Schlagwort-Archive: Naturschutz

EU-Parlament stimmt für flexibleres Naturschutzrecht

Schutzstatus von Arten, die einen günstigen Erhaltungszustand erreicht haben, soll geändert werden – Management von Großprädatoren wie Wölfen wird damit ermöglicht

Mit einer überwältigenden Mehrheit von 612 Ja- gegen 33 Nein-Stimmen hat das Europäische Parlament gestern den Aktionsplan für Natur, Menschen und Wirtschaft (Action plan for nature, people and economy) angenommen. Der Aktionsplan ist Teil des sogenannten „Fitness-Checks“ der EU-Naturschutzgesetzgebung, die in den vergangenen Monaten die EU-Institutionen beschäftigte. Der Dachverband der europäischen Jagdverbände, FACE, wertet die Abstimmung als Entscheidung für eine pragmatischere Herangehensweise der EU an den Naturschutz.

In dem Antrag heißt es unter Punkt 35: [Das EU-Parlament] stellt fest, dass Spezies, die in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie als besonders schutzbedürftig aufgeführt sind, in einigen Regionen Europas einen günstigen Erhaltungszustand erreicht haben und so andere Wild- und Haustiere gefährden, wodurch das natürliche Gleichgewicht des Ökosystems gestört wird, [das EU-Parlament] ruft die EU-Kommission auf, eine Bewertungsprozedur zu entwickeln, um zu ermöglichen, dass der Schutzstatus von Spezies in bestimmten Regionen angepasst werden kann, sobald der gewünschte Erhaltungszustand erreicht ist.

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BfN: „Sachinformationen nicht zielführend“

Wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) die Öffentlichkeit manipuliert

JAWINA-Leser MH verdanken wir einen interessanten Hinweis (veröffentlicht als Kommentar zum Beitrag „BfN prescht beim Wolf vor – Backhaus äussert „Unverständnis“), der zeigt, wie das BfN die Öffentlichkeit strategisch manipuliert, um seine Ziele zu erreichen. Staatliche Neutralität? Fehlanzeige. Das verdeutlicht auch: Die Veröffentlichung der umstrittenen Handlungsempfehlungen Wolf zu diesem Zeitpunkt dürfte kein Zufall oder Ungeschick gewesen sein, sondern Teil der Strategie, die „Diskursmacht des Naturschutzes“ auszubauen „zu einem frühen Zeitpunkt, an dem die Konkurrenz um die Aufmerksamkeit zu diesem Thema noch gering ist.“

JAWINA-Leser MH schreibt:

BfN und der Wolf?! Guckst Du hier:

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„Überbordender Naturschutz arroganter Art“

Dass einseitiger und ideologisch motivierter Pseudo-Naturschutz mitunter mehr schadet, als nützt, davon können viele Jäger ein Lied singen: Beispiele sind der einseitige und unverhandelbare Schutz von problematischen Allerweltsarten wie Krähenvögeln und opportunistischen Prädatoren einerseits, ideologische motivierte Verbote z.B. von Bau- und Fangjagd andererseits und überdies die Weigerung einschlägiger Kreise, die negativen Auswirkungen etwa von Windkraft oder dem flächendeckenden Anbau erneuerbarer Rohstoffe auf Natur und Artenvielfalt überhaupt anzuerkennen, geschweige denn zu diskutieren.

In der Lausitzer Rundschau (LR) rechnet „ein besorgter Naturfreund“ mit dem „überbordenden Naturschutz“ ab, der „in arroganter Art“ eine Vielzahl von Naturschutzbestimmungen seit der Wende geschaffen habe, die „unumstößlich und nicht diskutierbar“ seien, in Wirklichkeit aber in der Region „den größten Artenrückgang seit Jahren und das bedingungslose Einwandern von Konkurrenzarten erst möglich gemacht“ hätten.

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Amerika feiert landesweiten Jagd- und Fischereitag

Noch eine nachahmenswerte Idee aus Amerika: Am Samstag wurde in den USA der 45. landesweite Jagd- und Angeltag (National Hunting and Fishing Day, NHF) begangen. In mehr als 600 Städten verteilt über alle US-amerikanischen Bundesstaaten lebten Familien ihre Begeisterung für Jagd und Fischerei, für Outdoor-Aktivitäten und Naturschutz aus. Es begann im Jahr 1971 mit einer Idee, die der Inhaber eines Waffengeschäfts in Pennsylvania hatte: Es müsste einen speziellen Tag geben, an dem der Beitrag von Jägern und Anglern zum Naturschutz gewürdigt würde. Die Idee wurde zunächst von Jagd- und Angelverbänden Pennsylvanias aufgegriffen, und ein Jahr darauf legte der Gouverneur Pennsylvanias den 26. September als Pennsylvania’s Sportsmen’s Day fest. Schon 1971 schloss sich dann ein Senator aus New Hampshire der Auffassung an, dass ein Tag der Anerkennung für Jäger und Angler „lange überfällig“ wäre, wie Ken White in der Nevada Daily Mail schreibt. Er drängte den Präsidenten, jeweils den vierten Samstag im September zum National Hunting and Fishing Day zu erklären, und am 2. Mai 1972 unterzeichnete Präsident Richard Nixon das Gesetz, das den NHF zum offiziellen Feiertag machte.

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Am ersten Tag im Amt: Amerikanischer Innenminister kassiert Verbot von Blei-Munition

Auf der Internetseite der National Rifle Association (NRA), der amerikanischen Bürgerrechtsorganisation, die für das Recht auf Legalwaffenbesitz eintritt, ist eine geradezu hymnische Lobpreisung des Innenministers Ryan Zinke zu lesen: Dieser führe ein „Revival“, eine Wiederbelebung, an: Dank Zinke fühlten sich amerikanische Sportschützen, Jäger und Naturfreunde befreit von den Fesseln einer anmaßenden und übergriffigen Bundesregierung. Dank Zinke würden sie aufs Neue die Freiheit erleben, ihre Jagdgewehre und ihre Ausrüstung zu nehmen, um in Amerikas wilder Natur zu jagen und zu fischen, wie es ihre Väter und Großväter vor ihnen getan hätten. Grund für das überschwängliche Lob: Zinke hat gleich am ersten Tag im Amt als Innenminister den von der Obama-Administration verfügten Bleimunitions-Bann außer Kraft gesetzt. Dieser Bann sei die letzte Ohrfeige in das Gesicht von Jägern und Fischern in ganz Amerika gewesen, so die NRA.

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DeWiSt: Neues Bundesnaturschutzgesetz legalisiert Tötung von Wildtieren

Deutsche Wildtier Stiftung kritisiert: Bauvorhaben und Windkraft stehen künftig über Artenschutz

Wenn Windkraftanlagen ohne Rücksicht auf geschützte Arten wie Fledermäuse und Rotmilan errichtet werden, kommen sie unter die Räder. Denn Natur- und Artenschutz stören häufig, wenn es um wirtschaftliche Interessen geht. Mit der gestern am späten Abend beschlossenen Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes hat die Bundesregierung kurz vor der parlamentarischen Sommerpause Tatsachen geschaffen: Auf Betreiben des Bundesumweltministeriums wurde eine Neuregelung beschlossen, die bei Baumaßnahmen wie z.B. von Windkraftanlagen geltendes Gesetz zum Schutz von Arten aufweicht. Viele Arten stehen aufgrund der intensiven Landnutzung in Deutschland ohnehin schon enorm unter Druck – nun verschärft sich die Situation weiter. Tote Adler unter Windenergieanlagen, Feldhamster unter Beton eingeschlossen –  in Zukunft kaum mehr ein Problem.

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„Arche Noah auf Lastwagen“

Trophäenjäger finanzieren Wiederbesiedlung von Nationalpark in Mosambik mit Wildtieren

Elefanten, Kudus, Impalas, Zebras, Büffel, Eland-Antilopen und viele mehr – vollkommen zu Recht spricht die englische Tageszeitung Guardian von einer „Arche Noah auf Rädern.“ Ins Rollen gebracht hat diese Arche der deutschstämmige Unternehmer Wilfried Pabst, der in Simbabwe die Sango Wildlife Conservancy betreibt. Sango ist eine Jagdfarm, deren Naturschutz-Ziele durch nachhaltige Nutzung finanziert werden. 6000 Wildtiere wird Pabst in den kommenden sechs Jahren spenden, um damit die Wiederbesiedlung des vom Bürgerkrieg im benachbarten Simbabwe verwüsteten Zinave Nationalparks mit Wildtieren zu ermöglichen. Ein Projekt, das ohne die „big-spending hunters“, die viel Geld im Land lassenden Großwild- und Trophäenjäger nicht möglich wäre, wie der Guardian feststellt. Das Vorhaben wird unterstützt von der Peace Park Foundation, die sich zum Ziel gesetzt hat, Großschutzgebiete in Afrika über Ländergrenzen hinweg zu vernetzen.

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FACE: Biodiversitäts-Manifest 2016 veröffentlicht

Der europäische Dachverband der Jagdorganisationen, FACE, hat den jährlichen Biodiversitäts-Bericht für 2016 veröffentlicht. Das Werk belegt den überragenden Anteil der europäischen Jäger für Natur- und Artenschutz. „Von den insgesamt 221 in diesem Bericht vorgestellten Projekten, an denen Jäger mitgewirkt haben, werden 43 Prozent in Natura-2000-Schutzgebieten durchgeführt“, erläutert FACE-Präsident Dr. Michl Ebner im Vorwort zum Biodiversitäts-Manifest 2016. „Dies ist bedeutend, da es den Mitgliedstaaten obliegt, einen günstigen Erhaltungszustan von Habitaten und Arten mit unionsweiter Bedeutung nach den Vorgaben der Naturrichtlinien zu sichern. In diesem Sinne zeigt unser Bericht Ihnen, dass Jäger in vielfältige Aktivitäten zur Finanzierung, Überwachung, Wiederherstellung und Erhaltung involviert sind.“

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Leseempfehlung: Schafe – die „ultimative jagdliche Herausforderung“

Warum Jäger die eigentlichen Naturschützer sind – Trophäenjagd als Artenschutz

In einem reich bebilderten Artikel „The Ultimate Pursuit in Hunting: Sheep“ von John Branch berichtet die New York Times über eine der exklusivsten Jagdarten: Die Jagd auf Wildschafe gilt Eingeweihten als die jagdliche Herausforderung. Zum einen, weil die Jagd auf die scheuen und wachsamen Tiere wochenlanges Pirschen in Hochgebirgslagen erfordert und dem Jäger damit physische Strapazen auferlegt und jagdliches Können verlangt wie kaum eine andere, zum anderen, weil zuvor glamouröse Summen als Eintrittsgeld zu entrichten sind. Lizenzen für den Abschuss eines Trophäenträgers – sehr alter männlicher Tiere, die an der Reproduktion oft nicht mehr teilnehmen und ohnehin bald eines natürlichen Todes sterben würden – werden für sechsstellige Dollarbeträge versteigert. Der Rekord liegt bei 480.000 Dollar für eine Lizenz auf ein Rocky Mountains Dickhornschaf, die 2013 in Montana versteigert wurde. Zu behaupten, dass die Wildschafjagd ein Sport für reiche Männer sei, sei absolut korrekt, sagt ein von der NY Times interviewter Schafjäger, der hinzufügt: „Aber wenn es die reichen Männer nicht gäbe, wären auch die Schafe nicht mehr da.“

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Brandenburg: Querelen um Personalentscheidungen im Naturschutz

Naturnutzer-Verbände begrüßen Personalie – Veränderungen führen zu besserer Zusammenarbeit

Der brandenburgische Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat mit einer Reihe von Personalentscheidungen im Naturschutzbereich die Naturschutzverbände gegen sich aufgebracht. Unter Vogelsänger mussten bereits einige den einschlägigen Verbänden notorisch nahe stehende führende Beamte ihre Posten räumen. Zuletzt wurde der bisherige Abteilungsleiter Naturschutz, Axel Steffen, in den Bereich Immissionsschutz versetzt. Nach der Landtagswahl 2014 hatte Vogelsänger den damaligen Präsidenten des Landesumweltamtes, Matthias Freude, seines Postens enthoben. Auch der Leiter des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin, Martin Flade, wurde versetzt, gewann jedoch einen Arbeitsgerichtsprozess, in dem er sich gegen die Versetzung zur Wehr gesetzt hatte, wie die Märkische Oder-Zeitung (MOZ) berichtet. Der MOZ zufolge protestierte der Nabu „in scharfer Form“ gegen die jüngste Personalie: Der Naturschutz in Brandenburg“ verliere seinen führenden Kopf“, so der Nabu-Landesvorsitzende Friedhelm Schmitz-Jersch. Der Bereich Naturschutz werde „mit beispielloser Rigorosität erledigt.“

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Jäger und Naturschützer gemeinsam für den Artenschutz

 DJV-Interview mit Projektleiter Marcus Henke, Vizepräsident der Landesjägerschaft Bremen e.V

In unserer Kulturlandschaft haben es Wiesenvögel und Niederwild schwer. Eine intensive Landnutzung und zusätzliche Verluste durch Fressfeinde führen in vielen Regionen Deutschlands zu dramatischen Bestandsrückgängen. Diese Erfahrung machten auch Jäger und Naturschützer im Bremer Blockland, einem bedeutenden EU-Vogelschutzgebiet mit seltenen Wiesenvogelarten. Die Landesjägerschaft Bremen initiierte ein Schutzprojekt in enger Abstimmung mit dem Gelege- und Kükenschutzaktivitäten des Bremer BUND. Durch ein Monitoring mit Wildkameras wurde der zunehmend negative Effekt von Beutegreifern bestätigt, allen voran des Fuchses. 2014 starteten eng verwoben ein Fangjagd-Projekt der Landesjägerschaft Bremen und ein Monitoring-Projekt der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Zu ersten Ergebnissen und weiteren Planungen befragte der DJV den Projektleiter des LJB-Fangjagdprojektes Marcus Henke, Vizepräsident der Landesjägerschaft Bremen.

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Nabu: Flüchtlinge stören beim Naturschutz

Nach der deutschen Willkomenskultur sollen die Flüchtlinge nach dem Willen des baden-württembergischen Nabu-Chefs André Baumann offenbar die weitaus ausgeprägtere deutsche Verbotskultur kennenlernen: In einem äußerst fragwürdigen Artikel in den Stuttgarter Nachrichten lamentiert Baumann darüber, wie schwierig der Biotopschutz auf dem Gelände einer ehemaligen amerikanischen Kaserne in Schwetzingen sich gestalte, seit dort Flüchtlinge untergebracht würden. „Hinter Stacheldraht und Verbotsschildern“ würden dort seltene Arten wie „Zwergschneckenklee oder die Kleine Felsennelke“ gedeihen.

Natürlich wolle der Nabu „die Flüchtlinge um Gottes Willen nicht mit erhobenem Zeigefinger an die strengen deutschen Regeln gewöhnen, beteuert der Biologe: „Doch die Heidelerche ist nun mal vom Aussterben bedroht.“ Es sei schon schwierig genug, der ortsansässigen Bevölkerung zu erklären, „warum man da nicht hinein trampeln darf.“ Aber „Naturschutzgebiete gelten für alle“. Es sei ohnehin nicht einfach, „das deutsche Naturschutzideal mal soeben zu verpflanzen“. Fragt sich, ob die Forderung nach einer „Verpflanzung deutscher Ideale“ noch Integration oder schon Assimilation oder vielleicht noch Weitergehendes bedeutet…

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„Rote Listen“: Naturschutzpolitisches Kampfinstrument statt objektive Datenbasis

Der Landesjagdverband Hessen (LJV) weist pauschale Forderung nach einem Jagdverbot für Rote Liste-Arten entschieden zurück. „Die 24.500 hessischen Jägerinnen und Jäger bejagen in ihren rund 3.800 Jagdrevieren nur Wildarten, deren Bestand weder gefährdet noch stark rückläufig ist“, erklärte LJV-Pressesprecher Dr. Klaus Röther am Freitag in Bad Nauheim.  Deshalb werde zum Beispiel der Feldhase nur noch in Regionen erlegt, in denen ein ausreichend hoher Bestand gezählt worden sei.

„Im Gegensatz dazu hat aber keiner der hessischen Naturschutzverbände jemals Wildarten wie Feldhase und Rebhuhn für die „Rote Liste“ wirklich gezählt“, sagte Röther. „Die Aussagen der ,Roten Listen‘ gefährdeter Tier- und Pflanzenarten beruhen lediglich auf Schätzungen und Trends, in die auch massiv das verbandspolitische Interesse von Nabu, BUND und HGON einfließt“.

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Lesefrüchte 2: Jagdkritiker machen es sich zu leicht

Ein Reporter der Süddeutschen Zeitung hat einen Brandenburger Jäger auf eine Jagdreise nach Namibia begleitet und ist dabei zu einer bahnbrechenden Erkenntnis gelangt: „Am Ende der Reise stand die Erkenntnis, dass es sich viele Kritiker der Großwildjagd tatsächlich zu leicht machen. Ohne das Geld der Jäger aus dem Ausland wäre der Naturschutz vielerorts unmöglich.“ Sieh an, sieh an… Die vollständige Reportage bleibt leider zahlenden Kunden der SZ vorbehalten. SE

Beitragsbild: Der zitierte Beitrag in der SZ

Erstickt der Naturschutz an seinen Erfolgen?

DJV: Europäisches Naturschutzregime zu unflexibel

Die Erholung der Bestände einstmals gefährdeter Arten führt inzwischen in einigen Regionen Deutschlands zu erheblichem Unmut. So ist der Biber mancherorts zum Streitobjekt Nummer eins geworden. Spätestens seit beispielsweise im Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg) der Biber regelmäßig Deiche unterhöhlt und Flutgräben staut, gibt es dort kaum noch Befürworter für den nach wie vor strengen Schutz . Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert, dass es künftig möglich sein muss, flexibler auf solche Entwicklungen zu reagieren. „Sonst ist die Akzeptanz für den Artenschutz in der Bevölkerung der ländlichen Gebiete in Gefahr“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Jürgen Ellenberger. Vor diesem Hintergrund müsse die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) dringend überarbeitet werden, unter anderem um auf nationale und regionale Besonderheiten besser reagieren zu können.

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Notdürftig reparierte Biberschäden am Oderdeich. Fotos: SE

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DDR 2.0 oder Pegida für Jäger? Ein Streitgespräch.

Es begann mit einer Mail, deren Verfasser sich über tendenziöses Nabu-Lehrmaterial für Grundschüler zum Thema Wolf ärgerte. Daraus entwickelte sich ein so spannender wie leidenschaftlich geführter Mailwechsel über den ewigen Konflikt zwischen Naturschützern und -nutzern, über den Umgang mit problematischen Arten wie Kormoran oder Wolf, über mediale Macht der Naturschutzverbände und deren Missbrauch, über die Verquickung von Ideologie, Wissenschaft und wirtschaftlichen Interessen.

Den Auftakt bildete eine Mail von MH, die zwei Links enthielt: Einen auf die Seite des Vereins „Für Jagd in Deutschland e.V“, auf der sich Dennis Lorenz mit dem Thema „Naturschützer oder Menschenfänger?“ auseinandersetzt. Es geht darin um Unterrichtsmaterialien, die der Nabu für verschiedene Schulfächer im Grundschulunterricht zur Verfügung stellt. Wie könne es sein, fragt der Autor, dass „diese vom Staat bezahlten („Selbstverständlich finanziert durch das Bundesamt für Naturschutz, eine staatliche Behörde!, schreibt Lorenz) “Unterrichtsmaterialien” nicht nur mit fachlichen Fehlern gespickt sind, sondern auch höchst offensiv verschiedene Interessensgruppen in eine Ecke drängen und ihnen bestimmte Positionen unterstellen? Neben dem Schafzüchter und dem verängstigten Anwohner bekommt natürlich auch der Jäger sein Fett weg.“

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Rebhuhn und Fasan in der Kulturlandschaft

Ein Auswilderungsprojekt der Jägerschaft Aurich

 Rebhühner gab es bis in die siebziger Jahre überall. Heute ist das gedrungene, rund 20 Zentimeter große, rotbraun-graue Tier mit dem kastanienbrauen hufeisenförmigen Fleck auf der Brust weitgehend ausgestorben. Rund um Aurich lässt es nur noch im Tannenhauser Moor und bei Simonswolde beobachten. – Nicht auszuschließen ist, dass es dem Fasan ähnlich ergeht. Seit etwa fünf Jahren nehmen die Bestände stark und schnell ab. Vielerorts ist ein Zusammenbrechen der Population nicht mehr auszuschließen. Revieroberjäger Heinrich Janssen, Landwirt Heinz Best und Mitpächter Jan Woltzen haben deshalb im Spätsommer dieses Jahres im gemeinschaftlichen Jagdbezirk in Wiesens Fasane und Rebhühner ausgesetzt,  um die Fasanen-Population zu stärken und das Rebhuhn wieder heimisch zu machen. Das Besondere an diesem Versuch ist: Die ausgesetzten Tiere kommen nicht aus Brütereien sondern wurden von Haushühnern aufgezogen. Das soll ihre Überlebenschance erhöhen.

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BaWue: Jäger lehnen Diktat des Naturschutzes ab

Landesjagdverband Baden-Württemberg kritisiert Bevormundung.

Der jetzt öffentlich gewordene Entwurf zum neuen Jagd- und Wildtiermanagement-Gesetz enthält viele Bestimmungen, die bei den Jägerinnen und Jägern auf scharfe Kritik stoßen. Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann betont, dass der Landesjagdverband im vorausgegangenen Beteiligungsverfahren konstruktiv mitgearbeitet und sinnvollen Regelungen zugestimmt habe. Doch was jetzt veröffentlicht worden ist, sei an vielen Stellen inakzeptabel: „Wir sind geprüfte und anerkannte Naturschützer. Dazu sind wir die Praktiker, die seit langer Zeit beispielhaft vorleben, wie Wild und Natur im Einklang nachhaltig und verantwortungsvoll genutzt werden können.“ Ein Gesetz für bloße „Öko-Waldjäger“ lehnt der Landesjagdverband ab: „Für eine der Jagd und dem Wild unwürdige bloße Schalenwildbekämpfung unter der bevormundenden Anordnung des Naturschutzes stehen wir nicht zur Verfügung.“

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Der Löwenanteil

Amerikanischer Jagdverband enttarnt dubiose Spendenpraktiken von Tierschutzverbänden

Nur 0,03 Prozent der für den „Schutz“ von Löwen eingesammelten Spendengelder gibt die nach eigenen Angaben „größte und effektivste“ amerikanische Tierschutzorganisation Humane Society of the United States (HSUS) für Projekte in Afrika aus. Das berichtet der amerikanische Jagdverband Safari Club International Foundation. Die vier Tierschutzorganisationen HSUS, Humane Society International (HSI), International Fund for Animal Welfare (IFAW), and Born Free USA sammelten demnach 151 Milliionen Dollar Spendengelder für den Löwenschutz ein – von denen insgesamt nur ein Penny pro Spendendollar  nach Afrika ging. Ein großer Teil des Geldes werde gar nicht erst an Löwenschutz-Projekte weitergeleitet.

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Naturschutz: Jäger auf Wildkräuter-Jagd

Seit unsere Vorfahren in der Jungsteinzeit mit dem Ackerbau begannen, sorgen Ackerwildkräuter für Farbtupfer in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft – ohne dafür bei den Bauern auf große Gegenliebe zu stoßen. Seit einigen Jahrzehnten stehen der Landwirtschaft so hochwirksame Herbizide zur Verfügung, dass ein Großteil der Wildkräuter inzwischen als gefährdet eingestuft wird. Dem zu befürchtenden Verlust an Artenvielfalt – nicht nur bei den Kräutern sondern auch bei bestäubenden Insekten wie Wildbienen – stemmen sich im niedersächsischen Landkreis Aurich 16 Jäger um Kreisjägermeister Onno Reents entgegen.

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Thüringen: Rinnsal als Stromspeicher?

NABU und Jägerschaft protestieren in einer gemeinsamen Presseerklärung gegen den Bau des Pumpspeicherwerks Leutenberg (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt)

Mit dem zwischen Schweinbach und Unterloquitz geplanten Pumpspeicherkraftwerk würde „erneut ein idyllisches Tal im Thüringer Schiefergebirge in den Fluten eines Staus verschwinden“, wie es auf der Nabu-Webseite heißt. In einer gemeinsamen Pressemitteilung weisen beide Naturschutzverbände – der NABU-Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt e.V. und die Jägerschaft Saalfeld und Umgebung e.V.– auf das unzureichende Wasserdargebot des Schweinbaches hin. Derzeit gleicht der Schweinbach einem Rinnsal. In großen Teilen des Jahres hat er nur eine sehr geringe Wasserdurchflussmenge.

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Schleswig-Holstein: Nabu weist Kritik des Bauernverbands an Knickschutz zurück

Als „völlig substanzlos und an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten“ bezeichnet der NABU Eutin die Kritik des Bauernverbands an den neuen Regelungen zum Knickschutz. Eine Verschärfung des Knickschutzes sei lange überfällig gewesen, meint NABU-Vorsitzender Oscar Klose. „Viele Knicks sind in den vergangenen Jahren derart malträtiert worden, dass sie heute so mancher kurzgeschorenen Gartenhecke Konkurrenz machen können. Die ehemals landschaftstypischen, wertvollen Eichenüberhälter enden zunehmend im Ofen. Wir begrüßen, dass der Umweltminister endlich die Notbremse gezogen hat, hätten uns aber in einigen Punkten noch weitreichendere Bestimmungen vorstellen können“, so Klose

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NABU Brandenburg: Schotterstraßenbau der Landesforst verletzt Naturschutzrecht

Der Landesforstbetrieb Brandenburg betreibt einen massiven Ausbau der Waldwege. Dabei wird der vorhandene Boden auf einer Breite von mindestens 3,50 Metern abgetragen, mit Seitenstreifen von je 50 Zentimetern versehen und mit einer bis zu 60 Zentimeter hohen Schicht aus Schotter oder Recyclingmaterial ausgebaut.

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Hochwasser: Biber zum Abschuss freigegeben

So schnell kann es gehen: Der Biber, eben noch eine der heiligen Tierarten des deutschen Naturschutzes, ist in den Hochwassergebieten Dömitz und Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern zum Abschuss freigegeben worden. Die Untere Jagdbehörde und die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Ludwigslust-Parchim haben am Freitag zwei entsprechende Ausnahmegenehmigungen im Hochwassergebiet erteilt. Doch was soll das bringen?

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Höhere Artenvielfalt im Wirtschaftswald

Forscher der Universitäten von Bern und München stellten 2012 nach Vergleichsstudien im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Hainich fest: Wirtschaftswälder weisen mitunter einen höheren Artenreichtum aus als Urwaldflächen. Nicht nur die florale Artenvielfalt ist größer, auch die Zahl der Insekten ist in Wirtschaftswäldern höher. Ursache ist die durch stete forstwirtschaftliche Eingriffe vielfältigere Waldstruktur einerseits, andererseits die durch die naturgemäße Waldwirtschaft erzielte Erhöhung alter Baum- und Totholzanteile, die speziell Insekten und seltene Reliktarten fördern.

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MV: Öffentlichkeitsbeteiligung zum Gesetz über Biosphärenreservat Elbe eingeleitet

Der mecklenburgische Teil des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats „Flusslandschaft Elbe“ soll landesrechtlich unter Schutz gestellt werden. Dazu wurde nach intensiven Vorgesprächen vor Ort und in der Landesregierung im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern ein Gesetzentwurf erarbeitet. Das Landeskabinett hat jetzt den Weg für den nächsten Schritt im Gesetzgebungsverfahren freigemacht. Die Beteiligung der betroffenen Kommunen und in der Region aktiven Verbände und Vereinigungen beginnt unverzüglich.

Da die Unterschutzstellung massive Einschnitte in die jagdliche, forstliche und landwirtschaftliche Bewirtschaftung nach sich ziehen könnte, ist Grundstückseigentümern die Beteiligung im Vorfeld dringend anzuraten.

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Großwildjäger zu Besuch

Ein Gespräch über Jagd und Naturschutz in Afrika

„…Es ist leicht, von Hamburg oder München aus den Erhalt gefährlichen Großwilds zu fordern. Die Menschen vor Ort, die von Löwen gefressen oder deren Felder von Elefantenherden zertrampelt werden, denken anders darüber. Da zahlt übrigens keiner Wildschaden, da geht es um die Existenz. Über Tiere gut zu denken und zu reden, hilft den Tieren nicht, Tierfilme im Fernsehen zu gucken auch nicht. Aber wer in Afrika viel Geld dafür zahlt, einen Leoparden zu schießen, der hilft den Tieren…“

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