Schlagwort-Archive: Schweiz

Nach Tierschützer-Protesten – vorläufiges Aus für erstes Schweizer Saugatter

Das bei Elgg im Schweizer Kanton Zürich geplante erste nationale Saugatter der Schweiz steht vor dem Aus: Tierschützer-Protest haben, wie die Limmattaler Zeitung berichtet,  die Gemeinde bewogen, das als „tierquälerische Wildschwein-Guantanamo“ diffamierte Projekt vorerst auf Eis zu legen. Dass die Ausbildung von brauchbaren Hunden zur Schwarzwildbejagung unmittelbar dem Tierschutz dient, hat bei der Entscheidung offenbar ebenso wenig eine Rolle wie gespielt, wie Forschungsergebnisse der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die in einer Reihe von Studien wissenschaftlich nachgewiesen haben, dass die Situation im Saugatter für die Wildschweine keine extreme Stresssituation und damit keine Tierquälerei darstellt. Bei der Entscheidung, das Projekt zu „sisitieren“, spielte auch die bevorstehende Volksabstimmung über die Jagd in Zürich (JAWINA berichtete) eine Rolle: Wenn die private oder Milizjagd ohnehin verboten wird, brauche es auch weniger ausgebildete Hunde… SE

Beitragsbild: Hund im Saugatter. (Archivbild) Foto: SE

Schweiz: Steinwildjäger tödlich verunglückt

Am Montag ist ein 66 Jahre alter Jäger im Schweizer Kanton Graubünden tödlich verunglückt. Der Mann war mit einem Jagdkollegen im Val Chöglias in Ramosch auf der Steinbockjagd. Kurz vor 14.30 Uhr querten die beiden einen steilen, mit wenig Schnee belegten Grashang. Bei dieser Querung glitt der 66-Jährige aus, rutschte rund 75 Meter den Hang hinunter und stürzte über eine Kuppe in das Bachbett. Die alarmierte Rega-Crew konnte den Jäger nur noch tot bergen. Die Kantonspolizei Graubünden untersucht, wie es zu diesem Sturz gekommen ist. PM

Beitragsbild: Unfallstelle im Val Chöglias. Foto: Rega

Schweiz: Züricher stimmen über Jagdverbot ab

Die Stimmberechtigten im Schweizer Kanton Zürich werden darüber abstimmen dürfen, ob die Jagd durch private Jäger, in der Schweiz Milizjagd genannt, verboten wird. Der Kanton bestätigte, dass Aktivisten der Tierpartei Schweiz genügend Stimmen eingereicht hätten, um die kantonale Volksinitiative „Wildhüter statt Jäger“ zustande kommen zu lassen. Die Initiative fordert, die Milizjagd nach dem Vorbild des Kantons Genf abzuschaffen. Stattdessen sollten sich Tierbestände „natürlich regulieren“, das Wildtier-Management soll durch beim Kanton angestellte Wildhüter ausgeübt werden. Für Wildschäden soll der Kanton – sprich: der Steuerzahler – haften. Die Wildhüter sollen nur dann regulierend eingreifen können, wenn „alle anderen erdenklichen Schutzmassnahmen nicht zielführend waren.“ Über die im Bedrafsfall „anzuwendenden Maßnahmen“ soll eine „Fachkommission“ entscheiden, die u.a. mit Tierschützern besetzt ist.

Samuel Ramseyer, Sprecher von Jagd Zürich, erklärte gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), dass man die Initiative „sehr ernst“ nehme, da sie in den Städten auf Sympathie stoßen könne. Christian Jacques, Präsident von Jagd Zürich warnte in der NZZ, es sei „reine Augenwischerei“ zu glauben, dass 30 bis 50 Wildhüter die Aufgaben von 1400 Milizjägern übernehmen könnten. Bauern und Waldbesitzer lehnen die Initiative vehement ab und unterstützen die Jäger. Schon jetzt litten die Bauern unter hohen Wildschäden, die Folgen einer Annahme der Initiative seien „unberechenbar“, so ein Sprecher des Züricher Bauernverbandes.

Weiterlesen

Schweiz: Braunbär im Kanton Bern gesichtet

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Junger Elchbulle bei Pasewalk – Video bei Twitter +++ Kärnten: Hund beschossen, Anzeige wegen Tierquälerei gegen Jäger +++

Im Genstal oberhalb von Innertkirchen im Schweizer Kanton Bern hat ein Jäger einen Braunbär gesichtet. Er konnte das Tier mehrere Minuten lang beobachten, wie die Nidwalder Zeitung berichtet. Das Tier habe sich unauffällig verhalten. In den vergangenen Monaten waren bereits zwei Bärensichtungen auf Kantonsgebiet gemeldet worden. Aus gegebenem Anlass hat das Berner Jagdinspekoratein ein Merkblatt „Jagen im Bärengebiet“ herausgegeben. Es enthält wichtige Hinweise, was bei der Jagd im Bärengebiet zu beachten ist und steht hier zum Download bereit.

Schweiz: „Keine Jagd im Kopf“

Die acht Mitglieder einer Jagdgruppe im Val Bondasca, dem Gebiet, das von dem verheerenden Bergsturz im Bondo betroffen ist, gehen dieses Jahr nicht zur Jagd. Sie haben ihre Jagdpatente zurück nach Chur geschickt, wie das SRF berichtet. Dies geschehe zum einen aus Pietätsgründen, aber auch, weil die meisten Jäger ihre Maiensässe bei dem Unglück verloren hätten. SE

Beitragsbild: Braunbär in Alaska frisst Lachs. Autor: Steve Hillebrand, US Fish & Wildlife Service, National Digital Library, Quelle: Wikipedia

Schweiz will Schutzstatus des Wolfs lockern

Schweizer Abgeordnete (Räte) sind sich mehrheitlich einig darüber, dass der Schutzstatus des Wolfs gelockert werden soll. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet (ein JAWINA-Leser schrieb neulich in einer Mail an die Red., die Schweizer Zeitungen seien ja heute das, was das Westfernsehen früher für DDR-Bürger war), hätte das Parlament bereits eine Motion des Bündner CVP-Ständerats Stefan Engler angenommen, Diese verlange, dass die Wolfspopulation unabhängig von einem Schaden dezimiert werden könne, beispielsweise um die Bildung von Rudeln zu verhindern, so die NZZ.

Eine Standesinitiative des Kantons Wallis mit dem Titel „Wolf. Fertig lustig!“ fordert überdies, dass die Schweiz die Berner Konvention, den völkerrechtlichen Vertrag über den Artenschutz, neu verhandelt. Ziel sei, den Schutz des Wolfes aufzuheben. Zudem solle der Wolf ganzjährig gejagt werden dürfen. Diese Initiative ist vom Ständerat abgelehnt, vom Nationalrat hingegen angenommen worden (Ständerat und Nationalrat sind die zwei Kammern der Schweizer Bundesversammlung, die gemeinsam die Legislative bilden). Der Bundesrat suche nun nach einem mit der Berner Konvention vereinbaren Mittelweg. Ziel ist, den Schutzstatus des Wolfes in der Konvention von „streng geschützt“ auf „geschützt“ zurückstufen. Die würde eine kontrollierte Bejagung wie bei anderen geschützten Arten – Luchs und Steinbock werden als Beispiele genannt – ermöglichen.

Weiterlesen

Schweiz: Fuchs beisst schlafende Kinder

In Pfäffikon im Schweizer Kanton Zürich hat ein Fuchs zwei zwölf und 14 Jahre alte Kinder gebissen, die auf der Terrasse eines Wohnhauses schliefen. Der Fuchs war schon mehrfach im Garten des Hauses beobachtet worden, wie das Onlineportal 20minuten berichtet. Der Vater der Kinder vermutet, dass der Fuchs an der Hand des älteren Kindes geschnüffelt habe, woraufhin dieses beim Aufwachen zusammenzuckte. Der Fuchs habe sich erschreckt und zugebissen. Nach dem Biss in die Hand des älteren Kindes, biss er auch noch dem jüngeren Jungen in die Hand und beide Schultern. Dem älteren Bruder gelang es dann, den Fuchs zu vertreiben. Die Bissverletzungen waren nicht tief und wurden vom Vater verarztet. Die Kinder erhielten eine Tetanus-Impfung. SE

Beitragsbild: Fuchsstrecke. Foto: SE

Schweiz: Toter Wolf im Kanton Freiburg

In der Gemeinde Jaun im Schweizer Kanton Freiburg ist ein toter Wolf entdeckt worden. Ein Landwirt fand den Kadaver am Freitag (9.6.) Nachmittag auf einem Feld. Wie das Amt für Wald, Wild und Fischerei (WALDA) des Kantons mitteilt, handelt es sich um ein ausgewachsenes weibliches Tier. Die Todesursache steht noch nicht fest, eine Schussverletzung ist nicht zu erkennen. Die rote Wölfin ist in die Pathologie der Universität Bern verbracht worden, wo sie seziert werden soll. Auch eine DNA-Analyse soll dort vorgenommen werden. PM

Beitragsbild: Tote Wölfin im Kanton Freiburg. Quelle: WALDA

Schweiz: Abschussverfügung für Wolf M75 in weiterem Kanton

Der Schweizer Kanton Appenzell Ausserrhoden schliesst sich den Kantonen Graubünden, Tessin und St. Gallen an und erlaubt den Abschuss des schadenstiftenden Wolfes M75 auf dem Kantonsgebiet.

Der Wolf M75 hat seit Beginn des Jahres in mehreren Kantonen eine große Anzahl von Schafen getötet. In seinem Streifgebiet wurden innerhalb der letzten vier Monate mindestens 55 Schafe gerissen. Betroffen waren betreute Herden, die sich auf elektrisch gesicherten Weiden und in der Nähe von Häusern befanden. Die Risse konnten mit DNA-Analysen eindeutig dem Wolfsrüden M75 zugeordnet werden. Auch der Riss von zwei Schafen am 25. Februar 2017 auf einer Heimweide im Gebiet Wässern, Heiden, wurde zweifelsfrei von diesem Wolf verursacht. In Appenzell Ausserrhoden sind seit 2014 insgesamt sechs Schafe von verschiedenen Wölfen gerissen worden.

Weiterlesen

Schweiz: Tierschützer baut Paketbomben

Eine unappetitliche Geschichte scheint sich im Schweizer Tierschützer-Milieu zugetragen zu haben: Wie blick.ch berichtet, soll „Haesli-Papa“ Ueli Bichsel, der einen Gnadenhof für Hasen und Kaninchen betreibt, funktionsfähige Paketbomben gebaut haben, mit denen er Tierquäler bekämpfen wollte. Den Hinweis erhielt die Polizei blick.ch zufolge ausgerechnet von Erwin Kessler (72), Präsident des Vereins gegen Tierfabriken Schweiz (VgT), einer militanten Tierrechtler-Organisation. Dem VgT-Präsidenten soll der Haesli-Papa eine funktionsfähige Bombe vorgeführt haben. Die Vorführung liege jedoch schon Monate zurück, weshalb Kessler gegenüber blick.ch einräumte, dass er sich zu spät an die Polizei gewandt habe. Der VgT distanziere sich vom Häslihof und Ueli Bichsel und erklärte, dass er mit Gewalt „nichts zu tun haben“ möchte. Die Polizei stellte mehrere Kisten mit verdächtigen Materialien sicher, der Nagerfreund sitzt in Untersuchungshaft. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten und verlinkten Beitrags in blick.ch (Bildschirmfoto, Ausschnitt).

Schweiz: Jäger sollen Gämsen schonen

„Zahlen heute den Preis für eine zu intensive Jagd“

Die Schweizer Gamspopulation ist seit Jahren rückläufig. Die Gamsstrecke hat sich in den letzten zwanzig Jahren nahezu halbiert. Als Gründe werden der Verlust von Lebensräumen infolge von zunehmenden Freizeitaktivitäten und Tourismus genannt, aber auch die verstärkte Konkurrenz durch Rothirsche und Steinwild, die Rückkehr von Großraubtieren sowie Erkrankungen wie Gamsblindheit und Räude. Einer der wichtigsten Faktoren ist nach Ansicht von Reinhard Schnidrig, der beim Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) für Wildtiere und Waldbiodiversität zuständig ist, jedoch „die falsche Jagdplanung in einigen Kantonen“, wie das Schweizer Nachrichtenportal FM1Today berichtet. Strenge Winter würden bei der Festsetzung der Abschusspläne unzureichend berücksichtigt: Der Jagddruck hab sich wegen der Förster erhöht,  sagt Schnidrig der Nachrichtenagentur sda: „Viele Regionen in der Schweiz zahlten heute den Preis für eine zu intensive Jagd.“ Die Schweizer Jäger wollen nun ihren Teil zu einer Erholung der Gamspopulation beitragen:

Weiterlesen

Schweiz: Graubünden gibt Wolf zum Abschuss frei

Der Schweizer Kanton Graubünden hat den Wolf M75 zum Abschuss freigegeben, weil zwischen dem 21. Januar und dem 8. Februar 2017 im Bergell, in der Leventina (Kanton Tessin) und im Misox mehr als 40 Schafe gerissen hat, wie es in einer Pressemitteilung des Kantons heißt. In drei Fällen, nämlich in Stampa, in Faido und in Cama sei aufgrund von genetischen Analysen ein und derselbe Wolfsrüde M75 als Verursacher identifiziert worden. Weiter heißt es in der Mitteilung: „Gestützt auf Art. 9bis der eidgenössischen Jagdverordnung kann eine Abschussbewilligung für einzelne Wölfe erteilt werden, die erheblichen Schaden an Nutztieren anrichten. Ein erheblicher Schaden an Nutztieren durch einen einzelnen Wolf liegt unter anderem dann vor, wenn in seinem Streifgebiet innerhalb eines Monats mindestens 25 Nutztiere, trotz Herdenschutzmaßnahmen, getötet werden. Schäden, die auf dem Gebiet von zwei oder mehreren Kantonen entstanden sind, haben die betroffenen Kantone koordiniert zu beurteilen. Die Abschussbewilligung muss der Verhütung weiteren Schadens an Nutztieren dienen.

Weiterlesen

Schweiz: Wolf im Wallis gewildert

10.000 Franken Belohnung für Hinweis auf Täter

Im Schweizer Kanton Wallis ist ein Wolf gewildert worden. Spaziergänger entdeckten den Kadaver des erwachsenen, weiblichen Tiers am 17. Februar gegen 17:00 Uhr in einem Wald bei dem Ort Pomi in Mayoux/Anniviers. Die Wölfin weist einen Einschuss hinter der Schulter auf. Für eine Autopsie wird der Tierkadaver ins Institut für Pathologie der Universität Bern transportiert, wie die Kantonspolizei mitteilt. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet. Die Kantonspolizei hat einen  Zeugenaufruf im Internet veröffentlich: lle Personen, die sachdienliche Hinweise machen können, sind gebeten sich bei der Kantonspolizei, Tel. +43 (0)27 326 56 56, zu melden. Die „Gruppe Wolf“ hat eine Belohnung in Höhe von 10.000 Franken ausgelobt für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen. SE/PM

Beitragsbild: Gewilderte Wölfin. Quelle: Kantonspolizei Wallis

Schweiz Kanton Wallis will Wölfe „regulieren“

Abschuss von Jungtier(en) geplant – Bauern in Brandenburg beklagen zunehmende Schäden durch Wölfe

Der Schweizer Kanton Wallis will den Abschuss eines Jungtiers aus dem Walliser Wolfsrudel beim Bund beantragen. Die Voraussetzungen für eine Regulierung seien erfüllt, heißt es in einer Medienmitteilung des Kantons: „Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) hat für die Zeit zwischen dem 1. Januar und dem 31. Oktober 2016 eine Schadensbilanz der Wolfpräsenz im Wallis erstellt. Im besagten Zeitraum wurden im Kanton neun Wölfe, darunter mindestens drei Jungtiere gezählt. Gleichzeitig wurden 187 Nutztiere gerissen. Der Schaden beläuft sich auf 83.680 Franken. In der Augstbordregion ist die Präsenz eines Rudels bestätigt.  Dort sind gemäss Einschätzungen der kantonalen Behörden die Voraussetzungen für eine Regulierung erfüllt. Der Kanton wird deshalb beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) einen Regulationsantrag stellen. Die ergriffenen Herdenschutzmassnahmen auf den Heim- und Sömmerungsbetrieben haben zu einem verbesserten Schutz der Herdentiere beigetragen.

Weiterlesen

Schweiz: „Schnauze voll“ vom Wolf

Wolf zum Maskottchen des FIFA World Cups in Russland gewählt.

In der Schweiz wollen sich die Gegner einer ungebremsten Ausbreitung von Großraubtieren in der „Vereinigung zum Schutz von Jagd- und Nutztieren vor Grossraubtieren in der Zentralschweiz (VSvGZ)“ zusammenschließen, wie das Onlineportal Blickamabend.ch berichtet. Die Initiatoren, zu denen eine Tourismusdirektorin, Landwirte und Nutztierhalter zählen, beklagen, dass dieWiederansiedlung von Grossraubtieren speziell in Berg- und Randregionen zu zunehmenden Problemen in der Land- und Alpwirtschaft führe und die Bevölkerung verunsichere. Sie fordern eine einfachere Regulierung von Wölfen, Bären und Luchsen. SE

Weiterlesen

Schweiz: Kanton Graubünden führt Promillegrenze für Jäger (doch nicht) ein

Update 19.10.: Graubündner Parlament lehnt Promillegrenze für Jäger ab

Das Graubündner Parlament hat wider Erwarten die Einführung einer Promillegrenze für Jäger abgelehnt. Zuvor war vom Großen Bündner Rat Zustimmung zur Revisionsvorlage der Regierung signalisiert worden, wie watson.ch berichtet. Eine Minderheit im Parlament habe sich jedoch „mit Vehemenz“ gegen die Promillegrenze gewehrt, so das Portal. Die Bündner Jagd habe kein Alkoholproblem, zitiert watson.ch den Sprecher der Kommissionsminderheit. Bisher sei bei keinem einzigen Jagdunfall Alkohol im Spiel gewesen. Die neuen Bestimmungen seien völlig unverhältnismäßig.

„Ein anderer Großrat sagte, die Bestimmungen über den Alkoholmissbrauch seien realitätsfremd. Die ganze Jägerschaft werde unter Generalverdacht gestellt“, schreibt watson.ch. Die Graubündner Regierung hatte die Volksinitiative, auf deren Betreiben es zu der Abstimmung gekommen war, zuvor als jagdkritisch charakterisiert: „Die Volksinitiative hat ein jagdkritisches Fundament. Sie richtet sich gegen die Jagd als Institution. Getragen wird die Initiative von Kreisen, die deutlich machen, dass sie die Jagd ablehnen. Die einzelnen Initiativbegehren sind so abgefasst, dass wenig Spielraum für einen sachgerechten, direkten Gegenvorschlag bleibt. Daher verzichtet die Regierung, dem Grossen Rat gemeinsam mit der Initiative einen direkten Gegenvorschlag zu unterbreiten, und beantragt, die Initiative dem Volk zur Ablehnung zu empfehlen“, heißt es auf der Seite des Graubündner Parlaments.

Dass es der zunächst kleinen Minderheit gelang, die Mehrheit auf ihre Seite zu ziehen, zeigt, was demokratische Abgeordnete, die sich tatsächlich nur ihrem Gewissen und dem gesunden Menschenverstand verpflichtet fühlen, erreichen können. Ein schöner Sieg über Populismus und Lobby-Machenschaften!

Weiterlesen

Schweiz: Jagd auf Schadwolf kostet 44.000 Franken

Die Jagd auf einen (!) Schadwolf im Schweizer Kanton Uri schlägt für den Steuerzahler mit ca. 44.000 Franken (ca. 40.500 Euro) zu Buche. Das berichtet Internetportal bz basel. Für die zweiwöchige Jagd auf den Wolf, der nach erteilter Abschussgenehmigung schließlich erlegt wurde, waren dem Bericht zufolge zwei hauptberufliche Wildhüter sowie sieben weitere Wildhüter und Jagdaufseher im Einsatz, deren Einsätze teilweise als Überstunden kompensiert wurden. Der Wert der aufgewendeten Arbeitsstunden beträgt ca. 25.000 Franken. Die Jäger stellten für ihre Bemühungen weitere 8500 Franken in Rechnung,  mehr als 10.000 Franken wurden für Helikopterflüge, Fahrten, Übernachtungen in einer Hütte und Mahlzeiten aufgewendet. Wieviel der Aufenthalt des Schadwolfs den Kanton insgesamt gekostet hat, ist laut bz basel unklar, man gehe aber davon aus, dass Aufwendungen für Herdenschutz und Schadensersatz für gerissene Tiere die Kosten für die Jagd überstiegen. SE

Weiterlesen

Tierschützer agitieren gegen Baujagd – mit Bild von Kleinem Münsterländer

Sie haben sich wirklich Mühe gegeben, eine Atmosphäre von Blutrünstigkeit zu schaffen, aber manchmal reicht Mühe-geben eben nicht: „Rote Flecken aus dem Photoshop“ zieren die Bögen, mit denen Tierschützer im Schweizer Kanton Thurgau Unterschriften gegen die Baujagd sammeln – und ein Bild von einem „munteren Kleinen Münsterländer“, der einen Fuchs apportiert. Das Schweizer Tagblatt, das über die Aktion berichtet, hat in der Sache investigativ ermittelt und herausgefunden: Der Kleine Münsterländer (KlM) ist zwar dem Namen nach klein, in Wahrheit aber zu groß für die Baujagd, weil er gar nicht in einen Fuchsbau passt. Der von dem KlM apportierte Fuchs müsse also anderweitig erlegt worden sein.

Ein schrecklicher Verdacht…

Ein JAWINA-Leser brachte soeben telefonisch einen noch weitaus schwerer wiegenden Verdacht auf: Demnach seien die Flecken auf dem Kopf des abgebildeten Hundes eher schwarz als braun, es müsse sich also eher um einen Großen Münsterländer handeln… So oder so: Der Tierschutzpräsident redet sich heraus: Sein Rechtsanwalt habe die Kampagnenbogen gestaltet, also eigentlich auch nicht selber, sondern die Gestaltung in Auftrag gegeben. Eines wisse er aber: Bei der Baujagd fließe Blut. Auch wenn man nach der Sache mit dem KlM Anlass hätte, den jagdlichen Sachverstand des Tierschutzpräsidenten in Zweifel zu ziehen, aber das mit dem Blut stimmt. Und trifft auch auf alle anderen Jagdarten zu, deren Ziel üblicherweise die Erlegung eines Beutetiers ist.

Weiterlesen

Schweiz: Rehbock greift Menschen an

In der Schweizer Gemeinde Collonge Bellerive im Kanton Genf hat ein Rehbock innerhalb von zwei Tagen vier Menschen angegriffen. Ein Bauarbeiter erlitt bei der Bock-Attacke einem Bericht des Internetportals 20minuten zufolge so schwere Verletzungen, dass die Wunde im Krankenhaus genäht werden musste. Der aggressive Bock wurde erschossen und ohne Befund auf Wildkrankheiten und Parasiten untersucht. SE

Beitragsbild: Rehbock, erlegt. Foto: SE

Schweiz will Wölfe „präventiv dezimieren“

„Der Wolf ist in die Schweiz zurückgekehrt,“, schreibt die Neue Zürcher Zeitung (NZZ), „und zwar derart erfolgreich, dass sich nun wie bei andern Wildtieren die Regulierung der Bestände aufdrängt.“ In dem Beitrag der NZZ geht es um die Neufassung des Schweizer Bundesjagdrechts. Bis 2004 sah das Schweizer Wolfsmanagement neben anderen Maßnahmen wie Förderung des Herdenschutzes und Ausgleichszahlungen für gerissene Nutztiere vor, dass einzelne Wölfe abgeschossen werden durften, wenn sie massive Schäden angerichtet hatten. Vor dem Hintergrund einer anwachsenden Wolfspopulation und zu erwartender steigender Zuwanderung von Wölfen zum Beispiel aus Italien, hat sich der Bund nun entschlossen, eine Regulierung geschützter Tierarten zu genehmigen. „Erlaubt ist mit dieser Änderung des Jagdgesetzes explizit die Dezimierung von Wolfsrudeln und nicht mehr nur der gezielte Abschuss einzelner problematischer Tiere“, so die NZZ. Auch müssten die Kantone nicht mehr den konkreten Schaden durch ein einzelnes Tier nachweisen. Über Wolfsabschüsse soll künftig nicht mehr das Bundesamt für Umwelt entscheiden, sondern die Kantone. Mit der Neuregelung werde grundsätzlich der präventive Abschuss von Wölfen ermöglicht.

Weiterlesen

„Griffige Instrumente“ – neues Jagdgesetz für den Kanton Solothurn

Der Schweizer Kanton Solothurn überarbeitet sein Jagdgesetz: Das Revierjagdsystem wird beibehalten. Aufhorchen lässt die Neuregelung des Wildschadens : Die Jäger zahlen weniger, dafür erhält der Kanton weitgehende Eingriffsrechte, wenn die Wildschäden aus dem Ruder laufen – ein Gesetz mit Modellcharakter?

Die  kantonsrätliche  Umwelt-,  Bau-  und Wirtschaftskommission (UMBAWIKO)   hat   dem   totalrevidierten Jagdgesetz  des  Kantons  Solothurn  mit  grossem  Mehr  zugestimmt, heißt es in einer Pressemitteilung des Kantons. Darin heißt es weiter: Das  neue  Gesetz  trägt  den  veränderten  rechtlichen, jagdlichen  und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung.  Das  bisherige  Jagdgesetz  ist  mittlerweile seit  28  Jahren  in  Kraft.  Das  Gesetz wurde  über  die  Jahre  zwar  vereinzelt  angepasst,  aufgrund  von  veränderten rechtlichen,  jagdlichen  und  gesellschaftlichen  Rahmenbedingungen  drängte sich ein neues Gesetz jedoch auf. Gleichzeitig müssen die neuen Vorgaben des Bundes  in  den  Bereichen  Jagd,  Tierschutz  und  Waffenrecht  ins  neue kantonale   Jagdgesetz   übernommen   werden.   Unbestritten   und   daher beibehalten werden soll die Revierjagd als Jagdsystem des Kantons Solothurn.

Weiterlesen

Schweiz: Wolf M68 wurde erlegt

Der von den Behörden im Schweizer Kanton Uri zum Abschuss freigegebene Wolf M68 ist in der Nacht auf Donnerstag erlegt worden. Der Abschuss wurde von Wildhütern in Zusammenarbeit mit Jägern durchgeführt, die vom Kanton zum Wolfsabschuss bestimmt worden waren. Der DNA-Analysen zufolge aus Italien stammende Wolfsrüde M68 war im April erstmals von einer Fotofalle aufgenommen worden. Zuvor war er in der Schweiz nie nachgewiesen worden. In den zwei Monaten, nachdem er das erste Mal in Erscheinung getreten war, Riss er über 50 Schafe. In Gebieten, in denen der Wolf zum ersten Mal auftritt, gilt in der Schweiz eine sogenannte „Schadensschwelle“ von 25 Schafen bzw. anderen Nutztieren. Ist diese Schadensschwelle erreicht, so kann der Wolf zum Abschuss freigegeben werden. Die Sicherheitsdirektion des Kantons Uri hat diese Abschussverfügung am 14. Juli erlassen.

Weiterlesen

Schweiz: Wolf reisst Nutztiere im Wallis

Grundbesitzer fordert: Wolfsfreunde sollen Kadaver entsorgen

In der Augstbordregion im Schweizer Kanton Wallis haben Wölfe in den vergangenen Tagen elf Schafe und eine Ziege gerissen. Ein weiteres Schaf wurde verletzt aufgefunden, von zwei weiteren fehlt jede Spur, wie die Schweizer Tageszeitung blick.ch auf ihrer Internetseite berichtet. Allein auf einer Weide oberhalb von Törbel wurden acht Schwarznasenschafe gerissen. Der Schäfer zog seine Herde von der Weide ab, die Kadaver blieben auf dem Yakspfad, einem beliebten Wanderweg liegen, wie 1815.ch berichtet. Der Schäfer und der Besitzer der Weide sind sich über das weitere Vorgehen einig: Er sehe nicht ein, warum sich der Schafbesitzer die Mühe machen solle, die toten Tiere zu entsorgen, sagte der Besitzer der Weidefläche gegenüber 1815.ch. Auch er selbst fühle sich nicht verpflichtet, die toten Tiere wegzuräumen. Dies sollten eher die Pro-Wolf-Aktivisten von der „Gruppe Wolf Schweiz“ tun, schlägt der Grundbesitzer vor. Auch für den angerichteten Schaden sollten die Wolfsfreunde seiner Ansicht nach aufkommen.

Weiterlesen

Schweiz: Kanton Wallis verbietet Wildkameras

Fotofallen-Verbot auf Betreiben des Kantonalen Jägerverbands

Der Schweizer Kanton Wallis hat Wildkameras, auch Fotofallen genannt, bei der Jagd verboten. Wildkameras sind mit Bewegungsmeldern ausgestattete Kameras, die automatisch Fotos oder Videos erstellen, wenn sich im Bereich der Sensoren etwas – ein Wildtier beispielsweise – bewegt. Sie werden im Rahmen der Jagdausübung z.B. zur Überwachung von Kirrungen, Wildwechseln und wildschadensgefährdeten Kulturen eingesetzt. Ihr Einsatz ist unter Datenschützern umstritten.

Im Wallis müssen Jäger nun auf dieses Hilfsmittel verzichten: Eine Jagdgesellschaft aus dem Mittelwallis hat einem Bericht der Neuen Luzerner Zeitung (NLZ) zufolge den Kantonalen Jägerverband aufgefordert, sich für ein Verbot der Wildkameras einzusetzen. Die Regierung des Kantons kam diesem Wunsch aus den Reihen der Jägerschaft nun nach. Das Wildkamera-Verbot scheint die Folge eines in der Walliser Jägerschaft schwelenden Generationenkonflikts zu sein:

Weiterlesen

Wegen Foto von aufgebrochenem Hirsch: Vegetarier zeigt Jagdmagazin an

Ein militanter Vegetarier und Jagdgegner hat das Schweizer Jagdmagazin „Bündner Jäger“ angezeigt, weil darin „in bedrückender Regelmässigkeit Darstellungen von Gewaltverherrlichung oder -verharmlosung“ gezeigt und „das Grausame sowie Unmenschliche eines Vorgangs in verletzender Weise dargestellt“ würden. So zitiert das Schweizer Onlineportal 20minuten aus einer Pressemitteilung der „Interessengemeinschaft Wild beim Wild“, hinter der nach Angaben von 20minuten der radikale Tierschützer Carl Sonnthal stecke. Anlass für die Anzeige sind Bilder in einer Ausgabe des Bündner Jägers, die einen Jäger beim Aufbrechen einer Hirschkuh zeigen. Sonnthal habe „wegen Verdachts auf organisierte Gewaltdarstellung und Verletzung der Würde von Tieren“ Strafanzeige bei der Bündner Staatsanwaltschaft eingereicht, heißt es weiter.

Weiterlesen

Schweizer wehren sich gegen EU-Waffenrecht

Israel diskutiert Lockerung des Waffengesetzes

Das Sturmgewehr in der Vorratskammer ist eine Schweizer Tradition, denn Angehörige der Schweizer Armee können zwischen ihren Dienstpflichten und nach dem Ende ihrer Dienstzeit ihre Waffe – z.B. das Sturmgewehr 90, die aktuelle Standardwaffe der Arme – mit nach Hause nehmen. Damit soll es nach dem Willen der EU-Kommission bald vorbei sein. Die geplante Verschärfung des EU-Waffenrechts müsste auch die Schweiz – eines der sichersten Länder der Welt – umsetzen, denn die Schweiz ist zwar bekanntlich kein EU-Mitglied, dafür aber Mitglied des Schengen-Raums. Schengen-Staaten sind verpflichtet, die Neuregelung des Waffenrechts in nationales Recht zu überführen, sonst könnte auch die im Schengen-Abkommen vereinbarte Zusammenarbeit von Zoll, Polizei, Justiz und Asylbehörden zum Erliegen kommen. Das berichtet die Neue Zürcher Zeitung (NZZ), die die Waffenrechtsverschärfung für eine „weitere Belastungsprobe“ des bereits angespannten Verhältnisses zwischen Schweiz und EU hält. Das Vorhaben sorge für „rote Köpfe“.

Weiterlesen

Schweiz: Umweltkommission fordert, Wolf als jagdbare Art einzustufen

Kündigung der Berner Konvention gefordert

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (Umweltkommission) des Schweizer Ständerats hat mit sechs zu vier Stimmen bei zwei Enthaltungen eine Motion angenommen, die die Aufnahme des Wolfs in den Katalog jagdbarer Arten fordert. Stimmt das Parlament zu, muss das Jagdgesetz entsprechend geändert werden. In einer Medienmitteilung des Schweizer Parlaments heißt es dazu: „Die Motion will den Bundesrat beauftragen, das Jagdgesetz dahingehend zu ändern, dass der Wolf ganzjährig gejagt werden kann. Die Kommission hat einmal mehr betont, die Bedenken der betroffenen Bergkantone in der Sache Wolf müssten ernst genommen werden.“

Die Umweltkommission vertritt die Auffassung,  dass „das bisherige Konzept von Massnahmen zur Schadensverhütung (Herdenschutz) und einzelnen Abschüssen von schadenstiftenden Wölfen und bei regional hohen Beständen nicht ausreichend“ sei: „Die Zunahme der Wölfe müsse mit wirkungsvollen Bestandeseingriffen gebremst werden, das würden die Erfahrungen in verschiedenen Ländern Europas zeigen.“

Weiterlesen

Schweiz: Neues Wolfskonzept

Stufenmodell zur Einschätzung von Wolfsverhalten – von grün (unauffällig) bis schwarz (problematisch).

Das Schweizer Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat die Konzepte für den Umgang mit Wolf und Luchs aufgrund der revidierten Jagdverordnung überarbeitet. Das teilt das Bafu in einer Presseerklärung mit: Im Konzept Wolf dient ein neues Schema zur Einschätzung von problematischem Verhalten von Jungwölfen in Rudeln. Im Konzept Luchs ist der Rahmen für regulierende Maßnahmen neu definiert, wenn die Wildbestände, insbesondere von Rehen und Gämsen, wegen der Präsenz von Luchsen tief sind. Das BAFU hat die Konzepte am 19. Januar 2016 in Kraft gesetzt.

Ziel der Konzepte Wolf und Luchs ist laut Bafu, Rahmenbedingungen für den Umgang mit den wachsenden Grossraubtierbeständen in der Schweiz zu schaffen. Es geht insbesondere darum, den Schutz der Wildtiere zu gewährleisten und gleichzeitig die Anliegen der Bevölkerung zu berücksichtigen. Eingriffe in die Bestände sollen nur erfolgen, wenn die Schadenverhütungsmassnahmen ausgeschöpft sind. Die Konzepte dienen vorab den Kantonen bei der Umsetzung der rechtlichen Vorgaben.

Weiterlesen

Schweiz: Zwei Jungwölfe aus Calanda-Rudel zum Abschuss freigegeben

Offenbar ist den Schweizer Wölfen die viel beschworene „natürliche Scheu“ ihrer deutschen Artgenossen abhanden gekommen. Mit den jetzt genehmigten Abschüssen soll eine Verhaltensänderung erreicht werden: Laut BAFU-Vorgaben soll der Abschuss „in Siedlungsnähe“ und „während der Aktivitätszeit der Menschen“ erfolgen.

Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat dem Gesuch der Kantone St. Gallen und Graubünden um Abschussbewilligung von zwei Jungwölfen aus dem Calandarudel zugestimmt. Das teilt das BAFU in einer aktuellen Presseerklärung mit. In der Stellungnahme an die Kantone gibt das BAFU Empfehlungen für den Umsetzungsrahmen ab. Ende November 2015 hatten die Kantone St. Gallen und Graubünden beim BAFU Gesuche eingereicht für eine Regulierung der Wölfe des Rudels am Calanda. Begründet wurde dies damit, dass die Tiere immer mehr die Scheu verlieren und in Siedlungen auftauchen. Damit wächst das Potenzial zur Gefährdung von Menschen. Mit dem Abschuss zweier Jungwölfe wollen die Kantone eine Verhaltensänderung des Rudels bewirken.

Weiterlesen

Schweiz: Flüchtlinge sollen Schafe vor Wolfsangriffen schützen

Nein, das ist kein Scherz: Der Große Rat des Schweizer Kantons Wallis hat einen Vorschlag der FDP-Fraktion gebilligt, wonach Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose zum Schutz von Schafherden in den Bergen eingesetzt werden sollen. Das berichtet die Neue Luzerner Zeitung. Niemand könne Schafe besser Schützen als Hirten, begründete ein FDP-Politiker den Vorschlag. Den Viehhaltern fehle es aber oft an Geld und Arbeitskräften. Das Beschäftigungsprogramm wurde mit 72 zu 41 Stimmen bei drei Enthaltungen angenommen. Nur die die CVP lehnte dem Bericht der NLZ zufolge das Projekt ab: Die Situation bei den Schafherden und in den Bergen sei zu gefährlich: Die Viehhalter könnten ihre Hirten noch vor den Schafen verlieren… SE

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags in der Neuen Luzerner Zeitung.

Schweiz: Kantone beantragen Wolfsabschüsse

Graubünden und St. Gallen beantragen Abschussbewilligung für Wölfe – weiterer toter Wolf in Baden-Württemberg gefunden

Das Wolfsrudel im Calandagebiet verhält sich zunehmend problematisch. Diese Auffassung bekundet das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden in einer Pressemitteilung. Darin heißt es weiter: „Damit die Wölfe ihre Scheu vor dem Menschen wieder zurückerlangen, sollen zwei Tiere aus dem Rudel entfernt werden. Die Kantone Graubünden und St.Gallen beantragen dafür beim BAFU (Schweizer Bundesamt für Umwelt, red.) eine Abschussbewilligung.  Seit 2012 lebt im Gebiet des Calanda-Ringelspitz-Massivs das erste Wolfsrudel der Schweiz. Die Sichtungen und das Verhalten der Wölfe im Streifgebiet wurden von Mitarbeitern der zuständigen Ämter der Kantone Graubünden und St.Gallen laufend protokolliert und bewertet.

Weiterlesen

Schweiz: Kanton gibt Wolf zum Abschuss frei

Der Kanton Wallis,  hat gestern (Dienstag) eine Abschussgenehmigung für einen Wolf erteilt. Das teilt der Kanton in einer Presseerklärung mit. Darin heißt es: „Staatsrat Jacques Melly ordnete heute den Abschuss eines Wolfs an, der zwischen dem 25. Juni und 25. August 2015 auf den Alpen im Turtmanntal und der Augstbord-Region 44 Schaffe gerissen hat. Der Bewilligungsentscheid stützt sich auf das Jagdgesetz und die Jagdverordnung des Bundes.“ Aus den in den letzten beiden Jahren erfolgten Angriffen gehe hervor, dass sich das Streifgebiet des Wolfs derzeit vom Turtmanntal bis nach Törbel-Bürchen erstreckt.

Gemäß der seit 15. Juli 2015 rechtskräftigen Revision der Jagdverordnung (JSV) darf ein einzelner Wolf abgeschossen werden, wenn er in seinem Streifgebiet mindestens 15 Schafe getötet hat, nachdem im Vorjahr bereits Schäden zu verzeichnen waren, wobei Schäden nur berücksichtigt werden dürfen, sofern zumutbare Schutzmassnahmen ergriffen worden sind. Dies ist nach Ansicht des Staatsrats in dem betroffenen Gebiet der Fall: Der Bund fördert den Einsatz von Herdenschutzhunden, um Schäden an Nutztieren durch Grossraubtiere vorzubeugen. In der konkreten Situation hielt die kant. Dienststelle für Landwirtschaft (DLW) diese Massnahme aber für ungenügend bzw. ungeeignet und schlug daher andere Vorkehrungen vor, wie das Behirten, Einzäunen und Nachtpferche.

Weiterlesen

Schweiz: Calanda-Wölfe reißen Jagdhund

Das Wolfsrudel, das am Berg Calanda in den Schweizer Kantonen Graubünden und St. Gallen seinen Einstand hat, soll bereits Anfang Dezember den Jagdhund eines ortsansässigen Jägers gerissen haben. Das berichtet das Schweizer Nachrichtenportal 20 Minuten. Demnach hat sich der Hund aus dem Einwirkungsbereich seines Herrn entfernt, als dieser beim Holzhacken war. Nach zwei Tagen der Suche fand der Hundehalter die Überreste seines Hundes: Einen Knochen und Blut. An der Fundstelle entdeckte er zahlreiche Wolfsspuren. Man habe gesehen, dass ein Kampf stattgefunden habe, erklärte der Jäger gegenüber 20 Minuten.

Weiterlesen

Schweiz: Fotofallen sollen verboten werden

Der Schweizer Bundesrat will aufgrund von Datenschutzbedenken Jägern die Benutzung von Wildkameras verbieten. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat von der Regierung den Auftrag erhalten, eine entsprechende Regelung auszuarbeiten. Der Chef der BAFU-Sektion Jagd berichtete gegenüber dem Schweizer Radiosender SRF, dass die „Nutzung von Fotofallen für jagdliche Zwecke so weit wie möglich“ eingeschränkt werden solle. Problematisch ist aus Sicht des Datenschutzes, dass die mit Bewegungsmeldern ausgestatteten Kameras auch unbemerkt Fotos von Menschen aufnehmen könnten.

Weiterlesen

News: +++ Jäger schießt Wolf – aus Versehen +++

Schweiz: Ein Graubündner Jäger hat „aus Versehen“ einen Wolf geschossen – der Mann erstattete Selbstanzeige +++ Wölfe lernen besser voneinander als Hunde: Das hat eine Studie von Wissenschaftern der Veterinärmedizinischen Universität Wien und des Wolf Science Center (WSC) in Ernstbrunn ergeben. +++ Wölfe: Weit weg top, vor der eigenen Haustür Flop – In Felsberg bei Chur (Schweiz) haben Wölfe 50 Meter vom Dorf ein Reh gerissen und die blutigen Überreste im Schnee hinterlassen – jetzt sorgen sich die Anwohner. +++ Nochmal Wölfe: Die haben jetzt Mittelsachsen und das Erzgebirge erreicht – Jäger liefern den Beweis. +++ Österreich: Wegen Rinder-TBC – Rotwild-Bestand soll um bis zu 70 Prozent reduziert werden. +++ Nach Protesten: Münchner Jagd- und Fischerei-Museum hängt Göring-Trophäen ab. +++

Schweiz: Reduktionsabschüsse von Wölfen ab 2014?

Bauernverband fordert „wolfsfreie Zonen“

Das Schweizer Bundesamt für Umwelt (Bafu) überarbeitet zur Zeit das Wolfskonzept des Landes mit dem Ziel, Eingriffe in die Wolfspopulation zur Bestandsregulierung zu ermöglichen. Das berichtet die Zeitung „Schweizer Bauer“. Reinhard Schnidrig, Leiter der Sektion Jagd beim Bafu, erklärte, man wolle „regulierend eingreifen können, wenn Wölfe sich stark vermehren und trotz Herdenschutzmaßnahmen wiederholt Nutztiere reißen.“

Weiterlesen