Schlagwort-Archive: Windkraft

Regierungspräsidium Freiburg: Windräder „keine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes“

​Das Regierungspräsidium Freiburg (RP) hat die ablehnende naturschutzrechtliche Entscheidung des Landratsamtes Ortenaukreis zu den von der EnBW geplanten Windkraftanlagen in den Landschaftsschutzgebieten „Oberes Achertal“ und „Lierbach und Kniebisstraße“ in den Gemeinden Oppenau und Lautenbach aufgehoben. Die Widerspruchsbehörde in Freiburg ist der Auffassung, dass die geplanten Windräder nicht gegen die Landschaftsschutzverordnungen der dortigen Landschaftsschutzgebiete verstoßen. Deshalb könne eine Befreiung vom Verbot baulicher Anlagen im Gebiet erteilt werden. Diese Befreiung gilt nur für diese konkreten Anlagen und nur für die Dauer der beantragten immissionsschutzrechtlichen Genehmigung.

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Brandenburg: Mehr als zwanzig Vogelarten durch Windkraft bedroht

Neben Schreiadler, Rotmilan und Mäusebussard sind mehr als zwanzig weitere Vogelarten durch WIndkraftanlagen in ihrem Bestand bedroht, wie eine jüngst aktualisierte Studie der Vogelschutzwarte Brandenburg belegt. Allein in Brandenburg fallen jährlich etwa 300 Rotmilane den Rotoren der Windkraftanlagen zum Opfer, ca. 1500 Rotmilane sterben jährlich in deutschen Windparks. Hinzu kommen Verluste durch Horstzerstörungen krimineller Windkraftprofiteure.  Da mehr als 50 Prozent des weltweiten Rotmilanbestands in Deutschland heimisch sind, trägt Deutschland eine besondere Verantwortung für Schutz und Erhaltung dieser Art.

Den stark gefährdeten Schreiadler betreffend resümiert die Studie der Vorgelschutzwarte: „Kaum systematische Totfundsuche an problematischen Standorten. Im deutschen Verbreitungsgebiet der Art existierten Ende 2015 etwa 1.700 WEA [Windenergieanlagen], von denen die Masse noch nie systematisch untersucht wurde (LANGGEMACH 2017). Aktuell ist nur noch ein geringer Anteil der Brutplätze weiter als 6 km vom nächsten WP [Windpark] entfernt, und über 30 Brutplätze (von derzeit ca. 110) haben sogar WEA im 3-km-Radius (BELLEBAUM et al. 2016). Mit hohem Kollisionsrisiko ist zu rechnen, wodurch das Risiko eine für die Population verkraftbare Schwelle von 1 bis 2 Altvogelverlusten pro Jahr (alle Todesursachen kumulativ!) zu überschreiten, steigt.“ SE

Beitragsbild: Toter Mäusebussard vor Windrad. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

Wie großzügig: Windparkbetreiber schenkt Jägern einen Hochsitz

Der Cottbuser Windparkbetreiber UKA, laut Eigenwerbung „der Experte für Wind im Wald“ hat sich bei der Jagdgenossenschaft Bönitz-Kauxdorf „für die bisherige gute Zusammenarbeit“ bedankt, indem sie einen (in Ziffern: -1-) Hochsitz spendierte. Der Lausitzer Rundschau zufolge ist UKA seit 2003 in dem Gebiet der Jagdgenossenschaft tätig und hat dort einen Windpark mit 20 Rotoren errichtet. Der freigebig spendierte Hochsitz für die jahrelange Mitwirkung der Jäger bei der Verspargelung ihres Reviers und die daraus generierten Einnahmen ist als überaus edelmütiges, vielleicht gar verschwenderisches Entgegenkommen zu werten. Ein Drückjagdbock hätte es doch auch getan. Die ewige tiefe Dankbarkeit der Weidgenossen ist dem Windparkbetreiber jedenfalls sicher. SE

Beitragsbild: Windkraft im Wald. Foto: SE

DeWiSt: Neues Bundesnaturschutzgesetz legalisiert Tötung von Wildtieren

Deutsche Wildtier Stiftung kritisiert: Bauvorhaben und Windkraft stehen künftig über Artenschutz

Wenn Windkraftanlagen ohne Rücksicht auf geschützte Arten wie Fledermäuse und Rotmilan errichtet werden, kommen sie unter die Räder. Denn Natur- und Artenschutz stören häufig, wenn es um wirtschaftliche Interessen geht. Mit der gestern am späten Abend beschlossenen Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes hat die Bundesregierung kurz vor der parlamentarischen Sommerpause Tatsachen geschaffen: Auf Betreiben des Bundesumweltministeriums wurde eine Neuregelung beschlossen, die bei Baumaßnahmen wie z.B. von Windkraftanlagen geltendes Gesetz zum Schutz von Arten aufweicht. Viele Arten stehen aufgrund der intensiven Landnutzung in Deutschland ohnehin schon enorm unter Druck – nun verschärft sich die Situation weiter. Tote Adler unter Windenergieanlagen, Feldhamster unter Beton eingeschlossen –  in Zukunft kaum mehr ein Problem.

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Brandenburg: Seeadlerhorst in Windeignungsgebiet zerstört

In dem geplanten Windeignungsgebiet Mittenwalde in der Uckermark ist ein gerade erst entdeckter und kartierter Seeadlerhorst zerstört worden. Wie der rbb berichtet, wurde eine 60 Jahre alte Douglasie mit einer geräuschlosen Handsäge gefällt. Der Stamm des Baums weist Spuren von Steigeisen auf. Vermutlich haben die Täter vor dem Fällen des Baums Eier oder Nestlinge der streng geschützten Seeadler entfernt, um keine Spuren zu hinterlassen. In Windeignungsgebieten kommt es immer wieder zu Horstzerstörungen (JAWINA berichtete, siehe auch hier und hier). SE

Beitragsbild: Toter Bussard vor Windrad. Foto: SE

„Kriminelle Methoden“

Zu den Hintergründen der gemeinsamen Presseerklärung von DJV und DFO über Horstzerstörungen in Windkraft-Planungsgebieten und zur Beteiligung von JAWINA.

Immer wieder landeten Meldungen über Horstzerstörungen in geplanten Windkraftgebieten im Posteingang der JAWINA-Redaktion, immer wieder war festzustellen, dass diese empörenden kriminellen Machenschaften selten Beachtung über die Lokalberichterstattung hinaus erfuhren. Deshalb kam ich auf die Idee, bei der Pressestelle des Deutschen Jagdverbands anzufragen, ob mit einer Pressemitteilung dem Thema nicht mehr Aufmerksamkeit verschafft werden könnte, als es ein Bericht in einem Fachblog – selbst einem so viel gelesenen wie JAWINA – vermöchte. Die Anregung wurde beim DJV dankenswerter Weise aufgenommen und um den Vorschlag erweitert, weitere Verbände zur Erhöhung der Schlagkraft einzubinden.

JAWINA dankt dem Deutschen Jagdverband und dem Deutschen Falkenorden für die gute und hoffentlich wirkunsgvolle Zusammenarbeit. Ein großes Dankeschön geht auch an die engagierten Naturschützer und „Hobby-Ornithologen“ Bettina und Norbert Kern, die mir dem Interview, Sachberichten, Fotos und Dokumenten zu dieser Pressemitteilung beigetragen haben. Norbert und Bettina Kern positionieren sich öffentlich für den Schutz unserer Natur und nehmen dafür persönliche Anfeindungen und Nachteile in Kauf. Ich empfinde großen Respekt vor ihrer Haltung und ihrem Engagement. Bettina Kern erhebt schwere Vorwürfe gegen Behörden, die Anzeigen nicht verfolgen, gegen Politiker, die die Verspargelung schützenswerter Natur vorantreiben und gegen die skrupellosen Machenschaften der Windkraft-Lobby. Zur Dokumentation veröffentlichen wir im Folgenden weitere Materialien, die uns von Familie Kern übermittelt wurden. Aus Datenschutzgründen haben wir einige Stellen geschwärzt, andere hervorgehoben.

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Horstzerstörungen: „Dauerhafte Tabuzonen für Windenergieanlagen errichten“

Bettina und Norbert Kern haben zerstörte Greifvogelhorste in Windenergie-Planungsgebieten in der Umgebung der Gemeinde Ivenack (Mecklenburg-Vorpommern, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) dokumentiert. JAWINA hat mit den Naturschützern und Hobby-Ornithologen gesprochen.

Ein intakter Horst bei Ivenack Beitragsbild oben) und die Überreste des zerstörten Horsts. Fotos: B. u. N. Kern

JAWINA: Wie sind Sie auf illegale Nestzerstörungen in Ivenack aufmerksam geworden?

Bettina und Norbert Kern: Insgesamt waren es sieben verschwundene Horste in unserer Region. Diese Region wurde von einigen Leuten aus unserer Bürgerinitiative ehrenamtlich kartiert und die Horststandorte an die dementsprechenden Behörden weitergeleitet. Durch regelmäßige Kontrollen in den folgenden Jahren wurde das Fehlen der Horste bemerkt. 2015 verschwand ein Rotmilanhorst, 2016 verschwanden zwei Rotmilanhorste, ein Schreiadlerhorst, ein Bussardhorst und ein Horst ohne Zuordnung der Besetzung. 2017 verschwand ein Bussardhorst. Insgesamt also sieben Horste.

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Kritik an geplanter Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes

Vor Weihnachten geht es alle Jahre wieder um Plätzchen und Pakete, Gänse und Geschenke oder Karten für das Weihnachtsoratorium. Da bleibt kaum Zeit im Kopf für anderes – wenn zum Beispiel eine geplante, höchst brisante Gesetzesnovelle zum Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ohne großes Aufsehen auf den Weg gebracht wird. Zentrale Belange des Naturschutzes sollen im Rahmen dieser Gesetzes-Novellierung bei der Errichtung von Windkraftanlagen außer Acht bleiben, klagt die Deutsche Wildtier Stiftung: „Die Novellierung führt zu einer dramatischen Verschärfung der Bedrohung von Vögeln und Fledermäusen durch Windenergieanlagen. Und das ist inakzeptabel“, sagt Professor Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung.

Die beabsichtigte Neufassung des § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes soll eine Lockerung des bisherigen Tötungs- und Verletzungsverbots von Tieren festschreiben, wenn eine „Beeinträchtigung unvermeidbar ist“. Unvermeidbare Beeinträchtigungen können im Sinne der Gesetzesnovelle bei dem Betrieb von Windrädern entstehen.

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Jäger unterstützen Volksbegehren: Keine Windkraft im Wald!

Der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) ruft zur Unterzeichnung des Volksbegehrens „Rettet Brandenburg“ auf. Bis zum 6. Juli werden 80.000 Unterschriften gegen Windkraftanlagen im Wald benötigt.

In Brandenburg entstehen immer neue Windkraftanlagen – zunehmend auch im Wald. Dem Ausbau stehen die Jägerinnen und Jäger Brandenburgs kritisch gegenüber. Mitte Mai beschlossen die Vertreter der rund 9.600 Mitglieder des Landesjagdverbands Brandenburg (LJVB) einstimmig die Unterstützung des Volksbegehrens „Rettet Brandenburg“. Kommen bis zum 6. Juli 80.000 Unterschriften zusammen, muss sich das Parlament mit der Forderung, keine weiteren WKA im Wald zu bauen, befassen. Lehnen die Delegierten ab, wäre ein Volksentscheid der nächste Schritt.

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