Schlagwort-Archive: Jagdwaffe

Sachsen-Anhalt: Tödlicher Jagdunfall bei Ballenstedt- 60 Jagdwaffen sichergestellt

Bereits am Samstag gegen 15 Uhr ist ein 81 Jahre alter Jäger aus Niedersachsen tot in einem Waldstück bei Ballenstedt (Landkreis Harz) aufgefunden worden. Er hatte dort an einer Drückjagd in einem Privatwald teilgenommen. Die Todesumstände sind bislang ungeklärt, das Opfer wies eine tödliche Schussverletzung am Kopf auf. Die Polizei schließt einen Selbstmord bislang aus. Es sei unklar, ob es sich um einen Jagdunfall oder möglicherweise gar um ein Verbrechen handle. Die Jagdwaffen der ca. 60 Jagdteilnehmer wurden sichergestellt. Mit Hilfe ballistischer Gutachten soll nun geklärt werden, ob der tödliche Schuss aus der Waffe eines anderen Jagdgasts abgegeben wurde, und wenn ja, von welcher. Unklar sei bisher auch, ob der Schuss aus der Jagdwaffe des Opfers abgegeben worden sei. red.

Beitragsbild: Wald (Symbolbild). Foto: SE

Verwaltungsgericht Köln: Schalldämpfer sind Kapsel- und In-Ear-Gehörschutz überlegen

Ein Jäger hat beim LKA NRW einen Schalldämpfer für seine Jagdwaffe in der Kalibergruppe .30 beantragt und einen abschlägigen Bescheid bekommen. Er zog vor das Verwaltungsgericht Köln und gewann. In der Begründung des Urteils (Az: 20 K 766/16) führt das Gericht aus, warum Schalldämpfer anderen Formen des Gehörschutzes in In-Ear- oder Kapsel-Gehörschützern überlegen sind.

In der Darlegung des Tatbestands heißt es:

„Am 12.02.2016 hat der Kläger Untätigkeitsklage erhoben. Er weist auf die Genehmigungspraxis anderer Bundesländer hin, welche ein Bedürfnis für den Erwerb und Besitz von Schalldämpfern für Langwaffen – mit für Schalenwild tauglichen Büchsenkalibern – durch Jäger anerkennen. Die ein Bedürfnis verneinende Stellungnahme des LKA NRW vom 17.12.2015 und das Urteil des VG Düsseldorf vom 10.05.2016 überzeugten nicht, da dort wesentliche Gegebenheiten in Bezug auf die Jagdausübung und den Schallschutz für Jäger nicht sachgerecht berücksichtigt würden. Der beantragte Schalldämpfer beziehe sich ausschließlich auf eine Büchse und die damit verfolgten jagdlichen Zwecke. Sowohl In-Ear-Systeme als auch Kapselgehörschützer böten zwar theoretisch bei ordnungsgemäßer Anwendung einen effektiven Gehörschutz.

Zutreffend sei auch, dass jagdlich ausschließlich impulsschutzfähige Systeme Sinn machten, die einerseits den Schussknall abregelten, andererseits Umgebungsgeräusche wahrnehmen ließen bzw. diese verstärkten. Dieser Vorteil spiele jedoch ausschließlich dort eine Rolle, wo es neben dem Schutz des Gehörs auch um die Kommunikationsfähigkeit der Anwender gehe. Dies sei insbesondere bei der Jagd mit der Flinte anlässlich sogenannter Treibjagden sowie auf dem Schießstand der Fall. Der vom LKA und vom VG Düsseldorf unterstellte theoretische Schutz von Kapsel- bzw. In-Ear-Systemen werde tatsächlich in der Praxis nicht erreicht und zudem schränke die Verstärkung der Umgebungsgeräusche das Richtungs- und insbesondere das Entfernungshören extrem ein, wie auch die ins Verfahren eingeführten sachverständigen Stellungnahmen bestätigten.

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Brandenburg: Jagdwaffe im Auto gelassen – weg

Ein 65 Jahre alter Jäger aus Bad Wilsnack (Landkreis Prignitz) kann sich schon mal auf Ärger mit der Waffenbehörde einstellen: Er hatte seine Repetierbüchse nebst Munition über Nacht gut sichtbar auf der Rücksitzbank seines Wagens liegen lassen. Am nächsten Morgen war beides weg: Unbekannte Täter hatten Waffe und Munition entwendet und außerdem noch einen Reifen des Autos zerschnitten. Eine Polizeisprecherin erklärte gegenüber der JAWINA-Redaktion, dass der Wagen auf einer öffentlichen Straße abgestellt war. Der Sachschaden beläuft sich nach Angaben der Polizei auf ca. 5000 Euro. Das anstehende Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz dürfte dem Mann weiteres Ungemach einbringen. Nach Einschätzung der JAWINA-Rechtsabteilung dürfte hier ein vorsätzlicher Verstoß gegen Aufbewahrungsvorschriften vorliegen, durch den sich die Gefahr verwirklicht hat, die durch jene Vorschriften ausgeschlossen werden soll: Nämlich dass sich Unberechtigte die Waffen aneignen können. Fazit: Der dürfte seinen Jagdschein los sein… SE

Beitragsbild: Wer seine Jagdwaffe und Munition offen auf dem Rücksitz liegen lässt, muss mit dem Verlust von Jagdschein und WBK rechnen. Foto: SE

Kostenpflichtige Versager

Ein bemerkenswertes Dokument hat uns ein JAWINA-Leser zugespielt, der beim Landeskriminalamt Berlin (LKA), der für Jäger und Sportschützen zuständigen Waffenbehörde in der Hauptstadt, einen Halbautomaten als Jagdwaffe in seine WBK eintragen lassen wollte. Wie wohl zu erwarten war, lehnte das LKA dies unter Hinweis auf die einschlägigen Urteile des Bundesverwaltungsgerichts ab und teilte dem Weidmann mit, dass Anträge von Jägern auf Eintragung solcher Waffen versagt werden. Doch nicht nur das, sie werden „kostenpflichtig versagt.“ Die Behörde erbringt die beantragte Leistung also nicht, der Bürger darf aber trotzdem dafür bezahlen. Einfach schön. SE

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Schweden: Bericht über Waffensprengung bei R93

Das ging ins Auge: Die schwedische Jagdzeitung Svensk Jakt berichtet unter der Überschrift „Waffensprengung kostete ihn fast das Leben“ von dem Unglück, das Christer Svensson widerfahren sein soll: Dem Bericht zufolge gab der 69 Jahre alte Jäger bereits im Juli mit seiner erst ein Jahr alten Blaser R93 im Kaliber .30-06 drei Schüsse auf einem Schießstand ab – angeblich mit fabrikgeladener Munition. Beim vierten Schuss sei etwas schief gegangen: Die Waffe explodierte in seinen Händen, heißt es bei Svenska Jakt, der Verschluss sei in sein Gesicht geflogen und habe Wangen- und Kieferknochen sowie das Daumengelenk zertrümmert. Er musste sich einer mehrstündigen Operation unterziehen und starke Schmerzmittel einnehmen. Es sei eine harte Zeit nach dem Unfall gewesen, so Svensk Jakt, heute sei Christer Svensson froh, dass er überlebt habe.

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