Schlagwort-Archive: natürliche Scheu

DJV: „Kritiklose Grundhaltung“ des BfN gegenüber dem Wolf

Der Wolf hat, so das BfN laut DJV keine Scheu vor Menschen – der DJV begrüßt das offizielle Eingeständnis des amtlichen Naturschutzes und moniert gleichzeitig die kritiklose Grundhaltung gegenüber dem Fleischfresser. Das jetzt in „Natur und Landschaft“ veröffentlichte Handlungskonzept skizziert eine Bauernhofidylle, in der Wolf und Mensch auf engstem Raum friedlich nebeneinander leben. Ein steigendes Risiko von Übergriffen ist programmiert.

Erstmals erkennt der amtliche Naturschutz offiziell an, dass der Wolf keine natürliche Scheu vor dem Menschen hat. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt diese Einsicht ausdrücklich, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) jetzt in Heft 11 der hauseigenen Zeitschrift „Natur und Landschaft“ veröffentlicht hat. Allerdings betrachtet der Dachverband der Jäger das skizzierte „Handlungskonzept zum Umgang mit auffälligen Wölfen“ mit großer Sorge: Die kritiklose Grundhaltung gegenüber dem Wolf sorgt dafür, dass die Akzeptanz für den Fleischfresser zusehends schwindet.  Laut Managementempfehlung „verlangt“ es lediglich „Aufmerksamkeit“, wenn Wölfe mehrere Tage weniger als 30 Meter entfernt von bewohnten Häusern gesehen werden. „Ungefährlich“ sei es, wenn Wölfe in Dunkelheit durch Siedlungen laufen oder tagsüber in Sichtweite von Häusern. Vorgestellt werden sollte das gesamte Konzept heute auf einer Pressekonferenz, die gestern am späten Abend überraschend abgesagt wurde.

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Hessen: Elstern attackieren Rinder

Nicht mal bei Elstern ist es mit der angeblich „natürlichen Scheu“ noch weit her: In der Gemeinde Knüllwald im hessischen Schwalm-Eder-Kreis hat ein Schwarm Elstern über Wochen eine Rinderherde attackiert und mehrere Tiere schwer verletzt. Die Vögel landen auf den Mutterkühen und picken das rohe Fleisch aus den Eutern der Tiere, berichtet die Hessische Niedersächsische Allgemeine (HNA). Eine Kuh wurde so schwer verletzt, dass sie geschlachtet werden musste. Ihr Euter sei von Wunden derart übersät gewesen, dass sie ihr Kalb vor Schmerzen nicht mehr säugen konnte. Der Landwirt und Besitzer der Kühe wandte sich an diverse Ämter und Behörden, schrieb E-Mails und versandte Fotos von bluüberströmten Eutern. Lange wollte ihm niemand glauben, statt Hilfe erhielt er dann gute Ratschläge von den Behörden – er solle doch einen Falkner engagieren (doch der Falkner lehnte den Auftrag als wenig erfolgversprechend ab) – dann wies, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, das Veterinäramt den Bauern an, dass er seine Kühe einstallen solle. Allerdings, so die HNA, nimmt der Landwirt mit seinen Kühen an einem Grünlandprogramm teil – und hat gar keinen Stall.

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Sachsen: Wolf hetzt Reh durch Dorf und auf Gehöft

Bei Kringelsdorf in der Gemeinde Boxberg (Landkreis Görlitz) soll ein Wolf am Sonntag Morgen gegen 9.30 Uhr ein Reh durch das Dorf gehetzt haben. Der Wolf verfolgte das Reh einem Bericht der Sächsischen Zeitung (SZ) zufolge bis auf den Hof einer Familie. Während sich das Reh durch einen Sprung in den benachbarten Garten rettete, ließ sich der Wolf „erst nach zweimaligem Verscheuchen“ dazu bewegen, den Rückzug anzutreten. Die Kringelsdorfer wollten nun wissen, ob es normal sei, dass ein Wolf am hellichten Tag mitten im Dorf ihrer Beute nachjagten und was mit spielenden Kindern sei, so die SZ. Weder beim Landratsamt Görtlitz, noch beim Kontaktbüro Wölfe in Sachsen, noch beim Büro Lupus war der Vorfall bekannt. Es handle sich um eine „eher ungewöhnliche“ Sichtung, so die Experten. Und: Der Mensch gehöre nicht ins Beuteschema des Wolfes, weswegen davon auszugehen sei, dass auch Kinder nicht in Gefahr sind, versicherte das Kontaktbüro gegenüber der SZ.

Beitragsbild: Headline des zitierten Artikels in der SZ (Screenshot).

DJV: Wölfe haben keine angeborene Scheu vor dem Menschen

+++ Niedersachsen: Wolf reißt Gatter-Damwild hinter Zwei-Meter-Zaun +++

Anlässlich des DJV-Beitrags beim Sat1-Frühstücksfernsehen nimmt der Dachverband der Jäger Stellung zum Wolf in Deutschland.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und die organisierte Jägerschaft in den Ländern registrieren, dass von der Politik Forderungen immer lauter werden, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen, um ihn zu regulieren. Die Politik muss dann aber auch den rechtlichen Rahmen dafür schaffen. Das ist nicht die Aufgabe der organisierten Jägerschaft. Ihre Aufgabe ist es, auf Herausforderungen hinzuweisen sowie Daten und Fakten zu liefern.

Zu den Fakten: Im Landkreis Cuxhaven haben Wölfe kürzlich die ersten Deichschafe gerissen. Wölfe haben sich sogar auf ausgewachsene Rinder spezialisiert. Im September 2017 wurde in Niedersachsen jeden zweiten Tag ein Rind von Wölfen getötet. Hierfür braucht es praktikable Antworten von der Politik.

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Kontaktbüro: Wolfswelpen zeigen ungewöhnliches Verhalten

Das „Kontaktbüro Wölfe in Sachsen“ bestätigt: Wolfswelpen im Milkeler Rudel zeigen ungewöhnliches Interesse an Menschen

Im Kerngebiet des Milkeler Wolfsrudels gab es in letzter Zeit Fälle, in denen die aktuell knapp fünf Monate alten Welpen durch ungewöhnliche Nahbegegnungen mit Menschen auf sich aufmerksam machten. Die Tiere zeigten bei Begegnungen kaum Fluchtverhalten, näherten sich neugierig Menschen teilweise bis auf wenige Meter an, ohne aggressiv zu sein.
Es ist bekannt, dass Wolfswelpen neugieriger und weniger vorsichtig reagieren als erwachsene Wölfe. Das Verhalten dieser Welpen lasse jedoch vermuten, dass sie sich in den letzten Wochen an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt, eventuell sogar positive Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, so das Kontaktbüro. Im Rahmen des Sächsischen Wolfsmanagements untersuchen die Biologen des Instituts für Wolfsmonitoring und -forschung in Zusammenarbeit mit dem für die Flächen zuständigen Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft nun vor Ort die Situation im Milkeler Territorium, um die Hintergründe und mögliche Ursachen aufzuklären, sowie dem unerwünschten Verhalten entgegenzuwirken.

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Schweden: Cockerspaniel von Wolf gerissen – nur einen Meter vom Besitzer entfernt

Mutter von Dreijährigem verscheucht Wolf – nur sieben Meter vom Kind entfernt

In Kårsta, einem Dorf in der Gemeinde Vallentuna in der schwedischen Provinz Stockholms län, nur etwa 50 Kilometer von der Hauptstadt Stockholm entfernt, hat ein Wolf einen Cockerspaniel gerissen. Es ist der dritte Rissvorfall von Hunden durch Wölfe in Stockholms län innerhalb kurzer Zeit. Auch in anderen Provinzen Schwedens ist es in den vergangenen Monaten mehrfach zu Attacken auf Hunde durch Wölfe gekommen (JAWINA berichtete, siehe hier und hier). Der Besitzer des Cockerspaniels unternahm mit seinem Hund einen Spaziergang zu einem nahe gelegenen See, als der Wolf aus dem Wald auftauchte und das nur etwa einen Meter vor seinem Herrn herlaufende Tier packte und fortschleppte. Selbst die Polizei äußerte sich schockiert über diesen dreisten Angriff. Die Überreste des Hundes wurden gefunden, der Verwaltungsrat der Gemeinde bestätigte gegenüber der schwedischen Jagdzeitung SvenskJakt, dass Wölfe den Cockerspaniel gerissen haben. Nachdem drei Hunde, eine Katze, eine Henne und sechs Schafe in dem Gebiet von Wölfen gerissen wurden, hat der Verwaltungsrat der Gemeinde Vallentuna nun eine Schutzjagd auf Wölfe angeordnet, so SvenskJakt.

Glimpflicher ging ein Vorfall aus, in den ein Wolf und ein dreijähriges Kind involviert waren:

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Niedersachsen: CDU will Wolf ins Jagdrecht aufnehmen

„Natürliche Scheu“: Wolf in Mecklenburg-Vorpommern am hellichten Tag fünf Meter vor der Haustür fotografiert

Die designierte niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (nicht zu verwechseln mit der Künast…) plädiert dafür, Wölfe ins Jagdrecht aufzunehmen. Im Umgang mit problematischen Wölfen solle „eine neue Linie“ eingeschlagen werden, erkärte Otte-Kinast gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ). Die Rückkehr des Wolfes sei ein Erfolg des Artenschutzes, könne aber in ländlichen Bereichen zu Problemen führen. Deshalb sei ein Kurswechsel erforderlich. Der Wolf sei ein großartiges, aber auch ein gefährliches Tier, so die CDU-Politikerin in der HAZ. Sie sei keine Wolfshasserin, doch wer den Wolf erhalten wolle, müsse entschlossen sein, Problemwölfe zu entnehmen.

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Wölfe: Jagd erhält „natürliche“ Scheu

Mitte der Neunziger Jahre wurden 31 Wölfe aus Kanada im Yellowstone Nationalpark (YNP) ausgewildert, mittlerweile leben auf den 2,2 Millionen Acres (890.308 Hektar) zehn Rudel mit ungefähr 100 Individuen. Damit sei es an der Zeit, ein „Keine Zimmer frei“-Schild aufzuhängen, schreibt Jim Robbins in dem in der New York Times (NYT) erschienenen Artikel „The New Threat to Wolves in and Around Yellowstone„: Experten halten die Biotop-Kapazität für erschöpft. In den US-Bundesstaaten um den YNP ist Zahl frei lebender Wölfe auf 1700 Stück angewachsen. Nutztierrisse nehmen zu und bringen (nicht nur) Farmer gegen Naturschützer auf. Nach Idaho und Montana wird daher nun auch Wyoming im Herbst eine offizielle Jagdzeit für Wölfe einführen. Ziel ist selbstverständlich nicht, die Wölfe wieder auszurotten, sondern durch nachhaltige Bejagung eine angemessene Populationsgröße zu gewährleisten.

Die in PLOSone erschienene Studie „Implications of Harvest on the Boundaries of Protected Areas for Large Carnivore Viewing Opportunities“  beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Bejagung von Wölfen und anderen Großprädatoren auf die Sichtbarkeit der Wölfe in den Nationalparks (neben dem YNP Denali und Grand Teton) auswirkt. Diese ist dort nämlich ausdrücklich erwünscht, da die Möglichkeit, die Raubtiere zu beobachten, scharenweise Touristen – und deren Dollars – in die Nationalparks bringt. Die Ergebnisse der Studie erlauben interessante Rückschlüsse auf die Frage, wie die Sichtbarkeit von Wölfen minimiert werden kann, wo sie nicht erwünscht ist: Im Siedlungsbereichen unserer Kulturlandschaft zum Beispiel. Auch über die Prävention von Nutztierrissen ist hier einiges zu lernen.

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„Natürliche Scheu:“ Walkerin flüchtet vor Wolf auf Traktor

Ein Landwirt hat einer Nordic Walkerin in der Lüneburger Heide am Dienstag Vormittag Schutz in seinem Traktor gewährt: Ein Wolf hatte sich der Frau auf dreißig Meter genähert und lief zielstrebig weiter auf sie zu. Die Frau sei „steif vor Angst“ und „fertig mit den Nerven“ gewesen, berichtet der Landwirt in der Allgemeinen Zeitung. Der Landwirt hat den Vorfall mit dem Smartphone festgehalten: Auf den Aufnahmen ist zu hören, wie er die Frau auffordert, zum Traktor zu kommen und dabei nicht zu laufen, was ihr offenbar schwer fiel. Während die Frau sich auf den Trecker rettet, brüllt der Landwirt, nach eigener Aussage „voll mit Adrenalin“ den Wolf an: „Hau ab, hau ab“, was den aber nicht sonderlich beeindruckt. Erst als die Frau auf dem Traktor ist, dreht er scheinbar widerwillig ab. Die Frau erklärte gegenüber der Allgemeinen Zeitung, dass sie ihre Gewohnheit, in dem Gebiet zu walken, jetzt aufgeben werde… SE

Einbettung des Videos mit freundlicher Genehmigung der Allgemeinen Zeitung Uelzen.

 

Mölln/Schleswig-Holstein: Irrwitzige Podiumsdiskussion der Grünen zum Thema Wolf

Unsere Gastautorin Anna Lena Kaufmann hat eine Podiumsdiskussion zum Thema Wolf in Mölln besucht – und konnte sich überzeugen, wie ernst grüne Politiker die Bedenken der Bürger nehmen…

Unter dem Titel „Der Wolf ist zurück – Experten, Schäfer & Anwohner im Gespräch” hatte der grüne Wahlkreisabgeordnete im Bundestag, Konstantin von Notz, am 1. April zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung in sein Wahlkreisbüro nach Mölln geladen. Rede und Antwort standen: Jens Matzen vom Wolfsinformationszentrum Schleswig-Holstein, Sabine Bengtsson, Artenschutzexpertin und Naturreise-Veranstalterin, Dirk Hadenfeldt, Wolfsbeauftragter des Kreises Herzogtum Lauenburg, Rudolf Walch, Schäfer und Landwirt des Lämmerhofes Panten und Fritz Heydemann vom NABU-Landesvorstand. Mit 120 Gästen war das Grünen-Büro in der Möllner Marktstraße bis auf den letzten Stehplatz gefüllt – das Interesse seitens besorgter Anwohner, Landwirte und Jäger war groß.

Was als vermeintlich seriös begann, nahm jedoch schnell komödiantische Züge an.

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Das ist sie, die vielbeschworene „natürliche Scheu“…

Einem Landwirt im Landkreis Uelzen (Niedersachsen) sind, wie die Allgemeine Zeitung berichtet, am 26. März diese beeindruckenden Video-Aufnahmen eines fünfköpfigen Wolfsrudels gelungen, die schon seit ein paar Tagen auf WhatsApp und Facebook die Runde machen. Vom Radau des Traktors völlig unbeeindruckt, ziehen die Wölfe am hellichten Tag über das Feld. Das vielzitierte Gerede von der angeblichen „natürlichen Scheu“ der Grauhunde, die man deshalb ja so gut wie nie zu Gesicht bekomme, sollte sich damit so langsam erledigt haben.

Video: YouTube