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USA: Giftköder gegen Wildschweine

Seit einigen Jahren laufen in Australien und den USA Versuche, die gravierende Schäden verursachende Wildschweinplage (wobei es sich bei den sogenannten feral pigs um verwilderte Hausschweine oder Kreizungen von Haus- und Wildschweinen handelt) durch Ausbringen von Giftködern in den Griff zu bekommen. Jetzt beginnt im Rahmen eines vom US-Landwirtschaftsministerium (United States Department of Agriculture, USDA) verantworteten Programms in Alabama und Texas die praktische Erprobung eines Präparats auf Basis von Natriumnitrat. Natriumnitrat wird als Pökelsalz zur Konservierung und Umrötung von Fleischerzeugnissen wie zum Beispiel Schinken eingesetzt. Das für Menschen ungefährliche Natriumnitrat bewirkt im Organismus von Schweinen, dass der Sauerstofftransport durch die roten Blutkörperchen in die Körpergewebe und Organe nicht mehr funktioniert, weil der den Sauerstofftransport bewerkstelligende Blutfarbstoff Hämoglobin in das funktionsunfähige Methämoglobin umgesetzt (oxidiert) wird. Im Gegensatz zu Menschen verfügen Schweine nur über eine geringe Konzentrationen des Enzyms Methämoglobobin-Reduktase, durch das Methämoglobin wieder zu Hämoglobin reduziert wird. Deshalb ist Natriumnitrat für Schweine hochgiftig, für Menschen nicht. Die durch das Natriumnitrat bei Schweinen verursachte Methämoglobinämie führt innerhalb von zweieinhalb bis drei Stunden zum Tod. Die Schweine werden müde und verlieren das Bewusstsein, bevor der Tod eintritt. Die Wirkung wird mit der einer Kohlenmonoxid- oder Kohlendioxid-Vergiftung (letztere wird im Schlachthäusern zur Betäubung eingesetzt) verglichen und gilt als human und tierschutzgerecht.

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