Schlagwort-Archive: invasive Arten

Empfehlungen des Deutschen Jagdrechtstages 2017

Der Deutsche Jagdrechtstag 2017 hat folgende Empfehlungen ausgesprochen:

I. Eigenständigkeit der Rechtskreise

Das Jagdrecht als eigenständiger Rechtskreis beinhaltet

– Natur- und Artenschutz,

– Managementmaßnahmen zum Schutz sowohl von Wild als auch anderen wildlebenden Tierarten (zum Beispiel vor invasiven Arten),

– Tierschutzaspekte.

Die Gesetzgeber und Regierungen auf Bundes- und Landesebene sind aufgefordert, diese Eigenständigkeit des Rechtskreises Jagd zu respektieren und zu stärken. Dies gilt auch und insbesondere bei der Umsetzung der EU-Umweltstrafrechtsrichtlinie in der Bundeswildschutzverordnung.

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Managementpläne für invasive Arten auf dem Prüfstand

Jägerinnen und Jäger können bis zum 20. November den Entwurf der Managementpläne für invasive Arten auf einem Anhörungsportal im Internet kommentieren. Der DJV fordert zur regen Beteiligung auf: Möglichst viele Waidmänner und -frauen sollten Wissen einbringen.

Bis zum 20. November 2017 können Behörden, Verbände und anderen Interessensgruppen eine Stellungnahme zu den geplanten Managementplänen für invasive Arten unter www.anhoerungsportal.de abgeben. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat zu den Entwürfen der Management- und Maßnahmenblätter für jagdlich relevante Arten Nutria und Waschbär bereits Position bezogen und diese entsprechend begründet. Der DJV bittet Jäger, die geplanten Maßnahmen ebenfalls zu bewerten und bei Kritik möglichst nachvollziehbare Begründungen anzuführen.

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M-V: Management-Vorschläge für invasive gebietsfremde Arten vorgelegt

Stellungnahmen bis  20. November möglich

Bis zum 18. Oktober 2017 liegen im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie (LUNG) sowie in den Staatlichen Ämtern für Landwirtschaft und Umwelt in Schwerin, Neubrandenburg, Rostock und Stralsund zu den Geschäftszeiten die bundesweit abgestimmten Unterlagen für das Management gebietsfremder invasiver Arten aus.

Dabei handelt es sich um Vorschläge, die Jedermann einsehen kann und zu denen Interessierte bis zum 20. November 2017 schriftlich Stellung nehmen können. Hinweise können entweder an das LUNG (Stichwort „Anhörung Managementpläne invasive Arten) gerichtet oder direkt online eingegeben werden. Die Unterlagen sind unter www.anhoerungsportal.de verfügbar.

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LJVB: Prädatorenjagd begünstigt Vogelschutz

+++ Zwei deutsche Angler in Frankreich ertrunken +++ NRW: Landwirt zahlt Geldbuße für „falsches Mähen“ +++

Brandenburg: In seiner Antwort auf eine Große Anfrage der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen zur Entwicklung der Vogelwelt in Brandenburg bekräftigt Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger die große Bedeutung der Bejagung von Waschbär, Marderhund und Co. für den Schutz der heimischen Arten. Der Landesjagdverband Brandenburg e.V. (LJVB) fordert, nun endlich die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Jörg Vogelsänger, Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft räumte in seiner Antwort für den Zeitraum von 1995 – 2016 einen Bestandsrückgang des Brutvogelvorkommens insbesondere in der Agrarlandschaft ein. 30 von 39 Arten seien in ihrem Bestand zurückgegangen. Als Ursachen benennt er insbesondere die hohe Intensität der Flächennutzung und den hohen Prädationsdruck. Der hohe Anteil von Mais als Ackerfrucht sowie die Größe der Schläge wirkten sich ebenfalls negativ auf die Entwicklung der Vogelwelt Brandenburgs aus. Ursächlich seien vor allem die damit verbundene Insekten- und Beikrautarmut. Sie führen zu einer Verarmung der Artenvielfalt.

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Bundesrat: Einvernehmen mit Jägern und Fischern erschwert Management invasiver Arten

Der Bundesrat hat in einem Beschluss (515/17) die Einvernehmensregelung im „Entwurf eines Gesetzes zur Durchführung der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten“ kritisiert. Der Bundesrat befürchtet demnach, „dass ein effektives Management durch die im Gesetz enthaltende Einvernehmensregelung bei jagdlichen und fischereilichen Maßnahmen mit den Jagdausübungs- und Fischereiausübungsberechtigen (§ 40a BNatSchG und § 28a BJagdG) erschwert wird.“ Außerdem würden „in der Folge deutlich erhöhte Mehrausgaben auf Verwaltungsebene erwartet, ohne dass der Bund angemessene Kompensationsmaßnahmen mitbedacht hat.“

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Bundestag beschließt besseres Management invasiver Arten

Der Bundestag hat heute Nacht Änderungen von Bundesnatur- und Bundesjagdgesetz beschlossen, um invasive Arten gemäß EU-Vorgaben einzudämmen. Revierinhaber sind erste Ansprechpartner für die Umsetzung dieser öffentlichen Aufgabe (JAWINA berichtete). In Kürze ergänzt die EU ihre verbindliche Liste gebietsfremder Arten um Bisam, Marderhund und Nilgans.

Der Bundestag hat heute Nacht Änderungen von Bundesnaturschutz- und Bundesjagdgesetz beschlossen, mit denen Vorgaben aus der EU-Verordnung zu invasiven gebietsfremden Arten umgesetzt werden sollen. Ziel ist es, deren weitere Ausbreitung einzudämmen. Es wird gesetzlich klargestellt, dass Maßnahmen mit jagdlichen Mitteln im Einvernehmen mit dem Jagdausübungsberechtigten durchgeführt werden müssen. Der DJV begrüßt diese praxisgerechte Umsetzung: So wird sichergestellt, dass sich die Naturschutzbehörde mit dem Jagdausübungsberechtigten abstimmen muss, er bleibt erster Ansprechpartner im Revier, wenn es um die Eindämmung von Waschbär, Marderund und Co. geht. „Die jetzt beschlossenen Regelungen schaffen einen angemessenen Ausgleich zwischen der öffentlichen Aufgabe des Managements, den Fach- und Revierkenntnissen der Jäger vor Ort sowie ihren berechtigten Anliegen“, sagte Professor Jürgen Ellenberger, Präsidiumsmitglied des Deutschen Jagdverbands (DJV). Weitergehende Eingriffe, die das Bundesumweltministerium vorgeschlagen hatte, konnten abgewendet werden.

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Bekämpfung invasiver Arten: Mehr Mitsprache für Jäger und Fischer

Jäger und Fischer sollen bei der Bekämpfung invasiver Arten mehr Mitsprache erhalten. Dies sieht die am Mittwoch im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit beschlossene Ausschussfassung eines Gesetzentwurfes der Bundesregierung (18/11942) vor. Für den Entwurf stimmten die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD. Die Oppositionsfraktionen stimmten dagegen. Die abschließende Beratung steht am heutigen Donnerstag [Anm d. Red.: Laut Tagesordnung allerdings erst um 0:25 Uhr, also morgen] auf der Tagesordnung.

Der Gesetzentwurf dient der Umsetzung und Durchführung der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. Ziel der Verordnung sei es, „die nachteiligen Auswirkungen invasiver gebietsfremder Arten auf die biologische Vielfalt und die mit ihr verbundenen Ökosystemdienstleistungen zu verhindern, zu minimieren und abzuschwächen“, schreibt die Bundesregierung.

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Bundesjägertag 2017: Marderhund erobert Mecklenburg-Vorpommern

Auf ihrer Bundesdelegiertenversammlung in Rostock-Warnemünde haben Jäger neue Zahlen zur Ausbreitung des Marderhundes vorgelegt: In Mecklenburg-Vorpommern wurde er bereits in 92 Prozent der Reviere nachgewiesen. Der bundesweite Spitzenwert. Das Monitoring-Programm WILD soll ab 2019 ausgebaut werden, Jäger fordern Unterstützung mit öffentlichen Mitteln.

Auf dem Bundesjägertag in Rostock-Warnemünde hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute aktuelle Monitoring-Daten der Jäger vorgestellt. Demnach ist Mecklenburg-Vorpommern mit großem Abstand das Bundesland mit der größten Verbreitung des Marderhundes. Die gebietsfremde, ursprünglich aus China stammende Art haben Jäger 2015 in 92 Prozent der Reviere nachgewiesen. Das sind 3 Prozent mehr als 2006. Bundesweit gesehen kommt der Marderhund in 26 Prozent der Reviere vor. Ausgewertet haben Wissenschaftler von Jägern erfasste Daten aus 24.000 Revieren – das sind 40 Prozent der Fläche Deutschlands.

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Invasive Arten: Tierschutz-Forderungen realitätsfern

In einem Positionspapier haben sechs Tierschutzverbände die EU-Verordnung zum Umgang mit invasiven Arten kommentiert. Darin lehnen sie jegliche Tötung als „nicht tierschutzgerecht“ ab und plädieren für eine „Unfruchtbarmachung“ von Waschbär, Mink und Co. Mit ihren Forderungen verfehlen sie jede Form der Praktikabilität auf Kosten der Artenvielfalt.

Sechs Tierschutzverbände, darunter der Deutsche Tierschutzbund (DTB) haben sich kürzlich in einem Positionspapier zur Umsetzung der EU-Verordnung für den Umgang mit invasiven Arten (Nr. 1143/2014) geäußert. Im Kern lehnen sie die Tötung von Tieren ab und plädieren für eine „Unfruchtbarmachung“. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hält dies vor dem Hintergrund der starken Ausbreitung von Arten wie dem Waschbär für realitätsfern. „Diese Vorschläge mögen sich zwar eignen, um Spenden zu sammeln, sie helfen aber weder dem Tier- noch dem Artenschutz, weil sie keine praktikable Lösung darstellen“, sagt Professor Jürgen Ellenberger, DJV-Präsidiumsmitglied. „Eine Unfruchtbarmachung von invasiven Wildtieren ist utopisch.“

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Gesetzesentwurf zum Umgang mit invasiven Arten – massive Eingriffe ins Jagdrecht geplant

„Dritte“ sollen invasive Arten in den Jagdrevieren bekämpfen

Ein von der Bundesregierung vorgelegter Gesetzesentwurf (Deutscher Bundestag, Drucksache 18/11942) „zur Durchführung der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten“ birgt erhebliche Sprengkraft für Jagd und Jäger:  Das Gesetz „zielt auf die Prävention, Minimierung und Abschwächung der nachteiligen Auswirkungen der vorsätzlichen wie der nicht vorsätzlichen Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten auf die Biodiversität in der Union“, heißt es in Abschnitt A. Erreicht werden soll dies durch mit Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz und im Bundesjagdgesetz, die weitgehende Zuständigkeits- und Eingriffsregelungen enthalten.

Die für Jäger gewichtigsten Punkte sind in Artikel 3, „Änderung des Bundesjagdgesetzes“ (S. 15 des verlinkten Gesetzesentwurfs) enthalten.

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Eingeschleppte Arten breiten sich weiter aus

Seit dem Jahr 2006 überwachen Jäger systematisch die Ausbreitung von Waschbär, Marderhund und Mink in Deutschland. Wissenschaftler haben jetzt Datenreihen aus über 24.000 Revieren bis zum Jahr 2015 für das Wildtier-Informationssystem der Länder (WILD) ausgewertet. Das deutschlandweit umfangreichste Monitoring umfasst 13 Millionen Hektar – das entspricht etwa 40 Prozent der land- und forstwirtschaftlichen Fläche. Die wichtigsten Ergebnisse hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht.

Waschbär bricht alle Rekorde

Besonders auffällig ist die Entwicklung beim Waschbären, einem nordamerikanischen Kleinbären: Er hat sich bundesweit ausgebreitet und kommt inzwischen in 43 Prozent der Reviere vor. Das sind 19 Prozentpunkte mehr als bei der ersten Erfassung im Jahr 2006. Die historisch bedingten Hochburgen Brandenburg und Hessen sind zwischenzeitlich Teil eines größeren Kerngebiets (Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Hessen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern). Dort haben Jäger den Waschbär 2015 in 74 Prozent der Reviere nachgewiesen. Im Jahr 2006 haben nur 42 Prozent ein Vorkommen gemeldet.

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Kabinett beschließt neue Regeln zum Schutz der Artenvielfalt vor invasiven Arten

Waschbär in Deutschland „nicht heimisch“

Die Bundesregierung hat neue Regeln zum Schutz der Artenvielfalt vor invasiven Arten auf den Weg gebracht. Das Kabinett beschloss ein entsprechendes Durchführungsgesetz zur EU-Verordnung über invasive gebietsfremde Arten (EU-Verordnung 1143/2014).

Die absichtliche Einfuhr und das unbeabsichtigte Einschleppen von Arten in Regionen außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes gehören zu den größten Gefahren für die biologische Vielfalt weltweit, erklärt das Bundesumweltministerium in einer aktuellen Pressemitteilung. Einige Neuankömmlinge können „invasiv“ werden und Ökosysteme, Biotope oder Arten schädigen, wenn sie sich etwa massenhaft vermehren und natürlich vorkommende Arten verdrängen. Auch in Deutschland können einige invasive Arten ernsthafte nachteilige Folgen für Natur, Mensch und Wirtschaft haben. Daher verbietet die EU per Verordnung Einfuhr, Haltung, Zucht, Transport, Erwerb, Verwendung, Tausch und Freisetzung von 37 invasiven gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten. In Deutschland treten mindestens 24 dieser Arten wild lebend auf. Einige sind bereits weit verbreitet, wie etwa die Chinesische Wollhandkrabbe oder der Waschbär. Andere Arten wie das Großblütige Heusenkraut, die Asiatische Hornisse oder der Chinesische Muntjak wurden bisher in Deutschland nur selten in freier Natur nachgewiesen.

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2017 ist das Jahr des Waschbären

Seit mehr als 80 Jahren sind Waschbären in deutschen Wäldern unterwegs. Ohne nennenswerte Fressfeinde breiten sich die Neubürger aus Nordamerika rasant aus. Jäger und andere Naturschützer beobachten seit Jahren einen Einfluss auf die heimische Artenvielfalt. Umso wichtiger, sich intensiv mit dem nachtaktiven Räuber auseinanderzusetzen.

Pelzig, putzig und manchmal auch ein Plagegeist: Der Waschbär (Procyon lotor). Erst kürzlich hat ihn die EU-Kommission in eine Liste mit 37 fremden, invasiven Arten aufgenommen, die europaweit zurückgedrängt werden sollen. Der Kleinbär verursacht Schäden in Siedlungs- und Gartenanlagen und beeinflusst die heimische Artenvielfalt negativ. In der Natur gibt es kaum nennenswerte Faktoren, die eine weitere Ausbreitung stoppen könnten. Der DJV hat 2017 deshalb als Jahr des Waschbären ausgerufen. „Die Fangjagd ist das effektivste Mittel, um den nachtaktiven Räuber zu bejagen. Diese ist absolut notwendig und muss unter Beachtung des Elterntierschutzes ganzjährig möglich sein, um seine weitere Ausbreitung zu verlangsamen“, sagt Professor Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen. Er hat sein Verbreitungsgebiet deutschlandweit in sieben Jahren nahezu verdoppelt und kommt jetzt fast in jedem zweiten Jagdrevier vor. Trotz allem gehört er zu den Raubsäugern Europas, die bisher am wenigsten untersucht wurden.

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Anpassungsfähige Fleischfresser weiter auf dem Vormarsch

Die Jagdstatistik für die eingewanderten Arten Waschbär und Marderhund zeigt sprunghafte Anstiege. Auch beim Dachs sind die Zuwächse zweistellig, wogegen die Fuchsstrecke nahezu konstant bleibt. Die Bejagung leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.

Zur „Jagd und Hund“, Europas größter Fachmesse für Jagd, hat der Deutsche Jagdverband (DJV) die aktuelle Jagdstatistik für Waschbär, Marderhund, Dachs und Fuchs veröffentlicht. Alle vier Arten gelten als anpassungsfähig und haben auf ihrem Speiseplan auch Jungvögel und Eier. Im Jagdjahr 2015/16 (1. April bis 31. März) haben Deutschlands Jäger 128.103 Waschbären erlegt. Im Vergleich zum Durchschnitt der vorangegangenen 5 Jahre sind das 40,7 Prozent mehr Tiere des aus Nordamerika stammenden Kleinbären. Noch höher fällt die Steigerungsrate beim ursprünglich in Nordostasien verbreiteten Marderhund aus: 27.842 Tiere wurden erlegt, das entspricht einem Plus von 51,7 Prozent. Vom heimischen Dachs erlegten Jäger 70.575 Tiere (plus 14,7 Prozent) und vom Fuchs 466.186 (minus 0,8 Prozent). Jäger leisten mit der Bejagung der anpassungsfähigen Fleischfresser einen erheblichen Beitrag zum Artenschutz in Deutschland. Die zweite Stellschraube ist der Erhalt und die Verbesserung von Lebensräumen.

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EU-Liste invasive Arten: Jäger fordern Unterstützung

37 gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten sind laut EU in Europa unerwünscht – darunter auch der Waschbär, dessen Verbreitung und Populationszahl in Deutschland rasant steigt. Doch wer ihn zurück drängen will, muss dafür Geld in die Hand nehmen, fordert der DJV.

Die Europäische Union (EU) hat den Waschbär (Procyon lotor) in die Liste der invasiven, gebietsfremden Arten aufgenommen (wir berichteten), deren primäres Ziel die Eindämmung der Arten ist. Der Deutsche Jagdverband (DJV) befürwortet diese Entscheidung. „Da der Waschbär dem Jagdrecht unterliegt sind Jäger kompetente Ansprechpartner, wenn es um die Reduzierung von Wildtierbeständen in der Fläche geht“, sagt Dr. Jürgen Ellenberger, DJV-Präsidiumsmitglied und zuständig für Neozoen. „Aber öffentliche Aufträge bedürfen öffentlicher Mittel.“ Der DJV fordert eine finanzielle Unterstützung der Jäger. Dies könnte etwa das Bezuschussen von Fallen, elektronischen Fallenmeldern und Fahrtgeld sein, denn Fangjagd ist zwar eine äußerst effektive Jagdart, aber sehr kosten- und zeitaufwändig.

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EU-Kommission verbietet Waschbären

Nach dem Verbot von Glühbirnen und leistungsstarken Staubsaugern hat die EU-Kommission jetzt ein europaweites Waschbären-Verbot ausgesprochen. Die aus Nordamerika stammenden Neubürger sollen sich nicht weiter ausbreiten. 37 weitere Tier- und Pflanzenarten stehen auf der Liste unerwünschter Arten, darunter das Säugetiere wie Grau- und Fuchshörnchen, chinesischer Muntjak, Nutria und südamerikanischer Nasenbär, Vögel wie Schwarzkopfruderente und Ibis, Fische und Krebse, unter anderem  Signal- und Kamberkrebs, Amur-Schäfergrundel und Blaubandbärbling sowie Pflanzen, zum Beispiel Amerikanischer Stinktierkohl oder Flutendes Heusenkraut. Haltung, Import, Verkauf und Zucht dieser Art sind damit verboten. Auch Zoos müssen darauf gewährleisten, dass die Listen-Tiere in ihrem Besitz sich weder fortpflanzen, noch ausbrechen können. SE

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Invasion von Marderhund und Waschbär

Jagdstatistik: mehr als 3.000 Prozentpunkte Zuwachs seit der Wiedervereinigung

Waschbär und Marderhund sind weiter auf dem Vormarsch, das belegen die aktuellen Jagdstatistiken, die der Deutsche Jagdverband (DJV) anlässlich der Messe Jagd und Hund veröffentlichte. Demnach wurden im Jagdjahr 2012/13 erstmals mehr als 100.000 Waschbären erlegt, 47 Prozent mehr als im Vorjahr. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der erlegten Tiere sogar um mehr als 3.000 Prozentpunkte gestiegen. Beim Marderhund gab es nach vier Jahren Rückgang ebenfalls wieder positive Zahlen: Knapp 18.600 Tiere wurden erlegt, das sind 29 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im 10-Jahres-Vergleich verzeichnen die Jäger eine Steigerung um knapp 4.500 Prozentpunkte.

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