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Schweißhunde überflüssig? Menschlicher Geruchssinn besser als gedacht

In dem Aufsatz „Poor human olfaction is a 19th-century myth„, auf deutsch: Schlechter menschlicher Geruchssinn ist ein Mythos aus dem 19. Jahrhundert“ verteidigt John McGann (Rutgers University in New Brunswick, New Jersey) die menschliche Nasenleistung. McGann hat verschiedene Studien berücksichtigt, in der das menschliche Riechvermögen wissenschaftlich untersucht wird. Auf der Kunstfährte (zehn Meter, ein 45-Grad-Haken) mussten die Probanden zum Beispiel einer Fährte aus künstlichem Schokoladenaroma folgen, wie die FAZ in einem lesenswerten Beitrag berichtet. Ergebnis: Sie können es besser als gedacht, zwei Drittel der Schnüffler schafften es auf Anhieb, mit etwas Training ließen sich Spurtreue und Fährtenwille noch steigern. Die unterschiedliche Duftstoffkonzentration in den Nasenlöchern ermögliche es, durch eine Art Richtungsriechen der Spur zu folgen. Durch den aufrechten Gang und die dadurch bedingte Entfernung der Nase vom Erdboden habe sich die Bedeutung des Riechens für Menschen jedoch abgeschwächt, mutmaßen Forscher.

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Zusammenarbeit zwischen Mensch und Wildtier

Dass Menschen und ihre Haustiere zusammenarbeiten, um einen gemeinsamen Zweck zu verfolgen, ist nichts ungewöhnliches – das Beutemachen im Team von Jäger und Jagdhund ist ein gutes Beispiel dafür. Kollaborationen zwischen Menschen und Wildtieren sind weitaus seltener. Die südafrikanische Ornithologin Claire Spottiswoode hat einen faszinierenden Fall einer solchen Zusammenarbeit erforscht, wie die New York Times berichtet. Dass sich traditionelle Kulturen in manchen Gegenden Afrikas der Hilfe spechtartiger Vögel – sogenannter Honigführer (honeyguides) –  bedienen, um an den Honig wilder Bienenvölker zu gelangen, sei bekannt, schreibt die NY Times. In ihrer Studie „Reciprocal signaling in honeyguide-human mutualism“ hat Claire Spottiswoode genauer beschrieben, wie diese Zusammenarbeit funktioniert. Demnach bedienen sich sowohl Menschen, als auch die Vögel bestimmter Klänge und Gesten, die nur im Zusammenhang mit der Honigsuche verwendet werden.

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Warum kann eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) beim Menschen tödlich verlaufen?

Eine aktuelle Untersuchung hat gezeigt, dass viele Füchse mit dem Fuchsbandwurm infiziert sind – warum das für Menschen gefährlich ist, erklärt dieser Gastbeitrag von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel.

Der adulte Fuchsbandwurm ist etwa zwei bis drei Millimeter lang und besteht aus dem Kopf und drei bis vier Gliedern. Er lebt im Dünndarm von Fuchs, Hund und gelegentlich auch anderen Beutegreifern.

In jedem Bandwurmglied befinden sich männliche und weibliche Geschlechtsorgane. Vorne werden nach und nach neue Glieder gebildet und hinten lösen sie sich auf, wobei die reifen Eier in den Wirtsdarm gelangen. Im Ei haben sich bereits die sog. Hakenlarven entwickelt. Sie sind in einer festen Hülle verpackt (0,03 bis 0,04 Millimeter Durchmesser, mit bloßem Auge nicht sichtbar), überstehen so die Darmpassage und werden mit der Fuchslosung abgesetzt. So können die Eier mit den Larven darin von Kleinsäugern am Boden mit der Nahrung aufgenommen werden. Im Darm dieser Zwischenwirte, meist Mäusearten, schlüpfen die Hakenlarven, die den Kopf des zukünftigen Bandwurms darstellen, aus ihrer Hülle, bohren sich durch den Darm, wandern im Körper der Maus umher und setzten sich schließlich als sog. Finnen irgendwo fest. Wird eine Maus mit Finnen vom Fuchs gefressen, dann entwickeln sich im Fuchsdarm wieder neue Bandwürmer, indem die Köpfe Bandwurmglieder wachsen lassen. Der Entwicklungszyklus ist damit geschlossen. Im Darm sind Fuchsbandwürmer für den Wirt ebenso harmlos wie Finnen für den Zwischenwirt Maus.

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