Schlagwort-Archive: Jagdzeiten

ASP: Schleswig-Holstein hebt Schonzeit für Schwarzwild auf

Das Ministerium für Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) Schleswig-Holstein hat die Unteren Jagdbehörden des Bundeslandes sowie den Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV SH) und die Landesforsten mit einem Schreiben darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Schonzeit für Schwarzwild in Schleswig-Holstein mit der Änderung der Jagdzeiten-Verordnung des Bundes aufgehoben wurde.

In dem Schreiben heißt es:

[…] das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat am 07.03.2018 mit Zustimmung des Bundesrates eine Verordnung zur Änderung der Schweinepest- Verordnung und der Verordnung über die Jagdzeiten erlassen. Die Verordnung ist am 13.03.2018 im BGBL. I auf Seite 226 ff veröffentlicht worden. Sietritt am 14.03.2018 in Kraft.

Gemäß Artikel 2 (Änderung der Verordnung über die Jagdzeiten) wird damit § 1 der Verordnung über die Jagdzeiten vom 2. April 1977 (BGBL. I S. 531), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 25. April 2002 (BGBL. I S. 1487) geändert worden ist, wie folgt geändert:

1. Absatz 1 Nummer 6 wird aufgehoben.
2. Absatz 2 wird wie folgt geändert:
a) Die Wörter „Beim Schwarzwild auf Frischlinge und Überläufer, auf“ werden durch die Wörter „auf Schwarzwild,“ ersetzt.

Damit darf die Jagd auf Schwarzwild vorbehaltlich der Bestimmungen des § 22 Abs. 4 des Bundesjagdgesetzes ganzjährig ausgeübt werden. Die Änderung gilt in Schleswig- Holstein unmittelbar.

Weiterlesen

Thüringen: Abschuss wildernder Hunde und Katzen soll erschwert werden

Abschussplan für Rehwild entfällt, Abschaffung der Güteklassen bei Rot-, Dam- und Muffelwild, Schalldämpfer freigegeben

In Thüringen sind erste Details des überarbeiteten Landesjagdgesetzes bekannt geworden, das Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (Die Linke) am morgigen Donnerstag vorstellen will. Wie der MDR Thüringen berichtet, soll der Abschuss wildernder Hunde und Katzen erschwert werden. So soll der Abschuss wildernder Hunde künftig nur noch dann gestattet sein, wenn dieser zuvor bei der zuständigen Jagdbehörde beantragt wurde. Voraussetzung für die Genehmigung soll dem MDR zufolge sein, dass der entsprechende Hund bereits mehrfach aufgefallen ist. Durften streunende Katzen bisher schon erlegt werden, wenn sie weiter als 200 Meter von der Siedlungsgrenze entfernt angetroffen wurden, so soll dieser Mindestabstand auf 400 Meter verdoppelt werden. Auch soll der Abschuss dann nicht erlaubt sein, wenn Verwechslungsgefahr mit einer Wildkatze besteht.

Weiterlesen

Weidgerechtigkeit – Schnee von gestern?

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Unter dem unbestimmten Rechtsbegriff Weidgerechtigkeit wird alles subsummiert, was mit Jagdethik und Tierschutz zu tun hat. Selbstverständlich hat sich das, was wir Jäger darunter verstehen, im Laufe der Zeit und mit dem Zugewinn wildökologischer und wildbiologischer Forschungsergebnisse und deren Umsetzung in die jagdliche Praxis gewandelt. Die Grundidee eines pfleglichen Umgangs mit Wild, das im Brandenburger Jagdgesetz (noch) als „wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur“ bezeichnet wird, muss aber nach wie vor Grundpfeiler unseres Verständnisses von der Jagd bleiben. Man kann es auch so ausdrücken: Jagd muss ökosystemgerecht sein.

Vor allem bei verschiedenen Landesforsten und bei einigen Privatwaldbesitzern hat jedoch ein Paradigmenwechsel zu „Wald vor Wild“ stattgefunden hat, in den letzten Jahren auch und vor allem von der Notwendigkeit zur Begründung „klimastabiler Mischwälder“ motiviert. Das Credo ist eine sogenannte „ökologische Jagd“. Von Ökologie verstehen die Protagonisten dieser Lesart anscheinend wenig, von Ökonomie umso mehr. Was heißt eigentlich ökologische Jagd?
Der Zoologe Ernst Haeckel hat 1866 die Ökologie als wissenschaftliche Teildisziplin der Biologie begründet. Der Begriff Ökologie bedeutet nicht mehr und nicht weniger als „Haushalt in der Natur“, womit sämtliche Wechselwirkungen von Arten (Menschen, Tiere, Pflanzen) untereinander und mit ihrer abiotischen Umwelt gemeint sind. Haeckels Definition lautete:
„Unter Oecologie verstehen wir die gesammte Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Aussenwelt, wohin wir im weiteren Sinne alle „Existenz-Bedingungen“ rechnen können. Diese sind theils organischer, theils anorganischer Natur; sowohl diese als jene sind, wie wir vorher gezeigt haben, von der grössten Bedeutung für die Form der Organismen, weil sie dieselbe zwingen, sich ihnen anzupassen.“

Weiterlesen

Schleswig-Holstein: Verbände unterstützen Klage gegen Jagdzeitenverkürzung

Vertreter des Landesjagdverbandes SH, des Arbeits­kreises Jagdgenossenschaften und Eigenjagden, des Bauernverbandes, des Wald­besitzerverbandes und der Arbeitsgemeinschaft Grundbesitz haben beschlossen, ein Klag­verfahren gegen die im März von Landwirtschaftsminister Robert Habeck erlassene Jagd- und Schonzeitenverordnung zu unterstützen. Die Verbände sehen in der darin erfolgten Herausnahme einzelner Tierarten aus dem Jagdrecht, in der für andere Tierarten festgelegten Vollschonung sowie in der Verkürzung von Jagdzeiten einen Eingriff in das verfassungsrechtlich garantierte Eigentumsrecht. Dieses ist nach ihrer Auffassung jedoch rechtlich nur zulässig, wenn besondere Gründe eine derartige Be­schränkung rechtfertigen. Dem werde jedoch die vom Ministerium vorgelegte Verord­nung nicht gerecht. Nachdem auf politischem Wege alle Bemühungen um eine Ent­schärfung der Neuregelungen gescheitert seien, könne jetzt nur noch der Weg eines Normenkontrollverfahrens vor dem Oberverwaltungsgericht beschritten werden, so die Verbandsvertreter.

Weiterlesen

Heult nicht, schießt!

Brandenburger Jäger sind verärgert, ja, entrüstet, der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) protestiert, man könnte meinen, den Weidmännern wäre schweres Unrecht widerfahren. Doch was ist geschehen? Das Landwirtschaftsministerium hat die Jagdzeit für Rehböcke verlängert. Endete die Jagdzeit bisher am 15. Oktober, so können Böcke nun bis zum 15. Januar und damit auf den Drückjagden im Spätherbst und Winter erlegt werden. „Der Rehbock wird zum Sündenbock gemacht und zum Waldschädling degradiert“, klagt Werner Glanzer, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Oberhavel, in der MOZ. Und: „Nur um zu sparen, wird geschossen“, regt sich Werner Glanzer auf, der Zaunbau zum Schutz der Kulturen sei den Waldbesitzern zu teuer.“ Dabei habe doch „Rehwild wie jede andere Tierart eine Existenzberechtigung und dürfe nicht Opfer von Wirtschaftsinteressen werden.“, barmt Glanzer. Ins selbe Horn stößt LJVB-Präsident Dr. Wolfgang Bethe auf der Internetseite des Verbandes: „Wir fürchten, dass diese Regelung einer geistigen Haltung Vorschub leistet, die Rehe als Schädlinge betrachtet.“

Weiterlesen

Etikettenschwindel im Namen des Naturschutzes

DJV ruft NABU zu ehrlicher und realistischer Position für die Jagd auf

Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt das grundsätzliche Bekenntnis des Naturschutzbundes (NABU) zur Jagd. „Wir freuen uns, dass wir nun gemeinsam für eine effektive Jagdausübung in Deutschland kämpfen“, so DJV-Geschäftsführer Andreas Leppmann. Dies sei wichtig, weil erst kürzlich die Tierrechtsorganisation PETA Strafanzeige gegen eine ordnungsgemäß durchgeführte Drückjagd gestellt und diese als „abartige Auswüchse der Jagd“ bezeichnet habe. Gerade diese Jagdmethode fordert allerdings der NABU als besonders effektive und vorrangige Jagdmethode.

Weiterlesen

Niedersachsen: Streit um Gänsejagd

Kritik an der von den Grünen geplanten Einschränkung der Gänsejagd – CDU: Weiterer Beleg für Meyers dreiste Klientelpolitik

Im Hinblick auf die von Landwirtschaftsminister Meyer geplante Einschränkung der Gänsejagd zeigt sich der jagdpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Lutz Winkelmann, einmal mehr irritiert über dessen Vorgehensweise. „Bislang hat es weder ein Beteiligungsverfahren für die jetzt angekündigte Ausdehnung der Schonzeit einzelner Gänsearten auf das ganze Jahr gegeben, noch existiert ein Entwurf für eine neue Jagdzeitverordnung“, sagte Winkelmann. „Wenn für den Minister bereits lose Informationsgespräche mit einzelnen Verbänden ausreichen, um so weit reichende Entscheidungen zu treffen, ist das mehr als bedenklich.“ Das Thema Jagdzeitverordnung betreffe neben den Jägern, Landwirten und Waldbesitzern auch viele weitere Verbände, wie beispielsweise den Zentralverband der Eigenjagden und Jagdgenossenschaften in Niedersachsen e.V. Winkelmann: „Dass er die Betroffenen mit seinen Plänen ohne Vorankündigung vor den Kopf stößt, ist ein weiterer Beleg für Meyers dreiste Klientelpolitik. Nach den Landwirten geht der Minister jetzt auch mit den Jägern auf Konfrontationskurs.“

Weiterlesen

„Böse Pflanzenfresser“ – LJV gegen Zwei-Klassen-Tierschutz

Trotz des heftigen Protestes der Jägerschaft hält das Umweltministerium in Rheinland-Pfalz bislang am Plan fest, die Schonzeit für Rot-, Dam- und Muffelwild außerhalb ihrer Wildtierghettos abzuschaffen. In einer aktuellen Pressemitteilung kritisiert der LJV, dass das Umweltministerium „vor dem Hintergrund eines ökonomischen Schadenspotentials offensichtlich Wildarten in gut und böse“ unterscheide. Vor allem unter diesem Aspekt kritisiert Kurt Alexander Michael, Präsident des LJV Rheinland-Pfalz e.V. (LJV), auf dem Landesjägertag am 26. April 2013 in Boppard die geplante Landesjagdverordnung aus dem Mainzer Ministerium.

Weiterlesen