Schlagwort-Archive: Urwald

EuGH verbietet Polen weitere Abholzung in Białowieża

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat unter Androhung eines Zwangsgeldes in Höhe von „mindestens 100.000 Euro pro Tag“ angeordnet, dass Polen die aktive Bewirtschaftung des Waldes von Białowieża unverzüglich einzustellen hat. Der Wald von Białowieża ist einer der besterhaltenen Naturwälder Europas, der durch große Mengen von Totholz und eine Vielzahl alter Bäume, die zum Teil über hundert Jahre alt sind, charakterisiert ist, so der EuGH. Im Jahr 2016 genehmigte der polnische Umweltminister eine Reihe von Maßnahmen, die vorgeblich der Bekämpfung des Buchdruckers, eines Forstschädlings galten. So wurden laut EuGH „eine Ausweitung der Holzgewinnung im Forstgebiet Białowieża und Maßnahmen der aktiven Waldbewirtschaftung in Gebieten [genehmigt], die bis dahin von Interventionen ausgenommen waren, wie Sanitärschnitte, Aufforstung und Verjüngungsschnitte. Daraufhin wurde mit der Beseitigung trockener und vom Buchdrucker befallener Bäume auf einer Fläche von etwa 34.000 Hektar des sich über 63.147 Hektar erstreckenden Gebiets Natura 2000 Puszcza Białowieska begonnen. Die EU-Kommission hat deshalb am 20. Juli 2017 eine Vertragsverletzungsklage erhoben, mit der sie beantragt, festzustellen, dass Polen gegen seine Verpflichtungen aus der Habitat- und der Vogelschutzrichtlinie verstoßen habe.

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Rasante Urwald-Vernichtung in Rumänien

Obwohl alle Urwälder in Rumänien seit 2008 unter strengem gesetzlichen Schutz stehen, geht die Urwald-Vernichtung weiter, wie die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur beklagt: Der aktuell entdeckte Fall im Fagarasch-Gebirge sei besonders gravierend, da die Holzeinschläge in Bereichen stattfinden, die den rumänischen Behörden seit dem Jahr 2005 als Urwaldgebiete bekannt sind: im Sinca-Urwald sowie im benachbarten Strambei-Tal. EuroNatur wurde lt. Wikipedia „im Europäischen Umweltjahr 1987 gegründet, initiiert vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und dem Naturschutzbund Deutschland (NABU).“ Diese Verbände setzen sich hierzulande dafür ein, Wirtschaftswälder aus der Nutzung zu nehmen, was den Bewirtschaftungsdruck auf Urwälder nicht nur in Rumänien erhöht.

Ein Teil des Sinca-Urwalds wurde von der rumänischen Regierung im Februar 2016 als Welt-Naturerbe nominiert und ist damit Teil einer europaweiten Nominierung von Buchen-Urwäldern als UNESCO-Welterbe der Menschheit. Der aktuelle Holzeinschlag im Sinca-Urwald verstößt damit nicht nur gegen geltendes Recht in Rumänien, sondern rückt auch die sehr begrüßenswerte Nominierung des Sinca-Urwalds als Weltnaturerbe in ein schlechtes Licht.  Zudem gelten für die Anerkennung als Weltnaturerbe strenge Vorgaben, die auch Eingriffe in den umgebenden Gebieten und Pufferzonen streng reglementieren.

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Kahlschlag in Europas letzten Urwäldern

In Deutschland wird immer mehr Wald aus der Nutzung genommen, darunter Wälder, die seit Generationen in vorbildlicher Nachhaltigkeit bewirtschaftet wurden. Dies geschieht, um ehrgeizige bis überspannte Naturschutzziele zu erreichen, wie die Schaffung neuer Urwälder in Deutschland. Die Folge ist, dass bei steigender Nachfrage nach Holz andernorts umso rücksichtsloser geerntet wird: Die Naturschutzorganisation EuroNatur beklagt den Kahlschlag der letzten „echten“ Urwälder Europas:  „Derzeit werden in Rumänien die letzten Urwälder unseres Kontinents abgeholzt und bisher schreitet niemand dagegen ein“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer der international tätigen Naturschutzstiftung EuroNatur. Ein Großteil der letzten Buchenurwälder, die es in der Europäischen Union heute noch gibt, befindet sich in Rumänien. Doch Woche für Woche werden dort Tausende von Bäumen legal und illegal gefällt. Das Holz wird ins Ausland und an große Holzbetriebe in Rumänien verkauft. Aktuell berichtet die rumänische Umweltorganisation Agent Green von Kahlschlägen in den Tarcu-Bergen. Das Gebiet ist als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen und damit Teil des europäischen Schutzgebietsnetzwerks. Dennoch wurden bereits ganze Hänge kahl geschlagen. Die noch verbliebenen Bäume sind  für die Rodung innerhalb der nächsten Wochen vorgesehen.

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Nutzung heimischer Hölzer kann Tropenwaldzerstörung bremsen

Internationaler Tag der Tropenwälder (am gestrigen 14. September) soll Verantwortung der Länder zeigen, die Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ernten.

Weltweit werden jährlich über 10 Millio­nen Hektar Wald – etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands – zerstört, ein Großteil hiervon in den Tropen. Durch die noch immer ungebremste Zerstö­rung dieses wichtigen Ökosystems in weiten Teilen Latein­amerikas, Afrikas und Südost­asiens hat sich der Anteil der Tropen­wälder inzwischen von 20 Prozent auf nur noch 7 Prozent der globalen Land­fläche verringert. Die Tropenwälder beherbergen 50 % aller weltweiten Tier- und Pflanzenarten, sind für das globale Klima von hoher Bedeutung und stellen nicht zuletzt Heimat für die indigene Bevölkerung dar.

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Höhere Artenvielfalt im Wirtschaftswald

Forscher der Universitäten von Bern und München stellten 2012 nach Vergleichsstudien im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Hainich fest: Wirtschaftswälder weisen mitunter einen höheren Artenreichtum aus als Urwaldflächen. Nicht nur die florale Artenvielfalt ist größer, auch die Zahl der Insekten ist in Wirtschaftswäldern höher. Ursache ist die durch stete forstwirtschaftliche Eingriffe vielfältigere Waldstruktur einerseits, andererseits die durch die naturgemäße Waldwirtschaft erzielte Erhöhung alter Baum- und Totholzanteile, die speziell Insekten und seltene Reliktarten fördern.

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