Schlagwort-Archive: Schweißhund

Schweißhunde überflüssig? Menschlicher Geruchssinn besser als gedacht

In dem Aufsatz „Poor human olfaction is a 19th-century myth„, auf deutsch: Schlechter menschlicher Geruchssinn ist ein Mythos aus dem 19. Jahrhundert“ verteidigt John McGann (Rutgers University in New Brunswick, New Jersey) die menschliche Nasenleistung. McGann hat verschiedene Studien berücksichtigt, in der das menschliche Riechvermögen wissenschaftlich untersucht wird. Auf der Kunstfährte (zehn Meter, ein 45-Grad-Haken) mussten die Probanden zum Beispiel einer Fährte aus künstlichem Schokoladenaroma folgen, wie die FAZ in einem lesenswerten Beitrag berichtet. Ergebnis: Sie können es besser als gedacht, zwei Drittel der Schnüffler schafften es auf Anhieb, mit etwas Training ließen sich Spurtreue und Fährtenwille noch steigern. Die unterschiedliche Duftstoffkonzentration in den Nasenlöchern ermögliche es, durch eine Art Richtungsriechen der Spur zu folgen. Durch den aufrechten Gang und die dadurch bedingte Entfernung der Nase vom Erdboden habe sich die Bedeutung des Riechens für Menschen jedoch abgeschwächt, mutmaßen Forscher.

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Bayern: Schweisshund findet Vermissten

Nur dank der Beharrlichkeit eines Schweißhundes konnte ein seit vorgestern Nachmittag vermisster hilfloser 84-Jährige aufgefunden werden. Von diesem Vorfall berichtet die Polizei Bayern in einer Pressemitteilung. Demnach hat gestern Vormittag gegen 09.35 Uhr ein Jäger der Polizei Illertissen mitgeteilt, dass er soeben mit seinem Hund einen hilflosen Mann aufgefunden habe, der neben seinem elektrischen Krankenfahrstuhl in einem Waldstück im Bereich Vöhringen (Thal) auf dem Boden liegen würde. Ursprünglich habe der Jäger eine andere Route einschlagen wollen. Da sein Hund jedoch partout in die entgegengesetzte Richtung gezogen hätte, habe er sich überreden lassen und sei seinem Vierbeiner gefolgt. Der 84-jährige Senior, nach dem bereits polizeilich intensiv gesucht wurde, war mit seinem Krankenfahrstuhl im aufgeweichten Boden steckengeblieben und dann zu Fall gekommen. Unterkühlt, aber ansprechbar wurde er ins Krankenhaus verbracht. PP Schwaben Süd/West-Hö

Beitragsbild: Schweißhund. Copyright: SE

Sie nennen mich Willi – ein Schweißhundwelpe erzählt

Eine Kolumne von Robert Saemannn-Ischenko

10. Folge: Berufliche Zukunft

Jetzt bin ich sechzehn. Nicht Jahre, nur Wochen, jedoch immerhin. Zeit, über meine berufliche Zukunft nachzudenken. Ich weiß nicht, was der Sergeant und seine Frau mit mir vorhaben, die reden zwar den ganzen Tag, aber nicht über die wichtigen Sachen, jedenfalls nicht mit mir. Aber denen werde ich das mit der Berufswahl keinesfalls überlassen, die Zeiten sind vorbei, in denen man über Hunde einfach so hinwegentschieden hat. Wir sind auch Menschen!

Ich habe ausführlich mit meinen Kumpels aus der Welpengruppe der Forchheimer Jägerschaft geredet und blicke jetzt durch. Diese ganzen kalbsgroßen Deutsch Irgendwashaar sagen, dass sie Vorstehhunde werden müssen, weil sie sonst nix beigebracht bekommen. Ein paar von denen haben richtig Angst vor der Zukunft, weil sie sagen, dass es bald nix mehr vorzustehen gibt, und sie dann umschulen müssen auf Brauereigaul oder Türsteher oder sonst was ihrer Größe Angemessenes.

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Sie nennen mich Willi – ein Schweißhundwelpe erzählt

Eine Kolumne von Robert Saemannn-Ischenko

9. Folge: Gemüsescheiß im Essen

Kein schlechtes Wort über meine Heimat! Hey, liebe Familie/die Stunde hat geschlagen/es lebe Mutter Sláva!

Aber was ich hier zu fressen bekomme, das ist schon unglaublich. Fast habe ich ein schlechtes Gewissen. Am Anfang gab’s ja die selben Stinkpellets wie daheim. Getrocknete Kaninchenköttel, haben wir immer gescherzt. Nach denen gab’s andere Pellets, die haben leider weniger gestunken, aber auch okay geschmeckt.

Dann aber ging’s los: Fleisch gab’s! Von der Kuh! Von irgendjemandem in mühevoller Arbeit vorgekaut! Sie nennen es Hackfleisch, vermutlich weil es nur für Hunde ist, die in der Rudelhackordnung ganz oben stehen so wie ich. Kannte ich gar nicht, und ich muß sagen: geiles Zeug.

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Sie nennen mich Willi – ein Schweißhundwelpe erzählt

Eine Kolumne von Robert Saemann-Ischenko

3. Folge: Zurücktrampen kann ich immer noch…

Gääääähn! Woah, habe ich gut geschlafen auf diesem Wunderbett. Und zwar, ohne dass ich ständig eine Pfote im Auge hatte oder einer mir genau ins Ohr schnarcht.

Oder haben die mir was gegeben? Man hört ja viel von diesen K.o.-Tropfen, und ich kenne diese Menschen hier kaum. Die hören sich nicht an, als wären sie von hier, da geht’s ja schon los. Außerdem flüstern sie immerzu, wenn ich schlafe – was die wohl zu verbergen haben?

Hm, hm, hm. Riechen tue ich allerdings keine Gefahr.

Also sind sie entweder harmlos. Oder gute Schauspieler…

Naja, ich bleibe erst mal bei ihnen und schaue, was sie mir zu bieten haben. Zurücktrampen kann ich immer noch.

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Sie nennen mich Willi – ein Schweißhundwelpe erzählt

Eine Kolumne von Robert Saemann-Ischenko

2. Folge: Boah, habe ich Hunger!

Ich bin dann wohl doch eingeschlafen, glaube ich. Nicht richtig natürlich, eher so dösmäßig, schließlich halte ich den Haufen hier ja zusammen, ne. Als ich wieder aufgewacht bin, war jedenfalls Mama immer noch weg. Und die anderen Pupsis auch, wobei die mir in letzter Zeit schon ganz schön auf die Rute gegangen sind. Nie haben die mich in Frieden fressen lassen, nie durfte ich in Ruhe unsere Decke zernagen, immer kam mindestens einer dieser Rüpel und hat gestört. Ein Benehmen wie bei Terriers unterm Sofa! Ich habe denen empfohlen, mal die Vaterschaft klären zu lassen, aber das gab gleich eine Rüge von Mama, dabei stimmt’s.

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Sie nennen mich Willi – ein Schweißhundwelpe erzählt

Eine Kolumne von Robert Saemann-Ischenko

1. Folge: Weg von Mama, verdammt!

Wau, hier geht’s ja ab! Gestern abend kamen neue Menschen vorbei und haben mich besucht. Meine Geschwister schon auch, aber vor allem mich, das habe ich genau gemerkt. Die haben mich voll genau angeschaut und überall begrabbelt und ständig hochgehoben, und dazu haben sie gequietscht, als würde ihnen jemand auf die Pfoten treten. Mama fand die nett, aber Mama findet immer alle nett. Tante Jolana ist da schon kritischer, die bellt immer erst mal wie wild. Aber wenn man genau hinhört, merkt man, dass sie auch nur auf den Schoß will. Wobei es mit dem Hinhören bei den Menschen so eine Sache ist, die merken ja nicht viel. Wenn ich mit meinen sechs Schwestern und Brüdern in der Vorzeigekiste bin (Mama nennt sie immer „Catwalk“, keine Ahnung warum), wissen die Menschen nach ein paar Wuseleinheiten nicht mehr, wer wer ist, obwohl wir uns ja nun echt total unterschiedlich anhören und -riechen. Und von tiefer Nase haben diese Zweibeiner auch noch nichts gehört, das sagt ja schon alles.

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