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Forum Natur fordert mehr Grünbrücken für Wölfe

Forum Natur Brandenburg (FNB) beklagt katastrophale Fehlplanung der Naturschutzverwaltung

„Wir verstehen uns in erster Linie als „Brückenbauer“, weil wir es sind, die die Brücken zwischen Schutz und Nutzung in unserer Umwelt schlagen“, sagt Gregor Beyer, Geschäftsführer des Forum Natur Brandenburg und ausgewiesener Naturfreund. Und ergänzt: „Und deshalb tut es uns weh, wenn wir mitansehen müssen, wie durch nicht ausreichende Schaffung von sicheren Übergängen über stark befahrene Straßen gerade auch Wölfe ihr Leben lassen müssen.“

Damit spielt er an auf die gestrige stundenlange Vollsperrung des nördlichen Berliner Rings, weil dort ein Wolf auf dem Weg nach Berlin bei der Fahrbahnquerung angefahren worden war, schwer verletzt erst die in seinem Falle geltenden besonderen Verwaltungsprozeduren über sich ergehen lassen musste, bis er auf amtstierärztliche Entscheidung zur Erlösung von seinen stundenlangen Qualen endlich eingeschläfert werden konnte. „Unerträglich für jeden, der ein Herz für Tiere hat“, so Beyer.

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Als Wolf leben…

In der Regel möchte man ja lieber nicht wissen, was die Leute in ihrer Freizeit so treiben, mit denen das Berufsleben einen unter das selbe Dach, in das selbe trostlose Büro zwingt, nicht wahr? Eine eindrucksvolle Bestätigung für diese These liefert ein gewisser Lukas Lupus auf Zeitonline. In diesem Fall sind damit jedoch derart aufschlussreiche Einblicke in das Innenleben gewisser Wolfsfreunde verbunden, so dass wir leider nicht umhin kommen, uns der wölfischen Existenz dieses jungen Mannes zu widmen. Lukas Lupus ist 31 und betreut als Informatiker in einem internationalen Unternehmen die IT-Technik für 1000 Angestellte. Wir stellen ihn uns folglich blass, unsportlich und leicht adipös vor. Wenn Lukas nach Hause kommt, verwandelt er sich in Lupus, sein Wolfs-Ich. Schon mit 17 habe er sich für Hunde und Wölfe interessiert und dabei festgestellt, dass er selbst ein Wolf sein will. Ist ja heutzutage kein Problem, auch wenn man sich noch nicht zum Wolf umoperieren lassen kann: Er schnallt sich die wölfische Gummimaske vors Gesicht und macht es sich auf seiner Fleece-Decke gemütlich. So könne er „komplett runterfahren“, müsse nicht überlegen, was noch zu tun ist und ob er alle Rechnungen bezahlt hat. Ganz wie ein Wolf eben.

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Vorgestern, Berlin, Heerstraße, 18.40 Uhr…

Die Berliner Forsten scheinen mit der Bejagung der Sauen im Grunewald jetzt endlich ernst zu machen: Darauf deutet jedenfalls das Bild hin, dass uns JAWINA-Leser JOS gesendet hat: Am Mittwoch um 18.40, also bei bestem Tageslicht und mitten im Berufsverkehr, grubbern Sauen den Grünstreifen zwischen den Fahrbahnen der siebenspurigen Heerstraße um. Nach Angaben von JOS waren es drei Bachen, dazu einige Überläuferbachen und ca. 30 Frischlinge! Von den sich vorbeiwälzenden Automassen ließen sich die Sauen nicht stören. Das lässt nur einen Schluss zu: Die scharfe Bejagung der Sauen durch die Forstpartie hat die Sauen aus dem Wald vertrieben! SE

JAWINA sagt danke für das schöne Bild!

Umfrage: 60 Prozent der Städter lehnen Jagd ab

Das Linzer Marktforschungsinstitut „market“ hat eine Studie unter dem Titel „Weckruf an die Jäger: Jäger im Visier der urbanen Gesellschaft“ veröffentlicht. Auf der Internetseite des Unternehmens werden die Ergebnisse zusammen gefasst: „Die Entfremdung zwischen Jägern und urbaner Gesellschaft ist unübersehbar.“, heißt es dort. Der moderne Städter habe „so seine Zweifel an der Jagd und besonders mit den Jägern.“ Die Haltung: „Die Natur regelt sich selbst“ nehme zu und werde „zum Warnruf an die Jagd.“ Auf der anderen Seite gelinge es den Jägern immer weniger, ihr Tun glaubwürdig zu erklären.

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Städter verklären Landleben

Immer weniger Menschen leben und arbeiten auf dem Land – möglicherweise gerade deshalb glauben immer mehr Menschen, auf dem Land lebe es sich besser. Das ist jedenfalls eines der Ergebnisse einer vom Allensbach-Institut im Auftrag der FAZ durchgeführten Studie. Während im Jahr 1956 noch 59 Prozent der Befragten der Ansicht waren, man habe in der Stadt „mehr vom Leben“, und nur 19 Prozent dem Landleben dem Vorzug gaben, votierten bereits 1977 nur noch 39 Prozent für die Stadt und 43 für das Land. Heute sind nur noch 20 Prozent der Befragten überzeugte Städter.

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Krähenalarm in München

Behörden rufen Jäger zu Hilfe.

Im Münchner Stadtteil Sendling haben Rabenkrähen Menschen angegriffen und einen Passanten am Kopf verletzt. Der Mann war attackiert worden, als er den Innenhof der Wohnanlage durchschritt, um zu einer Bushaltestelle zu gelangen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Aus dem Luftraum oberhalb eines Kinderspielplatzes kamen zwei Krähen angeflogen und hackten auf den Kopf des Mannes ein. Dabei zog er sich zwei stark blutende Platzwunden zu, die ambulant behandelt werden mussten. Die Krähen brüten in den alten Bäumen in dem Hof und fühlten sich offenbar in ihrer Brutpflege gestört.

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Berliner Stadtschweine: Gekommen, um zu bleiben

Der Berliner Wildreferent Derk Ehlert rät Bewohnern, sich an Wildschweine im Stadtgebiet besser zu gewöhnen – sie würden eher mehr, nicht weniger.

Ein Wildschwein in der Großstadt – in Berlin ist das längst keine Seltenheit mehr. Immer mehr Bachen und Keiler verschlägt es in Gärten und Sportanlagen am Stadtrand. Dabei kommt es oft zu Zusammenstößen zwischen Mensch und Tier. Erst am vergangenen Freitag erschrak ein 81-Jähriger in Berlin-Köpenick so sehr über ein Wildschwein in seinem Garten, dass er einen Herzinfarkt erlitt und starb. Doch die Tiere sind weit weniger aggressiv, als gemeinhin angenommen, sagte der Wildreferent des Landes Berlin, Derk Ehlert. Nur in zwei Fällen seien die Vierbeiner mit besonderer Vorsicht zu genießen: Wenn sie verletzt seien oder wenn die Bachen Frischlinge hätten.

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Berlin: Sauenplage hausgemacht

Die ausufernde Schwarzwildpopulation verursacht im Berliner Stadtgebiet massive Schäden, die Gefahr eines Ausbruchs von Schweinepest steigt, Konfrontationen zwischen Sau und Mensch nehmen zu. Jetzt musste ein Mensch sterben, von einem Wildschwein auf seinem eigenen Grundstück angegriffen. Ein Gutachten aus dem Jahr 2010 belegt: Hauptverantwortlich für die Berliner Sauenplage sind die Berliner Forsten.

Berlin ist „bezüglich seiner Wildschweindichte im urbanen Raum ohne Beispiel“, heißt es im Gutachten, das Bruno Hespeler im Auftrag des Landes Berlin erstellt hat. An Schuldzuweisungen für diese Situation herrscht kein Mangel: Mal hieß es, die übereifrigen Jäger im Umland würden die armen Borstentiere so scharf bejagen, dass sie Zuflucht in der Hauptstadt suchten. Dann wieder schossen sich die Medien auf jene – in Wahrheit wohl nicht allzu breiten – Bevölkerungsschichten ein, die aus falsch verstandener Tierliebe Wildschweine füttern. Zur Abwechslung sollten dann die Eigenheimbesitzer Schuld sein, die ihre Anwesen nicht wildschweinsicher einfrieden.

Doch Bruno Hespelers Gutachten benennt die wahren Verantwortlichen: Es sind die Berliner Forsten – oder genauer gesagt einige Berliner Forstämter – die viel zu wenig Sauen schießen, eine groteske und unverantwortliche Überhege betreiben und obendrein die Reduktion durch Begehungsscheininhaber und Stadtjäger nach Kräften hintertreiben.

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