Schlagwort-Archive: Landesforst

Wegen ASP: Brandenburg plant Einrichtung von Saufängen

Das Land Brandenburg plant offenbar, wegen der drohenden Ausbreitung von ASP die Wildschweinpopulation im Lande mit Hilfe von Sauenfängen zu dezimieren. Der Entwurf eines entsprechenden Leitfadens, herausgegeben vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) und dem Landesforstbetrieb Brandenburg, liegt der Redaktion vor. Nach Auskunft des MLUL handelt es sich bei dem Leitfaden lediglich um „Arbeitsentwürfe, die verwaltungsintern noch abgestimmt werden müssen.“ Nach Informationen von JAWINA liegt der Leitfaden jedoch bereits in einer überarbeiteten, druckreifen Version vor.

In der Einleitung des Leitfadens heißt es zur Begründung: „Landesweit sehr hohe Schwarzwilddichten, zeitweise nicht bejagbarer [sic] Agrarstrukturen, die permanente Nichterfüllung der Abschussquoten von erforderlichen Anteilen an Jungwild und Bachen sowie insbesondere die immer näher rückende Seuchenfront der Afrikanischen Schweinepest (ASP) macht es dringend erforderlich, die Schwarzwildbestände unter Anwendung aller verfügbaren Möglichkeiten zu reduzieren.“

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Terminhinweis: Kommunalreform, Forstreform, Reformreform – wo bleibt der Wald?

Am Mittwoch den 06.09. 2017 findet in Eberswalde der von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) veranstaltete 4. Walddialog unter dem Thema: „Kommunalreform, Forstreform, Reformreform – wo bleibt der Wald?“ statt. Im Flyer zur Veranstaltung heißt es dazu: „Brandenburg befindet sich derzeit in der Endphase eines langjährigen Prozesses, der ursprünglich zu einer umfassenden Kommunalreform führen sollte. Während sich der Landtag mit dem durch die Landesregierung eingebrachten Kreisneugliederungsgesetz beschäftigt, hat der Verein „Bürgernahes Brandenburg“ ein Volksbegehren gestartet, welches die Sinnhaftigkeit dieses Reformansatzes grundsätzlich infrage stellt.

In dieser Situation ist zuletzt der Eindruck entstanden, dass alles was von der geplanten Reform übrig bleibt eine erneute Forstreform ist. Diese „Reformreform“ könnte allerdings dazu geeignet sein, bewährte und langjährig erprobte forstpolitische Strukturen endgültig zu zerschlagen.

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Zwei Versionen einer Pressemitteilung

Die Landesforsten Niedersachsen führen einen Schießnachweis ein – gut. Dazu bringen sie zwei Pressemitteilungen, die sich deutlich unterscheiden. Die krasse Altersdiskriminierung der ersten Version durch einen öffentlichen Träger ist dann wohl doch noch einem aufgefallen.

Version 1:

Braunschweig – Die Landesforsten reagieren auf das
zunehmende Alter vieler Jäger und führen für alle gut 2000
Jagdscheinbesitzer in ihren Wäldern einen Schießnachweis ein. Wer
weiter in den Landesforsten jagen möchte, muss mindestens einmal im
Jahr auf dem Schießstand oder im sogenannten Schießkino mit einer
entsprechenden Waffe trainieren und einen Nachweis darüber vorlegen.
Die Regelung greift ab 1. Oktober, sagte am Donnerstag der Sprecher
der Landesforsten, Dennis Glanz. In anderen Bundesländern gebe es
vergleichbare Vorgaben bereits.

«Reflexe, Beweglichkeit und Sinne lassen mit dem Alter nach, deshalb
ist die regelmäßige Übung mit der Waffe wichtig», sagte der Sprecher.
Die neue Regel mache die Jagd auch tierschutzgerechter: «Wir müssen
sicherstellen, dass ein Schuss so gut ist, dass er das Tier tötet und
es sich nicht unnötig quält.» Der Wald sei heute stärker ein
Mischwald, das Gelände sei deswegen anspruchsvoller geworden.

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Kleine Kugel auf Frischlinge – Landesforst stellt Fragebogen vor

Die Oberste Jagdbehörde (OJB) des Landes Brandenburg hat in einer Allgemeinverfügung vom 04.02.2016 das Verbot, auf Schalenwild mit einem Kaliber unter 6,5 mm zu schießen eingeschränkt, wie JAWINA berichtete. Künftig soll es erlaubt sein, Frischlinge mit einem Lebendkörpergewicht unter 20 Kilogramm mit einer zur Rehwildbejagung zugelassenen Munition zu erlegen. Jagdausübunsgberechtigte, die von der Regelung Gebrauch machen wollen, sind verpflichtet, einen Fragebogen auszufüllen und von ihren Erfahrungen zu berichten, um eine Evaluation des Vorstoßes zu ermöglichen. In einem Schreiben an die brandenburgische Landesforst-Zentrale hat das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) nun einen umfangreichen Fragebogen vorgestellt, der von Jagdausübungsberechtigten im Landesforst auszufüllen ist, wenn Frischlinge mit der kleinen Kugel erlegt wurden.

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Brandenburg: Lappjagd im Landesforst?

„Missbräuchliche Anwendung“ habe die Lappjagd in Verruf gebracht, schrieb schon der preußische Forstmeister und Jagdliterat Ferdinand von Raesfeld. Die Oberförsterei Hammer des Landesforstbetriebs (LFB) Brandenburg hat die „verrufene“ Jagdmethode bei einer Drückjagd am 3.11. in Anwendung gebracht und die das Revier durchschneidende Bundesstraße B179 über fünf Kilometer abgelappt. Die Empörung bei den angrenzenden Pächtern ist groß. Wir haben mit dem zuständigen Leiter der Landeswaldoberförsterei Hammer, Tim Ness, gesprochen.

Jawina: Herr Ness, Sie haben im Landeswald eine Lappjagd durchgeführt…

Tim Ness: Nein, das haben wir nicht.

Jawina: Doch, haben Sie, Sie haben bei der Drückjagd am 3.11. die Bundesstraße über fünf Kilometer abgelappt. Was soll das sonst sein, wenn keine Lappjagd?

Tim Ness: Diese Maßnahme diente ausschließlich der Verkehrssicherheit.

Jawina: Das glaubt Ihnen doch kein Mensch.

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Willkommen bei Forstileaks

Der Brandenburger Maulkorberlass war grundrechtswidrig – wie konnte eine Behörde so die Bodenhaftung verlieren? Das Protokoll einer Dienstberatung von von Landesforst und Landwirtschaftsministerium (wir veröffentlichen das Originaldokument) gibt Aufschluss.

In einigen Abteilungen des Landesforstbetriebs Brandenburg (LFB) dürfte zur Zeit eine recht ungemütliche Stimmung herrschen. Ein Abteilungsleiter im Potsdamer Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL, oberster Dienstherr des LFB), hatte in einer Dienstanweisung an die Forsten gefordert, dass Forstleute auch in ihrer Freizeit stets die Auffassung des Arbeitgebers zu vertreten und in Gremien entsprechend abzustimmen hätten. Die Empörung war groß, der Maulkorberlass schaffte es bis in die überregionale Tagespresse, Naturschutzverbände forderten die Rücknahme, der Pressesprecher des MLUL distanzierte sich von seinem Abteilungsleiter und schließlich kassierte Staatssekretärin Dr. Carolin Schilde den Maulkorberlass wieder ein. Peinlich. Und man fragt sich, wie es so weit kommen konnte, dass eine Behörde derartig den Bezug zur Realität verliert.

Das Protokoll einer Dienstberatung von LFB und dem damaligen Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL, Vorläufer des MLUL) aus dem Jahr 2012, das der Jawina-Redaktion zugespielt wurde, verdeutlicht die Abgehobenheit von Ministerialbürokratie und Brandenburger Oberförstern. Die Jagd sei der „Schlüssel für das zukünftige erfolgreiche Wirtschaften und die Erreichung der waldbaulichen und finanziellen Ziele“, heißt es da. Und: „Die Produktion von Trophäenträgern und das Aufstellen von Zäunen gehört nicht zu den Zielen des LFB.“ Von „ehrgeizigen jagdlichen Zielen“ ist die Rede, von Zielen, die „nicht zur Diskussion stehen“ und „auch in Zukunft nicht in Frage gestellt werden.“ Es seien „die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ab 2015 auf herkömmliche Schutzmaßnahmen gegen Wildschäden verzichtet werden kann“ – und das bei immer noch vorherrschenden Kiefernbeständen. „Verbiss- und Schälschäden werden nicht toleriert.“ Man beachte: Es heißt nicht, dass ein bestimmtes schädliches Ausmaß nicht toleriert werde, sondern prinzipiell keinerlei Verbiss. Das, und das sollte jedem klar sein, ist nur mit einer lokalen Ausrottung nicht nur des Schalenwildes, sondern auch noch des letzten Waldhasen zu erreichen.

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Brandenburg: Maulkorberlass zurückgenommen

Staatssekretärin Dr. Carolin Schilde nimmt den „Maulkorberlass“ für Forstbedienstete zurück. In einem Schreiben distanziert Sie sich von Bestrebungen innerhalb des Ministeriums, wonach unrechtmäßig Einfluss auf das ehrenamtliche Engagement von Mitarbeitern genommen wurde. Das teilt der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) in einer Presseerklärung mit. Demnach  wandte sich die Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium, Dr. Carolin Schilde, gestern mit einem Brief an die Mitarbeiter des Landesforstbetriebes, der deutlicher kaum sein könnte. Darin nimmt Sie die Aufforderung an die Mitarbeiter, auch bei privatem ehrenamtlichem Engagement jederzeit die Interessen ihres Dienstherren bzw. Arbeitgebers zu vertreten, zurück. Schilde wörtlich: „Da es zur gegenseitigen Loyalität keines Erlasses bedarf, ziehe ich den `Treueerlass` zurück“.

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DDR 2.0: Der Brandenburger Maulkorberlass

„Es ziemt dem Untertanen, seinem Könige und Landesherrn schuldigen Gehorsam zu leisten und sich bei Befolgung der an ihn ergehenden Befehle mit der Verantwortlichkeit zu beruhigen, welche die von Gott eingesetzte Obrigkeit dafür übernimmt; aber es ziemt ihm nicht, die Handlungen des Staatsoberhauptes an den Maßstab seiner beschränkten Einsicht anzulegen und sich in dünkelhaftem Übermute ein öffentliches Urteil über die Rechtmäßigkeit derselben anzumaßen.“ Gustav von Rochow

Dass eine interne Dienstanweisung aus einem Landesforstbetrieb (LFB) es in die Tagespresse schafft und dort die Wellen der Empörung hochschlagen lässt, gelingt eher selten – in Brandenburg war das jetzt der Fall. Grund dafür ist ein Schreiben an die Betriebsleitung des LFB vom 2. April 2015 mit dem Betreff: „Treuepflichten von Beamtinnen und Beamten sowie arbeitsvertragliche Nebenpflichten Beschäftigter des LFB.“ Absender ist der oberste Dienstherr der Brandenburger Forst, das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, unterzeichnet hat es der Referatsleiter Dr. Carsten Leßner.

In dem Schreiben, dass bald allgemein und verdientermaßen als „Maulkorberlass“ bezeichnet wurde, erinnert Leßner „aus gegebenem Anlass“ an das „besondere Treue- und Dienstverhältnis“, in dem Beamte stehen, was analog für Beschäftigte gelte, die „Interessen ihres Arbeitgebers so zu wahren haben, dass Maßnahmen, die den Arbeitgeber schädigen, unterlassen werden.“ Was konkret gemeint ist, ergibt sich aus den folgenden Absätzen: Die Treuepflicht gelte „in und außer Dienst“ und werde nicht aufgehoben, wenn Beamte oder Beschäftigte „Mandate für Vereine oder Verbände oder andere Dritte übernehmen.“ Die Mitarbeiter des Landesforsts hätten „jederzeit“ die Interessen des Dienstherren oder Arbeitgebers wahrzunehmen und zwar habe dies „im Gleichklang mit den beauftragten Vertretern des Landes zu erfolgen.“

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Brandenburg: Kahlfraß im Kiefernwald

Trotz einer vor einigen Monaten erfolgten, sicheren Prognose durch Waldschutzexperten des Landesbetriebs Forst Brandenburg (LFB) ist es auf beträchtlichen Flächen sind nun hundert Hektar Wald in der Lieberoser und Reicherskreuzer Heide durch Kiefernspinner kahl gefressen worden. Darauf weist der LFB in einer aktuellen Pressemitteilung hin. Grund dafür ist demnach eine Bestimmung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Danach sei es generell verboten Pflanzenschutzmittel in Naturschutzgebieten einzusetzen. Diese Auflage bedeuten für ein Kiefernland wie Brandenburg nicht nur wirtschaftliche Schäden für den Waldbesitzer, sondern auch eine Entwaldung großer Flächen. Naturschutzverbände kritisieren den Spritzmitteleinnsatz im Wald, weil den Insektiziden nicht nur die für den Kahlfraß verantwortlichen Schädlinge, sondern auch zahllose andere Insekten zum Opfer fallen.

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Brandenburg: Forstkalender für die Tonne

Am „unsensiblen Umgang mit der Vergangenheit“ scheiterte ein Projekt der Brandenburger Landesforst: 2000 Exemplare eines Wandkalenders mit dem Titel „Gut bedacht – Forstgebäude des Landesbetriebs Forst Brandenburg“ wurden noch vor der Auslieferung geschreddert, wie die MOZ berichtet. Grund: Auf dem Titelbild war die Revierförsterei Schorfheide zu sehen, und der Begleittext dazu lobpreiste die „heimatgerechte Bauweise“ und die „gut angepasste schwarzbraune Farbgebung“ des Gebäudes – dumm nur: die Revierförsterei war 1935 auf Befehl des „Reichsforstmeisters“ Göring als Erweiterung von dessen Landsitz „Carinhall‘ erbaut worden.

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Niedersachsen: Landesforst jagt bleifrei

Ab dem 1. April 2014 verwenden die Niedersächsischen Landesforsten nur noch bleifreie Munition auf der Jagd. Das teilen die Landesforsten in einer Presseerklärung mit. Ab sofort werden die Försterinnen und Förster, aber auch alle im Landeswald jagenden privaten Jägerinnen und Jäger aufgefordert, nur noch bleifreie Munition zu verwenden. Die Übergangsfrist bis zum kommenden Jahr soll den vollständigen Umstieg auf bleifreie Munition ermöglichen.

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Schöner Jagen in Thüringen

Mit der überarbeiteten „Dienstordnung Jagd“ soll die Jagd in Thüringens Wäldern insbesondere auch für Privatjäger attraktiver gestaltet werden. Zu diesem Zweck hat sich die Thüringer Landesforst eine ganze Reihe Maßnahmen einfallen lassen: Vom Jungjägerpaket über Pirschbezirke, Gruppenjagden und Angebote für engagierte Jäger vor Ort bis zur „Premiumjagd“ auf reife Rothirsche und Schaufler.

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