Schlagwort-Archive: Lupus

Neues Berufsbild: Wolfsvergrämer und Steineschmeisser

Als Steineschmeißer kann man es weit bringen in unserem Land: Mit einer gründlichen Grundausbildung in diesem Fach qualifizierte sich Joschka Fischer für das Amt des deutschen Außenministers. Ein interessantes neues – und vor allem legales – Betätigungsfeld für qualifizierte Steineschmeißer bietet jetzt das „Kontaktbüro Wölfe in Sachsen“ an: Die Jungwölfe aus dem Milkeler Rudel, die durch die Aneignung des Forsthelms eines nur wenige Meter entfernten Jägers nicht nur berühmt wurden, sondern auch einen schlagenden Beweis für die Validität der Theorie von der „natürlichen Scheu“ lieferten, diese Jungtiere sollen nun mit den zuletzt beim G20-Gipfel in Hamburg verfeinerten Strategien des Schwarzen Blocks Bekanntschaft machen: Wenn die Kombattanten der Wölfe ansichtig werden, „wird laut geschrien, ihnen hinterhergelaufen oder mit Steinen und anderen Gegenständen geworfen“, erklärte eine Sprecherin der Kampftruppen gegenüber TAG24.de. Ganz im Sinn der typischen Guerillataktik also, den Gegner durch nadelstichartige Aktionen zu zermürben: „Sie sollen Angst bekommen“, lautet das erklärte Ziel. Wenn sich die Wölfe davon nicht beeindrucken lassen, kommen Gummigeschosse zum Einsatz, droht Kommandeur André „Che“ Klingenberger unverhohlen. Den entscheidenden Vorteil jeder Guerillataktik wissen die Kämpfer auf ihrer Seite: Denn wie Mao schon sagte, „der Revolutionär schwimmt im Volk wie ein Fisch im Wasser“ – und die Unterstützung der Landbevölkerung ist den Guerilleros gewiss. SE

Beitragsbild: Wolfsvergrämer-Grundausbildung. Foto: Belizian, Quelle: Wikipedia

Als Wolf leben…

In der Regel möchte man ja lieber nicht wissen, was die Leute in ihrer Freizeit so treiben, mit denen das Berufsleben einen unter das selbe Dach, in das selbe trostlose Büro zwingt, nicht wahr? Eine eindrucksvolle Bestätigung für diese These liefert ein gewisser Lukas Lupus auf Zeitonline. In diesem Fall sind damit jedoch derart aufschlussreiche Einblicke in das Innenleben gewisser Wolfsfreunde verbunden, so dass wir leider nicht umhin kommen, uns der wölfischen Existenz dieses jungen Mannes zu widmen. Lukas Lupus ist 31 und betreut als Informatiker in einem internationalen Unternehmen die IT-Technik für 1000 Angestellte. Wir stellen ihn uns folglich blass, unsportlich und leicht adipös vor. Wenn Lukas nach Hause kommt, verwandelt er sich in Lupus, sein Wolfs-Ich. Schon mit 17 habe er sich für Hunde und Wölfe interessiert und dabei festgestellt, dass er selbst ein Wolf sein will. Ist ja heutzutage kein Problem, auch wenn man sich noch nicht zum Wolf umoperieren lassen kann: Er schnallt sich die wölfische Gummimaske vors Gesicht und macht es sich auf seiner Fleece-Decke gemütlich. So könne er „komplett runterfahren“, müsse nicht überlegen, was noch zu tun ist und ob er alle Rechnungen bezahlt hat. Ganz wie ein Wolf eben.

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Sachsen: Fünf neue Wolfsrudel, drei neue Wolfspaare

Aktuell gibt es in Sachsen 19 bestätigte Wolfsterritorien (Abb.1, Tab.1). Davon liegen 17 Territorien ganz im Freistaat Sachsen und zwei Territorien sind grenzübergreifend: eines zu Brandenburg (SP) und ein weiteres zur Tschechischen Republik (HW). Drei Wolfsterritorien (AH, RZ und Z) haben nur zu einem kleinen Teil ihr Gebiet auf sächsischer Seite und werden daher in den Nachbarländern mitgezählt.

Entwicklung in Sachsen:

Im letzten Monitoringjahr* 2015/2016 wurden in im Freistaat Sachsen 15 Rudel, 3 Paare und ein territoriales Einzeltier nachgewiesen. Somit haben sich im Vergleich zu 2014 in Sachsen fünf neue Rudel (Königshainer Berge, Gohrischheide, Biehain, Cunewalde, Knappenrode) und drei neue Paare (Neustadt, Raschütz, Bernsdorf) etabliert.
Über die Nachweise der neuen Territorien in den Königshainer Bergen, der Gohrischheide, Neustadt und Raschütz (Raum Großenhain) berichtete das Kontaktbüro bereits. Die Auswertung von genetischen Untersuchungen ergab nun auch Klarheit in anderen Bereichen. Dies betrifft das Biehainer Rudel, im Bereich nördlich und südlich des Biehainer Forstes, und das Knappenrode Rudel südlich von Hoyerswerda. Auch aus dem Bereich Cunewalde konnten die genetischen Untersuchungen nun den Nachweis erbringen dass dort im letzten Jahr Welpen geboren wurden. Bereits im Herbst 2015 lieferten Fotofallenaufnahmen erste  Hinweise darauf, endgültig geklärt wurde der Status des Vorkommens aber erst jetzt.

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Wolfstag in Dohna

Seit über 15 Jahren ist der Wolf in Sachsen wieder heimisch. Auch in der Sächsischen Schweiz ist er zurück. Im Bereich um den Hohwald gibt es seit 2012 ein Wolfsterritorium, aktuell ist dort eine sesshafte Wölfin nachgewiesen.
Zum ersten Mal organisiert das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ den Wolfstag zusammen mit dem Sächsisch-Böhmischen Bauernmarkt in Dohna.
Die Besucher des Wolfstages erwartet ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt mit Film- und Theater-vorführungen, sowie Fachvorträgen und Informationsständen.

Am Wolfstag erhalten Sie unter anderem Antworten auf diese spannenden Fragen:
Wie funktioniert das Zusammenleben mit dem Wolf in der Kulturlandschaft?
Wie lebt er, wie lernt er? Wovon ernährt er sich?

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Monitoring: Neue Wolfsrudel in Sachsen

Das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ hat eine aktuelle Pressemeldung zu den Wolfsvorkommen in Sachsen herausgegeben. Darin heißt es: „Im letzten Monitoringjahr 2014/2015 konnten in Deutschland 31 Wolfsrudel, 8 Paare und 6 territoriale Einzeltiere in sechs Bundesländern nachgewiesen werden. Davon leben zehn Wolfsrudel und ein territorialer Wolf in Sachsen. Neun Wolfsterritorien liegen ganz im Freistaat Sachsen. Darüber hinaus sind zwei Territorien grenzübergreifend: Eines zu Brandenburg und ein weiteres zur Tschechischen Republik (siehe Beitragsbild). Drei Wolfsterritorien (AH, RZ und Z) haben nur zu einem kleinen Teil ihr Gebiet auf sächsischer Seite und werden daher in den Nachbarländern mitgezählt.

Mögliche Neuetablierung(en) in Sachsen:

Die genetische Untersuchung des im Juni 2015 tot aufgefundenen 7 Wochen alten Welpen (Todesursache Magen-Darm-Erkrankung) im Bereich der Königshainer Berge (Landkreis Görlitz) ergab, dass das Tier kein Nachkomme des Nieskyer Wolfspaares ist. Die Tatsache, dass der Welpe keinem bekannten Rudel zugeordnet werden kann, lässt darauf schließen, dass sich ein neues Rudel etabliert hat. Westlich von Löbau bei Cunewalde (Landkreis Bautzen) gibt es ebenfalls Hinweise auf Welpen. Ob diese beiden Bereiche, Cunewalde und Königshain, zu einem oder zwei getrennten Territorien gehören, ist noch unklar.

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Sachsen: Streunender Hund sorgt für Aufregung im Wolfsgebiet

In den vergangenen Tagen gingen beim Wolfsmanagement aus den Landkreisen Görlitz und Bautzen wiederholt Sichtungsmeldungen eines „Wolfes“ auf Straßen oder in Ortschaften ein. Viele Beobachter konnten Bilder des Tieres machen, sodass die Meldungen überprüft werden konnten. Auf diesen Bildern ist zu erkennen, dass es sich um ein und denselben wolfsähnlichen Hund handelt – und nicht um einen Wolf. Der Hund ist bereits seit 2 Wochen unterwegs und wurde mehrmals zwischen Halbendorf/Schleife (LK Görlitz), Niederseifersdorf (LK Görlitz), Löbau (LK Görlitz), Weißenberg (LK Bautzen), sowie Panschwitz-Kuckau und Kamenz (jeweils LK Bautzen) gesehen und fotografiert.

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Tod im Rapsfeld: Erneut illegaler Wolfsabschuss

Am Sonntagmorgen, den 13.07.2014, wurde an der Straße zwischen Halbendorf/Spree und Lömischau (Landkreis Bautzen) ein ca. einjähriger, weiblicher Wolf tot aufgefunden. Der Fundort liegt im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, im Bereich des Daubaner Wolfsterritoriums. Bei der Begutachtung vor Ort wurde eine Verletzung festgestellt, die durch eine Schusswaffe verursacht worden sein könnte. Daraufhin wurde die Polizei verständigt. Zur weiteren Untersuchung wurde der Kadaver an das Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) gebracht, wo sich der Anfangsverdacht bestätigte. Noch ist unklar aus welchem Rudel die junge Wölfin stammt, dies muss die genetische Untersuchung am Senckenberg Institut für Wildtiergenetik in Gelnhausen klären.

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Sachsen: Illegal geschossener Wolf gefunden

Am Freitagvormittag, den 28.03.2014, wurde bei Weißkeißel, Landkreis Görlitz, bei Forstarbeiten ein männlicher Wolf tot aufgefunden. Es handelt sich dabei um den Rüden (Vaterwolf) des Daubitzer Rudels. Bei der Begutachtung vor Ort wurden Verletzungen festgestellt, die den Verdacht auf einen illegalen Abschuss nahe legten. Daraufhin wurde die Kriminalpolizei verständigt. Nach der Aufnahme des Vorgangs durch die Polizei wurde der Kadaver an das Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) gebracht und dort noch am Freitag untersucht. Der vorläufige Untersuchungsbefund bestätigte den Verdacht eines illegalen Abschusses. Das Tier ist an den Folgen eines Bauchschusses verendet.

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Erster Wolf in Thüringen nachgewiesen

Erstmals ist in Thüringen ein Wolf nachgewiesen worden. Südlich von Jena hat ein Jagdpächter am 01.11.13 einen Wolf gefilmt. Dieses Fotomaterial ist den Thüringer Wolfsexperten seit wenigen Tagen bekannt und wurde inzwischen ausgewertet.

Nach Experteneinschätzung, die inzwischen vom Wolfs-Büro LUPUS aus Sachsen bestätigt wurde, handelt es sich bei dem gefilmten Tier eindeutig um einen Wolf. Damit liegt der erste offiziell nachprüfbare Nachweis für den Wolf vor. Genetisch verwertbares Material konnte nicht mehr gefunden werden. Ob es sich um einen durchziehenden Wolf handelt oder um ein Tier mit Revierverhalten, kann anhand des Videomaterials nicht beurteilt werden. Da aber bisher keine weiteren Hinweise aus der Region bekannt geworden sind, wird bisher davon ausgegangen werden, dass das Tier durchgewandert ist.

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Standorttreu: Besenderte Lausitz-Wölfe wandern bisher nicht

Karte 1: Streifgebiete von FT7 (rot) und MT5 (grün) seit ihrer Besenderung. Zur Veranschaulichung sind die Territorien des Milkeler (MI), Nochtener (NO) und Daubaner (DN) Rudels schematisch dargestellt (blau). Copyright: Wildbiologisches Büro LUPUS.

Die besenderte junge Wölfin „Marie“ (FT7) aus dem Milkeler Wolfsrudel hält sich weiterhin überwiegend im Territorium ihrer Eltern auf. Wie Fotofallenaufnahmen aus dem Februar zeigen, hält die mittlerweile 22 Monate alte Wölfin immer noch engen Kontakt zu ihrem Geburtsrudel. Die automatischen Kameras haben nacheinander „Marie“, ihre Mutter, ihr Stiefvater und vier Welpen fotografiert.

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Deutschlands älteste frei lebende Wölfin tot

Am Morgen des 19.03.2013 wurde bei Mücka, Landkreis Görlitz, ein toter Wolf gefunden. Bei dem Tier handelt es sich um die alte Wölfin des Nochtener Rudels, genannt „Einauge“, wie das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ in einer aktuellen Pressemitteilung berichtet. Sie wurde noch am selben Tag zur Untersuchung an das Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin gebracht. Dort stellte sich heraus, dass die Wölfin in Folge zahlreicher, massiver Bissverletzungen gestorben war.

Wölfin Einauge im Jahr 2005. copyright koerner/www.lupovision.de

Wölfin Einauge im Jahr 2005.
copyright koerner/www.lupovision.de

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