Schlagwort-Archive: Prädation

Das Verschwinden der grauen Geister

Karibus gehören zu den am meisten gefährdeten Tierarten Amerikas. Ihr größtes Problem: Der Wolf. Um die letzten Karibus zu retten, werden im Regierungsauftrag ganze Wolfsrudel abgeschossen. Ein Lehrstück über den Irrglauben, dass die Natur in von Menschen beeinflussten Habitaten alles selbst zum besten regelt.

In den Selkirk Mountains im Norden Idahos leben noch ungefähr zwölf Karibus. Sie sind hier, im Norden Idahos und im Süden der kanadischen Provinz British Columbia so selten, dass sie „graue Geister“ genannt werden. Und die Existenz der amerikanischen Rentiere könnte sehr bald wahrhaft geisterhaft werden, denn ihr Aussterben scheint kaum noch zu verhindern sein, wie die New York Times in dem hervorragenden Artikel „America’s Gray Ghosts: The Disappearing Caribou“ feststellt. Das größte Problem der Karibus ist Prädation, vor allem durch den Wolf, aber auch durch den amerikanischen Puma (Cougar), wie der für den Stamm der Kootenai tätige Biologe Norm Merz in der NYT erklärt. Die von den Wölfen ausgehende Gefahr für die schrumpfenden Karibu-Herden ist so groß, dass kanadische Regierungs-Scharfschützen von Hubschraubern aus ganze Wolfsrudel dezimieren. Mehr als tausend Wölfe wurden in den letzten zehn Jahren so abgeschossen. Für die Wölfe kein Problem, meinen Biologen: Die anpassungsfähigen Raubtiere halten der aggressiven Bejagung ohne weiteres stand.

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NRW: Jagdschutz mit der Kamera

Der LJV NRW ruft alle Jäger auf, Schäden in der heimischen Fauna durch wildernde Hunde und Katzen mit der Kamera zu dokumentieren. Hintergrund: Regelmäßig erreichen den LJV Fotos von wildernden Hunden und Katzen, beziehungsweise von den Resten ihrer Opfer. Gerissene Rehe, ausgeräuberte Gelege und verlorene Trachten seien offenbar traurige Alltagsbilder geworden, wie es in einer aktuellen Pressemitteilung des Verbands heißt. Auch diese Faktoren seien Teil der augenblicklichen Niederwildmisere.

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Fette Beute(macher)

Oft geleugnet, jetzt bewiesen: Eine aktuelle amerikanische Studie zeigt, dass Hauskatzen entscheidenden Einfluss auf den Bruterfolg von Singvögeln ausüben.

Geschmeidige Muskeln und – dank üblicherweise reichlicher Fütterung – üppige Fettreserven, Vier-Pfoten-Antrieb, grünlich schimmernde, nachtsichttaugliche Augen, samtige Ballen, die lautloses Schleichen ermöglichen, doch aufgrund der ausfahrbaren, dolchartigen Krallen auch zum flinken Erklimmen von Nistbäumen und anderen Brutplätzen geeignet sind, dazu nadelspitze Zähne, auf denen sämtliche Bazillenarten des Universums siedeln – keine Frage: Aus Sicht des boshafterweise Katzendrossel (Graycatbird, dumetella carolinensis) getaufen Singvogels, stellt die gemeine Hauskatze (Felis catus) einen furchteinflößenden Gegner dar. Weiterlesen