Schlagwort-Archive: Südtirol

Südtirol: Land will alle Rechtsmittel gegen Murmeltier-Urteil einsetzen

Die Landesregierung von Südtirol hat ihre Rechtsabteilung beauftragt zu prüfen, welche Rechtsmittel im Zusammenhang mit der Verurteilung zielführend einzusetzen sind. Als unverständlich und nicht nachvollziehbar und als Angriff auf Südtirols Autonomie hat die Landesregierung den jüngsten Schiedsspruch der Zentralsektion des italienischen Rechnungshofes in Rom bezeichnet, der seit gestern vorliegt. Das fünfköpfige Gericht hat Altlandeshauptmann Luis Durnwalder und den ehemalige Direktor im Landesamt für Jagd und Fischerei, Heinrich Erhard, im Verfahren um Verfügungen zum Abschuss von Murmeltieren, Kormoranen und anderen Tieren zu hohen Geldstrafen verurteilt (JAWINA berichtete).

„Wir sind uns einig darüber, dass diese Verurteilung unangemessen ist und deutlich macht, dass Südtirol die primäre Zuständigkeit für den Bereich Natur- und Umweltschutz dringend braucht“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher im Anschluss an die Regierungssitzung. Der Rechtsabteilung sei heute beauftragt worden, alle Rechtsmittel zu prüfen, mit denen Südtirols Autonomie zielführend verteidigt werden kann. „Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen“, erklärte Landeshauptmann Kompatscher.

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Südtirol: Millionenstrafe für Abschussverfügungen von Murmeltier und Kormoran

FACE: „Scharfer Angriff auch auf andere nachhaltige Jagdsysteme in Europa“

Am Montag sind vom Rechnungshof in Rom der ehemalige Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder und der ehemalige Amtsdirektor des Amtes Jagd und Fischerei, Heinrich Erhard, zu insgesamt 1,14 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt worden, weil sie Abschussverfügungen für Kormorane, Murmeltiere und andere Tiere angeordnet hatten. Durch den Abschuss der geschützten Tierarten sei Italien Schaden entstanden, hatte der Rechnungshof argumentiert. Daher sollen Durnwalder und Erhard je 568.125 Euro Schadensersatz leisten. Das Urteil sei „total überzogen, unverständlich und absolut weltfremd“, erklärte der Südtiroler Bauernbund gegenüber stol.it: „Durch den Abschuss ist kein Schaden entstanden, es wurden Schäden verhindert,“ sagte Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler auf stol.it: „Immer wieder gibt es in der Berg- und Almwirtschaft Probleme, besonders mit den Murmeltieren. Wenn sie sich unkontrolliert vermehren und ausbreiten, ist an eine Bewirtschaftung der Bergwiesen nicht mehr zu denken.“

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Italien: Südtirol kündigt eigenes Wolfsgesetz an

+++ Brandenburg: Landkreis Dahme-Spreewals führt Pürzelprämie ein +++

Da weder bei der EU, noch in der italienischen Landespolitik „eine Lösung der Wolfsproblematik“ in Sicht sei, kündigt die italienische Provinz Südtirol ein eigenes Wolfsgesetz an. Das berichtet die Neue Südtiroler Tageszeitung (NST). Südtiroler Politiker äußerten Unverständnis über die Äußerungen des für die Wolfsfrage zuständigen EU-Kommissars Karmenu Vella, der der NST zufolge dazu aufforderte, „den Wolf auch als Wirtschaftsfaktor zu sehen“ und erklärte, er habe „bei einer Veranstaltung in Trient habe er selbst sehen können, wie gut das Zusammenleben von Wolf und Mensch funktioniere.“ In der EU sei die Stimme derjenigen zu stark vertreten, für die selbst die „Entnahme auch nur eines einzigen Wolfes ein Sakrileg wäre, schlussfolgerten Südtiroler Politiker. Dabei sei nicht vom Aussterben bedroht, „sondern gehöre neben dem Raben mittlerweile zum am meisten verbreiteten Tier auf der nördlichen Erdhalbkugel“, so Herbert Dorfmann, Mitglied des EU-Parlaments und Bezirksobmann der Südtiroler Volkspartei.

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Südtirol: Petition fordert Senkung des Schutzstatus von Wölfen

Der Südtiroler Politiker (SVP) und Landtagsabgeordnete Arnold Schuler hat eine Petition gestartet, in der die EU aufgefordert wird, den Schutzstatus der Wölfe zu senken und eine geregelte Entnahme zu ermöglichen. Im Petitionstext heißt es:

Wir fordern:

auf EU-Ebene, dass unverzüglich Maßnahmen getroffen werden, um den Schutzstatus des Wolfes zu senken;

auf nationaler Ebene, dass unverzüglich Maßnahmen getroffen werden, im Rahmen der EU-Richtlinien die geregelte Entnahme von Wölfen in Südtirol zu ermöglichen.

Begründung:

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Südtiroler: Jäger kritisieren Falschbehauptungen von Wolfsforschern

+++ Sachsen-Anhalt: Wölfe reißen 31 Schafe in der Woltersdorfer Heide +++ Finnland: Widerstand gegen EU-Waffenrechtsverschärfung +++ Niedersachsen: Umweltminister Wenzel (Grüne) hält an hohem Schutzstatus für Wölfe fest – keine Aufnahme ins Jagdrecht +++

Der Südtiroler Jagdverband kritisiert Behauptungen des zu 59 Prozent staatlich finanzierten Forschungszentrums EURAC zur Gefährlichkeit von Wölfen. In der von EURAC herausgegebenen Publikation „Der Wolf in Südtirol“ heißt es unter der Frage „Sind Wölfe aggressiv?„: „Nein, im Gegenteil: Wölfe sind scheue Tiere, die für den Menschen im Wesentlichen ungefährlich sind. In den letzten 150 Jahren konnte in Italien kein Angriff auf Menschen vermeldet werden.“ Dies sei nachweislich falsch, erklärt Benedikt Terzer, Jurist und Direktionsassistent des Südtiroler Jagdverbands gegenüber stol.it: Die Botschaft, dass es in Italien seit mehr als 150 Jahren keinen Wolfsangriff auf Menschen gegeben habe, kursiere zwar „leider auf allen möglichen Kanälen“, sei aber falsch: Allein im Jahr 2017 habe es in Italien (Piemont) zwei wissenschaftlich nachgewiesene Wolfsangriffe auf Menschen gegeben. Über einen dieser Angriffe habe die Online-Ausgabe der Zeitung „La Repubblica“ berichtet.

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München: Bauern protestieren gegen Wolf

+++ NRW: „Ausreichende Handlungsmöglichkeiten“ – Umweltministerin Christina Schulze-Föcking (CDU) gegen Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht +++ Schweiz: Zweites Wolfsrudel im Kanton Wallis +++

Unter dem Motto „Weidetiere statt Wolfsreviere!“ haben am Montag 250 Bauern aus Südtirol, Österreich und Bayern vor dem Münchner Prinzregententheater demonstriert und gefordert, dass die Umweltminister sich endlich für den Schutz der Weide- und Freilandhaltung vor dem Wolf einsetzen. Das teilt der Bayerische Bauernverband (BBV) mit. In der Presseerklärung des BBV heißt es: „Der Wolf ist zurück und weil der Wolf unter strengem Schutz steht und keine natürlichen Feinde hat, breitet er sich nahezu ungehindert aus. In Europa leben inzwischen schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Tiere. „Die Bauern im Alpenraum stellt diese Entwicklung vor massive Probleme. Auf den Weiden und Almen werden immer mehr Kühe oder Schafe vom Wolf getötet, die für die Alpen so typische Weidehaltung ist gefährdet. Auf der Tagesordnung des Treffens der Umweltminister des Alpenraums, das heute in München stattfindet, sucht man die Probleme von Schäfern, Berg- und Almbauern trotzdem vergebens“, kritisiert Günther Felßner, Vizepräsident des Bayerischen Bauernverbandes.

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Südtirol: Jäger erschossen

Schlamperei mit tödlichem Ausgang: Im Trentino ist ein 71 Jahre alter Jäger an den Folgen einer Schussverletzung gestorben. Zu dem Unglück kam es laut stol.it, als eine Gruppe von Jägern in einer Jagdhütte in Vigo Rendena bei einem gemütlichen Abendessen beisammen saß. Dem Bericht zufolge zeigten sich die Jäger gegenseitig ihre Gewehre und begutachteten diese, als sich aus einer Waffe ein Schuss löste. Die Carabinieri ermitteln, man gehe jedoch „von einer Verkettung tragischer Umstände“ aus. SE

Beitragsbild: Waffe entladen? Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen, weil elementarste Sicherheitsvorschriften nicht beachtet werden. Foto: SE