Schlagwort-Archive: Jagdzeitschriften

Jagdzeitungen als „moralisches Desaster“

In der Berliner Zeitung setzt sich die Tierrechtlerin Hilal Sezgin mit dem moralischen Wert des Zeitschriftenangebots an Bahnhofskiosken auseinander, was sicher verdienstvoll und überfällig ist. Leider verabsäumt es die Autorin, das breite Angebot an Frauen-, Männer-, Bastel-, Koch-, Society- und weiteren Special-Interest-Blättern einer Analyse auf deren sittlichen Gehalt zu unterziehen. Stattdessen beschränkt sie sich allein auf Jagdzeitschriften, was wieder einmal beweist, dass Jagd auf Jagdgegner eine unwiderstehliche, ja geradezu pathologische Anziehungskraft ausübt. Angesichts der in den untersuchten Jagdzeitschriften gezeigten Bildern von toten, blutenden Wildschweinen oder mehr oder minder brauchbarer Praxistipps zum Abkochen von Trophäen oder Abbalgen von Raubwild zeigt sich Sezgin angewidert und schockiert. Was natürlich die Frage aufwirft, ob sie nicht wusste bzw. hätte wissen können oder müssen, worauf sie sich einlässt und was sie erwartet. Und woran es liegen könnte, wenn sie es tatsächlich nicht wusste. Oder was sie bezweckt, wenn sie es sehr wohl weiß, sich dem aber trotzdem aussetzt. Egal.

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Sternstunden des Fachjournalismus

Die vom Jagdgebrauchshundeverband beschlossenen Zwangsabos des Fachblättchens „Der Jagdgebrauchshund“ für Verbandsrichter sorgten für beträchtliche Aufregung. Komplett unverständlich, schließlich beweist dieses erlesene Druckerzeugnis Monat für Monat von Neuem, dass es sein Geld Wert ist. Beispiel gefällig? In Heft 1/2014 berichtet ein offenbar schwer geplagter Autor von einer Schweißprüfung unter der packenden Headline: „Eine ganz normale Prüfung.“ Das ist schon ziemlich gut, aber es kommt noch besser: Im Intro, dem Vorspann zu dem Beitrag, in dem der Schreiber der lässig ignorierten Lehrmeinung zufolge sein ganzes Können aufwenden soll, um dem Leser praktisch keine andere Wahl zu lassen, als den Beitrag sofort von der ersten bis zur letzten Zeile zu verschlingen, heißt es weiter: „Die 48. Elm-Schweißprüfung am 9. November 2013 war eine ganz normale Prüfung. Das Wetter war normal, die Verleitungen waren normal, das Ergebnis war normal, die Anzahl der Nennungen war auch normal.“

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