Schlagwort-Archive: Jagdschein

Flinte weg

Wenn es noch eines weiteren Beleges dafür bedürfte, dass Waffenbesitzer vor deutschen Gerichten nicht mit Gnade, Entgegenkommen oder Milde rechnen dürften – das Amtsgericht Schwelm (NRW, Ennepe-Ruhr-Kreis), hätte ihn erbracht: Das Gericht verhandelte am 25.07. über die Folgen eines Waffengeschäfts zwischen einem Österreicher und einem Deutschen: Der Österreicher hatte von dem Deutschen eine Bockflinte der Marke Winchester im Wert von 3500 Euro erworben. Beide sind im Besitz eines gültigen Jagdscheins und somit berechtigt, eine solche Waffe zu erwerben bzw. an Berechtigte zu veräußern – allerdings nur in ihren jeweiligen Heimatländern. Der Waffenverkauf an einen berechtigten Ausländer ist nicht unmöglich, allerdings müssen vorher die erforderlichen behördlichen Genehmigungen eingeholt werden, alternativ kann das Geschäft über einen entsprechend lizensierten Händler abgewickelt werden. Dies war in diesem Fall unterblieben, weshalb es zu einem Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz kam. Es spricht einiges dafür, dass die an dem Waffenkauf Beteiligten sich keines Verstoßes gegen das Waffenrecht bewusst waren, denn der Verkäufer zeigte den Verkauf der Waffe ordnungsgemäß innerhalb der Zwei-Wochen-Frist bei der Waffenbehörde an.

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Jagdschein weg

Der Kläger, ein Jäger, ist Inhaber einer Waffenbesitzkarte, in der eine halbautomatische Pistole, ein Revolver, drei Repetierbüchsen und eine Doppelflinte eingetragen sind. Er wurde wegen vorsätzlicher Nachstellung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt, weil er zusammen mit einem Mittäter ein Ehepaar über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr mit Telefonanrufen unter Verwendung eines „Lachsacks“ auch in der Nacht terrorisiert hatte. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Daraufhin widerrief der Landkreis Birkenfeld die waffenrechtlichen Erlaubnisse, zog den Jagdschein ein und verlangte ferner unter anderem die Rückgabe der Waffenbesitzkarte und des Jagdscheins. Nach Durchführung eines erfolglosen Widerspruchsverfahrens suchte der Kläger beim Verwaltungsgericht um Rechtsschutz nach.

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Niedersachsen: Jagdschein an der Schule

15 Schülerinnen und Schüler zweier niedersächsischer Schulen – des Gymnasiums Leoninum Handrup und der Integrierten Gesamtschule Fürstenau – konnten im Rahmen des Schulprojekts „vor dem Abitur das grüne Abitur“ die Jägerprüfung ablegen. Auf der Internetseite des Leoninum Handrup wird ein Bericht der Lingener Tagespost zitiert, in dem die Projektverantwortlichen an den Schulen zu Wort kommen: Weil sich die Natur im ländlichen Bereich in den letzten 20 Jahren radikal verändert habe und intensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung die Jahrhunderte alten globalen Zusammenhänge in Fauna und Flora in den Hintergrund gedrängt habe, sei die Entscheidung gefallen, den Schülerinnen und Schülern ein besonderes Projektangebot zu unterbreiten. Es sei ihnen darum gegangen, den jungen Menschen die natürlichen Zusammenhänge zu vermitteln, dies aber eben nicht nur theoretisch, sondern ideologiefrei und praktisch umsetzbar. Das „Leben in einer intakten Natur“ stelle für die Schüler ein sehr hohes Gut dar, eine zeitgemäße Jagdausübung beinhalte „eben diesen praktischen Naturschutz“ Die Jägerprüfung wurde auf freiwilliger Basis abgelegt. Für die Initiatoren des Projektes habe „die Implementierung der Jagd als einem selbstverständlichen Teil unserer Kultur, die Bedeutung der Jagd für den Natur- und Artenschutz sowie die Pflege des traditionellen und jagdlichen Brauchtums im Vordergrund“ gestanden. Leseempfehlung: Die ausführlichen Berichte auf den Seiten der Lingener Tagespost und der Integrierten Gesamtschule Fürstenau sind lesenswert. SE

Beitragsbild: Jägerhut statt Basecap – Jagdschein als Schulprojekt. Foto: SE

Bayern: Überjagende Hunde erschossen – Geldstrafe

Ein Jäger, der Anfang Januar zwei Jagdhunde eines Reviernachbarn erschossen hatte, ist vom Amtsgericht Passau wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen à 30 Euro (2700 Euro) verurteilt worden, wie die Passauer Neue Presse (PNP) berichtet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Jagdhunde, ein Kurzhaar-Mischling und ein Jagdterrier, hatten bei einer Drückjagd im Landkreis Passau die Reviergrenze überschritten. Der Reviernachbar war über die Drückjagd nicht informiert worden. Der 59 Jahre alte Mann gab an, die Hunde hätten in seinem Revier ein Reh gewildert, er sei daher im Rahmen des Jagdschutzes berechtigt und verpflichtet gewesen, die Hunde zu töten.

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Nathalie Bunke: Anschluss gesucht

Mich beschleicht manchmal der Verdacht, dass die steigende Quote weiblicher Teilnehmer in den Jungjägerkursen nicht nur damit zu tun hat, dass Frau es leid ist, dem passionierten Gatten die Trophäenwand zu überlassen. Vielmehr scheint sich hier eine alternative Partnerbörse zu entwickeln, denn in Zeiten von edarling und elitepartner.de gestaltet sich die Suche nach dem naturverbundenen und attraktiven Mann ja mitunter abenteuerlich. Der virtuelle Traumtyp kann sich schnell als psychisch labile Couchpotato entpuppen.

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Mit unterladener Pistole erwischt – Null Kulanz

Auch bei nur geringfügigen Verstößen gegen das Waffenrecht können Jäger nicht auf Nachsicht von Behörden rechnen, wie der hier geschilderte Fall aus Brandenburg zeigt.

 „Sie sind der erste Gast zu meiner Goldenen Hochzeit“,sagt Martin R. zur Begrüßung und wirft einen traurigen Blick auf einige Blumengestecke in der Diele. „Die bringe ich nachher zum Friedhof. Leider ist meine Frau vor zwei Jahren gestorben.“ In der schweren Zeit nach dem Tod seiner Frau hielt die Jagd ihn aufrecht: „Wenn ich es im Haus nicht mehr aushielt, habe ich die Waffe genommen und bin rausgefahren ins Revier.“

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