayerische Jagdverband (BJV) lehnt – anders als der Deutsche Jagdverband – die Übernahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz strikt ab. Die bayerischen Jäger übernehmen nicht die alleinige Verantwortung für die Regulierung des Wolfes, betont Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke: „Wird im Einzelfall der Abschuss einzelner Tiere notwendig, so ist dies auch ohne die Übernahme ins Jagdrecht möglich. Wie das funktionieren kann, zeigt seit vielen Jahren das erfolgreiche Biber- und Kormoranmanagement in Bayern.“

Auch Biber und Kormoran unterliegen in Bayern nicht dem JagdrechtWird die Entnahme im Einzelfall aus öffentlichem Interesse notwendig, entscheidet das die zuständige Fachbehörde. Sie beauftragt dann die zuständigen Jäger.

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IZW bestätigt Verdacht des Wolfsbüros: Wolf illegal getötet

Der im Wendland tot aufgefundene Wolf wurde erschossen

Der am 6. April an der B493 zwischen Kapern und Gartow tot aufgefundene Wolf (JAWINA berichtete) wurde erschossen. Das ergaben die forensischen Untersuchungen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin, wie das Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) berichtet. In dem Kadaver des toten Rüden wurde ein Teilmantelgeschoss gefunden. Der Todeszeitpunkt lag vermutlich etwa eine Woche vor dem Fund des Kadavers. Die Untersuchungen ergaben außerdem, dass es sich bei dem Wolf nicht um ein ausgewachsenes Tier handelt, wie zunächst vermutet, sondern um ein Jungtier. Wie bereits berichtet, ermittelt in diesem Fall das Polizeikommissariat Lüchow.

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DJV zum Positionspapier Wolf

In einer aktuellen Pressemitteilung nimmt der Deutsche Jagdverband (DJV) zum gerade veröffentlichten Positionspapier „Der Wolf in Deutschland“ Stellung darin heißt es:

Deutscher Jagdverband positioniert sich zum Wolf – DJV-Präsidium verabschiedet im April 2018 neue Wolfsposition

Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert in einem aktuellen Positionspapier zeitnah die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz, um bundeseinheitliche Regelungen zum künftigen Umgang mit dem Wolf auszugestalten. Eine generelle Bejagung ist damit nicht möglich, da der große Fleischfresser über die FFH-Richtlinie weiterhin streng geschützt ist. Allerdings wird so eine Grundlage geschaffen, um bundesweit gültige Managementmaßnahmen auf Basis des Koalitionsvertrages der Bundesregierung zu erarbeiten. Der DJV lehnt Vorstöße wie in Brandenburg und Südwestdeutschland ab, über Behörden bewaffnete Eingreifftrupps installieren zu wollen. „Wenn es um die Entnahme von Wölfen geht, muss immer der ortskundige Jäger erster Ansprechpartner sein, alles andere wäre ein inakzeptabler Eingriff ins Eigentumsrecht“, so DJV-Präsident Hartwig Fischer. Nur wenn der Jagdausübungsberechtigte notwendige Managementmaßnahmen nicht umsetzen kann oder möchte, sollten Behörden eingreifen können.

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DJV fordert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat ein Positionspapier „Der Wolf in Deutschland“ veröffentlicht, in dem unter anderem die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht gefordert wird. Die Einstufung des Wolfes im Jahr 1992 in den Anhang IV der FFH-Richtlinie entstamme einer Zeit, als dieser über 130 Jahre auf heutigem deutschem Territorium nicht mehr regelmäßig vorkam und seine Rückkehr offenbar nicht erwartet wurde, heißt es in dem DJV-Positionspapier: „Der Wolf erfüllt heute nicht mehr die Kriterien für die Aufnahme in Anhang IV.“ Gefordert wird, den Wolf baldmöglichst von Anhang IV in Anhang V der FFH-Richtlinie zu überführen sowie den Wolf „in den Katalog der bejagbaren Arten des Bundesjagdgesetzes aufzunehmen.“

Die Aufnahme ins Jagdrecht sei unabhängig von einer Aufnahme in Anhang V der FFH-Richtlinie, auch Arten aus Anhang IV dürften unter bestimmten Voraussetzungen bejagt werden, stellt der DJV fest: Die Rechte der Jagdausübungsberechtigten und Jagdrechtsinhaber seien zu wahren, die „Einrichtung von staatlichen Fang- und Entnahmetrupps als Parallelstruktur zur Jägerschaft wird abgelehnt.“ Es seien verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, nach denen die fachlich qualifizierte Jägerschaft handeln kann. Gefordert wird auch eine gesetzliche Regelung für den „Ausgleich von Schäden durch Wölfe an Jagdhunden.“

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Brandenburg: Wolf reisst Kalb in Mutterkuhstall

In Lindenau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) ist ein Wolf in einen Mutterkuhstall mit 250 Mutterkühen und 100 Kälbern eingedrungen und hat ein Kalb gerissen. Das berichtet die Lausitzer Rundschau (LR)). Als der Tierpfleger um 5.30 Uhr morgens den Stall aufschloss, traf er den Wolf noch auf einem Futtertisch stehend an. Der Wolf ergriff dann die Flucht. Der Chef der Agrargenossenschaft sprach angesichts des Wolfsrisses in einem Stall von einer neuen Qualität und warnte vor den Folgen für die Tierhaltung: Die Ställe zu verrammeln, um die Kühe vor Wölfen zu schützen, widerspreche artgerechter Tierhaltung. Kühe bräuchten Luft, Licht und Auslauf. In Lindenau mache sich Angst breit, so die MAZ, schließlich liege der Kuhstall nicht abseits, sondern „gleich neben den ersten Häusern am Dorfrand“.

Im benachbarten Landkreis Dahme-Spreewald nehmen die Schäden durch Wolfsrisse zu, Nutztierhalter fürchten um ihre Existenz, berichtet ebenfalls die Lausitzer Rundschau. Allein in Südbrandenburg „von der Neiße bis zur Elbe“ leben nach Auffassung eines in der LR zitierten „Wolfsexperten“ ca. 100 Wölfe. Ein Eingriff in die Population sei nicht notwendig, die maximale Populationsdichte sei erreicht – was indes fraglich erscheint, da die Dichte der Beutegreifer von der Dichte der Beutetiere bestimmt wird. Solange die Wölfe genug Wild- und Nutztiere finden, werden sich wohl auch neue Rudel in entsprechend kleineren Streifgebieten ansiedeln können.

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Brandenburg: Erneuter Wolfsangriff auf Hund

+++ Brandenburg: Wolf aus Tierpark entlaufen +++

Wenige Wochen nach der Tötung einer Bracke durch einen Wolf auf einem Truppenübungsplatz an der Grenze von Sachsen zu Brandenburg, soll es in Brandenburg zu einer neuen Wolfsattacke auf einen Hund gekommen sein. Nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) unternahm der pensionierte Förster Peter Keibel am Karfreitag in Begleitung der sieben Jahre alten Jack-Russel-Hündin seiner Enkelin einen Spaziergang im Zehdenicker Stadtwald (Landkreis Oberhavel), den der Forstmann weiterhin betreut und bejagt. Gegen 9.30 Uhr kontrollierte er eine Wildkamera, als er die Hündin aufschreien hörte. Im nächsten Moment habe er die Hündin, gefolgt vom Wolf, weglaufen sehen. Auf seinen Pfiff kam die verletzte Hündin zurück. Die Fangzähne des Wolfs hatten tiefe Bisswunden in Hinterlauf und Rumpf gerissen, aber keine inneren Organe verletzt, so die MAZ. Neun Minuten vor dem Angriff hatte Keibels Wildkamera einen Wolf aufgenommen. Für ihn besteht kein Zweifel, dass dieser Wolf diesen Angriff verursacht hat.

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Niedersachsen: Wolf vermutlich illegal getötet

+++ Sachsen-Anhalt: Trotz Wolfsschutzzaun – Wolf reißt 18 Stück Damwild im Gatter +++ Brandenburg: Vom „Wolfskompetenzzentrum errichteter Zaun erweist sich als wirkungslos +++

40. toter Wolf in Niedersachsen – fünfter illegal getöteter

Am 6. April wurde an der B493 zwischen Kapern und Gartow ein toter Wolf gemeldet. Das teilte das Wolfsbüro des NLKWN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) mit. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen Rüden, vermutlich ausgewachsen. Der tote Wolf weist Anzeichen einer Schussverletzung auf. Daher geht die Polizei von einer illegalen Tötung aus. Das Polizeikommissariat Lüchow ermittelt. Es ist der elfte tote Wolf in Niedersachsen im Jahr 2018, der 40. insgesamt und der fünfte illegal getötete. Sämtliche Informationen über in Niedersachsen tot aufgefundene Wölfe sind hier aufgeführt:

http://www.nlwkn.niedersachsen.de/startseite/naturschutz/tier_und_pflanzenartenschutz/wolfsbuero/totfunde/tote-woelfe-in-niedersachsen-142406.html

Für die illegale Tötung eines Wolf sieht § 71 Abs. 1 BNatSchG als Strafrahmen eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor. Dieser Strafrahmen orientiert sich am gleichen Strafrahmen wie bei Jagdwilderei (§ 292 StGB) und bei Zuwiderhandlungen gegen Schonzeitvorschriften (§ 38 BJagdG).

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Getötete Bracke: Alternative Fakten von Kontaktbüro und Bundesforst

Am 13.03. veröffentlichten Kontaktbüro Wölfe in Sachsen und der Bundesforstbetrieb Lausitz eine gemeinsame Pressemitteilung (PM) mit dem Titel „Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz vom Wolf getöteter Jagdhund war nicht im jagdlichen Einsatz„. In der mit dem sächsischen Umweltministerium abgestimmten PM verbreiten die genannten staatlichen Institutionen eine – vorsichtig ausgedrückt – fragwürdige Version der Vorgänge, die der Darstellung der Betroffenen widerspricht und diese somit als Lügner dastehen lässt. Warum?

Es stellt sich zum einen die Frage, was mit dieser PM bezweckt werden soll, da sich am grundsätzlichen Hergang, am Kern des Sachverhalts – dass der Hund von einem Wolf gerissen wurde – nichts ändert dadurch, ob der Hund nun im Jagdeinsatz getötet wurde oder nicht. Auch die Bewertung des Falls durch Wolfsbefürworter und -Gegner dürfte dadurch nicht wesentlich beeinflusst werden. Zum anderen: Warum wurde die PM in dieser Form veröffentlicht, obwohl durch sie verschiedene Akteure völlig unnötig öffentlich attackiert und diskreditiert werden?

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Sachsen: Hundeführer fordern Rechtssicherheit bei Konflikten mit Wölfen

Am 21. März fand im sächsischen Weinböhla eine Zusammenkunft von engagierten Hunde- und Nachsuchenführern statt. Das Treffen diente vor allem dem Erfahrungsaustausch zum Thema Hundeeinsatz auf Jagden in Wolfsgebieten – ein Thema, dessen Dringlichkeit nicht zuletzt die Tötung eines Stöberhundes durch einen Wolf im Januar auf einem Truppenübungsplatz in Sachsen verdeutlichte. Die international zum Teil gut vernetzten Hundeführer berichteten von Erfahrungen und Lösungsansätzen aus anderen Ländern mit Wolfsvorkommen: „Interessant war die Information der slowakischen Schweißhundeführer, dass Schweißhunde mit Fährten- und Sichtlaut wegen der Wölfe geringere Überlebenschancen hätten, als Hunde haben die stumm jagen“, stellte der Initiator des Treffens, der BGS-Führer Christoph E. fest. Dass aufgrund dieser Problematik verstärkt stumm jagende Hunde eingesetzt und der Wert des Lauts als Zuchtziel infolgedessen hinterfragt werde, kommentierten einige der Anwesenden mit Bestürzung. „Ich hoffe nicht,“, so Christoph, „dass irgendwann, wegen des Wolfes, die Zuchtrichtlinien im Hinblick auf Fährten- und Spurlaut wegen der Möglichkeit der Ortung durch das GPS überarbeitet werden.“

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