Schlagwort-Archive: Nutztierrisse

Mecklenburg-Vorpommern: Schäfer beantragt Wolfsabschuss

Ein Schäfer aus Ramin bei Löcknitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hat einen Antrag auf Abschuss eines Wolfs gestellt. Kreisverwaltung und Landwirtschaftsministerium bestätigten, dass ein entsprechender Antrag vorliege. Der Schäfer hat bislang 35 Schafe durch Wolfsangriffe verloren. Die Schafe beweiden eine 15 Hektar große Fotovoltaik-Anlage, die mit einem über zwei Meter hohen Doppelstabzaun aus Stahl eingezäunt ist. Da ein Untergrabeschutz fehlt, buddelten sich die Wölfe jedoch unter dem Zaun durch. Dies sollte ein zusätzlich installierter Stromzaun verhindern, von dem sich die Wölfe aber auch nicht abhalten ließen. Der Antrag wird derzeit geprüft, heißt es aus der Verwaltung. Dem Schäfer wurde empfohlen, bis auf weiteres keine Schafe mehr auf der betroffenen Weide zu halten. red.

Beitragsbild: Schafe. Foto: SE

Sachsen: Nabu kritisiert genehmigten Wolfsabschuss

Drohungen gegen „Entnahme-Beauftragte“

Der Nabu Sachsen kritisiert scharf den vom sächsischen Umweltministerium genehmigten Abschuss (JAWINA berichtete) eines Wolfes. In den vergangenen Wochen wurden im Bereich des Rosenthaler Rudels immer wieder von Wölfen sämtliche Herdenschutzmaßnahmen überwunden und zahlreiche Nutztiere gerissen. Der Abschuss darf nur bei der Annäherung eines Wolfs an Nutztiere erfolgen und soll der Erzeugung erlernter Scheu dienen. Die Entscheidung sei „fachlich unbegründet sowie rechtlich nicht haltbar“, befindet hingegen der Nabu Sachsen auf seiner Internetseite. Der Verband prüfe „zeitnah eine Klage“ gegen die Abschussgenehmigung.

Derweil ist unklar, wer die geplante Wolfs-Entnahme überhaupt durchführen soll. Nachdem die örtliche Jägerschaft erklärt hat, dass sie sich an Wolfsabschüssen wegen der Drohungen militanter Tierfreunde nicht mitwirken wolle, muss die zuständige Verwaltung des Landkreises Bautzen nun Verantwortliche benennen.

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Sachsen-Anhalt: Wölfe reissen über 40 Heidschnucken

Ende September kam es im Bereich der Woltersdorfer Heide bei Wittenberg zu vier Nutztierübergriffen in zwei Betrieben. In allen vier Fällen waren Mitarbeiter des Wolfskompetenzzentrums Iden (WZI) unmittelbar vor Ort und haben die Vorfälle begutachtet und dokumentiert. In allen Fällen ergab die Rissbegutachtung, dass Wölfe als Verursacher nicht auszuschließen sind, was u. a. anhand der sich ähnelnden Rissbilder an den getöteten Tieren abgeleitet werden konnte. Die genetische Untersuchung des vor Ort sichergestellten Probematerials erbrachte zumindest in einem Fall auch den konkreten Nachweis auf Wölfe als Verursacher. So wurden bei zwei Übergriffen am 18.09.2017 und am 21.09.2017 auf eine Heidschnuckenherde insgesamt zwölf Heidschnucken tot aufgefunden, ein Tier musste notgeschlachtet werden und drei Tiere werden vermisst. Die Umzäunung der genutzten Heidefläche entsprach nicht den Forderungen zum Grundschutz, wodurch ein Eindringen des Verursachers an mehreren Stellen problemlos möglich war.

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Baden-Württemberg: Erster Nutztierriss durch Wölfe seit über 100 Jahren

Agrarminister: Herdenschutzmaßnahmen reichen nicht aus – Regulierung der Wolfspopulation gefordert

Die drei am 7. Oktober bei Widdern (Landkreis Heilbronn) gerissenen Schafe gehen auf das Konto eines Wolfes. Das hat die genetische Untersuchung des Senckenberg-Instituts für Wildtiergenetik (Gelnhausen) von an den Rissen genommenen Proben zweifelsfrei ergeben. Es ist das erste Mal seit mehr als 100 Jahren, dass in Baden-Württemberg ein Wolf nachweislich Nutztiere gerissen hat. Woher der Wolf kam versuchen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Senckenberg-Instituts derzeit mit weiteren Analysen herauszufinden, wie das Umweltministerium Baden-Württemberg mitteilt. Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) bat Nutztierverbände und -halter, jetzt besonnen zu reagieren: „Ich weiß, dass viele mit großer Besorgnis auf Wolfsnachweise reagieren. Und dass es jetzt erstmals einen nachgewiesenen Wolfsriss gegeben hat, ist sicher kein Ereignis, das zur Beruhigung beiträgt. Aber es ist auch kein Grund, in Panik zu verfallen und um die wirtschaftliche Existenz zu fürchten“, sagte Untersteller. Entscheidend sei, so der Minister, die Tiere so gut wie möglich zu schützen. Gegen Wolfsangriffe sei zum Beispiel ein korrekt aufgestellter Elektrozaun ein wirksamer Grundschutz. Im vorliegenden Fall hätten Wassergräben die Herde umgeben.

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Thüringen: Umweltministerium erwägt Wolfsabschuss

+++ Zehn neue Fotofallen: Thüringer Wölfin soll besser überwacht werden +++ ABM-Maßnahme für Nabu-Leute? „Kompetenzstelle“ für Thüringer Wölfe gefordert +++ Schweiz: Schutzstatus des Wolfs soll gelockert werden +++ Songhees-Stamm in Kanada: Wolf ist Inkarnation des Häuptlings +++ Sachsen: „Schweinischer Betrug“ vor Gericht +++

Das Thüringer Umweltministerium unter der Leitung der grünen Ministerin Anja Siegesmund erwägt den Abschuss der Ohrdrufer Wölfin. Diese hat mehrfach als sicher geltende Einzäunungen überwunden und Schafe gerissen. Der ebenfalls grüne Umwelt-Staatssekretär Olaf Möller sagte gegenüber dem MDR Thüringen, wenn es tatsächlich so sei, dass der Wolf den optimalen Schutz überwindet, werden wir zur Tat schreiten.“ Noch vor vier Wochen habe Ministerin Siegesmund Forderungen nach einer Jagd auf Wölfe als Aufruf zur Straftat bewertet, so der MDR [warum nicht gleich zur Volksverhetzung?, Anm. d. Red.].

Insgesamt sind in den letzten Wochen 74 Schafe und Ziegen in der Umgebung von Gotha gerissen worden. Bei 55 steht der Wolf als Verursacher bereits fest, in den anderen Fällen laufen die DNA-Untersuchungen noch.

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Munster: Wolfswelpen wurden wahrscheinlich tot gebissen

CDU Niedersachsen: „Grüne stellen Ausweitung des Wolfsbestands in Niedersachen über allgemeinen Tierschutz“ +++ SPD Niedersachsen fordert „wolfsfreie Zonen“, FDP will Wolf ins Jagdrecht aufnehmen +++

Dem Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landebetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) liegen die Ergebnisse der Analyse der genetischen Proben der beiden am 8. August im Bereich des Truppenübungsplatz Munster Nord tot aufgefundenen Wolfswelpen (JAWINA berichtete) vor. Das Senckenberg-Institut in Gelnhausen kommt zu dem Ergebnis, dass die beiden Welpen Nachkommen der Fähe waren, die Anfang Juli im Landkreis Heidekreis auf der B209 bei Bispingen bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt wurde. Auch das Vatertier der Welpen ist bekannt. Es handelt sich um einen Rüden, der zuvor sowohl auf dem Gelände des Unternehmens „Rheinmetall“ bei Unterlüß als auch auf dem Truppenübungsplatz Munster nachgewiesen werden konnte.

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Forum Natur Brandenburg fordert „Schutzjagden“ auf Wölfe

Unter dem Moto „Von Schweden lernen heißt „Wolf- und Weidetierzukunft“ gestalten!“ fordern die im Forum Natur Brandenburg (FNB) zusammengeschlossenen Verbände Schutzjagden auf den Wolf nach schwedischem Vorbild. Diese seien „vollumfänglich mit der EU Gesetzgebung vereinbar“ und für den Herdenschutz unerlässlich.

In einer Pressemitteilung des FNB heißt es dazu: „Die Mitgliedsverbände des Forums Natur begrüßen es außerordentlich, dass sich der Agrarausschuss des brandenburgischen Landtages in seiner heutigen Anhörung mit den Fragen eines „aktiven Wolfsmanagements“ beschäftigt. Der dabei durch zwei hochrangige Mitarbeiter der schwedischen Naturschutzverwaltung zu erwartende Einblick in ein seit vielen Jahrzehnten etabliertes Wolfsmanagement, ist ein wichtiger Beitrag für die Debatte in Brandenburg. Der Vorsitzende des Forums Natur, Gernot Schmidt, macht mit Blick auf die bereits jetzt vorliegenden schriftlichen Stellungnahmen der Anzuhörenden deutlich, dass die Positionen der brandenburgischen Landnutzer bezüglich der bereits heute bestehenden rechtlichen Möglichkeiten eines „aktiven Wolfsmanagements“ in Schweden offenbar vollumfänglich umgesetzt sind und von der Europäischen Kommission ausdrücklich gebilligt werden. „Während wir kleinkarierte und in ihrer Emotionalität oftmals nicht zu übertreffende Debatten führen, machen uns die skandinavischen Länder vor, wie ein aktives Wolfsmanagement im rechtlichen Rahmen der für uns alle gültigen FFH-Richtlinie der EU funktioniert“, stellt Schmidt mit Blick auf die Anhörungsunterlagen klar.

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Oberösterreich: Landesjagdverband zahlt nicht mehr für Wolfsschäden

Nach einem weiteren Wolfsriss in Oberösterreich, bei dem in Kaltenberg ein Schaf und zwei Lämmer getötet wurden, will der Landesjagdverband Oberösterreich (LJV) nicht mehr für Wolfsschäden aufkommen. Bisher waren die Jäger im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung für die Schäden durch Nutztierrisse von Wölfen aufgekommen. Doch damit soll jetzt Schluss sein: Es sei nicht länger hinnehmbar, dass sich die öffentliche Hand an den Kosten nicht beteilige, erklärte der Geschäftsführer des LJV, Christopher Böck, gegenüber krone.at. Einerseits wolle man, dass sich Wölfe ansiedeln und stellt sie streng unter Schutz, andererseits komme man aber für die Schäden nicht auf, kritisierte der Wildbiologe. Alles bleibe an den Jägern hängen, gleichzeitig würden diese „aber immer kritisiert“ werden.

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Frankreich: Aufgebrachte Schäfer nehmen Behördenvertreter unter Beschuss

Andere Länder, andere Sitten: In Auzat, einer Gemeinde im Département Ariège ganz im Süden Frankreichs an der Grenze zu Andorra und Spanien, haben aufgebrachte Bauern einer Abordnung von vier Emissären der Nationalen Jagd- und Wildtierbehörde (Office National de la Chasse et de la Faune Sauvage, ONCFS) einen unvergesslichen Empfang bereitet: Als die vier Angestellten der ONCFS in dem malerischen Ort in den Pyrenäen anrückten, um sich ein Bild von den Schäden zu machen, die Bären an den Schafherden der Bauern angerichtet hatten, fanden sie sich in einer aggressionsgeladenen Atmosphäre wieder. Etwa dreißig aggressive Personen machten bedrohliche Bemerkungen und verbreiteten ein feindseliges Klima, berichten zahlreiche französische Medien, wie etwa die Tageszeitung Le Figaro. Beiläufig wurde den staatlichen Gutachtern dann mitgeteilt, dass alle vier Reifen ihres Autos zerstochen worden seien. Der Vorfall gipfelte darin, dass mehr als fünfzig Schüsse abgefeuert wurden, als die Beamten auf die Bergweiden vorrückten – verletzt wurde dabei niemand. Dies sei offensichtlich geschehen, um sie einzuschüchtern, mutmaßte die französische Oberstaatsanwältin (Procureur de la République) Karline Bouisset gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

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Bautzen: Landrat beantragt Wolfsabschuss

Ministerium muss noch Einvernehmen erklären

Der Landrat der sächsischen Kreisstatdt Bautzen, Michael Harig, hat am Freitag den Abschuss von problematischen Wölfen des Rosenthaler Rudels beantragt. Der entsprechende Antrag sei am 8. September an das Sächsische Umweltministerium gesendet worden, teilt das Landratsamt mit. Der Antrag enthält demnach neben dem naturschutzrechtlichen Einvernehmen der Unteren Naturschutzbehörde auch die Genehmigung zum Abschuss durch die Untere Jagdbehörde. Bevor der Wolf tatsächlich entnommen werden kann, muss das Ministerium jedoch sein Einvernehmen erklären.

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Mecklenburg-Vorpommern: Wolf reißt 14 Schafe bei Eldena

Am 31.08.2017 kam es zu einem Rissvorfall bei Eldena im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Dabei wurden 14 Schafe getötet und 3 weitere verletzt, wobei die Verletzungen teilweise so schwerwiegend waren, dass weitere Tiere getötet werden mussten. Im Ergebnis der Rissbegutachtung sind ein Wolf oder mehrere Wölfe als Verursacher wahrscheinlich. Zur weiteren Untersetzung des Befundes wurden Genetikproben genommen, wie das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern (LUMV) mitteilt. Die Erfordernisse eines Grundschutzes der Nutztiere waren im vorliegenden Fall nicht erfüllt, so das LUMV – der Schäfer bleibt auf dem entstandenen Schaden also wohl sitzen.

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Bauernverband: Naturschützer opfern Weidetierhaltung für den Wolf

Bauern, Schäfer und Jagdgenossenschaften kritisieren Papier der Naturschutzverbände

„Die Vorschläge der Umwelt- und Tierschutzverbände sind für den Schutz der Weidetiere vor dem Wolf völlig unzureichend. Die Lasten und Risiken der Ausbreitung des Wolfes werden allein den Weidetierhaltern aufgebürdet. Die Naturschutzverbände opfern die Weidetierhaltung von Schafen, Ziegen, Rindern und Pferden für den Wolf und damit den langfristigen Erhalt des Grünlandes in weiten Teilen Deutschlands. Der Naturschutz könne sich nicht darauf zurückziehen, die Weidetierhalter mit Entschädigungen zu beruhigen, gleichzeitig ihnen ein großes Lastenheft aufzugeben, wie sie die Schafe, Ziegen, Pferde und Kühe vor dem Wolf zu schützen hätten. Die Probleme und Befürchtungen der Weidetierhalter und der Menschen im ländlichen Raum müssten endlich ernstgenommen werden. Das betonten der Deutsche Bauernverband (DBV), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) sowie die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) in einer Reaktion auf das heute von Tier- und Naturschutzverbänden veröffentlichte Eckpunktepapier „Vielfalt behüten: Zukunft für Weidetierhaltung und Wolf“.

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Vermutlich erstes Wolfsrudel in Thüringen

+++ Wolf als Verursacher von Schafsrissen im Kanton Bern nachgewiesen +++ Österreich: Ein „Wolfsexperte“ meint, ein scharfer Hund wäre gefährlicher als der Wolf und raunt, Wölfe seien leicht mit Tschechischen Wolfshunden zu verwechseln +++ Sachsen-Anhalt: Fuchs richtet Massaker in Hühnerstall an +++

Über 50 Schafe sind im Lauf der letzten sechs Wochen in der Umgebung des Truppenübungsplatzes Ohrdruf in Thüringen gerissen worden. Ein Sprecher des Thüringer Umweltministeriums bestätigte gegenüber dem MDR, die hohe Anzahl von Rissen sei „merkwürdig“. Vermutlich sei nicht ein einzelner Wolf für die Rissvorfälle verantwortlich. Möglicherweise gehen die Welpen einer Wolfsfähe in dem Gebiet nun gemeinsam mit dem Muttertier auf Beutezug. Jäger und Anwohner hegen den Verdacht, dass es sich bei dem Rudel um Hybriden handeln könne. Ein Labradorrüde soll sich demnach mit der Wölfin verpaart haben. Die DNA-Spuren an den gerissenen Schafen werden derzeit noch im Institut für Wildtiergenetik in Gelnhausen analysiert. SE

Beitragsbild: Gerissenes Schaf (Symbolbild). Foto: SE

Niedersachsen: 500. offizieller Nutztierriss seit 2008 gemeldet

+++ Brandenburg: Schäfer fordern Obergrenze für Wölfe und mehr Geld +++ Thüringen: Fünf Schafe und zwei Ziegen vermutlich von Wolf gerissen +++ Südtirol: 27 Schafe und Ziegen in Südtirol von Wolf gerissen +++ Windpark vor Sylt vertreibt seltene Seevögel +++ Focus berichtet über Seehundjäger +++ Sensation: Zeit bringt ausgewogenen Artikel über Wölfe

In den letzten Tagen und Wochen kam es wiederholt zu Meldungen über Nutztierrisse in Niedersachsen, bei denen der Wolf als Verursacher vermutet wird. Die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) nimmt dies zum Anlass, einen Einblick über die offiziell gemeldeten Nutztierrisse vom Jahr 2008 bis zum August 2017 zu geben: Ende vergangener Woche wurde die 500. offizielle Meldung seit dem Jahr 2008 über einen Nutztierriss in die Nutztierrissstatistik des Landes Niedersachsen eingetragen. Bei Schmarbeck im Landkreis Celle wurden 13 Schafe getötet, sieben weitere mussten eingeschläfert werden – ob ein Wolf der Verursacher war, wird derzeit geprüft. Stand jetzt wurden von diesen 500 dokumentierten Meldungen, 236 Risse (47,2 Prozent) eindeutig dem Wolf zugeordnet bzw. der Wolf wurde amtlich als Verursacher festgestellt. In 121 Fällen (24,2 Prozent) konnte der Wolf als Verursacher ausgeschlossen werden. 101 (20,2 Prozent) der eingegangenen Meldung erhielten die Zuordnung Wolf nicht nachweisbar. 39 Fälle (7,8 Prozent) befinden sich derzeit in Bearbeitung, bei drei Meldungen war eine Beurteilung nicht möglich.

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Bundesumweltministerin: „Wolfsjagd hilft nicht gegen Nutztierrisse“

+++ Indien: 15 Menschen getötet – 50 Mann starkes Wildhüter-Team tötet aggressiven Elefanten +++ CDU-Politiker werben für Bündnis mit den Grünen +++

Nachdem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sich bereits mit der Forderung nach einer Abschussquote für Wölfe (JAWINA berichtete) hervorgewagt hat, denkt angesichts wachsender Wolfs-Skepsis in der Bevölkerung nun auch der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) über eine Bejagung von Wölfen nach, wie die Schwäbische Zeitung berichtet. Demgegenüber erteilt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der Forderung nach einer Bejagung der Wölfe weiterhin eine klare Absage: Im Interview mit NWZonline erklärte sie, die Forderung nach einer Bejagung sei „rechtlich nicht haltbar.“ Zudem helfe „die Jagd nun einmal nicht, Risse bei Nutztieren zu vermeiden“.  Das Ausmaß der Schäden an Nutztieren sei weder von der Größe des Wolfsbestandes noch von der Anzahl der Nutztiere in einem Gebiet abhängig. Entscheidend sei vielmehr, wie gut oder schlecht die Nutztiere geschützt seien. Außerdem kritisierte Hendricks die illegale Tötung des tot aus dem Schluchsee geborgenen Wolfs (JAWINA berichtete): Der illegale Abschuss eines Wolfs sei eine Straftat, […], es gehe nicht, „dass sich Menschen über das Gesetz erheben und damit nach Wild-West-Manier handeln.“

Abgesehen davon, dass es doch zunehmend drollig wirkt, wenn Vertreter einer Bundesregierung, die sich z.B., in der Euro- und Flüchtlingskrise seit Jahren leichthändig über geltendes Recht und geschlossene Verträge hinwegsetzt (und somit durchaus als Vorreiter und Vorbild im Handeln nach Wild-West-Manier gelten kann), an die Rechtstreue der Bevölkerung appelliert, abgesehen auch davon, dass Hendricks‘ Behauptung, dass die Jagd auf Wölfe Nutztierrisse nicht vermeide, klar kontrafaktisch ist – schließlich hat die lokale Ausrottung des Wolfs in Deutschland die Anzahl der Nutztierrisse durch diese Art nachweislich auf null gesenkt – abgesehen davon bleibt die Frage bestehen, warum die Bejagung der Wölfe gegen Nutztierrisse nicht helfen soll.

Die Begründung dafür bleibt Hendricks schuldig, weshalb wir hier eine wissenschaftlich fundierte Begründung nachliefern – und damit zugleich ein schönes Beispiel für die Nutzbarmachung sorgsam selektierter wissenschaftlicher Erkenntnisse im politischen Tagesgeschäft bringen.

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Mecklenburg-Vorpommern: Jungrind von Wölfen gerissen

Auf einer Weide bei Niendorf an der Rögnitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) wurde gestern ein getötetes Jungrind gefunden. Der umgehend hinzugezogene Rissgutachter des Landes fand eine Reihe von Hinweisen, die auf einen oder mehrere Wölfe als Verursacher verweisen. Zur weiteren veterinärpathologischen Untersuchung wurde das Tier in das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) gebracht. Zudem wurden Proben für eine genetische Untersuchung genommen. Der betroffene Tierhalter kann aus der Förderrichtlinie Wolf Kompensationszahlungen für das tote Rind erhalten.

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Sachsen-Anhalt: Kein einziger Antrag auf Förderung von Herdenschutzhunden

+++ Tschechien: Wölfe reißen 19 Schafe im Böhmerwald an der bayerischen Grenze +++

Offenbar wurde wieder einmal ein bürokratisches Monster erschaffen: Vor dem Hintergrund der auch in Sachsen-Anhalt zunehmenden Angriffe von Wölfen auf Nutztiere, wurde im April 2017 ein Programm zur Förderung von Herdenschutzhunden „mit großem Tamtam“ gestartet worden, wie der MDR schreibt. Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) versprach sich viel von dem von ihr initiierten Projekt: „Wir fördern nicht mehr nur Zäune und Gehege, sondern auch Helfer auf vier Pfoten, die den nötigen Schutz bieten. Ich habe große Erwartungen in die Herdenschutzhunde“, sagte die grüne Ministerin dem Sender. Doch die erhoffte Resonanz blieb aus: Wie das Umweltministerium auf Anfrage des MDR Sachsen-Anhalt einräumte, sei bisher kein einziger Antrag auf Förderung von Herdenschutzhunden eingegangen. Die Antragsfrist sei daher bis September 2017 verlängert worden. Wirklich erstaunlich ist das Debakel allerdings nicht, denn die bürokratischen Anforderungen für die Förderung sind hoch.

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Umweltstaatssekretär Flasbarth: „Wir diskutieren Entnahme von Wolfsrudeln“

In einem lesenswerten Interview äußert sich Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth in der taz zur Gefahr, die vom Wolf für Menschen ausgeht und über die Bedrohung der Weidetierhaltung in Gebieten, wo Herdenschutz nicht oder kaum möglich ist wie auf Deichen oder Almen. Dort müsse möglicherweise die Ansiedlung von Wolfsrudeln verhindert werden, „indem man komplette Rudel schießt.“ „Wir“ seien in dieser Frage „komplett romantikfrei“, so der ehemalige Nabu-Präsident Flasbarth. Der Bejagung des Wolfs erteilte er indes eine Absage – auch wenn der „günstige Erhaltungszustand“ erreicht sei. Entschädigungszahlungen an Weidetierhalter sollen beschleunigt und entbürokratisiert werden, Agrarsubventionen so umverteilt werden, dass auch das Freimähen der Elektrolitze noch vom Steuerzahler gefördert wird. Die Behauptung – oder Feststellung? – dass es Leute gebe, die vom Wolf lebten – „Biologen und Beamte beispielsweise“ – hält Flasbarth nicht für einen „Beitrag zur Versachlichung.“ Leseempfehlung. SE

Beitragsbild: Headline des empfohlenen und verlinkten Artikels im taz-Archiv. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Brandenburger Wolfsverordnung: „Ein bürokratisches Monster, vollkommen praxisuntauglich und ein absoluter Witz“

Ein Kommentar von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel – ursprünglich erschienen als Leserkommentar zum JAWINA-Beitrag über einen neuerlichen Wolfsriss in Brandenburg.

Lieber Herr Hoffmann,

wer wird denn wegen der paar Schafe gleich weinen? Unser Minister Vogelsänger wird es mit seiner in Vorbereitung befindlichen Verordnung schaffen, Ihr Problem zu lösen, oder? Sie müssten vor einer „Entnahme“ aber schon sicher sein, dass es tatsächlich immer derselbe Wolf war, der nach Ihren Schafen geschaut hat.  Und haben Sie denn auch mehrmals versucht, Isegrim zu vergrämen? Nein? Dann wird Ihnen Herr Vogelsänger auch nicht helfen können.

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Brandenburg: Wolfsschutz geht ins Geld

Am 27. Februar 2017 trat die  Richtlinie zur Förderung  von  Präventionsmaßnahmen  zum  Schutz  vor  Schäden  durch  geschützte Tierarten  (Wolf/Biber)  in  Kraft.  Die Richtlinie hat das Ziel, mögliche  Schäden  durch  Wolf  und  Biber zu vermeiden. Deshalb können Schutzmaßnahmen wie wolfssichere Zäune, die Anschaffung von Herdenschutzhunden oder auch Biberschutzmaßnahmen an Teichwirtschaften gefördert werden. Bis zum 28. April gingen 19 Anträge ein, sechs davon sind bisher bearbeitet und allesamt positiv beschieden worden. Die Fördersumme für die sechs genehmigten Anträge beträgt 54.893,62 Euro. Das ergibt sich aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Dieter Dombrowski. Sollten für die noch ausstehenden Anträge ähnlich hohe Fördersummen bewilligt werden, wären die Mittel für die Prävention von Wolfsangriffen in Höhe von 200.000 Euro pro Jahr bereits erschöpft. Für die Prävention von Biberschäden stehen 150.000 Euro zur Verfügung, bisher sind jedoch keine Anträge von Teichwirten eingegangen.

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Sachsen-Anhalt: FDP fordert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Rechtsanspruch auf Entschädigung von Wolfsschäden für Weidetierhalter

„Die Population des Wolfes entwickelt sich rasant. Um die Art einerseits zu erhalten, andererseits bei Problemen mit Wölfen auch handeln zu können, schlagen wir ein bundesweit einheitliches Monitoringprogramm vor“, erklärt Dr. Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Sachsen-Anhalt.  Zudem solle der Wolf bei ganzjährigem Schutz in das Jagdrecht. In dem am 27. Ordentlichen Parteitag beschlossenen Antrag „Umgang mit Wölfen“, fordern die Freien Demokraten die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht.  Dieses Jagdrecht soll besonders sicherstellen, dass verletzten Wölfen der Fangschuss gegeben werden darf, etwa nach Unfällen mit Kraftfahrzeugen. Zugleich ermögliche dies auch zügiges Handeln, wenn etwa einzelne Wölfe zu Problemen werden, so die FDP Sachsen-Anhalt auf ihrer Internetseite.

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1,05 Millionen Euro für Herdenschutz

1,05 Millionen Euro haben die Bundesländer im Jahr 2015 für Herdenschutzmaßnahmen ausgegeben, also für Maßnahmen zum Schutz von Nutztieren vor dem Wolf. Förderfähig sind beispielsweise wolfssichere Einzäunungen von Weiden oder die Anschaffung von Herdenschutzhunden. Ausgleichszahlungen für die 715 offiziell gemeldeten und anerkannten Nutztierrisse schlugen mit weiteren 107.783 Euro (was ziemlich genau 150 Euro pro Riss entspricht) zu Buche, wie topagrar.com unter Berufung auf einen Artikel in der taz am Wochenende berichtet. Die Zahlen hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) der taz übermittelt. SE

Beitragsbild: Gerissene Ziege (Symbolbild). Foto: SE

Niedersachsen: „Schutz von Weidetieren gegen Wolf funktioniert“

FDP Niedersachsen will Wolf ins Jagdrecht aufnehmen

Der Anstieg der Zahl von gemeldeten Wolfsrissen von 165 im Jahr 2015 auf 175 in 2016 zeigt nach Ansicht des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel (Grüne), dass die Präventionsmaßnahmen zum Schutz von Weidetieren gegen den Wolf funktionieren. Denn da die Wolfspopulation wachse, stagniere folglich die Zahl der Wolfsrisse, so Wenzel in der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ).

Nachdem bereits die niedersächsische CDU-Fraktion eine Obergrenze für Wölfe gefordert und einen Sieben-Punkte-Plan zur Regulierung der Wolfspopulation vorgelegt hatte (JAWINA berichtete), fordert nun auch die FDP die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. Ein entsprechender Beschluss wurde auf dem FDP-Parteitag am Wochenende in Braunschweig gefasst. Die Zunahme der Wolfspopulation soll dem FDP-Beschluss zufolge auf fünf Prozent pro Jahr begrenzt werden. Momentan betrage die jährliche Zunahme 30 Prozent, heißt es in der NOZ. CDU und FDP warfen der rot-grünen Landesregierung vor, „die Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung aufs Spiel zu setzen, weil sie bei Problemen zu zögerlich handle“, so die NOZ. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten und verlinkten Beitrags in der NOZ. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Schweiz: Graubünden gibt Wolf zum Abschuss frei

Der Schweizer Kanton Graubünden hat den Wolf M75 zum Abschuss freigegeben, weil zwischen dem 21. Januar und dem 8. Februar 2017 im Bergell, in der Leventina (Kanton Tessin) und im Misox mehr als 40 Schafe gerissen hat, wie es in einer Pressemitteilung des Kantons heißt. In drei Fällen, nämlich in Stampa, in Faido und in Cama sei aufgrund von genetischen Analysen ein und derselbe Wolfsrüde M75 als Verursacher identifiziert worden. Weiter heißt es in der Mitteilung: „Gestützt auf Art. 9bis der eidgenössischen Jagdverordnung kann eine Abschussbewilligung für einzelne Wölfe erteilt werden, die erheblichen Schaden an Nutztieren anrichten. Ein erheblicher Schaden an Nutztieren durch einen einzelnen Wolf liegt unter anderem dann vor, wenn in seinem Streifgebiet innerhalb eines Monats mindestens 25 Nutztiere, trotz Herdenschutzmaßnahmen, getötet werden. Schäden, die auf dem Gebiet von zwei oder mehreren Kantonen entstanden sind, haben die betroffenen Kantone koordiniert zu beurteilen. Die Abschussbewilligung muss der Verhütung weiteren Schadens an Nutztieren dienen.

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M-V: Wolfsübergriffe Saaler Bodden, Bützow, Löcknitz und Pampow bestätigt

In Mecklenburg-Vorpommern gab es in diesem Jahr bisher vier offiziell erfasste Vorfälle, bei denen Wölfe verschiedene Nutztiere gerissen haben. Dies wurde aktuell durch genetische Analysen des Senckenberg-Instituts in Gelnhausen bestätigt. In drei Fällen waren Schafhaltungen betroffen: Anfang Februar südlich des Saaler Boddens, Mitte Februar in der Nähe von Bützow und bei Löcknitz, nahe der polnischen Grenze. Ende Februar drang ein Wolf in ein gut gesichertes Damwildgatter in Pampow (nordöstlich Löcknitz) ein und riss mehrere weibliche und junge Damhirsche. „Insgesamt gab es bei den Übergriffen 20 tote und 8 verletzte Tiere. Im Bereich des Saaler Boddens und bei Bützow sind derzeit keine territorialen Wolfsvorkommen bekannt, daher ist dort jeweils ein durchwandernder Wolf als Verursacher zu vermuten. Die beiden anderen Orte liegen innerhalb des Territoriums des Wolfsrudels aus der Ueckermünder Heide. Die betroffenen Tierhalter können auf Basis der Förderrichtlinie Wolf Kompensations­zahlungen für die gerissenen Tiere erhalten“, sagte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern.

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Brandenburg: Wolf reisst Kalb

Auf der Klinkenmühle in Gottsdorf (Landkreis Teltow-Fläming) ist in der Nacht zu Samstag ein Kalb gerissen worden, wahrscheinlich von einem oder mehreren Wölfen. Die Tiere sind im Winterauslauf in unmittelbarer Nähe von Stall und Wohnhaus untergebracht. Gegen drei Uhr nachts wurden die Bio-Landwirte Kathrin und Andreas Lütteken von der Panik unter den Rindern geweckt. Am Morgen fanden sie die Überreste des vier Tage alten und ca. 40 Kilogramm schweren Bullenkalbs. Gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) berichteten die Landwirte, dass ihre Tochter die Fährten von drei Wölfen auf dem Außengelände des Hofs gesichtet habe. Die Biobauernfamilie befürchtet, dass sich solche Angriffe wiederholen könnten. Die Herde von 70 Mutterkühen und 16 Kälbern solle demnächst auf die Weide, eine wolfssichere Einzäunung des gesamten Geländes könne keiner bezahlen, so Kathrin Lütteken gegenüber der MAZ. SE

Weitere Bilder und Informationen:

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Niedersachsen: Wölfe töten 23 Stück Damwild in Gatter

Landesbauernverband Brandenburg: Wolf „Existenzbedrohung für Weidehalter“

In Brockhimbergen (Landkreis Uelzen) sind Wölfe in ein Damwildgatter „gleich neben den Wohnhäusern“ eingedrungen und haben 20 Tiere getötet. Drei weitere wurden so schwer verletzt, dass sie später erschossen werden mussten. „Bestürzt“ zeigten sich Nachbarn, Jäger und andere Weidetierhalter, schreibt die az-online (siehe Link). Ein Alptraum sei wahr geworden, sagte der Leiter des Hegerings Himbergen der Zeitung. Anscheinend haben die Wölfe sich unter dem „mannshohen Zaun“ durchgegraben. Der NDR hat derweil den wahren Schuldigen ermittelt: Die Haltungsbedingungen hätten „die blutige Attacke ermöglicht“, das Damwild habe „verzweifelt zu fliehen versucht, konnte aber wegen der Umzäunung nicht entkommen.“ Der zuständige Wolfsberater hat den Schaden aufgenommen und DNA-Proben entnommen, die zur Zeit untersucht werden. Er geht dem NDR zufolge aufgrund des Schadensbilds von einem Wolfsangriff aus.

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Sachsen: Schäfer verliert bei drei Wolfsangriffen 32 Schafe

Am 06.11.2016 wurden in Cunnewitz (Landkreis Bautzen), im Territorium des Rosenthaler Rudels, sieben Schafe getötet und ein Schaf verletzt, meldet das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz. Der betroffene Schafhalter hatte bereits am 05.10. und 06.10.2016 insgesamt 32 Schafe bei Wolfsübergriffen verloren. In den beiden vorhergehen Fällen überwand der Wolf ca. 1,40 m hohe Festzäune, im aktuellen Fall wurde ein 1,35-1,50 m hoher Festzaun aus Knotengeflecht überwunden. Über diesen war an einer Seite des Zaunes, auf dem obersten Draht aufliegend, eine Breitbandlitze gespannt. Unklar ist, auf welcher Seite der Zaun überwunden worden ist.

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Rheinland-Pfalz: Frisch ausgewilderter Luchs reisst Nutztiere

Einer der vor nicht einmal drei Monaten im Pfälzerwald ausgewilderten Luchse hat mehrere Schafen und Ziegen gerissen. Das berichtet der Volksfreund. Der Luchs dezimierte dem Bericht zufolge zwei Herden eines Halters. Dieser werde aus einem „extra für diese Fälle eingerichteten Fonds“ entschädigt, wie die Projektleiterin Sylvia Idelberger von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz im Volksfreund erklärte. Auch seien Herdenschutzmaßnahmen ergriffen worden, um die Tiere künftig vor Prädation durch die neu angesiedelten Beutegreifer zu schützen. Die drei aus der Slowakei stammenden Luchse warem am 30. Juli im Pfälzerwald freigesetzt worden. „Luna, Kaja und Lucky erschließen sich ihren Lebensraum im Pfälzerwald“, jubelte die Stiftung seinerzeit: „Das Beutespektrum beim Luchs reicht von Maus über Marder, Hase und Reh bis hin zu jungem Rotwild“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. „Die Hauptbeute sind Rehe. Dem Team der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz ist es gemeinsam mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) gelungen, erste Risse nachzuweisen. Es wurden drei tote Rehe gefunden, die von den Luchsen als Beute über mehrere Tage hinweg genutzt wurden.“

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Niedersachsen: Mehr Geld für Wolfsschutz bei Rinderhaltern

Land fördert Anschaffung von Zäunen und Herdenschutzhunden

In Teilen der Landkreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg/ Wümme fördert das Land Niedersachsen künftig auch für Rinderhalter im Haupt- und Nebenerwerb die Anschaffung von wolfsabweisenden Herdenschutzmaßnahmen gemäß der „Richtlinie Wolf“ des Landes. Bezuschusst werden in vielen Gemeinden dieser Landkreise unter anderem der Erwerb von Elektrozäunen und Herdenschutzhunden. „Grund hierfür ist, dass in diesem Gebiet drei Rinderrisse in einem Zeitraum von zwölf Monaten nachweislich von Wölfen verursacht wurden“, erklärte Nicola Georgy vom Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz). In diesen Fällen sieht die „Richtlinie Wolf“ des Landes vor, dass neben den Haltern von Schafen, Ziegen und Gatterwild auch Rinderhalter bei der Durchführung von Präventionsmaßnahmen im Umkreis der Orte, an denen sich die Risse ereignet haben, unterstützt werden.

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Wölfe reissen Kalb und 32 Schafe

In der Prignitz im Nordwesten Brandenburgs haben Wölfe wahrscheinlich ein neu geborenes Kalb gerissen. Von dem bei der Geburt schätzungsweise 30 bis 35 Kilogramm schweren Zwillingskalb waren nur noch 13 Kilogramm übrig, als es gefunden wurde. 15 bis 20 Kilogramm müssen folglich verzehrt worden sein. Lothar Pawlowski, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Karstadt, in deren Mutterkuhherde sich der Vorfall ereignete, berichtete im Gespräch mit JAWINA, dass er den Kadaver des Kalbs nach der Entdeckung fortschaffen ließ. Dies nahm das Landesumweltamt Brandenburg (LUA), das für Nutztierrisse durch Wölfe zuständig ist, Pawlowski zufolge zum Anlass, eine DNA-Untersuchung des Kadavers – und damit die Entschädigung – zu verweigern. Auf den von Pawlowski übersandten Fotos sei laut LUA auch kein typischer Kehlbiss zu erkennen gewesen. „Auf den Fotos war überhaupt nicht mehr viel zu erkennen“, regt sich der Landwirt auf, „weil das meiste Fleisch halt aufgefressen war.“

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Brandenburg: Schadensersatz-Zahlungen für Nutztierrisse von Wölfen verdreifacht

Bundesregierung lehnt Bitte der Landesregierung ab, Bejagung des Wolfs zuzulassen

Innerhalb eines Jahres hat sich der Betrag, den das Land Brandenburg für Entschädigungszahlungen für Nutztierrisse durch Wölfe aufwenden muss, nahezu verdreifacht. Wurden 2015 noch 11.536 Euro ausgezahlt, so waren es nur bis zum 16.08.2016 bereits 31.262 Euro. 2013 waren es 6078 Euro. Die Zahl der Nutztierrisse ist ebenfalls angestiegen: Von 30 in 2015 auf 46 bis zum 16.08. 2016. Dies geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Freien Wähler hervor.

Interessant ist die Antwort der Landesregierung auf Frage 8 der Kleinen Anfrage. Demnach hat sich die Brandenburgische Landesregierung bereits 2014 an die Bundesregierung gewandt, um eine Bejagung des Wolfs bzw. die Festlegung von Bestandsgrenzen zu ermöglichen:

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Landrat: „Entnahme“ der Goldenstedter Wölfin denkbar

Der Erste Kreisrat des Landkreises Diepholz, Wolfram van Bellen, hat gegenüber der Kreiszeitung erklärt, dass er die Entnahme der Goldenstedter Wölfin für denkbar hält. Die Wölfin ist für eine Vielzahl von Nutztierrissen im Kreisgebiet verantwortlich und zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, auch sehr gut gesicherte Schutzzäune überwinden zu können. Beim letzten Angriff am 15. Mai wurden acht Schafe getötet. Im Landkreis Diepholz gebe es mehr Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere als in der Lüneburger Heide, erklärte Wolfsberater Dr. Marcel Holy der Kreiszeitung zufolge in einem Vortrag im Kreishaus. In der Lüneburger Heide seien jedoch fünf Rudel nachgewiesen, im Landkreis Diepholz hingegen nur die eine Wölfin.

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NRW: Wildkamera filmt Wolfsriss

In Barntrup, einem Dorf im Landkreis Lippe hat ein Wolf vor einer eigens installierten Wildkamera eine Ziege gerissen. Das berichtet die Online-Ausgabe der Lippischen Landes-Zeitung (LZ). Die Kamera war vom Besitzer der Ziege nach einem vorangegangenen Rissvorfall angebracht worden. Ein weiteres Tier wurde von dem Wolf schwer verletzt und musste eingeschläfert werden. Die Weide befand sich nur etwa 50 Meter von den Wohngebäuden des Dorfs entfernt.

In Malk Göhren im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) hat ein Wolf eine Schafherde angegriffen, wie die Schweriner Volkszeitung (SVZ) berichtet. Drei Tiere wurden getötet, etwa 20 verletzt. Die meisten verletzten Schafe werden wohl auch eingeschläfert werden müssen. SE

Das Volk verträgt die Wahrheit nicht…

Berichten von Facebook-Nutzern zufolge löscht das soziale Netzwerk Bilder, die vom Wolf gerissene Nutztiere zeigen. Dem unbestätigten Bericht zufolge erhielt der Nutzer, der die Bilder mit dem wohl ironisch gemeinten Kommentar „Willkommen Wolf“ eingestellt hat, eine Support-Mitteilung von Facebook, dass „sein Foto wegen Inhalten zur Darstellung drastischer Gewalt gemeldet“ worden sei. In der Folge seien die Bilder dann gelöscht worden. Wer hinter den Meldungen steckt, lässt sich nicht feststellen.

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