Schlagwort-Archive: Wildschaden

Österreich: ÖVP und Bauernbund bringen Burgenländer Jagdgesetz vor Verfassungsgerichtshof

Mitte Mai ist das von SPÖ, FPÖ und Grünen beschlossene novellierte Jagdgesetz im österreichischen Bundesland Burgenland in Kraft getreten. Wie der Kurier berichtet, hat die burgenländische ÖVP-Fraktion mit dem freien Abgeordneten Gerhard Steier die Anfechtung des umstrittenen Gesetzes vor dem Verfassungsgerichtshof eingebracht. Die SPÖ-Landesrätin Verena Dunst hatte das Gesetz, das unter anderem die Abschaffung der Jagdgatter bis zum Jahr 2023 vorsieht, als „modernstes Jagdgesetz Österreichs“ gepriesen. Die konservative ÖVP übte hingegen scharfe Kritik an dem Gesetz: „Das neue Jagdgesetz ist verfassungsrechtlich bedenklich, es zerschlägt ein bisher gut funktionierendes System und hetzt alle Beteiligten gegeneinander auf, heißt es auf der Internetseite der Partei.  Die ÖVP hält es für eine „schleichende Enteignung, dass das Jagdgesetz vorsieht, zehn Prozent des Erlöses aus dem  Jagdpachtvertrag für die Verhütung von Wildschäden „abzuzweigen.“ Der genaue Verwendungszweck sei unklar. Außerdem gebe es einen Selbstbehalt bei Jagdschäden und Höchsthaftungsgrenze in Höhe von 30 Euro pro Hektar, die dem Grundbesitzer erstattet werden sollen. Das sei „pure Willkür.“ Überdies hält die ÖVP es für verfassungsrechtlich problematisch, dass zwei Personen von der Landesregierung in den Landesjagdverband entsandt werden. Dies entspreche nicht dem Prinzip der Selbstverwaltung. Weiterlesen

„Sicherung der Biodiversität durch einen angemessenen Umgang mit Rotwild“

TU Dresden und Hegegemeinschaft entwickeln Managementkonzept für Rotwild im Erzgebirge

An der Technischen Universität Dresden läuft ein Projekt, dass sich der „Entwicklung eines integrierten Wildtiermanagementkonzeptes auf wildbiologischer Grundlage am Beispiel der Hegegemeinschaft Erzgebirge“ widmet. Das Forschungsvorhaben wird im Wesentlichen aus Mitteln der Jagdabgabe finanziert, einen großen Beitrag leisten aber auch die zahlreichen ehrenamtlichen Leistungen aller Beteiligten. Am 10. Juni wurde der erste Workshop mit den Mitgliedern der Hegegemeinschaft abgeschlossen.

Mittelfristig soll  zusammen mit der Hegegemeinschaft ein Wildmanagementkonzept erarbeitet werden, welches den Anforderungen der Land- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes, des Tierschutzes, des Tourismus und der Jagd gerecht wird und welches in der vorliegenden Konfliktlage zwischen forstlichen, jagdlichen und Artenschutzinteressen eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung darstellt.

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Urteil: Wisent-Verein muss Wildschäden verhindern und Schadensersatz zahlen

OLG Hamm entscheidet in zwei Wisent-Rechtsstreitigkeiten

Mit heute verkündeten Urteilen hat der 5. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm zwei Zivilrechtsstreitigkeiten über die im Rothaargebirge ausgewilderten Wisente entschieden und dabei aufgezeigt, welche weiteren (rechtlichen) Schritte notwendig sind, um den Streit der Parteien über die ausgewilderten Wisente abschließend zu entscheiden.

In den Rechtsstreitigkeiten klagen zwei Forstwirte aus Schmallenberg gegen den zum Zwecke der Auswilderung und Erhaltung von Wisenten im Rothaargebirge gegründeten Verein.
In beiden Fällen hat der Senat den beklagten Verein verurteilt, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass die freigelassenen Wisente und deren Abkömmlinge die auf den klägerischen Waldgrundstücken wachsenden Bäume – insbesondere Buchen – durch Schälen der Baumrinde oder auf andere Weise beschädigen, und die Verurteilung zugleich
unter den Vorbehalt gestellt, dass dem beklagten Verein für die von ihm beabsichtigten Maßnahmen zur Störungsbeseitigung die nach § 45 Abs. 7 Bundesnaturschutzgesetz erforderlichen Ausnahmegenehmigungen durch die nach Landesrecht für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörden erteilt werden.

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Wunschdenken und Wirklichkeit: Das Rotwild und der Wolf

Die Rückkehr des Wolfs wurde von Teilen der Forstpartie geradezu euphorisch begrüßt. Die Hoffnung war, dass der Wolf bei der Reduktion der verbeißenden Schädlinge fleißig mithelfen und Wildschäden minimieren würde. Inzwischen zeichnet sich ab, dass sich diese Hoffnungen nicht so ganz erfüllen werden. In den Wolfsgebieten schließt sich das Rotwild zu großen Angstrudeln zusammen, die schwer zu bejagen sind und in den Einständen massive Schälschäden verursachen, auch das Raumnutzungsverhalten des Rotwilds ändert sich durch die Anwesenheit des Wolfs. Ein Artikel in der Mai-Ausgabe der österreichischen Jagdzeitschrift „Anblick“ hat die Situation auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig im niederösterreichischen Waldviertel analysiert.

Im Vorjahr ist erstmals ein Wolfspaar auf dem 16.000 Hektar großen Areal des Truppenübungsplatzes nachgewiesen worden, sieben Wölfe ziehen zur Zeit auf dem Platz ihre Fährte, wie Redakteur Stefan Maurer berichtet. Den Rudeln von Rot- und Muffelwild kommt auf dem Truppenübungsplatz – ähnlich wie etwa im bayerischen Grafenwöhr –  die wichtige Aufgabe zu, die für die Schießübungen benötigten Freiflächen offen zu halten. Mahd oder Beweidung kommen wegen der von Blindgängern ausgehenden Gefahr nicht in Frage. Doch seit der Wolf auf den Offenflächen jagt, zieht sich das Wild in den Wald zurück – und geht dort zu Schaden. Die Wiederbewaldung von Kahlflächen, die durch Sturm, Borkenkäferbefall oder Eisbruch verursacht wurden, sei „zunehmend unmöglich“, stellt Maurer fest.

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Weidgerechtigkeit – Schnee von gestern?

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Unter dem unbestimmten Rechtsbegriff Weidgerechtigkeit wird alles subsummiert, was mit Jagdethik und Tierschutz zu tun hat. Selbstverständlich hat sich das, was wir Jäger darunter verstehen, im Laufe der Zeit und mit dem Zugewinn wildökologischer und wildbiologischer Forschungsergebnisse und deren Umsetzung in die jagdliche Praxis gewandelt. Die Grundidee eines pfleglichen Umgangs mit Wild, das im Brandenburger Jagdgesetz (noch) als „wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur“ bezeichnet wird, muss aber nach wie vor Grundpfeiler unseres Verständnisses von der Jagd bleiben. Man kann es auch so ausdrücken: Jagd muss ökosystemgerecht sein.

Vor allem bei verschiedenen Landesforsten und bei einigen Privatwaldbesitzern hat jedoch ein Paradigmenwechsel zu „Wald vor Wild“ stattgefunden hat, in den letzten Jahren auch und vor allem von der Notwendigkeit zur Begründung „klimastabiler Mischwälder“ motiviert. Das Credo ist eine sogenannte „ökologische Jagd“. Von Ökologie verstehen die Protagonisten dieser Lesart anscheinend wenig, von Ökonomie umso mehr. Was heißt eigentlich ökologische Jagd?
Der Zoologe Ernst Haeckel hat 1866 die Ökologie als wissenschaftliche Teildisziplin der Biologie begründet. Der Begriff Ökologie bedeutet nicht mehr und nicht weniger als „Haushalt in der Natur“, womit sämtliche Wechselwirkungen von Arten (Menschen, Tiere, Pflanzen) untereinander und mit ihrer abiotischen Umwelt gemeint sind. Haeckels Definition lautete:
„Unter Oecologie verstehen wir die gesammte Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Aussenwelt, wohin wir im weiteren Sinne alle „Existenz-Bedingungen“ rechnen können. Diese sind theils organischer, theils anorganischer Natur; sowohl diese als jene sind, wie wir vorher gezeigt haben, von der grössten Bedeutung für die Form der Organismen, weil sie dieselbe zwingen, sich ihnen anzupassen.“

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Oberösterreich: Jagdgesetz nach illegalen Luchsabschüssen verschärft

Aber: Entlastung bei Wildschäden für Jäger

Die illegalen Abschüsse von Luchsen in der Umgebung des Nationalparks Kalkalpen hat das österreichische Bundesland Oberösterreich zum Anlass genommen, das Jagdgesetz zu verschärfen. Für die Luchstötung sind ein Jäger und dessen Frau verurteilt worden. Künftig kann Jägern, die wegen einschlägiger Vergehen verurteilt wurden, die Jagdkarte für bis zu sieben statt bisher nur drei Jahre abgenommen werden. Auch soll ein Waffenverbot jetzt automatisch zum Verlust der Jagdkarte führen, wie der Standard berichtet.

Zugleich werden die oberösterreichischen Weidmänner aber bei den Wildschadensregelungen entlastet: Bisher war es dem Standard zufolge so, dass Grundeigentümer vor Gericht gern überzogene Wildschadensersatzforderungen stellten, wenn zuvor keine außergerichtliche Einigung über den Wildschaden erzielt worden war. Denn auch wenn dem Kläger letztlich nur ein Bruchteil der Streitsumme zugesprochen wurde, blieb der Jäger auf den Gerichtskosten sitzen, die nach der ursprünglich veranschlagten – und damit vom Kläger zu bestimmenden – Schadenshöhe festgesetzt wurden.

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Brandenburg: Jäger und Waldbesitzer einigen sich auf Verfahren zur Bewertung von Wildschäden

Nach schwierigen Verhandlungen haben sich Jäger und Waldbesitzer in Brandenburg auf ein einheitliches Verfahren zur Bewertung von Wildschäden im Wald geeinigt. Der Wildschadensfall und seine monetäre Bewertung sind dabei nur die letzte aller Möglichkeiten, heißt es in einer Pressemitteilung des Landesjagdverbands Brandenburg (LJVB). Am Mittwoch, den 23. November, soll der errungene Kompromiss in Eberswalde in Anwesenheit von Vertretern des Umweltministeriums, des LJVB und der Forstbehörde der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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„Griffige Instrumente“ – neues Jagdgesetz für den Kanton Solothurn

Der Schweizer Kanton Solothurn überarbeitet sein Jagdgesetz: Das Revierjagdsystem wird beibehalten. Aufhorchen lässt die Neuregelung des Wildschadens : Die Jäger zahlen weniger, dafür erhält der Kanton weitgehende Eingriffsrechte, wenn die Wildschäden aus dem Ruder laufen – ein Gesetz mit Modellcharakter?

Die  kantonsrätliche  Umwelt-,  Bau-  und Wirtschaftskommission (UMBAWIKO)   hat   dem   totalrevidierten Jagdgesetz  des  Kantons  Solothurn  mit  grossem  Mehr  zugestimmt, heißt es in einer Pressemitteilung des Kantons. Darin heißt es weiter: Das  neue  Gesetz  trägt  den  veränderten  rechtlichen, jagdlichen  und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung.  Das  bisherige  Jagdgesetz  ist  mittlerweile seit  28  Jahren  in  Kraft.  Das  Gesetz wurde  über  die  Jahre  zwar  vereinzelt  angepasst,  aufgrund  von  veränderten rechtlichen,  jagdlichen  und  gesellschaftlichen  Rahmenbedingungen  drängte sich ein neues Gesetz jedoch auf. Gleichzeitig müssen die neuen Vorgaben des Bundes  in  den  Bereichen  Jagd,  Tierschutz  und  Waffenrecht  ins  neue kantonale   Jagdgesetz   übernommen   werden.   Unbestritten   und   daher beibehalten werden soll die Revierjagd als Jagdsystem des Kantons Solothurn.

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LJVB: Wolf sorgt für steigende Wildschäden

Die Züllsdorfer Jäger (Landkreis Elbe-Elster) sind besorgt über die Zunahme von Wildschäden vor dem Hintergrund einer wachsenden Wolfspopulation. Jagdvorsteher Dorsten Höhne schrieb daraufhin einen Brief an Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger. Die Antwort von Andreas Piela, Leiter des Referats für Arten- und Biotopschutz, hilft nicht weiter, klagt der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) in einer Pressemitteilung: Ausgangspunkt der Besorgnis war die Höhe der Wildschäden in der Züllsdorfer Feldflur. „Trotz erhöhter Aktivität schaffen es unsere Jäger kaum noch, die Schäden in erträglicher Höhe zu halten.“, schrieb Jagdvorsteher Höhne dem Minister. Zur Erklärung fügte er hinzu, dass sich mit der Etablierung eines Wolfsrudels in der Annaburger Heide insbesondere das Rotwild anders verhält. Die weiblichen Tiere – Kahlwild genannt – bilden Großrudel von 70 bis 120 Stück und sind bereits tagsüber auf den Feldern aktiv. Außerdem wechselt das Wild die aufgesuchten Flächen ständig und unvorhersehbar. Sobald die Jäger feststellen, dass das Großrudel da war, sei es in den meisten Fällen schon zu spät. Und niemand könne erwarten, dass die Jäger täglich rund um die Uhr an allen gefährdeten Flächen anwesend sind.

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Jagdpachtverträge: Augen auf bei der Unterschrift

Wichtige Empfehlungen zum Abschluss und zur Verlängerung von Jagdpachtverträgen – ein Gastbeitrag von Rechtsanwalt Jens Ole Sendke

Zu Beginn des Jagdjahres 2016/17 werden von vielen Jägern Jagdpachtverträge neu abgeschlossen. Leider werden hierbei häufig Fehler gemacht, die zur Unwirksamkeit der Verträge führen können. Kritisch sollte auch die Verlängerung alter Pachtverträge gesehen werden. Dabei besteht die Gefahr, dass Fehler des alten Vertrages unnötig fortgeschrieben werden. Auch die aktuellen jagdlichen Rahmenbedingungen sollten in neuen Pachtverträgen ihren Niederschlag finden.

Beim Abschluss von Jagdpachtverträgen besteht grundsätzlich Vertragsfreiheit. Jagdpachtverträge können zwischen den Vertragsparteien frei ausgehandelt werden, soweit sie nicht gegen gesetzliche Verbote verstoßen. Es müssen keine Musterverträge verwendet werden. Diese sind in vielen Fällen ohnehin veraltet, enthalten unwirksame Klauseln und berücksichtigen die individuellen oder örtlichen Erfordernisse nicht.

Zu den häufigsten Fehlern bei Abschluss von Jagdpachtverträgen gehört, dass der Pachtgegenstand nicht genau beschrieben wird. Nach der Rechtsprechung verstößt es gegen das gesetzliche Schriftformerfordernis, wenn der Pachtgegenstand in der Vertragsurkunde nicht so beschrieben ist, dass ein Außenstehender die Jagdbezirksgrenzen erkennen kann. Dieser Fehler führt zur Nichtigkeit des Vertrages. Er kann vermieden werden, indem eine genaue Karte mit den eingezeichneten Grenzen oder eine Flächenliste Bestandteil der Vertragsurkunde ist. Diese Unterlagen sind mit dem eigentlichen Vertrag fest zu verbinden und von den Vertragsparteien zu unterzeichnen. Beachtet werden sollte auch, dass ausschließlich Einzelpersonen (auch mehrere) Jagdpächter werden können. Pächtergesellschaften oder andere Vereinigungen sind grundsätzlich nicht jagdpachtfähig.

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„Die Schäden sind horrend“

Folgen des Jagdverbots: Dramatische Entwicklung der Graugansbestände in den Niederlanden

Wildgänse haben die Niederlande zum Fressen gern, die Schäden durch Graugänse auf landwirtschaftlichen Flächen sind zwischenzeitlich explodiert: 2014 lagen die staatlichen Ausgleichszahlungen bei 16 Millionen Euro – ein Rekordwert. Hauptursache sind die enorm gestiegenen Brutvogel-Bestände, rund 70.000 Graugans-Paare brüteten 2014 in den Niederlande. Von 1985 bis 2011 verzeichneten Wissenschaftler eine Steigerung von 2.000 Prozent. Jetzt zieht die Niederländische Regierung die Notbremse: Flugunfähige Jungvögel sowie Altvögel in der Mauser werden regional zusammengetrieben und vergast. Mehrere Zehntausend Tiere sollen es jährlich werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) lehnt die Vergasung von Wildgänsen zur Bestandsentwicklung vehement ab, die Methode ist nicht vereinbar mit den Grundsätzen des Tierschutzes. Für Deutschland fordert der DJV eine weiterhin nachhaltige Bejagung von Gänsen, um eine Situation wie in den Niederlanden zu vermeiden. Gänsejagd ist eine legitime Form der Nutzung natürlicher Ressourcen, wie sie in internationalen Artenschutzabkommen ausdrücklich anerkannt wird.

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NRW: Landwirt klagt erfolgreich auf Schonzeitaufhebung für Sommergänse

Der 16. Senat des Oberverwaltungsgerichts NRW hat entschieden, dass der Landesbetrieb Wald und Holz verpflichtet gewesen ist, die Schonzeit für nicht brütende Grau-, Nil- und Kanadagänse sowie Gössel dieser Wildarten von April bis Mitte Juli 2011 und 2012 in bestimmten Jagdbezirken aufzuheben. Er gab damit der Klage eines Landwirts aus dem Kreis Wesel statt, der entsprechende Anträge auf Schonzeitaufhebung mit der Begründung gestellt hatte, die sog. Sommergänse (Gänse, die sich ganzjährig am Niederrhein aufhalten und auch dort brüten), hätten sich in den letzten Jahren explosionsartig vermehrt und auf seinen Äckern insbesondere im Zeitraum von April bis Juli übermäßige Wildschäden angerichtet. Der landwirtschaftliche Betrieb des Klägers liegt in einem Gebiet, in dem die Jagd auf die Gänse grundsätzlich nur in der Zeit vom 16. Juli bis 14. Oktober zulässig ist. Nach Vernehmung mehrerer Sachverständiger ist das Oberverwaltungsgericht zu der Überzeugung gekommen, dass den Anträgen des Klägers zu entsprechen war.

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Das alternative Revier

Reduktion der Wildbestände unter wissenschaftlich belegte Bewirtschaftungsgrenzen, Bewegungsjagden und Verlängerung der Jagdzeiten werden als einzig wirksame Mittel gegen Wildschäden gepriesen. Ein Revier in der Schorfheide zeigt: Es geht auch anders. Trotz hoher, viele Forstleute würden wohl sagen, drastisch überhöhter Wildbestände, gibt es dort kaum Wildschaden. Warum? Weil dem Wild alternative Äsung zur Verfügung gestellt wird. Man muss das nicht als beispielhaft auffassen – eine Anregung, die landauf, landab als alternativlos und angeblich so ökologisch gepredigten Bewirtschaftungs- und Bejagungskonzepte zu überdenken, ist es allemal.

 „Es gibt in meinem Revier keine Drückjagden, keinen Forstschutz und trotzdem nur geringe Wildschäden“, behauptet Jürgen Sartori und ergötzt sich am Ausdruck von Staunen und Zweifel, die diese Worte zuverlässig auf die Mienen seiner Gesprächspartner zaubern. Und setzt noch eins drauf: Dabei gebe es einen ordentlichen Bestand an Rot-, Dam-, Muffel- und Schwarzwild. Alles Wild sei tagaktiv – auch das Schwarzwild. „Das glauben Sie nicht? Dann schauen Sie es sich doch an.“

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Jagdrevier unverpachtbar – Riesen-Minus für Gemeinde und Jagdgenossen

Landwirte und Waldbesitzer erhöhen wegen zunehmender Wildschäden den Druck auf die Jägerschaft – was dabei heraus kommt, lässt sich in der rheinland-pfälzischen Gemeinde Bettenfeld (Landkreis Bernkastel-Wittlich) betrachten: Seit der ehemalige Jagdpächter wegen ausufernder Wildschadensforderungen das Handtuch warf, ist die Gemeindejagd trotz hohem Waldanteil und reichem Wildvorkommen unverpachtbar. Die Gemeinde entwickelte daraufhin vor zwei Jahren ein Regiejagd-Modell: Ein Jagdleiter wurde eingestellt, der Begehungsscheine an interessierte Jäger ausgeben sollte. Jetzt hat die Gemeinde, wie der Triersche Volksfreund berichtet, für das Jagdjahr 2013/14 Bilanz gezogen – das Ergebnis ist vernichtend: Unterm Strich, Erlöse aus dem Verkauf von Wildbret und Begehungsscheinen bereits berücksichtigt, bleibt ein Minus in Höhe von 43.000 Euro, das Gemeinde und Jagdgenossen (also Grundstücksbesitzer) je zur Hälfte übernehmen müssen.

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RLP: Jäger klagt erfolgreich gegen Rotwild-Mindestabschussplan

Ein Jäger aus dem Vulkaneifelkreis (Rheinland-Pfalz) hat vor dem Verwaltungsgericht Trier erfolgreich gegen einen von der Unteren Jagdbehörde (UJB) der Kreisverwaltung festgesetzten Mindestabschussplan für das Rotwild in seinem Revier geklagt. Anlass für die Verfügung des Mindestabschussplans waren massive Wildschäden in dem Revier, die durch ein forstliches Verbissgutachten festgestellt worden waren. Im Widerspruchsverfahren vor dem Kreisrechtsausschuss hatte der Revierinhaber angeführt, in seinem Revier lebe überhaupt nicht genug Rotwild, als dass er den Mindestabschussplan erfüllen könne.

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NRW: Acht Wisente – 33.800 Euro Schaden

Seit ihrer Auswilderung im März 2013 bis zum Frühjahr 2014 haben die acht Wisente im Kreis Siegen-Wittgenstein Schäden in Höhe von 33.800 Euro verursacht. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Reiner Deppe an den nordrhein-Westfälischen Landtag hervor. Die Schadenssumme verteilt sich auf Landesforst (22.000 Euro) und Privatwald (11.800 Euro). Im Landeswald wurden 1200 geschädigte Bäume gezählt. Von den Schälschäden waren zu 90 Prozent Buchen betroffen.

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Algerien: Wildschweinplage nach Jagd- und Waffenverbot

Es gibt viele Beispiele dafür, dass Jagd- und Jagdwaffenverbote auf Dauer nicht praktikabel sind: Etwa die Vergasung flugunfähiger Gänse in den Niederlanden, die unhaltbaren Zustände in dem ebenfalls niederländischen Naturpark Oostvaardersplassen oder explodierende Wildschäden in Norditalien. Der Berliner Tagesspiegel bringt in einem kurzen, sehenswerten Video ein weiteres Beispiel: In Algerien waren Jagdwaffen verboten worden, weil die Regierung Terroristen fürchtete. Die Folge: Eine untragbare Wildschweinplage.Die Verbote mussten zurück genommen werden. SE

Zum Video geht es hier.

Bild: Screenshot der Tagesspiegel-Internetseite. Copyright: Tagesspiegel.

Nach Jagdverbot: Explodierende Wildschäden in Norditalien

Auf Betreiben von Umwelt- und Naturschutzverbänden wurde die Schwarzwildjagd im Piemont in der Jagdsaison 2012/2013 ausgesetzt. Jetzt zahlen vor allem die Landwirte in der norditalienischen Region die Zeche: Die Verluste in der Landwirtschaft werden für 2012 auf 500.000 Euro geschätzt, Entschädigungen flössen nur zögerlich, wie der italienische Bauernverband Cia beklagt.

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Rheinland-Pfalz: Landwirtschaftskammer fordert mehr Abschüsse

Scharfe Kritik an Anzeigenkampagne der Jägerschaft Ahrweiler

Der Präsident der rheinland-pfälzischen Landwirtschaftskammer, Norbert Schindler (CDU) hat von den Jägern höhere Abschusszahlen gefordert. Die hohen, überwiegend durch Schwarzwild verursachten Schäden in landwirtschaftlichen und zunehmend auch in weinbaulichen Kulturen seien für die Betriebe in den betroffenen Regionen eine erhebliche Belastung, die nur durch eine effektive Bekämpfung, sprich durch eine Erhöhung der Abschussquoten zu mindern sei. Trotz erheblicher Steigerungen bei den Abschusszahlen auch in diesem Jahr gebe es immer noch zu viele Wildschweine in Rheinland-Pfalz.

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Hessen: Jäger zu Rotwildabschuss verurteilt

Das Verwaltungsgericht Kassel hat die Pächter von fünf Pachtbezirken im Stadtwald Zierenberg verurteilt, mindestens drei Stück Rotwild pro Pachtbezirk zu schießen. Grund sind massive Wildschäden in sechsstelliger Höhe durch Rotwildschäle an Eschen im Stadtwald. Aufgrund der Wildschäden droht der Verlust der PEFC-Zertifizierung. Bereits 2011 waren Änderungen angemahnt worden. Daraufhin wurden Ruhezonen und Äsungsflächen geschaffen, was aber nicht den erwünschten Erfolg brachte.

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CDU: Wiederansiedlung des Wolfs hinterfragen

Die agrarpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern, Beate Schlupp (Bild, Foto: Landtag MV), weist erneut auf die Risiken einer Wiederansiedlung des Wolfes hin. Hintergrund ist das Inkrafttreten der Richtlinie zum Ausgleich von Schäden durch freilebende Wölfe. „Sollte sich der Wolf in Größenordnungen in Mecklenburg-Vorpommern etablieren, wird die Tierhaltung im Freiland künftig kaum noch möglich sein.“ Deshalb sei es angebracht, frühzeitig zu definieren, welche Größe der Wolfspopulation in Deutschland, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern als verträglich eingestuft werden könne.

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