Schlagwort-Archive: Winter

Weidgerechtigkeit – Schnee von gestern?

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Unter dem unbestimmten Rechtsbegriff Weidgerechtigkeit wird alles subsummiert, was mit Jagdethik und Tierschutz zu tun hat. Selbstverständlich hat sich das, was wir Jäger darunter verstehen, im Laufe der Zeit und mit dem Zugewinn wildökologischer und wildbiologischer Forschungsergebnisse und deren Umsetzung in die jagdliche Praxis gewandelt. Die Grundidee eines pfleglichen Umgangs mit Wild, das im Brandenburger Jagdgesetz (noch) als „wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur“ bezeichnet wird, muss aber nach wie vor Grundpfeiler unseres Verständnisses von der Jagd bleiben. Man kann es auch so ausdrücken: Jagd muss ökosystemgerecht sein.

Vor allem bei verschiedenen Landesforsten und bei einigen Privatwaldbesitzern hat jedoch ein Paradigmenwechsel zu „Wald vor Wild“ stattgefunden hat, in den letzten Jahren auch und vor allem von der Notwendigkeit zur Begründung „klimastabiler Mischwälder“ motiviert. Das Credo ist eine sogenannte „ökologische Jagd“. Von Ökologie verstehen die Protagonisten dieser Lesart anscheinend wenig, von Ökonomie umso mehr. Was heißt eigentlich ökologische Jagd?
Der Zoologe Ernst Haeckel hat 1866 die Ökologie als wissenschaftliche Teildisziplin der Biologie begründet. Der Begriff Ökologie bedeutet nicht mehr und nicht weniger als „Haushalt in der Natur“, womit sämtliche Wechselwirkungen von Arten (Menschen, Tiere, Pflanzen) untereinander und mit ihrer abiotischen Umwelt gemeint sind. Haeckels Definition lautete:
„Unter Oecologie verstehen wir die gesammte Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Aussenwelt, wohin wir im weiteren Sinne alle „Existenz-Bedingungen“ rechnen können. Diese sind theils organischer, theils anorganischer Natur; sowohl diese als jene sind, wie wir vorher gezeigt haben, von der grössten Bedeutung für die Form der Organismen, weil sie dieselbe zwingen, sich ihnen anzupassen.“

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Brandenburg: Änderung des Landesjagdgesetzes beschlossen

Rehböcke dürfen künftig im Winter geschossen werden, Abschusspläne für Rehwild entfallen.  Landesjagdverband kritisiert Änderungen.

Gegen die Stimmen der CDU-Fraktion ist heute im Brandenburger Landtag in Potsdam die Änderung des Landesjagdgesetzes beschlossen worden. Das neue Gesetz schafft die Ermächtigung für den zuständigen Minister, Jagdzeiten für Wild abweichend vom Bundesjagdgesetz verlängern und nach Jagdarten unterscheiden zu dürfen. Der zuständige Ausschuss muss lediglich informiert werden, ein Einvernehmen ist nicht herzustellen. Begründet wird dies mit dem Wunsch, künftig Rehböcke auch auf Treibjagden im Herbst und Winter schießen zu dürfen. Noch ist dies verboten. Der Gesetzgeber erhofft sich von der Jagdzeitverlängerung, dass mehr Rehe geschossen werden, um den Waldbau profitabler zu machen. Rehe fressen unter anderem die Triebe von Bäumen und mindern aufgrund teilweise hoher Populationen mancherorts den Ertrag.

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Milder Winter schafft Probleme im Forst

Höhere Holzerntekosten und Wegeschäden belasten Waldbesitzer

Erfurt, 20.02.2014: Der diesjährige milde Winter macht den Waldbesitzern im Freistaat zu schaffen. ThüringenForst, mit 200.000 ha flächengrößter Waldeigentümer, rechnet mit rund 10 % höheren Holzerntekosten. Außerdem klagen die Forstämter über Zusatzausgaben bei der Wegeinstandsetzung. Ungewöhnlich milde Witterungsbedingungen verhindern frostharte Waldböden. In Folge drohen Forstmaschinen einzusinken, die Holzernte muss vielfach abgebrochen werden. Auch an den Forstwegen entstehen aufgrund des mangelnden Bodenfrostes erhebliche Schäden, welche auch erst bei trockener Witterung wieder beseitigt werden können.

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Tierischer Energiesparmodus

Wildtiere wappnen sich für den Winter – der Mensch ist oft Störfaktor.

Ab Mitte Oktober wird das Nahrungsangebot im Wald knapper, die Nachttemperaturen sinken immer öfter unter null Grad. Die Tiere des Waldes bereiten sich jetzt auf den Winter vor, das große Energiesparen im Wald steht an. Dabei hat jede Art ihre eigene Überlebensstrategie. Ein hochinteressantes Neben- und Miteinander von Freund und Feind, bei dem auch der Mensch eine wichtige Rolle spielt.

„Igel, Haselmaus und Siebenschläfer haben die markanteste Überlebensstrategie: Sie verschlafen vier bis sieben Monate lang einfach den kalten Winter in einem sicheren Versteck auf oder im Waldboden“, erläutert ThüringenForst-Vorstand Henrik Harms. Die Winterschläfer senken ihre Körpertemperatur, setzen den Stoffwechsel drastisch herab und verbrauchen so ein Minimum an Energie. Und wenn der Winter nicht zu lange ist, reichen die im Herbst angelegten körpereigenen Fettreserven auch aus.

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Kalter Hund

Was beim Hundeeinsatz bei eisigen Temperaturen zu beachten ist, damit die Gesundheit des Vierläufers keinen Schaden nimmt.

Text und Fotos: Stephan Elison

Schon beim Zuschauen sprießt die Gänsehaut: Immer wieder stürzt sich die passionierte Hündin in den eisigen Tümpel, an dessen Ufer schon eine dünne Eisschicht glitzert und apportiert unermüdlich Ente um Ente. Danach noch einige Nachsuchen an Land, Raureif färbt das durchnässte Fell des Hundes weiß.

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