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Mecklenburg-Vorpommern will Bauern “ im Zusammenhang mit dem natürlichen Wiederauftreten des Wolfes“ unterstützen

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Die Angst vor dem Wolf wächst vor allem in ländlichen Gebieten, wie das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern (LM-MV) in einer Pressemitteilung feststellt. Anlass ist das erste Mahnfeuer in MV, das heute Abend (21. Juni 2017, 20 Uhr) – organisiert vom Bauernverband Ludwigslust/Parchim und dem brandenburgischen Nachbarbauernverband Prignitz – anlässlich der Wiederansiedlung des Wolfes stattfindet. Auch Dr. Jürgen Buchwald, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV, wird an der Veranstaltung auf einer Fläche der Agrarland Steesow GmbH teilnehmen.

„Die Debatte zum Umgang mit dem Wolf ist richtig und wichtig, gerade hier in Mecklenburg-Vorpommern. Die Landschaft im Nordosten ist für Wölfe ein nahezu idealer Lebensraum. Hier finden sie noch unzerschnittene Landschaften und ausreichend Nahrung. Gleichzeitig ist unser Land stark agrarisch geprägt. Die Weidehaltung ist traditionell ein wichtiges Glied der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung dieser Region und wird seitens des Landes befürwortet. Damit besteht ein Konfliktpotential, dass unbestreitbar mit  der Rückkehr des Wolfes verbunden ist. Die Sorgen der Landwirte nehmen wir sehr ernst. Nicht ohne Grund haben wir bereits im vergangenen Jahr ganz MV mit Ausnahme der Ostseeinseln zum Wolfsgebiet erklärt und so die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen auf größerer Fläche ermöglicht. Natürlich ist unsere Arbeit damit nicht getan. Gerade mit Blick auf die dynamische Populationsentwicklung müssen bundesweit abgestimmte Lösungen her. Wir führen dazu sowohl länderübergreifend als auch mit dem Bund entsprechende Abstimmungen. Ziel ist, eine Population sowie Maßnahmen zu definieren, die eine Vereinbarkeit der verschiedenen Anforderungen an die Kulturlandschaft auch zukünftig ermöglicht. Der Austausch mit den Landwirten ist dabei von großer Bedeutung. Die Teilnahme an dem heutigen Mahnfeuer ist für mich daher selbstverständlich“, so Buchwald im Vorfeld des Termins.

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Backhaus: „Weitere Überlegungen hinsichtlich des künftigen Umgangs mit dem Wolf erforderlich“

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Ein gerissenes Kalb hat der Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus, zum Anlass genommen, auf „offene Fragen“ beim Wolfsmanagement hinzuweisen. Bei dem Rissvorfall am 4. April 2017 war ein totes Kalb bei Ramin südöstlich der Löcknitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) aufgefunden und dem Wolfsmanagement gemeldet worden. Das neugeborene , ca. 40 Kilogramm schwere Kalb ist nach den vorliegenden Erkenntnissen außerhalb der Weide verendet, der Weidezaun bestand aus einer Litze, unter der das Kalb offenbar im Vorfeld durchgeschlüpft war. Zum Kadaver gehörte eine etwa 15 Meter lange Schleifspur.

Am Hals des Tieres fanden sich nach Bewertung des Rissgutachters Krallen-ähnliche Spuren, es war jedoch nicht klar, ob diese postmortal entstanden sind. Darüber hinaus war das Tier insbesondere im Bauchraum befressen, unter anderem auch von Nachnutzern wie Fuchs und Kolkrabe. Das Tier wurde geborgen und durch den Halter und seinen betreuenden Tierarzt der Transport zum Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit (LALLF) und Fischerei zur Untersuchung der tatsächlichen Todesursache organisiert. Im LALLF wurde das Kalb pathologisch untersucht. Demnach waren Hämatome im Halsbereich festzustellen und es besteht auch der Verdacht einer Fruchtwasseraspiration, welche das Tier im Vorfeld des Übergriffs geschwächt haben könnte. Vorsorglich wurde eine Tupferprobe genommen, die bislang nicht ausgewertet wurde.

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