Schlagwort-Archive: Landwirtschaft

NRW: Schonzeitaufhebung für alles Schwarzwild

Update: Kein Fake – Ministeriums-Mitarbeiter bestätigt Echtheit des Schreibens

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV) hat einem der Red. vorliegenden Schreiben zufolge die Jagdbehörden des Landes aufgefordert, „die Schonzeit für alles Schwarzwild auf allen bejagbaren Flächen“ […] mit sofortiger Wirkung bis zum 31.3.2021 aufzuheben. Die Schonzeit für Schwarzwild sei damit „aus Gründen der Landeskultur i.S. von § 22 Absatz 3 BJagdG Satz 1 landesweit ganzjährig aufgehoben. Ausgenommen sind nur Bachen mit gestreiften Firschlingen unter ca. 25 kg.“ Als Begründung wird die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Polen und Tschechien angeführt. Auch wegen der durch Wildschweine verursachten Wildschäden sei „die intensive Bejagung des Schwarzwildes […] über mehrere Jahre hinweg, bis zu einer deutlichen Entspannung der Situation, fortzuführen.“

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BfN-Report zur biologischen Vielfalt: „Situation in allen Bereichen der Agrarlandschaft alarmierend“

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat einen umfassenden Agrar-Report zur biologischen Vielfalt vorgestellt. Das BfN zeigt in seiner Analyse, dass sich die Situation der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft deutlich verschlechtert hat. „Diese Entwicklung muss für uns alle alarmierend sein“, erklärt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. „Wir brauchen deshalb dringend eine Kehrtwende in der Agrarpolitik.“

Für seinen Agrar-Report hat das Bundesamt für Naturschutz die Ergebnisse aus verschiedenen Forschungsvorhaben zur Entwicklung der Natur in der Agrarlandschaft zusammengeführt. „Praktisch alle Tier- und Pflanzengruppen in der Agrarlandschaft sind von einem eklatanten Schwund betroffen. Besonders deutlich wird dies beispielsweise bei den Vögeln und den Insekten. Die Problematik setzt sich aber leider auch bei der Situation der Lebensraumvielfalt fort“, sagt die BfN-Präsidentin. Die aktuelle Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands sowie das Monitoring von Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert verdeutlichen dies eindringlich.

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OLG Celle: Befahren landwirtschaftlicher Flächen zur Jagdhundeausbildung ist rechtens

Fahrten von Jägern im Rahmen der Jagdausübung sind „landwirtschaftlicher Verkehr“ – das hat das Oberlandesgericht (OLG) Celle in einem aktuellen Urteil entschieden. Im konkreten Fall hatte eine Gruppe von Jägern mit ihren Autos einen Weg befahren, der für den allgemeinen Fahrzeugverkehr gesperrt war (Verkehrszeichen 250), jedoch mit dem Zusatzzeichen 1026-36 für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben war. Die Jäger wollten in der Achimer Marsch in der Nähe der Stadt Verden (Niedersachsen) eine Jagdhundeübungseinheit abhalten. Das Übungsgelände ist nur über die für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegebenen Wege zu erreichen. Der Landkreis Verden hatte gegen die Jäger ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro pro Person festgesetzt, „wegen fahrlässigen Führens eines Kraftfahrzeugs in einem Verkehrsbereich, der durch das Verkehrszeichen 250 gesperrt und für den lediglich durch das Zusatzzeichen 1026-36 („landwirtschaftlicher Verkehr frei“) ein Befahren mit Kraftfahrzeugen erlaubt war, §§ 24 StVG, 41 Abs. 1 i.V.m. Anlage 2, 49 StVO, 141.3 BKat.

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Agrarsubventionen: Empfängerliste veröffentlicht

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat eine Liste der Empfänger von EU-Agrarsubventionen im Internet veröffentlicht. Die EU-Agrarsubventionen sind als gigantische „Umverteilung von unten nach oben“ umstritten. Viele landwirtschaftliche Betriebe wären ohne die Beihilfen wirtschaftlich jedoch nicht überlebensfähig. Die Subventionen für Landwirte machen ca. 40 Prozent des EU-Haushalts aus, nur für die Direktzahlungen an die Landwirte wendet die EU mehr als 40 Milliarden Euro auf. Größter Profiteur der Beihilfen ist in Deutschland indes der Staat. Denn da auch der Küstenschutz gefördert wird, streichen Kommunen und Landesbehörden für die Pflege der Deiche nach Informationen der FAZ zweistellige Millionenbeträge ein. Aber auch Naturschutzvereine wie die „Grüne Liga Hirschstein e.V.“, die 2.296.955,50 Euro vereinnahmte, kassieren kräftig mit.

Unter den landwirtschaftlichen Betrieben sacken Großbetriebe in der DDR – von Investoren aufgekaufte ehemalige Volkseigene Betriebe (VEB) – die größten Summen ein. 220 Betriebe kassieren Beihilfen in Höhe von mehr als einer Million Euro. Unter den Bezuschussten finden sich nach Informationen der FAZ auch Farmen hochrangiger Bauernfunktionäre: Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes nahm demnach 83.000 Euro an Zuschüssen für seinen Hof mit, sein Vize Werner Schwarz immerhin 128.000 Euro, die ehemalige LPG Agrofarm Knau kassierte unter der Führung des sächsischen Bauernpräsidenten Wolfgang Vogel 775.187,50 Euro vom Staat. Mit der Suchfunktion auf der Internetseite des BLE lassen sich die Subventionen für bestimmte landwirtschaftliche Betriebe gezielt ermitteln – eine wertvolle Argumentationshilfe für den Jäger, wenn es um Wildschadenszahlungen geht.

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Landwirtschaft und Gartenbau in NRW fordern: Jagd nicht weiter erschweren

 Starke Bejagung für Landwirtschaft und Gartenbau unverzichtbar

„Wildschäden verursachen in landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen zum Teil erhebliche Einbußen, die ein Erzeuger wegen fehlender Ersatzpflicht hinzunehmen hat. Landwirtschaft und Gartenbau sind daher auf eine flächendeckende Bejagung angewiesen, die die Wildschäden auf das unvermeidliche Maß beschränkt!“ Darauf haben der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Bernhard Conzen, sowie der Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer, Christoph Nagelschmitz, vergangene Woche in Bonn eindringlich hingewiesen. Das Land Nordrhein-Westfalen dürfe die Jagd von Wild nicht durch emotional geprägte, sachlich aber wenig überzeugende Beschränkungen unnötig erschweren.

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Nabu-Studie: Landwirtschaft ist schuld an Artenschwund

Die Artenvielfalt ist in Deutschland auf landwirtschaftlichen Flächen ernsthaft bedroht. Daran haben bislang weder die „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ noch das „Greening“ im Zuge der EU-Agrarförderung etwas ändern können. Zu diesem Ergebnis kommt die vom Nabu in Auftrag gegebene Studie „Naturschutz in der Agrarlandschaft am Scheideweg – Misserfolge, Erfolge, neue Wege“.  Die Studie analysiert die Verluste biologischer Vielfalt in der Agrarlandschaft am Beispiel von Pflanzen und Vögeln. Demzufolge haben sich beispielsweise die Bestände von 15 der 20 typischen Brutvögel in landwirtschaftlich genutzten Lebensräumen kontinuierlich reduziert, bei drei Arten hat sich der Bestand seit 1980 sogar mehr als halbiert. Mindestens genauso dramatisch stellt sich die Situation der Blütenpflanzen der Agrarlebensräume dar, einzelne Arten haben seit den 1950er Jahren mehr als 99 Prozent ihres Bestands eingebüßt.

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Sachsen: Jäger und Landwirte vereinbaren Zusammenarbeit

Freiberger Erklärung unterzeichnet.

Im Beisein von Staatsminister Frank Kupfer haben die Verbandsspitzen des Landesjagdverbandes Sachsen e. V., des Sächsischen Landesbauernverbandes e. V., des Sächsischen Waldbesitzerverbandes e. V., der Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer und der Geschäftsführer des Staatsbetriebes Sachsenforst heute (30. Juni 2014) in Dresden eine Erklärung mit „Gemeinsamen Empfehlungen zur Reduzierung von überhöhten Schwarzwildbeständen in Sachsen“ unterzeichnet. „Die steigenden Wildschweinbestände und die weitere Ausbreitung dieser Wildart stellen uns vor große Herausforderungen“, sagte der Minister. „Deshalb unterstütze ich das Anliegen der Verbände. Es gilt in erster Linie, übermäßige Wildschäden zu vermeiden und die Seuchengefahr zu verringern. Dazu ist eine Reduzierung des Schwarzwildbestandes durch konsequente Bejagung erforderlich.“

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EU-Agrarreform: Ziel erreicht oder Augenwischerei?

DJV bewertet nationale Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik mit gemischten Gefühlen.

Der DJV begrüßt ausdrücklich, dass die Bundesregierung mit dem gestern verabschiedeten „Direktzahlungen-Durchführungsgesetz“ Dauergrünland durch eine Genehmigungs- und Ausgleichspflicht besser schützen will. Für Ackerland fällt die Bewertung des Deutschen Jagdverbandes (DJV) dagegen gemischt aus. Positiv beurteilt der Dachverband der Jäger die Anbaudiversifizierung, nach der Landwirte bei mehr als 30 Hektar Anbaufläche künftig drei Kulturen anbauen müssen, um die volle Förderung zu erhalten. „Damit wird die Anbauvielfalt auf der Ackerfläche gesteigert“, so DJV-Geschäftsführer Andreas Leppmann. Positiv seien auch die Gewichtungsfaktoren für die Berechnung ökologischer Vorrangflächen, die wertvolle Pufferstreifen begünstigten.

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Vermaisung und kein Ende

Fachtagung Artenschutz, Landwirtschaft, Jagd im Thüringer Landtag

130 Vertreter aus Politik, Landwirtschaft, Jagd, Natur- und Artenschutz trafen sich Anfang Dezember im Thüringer Landtag zur Fachtagung “Artenschutz, Landwirtschaft und Jagd”. Eingeladen hatten das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN), die Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V., der Landesjagdverband Thüringen e.V. und der Thüringer Bauernverband e.V.

Minister Jürgen Reinholz und dessen Staatssekretär Roland Richwien überbrachten nicht nur Grußworte: „Zusammenarbeit ist zwingender denn je notwendig. Nur miteinander lassen sich diese Probleme lösen, nicht neben- oder gegeneinander“. Der Präsident des Thüringer Bauernverbandes, Helmut Gumpert wies in seinem Grußwort auf die Verantwortung seiner Klientel für das Naturgut Boden hin. Er warf die Frage auf, ob Extensivierung oder doch besser Intensivierung der Landwirtschaft bei gleichzeitig anwendungsorientierter Agrarförderung der sinnvollere Weg sei. Er verwies darauf, dass trotz Ausbau des Energiepflanzensektors Thüringen keine Maiswüste werde. LJV-Präsident Steffen Liebig überbrachte Grüße des Präsidenten des Deutschen Jagdverbandes und mahnte an die Verantwortung aller Naturnutzer für das immer komplex zu betrachtende Ökosystem. Er verwies darauf, dass alle Fragen zur Thematik „Nachhaltigkeit“ letzten Endes globale Angelegenheiten seien.

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Netzwerk Lebensraum Feldflur fordert Greening der Energieerzeugung

Wildpflanzen als ökologische Vorrangfläche

Anfang November haben sich die Agrarminister von Bund und Ländern auf einen Kompromiss zur nationalen Umsetzung der EU-Agrarreform verständigt. Das Netzwerk Lebensraum Feldflur begrüßt, dass es zukünftig möglich sein soll, den Aufwuchs von ökologischen Vorrangflächen zu nutzen, wenn dadurch Flächen im Sinne des Naturschutzes gepflegt werden und so ein ökologischer Mehrwert entsteht. Für ein Greening der Energieerzeugung auf Ackerflächen bedarf es jedoch dringender Ergänzungen: „Wir fordern, dass Flächen mit Wildpflanzenmischungen als ökologische Vorrangfläche im Greening anerkannt werden,“ sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung und Partner im Netzwerk Lebensraum Feldflur. „Mischungen aus verschiedenen Wildpflanzenarten sind eine ökologisch sinnvolle Ergänzung zu konventionellen Energiepflanzen und ein wertvoller Beitrag für die Artenvielfalt auf Ackerflächen“.

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Nach Jagdverbot: Explodierende Wildschäden in Norditalien

Auf Betreiben von Umwelt- und Naturschutzverbänden wurde die Schwarzwildjagd im Piemont in der Jagdsaison 2012/2013 ausgesetzt. Jetzt zahlen vor allem die Landwirte in der norditalienischen Region die Zeche: Die Verluste in der Landwirtschaft werden für 2012 auf 500.000 Euro geschätzt, Entschädigungen flössen nur zögerlich, wie der italienische Bauernverband Cia beklagt.

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Schleswig-Holstein: Nabu weist Kritik des Bauernverbands an Knickschutz zurück

Als „völlig substanzlos und an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten“ bezeichnet der NABU Eutin die Kritik des Bauernverbands an den neuen Regelungen zum Knickschutz. Eine Verschärfung des Knickschutzes sei lange überfällig gewesen, meint NABU-Vorsitzender Oscar Klose. „Viele Knicks sind in den vergangenen Jahren derart malträtiert worden, dass sie heute so mancher kurzgeschorenen Gartenhecke Konkurrenz machen können. Die ehemals landschaftstypischen, wertvollen Eichenüberhälter enden zunehmend im Ofen. Wir begrüßen, dass der Umweltminister endlich die Notbremse gezogen hat, hätten uns aber in einigen Punkten noch weitreichendere Bestimmungen vorstellen können“, so Klose

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