Schlagwort-Archive: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

DJV fordert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat ein Positionspapier „Der Wolf in Deutschland“ veröffentlicht, in dem unter anderem die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht gefordert wird. Die Einstufung des Wolfes im Jahr 1992 in den Anhang IV der FFH-Richtlinie entstamme einer Zeit, als dieser über 130 Jahre auf heutigem deutschem Territorium nicht mehr regelmäßig vorkam und seine Rückkehr offenbar nicht erwartet wurde, heißt es in dem DJV-Positionspapier: „Der Wolf erfüllt heute nicht mehr die Kriterien für die Aufnahme in Anhang IV.“ Gefordert wird, den Wolf baldmöglichst von Anhang IV in Anhang V der FFH-Richtlinie zu überführen sowie den Wolf „in den Katalog der bejagbaren Arten des Bundesjagdgesetzes aufzunehmen.“

Die Aufnahme ins Jagdrecht sei unabhängig von einer Aufnahme in Anhang V der FFH-Richtlinie, auch Arten aus Anhang IV dürften unter bestimmten Voraussetzungen bejagt werden, stellt der DJV fest: Die Rechte der Jagdausübungsberechtigten und Jagdrechtsinhaber seien zu wahren, die „Einrichtung von staatlichen Fang- und Entnahmetrupps als Parallelstruktur zur Jägerschaft wird abgelehnt.“ Es seien verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, nach denen die fachlich qualifizierte Jägerschaft handeln kann. Gefordert wird auch eine gesetzliche Regelung für den „Ausgleich von Schäden durch Wölfe an Jagdhunden.“

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Studie: Klimaerwärmung ist Ursache für Rückgang der Braunbären in Europa

Die Klimaerwärmung ist verantwortlich dafür, dass der Bestand der Braunbären in Europa seit dem Ende der letzten Eiszeit dramatisch geschrumpft ist. Steigende Wintertemperaturen während der letzten 12.000 Jahre haben die Fortpflanzungsrate der Braunbären verringert und zu deren Verschwinden beigetragen, berichtet eine internationale Forschergruppe, darunter ein Senckenberg-Wissenschaftler, im Fachblatt „Scientific Reports“. Die Klimaerwärmung hat dem Braunbären zudem indirekt geschadet: größere Flächen wurden für den Ackerbau nutzbar, was den Lebensraum der Tiere zusätzlich verkleinerte. Einen besonders rasanten Rückgang der Braunbären in Europa verzeichnen die Forscher in den letzten 2.000 Jahren.

Am Ende der letzten Eiszeit vor rund 12.000 Jahren war der Braunbär (Ursus arctos) noch überall in Europa anzutreffen. Im Gegensatz zu vielen anderen seiner damaligen Zeitgenossen hat der Braunbär bis heute überlebt. Jedoch gibt es nur noch vereinzelte Populationen, die in en Pyrenäen, Nordskandinavien und Osteuropa leben. Dass das Verschwinden der Braunbären mit dem Menschen und seiner Landnutzung zusammenhängt, ist schon länger bekannt.

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Wolfskacke suchen mit Laura und Maple

Wissenschaft ganz unten bzw. ganz hinten: Das Senckenberg-Institut im hessischen Gelnhausen setzt bei der Suche nach Losungsproben von Wolf, Wildkatze und Luchs im Rahmen von Wildtiermonitoring und Naturschutzforschung auf die Nasenleistung von Spürhunden. Die Verhaltensforscherin Laura Hollerbach schreibt ihre Promotion über „Einsatz von Suchhunden für Wildtierforschung und -Monitoring“. Unverzichtbare Mitarbeiterin ist ihre Labrador-Hündin  Maple, die auf das Finden von Wolfs- und Luchslosung konditioniert wurde. Mit Erfolg: Während menschliche Probanden in einem 176 Quadratkilometer großen Untersuchungsgebiet gerade einmal zehn Proben sammelten, kamen Laura und Maple auf über 50. Mit Hilfe von DNA-Untersuchungen des aufgefunden Materials können einzelne Individuen identifiziert und wieder erkannt werden, was Aussagen über deren genetische Herkunft, Rudelzugehörigkeit oder Wanderbewegungen wie bei den Lausitzwölfen ermöglicht.

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Gebietsfremde Arten: Inseln und Küstenregionen am meisten gefährdet

Erstmals haben Wissenschaftler  globale Hotspots für nicht-einheimische Arten identifiziert. Die meisten gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten kommen demnach auf Inseln und in Küstenregionen vor, so das Ergebnis einer großangelegten Studie eines internationalen Teams, an dem auch der Senckenberg-Wissenschaftler Dr. Hanno Seebens beteiligt ist. Weltweiter Spitzenreiter ist Hawaii, in Europa kommen die meisten gebietsfremden Arten in Großbritannien vor. Je stärker eine Region wirtschaftlich entwickelt und besiedelt ist, desto höher ist auch der Anteil gebietsfremder Arten, berichtet das Team aktuell in der Zeitschrift „Nature Ecology and Evolution“.

Das Grauhörnchen in Großbritannien, der Besenginster auf Neuseeland und die Wolfsbandnatter Lycodon capucinus auf den Weihnachtsinseln – alle haben etwas gemeinsam: Sie sind in ihrem jetzigen Lebensraum ursprünglich nicht heimisch. Wie viele andere Tier- und Pflanzenarten ist es ihnen – begünstigt durch menschliches Handeln gelungen – diesen neuen Lebensraum zu besiedeln.

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