Schlagwort-Archive: Pferd

Jäger fordern Reiterführerschein, Gesundheitschecks für Reiter und Pferdesteuer

Ein Jäger erschießt ein Islandpferd. Es ist ein Fall von krassem individuellen Fehlverhalten, das durch strengere Regeln kaum verhindert werden kann. Warum rufen immer alle reflexartig nach neuen Verboten und schärferen Gesetzen? Zumal gerade die Reiter vorsichtig sein sollten, denn allzu leicht lassen sich deren Forderungen nach strengerer Reglementierung kontern – eine Revanche.

Wer kennt sie nicht: Rücksichtslose und pampige Zeitgenossen hoch zu Ross, die sich bei ihren Ausritten aufführen, als gehörte das ganze Land ihnen. Reiter, die auf ausdrücklich gesperrten Wegen an Spaziergängern vorbeisprengen, abseits der Wege durch Wildeinstände und Dickungen reiten, über frisch eingesäte Äcker und bewirtschaftete Wiesen galoppieren, ihre Pferde nicht im Griff haben und anderen die Schuld daran geben. Reiter, die gerade gegenüber dem bösen Jäger eine Unfreundlichkeit und Arroganz an den Tag legen, dass es einem die Sprache verschlägt. Da werden die Pferde auf die Koppeln gestellt, gerade weil und wenn Jagden stattfinden (das ist schließlich unser Recht, wir bezahlen doch auch Pacht…), da muss ausgerechnet in den frühen Morgen- und späten Abendstunden im Wald ausgeritten werden, wenn und weil der Jäger ansitzt. Zertrampelte Wege, gesundheitliche Gefahren durch unhygienischen Pferdekot auf Straßen und Bürgersteigen, Tierquälerei in Pferdehaltung und Reitsport – es muss etwas geschehen!

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Erschossenes Islandpferd: Gestütsbesitzer kritisiert Jäger

„Schwarzer Klumpen“ auf 182 Meter beschossen?

Im Fall des bei Walsrode erschossenen Islandpferds (JAWINA berichtete) hat sich der Besitzer des Gestüts, auf dessen Flächen sich das Unglück ereignete mit scharfer – und leider berechtigter – Kritik zu Wort gemeldet. Auf Facebook schrieb Anoush Bargh vom Gestüt Bargh:

Nun wollen wir uns einmal zu Wort melden:

Wir sind Eigentümer des Gestüts und Pensionbetriebes, auf dem sich am 1. Oktober der Vorfall „Jäger erschießt Islandpferd“ zugetragen hat. Wir lesen in diversen Foren und Medienberichten eine doch sehr lapidare Darstellung der Geschehnisse. Uns geht es nicht darum, eine Hetzjagd auf den Täter zu veranstalten und die gesamte Jägerschaft zu verurteilen, aber es sollte zum einen klar dargestellt werden, was wirklich geschehen ist und wie absurd es war. Zum anderen soll es auf die reellen Probleme des „Jagdsystems“ hinweisen.

Nun zur Sachlage:

Auf unserer Außenweide bei Schneeheide stehen seit etwa 5 Monaten fünf Islandpferde, Tag und Nacht. 80% der Weidefläche ist sehr offen, weitläufig und gut einsehbar. 20% haben einen moorigen Anteil mit partiellem Schilfbewuchs, den die Pferde gerne als Rückzugsort nutzen. Diese Weide ist bis auf den moorigen Teil zu dieser Jahreszeit kurz gefressen.

Am gestrigen Abend, gegen 20 Uhr, bekamen wir einen Anruf vom Jagdpächter, dass er auf unserer Weide ein Pferd geschossen hat, das nun vielleicht von einem Tierarzt erlöst werden müsste. Als wir zehn Minuten später eintrafen, fanden wir das bereits tote Pferd vor.
Diese Situation wurde von Polizei und Tierarzt dokumentiert und aufgenommen. Der Pressebericht der Polizei wurde bereits veröffentlicht und schildert nur sehr grob, die tatsächlichen Geschehnisse.

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Niedersachsen: Mit Wildschwein verwechselt – Jäger erschiesst Islandpferd

Ein Jäger hat am Sonntag gegen 19 Uhr in der Gemarkung Kirchboitzen bei Walsrode (Heidekreis) ein Islandpferd erschossen. Gegenüber der Polizei sagte der 65jährige aus, dass er das Pferd mit einem Wildschwein verwechselt habe. Der Mann führte die Polizei zu dem Kadaver, der Weidepächter und die Pferdebesitzer, sowie ein Tierarzt waren ebenfalls vor Ort. Der Täter ist im Besitz eines gültigen Jagdscheins. Im hinteren Teil der Weide lag in bis zu 120 cm hohem Gras und Wildpflanzen das erschossene dunkelbraune Pferd. Die Polizeibeamten leiteten ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ein und gaben auch einen Bericht an den Landkreis Heidekreis als Waffenbehörde zwecks Überprüfung der Jagderlaubnis. PM/SE

Beitragsbild: Die Ähnlichkeit mit einem Wildschwein hält sich in Grenzen – Islandpferd mit Fohlen. Foto: SE

Brandenburg: Pferd bei Drückjagd getötet

Bei einer Drückjagd in der Umgebung von Sieversdorf im Landkreis Oder-Spree ist ein Pferd bei einer Drückjagd getötet worden. Nach ersten Ermittlungen hatte der Schütze ein Stück Rotwild beschossen. Das Projektil sei beim Durchschlagen des Wildkörpers vermutlich abgelenkt worden, sagte der Jagdleiter der Märkischen OnlineZeitung. Das Pferd wurde an der Stirn getroffen und ist sofort verendet. Ein Tierarzt konnte nur noch den Tod des Pferds feststellen. Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet, der Kadaver wurde zur weiteren Untersuchung ins Landeslabor Berlin-Brandenburg gebracht. SE

Beitragsbild: Pferd (beim Sandbad). Foto: SE

Nabu legt „Leitfaden Pferd und Wolf“ vor

Die Rückkehr der Wölfe stellt vor allem Tierhalter vor neue Herausforderungen, stellt der Nabu in einer Pressemitteilung zum gerade erschienenen „Leitfaden Pferd und Wolf“ fest. Im „Pferdeland“ Niedersachsen sähen sich insbesondere Pferdehalter in einer neuen Situation. Während es klare Regelungen zum Schutz von Schafen gebe, suche man Informationen zum Verhältnis von Pferd und Wolf vergeblich. Im Arbeitskreis „Pferd und Wolf“ hätten sich daher „Experten vom NABU“, der Pferdeland Niedersachsen GmbH, der Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde e.V. und dem Trakehner Verband mit unabhängigen Biologen und Wissenschaftlern der Universität Hildesheim zusammengetan, „um gemeinsam einen Beitrag für ein konfliktarmes Miteinander von Pferd und Wolf zu leisten.“ Ihre Ergebnisse und Schlussfolgerungen sind jetzt in dem Handlungsleitfaden „Pferd und Wolf – Wege zur Koexistenz“ veröffentlicht worden. Der 21 Seiten umfassende Leitfaden enthält eine Reihe von speziellen Handlungsempfehlungen für Reiter im Fall einer Begegnung mit einem oder mehreren Wölfen.

Bislang sei noch kein Wolfsangriff von Wölfen auf Pferde in Deutschland bestätigt worden, so der Nabu. Die internationale Recherche habe jedoch ergeben, dass Pferde grundsätzlich eine potenzielle Beute für Wölfe darstellen können. In Ländern wie Spanien oder der Mongolei z.B. seien Pferde zum Teil ein fester Bestandteil des Nahrungsspektrums der dortigen Wölfe.

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Mecklenburg-Vorpommern: Vermutlich weiterer Wolfsangriff auf Fohlen

Am Mittwoch kam es im Landkreis Vorpommern-Greifswald bei Ducherow zu einem Übergriff mit Bissverletzungen auf ein Fohlen. Ein im Auftrage des Landes handelnder Rissgutachter konnte nach erfolgter erster Bewertung einen Wolf als Verursacher nicht ausschließen. Das teilt das Landwirtschafts- und Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern (LU) mit. Es kann demnach gleichfalls nicht ausgeschlossen werden, dass ein Hund für den Übergriff verantwortlich war. Die Prüfung des Vorganges wird fortgeführt. Grundsätzlich können betroffene Nutztierhalter auf Grundlage der Förderrichtlinie Wolf unter bestimmten Voraussetzungen Unterstützungen erhalten, soweit ein Wolf als Schadensverursacher nicht ausgeschlossen werden kann.

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Angeblicher weiterer Wolfsangriff auf Pferde

Wenige Tage nach einer Wolfsattacke auf ein Islandpony-Fohlen, meldet mopo24, der Online-Ableger der Boulevard-Postille Morgenpost, einen vermeintlichen Wolfsangriff auf Großpferde. Die Stimmung auf Pferdeportalen im Internet und auf Facebook kocht daraufhin erwartungsgemäß hoch. Dabei wirft der Beitrag auf mopo24 Zweifel auf – über die grundsätzliche Skepsis hinaus, die jede Veröffentlichung in diesem Medium verdient. So sollte man wissen, dass der in dem Beitrag erwähnte Frank Feimann angestellter Berufsjäger und „Anti-Wolfs-PR-Frontsoldat“ des Unternehmers und Eigenjagdbesitzers Ewald Kösters ist, der kürzlich in Rheine im Emsland ein von manchen Medien abfällig als „Wolfshassersymposium“ bezeichnetes Event organisierte.

Die Verletzungen des Pferdes sehen für mein laienhaftes Verständnis eher nach Hundeattacke aus – warten wir das Ergebnis der offiziellen Untersuchungen ab. Doch Wölfe sind ja bekanntlich darauf angewiesen, Beutetiere zu reißen, um zu überleben. Würden sie sich dabei derart blöd anstellen, ein ausgewachsenes Großpferd ins Hinterbein (des Hottehüs gefährlichste Waffe!) zu beißen, dann wären sie vermutlich längst ausgestorben. Auch die zweite dokumentierte Bissverletzung im Schulter-Hals-Bereich ähnelt nur sehr entfernt einem professionellen Kehlbiss à la Isegrimm. Mag sein, dass ein übermütiger Jungwolf sich hier mal ausprobiert hat – besonders wahrscheinlich kommt mir das nicht vor.

Sicher bin ich mir aber, dass es der Jägerschaft als vermeintlichen Natur- und Artenschützern nicht gut ansteht, sich an unseriöser Anti-Wolfs-Propaganda dieser Art zu beteiligen. SE

Beitragsbild: Die Headline auf mopo24, Copyright: mopo24