Schlagwort-Archive: Wölfe

Brandenburg: CDU-Abgeordnete fordert Schutzjagden auf Wölfe

Die brandenburgische CDU-Landtagsabgeordnete Roswitha Schier hat einen Antrag eingebracht, der darauf abzielt, „Weidetierhaltung mit Schutzjagden auf Problemwölfe“ zu sichern. „Auf der Basis eines aussagekräftigen Wolfsmonitorings im Land Brandenburg ist ein Populationsmodell nach wissenschaftlichen Standards zu erstellen“, heißt es in dem Antrag, „welches auf der Grundlage der Reproduktions-und Mortalitätsraten den tatsächlichen Zuwachs an Wölfen in Brandenburg ermittelt. Auf der Basis dieses Populationsmodelles ist die Zahl von Individuen zu bestimmen, die im Zuge von Schutzjagden aus der Population entnommen werden darf, ohne die positive Bestandsentwicklung hin zu einem günstigen Erhaltungszustand des Wolfes zu gefährden.“ Im Unterschied zu vielen anderen Anträgen der oppositionellen CDU sei der Antrag mit den Stimmen der Regierungskoalition in den Landwirtschaftsausschuss überwiesen worden, berichtet die Lausitzer Rundschau. Demnach habe sogar der Linken-Abgeordnete Thomas Domres den Antrag als „wohltuend sachlichen Diskussionsbeitrag“ gewürdigt. Nach Ansicht von Domres sei „dieser Vorschlag mit dem EU-Recht konform“, wenn er gut gemacht sei.

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Backhaus: „Weitere Überlegungen hinsichtlich des künftigen Umgangs mit dem Wolf erforderlich“

+++ Niedersachsen: Wolfsangriff am hellichten Tag +++ Mahnfeuer gegen Wölfe in Goldenstedt +++ MV: Bauernbund bekräftigt Forderung nach Obergrenze für Wölfe +++

Ein gerissenes Kalb hat der Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus, zum Anlass genommen, auf „offene Fragen“ beim Wolfsmanagement hinzuweisen. Bei dem Rissvorfall am 4. April 2017 war ein totes Kalb bei Ramin südöstlich der Löcknitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) aufgefunden und dem Wolfsmanagement gemeldet worden. Das neugeborene , ca. 40 Kilogramm schwere Kalb ist nach den vorliegenden Erkenntnissen außerhalb der Weide verendet, der Weidezaun bestand aus einer Litze, unter der das Kalb offenbar im Vorfeld durchgeschlüpft war. Zum Kadaver gehörte eine etwa 15 Meter lange Schleifspur.

Am Hals des Tieres fanden sich nach Bewertung des Rissgutachters Krallen-ähnliche Spuren, es war jedoch nicht klar, ob diese postmortal entstanden sind. Darüber hinaus war das Tier insbesondere im Bauchraum befressen, unter anderem auch von Nachnutzern wie Fuchs und Kolkrabe. Das Tier wurde geborgen und durch den Halter und seinen betreuenden Tierarzt der Transport zum Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit (LALLF) und Fischerei zur Untersuchung der tatsächlichen Todesursache organisiert. Im LALLF wurde das Kalb pathologisch untersucht. Demnach waren Hämatome im Halsbereich festzustellen und es besteht auch der Verdacht einer Fruchtwasseraspiration, welche das Tier im Vorfeld des Übergriffs geschwächt haben könnte. Vorsorglich wurde eine Tupferprobe genommen, die bislang nicht ausgewertet wurde.

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DJV begrüßt Beschluss der Umweltministerkonferenz zum Wolf

DJV: Erhaltungszustand des Wolfs muss wildbiologisch begründet sein und nicht politisch.

Vergangenen Freitag hat die Umweltministerkonferenz (UMK) in Bad Saarow über den weiteren Umgang mit geschützten Arten diskutiert. Ein Schwerpunkt lag auf dem Wolf, der zwischenzeitlich in Deutschland eine jährliche Zuwachsrate von 40 Prozent aufweist, Konflikte nehmen vielerorts zu. Auf Grund vieler offener Fragen zum weiteren Umgang mit dem Wolf hat die UMK eine länderoffene Ad hoc-Arbeitsgruppe auf Amtschef- bzw. Staatssekretärsebene unter Federführung von Brandenburg einberufen (JAWINA berichtete). Schwerpunkte der Arbeitsgruppe sollen der Umgang mit Problemwölfen, das zukünftige Management sowie die Schadensregulierung sein. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt diesen Schritt hin zu klaren Regeln im Umgang mit dem Wolf.

Gleichzeitig mahnt der Dachverband der Jäger an, dass die Diskussion um einen günstigen Erhaltungszustand des Wolfes nicht politisch gewollten Zielvorgaben folgen, sondern sich rein an biologischen Erkenntnissen orientieren sollte. „Der Wolf kennt keine Ländergrenzen und nicht jedes EU-Land braucht 1.000 Wölfe. Für ein vernünftiges Wolfsmanagement müssen wir das internationale Monitoring und den Datenaustausch mit den Nachbarländern intensivieren“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke.

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Wölfe: Jagd erhält „natürliche“ Scheu

Mitte der Neunziger Jahre wurden 31 Wölfe aus Kanada im Yellowstone Nationalpark (YNP) ausgewildert, mittlerweile leben auf den 2,2 Millionen Acres (890.308 Hektar) zehn Rudel mit ungefähr 100 Individuen. Damit sei es an der Zeit, ein „Keine Zimmer frei“-Schild aufzuhängen, schreibt Jim Robbins in dem in der New York Times (NYT) erschienenen Artikel „The New Threat to Wolves in and Around Yellowstone„: Experten halten die Biotop-Kapazität für erschöpft. In den US-Bundesstaaten um den YNP ist Zahl frei lebender Wölfe auf 1700 Stück angewachsen. Nutztierrisse nehmen zu und bringen (nicht nur) Farmer gegen Naturschützer auf. Nach Idaho und Montana wird daher nun auch Wyoming im Herbst eine offizielle Jagdzeit für Wölfe einführen. Ziel ist selbstverständlich nicht, die Wölfe wieder auszurotten, sondern durch nachhaltige Bejagung eine angemessene Populationsgröße zu gewährleisten.

Die in PLOSone erschienene Studie „Implications of Harvest on the Boundaries of Protected Areas for Large Carnivore Viewing Opportunities“  beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Bejagung von Wölfen und anderen Großprädatoren auf die Sichtbarkeit der Wölfe in den Nationalparks (neben dem YNP Denali und Grand Teton) auswirkt. Diese ist dort nämlich ausdrücklich erwünscht, da die Möglichkeit, die Raubtiere zu beobachten, scharenweise Touristen – und deren Dollars – in die Nationalparks bringt. Die Ergebnisse der Studie erlauben interessante Rückschlüsse auf die Frage, wie die Sichtbarkeit von Wölfen minimiert werden kann, wo sie nicht erwünscht ist: Im Siedlungsbereichen unserer Kulturlandschaft zum Beispiel. Auch über die Prävention von Nutztierrissen ist hier einiges zu lernen.

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Schäferin fordert: „Wölfe wie jedes andere Wild jagen!“

Verbände wollen Entnahme von Problemwölfen erschweren

Immer wieder interessant, wie schnell und gründlich sich Standpunkte ändern können, wenn man selbst betroffen ist: „Meine Einstellung zum Wolf hat sich grundlegend geändert“, bekannte die niedersächsische Schäferin Gabriele Lebermann gegenüber der Kreiszeitung Wochenblatt. Grund für den plötzlichen Sinneswandel ist ein Wolfsangriff auf ihre Schafherde im Landkreis Harburg, dem innerhalb von zwei Tagen zwei ihrer Schafe zum Opfer fielen. Wölfe kämen den Ortschaften immer näher, hätten keine natürlichen Feinde und vermehrten sich jedes Jahr um 30 Prozent, lauten die neuen Erkenntnisse der Schäferin. Fazit: Sie sollten „wie jedes andere Wild“ bejagt werden.

Die Verbände Nabu und International Fund for Animal Welfare (IFAW) wollen derweil die Entnahme von Problemwölfen erschweren. Die Bundesländer müssten mehr für Vorbeugung und Monitoring tun, in einem offenen Schreiben fordern sie einen „einheitlichen Umgang mit auffälligen Wölfen.“ Vor der Abschussfreigabe verhaltensauffälliger Wölfe solle in jedem Fall die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf (DBBW) konsultiert werden. Ein zentraler Baustein des DBBW, so Nabu und IFAW, sei ein Expertengremium, das die Bundesländer im Umgang mit auffälligen Wölfen berät.

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Brandenburg: Neun Wölfe auf Truppenübungsplatz Klietz

Auf dem Truppenübungsplatz Klietz bei Rathenow (Landkreis Havelland) sind mittlerweile neun Wölfe sicher nachgewiesen. Das erklärte die für das Revier zuständige Bundesförsterin gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ). Die neun Wölfe gehören einem Rudel an, es gibt bislang unbestätigte Hinweise auf ein zweites Rudel auf dem Platz. SE

Video: Wölfe auf dem Truppenübungsplatz Klietz. Quelle: MAZ/Bundesforst/YouTube

Sachsen-Anhalt: Kreistag Stendal beschliesst Wolfs-Resolution

Sachsen-Anhalt: Kindergärtnerinnen werden für Wolfsbegegnungen geschult +++ Bayern: Wolfsnachweis im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Der Kreistag von Stendal hat in seiner Sitzung am Donnerstag auf Antrag der CDU-Fraktion einer Resolution „für ein praxistaugliches Wolfsmanagement“ zugestimmt. Im folgenden geben wir den Wortlaut der Resolution wieder:

Der Kreistag verabschiedet vorliegende Resolution zum Wolfsmanagement und bittet die Landesregierung Sachsen-Anhalt und die Bundesregierung in der Sache tätig zu werden.

1. Überprüfung der FFH-Richtlinien und Anpassung des Schutzstatus

2. Vorkehrungen zu treffen, wie man den wachsenden Bestand zukünftig kontrollieren und die Weichen für eine Regulierung der Population stellen will.

3. Jährliche Monitoring-Ergebnisse zum Wolf mit allen Betroffenen, also der Wissenschaft, dem Naturschutz, den Nutztierhaltern, Grundeigentümern sowie der Jägerschaft auszutauschen.

4. Die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht mit feststehender Jagd- und Schonzeit. Ausschluss der Pflicht zur Hege und der Wildschadensvergütung

Wolfgang Kühnel
Fraktionsvorsitzender

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Wolfsbüro: „Wolfsübergriffe in Siedlungen keine Gefährdung für Menschen“

Die neuesten Rissvorfälle in einem Dorf in Sachsen (JAWINA berichtete) nimmt das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ zum Anlass zu bekräftigen, „dass Wolfsübergriffe auf Schafe in der Nähe von menschlichen Siedlungen, wie zuletzt in Großdöbschütz (Gemeinde Obergurig, LK Bautzen), keine potenzielle Gefährdung für Menschen darstellen.“, wie es in einer Pressemitteilung des Wolfsbüros heißt: „In der Nacht vom 16. auf den 17.04.2017 wurden in Großdöbschütz ein Mutterschaf und ein Lamm gerissen. Die beiden Schafe waren ungenügend geschützt. Die Koppel war nur auf einer Seite mit einem Zaun geschützt, der zudem mit einer Höhe von 80 cm zu niedrig war. An den übrigen Seiten wird die Weidefläche durch einen Graben und die Spree abgegrenzt. Gewässer bieten allerdings keinen Schutz vor Wölfen, da diese leicht durchschwommen werden können.“

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Mehrere Wolfssichtungen bei Hannover

Sachsen: Wolfsriss in Dorfnähe – Bundeslandwirtschaftsminister will reden: über begrenzte Abschussfreigabe

In der Region zwischen Hannover und Deister sind am Osterwochenende mehrere Wolfssichtungen gemeldet worden, wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet. Mehrere Augenzeugen sahen demnach einen Wolf, als er am Sonntag die B217 bei Steinkrug überquerte, am Ostermontag wurde ein Wolf in der Gegend östlich von Laatzen beobachtet.

In Großdöbschütz (Sachsen, Landkreis Bautzen) hat vermutlich ein Wolf in der Nacht auf Ostermontag zwei Schwarznasenschafe gerissen. Das Mutterschaf war angefressen, das Lamm wies den typischen Kehlbiss auf, meldet die Sächsische Zeitung. Das Dorf ist dem Bericht zufolge nur 50 Meter von der Weide entfernt. Diese war offenbar ungenügend gesichert: Der Zaun soll niedrig gewesen sein, damit „Spaziergänger die Tiere streicheln konnten.“

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Wolfsbeute besteht durchschnittlich zu 32 Prozent aus Nutztieren

Wölfe reißen zwei Kälber und neun Schafe – Wolfssichtung im Landkreis Stade

Durchschnittlich 32 Prozent der Beute von Wölfen „geht auf den Menschen zurück“, heißt es in einem Artikel der österreichischen Tagesszeitung Standard. In dem lesenswerten Beitrag wird eine wissenschaftliche Studie vorgestellt, die sich mit der Frage beschäftigt, ob derzeit eine weitere Domestikation der Wölfe stattfindet. Darin heißt es, dass sich Wölfe in Griechenland vorwiegend von Schweinen, Ziegen und Schafen ernähren, während ihre Artgenossen in Spanien überwiegend Pferde und anderes Vieh erbeuten. Im Iran fressen Wölfe vor allem Hühner, Ziegen und Abfälle. Diese Wölfe seien Kandidaten für eine mögliche neuerliche Domestikation.

Zu der Studie „Making a New Dog? von  Thomas M. Newsome, Peter J. S. Fleming, Christopher R. Dickman, Tim S. Doherty, William J. Ripple, Euan G. Ritchie, Aaron J. Wirsing geht es hier.

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Brandenburg: 800 Menschen nehmen an landesweiten Wolfswachen teil

Nach Auffassung der veranstaltenden Verbände sind die ersten landesweiten Wolfswachen in Brandenburg ein voller Erfolg. Landbevölkerung, Jäger und Landnutzer hätten ein „Signal der Solidarität mit den Weidetierhaltern“ gesetzt, heißt es in einer Pressemitteilung des Forums Natur Brandenburg. An neun Standorten im Land verteilt hätten sich rund 800 Menschen beteiligt, heißt es weiter: „Diese gigantische Resonanz zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind die Probleme deutlich zu thematisieren und dabei auf den Dialog mit der Politik und den betroffenen Menschen zu setzen“, so Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes.

Dass durch den Wolf nach den Schäfern, zwischenzeitlich auch die Rinderhalter massiv und neuerdings auch immer häufiger die Pferdehalter betroffen seien mache deutlich, dass nunmehr die Solidarität aller Landnutzer gefragt sei. „Besonders freut es uns zu hören, dass Minister Vogelsänger einen Antrag Brandenburgs in der Konferenz der Agrarminister (s.u.)durchsetzen konnte, der nunmehr zu einer zeitnahen Überprüfung des günstigen Erhaltungszustandes der Wolfspopulation führen wird“, verleiht Wendorff der Hoffnung Ausdruck, dass nunmehr Bewegung in diese lange überfällige Debatte zum Schutzstatus des Wolfes kommt.

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Brandenburg: Minister und Staatssekretärin bei Wolfswachen

Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger wird sich am kommenden Freitag (31. März) an der ersten landesweiten Wolfswacht beteiligen. Das teilt das Brandenburger Landwirtschaftsministerium mit. Vogelsänger wird in Dolgelin in Märkisch-Oderland mit Landrat Gernot Schmidt – hier in seiner Funktion als Vorsitzender des Forums Natur – und mit dem Präsidenten des Landesbauernverbands, Henrik Wendorff, ebenfalls Vorsitzender des Forums Natur, am Wachfeuer das Gespräch mit Weidetierhaltern und interessierten Bürgern suchen.
Agrar- und Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde trifft in Krielow im Landkreis Potsdam-Mittelmark auf den Präsidenten des Bauernbunds Brandenburg, Marco Hintze, sowie Dirk Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbands, und Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbands.

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„Schönfärberei, Unbedarftheit, Unwissenheit“

Aus aktuellen Anlass: Wolfs-Brevier von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel – EU-Beamter Just versemmelte Prüfung – und zog vor Gericht

JAWINA-Leser und -Autor Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel hat an der Sitzung des Landwirtschaftsausschusses des Potsdamer Landtags teilgenommen, in dem der hochrangige EU-Beamte Alexander Just von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission mit Unkenntnis der Fakten für Irritationen gesorgt hatte (JAWINA berichtete). „Sowohl dessen Schönfärberei als auch die Unbedarftheit und Unwissenheit mancher MdLs“ hätten ihm „einen Schrecken eingejagt“, schreibt Prof. Pfannenstiel in einer Mail an die Redaktion. Er habe „deshalb mal einiges zum Thema aufgeschrieben und […] an den Ausschussvorsitzen zur Verteilung im Ausschuss geschickt“.

Das PDF-Dokument mit dem Titel „Feststellungen und Gedanken zum Wolf (Canis lupus) nach der Sitzung des Ausschusses für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft im Landtag Brandenburg am 22.03.2017“ enthält die wichtigsten wildbiologischen Fakten zum Wolf in Brandenburg: Angefangen von Definitionen biologischer Grundbegriffe wie „Art“, Population“ oder „Biodiversität“ über  Fakten zum Wolf in Brandenburg bis zu Fragen wie „Was ist unter Obergrenze für Wölfe zu verstehen?“ oder „Warum tut man sich bei uns so schwer, die Wolfspopulation zu regulieren?“ Das alles kurz und knapp zusammengefasst auf fünf Seiten. Das ist auch für die JAWINA-Leser interessant, fanden wir: Zum Nachlesen und zur Festigung des eigenen Wissensstands, zum Weiterreichen an Jäger und Nichtjäger. JAWINA dankt Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel für sein Einverständnis, das PDF an dieser Stelle zum Download bereit zu stellen.

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Niedersachsen: Wolf beißt Stromzaun durch und reißt Tiere

Eine „neue Qualität“ sei das und „bundesweit einmalig:“ Bei Ellerndorf im Landkreis Uelzen hat ein Wolf den Stromzaun einer Weide durchgebissen und drei Ziegen und drei neugeborene Lämmer gerissen. Das berichtet az-online.de. Weder der Herdenschutzhund, noch der als Geheimwaffe gegen Wolfsangriffe gepriesene Esel konnten den Wolf von diesen Nutztierrissen abhalten. Fassungslos äußert sich der betroffene Schäfer gegenüber az-online.de: Er könne es nicht begreifen, sagt der Mann: „Die Lämmer wurden letzte Nacht geboren und durften den Sonnenaufgang nicht mehr erleben.“ Es ist bereits der siebte Rissvorfall, den der Schäfer hinnehmen muss. Er will jetzt seine Weiden mit einem weiteren, über einen Meter hohen Stromzaun zusätzlich sichern. SE

Beitragsbild: Isolierte Kneifzange. Foto: SE

Bayern: Zwei Wölfe auf dem Truppenübungsplatz in Grafenwöhr nachgewiesen

Auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr konnten zwei verschiedene Wölfe nachgewiesen werden, wie das Landesamt für Umwelt Bayern (LfU) mitteilt. Das ist das Ergebnis erster genetischer Auswertungen von Losungsproben. Ein Tier ist ein Männchen aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation – einem Elternrudel konnte es jedoch genetisch nicht zugeordnet werden. Das zweite Tier stammt aus einem Rudel südwestlich von Potsdam in Brandenburg. Allerdings konnte das Geschlecht des Tieres anhand der untersuchten Probe nicht bestimmt werden. Die Auswertung einer weiteren Probe soll hier Gewissheit bringen. PM

Beitragsbild: Hochsitze (Symbolbild). Foto: SE

Fake News? Gegenüber Meldungen über angebliches Wolfs-Opfer ist Misstrauen angebracht

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell die Verbreitung von (Falsch-)Nachrichten in den sozialen Medien funktioniert: Aus drei völlig unterschiedlichen Ecken – mithin unabhängig voneinander – erreichte die JAWINA-Redaktion die Nachricht, dass in Polen angeblich ein erstes Todesopfer durch einen Wolfsangriff zu beklagen sei. Demnach soll ein 51 Jahre alter Jäger „in den frühen Morgenstunden“ durch ein Rudel Wölfe attackiert und noch „am Tatort“ seinen schweren Verletzungen erlegen sein. In den sozialen Netzwerken schlagen die Wellen entsprechend hoch, wozu auch beitrug, dass der Präsident des Landesjagdverbands Brandenburg (LJVB), Dr. Dirk-Henner Wellershoff, die offenbar noch unbestätigte Meldung über die Junge-Jäger-Whatsapp-Gruppe des LJVB, also über einen zumindest halboffiziellen Kanal, weiterverbreitet hat. Doch gegenüber der Meldung ist massives Misstrauen angebracht:

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Sachsen-Anhalt: Zehn Wolfsrudel und drei Wolfspaare

Monitoringbericht 2015/2016 vorgestellt

Seit im Jahr 2008 Wölfe in Sachsen-Anhalt wieder heimisch geworden. sind, nimmt ihr Bestand zu. Der Bestandstrend ist weiterhin steigend. Es wurden innerhalb des Monitoringjahres 2015/16 zehn Rudel und drei territoriale Wolfspaare in Sachsen-Anhalt festgestellt. Die Territorien der Rudel bzw. Wolfspaare liegen teilweise im Grenzbereich zu den benachbarten Bundesländern Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen. Zum Vergleich: Im Monitoringjahr 2014/2015 wurden sieben Rudel, zwei territoriale Wolfspaare und ein territorialer Einzelwolf nachgewiesen.

Ebenfalls zugenommen hat die Zahl der Welpen. Im Monitoringjahr 2015/16 wurden mindestens 41 Welpen geworfen und erfolgreich aufgezogen. Die Mehrzahl davon wird aus den Elternrudeln im zweiten Lebensjahr abwandern. Insgesamt wurde zum Ende des Monitoringjahres innerhalb der Wolfsterritorien eine Gesamtzahl von 78 Wölfen (2014: 64) aller Altersklassen nachgewiesen. Als Populationsgröße wird europaweit einheitlich die Anzahl erwachsener, geschlechtsreifer Tiere (Alter > 2 Jahre) innerhalb der territorialen Ansiedlungen herangezogen, da nur diese Tiere für die Reproduktion in Frage kommen. Im Monitoringjahr 2015/2016 wurden 31 erwachsene, geschlechtsreife Wölfe innerhalb der Rudel nachgewiesen, im Vorjahr waren es noch 22. Darunter sind neben den Elterntieren der Rudel auch einige ältere Tiere aus früheren Würfen.

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Mecklenburg-Vorpommern: Drittes Wolfsrudel bestätigt

Fotofalle nimmt fünf Tiere auf

In der Kalißer Heide hat sich an der Grenze zu Brandenburg ein weiteres Wolfsrudel etabliert. Das belegen aktuelle Bilder einer Wildkamera, auf denen fünf Wölfe abgelichtet wurden. Nach den seit 2014 bestehenden Wolfsrudeln in der Lübtheener Heide und in der Ueckermünder Heide ist dies das dritte Rudel, das schwerpunktmäßig in Mecklenburg-Vorpommern lebt. Als Rudel werden Wolfsfamilien mit den Elterntieren und deren Nachwuchs bezeichnet. Auch im Bereich der Brohmer Berge (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) gibt es Nachweise von einem Wolfspaar, das dort gegenwärtig offenbar ein neues Territorium etabliert. In der Nossentiner Heide sprechen wiederholte Belege durch Wildkameras über einen längeren Zeitraum für das Vorkommen eines territorialen Einzeltieres.

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Diese Angsthasen: Förster wegen Wölfen mit Tränengas im Wald

32. offiziell bestätigte Wolfssichtung in Schleswig-Holstein – Slowaken erlegen in der vergangenen Jagdsaison 48 Wölfe

Die furchtsamen Förster im Landkreis Gifhorn (Niedersachsen) gehen schon seit über einem Jahr nur noch „mit Tränengas bewaffnet“ in den Wald, wie die WAZ meldet. Grund für die Vorsichtsmaßnahme sind die Wölfe, die auch im Landkreis Gifhorn mittlerweile, wie es auf der Internetseite des Landkreises heißt, „vereinzelt festgestellt“ wurden. Ja, lesen die keine Zeitung? Alle unsere selbsternannten Wolfsexperten versichern uns doch seit Jahren, dass die berühmte „natürliche Scheu“ des Wolfs unfehlbar gewährleiste, dass man so gut wie nie einen Wolf in freier Wildbahn zu Gesicht bekommt, und wenn doch, dann würde er schleunigst das Weite suchen! Glauben die das etwa nicht? Und dann: Tränengas wegen ein paar „vereinzelt festgestellter“ Wölfe – was sollen denn die Verantwortlichen in der Lausitz dann machen? Kalaschnikows an die Bevölkerung ausgeben?

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Sachsen: 71 gemeldete Nutztierrisse in 2016, Wölfe auf Futtersuche im Siedlungsgebiet

Das „Kontaktbüro Wölfe in Sachsen“ (vorm. Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz“, s.u.) hat einen Jahresrückblick zur Verbreitung der Wölfe in Sachsen herausgegeben. Demnach wurden im Monitoringjahr (MJ) 2015/2016 im Freistaat Sachsen 15 Rudel, 3 Paare und ein territoriales Einzeltier nachgewiesen (siehe Karte). Von diesen 19 Territorien konnten bisher 17 auch im laufenden Monitoringjahr bestätigt werden. Vom Cunewalde Rudel gibt es aktuell keine Nachweise mehr. Im Raum Spremberg ist es im aktuellen Monitoringjahr zu Verschiebungen zwischen angrenzenden Wolfsterritorien gekommen. Derzeit wird versucht über das Monitoring abzuklären, welche Wölfe im Gebiet zwischen Schleife und Spremberg unterwegs sind und ob das Spremberger Rudel noch existiert. Der Status in den Territorien Cunewalde und Spremberg ist derzeit unklar.

Im Raum Bernsdorf wurde im letzten Monitoringjahr ein markierendes Paar nachgewiesen. Der Rüde wurde im Oktober bei Kamenz tot aufgefunden. Einige Tage später wurde bei Bernsdorf ein Welpe angefahren und auf Grund seiner Verletzungen eingeschläfert. Die Vermutung, dass er ein Nachkomme des Bernsdorfer Wolfspaares sein könnte, bestätigte sich nicht. Bei der genetischen Untersuchung konnte der Welpe keinen genetisch bekannten Wölfen zugeordnet werden. Da in diesem Gebiet aktuell erneut ein Wolfspaar bestätigt wurde, muss es hier zu einem Wechsel gekommen sein. Aktuell wird versucht über genetische Untersuchungen festzustellen, ob der tote Welpe dem neuen Wolfspaar zuzuordnen ist und ob es sich bei diesem um dieselben Tiere handelt, die auch im Gebiet um Senftenberg (Brandenburg) nachgewiesen wurden.

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Umweltministerin lehnt „beschränkte Abschussfreigabe“ von Wölfen ab

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat auf die Forderung des Bundesagrarministers Christian Schmidt (CSU) nach einer beschränkten Abschussfreigabe für Wölfe (JAWINA berichtete) reagiert. Gegenüber den Ruhr-Nachrichten erklärte die Umweltexpertin (Hendricks studierte Geschichte und Sozialwissenschaften auf Lehramt und promovierte über die Entwicklung der Margarineindustrie am unteren Niederrhein), die zuletzt mit Forderungen nach einer Elektroauto-Quote und Fahrverboten für Diesel-Fahrzeuge in Erscheinung getreten war, dass die Entnahme einzelner Wölfe, die immer wieder Nutztiere rissen oder sich Menschen gegenüber auffällig verhielten, „ja bereits erlaubt“ sei. Die geltende Rechtslage reiche daher völlig aus, eine „wie auch immer beschränkte Abschussfreigabe“ sei nicht erforderlich. SE

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CDU fordert „Regulierung“ des Wolfsbestands

Todesdrohungen gegen Wolfsgeschädigte

Die CDU-Landtagsfraktionen in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern fordern eine Bejagung des Wolfs. Die Agrarexpertin der CDU in MV, Beate Schlupp (Beitragsbild), erklärte gegenüber dem Nordkurier, dass sie eine „wissenschaftlich fundierte Bestandsobergrenze für Wölfe“ für notwendig halte. Angesichts der wachsenden Wolfspopulation sei mit einer Zunahme von Nutztierrissen zu rechnen. Im Hinblick auf die massiven Drohungen von Wolfsfreunden gegen den Sohn eines Damwildhalters, der bei einem Wolfsangriff zehn Tiere verloren hatte, sagte Schlupp, die Auseinandersetzungen zwischen Wolfsfreunden und Geschädigten würden jetzt schon „kaum noch sachlich“ geführt, eine Lösung werde noch schwerer zu finden sein, wenn die Schäden zunähmen.

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Neues Wolfsrudel in der Lüneburger Heide

Brandenburg: Traktorfahrerin filmt Wolf mit gerissenem Reh

In der Lüneburger Heide ist ein weiteres Wolfsrudel nachgewiesen worden, wie der NDR berichtet. In Niedersachsen sind damit zehn Wolfsrudel offiziell bekannt. In den Naturschutzgebieten der Lüneburger Heide soll jetzt der Herdenschutz der für die Landschaftspflege unentbehrlichen Heidschnucken verbessert werden.

Bei Proschim in der Niederlausitz (Landkreis Spree-Neiße) hat eine Traktoristin einen Wolf gefilmt, der mit einem gerissenen Reh im Fang über das frisch gemulchte Grünland zieht. Das Video gibt es bei der MAZ zu sehen. Die Chefin des Agrarbetriebs beklagt gegenüber der MAZ, dass sie sieben bis zehn Kälber im Jahr durch Wölfe verliere und das Wolfsmanagement zu bürokratisch und langwierig sei. Es sei verantwortungslos, dass der Wolf nicht reguliert werde. SE

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Norwegen: Weniger Wölfe zum Abschuss freigegeben

Norwegen gibt weniger Wölfe zum Abschuss frei, als ursprünglich geplant war. Ursprünglich wollte Norwegen fast zwei Drittel der einheimischen Wolfspopulation von ca. 70 Stück abschießen lassen (JAWINA berichtete). Nun gab der norwegische Umweltminister Vidar Helgesen jedoch bekannt, dass nur 15 Wölfe freigegeben werden. Eine weitergehende Dezimierung würde nationale Gesetze, aber auch die Berner Konvention zum Erhalt von Wildtieren und ihrer natürlichen Lebensräume verletzen, sagte Helgesen der österreichischen Tageszeitung Der Standard zufolge. Eine Sprecherin des norwegischen WWF wird vom Standard mit der Aussage zitiert, die Herabsetzung der Abschussquote sei „unser schönstes Weihnachtsgeschenk.“

Lesenswert ist der auch vom Standard verlinkte Statusbericht zur Skandinavischen Wolfspopulation im Erfassungszeitraum Winter 2015 – 2016, den P. Peuker zusammengefasst und übersetzt hat (und auf den wir bereits von anderer Seite hingewiesen wurden, vielen Dank dafür!). SE

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„Entnahme“ des Rathenower Wolfs genehmigt

Das Landesamt für Umwelt (LFU) Brandenburg hat vorsorglich einen Antrag auf eine „artenschutzrechtliche Ausnahme nach § 45 Abs. 7 Nr. 4. im Interesse der öffentlichen Sicherheit zum Fangen bzw. Töten eines Wolfes im Stadtgebiet von Rathenow“ gestellt. Aufgrund der potenziellen Gefahrenlage wurde um sofortige Genehmigung des Antrags gebeten, falls der Wolf „erneut im Stadtgebiet verhaltensauffällig auftritt.“ Es lägen Schilderungen von Bürgern vor, die nahelegten, dass es sich um ein verhaltensauffälliges Tier handle, so das LfU. Die nach dem Wolfsmanagementplan erforderliche Abstimmung mit dem Landwirtschaftsministerium sei bereits erfolgt.

Das LfU begründet den Antrag mit Schilderungen des Schulleiters einer Grundschule in Rathenow, in deren Umgebung der Wolf am 13. und 14. Dezember gesichtet worden war: Einem elf Jahre alten Mädchen habe sich der Wolf bis auf zwei Meter genähert. Anschließend sei er zurückgewichen, habe das Mädchen dann aber „umkreist“ und „beschnuppert“, bevor er sich zurückzog. Die Leiterin einer Kindertagesstätte berichtete, „dass sie vom Fenster aus mitten am Tag, als die Kinder in einer Beschäftigungsstunde im Hause waren, im Garten einen Wolf beobachtetete, der dort Äpfel unter einem Baum fraß.“ Das LfU weist daraufhin, dass der Verzehr von Äpfeln durch Wölfe nichts Ungewöhnliches sei. Auch auf Komposthaufen im Stadtgebiet habe der Wolf nach Freßbarem gesucht. Darüber hinaus lägen weitere Beobachtungen und Belege aus dem Rathenower Stadtgebiet vor.

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Unheimlich nah dran

Die folgende kleine Geschichte zunächst einmal aus meiner Perspektive: Rahmenhandlung: Eine Drückjagd in Brandenburg. Ich gehe mit dem Revierförster durch. Das Telefon des Försters klingelt. Ein Jagdgast ruft an: „Ja? Was? Nicht schlecht… Soll ich Ihnen jemand vorbeischicken? Nein. Gut. Na dann, alles Gute!“ Telefonat beendet. „Der sitzt auf der 249“, sagt der Förster, „Das ist ein Erdsitz. Und an dem sind gerade in 20 Meter Entfernung sechs Wölfe vorbeigezogen. Fühlt sich wohl gerade ein bisschen unbehaglich.“

Auf der 249 saß an diesem Tag Eckhard G., ein allseits geschätzter Jagdgast, der seit vielen Jahren bei den Drückjagden hier dabei ist. Ich habe ihn gebeten, diese Nahbegegnung aus seiner Sicht zu schildern – hier ist seine Geschichte: „Erst kamen sie den Hang hoch. Sie zogen auf die Schneise, wo vor einer halben Stunde noch drei Rehe anwechselten. Auf der Schneise schoss ich ein Kitz. Genau fünf Meter hinter dem toten Stück überquerten die Wölfe die Schneise. Da machte ich mir schon Gedanken: Wenn sie mir mein Kitz wegnehmen, was dann? Soll ich es verteidigen? In die Luft ballern?“ In Eckhards Nachricht steht hinter den Fragezeichen jeweils ein Smiley… „Nein, sie zogen alle sechs brav am toten Stück vorbei, dann um mich herum. Ich stand auf und machte noch Fotos im hohen Gras.

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Niedersachsen: Wölfe töten 23 Stück Damwild in Gatter

Landesbauernverband Brandenburg: Wolf „Existenzbedrohung für Weidehalter“

In Brockhimbergen (Landkreis Uelzen) sind Wölfe in ein Damwildgatter „gleich neben den Wohnhäusern“ eingedrungen und haben 20 Tiere getötet. Drei weitere wurden so schwer verletzt, dass sie später erschossen werden mussten. „Bestürzt“ zeigten sich Nachbarn, Jäger und andere Weidetierhalter, schreibt die az-online (siehe Link). Ein Alptraum sei wahr geworden, sagte der Leiter des Hegerings Himbergen der Zeitung. Anscheinend haben die Wölfe sich unter dem „mannshohen Zaun“ durchgegraben. Der NDR hat derweil den wahren Schuldigen ermittelt: Die Haltungsbedingungen hätten „die blutige Attacke ermöglicht“, das Damwild habe „verzweifelt zu fliehen versucht, konnte aber wegen der Umzäunung nicht entkommen.“ Der zuständige Wolfsberater hat den Schaden aufgenommen und DNA-Proben entnommen, die zur Zeit untersucht werden. Er geht dem NDR zufolge aufgrund des Schadensbilds von einem Wolfsangriff aus.

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Lothringen erlaubt Wolfsjagd

Durch einen Behördenerlass ist die Jagd auf Wölfe in 60 Gemeinden der französischen Region Grand Est (vormals Departement Meurthe-et-Moselle) ab sofort freigegeben worden. Das berichtet die Saarbrücker Zeitung (SZ). Grund sind die steigenden Schäden durch Übergriffe durch Wölfe auf Haustiere und die infolge steigenden Entschädigungen, die die Gemeinden Zahlen müssen. In 2015 und 2016 seien insgesamt 469 Tiere gerissen worden, so die SZ. Herdenschutzmaßnahmen hätten wenig gebracht. Bisher durften nur Warnschüsse zur Vergrämung von Wölfen abgegeben werden, nun sei eine regelrechte Jagd erlaubt.

Die Jäger und Tierhalter sollen zudem von der Wolfs-Brigade unterstützt werden, einem Team aus erfahrenen Jägern, das dem französischen Amt für Jagd und Wildtiere unterstellt ist und in Regionen mit hohen Wolfsschäden zum Einsatz kommt. Tierschützer haben eine Klage gegen die Freigabe der Wölfe angekündigt. Bereits 2014 war es den Tierschützern gelungen, vor dem Verwaltungsgericht Nancy ein Verbot der Wolfsjagd zu erreichen. Darüberhinaus kündigten die Tierschützer an, die Jagd „mit allen Mitteln“ stören zu wollen. Auch Wolfszählungen durch die französische Forstbehörde wurden der SZ zufolge auf diese Weise von militanten Tierschützern verhindert. SE

Beitragsbild: Gerissene Ziege. Foto: privat

Niedersachsen: Neuntes Wolfsrudel nachgewiesen

Wölfe im Raum Visselhövede – Fotofallenbilder belegen Präsenz von fünf Wölfen

Im Raum Visselhövede im Landkreis Rotenburg (Wümme) konnte nun mittels Fotofallenbildern die Präsenz von fünf Wölfen nachgewiesen werden. Der Nachweis gelang durch eine Serie von Bildern, die hintereinander fünf Wölfe aufgenommen haben. „Wir gehen von einem neuen Rudel aus – es wäre aktuell das neunte in Niedersachsen“, so Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. Allerdings sei behördlicherseits unter Berücksichtigung der nationalen Monitoringstandards  noch ein eindeutiger genetischer Nachweis zu erbringen. Die Landesjägerschaft Niedersachsen führt neben dem landesweiten, passiven Wolfsmonitoring bei unklaren Situationen im Rahmen ihrer Möglichkeiten und in Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Wolfsberatern und den Jägern vor Ort auch aktive Monitoringmaßnahmen durch. In der Vergangenheit konnten mithilfe dieser aktiven Maßnahmen so bereits die Rudel im Raum Gartow, im LK Cuxhaven sowie bei Wietzendorf bestätigt werden.

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AbL: Weidetierhaltung geht nur ohne Wölfe

„Bedrohung der Weidetierhaltung durch Wölfe in weiten Teilen Deutschlands“

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) setzt sich laut eigenem Bekenntnis für eine „effektive und konsequente Interessenvertretung, die unabhängig ist von Gentechnik-, Chemie-, Agrar- und Ernährungsindustrie, von Parteien und Verbänden.“ Ihr Ziel ist „eine umwelt- und sozialverträgliche Landbewirtschaftung und […] eine artgerechte Tierhaltung auf Bauernhöfen statt in Agrarfabriken.“ Die AbL „wird von den Grünen als Opposition zum Deutschen Bauernverband geliebt und gehätschelt  – und nun sind sie noch radikaler als der Bauernbund in Brandenburg“, schreibt ein JAWINA-Leser in einer Mail an die Red. Der Bauernbund hatte kürzlich eine Regulierung der Wölfe gefordert und das Wolfsmanagement der Brandenburger Landesregierung als unzureichend kritisiert.

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Petra Ahne: Wölfe

Eine Kurzrezension von JAWINA-Leser JS:

Liebe Redaktion,

wieder ein kleiner Hinweis auf interessante einschlägige Literatur für Ihre schöne Internetseite: „Wölfe – ein Porträt“ von Petra Ahne, (Naturkunden bei Matthes & Seiz, Berlin).

Schon wieder ein Buch über Wölfe – muss das sein?! Muss nicht, aber kann – und wenn es ein so blickreiches Porträt ist, wie es Petra Ahne zeichnet, sogar gerne. Neben dem Wort streitet hier auch das Bild für die Lektüre des Büchleins: Keine beliebigen Wolfsfotos, sondern Stiche, Grafiken, Zeichnungen und Gemälde in feiner Sortierung. Ein von Außen unauffälliges, Innen aber um so gehaltvolleres Vergnügen. Ich habe es mir schon mal gewissermaßen als Vorschuss auf Weihnachten vorab selbst geschenkt und gebe den Tip gerne weiter.JS

JAWINA dankt für die Empfehlung und das Einverständnis zur Veröffentlichung!

Bibliografische Angaben:

Petra Ahne, Judith Schalansky (Hg.)
Wölfe
Ein Portrait

Reihe: Naturkunden
144 Seiten, Hardcover (gebunden)
Illustration: Falk Nordmann

Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-95757-333-9
Preis: 18,00 €

Niedersachsen: Reproduktionsnachweise bei Wölfen aus Bergen und Wietzendorf

Statusänderung auf dem Gelände Schießplatz Rheinmetall

Bei dem Wolfsrudel auf dem Truppenübungsplatz Bergen sowie bei dem Wolfsrudel im Raum Wietzendorf konnte Reproduktion nachgewiesen werden. Beide Nachweise gelangten über Fotofallenaufnahmen des Bundesforstbetriebes Lüneburger Heide in das Monitoring. Auf dem Truppenübungsplatz Bergen konnten vier, bei dem Wietzendorfer Rudel drei Welpen nachgewiesen werden. Letzteres Rudel scheint zudem sein Territorium in Richtung des Truppenübungsplatzes Munster-Süd verlagert zu haben – in diesem Bereich entstanden die Fotofallenbilder. Die Bestätigung, dass es sich bei den dort fotografierten Welpen um diejenigen des Wietzendorfer Rudels handelt, konnte mittels eines genetischen Nachweises geführt werden.

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Sachsen: Diskussion um Wolfsabschüsse

„Entfernung eines Wolfes oder mehrerer Wölfe kann als letztes Mittel ergriffen werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des „Kontaktbüros Wolfsregion Lausitz“ zum Herdenschutz im Bereich des Rosenthaler Wolfsrudels. Nutztierhalter werden aufgefordert, den Herdenschutz zu intensivieren. Die „Aktionsgruppe Wolf“ im LJV Sachsen unterstützt Forderungen des Bautzener Landrats nach Wolfsabschüssen in dem Gebiet, wie die Sächsische Zeitung berichtet.

Im folgenden die PM des Kontaktbüros im Wortlaut: „Im Bereich des Rosenthaler Wolfsrudels kam es vermehrt zu Übergriffen auf Schafe. Neben ungeschützten bzw. nicht ausreichend geschützten Tieren, waren auch solche, die nach den Anforderungen zur Gewährung von Schadenausgleichzahlungen (Mindestschutz) geschützt waren, betroffen. In letzteren Fällen wurden in den beiden Vorjahren vor allem Elektrozäune aber auch Festzäune überwunden. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, wurden im letzten Jahr die Schaf – und Ziegenhalter in der Region des Rosenthaler Rudels darauf hingewiesen, ihre Zäune zu kontrollieren und gegebenenfalls an den empfohlenen Herdenschutz anzupassen. Zugleich wurde „Flatterband“ (Breitbandlitze), welches ca. 20 – 30 cm über den Zaun gespannt wird, an die Tierhalter ausgegeben.

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Europaparlament stimmt Wolf-Pilotprojekt zu

Während der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) beim sächsischen Umweltministerium die – selbstverständlich abgelehnte – „Entnahme“ von Problemwölfen beantragt hat, weil diese sämtliche geförderten Schutzmaßnahmen inkl. 1,40 m hoher Zäune überwinden und Schäfer in ihrer Existenz bedrohen würden, während in Niendorf an der Rögnitz im mecklenburgischen Landkreis Ludwigslust-Parchim eine weitere Rinderherde von Wölfen angegriffen wurde, wobei eine Färse getötet wurde und im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald der freilaufende Hund eines Spaziergängers im Wald von Wölfen getötet worden sein soll, hat das Europaparlament einem Pilotprojekt zum Wolf zugestimmt. Es ist also zu erwarten, dass alle Probleme, die sich aus der Rückkehr der Wölfe ergeben, alsbald gelöst sein werden.

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