Schlagwort-Archive: Tschechien

Tschechien klagt gegen EU-Waffenrecht

Tschechien hat, wie angekündigt (JAWINA berichtete), Klage gegen die Verschärfung des EU-Waffenrechts vor dem EU-Gerichtshof in Luxemburg eingereicht. „Eine derart massive Bestrafung anständiger Waffenschein-Besitzer ist für uns inakzeptabel“, sagte der Innenminister Milan Chovanec gegenüber dem ORF. Konkret geht es um die Regelung, dass Legalwaffenbesitzer künftig keine halbautomatischen Waffen mit mehr als 20 Patronen Magazinkapazität bei Kurzwaffen und mehr als zehn Patronen bei Langwaffen besitzen dürfen. Die schärfere Reglementierung von Legalwaffenbesitzern war von der EU als eine Reaktion auf die Pariser Terroranschläge beschlossen worden – eine Argumentation und Vorgehensweise, die für viele Legalwaffenbesitzer wie Jäger, Sportschützen oder Sammler eine Zumutung und einen Akt verzweifelter Symbolpolitik darstellt. Der ORF unterstellt Tschechien wirtschaftliche Interessen, da das Land über eine bedeutende Sport- und Jagdwaffenindustrie verfügt – wie Deutschland übrigens auch. SE

Beitragsbild: Jagdliche Halbautomaten. Foto: SE

„Ein Recht einer freien und demokratischen Gesellschaft“

Deutschland hat mit das strengste Waffenrecht der Welt. Dennoch wird es turnusmäßig verschärft, auch wenn die Verschärfungen keinen echten Sicherheitszugewinn bringen. Unser Nachbarland Tschechien geht einen anderen, geradezu entgegengesetzten Weg: Das Recht auf Waffenbesitz wurde in der Verfassung verankert. Wir haben mit der tschechischen Europa-Parlaments-Abgeordneten Dita Charanzová darüber gesprochen, wie diese Unterschiede zu erklären sind.

JAWINA: In Deutschland scheinen viele Bürger und Politiker Legalwaffenbesitzer als eine Art von Bedrohung und Gefahr für die öffentliche Sicherheit anzusehen. Im Gegensatz dazu hat das tschechische Parlament gerade mit großer Mehrheit dafür gestimmt, das Recht auf Waffenbesitz in die Verfassung aufzunehmen. Wie erklären Sie sich diese Unterschiede, liegt der Unterschied in einer spezifisch tschechischen Kultur oder Tradition?

Dita Charanzová: Ich bin nicht sicher, ob ich die deutsche Situation kommentieren kann. Da kenne ich mich definitiv nicht aus. Was den tschechischen Kontext angeht, so gibt es da in der Tat eine lange Tradition der Jagd als Bestandteil des sozialen Lebens in den Gemeinden, aber auch des Sportschießens. Sie müssen auch bedenken, dass der private Besitz von Feuerwaffen während der kommunistischen Ära vollkommen verboten war und deshalb jetzt als eines der Rechte angesehen wird, das erlangt wurde, als die Tschechen eine freie und demokratische Gesellschaft wurden. Ich denke, dass all diese Faktoren zu der unterschiedlichen Sichtweise in unseren zwei Ländern beitragen. Andererseits muss ich sagen, dass einige meiner deutschen Kollegen im Europaparlament der geplanten Verschärfung der europäischen Feuerwaffen-Direktive sehr kritisch gegenüber standen und zuletzt auch dagegen gestimmt haben.

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BMEL bestätigt: ASP bei 29 Wildschweinen in Tschechien nachgewiesen

Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft soeben auf Nachfrage von JAWINA bestätigte, ist der Erreger der Afrikanischen Schweinepest ASP) bereits bei 29 Wildschweinen nachgewiesen worden. Die Tierseuche scheint sich rasant auszubreiten. Aus diesem Grund schätzt das Friedrich-Löffler-Institut die Gefahr, dass die ASP nach Deutschland eingeschleppt wird, jetzt als hoch ein (JAWINA berichtete). Das FLI warnt in einer aktuellen Pressemitteilung:

Erhöhte Wachsamkeit ist nicht nur für Schweinehalter, Jäger und Tierärzte, sondern allgemein angezeigt. Tot aufgefundene Wildschweine sind den zuständigen Behörden zu melden, die eine Untersuchung sowie die unschädliche Beseitigung der Kadaver veranlassen. Höchste Priorität hat die Verhinderung eines Ausbruchs der ASP in Deutschland. Sollte es dennoch zur Einschleppung in die Wildschweinbestände in Deutschland kommen, so muss dies so früh wie möglich erkannt werden. Nur dann besteht die Möglichkeit der erfolgreichen Seuchenkontrolle.

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Risikobewertung geändert: FLI sieht hohes Risiko für Einschleppung der ASP nach Deutschland

Update: BMEL bestätigt: Bereits 29 infizierte Wildschweine in Tschechien – FLI: Hygienemaßnahmen bei der Jagd kommt besondere Bedeutung zu

Ende Juni meldete die Tschechische Republik erste Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen im Osten des Landes (JAWINA berichtet). Hierdurch ändert sich die Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) für den Eintrag der ASP durch direkten Kontakt zwischen Wildschweinen von gering auf mäßig. Außerdem nahmen in den letzten Wochen die Ausbrüche bei Hausschweinen in Polen zu. Daher bewertet das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) das Risiko einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland insgesamt als hoch und ruft zur erhöhten Wachsamkeit auf. Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf Nachfrage von JAWINA bestätigt, sind in Tschechien bereits 29 mit ASP infizierte Wildschweine nachgewiesen worden.

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Prag: Wildschwein blockiert Rollbahn

+++ News: Acht Schafe in Thüringen gerissen +++ Der von vier Schweizer Kantonen zum Abschuss freigegebene Wolf M75 konnte in der festgelegten Frist nicht erlegt werden +++ Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört: Nabu und Landesforst Brandenburg gründen gemeinsamen Forstbetrieb +++ Anzeige: Jäger in Oberösterreich schießt Füchse im Scheinwerferlicht +++

Ein Wildschwein auf der Rollbahn des Prager Flughafens hat am Montag eine Passagiermaschine der russischen Fluggesellschaft Aeroflot am Start gehindert. Wie das Wildschwein in den Sperrbereich des Flughafens gelangen konnte, ist nicht bekannt. Da es der Polizei nicht gelang, den Schwarzkittel zu vertreiben, wurde er erschossen. Die Maschine startete mit einer Verspätung von 20 Minuten. SE

Beitragsbild: Bache (Symbolbild). Foto: SE

Österreich richtet ASP-Schutzzone ein

Nach dem Nachweis erster Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Tschechien (JAWINA berichtete), hat Österreich eine Schutzzone in der Grenzregion zu Tschechien eingerichtet. Die Region Zlín, in der die tschechischen ASP-Fälle auftraten, ist nur 80 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Aufgrund des aktuellen Falles sei davon auszugehen, dass ASP in der tschechischen Wildschweinpopulation verbreitet ist, heißt es in einer Pressemitteilung des Wiener Gesundheitsministeriums (BMGF). Um die Verbreitung der ASP in Österreich möglichst zu verhindern, hat das BMGF eine Reihe von Sofortmaßnahmen angeordnet: So wurde eine Schutzzone im Nordosten Niederösterreichs (Weinviertel)eingerichtet, in der die Freilandhaltung von Schweinen „nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich“ sein soll. Die Ausläufe müssen doppelt eingezäunt sein, nachts ist Aufstallung vorgeschrieben.

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ASP in Tschechien: DJV bittet Jäger um erhöhte Aufmerksamkeit

Nachdem die ersten beiden Fälle der Afrikanischen Schweinepest in der Tschechischen Republik nachgewiesen wurden (JAWINA berichtete), appelliert der DJV an alle Jägerinnen und Jäger in Deutschland, in Alarmbereitschaft zu sein. Entdeckt wurden zwei infizierte Schweine. Der nächstgelegene Fundort ist 400 Kilometer entfernt in der Ukraine.

Kürzlich wurden zwei Wildschweine etwa 300 Kilometer südöstlich von Prag entdeckt, die an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gestorben waren. Damit ist die Afrikanische Schweinepest nur noch rund 300 Kilometer Luftlinie von der deutschen Grenze entfernt. Wie das Virus dorthin gelangt ist, bleibt unklar. Der räumlich nächstgelegene Nachweis liegt 400 Kilometer entfernt in der Ukraine. In der Slowakei, dem östlichen Nachbarn auf dem Weg in die Ukraine, wurde bisher kein ASP-Ausbruch gemeldet.

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ASP in Tschechien nachgewiesen

Der Tschechische Jagdverband (Českomoravská myslivecká jednota, CMMJ) hat bekannt gegeben, dass heute, am 27.06., zwei Proben von Wildschweinen positiv auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) getestet wurden. Die Fälle traten in der Region Zlín im Südosten Tschechiens auf. Der Verband, der 62.000 tschechische Jäger vertritt, sieht die Situation als äußerst kritisch an: Es werde eine rasche Ausbreitung des Virus über das gesamte Gebiet Tschechiens erwartet, mit katastrophalen Auswirkungen nicht nur auf die Wildschweinpopulation und damit die Jagd, sondern auf die gewerbliche Schweinezucht und -haltung. Es gebe keine Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus zu verhindern, außer eine Keulung nahezu der gesamten Wildschweinpopulation, was nicht möglich sei. Es sei notwendig, infizierte Stücke schnellstmöglich zu erfassen und Kadaver umgehend aus der Natur zu beseitigen. Um eine Ausbreitung der ASP zu verhindern müsse der Sauenbestand auf fünf Stück pro 1000 ha (!) oder weniger heruntergefahren werden.

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Tschechien: Wolfs-Hybride soll „entnommen“ werden

Die Wölfe im Schluckenauer Zipfel, einer Region im Norden Tschechiens an der Grenze zu Deutschland, sind Mischlinge. Das berichtet die Sächsische Zeitung unter Berufung auf das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen.“ Demnach ist nur das Muttertier des Rudels eine reinrassige Wölfin, der Vater war ein Hund. Zwei der drei Nachkommen sind bereits tot, einer wurde überfahren, ein weiterer erschossen. Auch der dritte und letzte soll nun „entnommen“ werden, damit sich die Hundegene nicht weiter unter der Wolfspopulation ausbreiten. Das tschechische Umweltministerium hat die Jäger vor Ort mit dem Abschuss des Tiers beauftragt. Die dazu erforderliche artenschutzrechtliche Sondergenehmigung wurde bereits erteilt. SE

Beitragsbild: Waldgebiet im Schluckenauer Zipfel. Foto: SE

EU-Waffenrecht: „Am Problem vorbei“

Obwohl es wie eine Binsenweisheit erscheint, dass die Bekämpfung legalen Waffenbesitzes nicht das Problem von Terrortaten mit illegalen Waffen lösen wird, scheinen viele deutsche und europäische Politiker Probleme mit dieser simplen Einsicht zu haben. Eine wohltuende Ausnahme stellt Roman Váňa dar, Leiter des Sicherheitsausschusses im tschechischen Abgeordnetenhaus. Er hat sich in einem lesenswerten Interview mit Radio Praha (das auch auf deutsch vorliegt) zu dem jüngsten europäischen Vorstoß zur Waffenrechtsverschärfung geäußert: „[…] der Vorschlag der Europäischen Kommission zielt am Problem vorbei. Mit ihm wird versucht, den Terrorismus zu bekämpfen, indem die Möglichkeit legalen Waffenbesitzes stark eingeschränkt wird. Dieses Prinzip ist falsch. Wir machen zum einen darauf aufmerksam, dass die Richtlinie nicht funktionieren wird. Sie wird den europäischen Staaten große Probleme bescheren mit legalen Waffenhaltern, die sich wehren werden.“

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Skandal: Tschechischer Schweisshundeverband schmeisst deutsche Mitglieder raus

Der tschechische Schweißhundeverband CMKCHB, zuständig für die Rassen Bayerischer Gebirgsschweißhund (BGS) und Hannoverscher Schweißhund (HS), wirft teilweise langjährige deutsche Mitglieder aus dem Verband. Dem Vernehmen nach geschieht dies auf Druck der deutschen Zuchtverbände Klub Bayerischer Gebirgsschweißhund (KBGS) und Verein Hirschmann (VH). Deren Mitglieder sollen auch zukünftig im CMKCHB bleiben dürfen. Die auch unter den Tschechen umstrittene Entscheidung, die Deutschen aus dem Klub zu werfen, ist bereits auf einer Hauptversammlung Ende Mai 2015 gefallen. Erst in den vergangenen Wochen haben die betroffenen Hundeführer die knappe Mitteilung erhalten, dass ihnen die Mitgliedschaft entzogen wurde. Bereits bezahlte Mitgliedsbeiträge wurden zurück überwiesen.

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EM Jagdliches Schießen: Deutsche Schützen erfolgreich

Jäger glänzen mit Einzelleistungen bei Europameisterschaft im Schießen

Gleich mehrmals haben es die deutschen Jäger bei der Europameisterschaft im jagdlichen Schießen in Tschechien auf das Treppchen geschafft: In der Veteranenklasse (über 55 Jahre) belegte Hans-Ludwig Hapke aus Niedersachsen den ersten Platz mit 765 von 800 möglichen Punkten. Platz drei ging an Antonius Wulfers, ebenfalls aus Niedersachsen, mit 747 Punkten. In der Juniorenklasse (unter 21 Jahre) konnte der 18-jährige Hannes Mester (siehe DJV-Interview) aus der Kreisjägerschaft Stade / Niedersachsen den zweiten Platz belegen. Bei den Damen erreichte Ulrike Junge (Niedersachsen) den dritten Platz in der Kombination. „Wir waren sehr erfolgreich bei den Einzelschützen, sind in den Mannschaftsdisziplinen aber leider hinter den Erwartungen zurückgeblieben“, sagte Dr. Torsten Krüger, DJV-Schießleiter, der mit einem vierten Platz in der Gesamtwertung selbst nur knapp den Podest verfehlte. Einen dritten Platz erreichte die Mannschaft im Büchsenschießen.

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