Schlagwort-Archive: kleine Kugel

RLP: Obere Jagdbehörde erlaubt „kleine Kugel“ auf gestreifte Frischlinge

In Rheinland-Pfalz ist per Allgemeinverfügung eine Maßnahme verfügt worden, die sich in Brandenburg bereits als wirkungslos erwiesen hat: Ab sofort dürfen Jäger mit Geschossen ab einem Kaliber von „.22 Hornet“ auf gestreifte Frischlinge Jagd machen. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) begrüßt ausdrücklich die Entscheidung. Zahlenmäßig stellen Frischlinge den größten Anteil einer Wildschweinpopulation dar. Aus diesem Grund hat die Jagd auf diese Altersklasse höchste Priorität“, erklärt LJV-Präsident Mahr. „Der LJV begrüßt daher die Entscheidung der oberen Jagdbehörde ausdrücklich – zumal sie einer Forderung aus unserem Positionspapier zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) folgt“; so Mahr. Frischlinge besitzen bis zum vierten Lebensmonat gelb-weiße Längstreifen auf ihrer Schwarte, wie Jäger das Fell der Wildschweine nennen.

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NRW: Verwendung bleihaltiger Büchsenmunition im Kaliber 5,6 mm mangels Alternativen weiterhin geduldet

Mit heutigem Erlass hat das NRW-Umweltministerium die Kreise und kreisfreien Städte angewiesen, die Verwendung bleihaltiger Geschosse in Kleinkaliberpatronen (5,6 mm) auch nach den 1. April 2018 nicht als Ordnungswidrigkeit zu verfolgen. Das Umweltministerium begründet die Weisung damit, dass entsprechende bleifreie Geschosse in Kleinkaliberpatronen bislang nur unzureichend am Markt verfügbar sind, Kleinkaliberpatronen aber dringend benötigt werden, um beispielsweise gestreifte Frischlinge und Jungfüchse mit optimaler Munition zu erlegen.

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Nieten in Nadelwäldern

Die Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) hat auf seiner Internetseite eine „Klarstellung“ der Obersten Jagdbehörde des Landes zur missglückten Allgemeinverfügung „Kleine Kugel“ veröffentlicht. Diese sei „rechtssicher“ behauptet die Behörde und mahnt den Vollzug durch die Unteren Jagdbehörden an. Deren Aufgabe bestehe „lediglich darin, die Allgemeinverfügung in ihrem Bereich an die Jagdausübungsberechtigten weiterzugeben.“ Den Inhalt würde die Oberste Jagdbehörde verantworten, soll Jens Uwe Schade, Sprecher des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft gegenüber dem LJVB erklärt haben. Immerhin – der Pressesprecher weigerte sich nämlich hartnäckig, gegenüber JAWINA eine Stellungnahme zu dieser neuerlichen peinlichen Fehlleistung der brandenburgischen OJB (man erinnere sich an den berüchtigten grundrechtswidrigen Maulkorberlass, der nach Protesten zurückgenommen werden musste) abzugeben oder unsere Anfragen zu beantworten.

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Brandenburger Laienspielschar in voller Aktion

Ein Gastkommentar von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Im Juli 2014 hatte ich in einem Brief an die Landrätin des Kreises Teltow-Fläming angeregt, im Zeichen der heranrückenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) die Gebühr für die Trichinenbeschau bei Frischlingen zu erlassen. Damit sollte die Erlegung schwacher Frischlinge stimuliert werden. Nur wenn es gelingt, einen Großteil der Frischlinge eines jeden Jahrgangs abzuschöpfen, kann innerhalb weniger Jahre mit einem Rückgang der Schwarzwildbestände und damit einem geringeren Ausbreitungsrisiko der ASP gerechnet werden. Andernfalls könnte nur eine unbarmherzige Bejagung des Schwarzwildes ohne Rücksicht auf Schonzeiten und auf Schutz führender Bachen bestandssenkend wirken. Eine solche im wahrsten Wortsinn ökologische Jagd lehne ich ab.

Mit einer Flut rechtlicher Bedenken wurde mein Vorschlag damals abgelehnt, obwohl das Bundesland Hessen und einige Landkreise anderer Bundesländern die Gebühr für die Trichinenschau bei Frischlingen bereits seit ein paar Jahren nicht mehr erheben, das also rein rechtlich durchaus möglich ist. Der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) hat dann später die gleiche Forderung erhoben, ist aber auf Landesebene ebenso gescheitert wie ich damals auf Kreisebene.

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Brandenburg: Allgemeinverfügung kleine Kugel auf wackliger Rechtsbasis

Achtung, Jäger aufgepasst: Wer in Brandenburg einen Frischling unter 20 kg mit einer nur für Rehwild tauglichen „kleinen Kugel“ erlegt, wie in der von der Obersten Jagdbehörde des Landes erlassenen Allgemeinverfügung vorgesehen, handelt möglicherweise rechtswidrig. Die Allgemeinverfügung ist wahrscheinlich ungültig, weil der OJB die Ermächtigungsgrundlage für den Erlass einer solchen landesweit gültigen Regelung fehlen dürfte: Zwar heißt es in §19, 2 des Bundesjagdgesetzes, dass die Länder sachlichen Verbote „des Absatzes 1 mit Ausnahme der Nummer 16 erweitern oder aus besonderen Gründen einschränken“ können, doch gem. § 26,1 des Landesjagdgesetzes Brandenburg (BbgJagdG) ist nur das „für das Jagdwesen zuständige Mitglied der Landesregierung“ dazu befugt. Es hätte also wohl einer Rechtsverordnung des zuständigen Ministers bedurft, um die Allgemeinverfügung in der vorliegenden Form zu legitimieren. Diese hätte überdies rechtzeitig im Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht werden müssen, was im Fall der Allgemeinverfügung ebenfalls unterblieben ist.

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Kleine Kugel auf Frischlinge – Landesforst stellt Fragebogen vor

Die Oberste Jagdbehörde (OJB) des Landes Brandenburg hat in einer Allgemeinverfügung vom 04.02.2016 das Verbot, auf Schalenwild mit einem Kaliber unter 6,5 mm zu schießen eingeschränkt, wie JAWINA berichtete. Künftig soll es erlaubt sein, Frischlinge mit einem Lebendkörpergewicht unter 20 Kilogramm mit einer zur Rehwildbejagung zugelassenen Munition zu erlegen. Jagdausübunsgberechtigte, die von der Regelung Gebrauch machen wollen, sind verpflichtet, einen Fragebogen auszufüllen und von ihren Erfahrungen zu berichten, um eine Evaluation des Vorstoßes zu ermöglichen. In einem Schreiben an die brandenburgische Landesforst-Zentrale hat das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) nun einen umfangreichen Fragebogen vorgestellt, der von Jagdausübungsberechtigten im Landesforst auszufüllen ist, wenn Frischlinge mit der kleinen Kugel erlegt wurden.

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Brandenburg: „Kleine Kugel“ auf Frischlinge erlaubt

Die Oberste Jagdbehörde (OJB) des Landes Brandenburg hat in einer Allgemeinverfügung vom 04.02.2016 das Verbot, auf Schalenwild mit einem Kaliber unter 6,5 mm zu schießen eingeschränkt. Künftig soll es erlaubt sein, Frischlinge mit einem Lebendkörpergewicht unter 20 Kilogramm mit einer zur Rehwildbejagung zugelassenen Munition zu erlegen. Rehwildtauglich ist eine Büchsenpatrone gem. Bundesjagdgesetz (BJagdG) § 19, 2, wenn ihre Auftreffenergie auf 100 Meter mindestens 1000 Joule beträgt.

Die Verfügung ist befristet vom 01.04.2016 bis zum 31.03.2017. Jagdausübunsgberechtigte, die von der Regelung Gebrauch machen sollen, sind verpflichtet, einen von den Jagdbehörden bereitgestellten Fragebogen auszufüllen und von ihren Erfahrungen zu berichten.

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