Schlagwort-Archive: Wölfe

Brandenburg: Wolf hetzt Reh durch Ortschaft

Und wieder: In Trebitz, einem Ortsteil von Brück im Landkreis Potsdam-Mittelmark hat ein Wolf am hellichten Tag ein Rehkitz durch die Ortschaft gehetzt. Zwei Kellnerinnen des Trebitzers Gasthofs „Zur Linde“ beobachteten den Vorfall – sie polierten gerade Besteck mit Blick durch die Fenster der Gaststätte auf die Zufahrt zum Parkplatz. Als das Reh vom Wolf gefolgt über den Hof flitzte des Lokals flitzte, rannten die Frauen vor die Tür. Der Wolf hatte das Kitz bereits an den Hinterläufen gepackt. Auf das Rufen und Pfeifen der Kellnerinnen hin ließ er von seiner Beute ab und flüchtete über den Parkplatz. Das Reh suchte Deckung hinter einem Baum, wo es jedoch verendete. Der Märkischen Allgemeinen Zeitung gegenüber erklärte der Lindenwirt, dass der Wolf dem Reh „geradewegs über die Hauptstraßenkreuzung zum Markt gefolgt sein“ müsse. Auf seiner Jagd habe der Wolf auch einen Spielplatz passiert. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in der MAZ. (Screenshot)

Brandenburg: Mit Trecking-Stock gegen Wolf

+++ Schweiz: Wolfswilderer vor Gericht +++ Österreich: Goldschakale breiten sich in der Steiermark aus +++ Studie: Jagd beeinflusst Evolution von Braunbären +++

Allmählich kommen auch den Mainstream-Medien ernste Zweifel an der von den Naturschutzverbänden beharrlich aufgetischten Mär von der angeblichen „natürlichen Scheu“ des Wolfs: „Von wegen scheu“ schreibt die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) in einem Artikel über Wolfsvorfälle in Grebs, einem kleinen Dorf im Brandenburger Landkreis Potsdam-Mittelmark. Dort jagen Wölfe ihre Beutetiere, die sich vermutlich wegen der Wölfe in der Nähe der Siedlungen aufhalten, bis in die Ortschaften hinein, der Bauer hat dieses Jahr schon sechs Kälber an die Wölfe verloren, Pony- und Schafhalter machen sich Sorgen um ihre Tiere und verstärken die Sicherheitsvorkehrungen an Ställen, Pferchen und Weiden. Eine Anwohnerin berichtet in der MAZ von einer Wolfsbegegnung der unheimlichen Art: Als sie abends kurz nach acht eine Nachbarsfamilie besuchen wollte, entdeckte sie im Lichtkegel der Taschenlampe auf der anderen Straßenseite einen Wolf. In „Lauerstellung“ habe er da gestanden. „Ich dachte, der springt mich gleich an“, berichtet die Frau der MAZ. Sie fuchtelte mit ihrem Trecking-Stock und schrie – so gelang es ihr, den Wolf zu verscheuchen.

Weiterlesen

Niedersachsen: Umwelt- und Landwirtschaftsministerium wollen beim Thema Wolf stärker zusammenarbeiten

+++ Frankfurt: Stadt wertet umstrittene Nilgänsejagd in Freibad als Erfolg +++ Niedersachsen: Rehe in die Flucht geschlagen – Jäger beobachtet vier Wölfe im Landkreis Oldenburg +++ Österreich: Jäger bitten um Rücksicht auf an Gamsblindheit erkrankte Gämsen +++ Niedersachsen: Wolf reißt Schafe in Kindergarten-Nähe +++ Bayern: 100-Kilo-Keiler spaziert durch Kreisstadt +++

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies und Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast haben sich in einem Gespräch darauf verständigt, beim Thema Wolf in Zukunft stärker zusammenarbeiten zu wollen. „Wir brauchen unbedingt eine weitere Professionalisierung im Umgang mit dem Wolf“, sagte Minister Olaf Lies nach dem Treffen im Umweltministerium in Hannover. „Im Klartext heißt das: Wir müssen unsere Informationspolitik verbessern, den Herdenschutz massiv ausbauen und eine schnellere Schadensregulierung bei Wolfsrissen erreichen. Darüber hinaus müssen wir aber auch noch mehr erfahren über den Wolf und sein Verhalten. Wir stehen zum Schutz des Wolfs als Art in Niedersachen. Aber wir brauchen dringend klare Leitlinien im Umgang mit dem Wolf. Die Sicherheit der Menschen hat dabei oberste Priorität.

Weiterlesen

EU-Kommission lehnt Senkung des Schutzstatus für Wölfe ab

Die EU-Kommission lehnt die Senkung des Schutzstatus für Wölfe ab. Dies teilte EU-Agrarkommissar Phil Hogan auf Anfrage Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) mit. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte sich ebenso wie der Umwelt- und Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Till Backhaus (SPD) für eine Absenkung des Schutzstatus eingesetzt. Dies hätte es zukünftig ermöglicht, die immer weiter anwachsende Wolfspopulation mit jagdlichen Mitteln zu regulieren. Auch die Entnahme von Problemwölfen wäre mit geringerem bürokratischen Aufwand möglich. Hogan begründete seine Ablehnung des Vorstoßes der NOZ zufolge damit, dass in weiten Teilen der EU nach wie vor eine gefährdete Art sei. Eine Erhebung der NOZ ergab, dass Wölfe seit ihrer Rückkehr nach Deutschland mehr als 3500 Nutztiere gerissen haben. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in der NOZ. (Screenshot)

Wolfsindustrie: 100 Mitarbeiter für 60 Wölfe

Der Bürgermeister von Eichstedt in Sachsen-Anhalt (Landkreis Stendal), Karlheinz Schwerin, hat in einer Ausschussitzung den Aufwand für den Wolf mit dem Betreuungsschlüssel in den staatlichen Kindertagesstätten des Landes verglichen: Während in den Kitas Sachsen-Anhalts eine Erzieherin für zwölf Kinder zuständig sei, seien für die ungefähr 60 Wölfe in Sachsen-Anhalt in Behörden, Ministerien und Institutionen zirka 100 Leute angestellt.Eine „verwunderliche Diskrepanz“, befand der Bürgermeister laut az-online. Mit seiner Meinung dürfte der „für seine offene Art bekannte“ Bürgermeister vielen Altmärkern aus dem Herzen sprechen, vermutet die Zeitung. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Artikels auf az-online. (Screenshot)

 

Brandenburg schreibt Werkvertrag für staatlichen Wolfsjäger aus

Auf dem Vergabeportal des Landes Brandenburg ist ein Werkvertrag ausgeschrieben, die im Rahmen des Vertrags zu erbringenden Leistungen sind mit „Ermittlung und Bewertung verhaltensauffälliger Wölfe und Vergrämung, Fang und Entnahme verhaltensauffälliger Wölfe im Land Brandenburg“ etwas sperrig beschrieben. Das LfU bestätigte gegenüber JAWINA die Authentizität der Ausschreibung. Unter dem Punkt „Vertragsgegenstand“ heißt es in der (der JAWINA-Redaktion vorliegenden) Ausschreibung: „Der Vertrag beinhaltet die Ermittlung und Bewertung von vermehrten Kontakten des Wolfes zum Menschen sowie die Erarbeitung eines gutachterlichen Vorschlags zum Umgang mit solchen Tieren. Auf dieser Grundlage entscheidet die Fachbehörde für Naturschutz über den weiteren Umgang mit solchen Tieren. Fällt die Entscheidung zur Vergrämung, zum Fang oder zur sonstigen Entnahme aus der Natur, wird der Auftragnehmer in die weiteren Maßnahmen mit eingebunden. Der Vertrag wird als Rahmenvertrag (01.12.2017 bis 30.11.2020) geschlossen und nach tatsächlich erbrachter Leistung abgerechnet.“

Weiterlesen

Hessen: Nach Wolfsriss im Odenwald sollen Schäfer Zäune verstärken

Nachdem mittels DNA-Untersuchungen der Beweis erbracht wurde, dass Wölfe am 16. November in Hesseneck-Kailbach (Odenwaldkreis) acht Schafe gerissen und fünf weitere verletzt haben, ruft die hessische Umweltministeriin Priska Hinz (Grüne) die hessischen Schäfer dazu auf, die Weidezäune zu verstärken. „Hessen ist schon seit einiger Zeit ein Wolfserwartungsland. Das gilt natürlich auch für den Odenwald als wenig besiedeltes Gebiet mit großen landschaftlichen Freiflächen. Für Schäferinnen und Schäfer und alle anderen Tierhalter bedeutet das, dass sie alle Instrumente nutzen müssen, um ihre Herden auch wirksam zu schützen. Dazu gehören zu allererst Elektrozäune, aber auch Herdenschutztiere“, sagte Umweltministerin Priska Hinz gestern in Wiesbaden.

Weiterlesen

Neues Buch von Wolfsexpertin Elli

Die Lektüre der Spiegel-Bestsellerlisten ruft unweigerlich kulturpessimistische Anwandlungen hervor: Ist es nicht zutiefst deprimierend, welchen Schund die lieben Mitbürger durch Kauf und Konsum zu Verkaufserfolgen werden lassen? Bei den Sachbüchern ist Baumversteher Peter Wohlleben gleich zweimal vertreten neben Titeln wie „Für immer zuckerfrei“ oder „Tag für Tag jünger“, bei der Belletristik liegt ein Schmöker von Bastei-Lübbe auf Platz 1, bei den Belletristik-Taschenbüchern das seichte Geschwurbel von Peta-Aktivistin Charlotte Link, deren Gesamtauflage erschütternderweise im zweistelligen Millionenbereich liegt. Irgendjemand sagte einmal, die heutigen Deutschen hätten es ja nicht mehr so mit dem Dichten und Denken, stattdessen mehr mit Bier, Bratwurst und Fußball – die Spiegel-Bestsellerlisten stützen diesen Befund leider sehr nachdrücklich.

Auch auf dem neuen Titel von Elli H. Radinger, „Die Weisheit der Wölfe“, ist das Spiegel-Bestseller-Signet aufgedruckt – möglicherweise ja als Warnhinweis: „Erstaunliches über das Tier, das dem Menschen am ähnlichsten ist“, soll es laut Eigenwerbung auf der Internetseite der Autorin in dem fundierten Werk zu lesen geben, das „inspirierende Buch über die Weisheit der Wölfe und die Kraft der Natur“ gewähre einen „verblüffenden Einblick in die Intelligenz einer oft missverstandenen Tierart.“ Da der Titel „Wolfsexperte bzw. -expertin“ zunehmend inflationär verwendet wird, hat sich Elli H. Radinger ganz ohne falsche Bescheidenheit gleich zur „renommiertesten Wolfsexpertin Deutschlands“ befördert: „Liebe deine Familie, sorge für die, die dir anvertraut sind, gib niemals auf und hör nie auf zu spielen – das sind die Prinzipien der Wölfe“, hat Deutschlands renommierteste Wolfsexpertin erkannt.

Weiterlesen

Schluchsee-Wolf: Mehrere Gebäude durchsucht

Am Mittwochabend haben Beamte des Polizeipräsidiums Freiburg mit Einverständnis der Berechtigten verschiedene Objekte in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Waldshut-Tiengen überprüft. Die einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Freiburg und des Polizeipräsidiums Freiburg zufolge freiwilligen Durchsuchungen hatten das Ziel, die Tatwaffe zu finden, mit welcher der Wolf erschossen wurde, der am 8.7.2017 an der Schleuse im Schluchsee (JAWINA berichtete) tot aufgefunden worden war.

Im Rahmen der bisherigen Ermittlungen ergaben sich Hinweise auf die mögliche Tatörtlichkeit. Bei der Spurensicherung konnte darüber hinaus ein Geschossteil aufgefunden worden, welches inzwischen soweit kriminaltechnisch untersucht werden konnte, dass es Rückschlüsse auf die verwendete Waffe zulässt. Ziel der Aktion war es, diese zu finden, so die Polizei.

Weiterlesen

60 offizielle Wolfsrudel in Deutschland

BfN: Nach wie vor ungünstiger Erhaltungszustand wegen Straßenverkehr und illegalen Abschüssen

Aktuell sind in Deutschland 60 Wolfsrudel bestätigt. Das geht aus einer neuen Erhebung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) hervor. Die Wolfs-Vorkommen konzentrieren sich derzeit weiterhin vor allem auf das norddeutsche Tiefland, das sich von der sächsischen Lausitz in nordwestlicher Richtung über Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis nach Niedersachsen erstreckt.

Die Zahl der 60 von den Bundesländern bestätigten Rudel des aktuellen Monitoringjahres 2016/2017 in Deutschland ist im Vergleich zum vorherigen um 13 gestiegen. Allerdings ist die Zahl der Wolfspaare im selben Zeitraum von 21 auf 13 und die Zahl der sesshaften Einzelwölfe ist von vier auf drei gesunken. Die meisten Tiere leben heute in Brandenburg und in Sachsen, wo im Jahr 2000 erstmals nach der Ausrottung der Art in Deutschland vor 150 Jahren ein Wolfspaar aus Polen zugewandert ist.

Weiterlesen

EU-Kommission stimmt der schleswig-holsteinischen Wolfsrichtlinie zu

Nutztierhalter in Schleswig-Holstein werden in Zukunft bei Wolfsrissen ohne eine betriebliche Gesamtobergrenze entschädigt. Dazu fällt die sogenannte De-minimis-Regelung weg, die Entschädigungszahlungen bislang aufgrund des EU-Wettbewerbsrechts auf maximal 15.000 Euro pro Betrieb innerhalb von drei Jahren beschränkte. Eine entsprechende Änderung der Wolfsrichtlinie durch das Land wird in den kommenden Tagen im Amtsblatt veröffentlicht, nachdem nun die EU-Kommission dafür grünes Licht gegeben hat.

Im Rahmen des schleswig-holsteinischen Wolfsmanagements war durch das Landwirtschafts- und Umweltministerium eine Richtlinie erlassen worden, die die Finanzierung verschiedenster Maßnahmen zur Sicherung des Bestandes zu- und durchwandernder Wölfe regelte. In der Vergangenheit wurden auf der Grundlage dieser Richtlinie durch Wölfe verursachte Nutztierschäden finanziell ausgeglichen und im bislang einzigen schleswig-holsteinischen Wolfsgebiet wurden vorbeugende Schutzmaßnahmen – vor allem die wolfssichere Ausgestaltung von Weidezäunen – mit einem Fördersatz von 80 Prozent finanziell gefördert, so das grüne Umweltministerium in einer Pressemitteilung.

Weiterlesen

Nach WWF-Klage: Wolfsjagd in Norwegen ausgesetzt

+++ Brandenburg: Joggerin will Wolf in Park gesichtet haben +++ Angeblicher Wolf auf Supermarktparkplatz: Der Wolf war Wolfgang +++

Die Wolfsjagd in Norwegen ist zeitweise ausgesetzt worden, weil der WWF den norwegischen Staat vor einem Gerichtshof in Oslo verklagt hat. In dem Verfahren solle die Rechtmäßigkeit der Wolfsjagd gerichtlich überprüft werden. Während des Verfahrens ruht die Jagd mit sofortiger Wirkung in den Provinzen Østfold, Oslo, Akershus and Hedmark, wie das Gericht am gestrigen Dienstag verkündete. Während der WWF den Jagdstopp als einen „wichtigen Schritt“ begrüßte, betonte das Gericht, dass es sich lediglich um eine temporäre Maßnahme handle. In der bereits angelaufenen Wolfsjagd-Saison waren bereits fünf Wölfe außerhalb der Wolfsschutzzonen erlegt worden. Das Gericht soll entscheiden, ob die norwegische Praxis der Wolfsjagd einen Bruch norwegischer und internationaler Gesetzgebung darstellt. Auch in Norwegen steht der Wolf unter strengem Schutz und ist in der Liste gefährdeter Arten aufgeführt. Die Wolfspopulation in Norwegen hat sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch nahezu verdoppelt.

Weiterlesen

Niedersachsen: Betreutes Schafe-Reissen

Wolf reißt Schaf in Gegenwart der Schäferin

In Freistatt (Landkreis Diepholz) hat ein Wolf am Mittwoch genau den Moment abgepasst, als die Schäferin die vier Herdenschutzhunde von der Schafherde wegführte, um sie in deren Schutzbereich zu bringen. Als Schäferin und Hunde sich zu diesem Zweck zirka 40 Meter von den Schafen entfernt hatten, sprang der Wolf über den Zaun und attackierte ein Schaf. Als die Schäferin dies bemerkte, lief sie zurück. Es gelang ihr, den Wolf zu verscheuchen. Das Schaf überlebte den Angriff, zwar, musste aufgrund der erlittenen Verletzungen jedoch später eingeschläfert werden. Wie die Kreiszeitung berichtet, will der Naturschutz- und Landschaftspflegebetrieb von Bethel, auf dessen Flächen sich der Vorfall ereignete, nun „mit den Fachleuten des Wolfscenters in Hannover […] grundsätzlich überlegen, wie das Team […] künftig mit der Thematik Wolf umgehen könne.“ Alle Mitarbeiter seien noch weiter für das Thema Wolf sensibilisiert worden, so ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der Kreiszeitung.  SE

Beitragsbild: Gerissenes Schaf. (Archivbild). Foto: SE

DJV begrüßt Beschlüsse der Umweltministerkonferenz zum Wolf

Eine bessere Zusammenarbeit mit Polen und die Diskussion um den „günstigen Erhaltungszustand“ des Wolfes haben die heute zu Ende gegangene Umweltministerkonferenz (UMK) in Potsdam geprägt. Der Deutsche Jagdverband begrüßt diese Beschlüsse, kritisiert jedoch weiterhin die politische Grundhaltung.

Der DJV begrüßt, dass der Erhaltungszustand des Wolfes nun jährlich durch den Bund einzuschätzen ist. Darüber hinaus soll der Bund bereits im ersten Quartal 2018 praxistaugliche Vergrämungsmöglichkeiten veröffentlichen. „Seit Jahren ist dies eine unserer Hauptforderungen“, sagt DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke. „Ich freue mich, dass Themen nun mit einer gewissen Realitätsnähe diskutiert und Maßnahmen greifbarer werden.“ Der DJV begrüßt die beabsichtigte Intensivierung eines gemeinsamen grenzüberschreitenden Monitorings und Managements mit dem EU-Partnerland Polen. Ungeachtet dessen weist der DJV auf eine aktuelle Expertise der Technischen Universität Dresden hin, die besagt, dass die Wolfspopulation in Mitteleuropa bereits in einem günstigen Erhaltungszustand ist. Aus Sicht des DJV ist das angestrebte einheitliche Vorgehen beim Umgang mit „verhaltensauffälligen Wölfen“, insbesondere seine Entnahme, ebenfalls längst überfällig. Diese muss rechtssicher und praktikabel umsetzbar sein.

Weiterlesen

Umweltministerkonferenz ebnet Weg für Wolfsmanagement

Die Umweltminister und -senatoren der Länder haben sich auf der Umweltministerkonferenz vom 15. bis 17. November 2017 in Potsdam auf einen einheitlichen Weg beim Management mit Problemwölfen einigen können. Nach schwierigen Verhandlungen gelang es Minister Backhaus gemeinsam mit dem Land Brandenburg, die Umweltminister davon zu überzeugen, zeitnah rechtssichere und in der Praxis umsetzbare Kriterien für den Umgang mit Problemwölfen zu entwickeln.

„Es ist fünf vor zwölf und somit höchst dringlich, dass wir hier zu einem Konsens finden“, sagte Backhaus mit Verweis auf die angespannte Situation, die sich mittlerweile neben Mecklenburg-Vorpommern auch in Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen darstellt.

In den letzten Monaten gab es einen erheblichen Anstieg an Übergriffen auf Nutztiere, die sich zum Teil regional sehr zugespitzt hatten. So seien in den Ländern erste Genehmigungen für die Entnahme von Problemwölfen gestellt und genehmigt worden. Allerdings sei es kaum zu einer Entnahme gekommen, weil die unklare artenschutzrechtliche Situation die Verfahren blockierte.

Weiterlesen

EU-Parlament stimmt für flexibleres Naturschutzrecht

Schutzstatus von Arten, die einen günstigen Erhaltungszustand erreicht haben, soll geändert werden – Management von Großprädatoren wie Wölfen wird damit ermöglicht

Mit einer überwältigenden Mehrheit von 612 Ja- gegen 33 Nein-Stimmen hat das Europäische Parlament gestern den Aktionsplan für Natur, Menschen und Wirtschaft (Action plan for nature, people and economy) angenommen. Der Aktionsplan ist Teil des sogenannten „Fitness-Checks“ der EU-Naturschutzgesetzgebung, die in den vergangenen Monaten die EU-Institutionen beschäftigte. Der Dachverband der europäischen Jagdverbände, FACE, wertet die Abstimmung als Entscheidung für eine pragmatischere Herangehensweise der EU an den Naturschutz.

In dem Antrag heißt es unter Punkt 35: [Das EU-Parlament] stellt fest, dass Spezies, die in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie als besonders schutzbedürftig aufgeführt sind, in einigen Regionen Europas einen günstigen Erhaltungszustand erreicht haben und so andere Wild- und Haustiere gefährden, wodurch das natürliche Gleichgewicht des Ökosystems gestört wird, [das EU-Parlament] ruft die EU-Kommission auf, eine Bewertungsprozedur zu entwickeln, um zu ermöglichen, dass der Schutzstatus von Spezies in bestimmten Regionen angepasst werden kann, sobald der gewünschte Erhaltungszustand erreicht ist.

Weiterlesen

„Erhaltungszustand des Wolfes in Mitteleuropa günstig“

Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert die Umweltministerkonferenz auf, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse für das Wolfsmanagement zu berücksichtigen. Das BfN-Handlungskonzept zum Umgang mit auffälligen Wölfen sollte überarbeitet werden.

Anlässlich der kommenden Umweltministerkonferenz (UMK) unter Vorsitz des Landes Brandenburg  fordert der Deutsche Jagdverband (DJV),  neue wissenschaftliche Erkenntnisse hinsichtlich des Wolfsmanagements zu berücksichtigen. So empfiehlt der Genetiker Prof. Dr. Sven Herzog, TU Dresden, in einer gerade veröffentlichten Expertise, die Definitionen einer „Wolfspopulation“ zu vereinheitlichen und operational zu gestalten. Sowohl im Rahmen der Gesetz- und Verordnungsgebung als auch im Rahmen des praktischen Managements scheine es sinnvoll, die Definition aus klassischen populationsbiologischen Kriterien herzuleiten. So sei auch die Festlegung eines günstigen Erhaltungszustandes nur auf Ebene der gesamten Population sinnvoll. Auf dieser Ebene und unter Zugrundelegung der in der FFH-Richtlinie genannten Kriterien sei der Erhaltungszustand des Wolfes in Mitteleuropa als günstig zu bezeichnen.

Weiterlesen

Sachsen-Anhalt: Gefahrenabwehr und Tierschutz – Polizisten dürfen Wölfe erschießen

„Rechtssicherheit beim Schusswaffengebrauch gegen Wölfe“

Heute tritt in Sachsen-Anhalt der vom Innenministerium im Einvernehmen mit dem Umweltministerium auf den Weg gebrachte Runderlass „Umgang mit verhaltensauffälligen, verletzten oder getöteten Wölfen“ in Kraft. Der Erlass richtet sich an die Polizeibehörden und soll Beamten Rechtssicherheit beim Schusswaffengebrauch gegen Wölfe geben. Das teilt das Innenministerium Sachsen-Anhalt mit.

Im Erlass heißt es dazu: „Der polizeiliche Schusswaffengebrauch gegen Wölfe ist zulässig, wenn von ihnen entsprechend § 3 Nr. 3 Buchst. b und c des Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes Sachsen-Anhalt (SOG LSA) eine gegenwärtige erhebliche Gefahr ausgeht und diese nicht auf andere Weise zu beseitigen ist.“

Weiterlesen

Backhaus: Wölfe haben maximale Populationsgröße erreicht

+++ Stadtjäger schießen neun Sauen im Hamburger Stadtgebiet +++

Der Umwelt- und Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus (SPD) hat gestern beim deutsch-polnischen Bauerntag in Pasewalk erklärt, dass die Wolfspopulation in Deutschland die angestrebte Bestandsgröße von 1000 Tieren bereits erreicht habe. Es gebe in Deutschland 62 bis 64 Rudel, damit sei ein der gemäß der FFH-Richtlinie der EU geforderte günstige Erhaltungszustand gegeben. In Polen gebe es nochmals 62 Wolfsrudel. Der Wolf solle, wie in Schweden, Estland, Russland und Frankreich auch, regulär bewirtschaftet, d.h. bejagt werden. Der Wolfsbestand steige jährlich um 30 Prozent an, so Backhaus. Er erwarte „konkrete Antworten“ auf der Umweltministerkonferenz, die ab 16. November in Potsdam stattfindet. Es müsse geklärt werden, was günstiger Erhaltungszustand bedeute und wie mit Problemwölfen umgegangen werden solle. Sollte es auf diese Fragen keine zufriedenstellenden Antworten geben, so werde Mecklenburg-Vorpommern eigenständige Lösungen anstreben.

Weiterlesen

BfN prescht beim Wolf vor – Backhaus äussert „Unverständnis“

Auf die Ankündigung eines Termins, an dem das Bundesamt für Naturschutz  (BfN) knapp eine Woche vor Beginn der Umweltministerkonferenz die Öffentlichkeit über die Bestandszahlen und die Verbreitung des Wolfes in informieren und ein Handlungskonzept mit umfangreichen Empfehlungen präsentieren will, reagiert Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus mit Unverständnis: „In einer Woche werden sich die Minister und Senatoren der Länder und das Bundesumweltministerium (BMUB) auf der Umweltministerkonferenz treffen, um genau über diese Themen zu diskutieren. Deshalb verwundern mich Zeitpunkt und Vorgehen des BfN doch sehr“, so Minister Dr. Backhaus.

Auf der 88. Umweltministerkonferenz im Frühjahr 2017 einigten sich die Teilnehmer auf die Einrichtung einer länderoffenen ad-hoc-Arbeitsgruppe auf Amtschef- bzw. Staatssekretärsebene, um sich mit dem günstigen Erhaltungszustand des Wolfes sowie mit der Definition von und dem Umgang mit „Problemwölfen“ zu befassen. Vier Beratungstermine fanden statt, auch unter Teilnahme des BMUB, BfN und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW). Auf der kommenden 89. Umweltministerkonferenz sollen die Ergebnisse vorgestellt, erörtert und das weitere Vorgehen beraten werden.

Weiterlesen

„Wir haben die Arschkarte“

„Wir müssen aufhören, ganz klar:“ In der Stuttgarter Zeitung spricht ein Schäfer über die unüberwindlichen Probleme, die es gerade für kleine Schäfereien bedeutet, die von Wolfsfans als Allheilmittel propagierten Herdenschutzmaßnahmen wie Zäune und Herdenschutzhunde praktisch umzusetzen. Für Stadtschäfer Karlheinz Krüger ist es daher nur eine Frage der Zeit, bis die Schäfer aufhören müssen. Den von den Schäfern bewirtschafteten Teil der Kulturlandschaft gebe es dann halt nicht mehr. Lesenswert. SE

Beitragsbild: Teuer und nicht unproblematisch – Herdenschutzhunde. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Sachsen: Wolfsfans bewirken Eilantrag – Abschussgenehmigung für Wolf ausser Kraft gesetzt

Die Grüne Liga Sachsen hat einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Dresden gegen den vom sächsischen Umweltministerium genehmigten Abschuss eines Wolfs aus dem Rosenthaler Rudel (JAWINA berichtete) erwirkt. Das Landratsamt Bautzen erklärte daraufhin gegenüber der Sächsischen Zeitung (SZ), vorerst keinen Gebrauch von der erteilten Genehmigung machen zu wollen. Nach Ansicht der Wolfsfans von der Grünen Liga stellt die Abschussgenehmigung einen Präzedenzfall dar, das Vorgehen halten sie für unzulässig. Eine Abschussgenehmigung für einen Wolf sei „unter anderem aufgrund bestehender Alternativen wie Vergrämung und Prävention mit dem europäischen Naturschutzrecht unvereinbar“, erklärte eine Anwältin der Wolfsfreunde gegenüber der SZ: Sämtliche Alternativen seien vorab auszuschöpfen.

Weiterlesen

Mecklenburg-Vorpommern: Schäfer beantragt Wolfsabschuss

Ein Schäfer aus Ramin bei Löcknitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hat einen Antrag auf Abschuss eines Wolfs gestellt. Kreisverwaltung und Landwirtschaftsministerium bestätigten, dass ein entsprechender Antrag vorliege. Der Schäfer hat bislang 35 Schafe durch Wolfsangriffe verloren. Die Schafe beweiden eine 15 Hektar große Fotovoltaik-Anlage, die mit einem über zwei Meter hohen Doppelstabzaun aus Stahl eingezäunt ist. Da ein Untergrabeschutz fehlt, buddelten sich die Wölfe jedoch unter dem Zaun durch. Dies sollte ein zusätzlich installierter Stromzaun verhindern, von dem sich die Wölfe aber auch nicht abhalten ließen. Der Antrag wird derzeit geprüft, heißt es aus der Verwaltung. Dem Schäfer wurde empfohlen, bis auf weiteres keine Schafe mehr auf der betroffenen Weide zu halten. red.

Beitragsbild: Schafe. Foto: SE

Sachsen: Nabu kritisiert genehmigten Wolfsabschuss

Drohungen gegen „Entnahme-Beauftragte“

Der Nabu Sachsen kritisiert scharf den vom sächsischen Umweltministerium genehmigten Abschuss (JAWINA berichtete) eines Wolfes. In den vergangenen Wochen wurden im Bereich des Rosenthaler Rudels immer wieder von Wölfen sämtliche Herdenschutzmaßnahmen überwunden und zahlreiche Nutztiere gerissen. Der Abschuss darf nur bei der Annäherung eines Wolfs an Nutztiere erfolgen und soll der Erzeugung erlernter Scheu dienen. Die Entscheidung sei „fachlich unbegründet sowie rechtlich nicht haltbar“, befindet hingegen der Nabu Sachsen auf seiner Internetseite. Der Verband prüfe „zeitnah eine Klage“ gegen die Abschussgenehmigung.

Derweil ist unklar, wer die geplante Wolfs-Entnahme überhaupt durchführen soll. Nachdem die örtliche Jägerschaft erklärt hat, dass sie sich an Wolfsabschüssen wegen der Drohungen militanter Tierfreunde nicht mitwirken wolle, muss die zuständige Verwaltung des Landkreises Bautzen nun Verantwortliche benennen.

Weiterlesen

Sachsen: Umweltministerium genehmigt Wolfsabschuss

Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft erteilt Einvernehmen zur Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes Bautzen zur Entnahme eines Wolfes

Das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) hat gestern zu der beabsichtigten artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes Bautzen zur Entnahme eines Wolfes das Einvernehmen erteilt. Mit dem Erlass dieser Ausnahmegenehmigung kann im Bereich des Rosenthaler Rudels ein Wolf aus der Natur entnommen werden. Die Genehmigung gilt nur für mit der Entnahme beauftragte Personen und nur für einen Wolf, der entsprechend geschützte Weidetiere angreift. Über die sach- und rechtskonforme Entscheidung wurden das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) sowie eine Reihe von Naturschutzverbänden informiert.

Weiterlesen

Sachsen: Wolf hetzt Reh durch Dorf und auf Gehöft

Bei Kringelsdorf in der Gemeinde Boxberg (Landkreis Görlitz) soll ein Wolf am Sonntag Morgen gegen 9.30 Uhr ein Reh durch das Dorf gehetzt haben. Der Wolf verfolgte das Reh einem Bericht der Sächsischen Zeitung (SZ) zufolge bis auf den Hof einer Familie. Während sich das Reh durch einen Sprung in den benachbarten Garten rettete, ließ sich der Wolf „erst nach zweimaligem Verscheuchen“ dazu bewegen, den Rückzug anzutreten. Die Kringelsdorfer wollten nun wissen, ob es normal sei, dass ein Wolf am hellichten Tag mitten im Dorf ihrer Beute nachjagten und was mit spielenden Kindern sei, so die SZ. Weder beim Landratsamt Görtlitz, noch beim Kontaktbüro Wölfe in Sachsen, noch beim Büro Lupus war der Vorfall bekannt. Es handle sich um eine „eher ungewöhnliche“ Sichtung, so die Experten. Und: Der Mensch gehöre nicht ins Beuteschema des Wolfes, weswegen davon auszugehen sei, dass auch Kinder nicht in Gefahr sind, versicherte das Kontaktbüro gegenüber der SZ.

Beitragsbild: Headline des zitierten Artikels in der SZ (Screenshot).

Niedersachsen: Wolfsberater empfiehlt Abschuss von fünf Jungwölfen

+++ Sachsen-Anhalt: Wölfe reißen acht Schafe bei Burg +++ Italien: Region Toskana will 26 Wölfe entnehmen lassen +++ Sachsen-Anhalt: Gutachter bestätigen: 39 bei Wittenberg gerissene Schafe sind Wolfsopfer – Landesumweltamt: Schäfer haben Mitschuld +++

Der Wolfsberater Hermann Kück hat den Abschuss von fünf Jungwölfen im Kreis Cuxhaven empfohlen. Die Elterntiere der im Mai 2016 geborenen Welpen seien frühzeitig gestorben, so dass die Jungtiere nie gelernt hätten, Wild zu erbeuten. Stattdessen hätten sie gelernt, wie einfach es sei, Nutztiere zu reißen. In wenigen Monaten würden die Wölfe geschlechtsreif werden und ihr Wissen an ihre Jungtiere weitergeben, warnt Kück. Es bliebe nicht viel Zeit zum Handeln. Der Abschuss der Tiere sei zumindest zu diskutieren, so Kück. red.

Beitragsbild: Leichte Beute – gerissenes Schaf. (Archivbild) Foto: SE

DJV: Wölfe haben keine angeborene Scheu vor dem Menschen

+++ Niedersachsen: Wolf reißt Gatter-Damwild hinter Zwei-Meter-Zaun +++

Anlässlich des DJV-Beitrags beim Sat1-Frühstücksfernsehen nimmt der Dachverband der Jäger Stellung zum Wolf in Deutschland.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und die organisierte Jägerschaft in den Ländern registrieren, dass von der Politik Forderungen immer lauter werden, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen, um ihn zu regulieren. Die Politik muss dann aber auch den rechtlichen Rahmen dafür schaffen. Das ist nicht die Aufgabe der organisierten Jägerschaft. Ihre Aufgabe ist es, auf Herausforderungen hinzuweisen sowie Daten und Fakten zu liefern.

Zu den Fakten: Im Landkreis Cuxhaven haben Wölfe kürzlich die ersten Deichschafe gerissen. Wölfe haben sich sogar auf ausgewachsene Rinder spezialisiert. Im September 2017 wurde in Niedersachsen jeden zweiten Tag ein Rind von Wölfen getötet. Hierfür braucht es praktikable Antworten von der Politik.

Weiterlesen

Sachsen-Anhalt: Wölfe reissen über 40 Heidschnucken

Ende September kam es im Bereich der Woltersdorfer Heide bei Wittenberg zu vier Nutztierübergriffen in zwei Betrieben. In allen vier Fällen waren Mitarbeiter des Wolfskompetenzzentrums Iden (WZI) unmittelbar vor Ort und haben die Vorfälle begutachtet und dokumentiert. In allen Fällen ergab die Rissbegutachtung, dass Wölfe als Verursacher nicht auszuschließen sind, was u. a. anhand der sich ähnelnden Rissbilder an den getöteten Tieren abgeleitet werden konnte. Die genetische Untersuchung des vor Ort sichergestellten Probematerials erbrachte zumindest in einem Fall auch den konkreten Nachweis auf Wölfe als Verursacher. So wurden bei zwei Übergriffen am 18.09.2017 und am 21.09.2017 auf eine Heidschnuckenherde insgesamt zwölf Heidschnucken tot aufgefunden, ein Tier musste notgeschlachtet werden und drei Tiere werden vermisst. Die Umzäunung der genutzten Heidefläche entsprach nicht den Forderungen zum Grundschutz, wodurch ein Eindringen des Verursachers an mehreren Stellen problemlos möglich war.

Weiterlesen

Baden-Württemberg: Erster Nutztierriss durch Wölfe seit über 100 Jahren

Agrarminister: Herdenschutzmaßnahmen reichen nicht aus – Regulierung der Wolfspopulation gefordert

Die drei am 7. Oktober bei Widdern (Landkreis Heilbronn) gerissenen Schafe gehen auf das Konto eines Wolfes. Das hat die genetische Untersuchung des Senckenberg-Instituts für Wildtiergenetik (Gelnhausen) von an den Rissen genommenen Proben zweifelsfrei ergeben. Es ist das erste Mal seit mehr als 100 Jahren, dass in Baden-Württemberg ein Wolf nachweislich Nutztiere gerissen hat. Woher der Wolf kam versuchen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Senckenberg-Instituts derzeit mit weiteren Analysen herauszufinden, wie das Umweltministerium Baden-Württemberg mitteilt. Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) bat Nutztierverbände und -halter, jetzt besonnen zu reagieren: „Ich weiß, dass viele mit großer Besorgnis auf Wolfsnachweise reagieren. Und dass es jetzt erstmals einen nachgewiesenen Wolfsriss gegeben hat, ist sicher kein Ereignis, das zur Beruhigung beiträgt. Aber es ist auch kein Grund, in Panik zu verfallen und um die wirtschaftliche Existenz zu fürchten“, sagte Untersteller. Entscheidend sei, so der Minister, die Tiere so gut wie möglich zu schützen. Gegen Wolfsangriffe sei zum Beispiel ein korrekt aufgestellter Elektrozaun ein wirksamer Grundschutz. Im vorliegenden Fall hätten Wassergräben die Herde umgeben.

Weiterlesen

Bayern: Ein entlaufener Wolf gefangen, einer angefahren

+++ Sachsen: „Überall Kadaver“ – Wölfe reißen mindestens zwei Dutzend Schafe +++

Am Samstagmorgen wurde in der Nähe des Nationalparkzentrums Falkenstein einer der entlaufenen Gehege-Wölfe in einer der ausgebrachten Lebendfallen gefangen. Das Tier wurde umgehend betäubt und tierärztlich betreut. Nach Feststellung der Tierärztin des Nationalparks Bayerischer Wald hat das weibliche Tier deutlich abgenommen. Es wird vorübergehend zur Eingewöhnung und besseren Beobachtung in einem separaten Gehege untergebracht. „Ich bin froh, dass sich die enormen Anstrengungen der vergangenen Wochen gelohnt haben“, so Nationalparkleiter Franz Leibl. „Wir werden auch weiterhin auf unser Konzept mit Lebendfallen, Fotofallen sowie Narkoseschützen setzen und hoffen in den nächsten Tagen auf einen weiteren Fangerfolg. Wie immer sind wir dabei auch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen und bitten darum, jede Wolfssichtung im Haus zur Wildnis zu melden.“ Die Nationalparkeinrichtung ist tagsüber via +49 9922 5002-0 erreichbar. In den Nachtstunden sollte direkt die Polizei verständigt werden.

Weiterlesen

Bayern: Entlaufener Wolf in Gehegenähe gesichtet – Besucherzentrum gesperrt

Nachdem einer der in Bayern aus einem Gehege befreiten Wölfe in der Nähe des Tier-Freigeländes im Nationalparkzentrum Falkenstein gesichtet wurde, sind das „Haus zur Wildnis“ und das Freigelände für den Besucherverkehr gesperrt worden. In den vergangenen Tagen ist der Wolf mehrfach von Fotofallen auf dem Gelände aufgenommen worden. Suchtrupps der Nationalparks haben daraufhin ihre Anstrengungen verstärkt, den Wolf möglichst lebend einzufangen. So wurden mehrere Lebendfangfallen aufgestellt, außerdem sind mehrere Trupps mit Narkosegewehren unterwegs. Um diese Aktionen möglichst störungsfrei durchführen zu können, wurde die Sperrung angeordnet. red.

Beitragsseite: Internetseite des Tier-Freigeländes im Nationalparkzentrum Falkenstein. (Screenshot)

Thüringer Wolfs-Hybriden: Morddrohungen gegen Jäger

Petitionen gegen Entnahme der Hybriden

Nachdem das Thüringer Umweltministerium beschlossen hat, die sechs Wolfshybriden auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf aus Artenschutzgründen zu entnehmen, sind die ersten Morddrohungen gegen Thüringer Jäger eingegangen. Dies bestätigte der Präsident des Landesjagdverbands Thüringen (LJV), Steffen Liebig, gegenüber dem MDR. „Selbsternannte Tierschützer“ wollten so Druck aufbauen, erklärte Liebig. Der LJV befürwortet den Abschuss der Hybriden und fordert die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. Angesichts der Drohungen gegen Jäger lehnte Liebig eine aktive Beteiligung der Jägerschaft an der Entnahme der Hybriden jedoch ab. Der LJV-Präsident wies auch auf die ungelösten rechtlichen Probleme hin: Die Wölfin und ihre Welpen unterlägen nicht dem Jagdrecht, auch die Wolfshybriden sind nach geltendem Recht in Deutschland streng geschützt.

Weiterlesen

Italien: Vermehrte Wilderei von Wölfen

In den mittelitalienischen Berggebieten häufen sich Fälle von Wilderei auf Wölfe, berichtet SüdtirolNews. Ein „ganz besonders krasser und barbarischer Fall“ der „illegalen Selbsthilfe“ habe sich in Radicofani in der Provinz Siena ereignet: In dem laut SüdtirolNews hauptsächlich von der Weidewirtschaft mit Schafen lebendem Dorf wurden zwei getötete Wölfe an das Ortseingangsschild gehängt. Die Wolfsfreunde von Life Medwolf, die auf ihrer Internet– und Facebook-Seite über den Vorfall berichten, verurteilten die Tat aufs Schärfste. Der Bürgermeister von Radicofani, Francesco Fabbrizzi, kritisierte gegenüber SüdtirolNewsa den „gravierenden und geschmacklosen Gewaltakt“ und erklärte, dass diese „barbarischen Vorfälle keinesfalls eine Antwort auf die zuletzt gehäuft auftretenden Attacken von Wölfen auf Schafe sein könnten.“ red.

Beitragsbild: Die am Ortschild von Radicofani aufgehängten Wölfe: Foto: Life Medwolf / Facebook

Bayern: Aktivisten wollen Suche nach Gehegewölfen stören

Erstes Schaf von Gehegewolf gerissen? – Joggerin vertreibt Wolf mit Wanderstöcken

Eine Gruppe von Tierrechts-Aktivisten namens „Der Waldluchs“ hat per Rundmail und in sozialen Medien dazu aufgefordert, die Suche nach den im Nationalpark Bayern aus einem Gehege befreiten Wölfen zu stören. Die Wolfsfreunde riefen dazu auf, in die Wälder zu gehen und, wenn man Jäger sehe, die möglicherweise in der Nähe befindlichen Wölfe durch lautes Rufen oder Singen zu vergrämen. In dem Aufruf waren auch vermeintliche Jagdschwerpunkte angegeben worden. Die befreiten und an Menschen gewöhnten Wölfe sollen nach Möglichkeit eingefangen, narkotisiert oder notfalls auch geschossen werden. Der Leiter der Nationalparkverwaltung, Franz Leibl, kritisierte die Störaktion gegenüber der Passauer Neuen Presse (PNP) als „absolut kontraproduktiv“.

Weiterlesen