Schlagwort-Archive: Niederwild

M-V: Invasive Arten auf dem Vormarsch – Niederwildbestände gehen zurück

Nur noch 126 Fasane und 80 Kaninchen in ganz Mecklenburg-Vorpommern im Jagdjahr 2015/16 erlegt

„Die Niederwildbestände in Mecklenburg-Vorpommern sind besorgniserregend.“ Das stellte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus auf der Landtagssitzung am Donnerstag klar. Hintergrund für die Abnahme der Populationen von Rebhuhn, Fasan, Hase, Wildkaninchen oder Wasservögeln sei die Ausbreitung der hier ursprünglich nicht heimischen, invasiven Arten Mink, Marderhund und Waschbär. „Es ist unbestritten, dass Neozoen dann problematisch werden, wenn sie hiesige Ökosysteme verändern, indem sie einheimische Arten gefährden oder verdrängen“, sagte Minister Backhaus.

Nach Erhebungen im Rahmen des Projektes des Deutschen Jagdverbandes „Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands“ (WILD) sank die Hasenpopulation mit derzeit nur 5 Tieren je 100 Hektar auf ein sehr geringes Niveau. Jäger hielten sich längst mit der jagdlichen Nutzung beim Feldhasen zurück. Auch die Rebhuhn-, Fasan- und Wildkaninchenvorkommen in Mecklenburg-Vorpommern nehmen kontinuierlich ab. „Hier ist die jagdliche Nutzung bereits unbedeutend geworden. Der Hege kommt hier weitaus größere Bedeutung zu als der Bejagung“, so der Minister.

Weiterlesen

Hoch, schnell – vorbei

Jagd auf getriebene Fasane in Dänemark

Als Klaas, seines Zeichens Deerhunter-Repräsentant für Deutschland und bekennender JAWINA-Fan, mich zu der großen Deerhunter-Fasanenjagd auf Schloss Schackenborg in Dänemark einlädt, beschleicht mich ein mulmiges Gefühl. Ich kann meine Flintenschießkünste nämlich durchaus realistisch einschätzen: Dass ich regelmäßig Gelegenheit hatte, auf Fasane und anderes Niederwild zu weidwerken, ist mindestens sechs, sieben Jahre her. Im schalenwildfixierten Brandenburg spielt die Flintenjagd einfach keine Rolle. Selbst in Revieren, in denen es gute Möglichkeiten gäbe, Enten oder Gänse zu bejagen, bleiben sie oft unbehelligt. Wegen ein paar Kleintieren in den Einständen rumballern? Den Brunftplatz beunruhigen? Nicht doch. Folglich rastet und rostet die Flinte seit Jahren im Waffenschrank vor sich hin – die Motivation, etwas so selten benötigtes zu üben, hält sich in Grenzen.

Weiterlesen

Österreich: Jäger bei Treibjagd angeschossen

Dass man niemals durch die Schützenkette mitziehen darf, ist einer der wichtigsten Sicherheits-Grundsätze, der bei der Jungjägerausbildung vermittelt wird. Wie wichtig, das zeigt ein Jagdunfall, der sich am Samstag bei St. Peter am Hart in Oberösterreich (Bezirk Braunau am Inn) ereignet hat: Bei einer Niederwildtreibjagd mit etwa 50 Teilnehmern ist ein 25 Jahre alter Jäger von einem 80jährigen Mitjäger angeschossen worden. Wie der ORF berichtet, „hoppelte“ ein Hase zwischen den beiden Jägern hindurch. Zuerst gab der jüngere einen Schuss ab, verfehlte das Tier jedoch. Daraufhin schoss der 80jährige. Den Hasen traf der auch nicht, dafür aber den 25jährigen, der von Schrotkugeln am Kopf und den Beinen getroffen und dadurch schwer verletzt wurde. Er wurde nach der Erstversorgung vor Ort nach Salzburg ins Krankenhaus gebracht. SE

Beitragsbild: Junghase. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser NoS für den Hinweis!

Backhaus: Konsequente Raubwildbejagung zur Rettung des Niederwildes

Rettung für Rebhuhn, Fasan und Hase – Niederwildsymposium in Linstow (M-V)

„Der Verlust an geeigneten Lebensräumen sowie ein hoher Prädationsdruck müssen als die wohl wichtigsten Ursachen für den Rückgang unseres Niederwildes, wie zum Beispiel Rebhuhn, Fasan oder Hase, genannt werden.“ Mit diesen Worten machte der Landwirtschafts- und Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus heute in Linstow im Rahmen des Symposiums zur Förderung des Niederwildes in M-V auf die angespannte Situation dieser Spezies in unserer Kulturlandschaft aufmerksam. Mit der Veranstaltung unter dem Motto „Unser Niederwild – Was ist zu tun?“ sollen Wege aufgezeigt werden, wie dieser Entwicklung Einhalt geboten werden kann. „Dabei setze ich auf eine enge Kooperation von Jägerinnen und Jägern mit den Grundeigentümern und Bewirtschaftern“, so Dr. Backhaus.

Weiterlesen

Krähenbrust und Schnepfendreck

„Saugut: Warum wir mehr Wild essen sollten“ lautet der Titel eines Beitrags in der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“. Er handelt von der Vorliebe Max Stiegls, Spitzenkoch und Küchenchef des Restaurants Gut Purbach im Burgenland für Federwild: Der Geländewagen des Jägers hält vor dem Restaurant, der Küchenchef blickt mit leuchtenden Augen auf die Fasane und Graugänse darin, so fängt das an. Wer schon mal in der Gegend unterwegs war, hat diese dort noch übliche Anlieferung von frisch erlegtetem Wildbret für die regionale Küche vielleicht selbst schon erlebt. Aber so wie sich der Beitrag im Standard von Alex Stranig nicht lange mit „Klassikern wie Rehrücken, Hirschragout oder Wildschweinbraten“ aufhält, so bleibt Küchenchef Stiegl nicht bei Fasanenbrust und Gänsebraten stehen. Da ist die Bekassine, die im Burgenland nicht geschossen werden darf, dem Jäger aber gegen die Windschutzscheibe geflogen ist. Flugs wird sie gerupft und „mit etwas Butter, Knoblauch und Gewürzen in Windeseile zu einem herrlich schmeckenden Gericht verwandelt, das so puristisch wie genial ist.“

Weiterlesen

DJV: 2016 ist Jahr des Rebhuhns

DJV forciert Fokus auf Offenlandarten

Im Jahr 2016 steht für den Deutschen Jagdverband das Rebhuhn (Perdix perdix) im Mittelpunkt. Damit wählen die Jäger eine weitere Niederwildart, um auf die extrem kritische Lage für Vogelarten in der Agrarlandschaft aufmerksam zu machen. Laut einer Datensammlung des European Bird Census Council ist der Bestand des Rebhuhns europaweit seit 1980 um 94 Prozent zurückgegangen. Das macht den Hühnervogel zum traurigen Rekordhalter und zum Schutzobjekt Nummer Eins der Jäger in ihren Revieren. Grund für den Rückgang sehen Forscher vor allem im Lebensraumverlust, da das Rebhuhn extensiv genutzte Flächen mit guter Deckung bevorzugt. Damit geht auch ein Mangel an Insekten einher sowie eine gestiegene Population von Prädatoren, maßgeblich des Fuchses.

Weiterlesen

Jagd vorbei in Hessen?

Andreas Mohr ist engagierter Pächter eines Niederwildreviers im hessischen Wetteraukreis. Zusammen mit seinen Mitstreitern hat er den ehemaligen Braunkohleabbau in ein Niederwildparadies verwandelt. Etliche bedrohte Arten vom Feldhasen bis zum Rebhuhn fühlen sich dort wohl. Auf eine Bejagung verzichtet Mohr wegen des spärlichen Besatzes weitgehend. Doch die pseudo-ökologische Jagdgesetzgebung der grünen Landesregierung wird privates Engagement dieser Art wohl zum Erliegen bringen: Die populistischen Einschränkungen z.B. bei der Fuchsbejagung werden dem Niederwild den Garaus bereiten, fürchtet Mohr, der ein Ingenieurbüro für Umweltschutz betreibt und folglich weiß, wovon er spricht. (Vermutlich sehr viel besser, als viele Grüne.) Und wer wolle schon ein Revier pachten, in dem es nichts mehr zu jagen gebe?, fragt Mohr. „Maßlos enttäuscht“ sei er von der Landesregierung, sagt der Jagdpächter in der FAZ, für deren Beitrag „Ende der Jagd“ von Sven Ebbing wir hiermit eine nachdrückliche Leseempfehlung aussprechen. „Die Schuld“, so heißt es in dem Beitrag, „sieht Mohr in erster Linie bei den Grünen, die zu dirigistisch dächten und deren Ideen realitätsfern seien.“ Wer hätte das gedacht? SE

Weiterlesen

Tanz auf dem Rohr

Wir stehen am Schilfrand und warten auf die Gänse. Da, aufgrund der Tarnklamotten kaum wahrnehmbar, bewegt sich auf dem Uferdamm etwas auf mich zu. In seltsamen Zickzackbewegungen. Verstehe, es muss Jagdkumpel Christian sein, der die gründlich verinnerlichten Angewohnheiten aus alten Fallschirmjägertagen nicht ablegen kann. „Da drüben stehen Sauen auf dem Feld, haste Lust, wollen wir sie angehen?“ „Klar“, sage ich und los geht’s. Stellt sich nur die Frage, wie wir den Graben überwinden sollen, der uns von dem Feld trennt: Zu breit, um drüberzuspringen, zu kalt, an diesem frostigen Novembertag, um zu schwimmen, zu übelriechend, um ihn zu durchwaten. „Da vorne ist so ein Rohr, da kommt ihr rüber“, verrät einer der Gänsejäger mit detaillierten Revierkenntnissen. Doch der Versuch, auf die andere Seite zu balancieren, scheitert an dem grünlich-feuchten, superglitschigen Moosbelag, der sich auf dem Rohr gebildet hat. Was nun?

Weiterlesen

Etikettenschwindel im Namen des Naturschutzes

DJV ruft NABU zu ehrlicher und realistischer Position für die Jagd auf

Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt das grundsätzliche Bekenntnis des Naturschutzbundes (NABU) zur Jagd. „Wir freuen uns, dass wir nun gemeinsam für eine effektive Jagdausübung in Deutschland kämpfen“, so DJV-Geschäftsführer Andreas Leppmann. Dies sei wichtig, weil erst kürzlich die Tierrechtsorganisation PETA Strafanzeige gegen eine ordnungsgemäß durchgeführte Drückjagd gestellt und diese als „abartige Auswüchse der Jagd“ bezeichnet habe. Gerade diese Jagdmethode fordert allerdings der NABU als besonders effektive und vorrangige Jagdmethode.

Weiterlesen

NRW: Dramatischer Rückgang bei Fasanen

Die Niederwildmisere in Nordrhein-Westfalen und hier ganz besonders der dramatische Rückgang der Fasanen lösen Alarmstimmung aus. Eine Blitzumfrage für den Rheinisch-Westfälischen Jäger – die Ausgabe erscheint Anfang Dezember – über die ersten Streckenergebnisse beim Niederwild (Stand Mitte November) hat die schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen. Praktisch alle Kreisjägerschaften aus den Niederwildregionen des Landes haben sich daran beteiligt. Der Tenor ist eindeutig: Die bisherigen Erfahrungen lassen das Schlimmste befürchten. Reihenweise wurden Treibjagden abgesagt.

Weiterlesen

Schimpansenjagd und Haute Cuisine

Jawina Lektüre-Empfehlung: Die Online-Ausgabe der New York Times bringt zwei sehr unterschiedliche Stories zu Jagd-Themen: Die packende und sehr nachdenklich stimmende Geschichte einer gescheiterten Schimpansenjagd erzählt David Goldenberg in „Hunting a Chimp on a Killing Spree.“ Darin berichtet er, wie er als frischgebackener College-Absolvent und angehender Primatenforscher einen Spezialauftrag erhält: Einen Schimpansen zu erlegen, der infolge von Waldrodung und Wilderei in diesem Teil Ugandas – ganz artuntypisch – zu einem Einzelgänger geworden war. Er hatte gelernt, sich in den verbliebenen Waldinselchen einzurichten und sich zur Not ein Lager auf dem Erdboden zu bereiten, wenn keine Bäume zur Stelle waren. Er ging auf den Plantagen der Eingeborenen zu Schaden und schlürfte hin und wieder ein Schlückchen Bananenbier aus der hohlen Hand. Doch leider nicht nur das: Zur Anreicherung des Speiseplans mit Protein war er dazu übergegangen, Kinder zu erbeuten, was ihm den Namen Saddam (nach dem ehemaligen irakischen Dikator) eingebracht hatte.

Weiterlesen

DJV stellt Eckpunkte zur Fangjagd vor

AIHTS Zertifizierungsprozess gestartet

Auf dem Symposium „Artenschutz, Biotop- und Prädatorenmanagement“ im Jagdschloss Kranichstein hat der Deutsche Jagdverband (DJV) sein neues Positionspapier zur Fangjagd vorgestellt. Das vom interdisziplinären „Arbeitskreis Falle“ erstellte Papier hält den zeitgemäßen Einsatz von Fallen für Jagd, Natur- und Artenschutz sowie Wissenschaft und Schädlingsbekämpfung fest. Tierschutzgerechter Fang sowie eine nachhaltige Ausübung der Fangjagd als notwendiges Instrument in der Niederwildhege und im Arten- und Naturschutz sind die wesentlichen Eckpunkte des Papiers. „Einzelne Vertreter von Tier- und Naturschutz versuchen immer wieder, die Fangjagd einzuschränken“, erklärt Dr. Daniel Hoffmann, zuständig für die Jagd mit Fallen im DJV-Präsidium. „Dabei ist sie zum Erhalt des Niederwildes und von Bodenbrütern unerlässlich – das gilt besonders in Schutzgebieten. Fangjagd wird fachkundig und ordnungsgemäß von Jägerinnen und Jägern durchgeführt.“

Weiterlesen

Fette Beute(macher)

Oft geleugnet, jetzt bewiesen: Eine aktuelle amerikanische Studie zeigt, dass Hauskatzen entscheidenden Einfluss auf den Bruterfolg von Singvögeln ausüben.

Geschmeidige Muskeln und – dank üblicherweise reichlicher Fütterung – üppige Fettreserven, Vier-Pfoten-Antrieb, grünlich schimmernde, nachtsichttaugliche Augen, samtige Ballen, die lautloses Schleichen ermöglichen, doch aufgrund der ausfahrbaren, dolchartigen Krallen auch zum flinken Erklimmen von Nistbäumen und anderen Brutplätzen geeignet sind, dazu nadelspitze Zähne, auf denen sämtliche Bazillenarten des Universums siedeln – keine Frage: Aus Sicht des boshafterweise Katzendrossel (Graycatbird, dumetella carolinensis) getaufen Singvogels, stellt die gemeine Hauskatze (Felis catus) einen furchteinflößenden Gegner dar. Weiterlesen

Kalter Hund

Was beim Hundeeinsatz bei eisigen Temperaturen zu beachten ist, damit die Gesundheit des Vierläufers keinen Schaden nimmt.

Text und Fotos: Stephan Elison

Schon beim Zuschauen sprießt die Gänsehaut: Immer wieder stürzt sich die passionierte Hündin in den eisigen Tümpel, an dessen Ufer schon eine dünne Eisschicht glitzert und apportiert unermüdlich Ente um Ente. Danach noch einige Nachsuchen an Land, Raureif färbt das durchnässte Fell des Hundes weiß.

Weiterlesen