Schlagwort-Archive: Unfall

Österreich: Treiber bei Hundeprüfung angeschossen

+++ Österreich: Bergrettung rettet abgestürzten Jagdhund +++

Bei einer Jagdhundeprüfung im österreichischen Bundesland Kärnten hat ein 72 Jahre alter Teilnehmer an einer Jagdhundeprüfung einen ebenfalls an der Prüfung mitwirkenden 49jährigen Standtreiber angeschossen. Offenbar wurde gerade die Standruhe geprüft, bei der der an der Leine abgelegte Hund ruhig liegen bleiben muss, während sein Herr einen Schuss mit der Schrotflinte abgibt. Bei der Hundeprüfung im Bezirk St. Veit an der Glan hielt der Prüfling seine Flinte bereits entsichert in die Luft, als sein Hund aufsprang und losstürmte. Der Mann griff nach der Leine, wobei sich der Schuss löste. Zwar ging der Schuss in den Boden, doch der etwa 15 Meter entfernt stehende Treiber wurde von einigen Schrotkugeln getroffen. Wie der ORF berichtet, ist der Verletzte ins Krankenhaus nach Klagenfurt gebracht worden. Über die Schwere seiner Verletzungen ist nichts Näheres bekannt. SE

Beitragsbild: Hundeprüfung (Archivbild). Foto: SE

Südtirol: Jäger erschossen

Schlamperei mit tödlichem Ausgang: Im Trentino ist ein 71 Jahre alter Jäger an den Folgen einer Schussverletzung gestorben. Zu dem Unglück kam es laut stol.it, als eine Gruppe von Jägern in einer Jagdhütte in Vigo Rendena bei einem gemütlichen Abendessen beisammen saß. Dem Bericht zufolge zeigten sich die Jäger gegenseitig ihre Gewehre und begutachteten diese, als sich aus einer Waffe ein Schuss löste. Die Carabinieri ermitteln, man gehe jedoch „von einer Verkettung tragischer Umstände“ aus. SE

Beitragsbild: Waffe entladen? Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen, weil elementarste Sicherheitsvorschriften nicht beachtet werden. Foto: SE

Thüringen: Beim Hochsitzbau abgestürzt – Jäger schwer verletzt

Beim Bau einer Kanzel ist ein 55 Jahre alter Jäger bei Oberschöbling (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) abgestürzt und schwer verletzt worden. Bei der Montage verlor der Mann am Samstag gegen 15.30 Uhr das Gleichgewicht und stürzte ca. vier Meter in die Tiefe. Der aus dem Ilmkreis stammende Jäger zog sich bei dem Sturz schwere Verletzungen an Brustkorb und Hüfte zu. Er musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus in Bad Berka gebracht werden. SE

Beitragsbild: Nicht ungefährlich: Hochsitzbau. Foto: SE

Pistole unterm Kopfkissen – Jäger schießt sich ins Bein

Die – in diesem Fall vielleicht nicht völlig unberechtigte – Angst vor Einbrechern ist einen 21 Jahre alten Jäger aus der niedersächsischen Stadt Pattensen teuer zu stehen gekommen: Vor kurzem war in das Einfamilienhaus eingebrochen worden, in dem der 21jährige mit seinem Vater wohnt. Die unbekannten Täter hatten auf der Suche nach Beute den gesamten Hausstand verwüstet, wie die Bild-Zeitung berichtet. Als der Sohn nun in der Nacht auf Mittwoch allein in dem Haus übernachtete, legte er sich die geladene 9-mm-Pistole unter das Kopfkissen, die er als Jäger legal besaß. Als er morgens nach der Pistole tastete, löste sich ein Schuss, das Geschoss traf den Mann in den linken Oberschenkel. Ein Notarzt brachte den Verletzten ins Krankenhaus. Für die Polizei ist die Sache dem Bericht zufolge eindeutig ein Unfall, was jedoch nicht ausschließt, dass der Vorfall die waffenrechtliche Zuverlässigkeit des Verunglückten in Gefahr bringt. SE

Bild: Pistole (Symbolbild). Quelle: Wikipedia, Autor: MoserB

Sachsen: Jäger mit Schusswunde tot im Wald gefunden

In einem Waldstück bei Grimma ist ein Jäger am Dienstag tot im Wald gefunden worden. Der 67jährige war am Montag Nachmittag zur Jagd aufgebrochen und nicht zurückgekehrt. Angehörige machten sich auf die Suche, der Sohn des Verstorbenen fand ihn schließlich am Dienstag. Der Tote weis eine Schusswunde im Bauchbereich auf. Die Polizei geht bislang weder von einem Verbrechen noch von Freitod, sondern von einem Unglücksfall aus. Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung soll der Jäger sich den Bauchschuss durch unsachgemäßen Umgang mit seinem Jagdgewehr beigebracht haben. Die sterblichen Überreste des Mannes wurden zur Obduktion in das rechtsmedizinische Institut nach Leipzig verbracht. Die Ermittlungen dauern an. SE

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Gutachten zum Schießunfall in Westerbeck liegt vor

„Hülsen möglicherweise zu oft wiedergeladen“

In dem Fall des durch eine Explosion seiner Waffe auf dem Schießstand Westerbeck schwer verletzten Jägers (JAWINA berichtete) liegt jetzt der Bericht des Sachverständigen vor. Demnach kam es durch einen Materialfehler der Patronenhülse zu einem Abriss des Hülsenbodens und in der Folge zu einen seitlichen Austritt von Pulvergasen. Anders als in der ersten Polizeimeldung berichtet, erfolgte die Waffensprengung also nicht im Bereich des Vorderschafts / Laufs, sondern tatsächlich im Patronenlager bzw. Verschluss. Der Verschluss der verwendeten Ruger-Blockbüchse gilt als extrem belastbar. Das Kaliber der bei dem Unglücksfall zerstörten Waffe war 7×57. Ein Polizeisprecher erklärte gegenüber JAWINA, möglicherweise habe der 68 Jahre alte Schütze die Patronenhülsen zu oft wiedergeladen. Bei der zerstörten Hülse sei nach Auffassung des Gutachters die Schwächung des Materials jedoch äußerlich nicht erkennbar gewesen. Der Fall sei insbesondere in Anbetracht von Waffentyp und Kaliber so selten „wie ein Sechser im Lotto.“

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Auf Nachsuche verunglückt – Berufsgenossenschaft muss zahlen

Die Pflichtversicherung in der Berufsgenossenschaft ist für viele Jagdpächter ein Ärgernis: Die Beiträge steigen exorbitant, und wenn es wirklich einmal zu einem Schadensfall kommt, versucht die Berufsgenossenschaft sich oft mit allen Mitteln vor der Zahlung zu drücken. In dem aktuellen Fall eines auf der Nachsuche tödlich verunglückten Jagdhelfers hat das Hessische Landessozialgericht nun der Klage der Witwe stattgegeben, deren Mann seinen Bruder bei der Nachsuche unterstützt hatte: Die BG muss zahlen. In der Pressemitteilung des Landessozialgerichts zu dem Urteil heißt es:

Berufsgenossenschaft muss Hinterbliebenenleistungen gewähren

Beschäftigte sind gesetzlich unfallversichert. Dies gilt gleichermaßen für Personen, die wie Beschäftigte tätig werden. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um eine ernstliche Tätigkeit von wirtschaftlichem Wert handelt, die ihrer Art nach sonst von abhängig Beschäftigten verrichtet wird. Hiervon sei bei einem Jagdhelfer bei der Suche nach fliehendem angeschossenem Wild (sog. Nachsuche) auszugehen. Dies entschied in einem gestern veröffentlichten Urteil der 9. Senat des Hessischen Landessozialgerichts.

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Rettungspunkte: Mach mal einen Punkt

Der Unfall eines belgischen Jagdgasts vor einigen Tagen (JAWINA berichtete) zeigt ein Problem auf, von dem viele, wenn nicht die meisten Jäger betroffen sein dürften, die in einem fremden Revier zur Jagd gehen: Wenn etwas passiert, ist es für Ortsunkundige oft schwer zu beschreiben, wo sie sich befinden. Zwar bieten Smartphones die Möglichkeit, den eigenen Standort per GPS zu erfassen und auch zu versenden, das funktioniert aber nur unter zwei Voraussetzungen: a) Der Verunglückte muss im Besitz eines Smartphones und noch in der Lage sein, es zu bedienen und b) am Unglücksort muss einigermaßen guter Internet-Empfang vorhanden sein.

Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, fällt es vielen Leuten schwer, ihre Position einigermaßen genau zu beschreiben: Sie können nicht angeben, in welcher Himmelsrichtung sie sich wie weit bewegt haben, kennen markante Geländepunkte wie Seen, Flussläufe oder Erhebungen nicht und können deshalb auch nicht angeben, ob sie sich in der Nähe derselben befinden. Hinzu kommt, dass auch Rettungskräfte mit den Gegebenheiten vor Ort in der Regel auch nicht vertraut sind, so dass sie auch eine genaue Beschreibung des Anfahrtswegs oft nicht unmsetzen können. Die Folge ist, dass die Suche nach dem Verletzten viel kostbare Zeit kostet – mit möglicherweise ernsten Folgen.

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Schreckliches Unglück: Vater erschießt versehentlich seine Tochter

Im Hohenlohekreis in Baden-Württemberg hat ein 52 Jahre alter Mann am Neujahrstag versehentlich seine 16jährige Tochter erschossen. Der Jäger hantierte in der Wohnung mit der legal besessenen Schrotflinte, als sich mindestens ein Schuss löste und das Mädchen traf. Sie war sofort tot, Wiederbelebungsversuche des herbeigerufenen Notarzts blieben erfolglos. Die Familie des getöteten Mädchens steht unter Schock und wird von einem Notfallseelsorger betreut. Eine polizeiliche Vernehmung war noch nicht möglich. Hinweise auf einen Konflikt gibt es der Polizei zufolge aber nicht. Der Vater besaß mehrere Jagdwaffen die ordnungsgemäß in einem Waffenschrank aufbewahrt wurden. SE

Beitragsbild: Mündung einer Bockdoppelflinte (Symbolbild)

Schmerzhafte Einschnitte

Oder: Ein Plädoyer für den Stechschutzhandschuh

„Also pass auf: Du setzt das Messer hier an, zwischen Gelenkpfanne und – kugel und dann…“ Gebannt verfolgen Jungjägerin Tina und ihr ebenfalls jagender Freund Marco, wie Holger das korrekte Zerwirken eines Wildschweins demonstriert, das vor wenigen Tagen von Jagdkumpel Chris geschossen, nach kurzer Nachsuche von Holgers Kopov Dasco gestellt und vom Hundeführer abgefangen worden war. Das Stück ist bereits aus der Decke geschlagen, Haupt, Blätter und Rippen sind abgetrennt. Keule und Rücken hängen noch am Haken. Holger führt vor, wie man die Keule im Gelenk von der Hüfte löst. Sauber zertrennt das frisch geschärfte Messer das Fleisch, gleitet am Hüftknochen der Sau entlang, bleibt an der Gelenkkugel hängen. Holger erhöht den Druck, rutscht ab. Instinktiv, wie ein kleiner Junge, der sich beim Schnitzen in den Finger geschnitten hat, drückt Holger den Arm mit der Schnittwunde an den Mund. Das alles ging so schnell, dass Tina und Marco gar nicht mitbekommen, was gerade passiert ist. „Holger, was ist los?“, fragt Tina. Holger, mit dem Arm vorm Gesicht, redet unverständliches Zeug: „Bopp, Nock, Rock!“ Tina starrt ihn an: „Holger, ich verstehe Dich nicht.“ Holger reißt den Arm aus seinem Gesicht und schreit: „DOC!“ Ungefähr ein halber Liter Blut quillt dabei aus seinem Mund und strömt blasig an den Mundwinkeln hinab auf das T-Shirt, was seinen Worten eine gewisse Eindringlichkeit verleiht.

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Grauenhafter Unfall: Jäger geriet in Maishäcksler

Bei Paulinenaue nördlich von Berlin ist ein 81 Jahre alter Jäger in einen Maishäcksler gezogen und schwer verletzt worden. Der Unfallhergang ist noch nicht genau geklärt. Die B.Z. schreibt, der Mann habe sich „in“ dem Maisfeld aufgehalten – angesichts der Arbeitsbreite und -Geschwindigkeit moderner Erntemaschinen eine ganz schlechte Idee – und habe den herannahenden Häcksler nicht rechtzeitig gehört. Der plausibleren Version der MAZ zufolge stand der Jäger dicht an dem zu erntenden Feld, als der Häcksler dem Jäger versehentlich zu nahe kam. Der betagte Weidmann wurde in das Innere des Häckselwerks gezogen und musste von den alarmierten Rettungskräften aus der Erntemaschine befreit werden. Er zog sich schwere Verletzungen an beiden Beinen zu und wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum gebracht. SE

Beitragsbild: Häcksler (Symbolbild, Copyright: SE)

Jawina dankt Leser NoS für den Hinweis!

Schweden: Bericht über Waffensprengung bei R93

Das ging ins Auge: Die schwedische Jagdzeitung Svensk Jakt berichtet unter der Überschrift „Waffensprengung kostete ihn fast das Leben“ von dem Unglück, das Christer Svensson widerfahren sein soll: Dem Bericht zufolge gab der 69 Jahre alte Jäger bereits im Juli mit seiner erst ein Jahr alten Blaser R93 im Kaliber .30-06 drei Schüsse auf einem Schießstand ab – angeblich mit fabrikgeladener Munition. Beim vierten Schuss sei etwas schief gegangen: Die Waffe explodierte in seinen Händen, heißt es bei Svenska Jakt, der Verschluss sei in sein Gesicht geflogen und habe Wangen- und Kieferknochen sowie das Daumengelenk zertrümmert. Er musste sich einer mehrstündigen Operation unterziehen und starke Schmerzmittel einnehmen. Es sei eine harte Zeit nach dem Unfall gewesen, so Svensk Jakt, heute sei Christer Svensson froh, dass er überlebt habe.

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Unzertrennlich

Heute werde ich was über meinen großen Zeh schreiben. Und zwar über den rechten. Der ist mir in letzter Zeit besonders ans Herz gewachsen, was wahrscheinlich damit zusammenhängt, dass dieser Zeh gerade damit beschäftigt ist, wieder da anzuwachsen, wo er hingehört: Nicht an mein Herz, sondern an meinen Fuß. Denn vor wenigen Tagen wäre es um ein Haar – oder, um bei der Wahrheit zu bleiben, um einen Hautfetzen – fast geschehen, dass der gewohnte, und, so weit ich mich erinnern kann, nie in Frage gestellte Zusammenhang zwischen meinem großen Zeh und mir, diese so unverbrüchlich scheinende Verbindung gelöst worden und mein Zeh und ich getrennte Wege gegangen wären. Wir waren unzertrennlich, und nun das.

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Waren es Wölfe? Gutachten zum schweren Unfall auf der B6

Der schwere Verkehrsunfall auf der B6 bei Zehren Landkreis Diera-Zehren, Sachsen) am 10. Dezember 2013, bei dem zwei Menschen schwer verletzt wurden und neun Pferde starben, war das Initial für eine gemeinsame Beratung von Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde der Landkreisverwaltung Meißen, eines Wildtierbeauftragten des sächsischen Landesjagdverbandes wie des Kreisjagdverbandes Meißen.

Der Dialog zum Arbeitsthema „Wölfe im Landkreis Meißen“ wurde von Andreas Herr, Beigeordneter des Landkreises und Dezernent für Technik und damit auch zuständig für den Naturschutz, geleitet.
In den zurückliegenden Wochen gab es öffentliche Irritationen zu einer Spurenrecherche zwei Tage nach dem Unglück durch Wernher Gerhards, freier Wissenschaftsjournalist und Fachbuchautor. Der Kreisjagdverband Meißen e.V. hatte in einem „Brandbrief“ an den sächsischen Innenminister auf die „Gefahren für die innere Sicherheit durch den unkontrollierten Bestandszuwachs des Wolfes“ hingewiesen. Das von Wernher Gerhards in Eigenregie gefertigte Gutachten blieb jedoch unter Verschluss, was wiederum zu Spekulationen in den Medien führte.

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