Schlagwort-Archive: Rehe

Rehe zu Tode gehetzt? Reviernachbar zeigt Münchner Forstverwaltung an

Bei einer von der Münchner Forstverwaltung Anfang November veranstalteten Drückjagd sollen in der Meute jagende Hunde wiederholt Rehe gegriffen und niedergezogen haben. Dies behauptet der tz zufolge ein Fürstenfeldbrucker Reviernachbar, der Anzeige bei der Polizei erstattet hat. Der Jäger äußerte der Zeitung gegenüber auch seinen Unmut darüber, dass die im Forst eingesetzten Hunde mehrfach die Reviergrenze überjagt hätten. Er habe mit ansehen müssen, wie die Hunde in seinem Revier die Rehe rissen und haben diese dann erlösen müssen. Das 160 Hektar große Forstrevier bei Jesenwang sei für Drückjagden zu klein.

Der Pressesprecher der Städtischen Forstverwaltung München verteidigte sich gegenüber der tz auf aufschlussreiche Weise: „Bei uns gilt Wald vor Wild“, sagte Pressesprecher Bernd Plank, es gehe „um den Erhalt des Waldes.“ Daher müssten aus Zeitgründen neben der Ansitzjagd auch Drückjagden stattfinden. Die Hälfte der Rehe würde auf dem Ansitz erlegt, die Hälfte auf Drückjagden. Die zum Einsatz kommenden Hunde seien dafür ausgebildet. Die Abschussquoten müssten erfüllt werden, dies sei nur durch eine Kombination beider Jagdarten zu gewährleisten. red.

Beitragsbild: Erlegte Forstschädlinge. Foto: SE

Brandenburg: Rehwildstrecke in Wolfsgebiet auf „historischem Tiefstand“

Jäger befürchten das „Verschwinden der Rehe“, der Umweltausschusses des Landkreises Spree-Neiße im Südosten Brandenburgs diskutiert, inwieweit der Wolf die Tierwelt in der Lausitz verändert. Anlass ist der dramatische Rückgang der Streckenergebnisse: Wie die Lausitzer Rundschau berichtet, werden seit dem Jahr 2010 weit weniger Rehe erlegt als zuvor. Bis zum Jahr 2010 wurden im Kreisgebiet stets zwischen 4000 und 4500 Stück Rehwild erlegt. Im vergangenen Jagdjahr 2016/17 waren es nur noch 2821 Stück – ein „historischer Tiefstand“ sei das.

Die Diskussion rief umgehend Kritik hervor: Der Kreistagsabgeordnete Sascha Fussan der für Die Linke im Umweltausschuss sitzt, monierte gegenüber der Lausitzer Rundschau, die Jäger würden behaupten, das Gleichgewicht in der Natur erhalten zu wollen. Rehe hätten sich aber in der Vergangenheit „vor allem deshalb so stark vermehrt“, weil der Mensch natürliche Fressfeinde wie den Wolf ausgerottet habe. Der für seine – vorsichtig ausgedrückt – schalenwildkritische Position bekannte Privatwaldbesitzer Sebastian von Rotenhan stieß in das selbe Horn:

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Bayern: CSU-Bundestagsabgeordneter wirft Staatsforsten „Ausrottungsstrategie“ vor

Der bayerische CSU-Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein hat den Bayerischen Staatsforsten eine „Ausrottungsstrategie“ und einen „überzogenen Abschuss von Gams- und Rehwild“ vorgeworfen. Die Vorwürfe stehen in Zusammenhang mit einer Drückjagd im Staatsforstbetrieb Forchheim im Januar, bei der sechs Sauen und 61 Rehe erlegt worden waren, obwohl der Abschussplan für dieses Jahr nur 22 Rehe vorsah, von denen 19 bereits zum Zeitpunkt der Jagd bereits gestreckt waren. Der Jägerausschuss Oberfranken hat mittlerweile beantragt, dem Leiter des Forstbetriebs, Stephan Keilholz, sowie dem Jagdleiter wegen „schwerer Verstöße gegen die Grundsätze der deutschen Weidgerechtigkeit“ den Jagdschein zu entziehen. Der Bayerische Jagdverband (BJV) und ein Tierschutzverband haben in seltener Einmütigkeit Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz erstattet, wie die Augsburger Allgemeine berichtet. Der Forstbetriebsleiter nimmt dem Bericht zufolge für sich in Anspruch, „dass er den dreijährigen Abschussplan bereits im ersten Jahr erfüllen könne.“ Dieser Auffassung habe sich das bayerische Landwirtschaftsministerium in einem Schreiben an die zuständige untere Jagdbehörde angeschlossen: Diese Variante sei rechtlich grundsätzlich zulässig, in der Praxis aber eher selten.“

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Ministerium: A20-Rehe sollen vertrieben werden.

Noch vor dem langen Pfingstwochenende sollen die Rehe an der Bundesautobahn A20 im wörtlichen Sinne aus dem Verkehr gezogen werden, verkündet das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern. Das Ministerium hat dafür in den vergangenen Tagen in enger Zusammenarbeit mit Wildbiologen, Jägern sowie mit Vertretern des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern und der zuständigen Autobahnmeisterei alle notwendigen Vorbereitungen getroffen, heißt es. Mit einer Wärmebildkamera sollen der aktuelle Standort der Tiere aufgespürt, die Wildschutzzäune geöffnet und die Rehe auf das freie Feld hinaus dirigiert werden. Dafür wird der Autobahnabschnitt zwischen Dummerstorf und Sanitz am morgigen Mittwoch ab 9 Uhr für mehrere Stunden gesperrt.

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Mecklenburg-Vorpommern: Sechs Rehe beschäftigen zwei Ministerien

In Mecklenburg-Vorpommern halten sechs Rehe zwei Ministerien auf Trab: Eigentlich sollte am kommendem Samstag die A20 zwischen Dummerstorf und Sanitz (Landkreis Rostock) für etwa drei Stunden voll gesperrt werden, um die Tiere abzuschießen. Seit Anfang 2015 wurde im Verkehrsfunk mehrfach vor Tieren auf der Fahrbahn gewarnt. Die Rehe hatten immer wieder den Wildschutzzaun an einer Anschlussstelle umgangen, direkt am Fahrbahnrand geäst und auch die Autobahn überquert. Auf der wenig befahrenen A20 kam es bislang noch zu keinem Unfall. Doch sicherheitshalber war geplant, die Tiere am Samstag zwischen 11 und 14 Uhr von einem auf einem Räumfahrzeug des Winterdienstes montierten Hochsitz zu erlegen. Nicht nur wegen der Erlegung von einem Kraftfahrzeug aus hätte der Einsatz hätte eine Sondergenehmigung erfordert: Ab 1. Mai hat nur der Rehbock Jagdzeit, die zu diesem Zeitpunkt hochbeschlagenen (Jägersprache für trächtig) Ricken nicht. Doch es regte sich Protest gegen das Vorhaben, auch die Oberste Jagdbehörde erhob Einspruch.

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Drückjagd auf der Autobahn

Halali (Jägersprache für: „Halt, lass mich durch!“) hieß es Sonntag Nacht auf der A93 zwischen Wernberg-Köblitz und Weiden Süd: Polizei und Feuerwehr sperrten mit großem Halalü-lala die Fahrbahn in beide Richtungen, nachdem ein Autofahrer um 21.45 Uhr ein Reh auf dem Begleitgrün an der Anschlussstelle Luhe-Wildenau gemeldet hatte. Als die Polizei eintraf, waren es schon zwei Rehe, die sich dem Zugriff der Beamten jedoch durch Flucht in ein Gebüsch entzogen. Es schlug die Stunde der Jäger, von denen die Verkehrspolizei gleich fünf als Verstärkung anforderte, und einen Hund brachten die auch noch mit. Ein Jäger drückte mit letzterem das Gestrüpp durch, woraufhin die Rehe flüchtig abgingen: Das schlauere bzw. glücklichere von beiden in eine Richtung, in die sich jede Schussabgabe verbot, das andere wurde zur Strecke gebracht. Wir wünschen Weidmannsheil. SE

Beitragsbild: Erlegtes Reh (Symbolbild), Copyright: SE

Brandenburg: Änderung des Landesjagdgesetzes beschlossen

Rehböcke dürfen künftig im Winter geschossen werden, Abschusspläne für Rehwild entfallen.  Landesjagdverband kritisiert Änderungen.

Gegen die Stimmen der CDU-Fraktion ist heute im Brandenburger Landtag in Potsdam die Änderung des Landesjagdgesetzes beschlossen worden. Das neue Gesetz schafft die Ermächtigung für den zuständigen Minister, Jagdzeiten für Wild abweichend vom Bundesjagdgesetz verlängern und nach Jagdarten unterscheiden zu dürfen. Der zuständige Ausschuss muss lediglich informiert werden, ein Einvernehmen ist nicht herzustellen. Begründet wird dies mit dem Wunsch, künftig Rehböcke auch auf Treibjagden im Herbst und Winter schießen zu dürfen. Noch ist dies verboten. Der Gesetzgeber erhofft sich von der Jagdzeitverlängerung, dass mehr Rehe geschossen werden, um den Waldbau profitabler zu machen. Rehe fressen unter anderem die Triebe von Bäumen und mindern aufgrund teilweise hoher Populationen mancherorts den Ertrag.

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Tierische Strategien gegen Sommerhitze

Nicht nur Menschen leiden unter den hochsommerlichen Temperaturen. Auch Wildtieren setzt die Hitze zu – doch sie wissen, wie sie sich Abhilfe verschaffen können. Schlammige Pfützen und kühle Wasserlöcher sind bei Wildtieren jetzt heiß begehrt. Hirsche und andere Paarhufer haben keine Schweißdrüsen wie Menschen. Also mussten Wildtiere Strategien entwickeln, um der Hitze zu trotzen. Hirsche waten beispielsweise durch tiefe Gewässer bis ihnen das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht. Bei Wildschweinen ist eine ordentliche Schlammpackung besonders beliebt. Durch das Suhlen im Schlamm bleibt feuchte Erde an den Borsten hängen und kühlt die empfindliche Haut der Schwarzkittel. Ein weiterer Vorteil dieser Wellness-Behandlung: Mücken, Bremsen und Zecken bleiben in der zentimeterdicken Schlammschicht kleben, trocknen ein und werden später an Bäumen einfach abgescheuert.

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