Schlagwort-Archive: Simbabwe

Jetzt doch nicht: Trump rudert bei Elefanten-Trophäen zurück

Wenige Tage nachdem der US Fish and Wildlife Service eine Aufhebung des unter der Obama-Administration verfügten Importverbots für Elefanten-Trophäen aus Simbabwe und Sambia verkündete (JAWINA berichtete), rudert US-Präsident Trump zurück: Auf Twitter meldete Trump, dass er die Entscheidung, den Trophäenimport wieder zu erlauben, vorerst ausgesetzt habe. Er wolle zunächst alle Arten- und Naturschutzfakten zum Thema einer Bewertung unterziehen, so Trump. Er kündigte an, dass es bald eine Entscheidung in der Frage geben werde. SE

Beitragsbild: Tweet von US-Präsident Trump zur aufgeschobenen Entscheidung über das den Trophäenimport (Screenshot).

USA heben Importverbot für Elefantentrophäen auf

Die US-amerikanische Natur- und Artenschutzbehörde US Fish and Wildlife Service (USFWS) hat das unter der Obama-Administration verhängte Importverbot für Trophäen von afrikanischen Elefanten teilweise aufgehoben. Trophäen von in Simbabwe und Sambia erlegten Dickhäutern dürfen nun wieder importiert werden. Die Entscheidung des USFWS wurde im Rahmen eines Wildtier-Forums in Tansania verkündet, das unter anderem vom Safari Club International (SCI) veranstaltet wurde. Der SCI ist eine international tätige Organisation, die sich für den Erhalt von Jagdrecht und Wildtieren einsetzt. Die Entscheidung des USFWS hat, wie zu erwarten, wütende Proteste von Tierschützern hervorgerufen. Kritisiert wurde die angeblich „ungute Nähe“ der Trumps zu Pro-Jagd-Organisationen wie dem SCI, wie u.a. der Guardian berichtet: Die Trump-Söhne Donald Jr. und Eric gelten als passionierte (Großwild-)Jäger. US-Präsident Trum verteidigte indes die Entscheidung: Das Geld, das Trophäenjäger für die Erlegung von Wildtiere bezahlten, komme dem Schutz der Wildtiere und ihrer Habitate zugute, so Trump. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Artikels im Guardian (Screenshot).

„Arche Noah auf Lastwagen“

Trophäenjäger finanzieren Wiederbesiedlung von Nationalpark in Mosambik mit Wildtieren

Elefanten, Kudus, Impalas, Zebras, Büffel, Eland-Antilopen und viele mehr – vollkommen zu Recht spricht die englische Tageszeitung Guardian von einer „Arche Noah auf Rädern.“ Ins Rollen gebracht hat diese Arche der deutschstämmige Unternehmer Wilfried Pabst, der in Simbabwe die Sango Wildlife Conservancy betreibt. Sango ist eine Jagdfarm, deren Naturschutz-Ziele durch nachhaltige Nutzung finanziert werden. 6000 Wildtiere wird Pabst in den kommenden sechs Jahren spenden, um damit die Wiederbesiedlung des vom Bürgerkrieg im benachbarten Simbabwe verwüsteten Zinave Nationalparks mit Wildtieren zu ermöglichen. Ein Projekt, das ohne die „big-spending hunters“, die viel Geld im Land lassenden Großwild- und Trophäenjäger nicht möglich wäre, wie der Guardian feststellt. Das Vorhaben wird unterstützt von der Peace Park Foundation, die sich zum Ziel gesetzt hat, Großschutzgebiete in Afrika über Ländergrenzen hinweg zu vernetzen.

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Leseempfehlung 2: „Löwen nicht gefährdeter als gewöhnliche Feldmaus“

Die Erlegung des Löwen „Cecil“ durch einen amerikanischen Zahnarzt sorgt noch immer für Diskussionen. Wir hatten bereits auf einen Artikel hingewiesen, der die Geschichte aus der Perspektive eines Einheimischen behandelt. Auf der Nachrichtenseite news24voices beschreibt Ron Thomson die Angelegenheit aus jagdlicher Sicht. Ron Thomson ist pensionierter Wildhüter und war 24 Jahre lang in leitender Position im Hwange-Wildpark in Simbabwe tätig. Die Aufregung um den Abschuss des Löwen Cecil sieht er als „Schande für die menschliche Intelligenz“ an, als „eine weitere Episode der fortgesetzten Reihe verzerrter Jagdgeschichten“, die von „ruchlosen Leuten“ verbreitet würden.

Thomson kontert mit Fakten: Eine Löwin, schreibt er, wird mit 30 Monaten geschlechtsreif und bleibt fortpflanzungsfähig, bis sie 15 Jahre alt ist. Die Tragzeit beträgt drei Monate. Jeder Wurf besteht aus drei bis vier Jungtieren. Mit 22 Monaten sind die männlichen Junglöwen größer als die Muttertiere und werden aus dem elterlichen Rudel vertrieben. Sie ziehen umher und suchen nach einem „eigenen Zuhause“. Doch da alle Territorien von adulten Löwen besetzt sind, werden die Younster ständig umhergejagt. Viele werden von größeren Löwen getötet, viele sterben aufgrund ihrer Unerfahrenheit im Beutemachen. Einige der Junglöwen verlassen das Gebiet des Nationalparks und siedeln sich auf privaten Farmen an, wo sie keine Konkurrenz durch ausgewachsene Löwen fürchten müssen und genug leicht zu erbeutende Nahrung finden – in den Viehherden der Farmer. Manche werden zu Menschenfressern.

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Simbabwe erlaubt Großwildjagd wieder

Wenige Wochen nach dem Verbot der Großwildjagd in Simbabwe – Anlass war die von Medien gehypte fragwürdige Erlegung eines Löwen durch einen amerikanischen Zahnarzt – hebt das Land das Jagdverbot wieder auf. Allerdings sollen nun strengere Regeln gelten: So müssen Großwildjäger auf ihren Safaris künftig von Nationalpark-Wächtern begleitet werden und die Kosten dafür tragen. In dem an den Hwange-Nationalpark angrenzenden Gebiet, in dem der amerikanische Dentist den Löwen schoss, soll die Jagd noch bis zum Abschluss der Untersuchungen ruhen. SE

Beitragsbild: Kevin Pluck: The King, veröffentlicht auf Flickr. Quelle: Wikipedia. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 2.0 generisch“ (US-amerikanisch) lizenziert. Das Bild ist eine exzellente Datei bei Wikimedia Commons (Exzellente Bilder) und wird als eine der hervorragendsten Bild-Dateien gewertet.

„In Simbabwe weinen wir nicht um Löwen“

In der wie üblich hysterisch, lobbyistengesteuert und sachkenntnisfrei geführten Diskussion um die Erlegung des Löwen „Cecil“ durch einen amerikanischen Zahnarzt, ragt ein Beitrag heraus, schon weil er aus der Perspektive eines Einheimischen geschrieben wurde: Der Biochemiker und Musiker Goodwell Nzou wuchs in Zimbabwe auf, heute lebt und arbeitet er in Rochester im US-Bundesstaat New York. Den meisten Lesern dürfte er unbekannt sein, deshalb zuerst ein paar Informationen über den Autor: Goodwell Nzou wuchs in dem Dörfchen Chitsungo im Tal des Sambesi auf. Eines Tages, er war elf Jahre alt, ging er mit seinem Bruder zum einem Fluss in der Nähe, um sich abzukühlen. Eine Puffotter, eine der gefährlichsten Giftschlangen Afrikas, biss den Jungen ins Bein. Das gelbe Gift der Puffotter zerstört Gewebe und Blut und löst massive Nekrosen aus. Goodwell Nzous Bein schwoll sofort an, die Schmerzen müssen entsetzlich gewesen sein. Seine Familie hatte kein Geld für einen Krankentransport, so setzten sie das Kind in eine Schubkarre und brachten ihn in die nächste, zwölf Meilen entfernte Klinik. Sechs Wochen lang wurde er von Krankenhaus zu Krankenhaus gekarrt (wortwörtlich, wie in seiner Lebensbeschreibung auf der Internetseite des Nazareth College in Rochester, NY, betont wird) – doch der Zustand von Bein und Fuß verschlimmerte sich zusehends. Als seine Familie endlich das Geld zusammen bekommen hatte, um ihn in ein großes, 250 Meilen von seinem Wohnort entferntes Krankenhaus zu bringen, hatte bereits Wundbrand eingesetzt. Die Ärzte hatte keine Wahl, sie mussten amputieren: „Goodwell Nzou war froh, dass der schlimmste Schmerz vorbei war, aber der schwerste Teil seiner Reise sollte noch kommen“, heißt es in seiner Lebensbeschreibung.

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Toter Löwe Cecil: Berufsjägerverband schmeißt Guide raus

Die Zimbabwe Professional Hunters & Guides Association (ZPHGA) hat Zane Bronkhorst, einen der Guides, der den amerikanischen Zahnarzt Walter Palmer auf einen als Touristenattraktion bekannten Löwen namens Cecil führte, mit sofortiger Wirkung und auf unbestimmte Zeit ausgeschlossen. Das teilte die ZPHGA dem Guide in einem Jawina vorliegenden Schreiben mit. Der andere beteiligte Professional Hunter (PH), Theo Bronkhorst, ist nicht Mitglied der ZPHGA. In einem weiteren Schreiben, das der Jawina-Redaktion ebenfalls vorliegt, kündigt die ZPHGA gegenüber der Nationalpark- und Wildtier-Behörde Zimbabwes (Zimbabwe Parks & Wildlife Management Authority) eine eigene, unabhängige Untersuchung des Falls an.

Das Verhalten Zane Bronkhorsts stelle einen Verstoß gegen die mit der Mitgliedschaft in der ZPHGA verbundenen Pflichten dar, heißt es in ersterem Schreiben, und verletze den Ehrenkodex der Berufsjägervereinigung. Die beiden Guides hatten den Löwen mit einem Köder aus dem angrenzenden Nationalpark gelockt. Walter P. hatte den Löwen durch einen Schuss mit einer Armbrust nur verletzt, erst nach einer 40stündigen Nachsuche wurde er von den Guides erschossen. Der Fall hatte weltweit Abscheu und Empörung ausgelöst. Walter Palmer hat Medienberichten zufolge massive Morddrohungen erhalten und seine Zahnarztpraxis mittlerweile geschlossen.

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Simbabwe: Elefant tötet PH

Am 15. April ist der Professional Hunter (PH) Ian Gibson von einem angreifenden Elefantenbullen getötet worden. Gibson war für das Safariunternehmen Chifuti Safaris mit einem Jagdgast in Chewore North im unteren Tal des Sambesi unterwegs. Auf Africahunting.com schildern Tom und Dave von Safari Classics, die Chifuti Safaris in Amerika repräsentieren, den Vorfall folgendermaßen: Die Jäger folgten schon seit mehreren Stunden einem Elefantenbullen, als sie beschlossen, eine Pause zu machen und dem Jagdgast etwas Erholung zu gönnen. Während der Jagdgast rastete, versuchten Ian Gibson und sein Tracker näher an den Bullen zu kommen, um einen Blick auf das Elfenbein zu werfen. Gibson bemerkte, dass der Elefant in der Musth war, in die die Bullen deutlich aggressiver sind. Als die Jäger sich dem Elefanten auf 50 bis 100 Meter genähert hatten, drehte dieser unvermittelt um und griff sofort an. Es gelang Gibson noch, auf kürzeste Entfernung einen Schuss loszuwerden, doch der Elefant trampelte ihn zu Tode. Ian Gibson war einer der erfahrensten Berufsjäger Simbabwes. SE

Beitragsbild: Die Meldung vom Tod Ian Gibsons auf africahunting.com, Copyright: africahunting.com