Schlagwort-Archive: Rotmilan

Horstzerstörungen: „Dauerhafte Tabuzonen für Windenergieanlagen errichten“

Bettina und Norbert Kern haben zerstörte Greifvogelhorste in Windenergie-Planungsgebieten in der Umgebung der Gemeinde Ivenack (Mecklenburg-Vorpommern, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) dokumentiert. JAWINA hat mit den Naturschützern und Hobby-Ornithologen gesprochen.

Ein intakter Horst bei Ivenack Beitragsbild oben) und die Überreste des zerstörten Horsts. Fotos: B. u. N. Kern

JAWINA: Wie sind Sie auf illegale Nestzerstörungen in Ivenack aufmerksam geworden?

Bettina und Norbert Kern: Insgesamt waren es sieben verschwundene Horste in unserer Region. Diese Region wurde von einigen Leuten aus unserer Bürgerinitiative ehrenamtlich kartiert und die Horststandorte an die dementsprechenden Behörden weitergeleitet. Durch regelmäßige Kontrollen in den folgenden Jahren wurde das Fehlen der Horste bemerkt. 2015 verschwand ein Rotmilanhorst, 2016 verschwanden zwei Rotmilanhorste, ein Schreiadlerhorst, ein Bussardhorst und ein Horst ohne Zuordnung der Besetzung. 2017 verschwand ein Bussardhorst. Insgesamt also sieben Horste.

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Thüringen: Windrädern shreddern bevorzugt Rotmilane und Mäusebussarde

Über die Hälfte der im Umfeld von Windkraftanlagen in Thüringen tot aufgefundenen Vögel sind Rotmilane und Mäusebussarde, wie die Ostthüringer Zeitung (OTZ) berichtet. Das ergab der Zeitung zufolge eine Anfrage der Thüringer CDU-Landtagsfraktion bei der Vogelschlag-Erfassungsstelle am Umweltamt in Brandenburg, die Vogelschläge in ganz Deutschland statistisch auswertet. Auch Turmfalken und Uhus bildeten „größere Opfergruppen“, heißt es. Erfasst werden nur zufällig aufgefundene Tiere, weshalb von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen sei. Auf der vom Landesumweltamt Brandenburg veröffentlichten Aufstellung von Windrädern getöteter Vögel finden sich darüber hinaus zahlreiche weitere seltene und streng geschützte Arten vom Fisch- und Seeadler über Korn- und Wiesenweihe bis zu Schwarzstorch, Grünsprecht, Rohrdommel und Großem Brachvogel. Der Nabu sieht einen Zusammenhang zwischen dem Rückgang des Rotmilans und Deutschland und der zunehmenden Zahl von Windrädern. Auch Fälle, in denen Nester geschützter Arten vermutlich im Auftrag von WIndkraftprofiteuren entfernt würden, weil diese eine Verspargelung im Umfeld verhindern würden, nehmen der OTZ zufolge zu. SE

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Streit um Vogelschredderanlagen

Um eine Studie des Schweizer Umweltbüros KohleNusbaumer zum Thema Vogelschlag durch Windkraftanlagen mit dem Titel „Windenergie und Rotmilan: Ein Scheinproblem“ ist ein heftiger Streit entbrannt. KohleNusbaumer kommen zu dem Schluss, dass das „erhöhte Tötungsrisiko für den Rotmilan durch Windenergieanlagen im Wesentlichen aus den Erhebungen des Landesumweltamtes Brandenburg (LUA)“ abgeleitet werde, wobei diese „aufgrund der geringen Zahl der Funde in der zentralen Fundkartei für Anflugopfer […] für sich alleine genommen nicht geeignet [sei], ein erhöhtes Tötungsrisiko für den Rotmilan nachzuweisen.“

Die Deutsche Wildtierstiftung erklärte dem gegenüber, dass der Bestand des Rotmilans nach Angaben des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) im Abnehmen begriffen sei. KohleNusbaumer seien „als konsequente Befürworter der Windenergie bekannt“ und verdienten ihr Geld „u.a. mit der Projektierung von Windkraftanlagen.“ Der Nabu sprach von einem „Angriff der Windenergie-Lobby auf Artenschutz“ und kritisierte „den Versuch von Teilen der Windenergie-Branche, mit unhaltbaren Aussagen den Eindruck zu erwecken, dass ein Konflikt zwischen Windenergie und dem Schutz von Greifvögeln gar nicht existiert.“

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