Schlagwort-Archive: Nutztierrisse

Schweiz: Erleichterter Abschuss von Wolf, Luchs, Schwan und Biber

In der Schweiz steht die Novellierung des Jagdgesetzes an, diskutiert wird vor allem über die Herabsetzung des Schutzstatus und den in Folge erleichterten Abschuss von bislang streng geschützten Tierarten. Dabei geht es, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, in erster Linie um den Wolf, dessen Bestand auch in der Schweiz ansteigt und eine zunehmende Zahl von Nutztierrissen (ca. 150 pro Jahr) zur Folge hat. Vier Wolfsrudel, insgesamt etwa 40 bis 50 Tiere, soll es laut NZZ aktuell in der Schweiz geben. In der Schweiz sind Abschüsse von Wölfen möglich und wurden in des Vergangenheit auch schon mehrfach bewilligt, wenn ein Wolf eine bestimmte Zahl von Nutztieren gerissen hat. Dem Schafzüchterverband reicht das nicht, er fordert eine Neuverhandlung des Schutzstatus, damit Wölfe „unbürokratisch reguliert“ werden können.

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Schleswig-Holstein: Herkunft einiger Wölfe nach Rissvorfällen geklärt

In der ersten Maihälfte waren dem schleswig-holsteinischen Wolfsmanagement aus den Kreisen Dithmarschen, Rendsburg-Eckernförde und Pinneberg eine Reihe von Rissvorfällen gemeldet worden, die nach einer ersten Begutachtung durch die zuständigen Rissgutachter den Verdacht nahelegten, dass die Tiere einem großen Beutegreifer zum Opfer gefallen sein könnten. Zur Ermittlung des möglichen Verursachers dieser Vorfälle wurden routinemäßig genetische Proben an das Senckenberg-Forschungsinstitut, dem nationalen Referenzzentrum für genetische Untersuchungen an Wolf und Luchs, gegeben und dort im Rahmen eines Eilverfahrens untersucht, wie das schleswig-holsteinische Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) mitteilt. Erste Untersuchungen hatten erbracht, dass in vier Fällen ein Wolf des Haplotyps HW01 die Schafe gerissen hatte. Auf Basis dieser ersten genetischen Ergebnisse konnten lediglich Vermutungen zur Herkunft der Wölfe angestellt werden. Die Gründertiere der Mitteleuropäischen Flachlandpopulation haben diesen Haplotyp getragen und er ist nach wie vor der vorherrschende Haplotyp der Wölfe in Deutschland.

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Brandenburg: Bauern fordern Schutzjagden auf Wölfe

Landwirt verliert 40 Kälber im Jahr durch Wolfsangriffe

Anlässlich eines Ortstermins, bei dem sich CDU-Bundestagsabgeordnete bei Brandenburger Landwirten über die Situation von Weidetierhaltern informierten, haben Bauern Schutzjagden auf Wölfe nach schwedischem Vorbild gefordert. Das berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Die Landwirte beklagten den hohen Aufwand, der für die Absicherung der Weiden und die Instandhaltung der Einzäunung anfällt. Allein das regelmäßig Abmähen des Grases, das erforderlich ist, um den Stromzaun funktionstüchtig zu halten, kostet einen Weideviehbetrieb nach eigenen Angaben 19.500 Euro im Jahr. Diese kosten werden auch nicht ersetzt. Ein betroffener Landwirt berichtete, dass er im Jahr 2017 40 Kälber durch Wolfsrisse verloren habe, nur für 16 sei eine Entschädigung gezahlt worden. Von 21 Kälbern seien keine Überreste gefunden worden, das Dobbrikower Wolfsrudel habe sich zudem auf neugeborene Kälber spezialisiert, die noch keine Ohrmarken hätten.

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Niedersachsen: „Einen Bären aufgebunden“ – Angeblicher Wolfsangriff im Landgestüt Celle ist Falschmeldung

Zur Zeit kursiert auf u.a. Whatsapp eine Meldung, derzufolge es im niedersächsischen Landgestüt Celle einen Wolfsangriff gegeben haben soll. Illustriert ist die Meldung mit einem Bild eines Pferdes, dessen Hinterlauf stark angefressen ist. Das Landgestüt Celle teilt dazu mit:

Einen Bären aufgebunden

Am vergangenen Wochenende hat jemand aus uns unerklärlichen Gründen versucht, seinen Mitbürgern statt des sprichwörtlichen Bären einen Wolf aufzubinden. Folgende FALSCHMELDUNG über das Landgestüt Celle und seine Jungpferde wurde sehr schnell auf sämtlichen Kanälen insbesondere über das Medium Whatsapp verbreitet:

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Niedersachsen: Cuxhavener Wolfsrudel wird besendert

+++ Brandenburg: Frauendorfer Agrargenossenschaft will nach Kälberrissen Antrag auf Wolfsentnahme stellen +++

Umweltminister Olaf Lies hat gestern (Freitag) die Besenderung von Wölfen im Cuxhavener Raum zu Managementzwecken angeordnet. Die Durchführung erfolgt durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Zusammenarbeit mit wildbiologischen Fachleuten. In den letzten Wochen ist es vermehrt zu Nutztierrissen im Landkreis Cuxhaven gekommen. Insgesamt wurden in den letzen Tagen acht Nutztierschadensfälle aus dem Landkreis Cuxhaven gemeldet. In zwei Fällen kam ein Rind und in den anderen Fällen Schafe zu Tode.

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EU-Kommission lehnt Änderung des Schutzstatus von Wölfen ab

Obwohl die europäische Wolfspopulation stark anwächst und sich Nutztierrisse häufen, lehnt die EU-Kommission eine Änderung des Schutzstatus von Wölfen, was eine geregelte Bejagung ermöglichen könnte, weiterhin ab. Der maltesische EU-Umweltkommissar Karmenu Vella erklärte der Tiroler Tageszeitung (tt) zufolge, es gehe um „die Wahrung des Naturerbes.“ Wir bräuchten die Koexistenz von Mensch und Wolf. Die Koexistenz funktioniere nicht, widersprach ein Schafzüchter laut tt.

Vella forderte „effizientere Schutzmaßnahmen: Elektrozäune, modernes Weidenmanagement und Schulungen für Landwirte.“ Wenn das alles nichts helfe, müsse es finanzielle Kompensation für den Verlust von Nutztieren geben. Die Kommission sei bereit, solche Maßnahmen zu unterstützen. Es gebe diverse Fördertöpfe für solche Zwecke. red.

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags in der Tiroler Tageszeitung (Screenshot).

DNA-Analyse bestätigt: 44 Schafe in Bad Wildbad von Wolf gerissen

Schafe wurden vom selben Wolf gerissen, der schon im November 2017 in der Region nachgewiesen werden konnte

Die Wolfsattacke auf eine Schafherde in Bad Wildbad (JAWINA berichtete) Ende April ist vom selben Tier verübt worden, das bereits mehrmals in der Region um Bad Wildbad nachgewiesen werden konnte. Das teilt das Umweltministerium Baden-Württemberg mit. Bei der Attacke waren 44 Schafe getötet worden. Bei dem Wolf handelt es sich um ein männliches Einzeltier, das aus Norddeutschland nach Baden-Württemberg gekommen ist und unter dem Kürzel GW 852m geführt wird. Erstmals wurde er im Nordschwarzwald Ende November 2017 nachgewiesen.

„Nachdem dieser Wolf jetzt über fast ein halbes Jahr die Region offenbar nicht verlassen hat, müssen wir davon ausgehen, dass er hier sesshaft geworden ist“, sagte Umweltminister Franz Untersteller gestern in Stuttgart. Daraus folge, dass in Kürze um die bekannten Rissstellen des Wolfes herum ein Gebiet mit einem Durchmesser von rund 60 Kilometern ausgewiesen werde, in dem erhöhte Anforderungen für den Herdenschutz gelten. Deren fachgerechte Erfüllung sei dann Voraussetzung, um bei einem Wolfsangriff Entschädigungszahlungen für gerissene Nutztiere zu erhalten.

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Brandenburg: Polizei löst angemeldete Demo gegen Wolf auf

Heute morgen um 11 Uhr wollten fünf Bauern mit zwei vom Wolf gerissenen Kälbchen vor dem Potsdamer Landtag gegen die Untätigkeit der Landesregierung beim Thema Wolf protestieren. Sie wurden daran – trotz angemeldeter Demonstration – durch Polizeieinsatz gehindert. Die toten Kälbchen wurden beschlagnahmt, gegen einen Bauern wurde Strafanzeige erstattet.

Dazu erklärt Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung: „Broschüren, Filme, Ratgeber – wir werden von den Naturschutzbehörden mit Wolfspropaganda zugeschüttet. Aber wenn betroffene Weidetierhalter die grausame Wirklichkeit zeigen, schreitet die Staatsgewalt ein. Was für eine Anmaßung gegenüber der Landbevölkerung! Die Politiker sollten sich ruhig mal die zerfetzten Kadaver anschauen, die das angeblich so faszinierende Raubtier zurücklässt. Wer da nur mit den Schultern zuckt und sagt, das sei halt Natur, spuckt uns Bauern direkt ins Gesicht. Wir lieben unsere Tiere. Es wird Zeit, dass wir sie mit der Waffe in der Hand verteidigen.“

Von Wolf bei Schönberg gerissenes Kalb. Quelle: Bauernbund Brandenburg/privat

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Baden-Württemberg: „Bild des Grauens“ – mehr als 40 Schafe bei Wolfsangriff getötet

Den Tag des Wolfes am 30. April hat Isegrimm auf würdige Weise begangen: In Bad Wildbad (Landkreis Calw) sind mehr als 40 Schafe einem Wolfsangriff zum Opfer gefallen. Mindestens 15 Tiere wurden gerissen, zehn mussten notgeschlachtet werden, weitere Schafe flohen in die Enz, wie der SWR berichtet. Nach ersten Untersuchungen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) ist es sehr wahrscheinlich, dass die Schafe von Wölfen gerissen wurden, DNA-Untersuchungen sollen letzte Gewissheit bringen. Bereits im November wurden in Bad Wildbad Schafe von einem Wolf gerissen. Die Welt sprach angesichts des Gemetzels von einem „Bild des Grauens.“ Der Bürgermeister von Bad Wildbad, Klaus Mack (CDU) appellierte laut SWR an die Landesregierung, „diesem Treiben Einhalt zu gebieten“, wenn die „Rückkehr des Wolfes dazu führe, dass sich Touristen im Wald nicht mehr sicher fühlen.“ Die Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes, Anette Wohlfarth, wertete den Rissvorfall als Beleg dafür, dass „Weidetierhaltung und Wolf in Baden-Württemberg zusammen nicht flächendeckend funktionierten.“ Der Nabu fordert, dem betroffenen Schäfer so schnell wie möglich zu helfen, sprich: für die gerissenen Schafe Entschädigung aus Steuergeldern zu bezahlen.

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Brandenburg: Wölfe reissen 100-Kilo-Kalb im Stall

Die Wölfe krochen unter den Gitterstäben des Kälberstalls der Agrargenossenschaft Trebitz – Klein Muckrow bei Lieberose (Landkreis Dahme-Spreewald) hindurch, töteten ein 100 Kilogramm schweres Kalb vor der Box und zerrten den Kadaver hinaus, wo sie das meiste von dem Tier fraßen. Am Morgen des 25. April fanden die Geschäftsführerin der Agrargenossenschaft, Silvia Balzer, und ihre Mitarbeiter nur noch wenige Überreste: Hinterläufe, Wirbelsäule, Schädel, Rippen, einige Innereien.

Vor dem Stall fraßen die Wölfe das Kalb weitrgehend auf. Foto: Silvia Balzer

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Brandenburg: Wölfe reissen Gatter-Damwild und Kälber

„Ich höre definitiv auf“, erklärt Gerhard Kernchen, Betreiber eines Damwild-Gatters in Locktow (Landkreis Potsdam-Mittelmark) gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ). Über die Wiederbesiedlung des Landes mit Wölfen erklärt er: „Das ist eine Invasion, die kann man nicht mehr aushalten.“ Der Gatterbetreiber hat bei einem erneuten Angriff über zehn Tiere und damit mehr als die Hälfte seines Bestandes,  an die Wölfe verloren. Bei der Mehrzahl der getöteten Stücke handelte es sich um hochträchtige Tiere. Nach einem ersten Angriff auf das Gatter im Februar 2016, bei dem sich die Wölfe unter dem Zaun durchgegraben hatten, wurde der Zaun mit Stromlitze nachgerüstet. Es ist dem Bericht der MAZ zufolge noch unklar, wie die Wölfe diesmal ins Gatter gelangt seien.

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Dürfen Hundeführer ihren Jagdhund gegen Wolfsangriffe verteidigen?

Die Tötung einer Bracke auf einem sächsischen Truppenübungsplatz hat die Frage aufgeworfen, wie die Rechtslage ist, wenn man seinem von einem Wolf angegriffenen Hund zu Hilfe kommen muss. In Schweden, bekanntlich ein EU-Land, in dem Wölfe dem selben strengen Schutzstatus unterliegen wie in Deutschland, ist die Sache in vorbildlicher Eindeutigkeit geregelt: In § 28 der schwedischen Jagdverordnung heißt es dazu: Greift ein Raubtier wie Bär, Wolf, Vielfraß oder Luchs Haustiere an, oder besteht vernünftiger Grund zu der Annahme, dass ein solcher Angriff bevorsteht, so dürfen geeignete Maßnahmen ergriffen werden, das Raubtier zu vergrämen. [Om något av rovdjuren björn, varg, järv eller lo angriper tamdjur eller om det finns skälig anledning att befara ett sådant angrepp, får åtgärder vidtas för att skrämma bort rovdjuret.]

Vergleichbare Regelungen für Deutschland gibt es bislang nur in der Brandenburger Wolfsverordnung, in deren § 1 die Vergrämung von Wölfen geregelt wird.  Demnach dürfen Wölfe, „die sich Weidetierbeständen, die nach den Vorgaben der „Mindeststandards beim Schutz von Weidetierbeständen vor Wolfsübergriffen“ des brandenburgischen Wolfsmanagements geschützt sind, bis auf weniger als 30 Meter annähern, mit dazu geeigneten Methoden und Geräten nach Maßgabe der §§ 3, 4 Absatz 1 und 5 vertrieben werden, sofern die Wölfe hierdurch nicht ernsthaft verletzt werden.“

Die Tötung eines Problemwolfs setzt jedoch einen entsprechenden behördlichen Beschluss voraus. Doch welches Recht hat ein Hundeführer, der seinem von einem Wolf angegriffenen Jagdhund zu Hilfe kommt?

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Mecklenburg-Vorpommern: Schäfer beantragt Wolfsabschuss

Ein Schäfer aus Ramin bei Löcknitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hat einen Antrag auf Abschuss eines Wolfs gestellt. Kreisverwaltung und Landwirtschaftsministerium bestätigten, dass ein entsprechender Antrag vorliege. Der Schäfer hat bislang 35 Schafe durch Wolfsangriffe verloren. Die Schafe beweiden eine 15 Hektar große Fotovoltaik-Anlage, die mit einem über zwei Meter hohen Doppelstabzaun aus Stahl eingezäunt ist. Da ein Untergrabeschutz fehlt, buddelten sich die Wölfe jedoch unter dem Zaun durch. Dies sollte ein zusätzlich installierter Stromzaun verhindern, von dem sich die Wölfe aber auch nicht abhalten ließen. Der Antrag wird derzeit geprüft, heißt es aus der Verwaltung. Dem Schäfer wurde empfohlen, bis auf weiteres keine Schafe mehr auf der betroffenen Weide zu halten. red.

Beitragsbild: Schafe. Foto: SE

Sachsen: Nabu kritisiert genehmigten Wolfsabschuss

Drohungen gegen „Entnahme-Beauftragte“

Der Nabu Sachsen kritisiert scharf den vom sächsischen Umweltministerium genehmigten Abschuss (JAWINA berichtete) eines Wolfes. In den vergangenen Wochen wurden im Bereich des Rosenthaler Rudels immer wieder von Wölfen sämtliche Herdenschutzmaßnahmen überwunden und zahlreiche Nutztiere gerissen. Der Abschuss darf nur bei der Annäherung eines Wolfs an Nutztiere erfolgen und soll der Erzeugung erlernter Scheu dienen. Die Entscheidung sei „fachlich unbegründet sowie rechtlich nicht haltbar“, befindet hingegen der Nabu Sachsen auf seiner Internetseite. Der Verband prüfe „zeitnah eine Klage“ gegen die Abschussgenehmigung.

Derweil ist unklar, wer die geplante Wolfs-Entnahme überhaupt durchführen soll. Nachdem die örtliche Jägerschaft erklärt hat, dass sie sich an Wolfsabschüssen wegen der Drohungen militanter Tierfreunde nicht mitwirken wolle, muss die zuständige Verwaltung des Landkreises Bautzen nun Verantwortliche benennen.

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Sachsen-Anhalt: Wölfe reissen über 40 Heidschnucken

Ende September kam es im Bereich der Woltersdorfer Heide bei Wittenberg zu vier Nutztierübergriffen in zwei Betrieben. In allen vier Fällen waren Mitarbeiter des Wolfskompetenzzentrums Iden (WZI) unmittelbar vor Ort und haben die Vorfälle begutachtet und dokumentiert. In allen Fällen ergab die Rissbegutachtung, dass Wölfe als Verursacher nicht auszuschließen sind, was u. a. anhand der sich ähnelnden Rissbilder an den getöteten Tieren abgeleitet werden konnte. Die genetische Untersuchung des vor Ort sichergestellten Probematerials erbrachte zumindest in einem Fall auch den konkreten Nachweis auf Wölfe als Verursacher. So wurden bei zwei Übergriffen am 18.09.2017 und am 21.09.2017 auf eine Heidschnuckenherde insgesamt zwölf Heidschnucken tot aufgefunden, ein Tier musste notgeschlachtet werden und drei Tiere werden vermisst. Die Umzäunung der genutzten Heidefläche entsprach nicht den Forderungen zum Grundschutz, wodurch ein Eindringen des Verursachers an mehreren Stellen problemlos möglich war.

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Baden-Württemberg: Erster Nutztierriss durch Wölfe seit über 100 Jahren

Agrarminister: Herdenschutzmaßnahmen reichen nicht aus – Regulierung der Wolfspopulation gefordert

Die drei am 7. Oktober bei Widdern (Landkreis Heilbronn) gerissenen Schafe gehen auf das Konto eines Wolfes. Das hat die genetische Untersuchung des Senckenberg-Instituts für Wildtiergenetik (Gelnhausen) von an den Rissen genommenen Proben zweifelsfrei ergeben. Es ist das erste Mal seit mehr als 100 Jahren, dass in Baden-Württemberg ein Wolf nachweislich Nutztiere gerissen hat. Woher der Wolf kam versuchen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Senckenberg-Instituts derzeit mit weiteren Analysen herauszufinden, wie das Umweltministerium Baden-Württemberg mitteilt. Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) bat Nutztierverbände und -halter, jetzt besonnen zu reagieren: „Ich weiß, dass viele mit großer Besorgnis auf Wolfsnachweise reagieren. Und dass es jetzt erstmals einen nachgewiesenen Wolfsriss gegeben hat, ist sicher kein Ereignis, das zur Beruhigung beiträgt. Aber es ist auch kein Grund, in Panik zu verfallen und um die wirtschaftliche Existenz zu fürchten“, sagte Untersteller. Entscheidend sei, so der Minister, die Tiere so gut wie möglich zu schützen. Gegen Wolfsangriffe sei zum Beispiel ein korrekt aufgestellter Elektrozaun ein wirksamer Grundschutz. Im vorliegenden Fall hätten Wassergräben die Herde umgeben.

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Thüringen: Umweltministerium erwägt Wolfsabschuss

+++ Zehn neue Fotofallen: Thüringer Wölfin soll besser überwacht werden +++ ABM-Maßnahme für Nabu-Leute? „Kompetenzstelle“ für Thüringer Wölfe gefordert +++ Schweiz: Schutzstatus des Wolfs soll gelockert werden +++ Songhees-Stamm in Kanada: Wolf ist Inkarnation des Häuptlings +++ Sachsen: „Schweinischer Betrug“ vor Gericht +++

Das Thüringer Umweltministerium unter der Leitung der grünen Ministerin Anja Siegesmund erwägt den Abschuss der Ohrdrufer Wölfin. Diese hat mehrfach als sicher geltende Einzäunungen überwunden und Schafe gerissen. Der ebenfalls grüne Umwelt-Staatssekretär Olaf Möller sagte gegenüber dem MDR Thüringen, wenn es tatsächlich so sei, dass der Wolf den optimalen Schutz überwindet, werden wir zur Tat schreiten.“ Noch vor vier Wochen habe Ministerin Siegesmund Forderungen nach einer Jagd auf Wölfe als Aufruf zur Straftat bewertet, so der MDR [warum nicht gleich zur Volksverhetzung?, Anm. d. Red.].

Insgesamt sind in den letzten Wochen 74 Schafe und Ziegen in der Umgebung von Gotha gerissen worden. Bei 55 steht der Wolf als Verursacher bereits fest, in den anderen Fällen laufen die DNA-Untersuchungen noch.

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Munster: Wolfswelpen wurden wahrscheinlich tot gebissen

CDU Niedersachsen: „Grüne stellen Ausweitung des Wolfsbestands in Niedersachen über allgemeinen Tierschutz“ +++ SPD Niedersachsen fordert „wolfsfreie Zonen“, FDP will Wolf ins Jagdrecht aufnehmen +++

Dem Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landebetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) liegen die Ergebnisse der Analyse der genetischen Proben der beiden am 8. August im Bereich des Truppenübungsplatz Munster Nord tot aufgefundenen Wolfswelpen (JAWINA berichtete) vor. Das Senckenberg-Institut in Gelnhausen kommt zu dem Ergebnis, dass die beiden Welpen Nachkommen der Fähe waren, die Anfang Juli im Landkreis Heidekreis auf der B209 bei Bispingen bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt wurde. Auch das Vatertier der Welpen ist bekannt. Es handelt sich um einen Rüden, der zuvor sowohl auf dem Gelände des Unternehmens „Rheinmetall“ bei Unterlüß als auch auf dem Truppenübungsplatz Munster nachgewiesen werden konnte.

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Forum Natur Brandenburg fordert „Schutzjagden“ auf Wölfe

Unter dem Moto „Von Schweden lernen heißt „Wolf- und Weidetierzukunft“ gestalten!“ fordern die im Forum Natur Brandenburg (FNB) zusammengeschlossenen Verbände Schutzjagden auf den Wolf nach schwedischem Vorbild. Diese seien „vollumfänglich mit der EU Gesetzgebung vereinbar“ und für den Herdenschutz unerlässlich.

In einer Pressemitteilung des FNB heißt es dazu: „Die Mitgliedsverbände des Forums Natur begrüßen es außerordentlich, dass sich der Agrarausschuss des brandenburgischen Landtages in seiner heutigen Anhörung mit den Fragen eines „aktiven Wolfsmanagements“ beschäftigt. Der dabei durch zwei hochrangige Mitarbeiter der schwedischen Naturschutzverwaltung zu erwartende Einblick in ein seit vielen Jahrzehnten etabliertes Wolfsmanagement, ist ein wichtiger Beitrag für die Debatte in Brandenburg. Der Vorsitzende des Forums Natur, Gernot Schmidt, macht mit Blick auf die bereits jetzt vorliegenden schriftlichen Stellungnahmen der Anzuhörenden deutlich, dass die Positionen der brandenburgischen Landnutzer bezüglich der bereits heute bestehenden rechtlichen Möglichkeiten eines „aktiven Wolfsmanagements“ in Schweden offenbar vollumfänglich umgesetzt sind und von der Europäischen Kommission ausdrücklich gebilligt werden. „Während wir kleinkarierte und in ihrer Emotionalität oftmals nicht zu übertreffende Debatten führen, machen uns die skandinavischen Länder vor, wie ein aktives Wolfsmanagement im rechtlichen Rahmen der für uns alle gültigen FFH-Richtlinie der EU funktioniert“, stellt Schmidt mit Blick auf die Anhörungsunterlagen klar.

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Oberösterreich: Landesjagdverband zahlt nicht mehr für Wolfsschäden

Nach einem weiteren Wolfsriss in Oberösterreich, bei dem in Kaltenberg ein Schaf und zwei Lämmer getötet wurden, will der Landesjagdverband Oberösterreich (LJV) nicht mehr für Wolfsschäden aufkommen. Bisher waren die Jäger im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung für die Schäden durch Nutztierrisse von Wölfen aufgekommen. Doch damit soll jetzt Schluss sein: Es sei nicht länger hinnehmbar, dass sich die öffentliche Hand an den Kosten nicht beteilige, erklärte der Geschäftsführer des LJV, Christopher Böck, gegenüber krone.at. Einerseits wolle man, dass sich Wölfe ansiedeln und stellt sie streng unter Schutz, andererseits komme man aber für die Schäden nicht auf, kritisierte der Wildbiologe. Alles bleibe an den Jägern hängen, gleichzeitig würden diese „aber immer kritisiert“ werden.

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Frankreich: Aufgebrachte Schäfer nehmen Behördenvertreter unter Beschuss

Andere Länder, andere Sitten: In Auzat, einer Gemeinde im Département Ariège ganz im Süden Frankreichs an der Grenze zu Andorra und Spanien, haben aufgebrachte Bauern einer Abordnung von vier Emissären der Nationalen Jagd- und Wildtierbehörde (Office National de la Chasse et de la Faune Sauvage, ONCFS) einen unvergesslichen Empfang bereitet: Als die vier Angestellten der ONCFS in dem malerischen Ort in den Pyrenäen anrückten, um sich ein Bild von den Schäden zu machen, die Bären an den Schafherden der Bauern angerichtet hatten, fanden sie sich in einer aggressionsgeladenen Atmosphäre wieder. Etwa dreißig aggressive Personen machten bedrohliche Bemerkungen und verbreiteten ein feindseliges Klima, berichten zahlreiche französische Medien, wie etwa die Tageszeitung Le Figaro. Beiläufig wurde den staatlichen Gutachtern dann mitgeteilt, dass alle vier Reifen ihres Autos zerstochen worden seien. Der Vorfall gipfelte darin, dass mehr als fünfzig Schüsse abgefeuert wurden, als die Beamten auf die Bergweiden vorrückten – verletzt wurde dabei niemand. Dies sei offensichtlich geschehen, um sie einzuschüchtern, mutmaßte die französische Oberstaatsanwältin (Procureur de la République) Karline Bouisset gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

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Bautzen: Landrat beantragt Wolfsabschuss

Ministerium muss noch Einvernehmen erklären

Der Landrat der sächsischen Kreisstatdt Bautzen, Michael Harig, hat am Freitag den Abschuss von problematischen Wölfen des Rosenthaler Rudels beantragt. Der entsprechende Antrag sei am 8. September an das Sächsische Umweltministerium gesendet worden, teilt das Landratsamt mit. Der Antrag enthält demnach neben dem naturschutzrechtlichen Einvernehmen der Unteren Naturschutzbehörde auch die Genehmigung zum Abschuss durch die Untere Jagdbehörde. Bevor der Wolf tatsächlich entnommen werden kann, muss das Ministerium jedoch sein Einvernehmen erklären.

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Mecklenburg-Vorpommern: Wolf reißt 14 Schafe bei Eldena

Am 31.08.2017 kam es zu einem Rissvorfall bei Eldena im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Dabei wurden 14 Schafe getötet und 3 weitere verletzt, wobei die Verletzungen teilweise so schwerwiegend waren, dass weitere Tiere getötet werden mussten. Im Ergebnis der Rissbegutachtung sind ein Wolf oder mehrere Wölfe als Verursacher wahrscheinlich. Zur weiteren Untersetzung des Befundes wurden Genetikproben genommen, wie das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern (LUMV) mitteilt. Die Erfordernisse eines Grundschutzes der Nutztiere waren im vorliegenden Fall nicht erfüllt, so das LUMV – der Schäfer bleibt auf dem entstandenen Schaden also wohl sitzen.

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Bauernverband: Naturschützer opfern Weidetierhaltung für den Wolf

Bauern, Schäfer und Jagdgenossenschaften kritisieren Papier der Naturschutzverbände

„Die Vorschläge der Umwelt- und Tierschutzverbände sind für den Schutz der Weidetiere vor dem Wolf völlig unzureichend. Die Lasten und Risiken der Ausbreitung des Wolfes werden allein den Weidetierhaltern aufgebürdet. Die Naturschutzverbände opfern die Weidetierhaltung von Schafen, Ziegen, Rindern und Pferden für den Wolf und damit den langfristigen Erhalt des Grünlandes in weiten Teilen Deutschlands. Der Naturschutz könne sich nicht darauf zurückziehen, die Weidetierhalter mit Entschädigungen zu beruhigen, gleichzeitig ihnen ein großes Lastenheft aufzugeben, wie sie die Schafe, Ziegen, Pferde und Kühe vor dem Wolf zu schützen hätten. Die Probleme und Befürchtungen der Weidetierhalter und der Menschen im ländlichen Raum müssten endlich ernstgenommen werden. Das betonten der Deutsche Bauernverband (DBV), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) sowie die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) in einer Reaktion auf das heute von Tier- und Naturschutzverbänden veröffentlichte Eckpunktepapier „Vielfalt behüten: Zukunft für Weidetierhaltung und Wolf“.

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Vermutlich erstes Wolfsrudel in Thüringen

+++ Wolf als Verursacher von Schafsrissen im Kanton Bern nachgewiesen +++ Österreich: Ein „Wolfsexperte“ meint, ein scharfer Hund wäre gefährlicher als der Wolf und raunt, Wölfe seien leicht mit Tschechischen Wolfshunden zu verwechseln +++ Sachsen-Anhalt: Fuchs richtet Massaker in Hühnerstall an +++

Über 50 Schafe sind im Lauf der letzten sechs Wochen in der Umgebung des Truppenübungsplatzes Ohrdruf in Thüringen gerissen worden. Ein Sprecher des Thüringer Umweltministeriums bestätigte gegenüber dem MDR, die hohe Anzahl von Rissen sei „merkwürdig“. Vermutlich sei nicht ein einzelner Wolf für die Rissvorfälle verantwortlich. Möglicherweise gehen die Welpen einer Wolfsfähe in dem Gebiet nun gemeinsam mit dem Muttertier auf Beutezug. Jäger und Anwohner hegen den Verdacht, dass es sich bei dem Rudel um Hybriden handeln könne. Ein Labradorrüde soll sich demnach mit der Wölfin verpaart haben. Die DNA-Spuren an den gerissenen Schafen werden derzeit noch im Institut für Wildtiergenetik in Gelnhausen analysiert. SE

Beitragsbild: Gerissenes Schaf (Symbolbild). Foto: SE

Niedersachsen: 500. offizieller Nutztierriss seit 2008 gemeldet

+++ Brandenburg: Schäfer fordern Obergrenze für Wölfe und mehr Geld +++ Thüringen: Fünf Schafe und zwei Ziegen vermutlich von Wolf gerissen +++ Südtirol: 27 Schafe und Ziegen in Südtirol von Wolf gerissen +++ Windpark vor Sylt vertreibt seltene Seevögel +++ Focus berichtet über Seehundjäger +++ Sensation: Zeit bringt ausgewogenen Artikel über Wölfe

In den letzten Tagen und Wochen kam es wiederholt zu Meldungen über Nutztierrisse in Niedersachsen, bei denen der Wolf als Verursacher vermutet wird. Die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) nimmt dies zum Anlass, einen Einblick über die offiziell gemeldeten Nutztierrisse vom Jahr 2008 bis zum August 2017 zu geben: Ende vergangener Woche wurde die 500. offizielle Meldung seit dem Jahr 2008 über einen Nutztierriss in die Nutztierrissstatistik des Landes Niedersachsen eingetragen. Bei Schmarbeck im Landkreis Celle wurden 13 Schafe getötet, sieben weitere mussten eingeschläfert werden – ob ein Wolf der Verursacher war, wird derzeit geprüft. Stand jetzt wurden von diesen 500 dokumentierten Meldungen, 236 Risse (47,2 Prozent) eindeutig dem Wolf zugeordnet bzw. der Wolf wurde amtlich als Verursacher festgestellt. In 121 Fällen (24,2 Prozent) konnte der Wolf als Verursacher ausgeschlossen werden. 101 (20,2 Prozent) der eingegangenen Meldung erhielten die Zuordnung Wolf nicht nachweisbar. 39 Fälle (7,8 Prozent) befinden sich derzeit in Bearbeitung, bei drei Meldungen war eine Beurteilung nicht möglich.

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Bundesumweltministerin: „Wolfsjagd hilft nicht gegen Nutztierrisse“

+++ Indien: 15 Menschen getötet – 50 Mann starkes Wildhüter-Team tötet aggressiven Elefanten +++ CDU-Politiker werben für Bündnis mit den Grünen +++

Nachdem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sich bereits mit der Forderung nach einer Abschussquote für Wölfe (JAWINA berichtete) hervorgewagt hat, denkt angesichts wachsender Wolfs-Skepsis in der Bevölkerung nun auch der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) über eine Bejagung von Wölfen nach, wie die Schwäbische Zeitung berichtet. Demgegenüber erteilt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der Forderung nach einer Bejagung der Wölfe weiterhin eine klare Absage: Im Interview mit NWZonline erklärte sie, die Forderung nach einer Bejagung sei „rechtlich nicht haltbar.“ Zudem helfe „die Jagd nun einmal nicht, Risse bei Nutztieren zu vermeiden“.  Das Ausmaß der Schäden an Nutztieren sei weder von der Größe des Wolfsbestandes noch von der Anzahl der Nutztiere in einem Gebiet abhängig. Entscheidend sei vielmehr, wie gut oder schlecht die Nutztiere geschützt seien. Außerdem kritisierte Hendricks die illegale Tötung des tot aus dem Schluchsee geborgenen Wolfs (JAWINA berichtete): Der illegale Abschuss eines Wolfs sei eine Straftat, […], es gehe nicht, „dass sich Menschen über das Gesetz erheben und damit nach Wild-West-Manier handeln.“

Abgesehen davon, dass es doch zunehmend drollig wirkt, wenn Vertreter einer Bundesregierung, die sich z.B., in der Euro- und Flüchtlingskrise seit Jahren leichthändig über geltendes Recht und geschlossene Verträge hinwegsetzt (und somit durchaus als Vorreiter und Vorbild im Handeln nach Wild-West-Manier gelten kann), an die Rechtstreue der Bevölkerung appelliert, abgesehen auch davon, dass Hendricks‘ Behauptung, dass die Jagd auf Wölfe Nutztierrisse nicht vermeide, klar kontrafaktisch ist – schließlich hat die lokale Ausrottung des Wolfs in Deutschland die Anzahl der Nutztierrisse durch diese Art nachweislich auf null gesenkt – abgesehen davon bleibt die Frage bestehen, warum die Bejagung der Wölfe gegen Nutztierrisse nicht helfen soll.

Die Begründung dafür bleibt Hendricks schuldig, weshalb wir hier eine wissenschaftlich fundierte Begründung nachliefern – und damit zugleich ein schönes Beispiel für die Nutzbarmachung sorgsam selektierter wissenschaftlicher Erkenntnisse im politischen Tagesgeschäft bringen.

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Mecklenburg-Vorpommern: Jungrind von Wölfen gerissen

Auf einer Weide bei Niendorf an der Rögnitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) wurde gestern ein getötetes Jungrind gefunden. Der umgehend hinzugezogene Rissgutachter des Landes fand eine Reihe von Hinweisen, die auf einen oder mehrere Wölfe als Verursacher verweisen. Zur weiteren veterinärpathologischen Untersuchung wurde das Tier in das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) gebracht. Zudem wurden Proben für eine genetische Untersuchung genommen. Der betroffene Tierhalter kann aus der Förderrichtlinie Wolf Kompensationszahlungen für das tote Rind erhalten.

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Sachsen-Anhalt: Kein einziger Antrag auf Förderung von Herdenschutzhunden

+++ Tschechien: Wölfe reißen 19 Schafe im Böhmerwald an der bayerischen Grenze +++

Offenbar wurde wieder einmal ein bürokratisches Monster erschaffen: Vor dem Hintergrund der auch in Sachsen-Anhalt zunehmenden Angriffe von Wölfen auf Nutztiere, wurde im April 2017 ein Programm zur Förderung von Herdenschutzhunden „mit großem Tamtam“ gestartet worden, wie der MDR schreibt. Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) versprach sich viel von dem von ihr initiierten Projekt: „Wir fördern nicht mehr nur Zäune und Gehege, sondern auch Helfer auf vier Pfoten, die den nötigen Schutz bieten. Ich habe große Erwartungen in die Herdenschutzhunde“, sagte die grüne Ministerin dem Sender. Doch die erhoffte Resonanz blieb aus: Wie das Umweltministerium auf Anfrage des MDR Sachsen-Anhalt einräumte, sei bisher kein einziger Antrag auf Förderung von Herdenschutzhunden eingegangen. Die Antragsfrist sei daher bis September 2017 verlängert worden. Wirklich erstaunlich ist das Debakel allerdings nicht, denn die bürokratischen Anforderungen für die Förderung sind hoch.

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Umweltstaatssekretär Flasbarth: „Wir diskutieren Entnahme von Wolfsrudeln“

In einem lesenswerten Interview äußert sich Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth in der taz zur Gefahr, die vom Wolf für Menschen ausgeht und über die Bedrohung der Weidetierhaltung in Gebieten, wo Herdenschutz nicht oder kaum möglich ist wie auf Deichen oder Almen. Dort müsse möglicherweise die Ansiedlung von Wolfsrudeln verhindert werden, „indem man komplette Rudel schießt.“ „Wir“ seien in dieser Frage „komplett romantikfrei“, so der ehemalige Nabu-Präsident Flasbarth. Der Bejagung des Wolfs erteilte er indes eine Absage – auch wenn der „günstige Erhaltungszustand“ erreicht sei. Entschädigungszahlungen an Weidetierhalter sollen beschleunigt und entbürokratisiert werden, Agrarsubventionen so umverteilt werden, dass auch das Freimähen der Elektrolitze noch vom Steuerzahler gefördert wird. Die Behauptung – oder Feststellung? – dass es Leute gebe, die vom Wolf lebten – „Biologen und Beamte beispielsweise“ – hält Flasbarth nicht für einen „Beitrag zur Versachlichung.“ Leseempfehlung. SE

Beitragsbild: Headline des empfohlenen und verlinkten Artikels im taz-Archiv. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Brandenburger Wolfsverordnung: „Ein bürokratisches Monster, vollkommen praxisuntauglich und ein absoluter Witz“

Ein Kommentar von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel – ursprünglich erschienen als Leserkommentar zum JAWINA-Beitrag über einen neuerlichen Wolfsriss in Brandenburg.

Lieber Herr Hoffmann,

wer wird denn wegen der paar Schafe gleich weinen? Unser Minister Vogelsänger wird es mit seiner in Vorbereitung befindlichen Verordnung schaffen, Ihr Problem zu lösen, oder? Sie müssten vor einer „Entnahme“ aber schon sicher sein, dass es tatsächlich immer derselbe Wolf war, der nach Ihren Schafen geschaut hat.  Und haben Sie denn auch mehrmals versucht, Isegrim zu vergrämen? Nein? Dann wird Ihnen Herr Vogelsänger auch nicht helfen können.

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Brandenburg: Wolfsschutz geht ins Geld

Am 27. Februar 2017 trat die  Richtlinie zur Förderung  von  Präventionsmaßnahmen  zum  Schutz  vor  Schäden  durch  geschützte Tierarten  (Wolf/Biber)  in  Kraft.  Die Richtlinie hat das Ziel, mögliche  Schäden  durch  Wolf  und  Biber zu vermeiden. Deshalb können Schutzmaßnahmen wie wolfssichere Zäune, die Anschaffung von Herdenschutzhunden oder auch Biberschutzmaßnahmen an Teichwirtschaften gefördert werden. Bis zum 28. April gingen 19 Anträge ein, sechs davon sind bisher bearbeitet und allesamt positiv beschieden worden. Die Fördersumme für die sechs genehmigten Anträge beträgt 54.893,62 Euro. Das ergibt sich aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Dieter Dombrowski. Sollten für die noch ausstehenden Anträge ähnlich hohe Fördersummen bewilligt werden, wären die Mittel für die Prävention von Wolfsangriffen in Höhe von 200.000 Euro pro Jahr bereits erschöpft. Für die Prävention von Biberschäden stehen 150.000 Euro zur Verfügung, bisher sind jedoch keine Anträge von Teichwirten eingegangen.

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Sachsen-Anhalt: FDP fordert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Rechtsanspruch auf Entschädigung von Wolfsschäden für Weidetierhalter

„Die Population des Wolfes entwickelt sich rasant. Um die Art einerseits zu erhalten, andererseits bei Problemen mit Wölfen auch handeln zu können, schlagen wir ein bundesweit einheitliches Monitoringprogramm vor“, erklärt Dr. Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Sachsen-Anhalt.  Zudem solle der Wolf bei ganzjährigem Schutz in das Jagdrecht. In dem am 27. Ordentlichen Parteitag beschlossenen Antrag „Umgang mit Wölfen“, fordern die Freien Demokraten die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht.  Dieses Jagdrecht soll besonders sicherstellen, dass verletzten Wölfen der Fangschuss gegeben werden darf, etwa nach Unfällen mit Kraftfahrzeugen. Zugleich ermögliche dies auch zügiges Handeln, wenn etwa einzelne Wölfe zu Problemen werden, so die FDP Sachsen-Anhalt auf ihrer Internetseite.

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1,05 Millionen Euro für Herdenschutz

1,05 Millionen Euro haben die Bundesländer im Jahr 2015 für Herdenschutzmaßnahmen ausgegeben, also für Maßnahmen zum Schutz von Nutztieren vor dem Wolf. Förderfähig sind beispielsweise wolfssichere Einzäunungen von Weiden oder die Anschaffung von Herdenschutzhunden. Ausgleichszahlungen für die 715 offiziell gemeldeten und anerkannten Nutztierrisse schlugen mit weiteren 107.783 Euro (was ziemlich genau 150 Euro pro Riss entspricht) zu Buche, wie topagrar.com unter Berufung auf einen Artikel in der taz am Wochenende berichtet. Die Zahlen hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) der taz übermittelt. SE

Beitragsbild: Gerissene Ziege (Symbolbild). Foto: SE

Niedersachsen: „Schutz von Weidetieren gegen Wolf funktioniert“

FDP Niedersachsen will Wolf ins Jagdrecht aufnehmen

Der Anstieg der Zahl von gemeldeten Wolfsrissen von 165 im Jahr 2015 auf 175 in 2016 zeigt nach Ansicht des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel (Grüne), dass die Präventionsmaßnahmen zum Schutz von Weidetieren gegen den Wolf funktionieren. Denn da die Wolfspopulation wachse, stagniere folglich die Zahl der Wolfsrisse, so Wenzel in der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ).

Nachdem bereits die niedersächsische CDU-Fraktion eine Obergrenze für Wölfe gefordert und einen Sieben-Punkte-Plan zur Regulierung der Wolfspopulation vorgelegt hatte (JAWINA berichtete), fordert nun auch die FDP die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. Ein entsprechender Beschluss wurde auf dem FDP-Parteitag am Wochenende in Braunschweig gefasst. Die Zunahme der Wolfspopulation soll dem FDP-Beschluss zufolge auf fünf Prozent pro Jahr begrenzt werden. Momentan betrage die jährliche Zunahme 30 Prozent, heißt es in der NOZ. CDU und FDP warfen der rot-grünen Landesregierung vor, „die Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung aufs Spiel zu setzen, weil sie bei Problemen zu zögerlich handle“, so die NOZ. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten und verlinkten Beitrags in der NOZ. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)