Schlagwort-Archive: Wölfe

Versenkter Wolf: Wolfsfreunde setzen 10.000 Euro Belohnung aus

+++ Niedersachsen: Füttern und Fotografieren von Wölfen soll verboten werden +++ NRW: Jäger trifft Autofahrer mit Schrot +++ Brandenburg: Wölfe reißen 14 Stück Damwild im Gatter +++

Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, der einen Wolf illegal geschossen und mit einem Betongewicht beschwert in einem Tagebausee im sächsischen Landkreis Bautzen versenkt hat (JAWINA berichtete), haben zwei Vereine von Wolfsfreunden eine Belohnung von insgesamt 10.000 Euro ausgesetzt. Die ansehnliche Belohnungssumme solle dazu dienen, „Mitwissenden die Zungen zu lockern“, erklärte eine Wolfsfreundin gegenüber Spiegel online. Auch das Landeskriminalamt ermittelt, hat aber Medienberichten zufolge weder Hinweise erhalten noch eine heiße Spur. red.

Beitragsbild: Zungenlockerer Geld. Foto: SE

NRW: Wolfssichtung auf Truppenübungsplatz Senne bestätigt

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt die Sichtung und den Nachweis eines Wolfes mit Hilfe von Fotos auf dem Truppenübungsplatz Senne. Am 8. Juli 2018 konnte ein Mitarbeiter des Bundesforstbetriebs Rhein-Weser auf dem für die Öffentlichkeit gesperrten Teil des Truppenübungsplatzes den Wolf fotografieren. In Abstimmung mit der Dokumentations- und Bewertungsstelle des Bundes (DBBW) wurde festgestellt, dass diese Fotos einen Wolf zeigen. Beim Landesumweltamt (LANUV) können Hinweise auf Wölfe unter der Telefonnummer 02361-305-0 gemeldet werden. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende in der Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV: 0201-714488.

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Sachsen: Mit Betongewicht beschwert – illegal geschossener Wolf gefunden

Am 10.06.2018 wurde von Spaziergängern am Tagebausee Mortka (Landkreis Bautzen) ein an der Wasseroberfläche treibender Kadaver eines Wolfes in Ufernähe entdeckt. Das teilt das „Kontaktbüro Wölfe in Sachsen“ mit. Bei der Bergung des Kadavers wurde festgestellt, dass der Brustraum des Wolfes Löcher aufwies und um den Bauch des toten Wolfes ein Strick gebunden war. Am anderen Ende des Strickes war ein Betongewicht befestigt, mit dem der Kadaver im Tagebausee versenkt wurde. Auf Grund des Verdachts auf eine illegale Tötung wurde die Polizei bei der Bergung hinzugezogen.

Eine am 12.06.2018 im Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin durchgeführte Untersuchung des Kadavers ergab, dass es sich um eine einjährige Wölfin handelt, die durch Beschuss getötet wurde.

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Reinhold Messner: Wölfe gezielt abschießen

+++ Brandenburg: Wölfe reißen zahlreiche Tiere in Damwildgatter +++ Niedersachsen: Gelebte Öffentlichkeitsarbeit – Jäger schießt Katze vor den Augen der Besitzer +++ Österreich: 80jähriger Jäger schießt 25jährigen an – Geldstrafe +++

Der Extrembergsteiger und Umweltaktivist Reinhold Messner warnt im Interview mit ÖSTERREICH (Sonntagsausgabe) vor falscher Romantik im Umgang mit Wölfen. Messner: „Ich warne seit Jahren, dass sich Wölfe in die Nähe von Städten wagen werden. Man muss endlich wieder ein Gleichgewicht herstellen. Wölfe müssen wieder Angst vor Menschen haben, das haben sie verloren. Das geht aber nur, wenn jene Wölfe, die Schafe töten, vom Menschen entnommen werden.“ Auf die Frage, ob das den Abschuss von Wölfen bedeuten würde, antwortet Messner: „Ja, gezielt abschießen, aber die EU verbietet das ja. Man kann sie nicht einfangen und in einen Tierpark bringen, das funktioniert nicht. Auch können wir die Schafe nicht ständig hinter doppelte Zäune sperren. Die Wölfe sind Jäger. Sie richten ihre Opfer fürchterlich her, bringen auch zehn um, nur um die Innereien von einem Schaf zu fressen.“

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Arge Alp fordert Absenkung des Schutzstatus von Wölfen

Die Regierungschefs der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer (Arge Alp) haben auf der 49. Regierungschefkonferenz der Arge, die  am 29.06. in Scuol (Schweiz, Kanton Graubünden) stattfand, eine dritte Resolution zum Thema Regulierung der Wolfspopulation im Alpenraum verabschiedet. In der Resolution stellt die Arge Alp fest, dass sich der „europäische Wolfsbestand […] rasant im Steigen“ befinde: Der Alpenraum zähle mittlerweile mehr als 100 Wolfsrudel, rund die Hälfte davon im italienischen Alpenanteil. Davon abgeleitet ergebe sich aus Muttertieren, weiteren Rudelmitgliedern und abwandernden Einzelwölfen eine Gesamtpopulation von rund 600 Individuen.“

Die Zunahme der Wolfspopulation führe in den Alpen zu Konflikten, die Bewirtschaftung von Berghöfen und Almen werde infrage gestellt. Dies könne auch durch Unterstützung von Herdenschutzmaßnahmen nicht gänzlich verhindert werden. Die Regierungschefs der Alpenländer fordern daher „zum Schutz der Berglandwirtschaft und für den Erhalt eines lebendigen ländlichen Raums“ die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen auf europäischer Ebene. Die Arge Alp weist außerdem darauf hin, „dass in Teilen des Alpengebiets für den Wolf ein günstiger Erhaltungszustand gegeben ist und fordert die EU-Ebene auf, den Schutzstatus des Wolfes für diese Gebiete durch folgende Maßnahme zu senken: die Übertragung des Wolfes aus dem Anhang 4 der Richtlinie 92/43/EWG (höchster Schutzstatus), in den Anhang 5.“

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Bundestag stimmt für bundesweit abgestimmtes Wolfsmanagement

Der Bundestag hat am Donnerstag, 28. Juni 2018, einen von CDU/CSU und SPD vorgelegten Antrag (19/2981) für ein bundesweit abgestimmtes Wolfsmanagement angenommen. Das teilt der Online-Dienst des Deutschen Bundestages mit. CDU/CSU und SPD stimmten für ihren Antrag, AfD und FDP dagegen, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich. Die Grünen hatten dafür plädiert, diesen Antrag zur federführenden Beratung an den Umweltausschuss zu überweisen, waren aber von der Koalition und der FDP überstimmt worden.

Oppositionsantrag abgelehnt

In namentlicher Abstimmung lehnte das Parlament einen gemeinsamen Antrag der Linken und von Bündnis 90/Die Grünen ab, in dem sich die Fraktionen für eine Weidetierprämie für Schafe und Ziegen eingesetzt hatten (19/1691). 444 Abgeordnete stimmten gegen den Antrag, 186 befürworteten ihn, es gab zwei Enthaltungen. Dazu hatte der Landwirtschaftsausschuss eine Beschlussempfehlung (19/2749) vorgelegt.

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Bundeslandwirtschaftsministerin: „Wir brauchen ein effektives Wolfsmanagement“

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will mit Länderkollegen beim Thema Wolf enger zusammenarbeiten

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat sich am heutigen Mittwoch mit ihren beiden Länderkollegen Thomas Schmidt (Sachsen) und Till Backhaus (Mecklenburg-Vorpommern) getroffen. Bei dem Gespräch ging es vor allem darum, eine gemeinsame Linie bei den Herausforderungen im Umgang mit dem Wolf zu finden.
Die Minister sind sich einig, dass der Interessenkonflikt zwischen Artenschutz auf der einen und Landwirtschaft, Jagd und Sicherheit der Bürger auf der anderen Seite eine Lösung erfordert.

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Polen: Wolf soll zwei Kinder gebissen haben

Im Dorf Strzebowiska in den Bieszczady-Bergen (Woiwodschaft Karpatenvorland (województwo podkarpackie)) soll ein Wolf am Dienstag Abend zwei Kinder, ein acht Jahre altes Mädchen und einen zehn Jahre alten Jungen, gebissen haben. Polnischen Medienberichten zufolge sollen die Kinder bei dem Angriff Bisswunden erlitten haben. Sie befinden sich nicht in Lebensgefahr, wurden jedoch in ein Krankenhaus in Lesko eingeliefert. Nach Rücksprache mit dem Umweltministerium habe die Regionaldirektion das Tier zum Abschuss freigegeben. Ein Forstbediensteter führte mit Unterstützung der Polizei eine Jagd auf das Tier durch, der Wolf wurde dabei erschossen. Bereits Mitte Juni soll es in der Region  in einem privaten Resort in Wetlin einen Beißvorfall mit einem Wolf auf einem Zeltplatz gegeben haben, bei dem eine Touristin gebissen wurde. Der Fernsehsender tvn24 berichtet ebenfalls über den Vorfall, bezieht sich bei seiner Berichterstattung aber auf den Bericht des Radiosender rmf24 (Beitragsbild). Zunächst gab es keine weitere Bestätigungen für den Vorfall, mittlerweile haben aber diverse andere polnische Medien das Thema aufgegriffen. tvn24.pl zufolge hat ein Sprecher der Landespolizeizentrale in Rzeszów den Vorfall gegenüber der Chefredaktion von tvnmeteo.pl bestätigt. Der erlegte Wolf soll auf mögliche Krankheiten wie Tollwut untersucht werden.

Update: Nach einem Bericht von wiadomosci.wp.pl soll der Vorfall sich in Przysłup ereignet haben, wenige hundert Meter von Strzebowiska entfernt. Die Kinder hätten bei dem Angriff leichte Verletzungen an den Beinen davongetragen. Es seien Zweifel geäußert worden, ob es sich bei dem Tier um einen Wolf oder einen Hund handle. red.

 

Meldung zum angeblichen Bissvorfall auf tvn24.pl (Screenshot)

Beitragsbild: Bericht über Bissvorfall auf rmf24.pl

Bayern: Herdenschutzzonen gegen Wölfe?

+++ Brandenburg: Zwei Wölfe in Strausberg gesichtet +++ Niedersachsen: Kein Schutz, kein Geld +++ DJV: Bereits über 1000 Wölfe in Deutschland +++

Das bayerische Landwirtschaftsministerium plant die Einrichtung großflächiger „Herdenschutzzonen gegen den Wolf“. Zu diesem Zweck soll „mit Fachleuten aus Umwelt- und Landwirtschaftsbehörden paritätisch besetzte Herdenschutzkommission eingerichtet werden, die entsprechende Gebiete in Absprache mit Weidetierhaltern und Naturschutzbehörden festlegt. Das ließ die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in einem Interview mit dem Monatsmagazin Südplus verlauten. In Gebieten, in denen Weidetiere nicht vor Wolfsangriffen geschützt werden können, sollen Kaniber zufolge „einzelne Tiere oder ganze Rudel“ entnommen werden können. Die Entscheidung über den Abschuss solle das bayerische Umweltministerium treffen, da dieses für das Artenschutzrecht zuständig sei. Für Weidetierhalter außerhalb der Herdenschutzzone sollen Beratungs- und Förderprogramme aufgelegt werden.

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USA: „Rätselhafter Canide“ ist ein Wolf

Der Ende Mai von einem Farmer bei Denton, Montana, geschossene „rätselhafte Canide“ (JAWINA berichtete) ist ein Wolf. Das haben DNA-Untersuchungen des Kadavers ergeben. Für Verwirrung hatten Fotos gesorgt, auf denen das Tier auffallend kurze Beine und große Ohren zu haben schien. Untersuchungen durch Experten der Wildtierbehörde von Montana (Montana Fish, Wildlife and Parks, MFWP) in einem Labor in Bozeman ergaben, dass es sich um einen „relativ normal aussehenden, dunkelbraunen Wolf“ handle, wie MFWP in einer Pressemitteilung feststellt. Physische Variationen seien nicht unüblich bei Wildtieren, erklärte MFWP-Genetikerin Mary Curtis in der Veröffentlichung. Innerhalb einer Art gebe es Variabilität, das sei alles andere als überraschend, so die Wissenschaftlerin. Bei dem Wolf handle es sich um ein zwei bis drei Jahre altes, nicht laktierendes Weibchen. Dies bedeute, dass durch den legalen Abschuss keine verwaisten Welpen zurückbleiben. Die Wölfin wog 84,5 US-Pfund, das entspricht 38,3 Kilogramm.

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Schwedische Umweltbehörde: 340 bis 360 Wölfe für Schweden und Norwegen

Problemwolf geschossen – trotz fortgeschrittener Räude noch über 45 kg schwer

Die schwedische Umweltbehörde Naturvårdsverket strebt eine Wolfspopulation von 340 bis 360 Individuen für Schweden und Norwegen zusammen an. Das geht aus einem Bericht des schwedischen Jagdportals SvenskJakt hervor. In dem Bericht geht es um die Forderung des schwedischen Jagdverbands Jägareförbundet nach einem gemeinsamen Wolfsmanagement von Schweden und Norwegen. Weil es kein gemeinsames Wolfsmanagement gebe, würden die Wölfe im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet nicht bejagt. Dies sei aber „absolut notwendig“, erklärte ein Sprecher Jagdverbands. In einer in dem Bericht zitierten Pressemitteilung der Umweltbehörde heißt es, dass es zwar keine expliziten Ziele für eine gesamtskandinavische Wolfspopulation gebe, rechne man die Ziele für die schwedische und norwegische Population jedoch zusammen, so ergebe sich eine Zielgröße von 340 bis 360 Wölfen – für beide Länder.

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Sachsen: Ministerpräsident stellt Schafzüchtern Hilfe gegen Wölfe in Aussicht

„Wölfe, die Weidetiere reißen, müssen erschossen werden dürfen“ – „Kein Artenschutz für Hybriden“

Der sächsische Ministerpräsdient Michael Kretschmer (CDU) hat sich bei Cunnewitz (Landkreis Bautzen) mit Schafzüchtern getroffen und Hilfe für Weidetierhalter in Aussicht gestellt. Mehr als 220 Schafe und Ziegen wurden von den Wölfen des Rosenthaler Rudels bereits gerissen, ein Schäfer hat alleine bereits fast 80 Schafe an die Wölfe verloren, berichtet die Sächsische Zeitung (SZ). Ministerpräsident Kretschmer erklärte der SZ zufolge, dass es zulässig sein müsse, Wölfe, die Weidetiere reißen, zu schießen. Dies sei auch die Meinung der Landesregierung, die daher eine Überprüfung des Schutzstatus von Wölfen und bundeseinheitlich geltende Regeln für den Abschuss von Problemwölfen fordere. Für Wolfshybriden, also Kreuzungen von Wölfen und Hunden, dürfe es keinen Artenschutz geben. Die Schäfer im Streifgebiet des Rosenthaler Rudels haben in einer Petition an den Landtag die Entnahme des Rudels gefordert. Die immer aufwändigeren Herdenschutzmaßnahmen erwiesen sich zunehmend als unpraktikabel, kritisierten die Schäfer, die Entschädigungen, wenn sie denn gezahlt werden, würden nicht den tatsächlichen Wert der gerissenen Tiere ersetzen. Kretschmer versprach, dass die „Art und Weise“ und die Höhe der Entschädigungen überprüft werde. red.

Beitragsbild: Schafe (Symbolbild). Foto: SE

Brandenburg: Gemeinden wollen „wolfsfreie Zone“ werden

Drei Gemeinden – Stechlin, Sonnenberg und Großwoltersdorf – im Amt Gransee (Landkreis Oberhavel) wollen wolfsfreie Zone werden. Das berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Demnach soll in den Gemeindevertretungen in den kommenden Tagen über entsprechende Beschlussvorlagen abgestimmt werden. Der Bürgermeister von Sonnenberg, Ralf Wöller, auf dessen Initiative der Plan, wolfsfreie Zonen zu errichten, zurückgeht, beklagt die „massiven Wolfsangriffe, die Landwirte in der Region zu verzeichnen hätten. Die Beschlussvorlage sieht vor, dass die genannten Dörfer im Brandenburger Wolfsmanagementplan als „nicht für eine Besiedlung durch den Wolf geeignete Zone“ ausgewiesen werden, so die MAZ. Einer Ansiedlung von Wölfen stünden „überwiegend öffentliche Interessen entgegen, insbesondere der Schutz der Bevölkerung, die unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Naherholung und Tourismus sowie die ausgeprägte natur- und artgerechte Weidetierhaltung“, heißt es in der Beschlussvorlage.

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Wölfe in Sachsen: „Nachsuche mit Hund völlig unmöglich“

Es mehren sich Berichte, denen zufolge die Nachsuchenarbeit in den Wolfsgebieten Sachsens und Brandenburgs durch die flächendeckende Anwesenheit von Wölfen schwierig bis unmöglich wird. In der Sächsischen Zeitung (SZ) berichtet ein Nachsuchenführer, dass die Wölfe zunehmend „zu einer echten Konkurrenz“ werden. Demnach hätten die Wölfe gelernt, den Schuss mit dem Vorhandensein von Beute in Verbindung zu bringen – ein Phänomen, das unter dem Begriff „Schusshitzigkeit“ in ähnlicher Weise bei Jagdhunden bekannt ist. Man müsse sich beeilen, so der Jäger in der SZ, nach dem Schuss vom Hochsitz zu kommen und den Hund aus dem Auto zu holen, sonst habe der Wolf das Stück bereits in Besitz genommen. In Gebieten mit besonders hoher Wolfsdichte seien Nachsuchen mit dem Hund „völlig unmöglich“ geworden. Das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ bestätigte gegenüber der Zeitung, dass entsprechende Berichte von Hundeführern vorliegen.

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Wolfsgipfel: Lösungsvorschläge auf den Herbst vertagt

Umweltministerkonferenz in Bremen zum Umgang mit dem Wolf

Die Umweltminister der Länder haben in Bremen in einem Beschlussvorschlag das Thema „Umgang mit dem Wolf“ auf die Tagesordnung gesetzt, wie das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) mittelt. Aus Sicht Brandenburgs müssen auf Bundes- und Länderebene dringend weitere Initiativen auf den Weg gebracht werden, um rechtssicher und wirksam auf die Ausbreitung der geschützten Tierart Wolf reagieren zu können.

Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger: „Die Menschen erwarten zu Recht, dass wir wirksam handeln. Angesichts der expansiven Ausbreitung des Wolfs steigt die Zahl der Betroffenen. Der dynamische Anstieg der Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere, aber auch die Verunsicherung in der ländlichen Bevölkerung haben zu einer Zuspitzung der Situation geführt. Insbesondere Weidetierhalter fühlen sich in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Brandenburg ist zudem hier mit einer Kostenspirale konfrontiert, die kaum noch kommunizierbar ist.“

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Forum Natur fordert mehr Grünbrücken für Wölfe

Forum Natur Brandenburg (FNB) beklagt katastrophale Fehlplanung der Naturschutzverwaltung

„Wir verstehen uns in erster Linie als „Brückenbauer“, weil wir es sind, die die Brücken zwischen Schutz und Nutzung in unserer Umwelt schlagen“, sagt Gregor Beyer, Geschäftsführer des Forum Natur Brandenburg und ausgewiesener Naturfreund. Und ergänzt: „Und deshalb tut es uns weh, wenn wir mitansehen müssen, wie durch nicht ausreichende Schaffung von sicheren Übergängen über stark befahrene Straßen gerade auch Wölfe ihr Leben lassen müssen.“

Damit spielt er an auf die gestrige stundenlange Vollsperrung des nördlichen Berliner Rings, weil dort ein Wolf auf dem Weg nach Berlin bei der Fahrbahnquerung angefahren worden war, schwer verletzt erst die in seinem Falle geltenden besonderen Verwaltungsprozeduren über sich ergehen lassen musste, bis er auf amtstierärztliche Entscheidung zur Erlösung von seinen stundenlangen Qualen endlich eingeschläfert werden konnte. „Unerträglich für jeden, der ein Herz für Tiere hat“, so Beyer.

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Schweiz: Hitzige Debatte um Jagdgesetz-Novellierung im Ständerat

+++ Italien: Südtirol erarbeitet Regeln für Wolfsabschüsse +++

Erleichterter Wolfsabschuss beschlossen – Verbände drohen mit Referendum

Die geplante Novellierung des eidgenössischen Jagdgesetzes (JAWINA berichtete) ist im Schweizer Ständerat in einer mehr als vierstündigen Sitzung hitzig diskutiert worden. Nicht in allen Punkten wurde daher eine abschließende Entscheidung erreicht. Die Debatte soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Die Kernpunkte der Novellierung wurden vom Ständerat jedoch bereits mit 25 zu 20 Stimmen Mehrheit beschlossen: So dürfen Schweizer Behörden künftig nicht nur einzelne Individuen geschützter Arten zum Abschuss freigeben, sondern die Dezimierung ganzer Bestände erlauben. Die Bedingungen dafür sollen festgeschrieben werden. Wölfe sollen auch dann geschossen werden können, wenn sie zuvor keinen großen Schaden angerichtet haben, es soll zudem „keine absolute Pflicht zu Herdenschutzmassnahmen“ geben. Auch Biber und Luchse können in der Schweiz in Zukunft einfacher zum Abschuss freigegeben werden.

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Niedersachsen: Wolfsregulierung nach französischem Modell vorgeschlagen

Im Vorfeld des ab morgen (06.06.) in Bremen stattfindenden „Wolfsgipfels“ (Umweltministerkonferenz) hat sich der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) für eine Regulierung der Wolfspopulation nach französischem Vorbild ausgesprochen. Voraussetzung dafür sei, dass der günstige Erhaltungszustand der Wolfspopulation erreicht sei. „In Frankreich erfolgen eine Populationsgrößenabschätzung sowie eine Abschätzung der Wachstumsrate“, heißt es zur Erläuterung des französischen Modells in der Antwort des Umweltministeriums auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Abgeordneten Jörg Hillmer (CDU): „Der Erhaltungszustand wird als günstig angesehen. Auf dieser Basis werden Quotenberechnungen und die Freigabe von Abschüssen in „Hot Spots“ durchgeführt. Dieses Vorgehen wird von der EU-Kommission intensiv beobachtet. Bislang ist noch kein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet worden.“

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Schweiz: Erleichterter Abschuss von Wolf, Luchs, Schwan und Biber

In der Schweiz steht die Novellierung des Jagdgesetzes an, diskutiert wird vor allem über die Herabsetzung des Schutzstatus und den in Folge erleichterten Abschuss von bislang streng geschützten Tierarten. Dabei geht es, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, in erster Linie um den Wolf, dessen Bestand auch in der Schweiz ansteigt und eine zunehmende Zahl von Nutztierrissen (ca. 150 pro Jahr) zur Folge hat. Vier Wolfsrudel, insgesamt etwa 40 bis 50 Tiere, soll es laut NZZ aktuell in der Schweiz geben. In der Schweiz sind Abschüsse von Wölfen möglich und wurden in des Vergangenheit auch schon mehrfach bewilligt, wenn ein Wolf eine bestimmte Zahl von Nutztieren gerissen hat. Dem Schafzüchterverband reicht das nicht, er fordert eine Neuverhandlung des Schutzstatus, damit Wölfe „unbürokratisch reguliert“ werden können.

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Gemeinsame Presseerklärung zum Aktionsplan Wolf: Rückkehr des Wolfes geht nur mit Akzeptanz und Regulierung

Breites Verbändebündnis legt zur Umweltministerkonferenz Aktionsplan Wolf vor

Die zunehmende Ausbreitung des Wolfes in Deutschland führt im ländlichen Raum zu wachsenden Konflikten und stellt gleichzeitig die Haltung von Weidetieren grundsätzlich in Frage. Anlässlich der Umweltministerkonferenz vom 6. bis 8. Juni 2018 in Bremen legt daher ein breites Bündnis von 18 Verbänden des ländlichen Raums – das Aktionsbündnis Forum Natur und die Verbände der Weidetierhalter – einen gemeinsamen Aktionsplan Wolf vor. Gemeinsam fordern die Verbände von den Umweltministern von Bund und Ländern, dass der Schutz des Menschen eindeutig Priorität vor der Ausbreitung des Wolfes in Deutschland haben und die Weidetierhaltung flächendeckend möglich bleiben muss. Es sei nicht länger vertretbar, der Bevölkerung und den betroffenen Tierhaltern mit bewusst kleingerechneten Wolfsbeständen die realen Verhältnisse in Deutschland vorzuenthalten. Die Verbände gehen davon aus, dass in Deutschland im Jahr 2018 eine Wolfspopulation von über 1.000 Tieren lebe und die Population jährlich um über 30 Prozent exponentiell wachse.

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Schleswig-Holstein: Herkunft einiger Wölfe nach Rissvorfällen geklärt

In der ersten Maihälfte waren dem schleswig-holsteinischen Wolfsmanagement aus den Kreisen Dithmarschen, Rendsburg-Eckernförde und Pinneberg eine Reihe von Rissvorfällen gemeldet worden, die nach einer ersten Begutachtung durch die zuständigen Rissgutachter den Verdacht nahelegten, dass die Tiere einem großen Beutegreifer zum Opfer gefallen sein könnten. Zur Ermittlung des möglichen Verursachers dieser Vorfälle wurden routinemäßig genetische Proben an das Senckenberg-Forschungsinstitut, dem nationalen Referenzzentrum für genetische Untersuchungen an Wolf und Luchs, gegeben und dort im Rahmen eines Eilverfahrens untersucht, wie das schleswig-holsteinische Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) mitteilt. Erste Untersuchungen hatten erbracht, dass in vier Fällen ein Wolf des Haplotyps HW01 die Schafe gerissen hatte. Auf Basis dieser ersten genetischen Ergebnisse konnten lediglich Vermutungen zur Herkunft der Wölfe angestellt werden. Die Gründertiere der Mitteleuropäischen Flachlandpopulation haben diesen Haplotyp getragen und er ist nach wie vor der vorherrschende Haplotyp der Wölfe in Deutschland.

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Brandenburg: Bauern fordern Schutzjagden auf Wölfe

Landwirt verliert 40 Kälber im Jahr durch Wolfsangriffe

Anlässlich eines Ortstermins, bei dem sich CDU-Bundestagsabgeordnete bei Brandenburger Landwirten über die Situation von Weidetierhaltern informierten, haben Bauern Schutzjagden auf Wölfe nach schwedischem Vorbild gefordert. Das berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Die Landwirte beklagten den hohen Aufwand, der für die Absicherung der Weiden und die Instandhaltung der Einzäunung anfällt. Allein das regelmäßig Abmähen des Grases, das erforderlich ist, um den Stromzaun funktionstüchtig zu halten, kostet einen Weideviehbetrieb nach eigenen Angaben 19.500 Euro im Jahr. Diese kosten werden auch nicht ersetzt. Ein betroffener Landwirt berichtete, dass er im Jahr 2017 40 Kälber durch Wolfsrisse verloren habe, nur für 16 sei eine Entschädigung gezahlt worden. Von 21 Kälbern seien keine Überreste gefunden worden, das Dobbrikower Wolfsrudel habe sich zudem auf neugeborene Kälber spezialisiert, die noch keine Ohrmarken hätten.

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Truppenübungsplatz Klietz: Mehr Wölfe, weniger Rotwild-Kälber

Die Wolfsbeauftragte für den an der Grenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt gelegenen Truppenübungsplatz Klietz  geht davon aus, dass sich das auf dem Militärgelände ansässige Wolfsrudel auch dieses Jahr erfolgreich reproduziert hat. Das berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). 2016 war erstmals ein Reproduktionsnachweis gelungen, damals haben die Wölfe sieben Welpen großgezogen, im Jahr darauf waren es drei Welpen. Für Nachweise des diesjährigen Nachwuchses ist es noch zu früh, da Wolfswelpen im April/Mai gewölft werden, und die Fähe die ersten vier Wochen mit ihrem Nachwuchs in der Wurfhöhle verbringt. Auffällig sei, so die Wolfsbeauftragte Birgit Büttner laut MAZ, dass es in den Rotwildrudeln immer weniger Kälber gebe. Dies sei „im Vergleich zu früher extrem zu bemerken.“ Da sich das Rotwild wegen der Anwesenheit der Wölfe zu Großrudeln zusammenschließe, sei die Anzahl der Kälber gut zu bestimmen. red.

Beitragsbild: Weibliches Stück Rotwild (Archivbild). Foto: SE

Niedersachsen: „Einen Bären aufgebunden“ – Angeblicher Wolfsangriff im Landgestüt Celle ist Falschmeldung

Zur Zeit kursiert auf u.a. Whatsapp eine Meldung, derzufolge es im niedersächsischen Landgestüt Celle einen Wolfsangriff gegeben haben soll. Illustriert ist die Meldung mit einem Bild eines Pferdes, dessen Hinterlauf stark angefressen ist. Das Landgestüt Celle teilt dazu mit:

Einen Bären aufgebunden

Am vergangenen Wochenende hat jemand aus uns unerklärlichen Gründen versucht, seinen Mitbürgern statt des sprichwörtlichen Bären einen Wolf aufzubinden. Folgende FALSCHMELDUNG über das Landgestüt Celle und seine Jungpferde wurde sehr schnell auf sämtlichen Kanälen insbesondere über das Medium Whatsapp verbreitet:

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USA: Farmer schießt rätselhaften Caniden

Am 16. Mai hat ein Farmer in der Nähe von Denton, Montana ein „großes wolfsähnliches Tier“ geschossen, wie die Jagd-, Fischerei und Naturschutzbehörde des US-Bundesstaates (Montana Fish, Wildlife and Parks, MFWP) berichtet. Der Farmer glaubte demnach, einen Wolf geschossen zu haben, der sich seinen Viehherden zu sehr genähert habe. Der Viehhalter meldete den Abschuss, wie es das Gesetz vorschreibt. Bis dahin nicht ungewöhnliches in der von Ackerbau und Viehzucht geprägten Gegend Montanas, stellt MFWP fest. Mehrere Spezialisten der Behörde begutachteten jedoch die Fotos des erlegten Tiers und bezweifelten, dass es sich um einen reinrassigen Wolf handele: Die Zähne seien zu kurz, die Vorderpfoten zu klein und die Krallen an den Vorderpfoten zu lang. Sicher sei lediglich, dass es sich um ein junges, weibliches, nicht-laktierendes Tier aus der Familie der Caniden handele, zu der Hunde, Füchse, Wölfe und Kojoten gehörten.

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Sachsen: 765.000 Euro für den Wolf in 2017

+++ Österreich: „Wolf wird Millionen kosten“ +++ Mecklenburg-Vorpommern: Jäger schießt 630-Gramm-Monsterbock +++ USA: Bundesstaat Wyoming erlaubt erstmals nach 44 Jahren Jagd auf Grizzlys +++

Knapp 765.000 Euro hat das Land Sachsen im Jahr 2017 für Entschädigungen und Forschung im Zusammenhang mit dem Wolf sowie die Tätigkeit des Kontaktbüros „Wölfe in Sachsen“ ausgegeben. Das geht aus der Antwort des sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums (SMUL) auf eine Kleine Anfrage (Drs.-Nr.: 6/13130) des CDU-Abgeordneten Andreas Heinz hervor. Knapp 258.000 Euro wurden für Präventionsmaßnahmen, also den Schutz von Weidetieren vor Wolfsrissen ausgegeben, 254.000 Euro kosteten wissenschaftliche Begleitung und Wolfsmanagement. Allein an die umstrittene Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung mit Sitz Frankfurt/Main, die die DNA-Analysen bei Wolfsrissen durchführt, überwies der Freistaat Sachsen „2014 144,8 TEuro, 2015: 118,4TEuro, 2016 123,6 TEuro und 2017: 160,2 TEuro.“

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Italien: Südtirol kündigt eigenes Wolfsgesetz an

+++ Brandenburg: Landkreis Dahme-Spreewals führt Pürzelprämie ein +++

Da weder bei der EU, noch in der italienischen Landespolitik „eine Lösung der Wolfsproblematik“ in Sicht sei, kündigt die italienische Provinz Südtirol ein eigenes Wolfsgesetz an. Das berichtet die Neue Südtiroler Tageszeitung (NST). Südtiroler Politiker äußerten Unverständnis über die Äußerungen des für die Wolfsfrage zuständigen EU-Kommissars Karmenu Vella, der der NST zufolge dazu aufforderte, „den Wolf auch als Wirtschaftsfaktor zu sehen“ und erklärte, er habe „bei einer Veranstaltung in Trient habe er selbst sehen können, wie gut das Zusammenleben von Wolf und Mensch funktioniere.“ In der EU sei die Stimme derjenigen zu stark vertreten, für die selbst die „Entnahme auch nur eines einzigen Wolfes ein Sakrileg wäre, schlussfolgerten Südtiroler Politiker. Dabei sei nicht vom Aussterben bedroht, „sondern gehöre neben dem Raben mittlerweile zum am meisten verbreiteten Tier auf der nördlichen Erdhalbkugel“, so Herbert Dorfmann, Mitglied des EU-Parlaments und Bezirksobmann der Südtiroler Volkspartei.

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Niedersachsen: Cuxhavener Wolfsrudel wird besendert

+++ Brandenburg: Frauendorfer Agrargenossenschaft will nach Kälberrissen Antrag auf Wolfsentnahme stellen +++

Umweltminister Olaf Lies hat gestern (Freitag) die Besenderung von Wölfen im Cuxhavener Raum zu Managementzwecken angeordnet. Die Durchführung erfolgt durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Zusammenarbeit mit wildbiologischen Fachleuten. In den letzten Wochen ist es vermehrt zu Nutztierrissen im Landkreis Cuxhaven gekommen. Insgesamt wurden in den letzen Tagen acht Nutztierschadensfälle aus dem Landkreis Cuxhaven gemeldet. In zwei Fällen kam ein Rind und in den anderen Fällen Schafe zu Tode.

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Bauernbund Brandenburg: Tötung von Wolf in Notwehr straffrei?

Bauernbund plant Musterprozess

Wölfe, die ein Weidetier von besonderem materiellen oder ideellen Wert angreifen, dürfen als letzte Möglichkeit in Notwehr getötet werden. Das ist das Ergebnis eines Rechtsgutachtens, das die Kanzlei Kubicki & Schöler für den Bauernbund Brandenburg angefertigt hat (www.wolfsfreiezone.de/images/Rechtsgutachten_Wolf.pdf). „Wer zum Beispiel ein wertvolles Zuchttier verteidigt, geht nach unserer Rechtsauffassung straffrei aus“, sagte Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung auf einer Pressekonferenz in Leibsch im Spreewald und kündigte an, dass der Bauernbund den ersten Landwirt oder Jäger, der deswegen angeklagt werden sollte, die Prozesskosten bezahlen wird.

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EU-Kommission lehnt Änderung des Schutzstatus von Wölfen ab

Obwohl die europäische Wolfspopulation stark anwächst und sich Nutztierrisse häufen, lehnt die EU-Kommission eine Änderung des Schutzstatus von Wölfen, was eine geregelte Bejagung ermöglichen könnte, weiterhin ab. Der maltesische EU-Umweltkommissar Karmenu Vella erklärte der Tiroler Tageszeitung (tt) zufolge, es gehe um „die Wahrung des Naturerbes.“ Wir bräuchten die Koexistenz von Mensch und Wolf. Die Koexistenz funktioniere nicht, widersprach ein Schafzüchter laut tt.

Vella forderte „effizientere Schutzmaßnahmen: Elektrozäune, modernes Weidenmanagement und Schulungen für Landwirte.“ Wenn das alles nichts helfe, müsse es finanzielle Kompensation für den Verlust von Nutztieren geben. Die Kommission sei bereit, solche Maßnahmen zu unterstützen. Es gebe diverse Fördertöpfe für solche Zwecke. red.

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags in der Tiroler Tageszeitung (Screenshot).

Wolf: Kanton Wallis will Wolfshybriden abschießen lassen

Das Parlament des Schweizer Kantons Wallis hat am 15. Mai zwei Postulate gutgeheißen, die sich mit Wolfshybriden beschäftigen: In dem Postulat „Werden die Wolfshybriden entnommen?“ geht es um  genetische Untersuchungen der Wolfspopulation in Frankreich: Bei Medienkonferenz am 22. November 2017 in Grenoble präsentierte die französische Landwirtschaftskammer demnach die Resultate von DNA-Analysen, die das deutsche Institut für forensische Genetik und Rechtsmedizin ForGen durchgeführt hatte. Von den entnommenen Proben konnten 60% ausgewertet werden. Es seien bei den verwertbaren Resultaten ausschliesslich Wolfs-Hunde-Mischlinge festgestellt worden, so der Text des Postulats.

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Niedersachsen: Wolfsbüro meldet zweiten illegal getöteten Wolf 2018

Brandenburg: Das dritte in vier Wochen – Lindenauer Wolf reißt weiteres Kalb +++

Sechster illegal getöteter Wolf seit 2003 in Niedersachsen

Dem Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) wurde eine weitere illegale Tötung eines Wolfs bestätigt. Bei einem bereits am 7. März gemeldeten und auf einem Feld im Landkreis Celle, in der Nähe von Bonstorf, gefundenen toten Wolf bestand der Verdacht auf einen illegalen Abschuss. Allerdings befand sich der Kadaver in einem Zustand, bei dem nicht eindeutig festgestellt werden konnte, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Endgültig klären konnte das nur eine Untersuchung des Kadavers im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin und eine DNA-Analyse im Senckenberg-Institut in Gelnhausen bei Frankfurt, dem nationalen Referenzlabor für Wolfsgenetik. Denn das tote Tier muss bereits länger gelegen haben und wurde von anderen Wildtieren angefressen. Demzufolge befand sich der Kadaver bereits in einem Zustand fortgeschrittener Verwesung und Teilskelettierung.

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Angebliche Wolfskirrung: Peta zeigt Jäger an

Die militante Tieschutzorganisation Peta hat zwei Brandenburger Jäger aus Baruth (Landkreis Teltow-Fläming) angezeigt, weil sie angeblich eine Schafweide absichtlich schlecht gesichert hätten. Peta unterstellt, die Jäger hätten Wölfe so zu einem Schafsriss verführen wollen, um sie nach der Brandenburger Wolfsverordnung erlegen zu können. Die Jäger bestreiten die Vorwürfe: Die Koppel sei ordnungsgemäß gesichert, der zuständige Amtstierarzt habe die Schafweide „als vorbildlich gelobt“, berichtet die Bild-Zeitung. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in der Bild-Zeitung (Screenshot).

Die Red. dankt den JAWINA-Lesern Nos und HW für die Hinweise!

 

Brandenburg: Erneut Wolfsriss im Kuhstall

Bereits zum zweiten Mal hat ein Wolf ein ca. 60 Kilogramm schweres Kalb in einem Kuhstall der Agrargenossenschaft in Lindenau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) gerissen. Wenige Wochen zuvor war bereits ein Kalb im Stall der Lindenauer Agrargenossenschaft gerissen worden, Ende April wurde ein 100 Kilo-Kalb von Wölfen aus einem Stall der Agrargenossenschaft Trebitz – Klein Muckrow bei Lieberose (Landkreis Dahme-Spreewald) gezerrt. Bei dem aktuellen Vorfall wurde ein frisch geborenes Kalb in einem Stall mit 100 Mutterkühen gerissen, berichtet die Lausitzer Rundschau (LR). Damit hätten sich „die schlimmsten Befürchtungen und Ängste der Frauendorfer Tierwirte erfüllt“, so die LR. Mittlerweile ist durch DNA-Untersuchungen zweifelsfrei bewiesen, dass ein Wolf der Verursacher des ersten Rissvorfalls in Lindenau war. Die Landwirte haben bereist Konsequenzen aus dem Wolfsriss gezogen: Früher waren die Mutterkühe schon im April auf der Weide, jetzt müssen sie im Stall bleiben. Weil Nachtwachen nicht finanzierbar sind, wird erwogen, die Ställe nachts „gänzlich dicht zu machen“, so die LR. Dies vertrage sich aber nicht mit artgerechter Tierhaltung.

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DNA-Analyse bestätigt: 44 Schafe in Bad Wildbad von Wolf gerissen

Schafe wurden vom selben Wolf gerissen, der schon im November 2017 in der Region nachgewiesen werden konnte

Die Wolfsattacke auf eine Schafherde in Bad Wildbad (JAWINA berichtete) Ende April ist vom selben Tier verübt worden, das bereits mehrmals in der Region um Bad Wildbad nachgewiesen werden konnte. Das teilt das Umweltministerium Baden-Württemberg mit. Bei der Attacke waren 44 Schafe getötet worden. Bei dem Wolf handelt es sich um ein männliches Einzeltier, das aus Norddeutschland nach Baden-Württemberg gekommen ist und unter dem Kürzel GW 852m geführt wird. Erstmals wurde er im Nordschwarzwald Ende November 2017 nachgewiesen.

„Nachdem dieser Wolf jetzt über fast ein halbes Jahr die Region offenbar nicht verlassen hat, müssen wir davon ausgehen, dass er hier sesshaft geworden ist“, sagte Umweltminister Franz Untersteller gestern in Stuttgart. Daraus folge, dass in Kürze um die bekannten Rissstellen des Wolfes herum ein Gebiet mit einem Durchmesser von rund 60 Kilometern ausgewiesen werde, in dem erhöhte Anforderungen für den Herdenschutz gelten. Deren fachgerechte Erfüllung sei dann Voraussetzung, um bei einem Wolfsangriff Entschädigungszahlungen für gerissene Nutztiere zu erhalten.

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