Schlagwort-Archive: Hauskatzen

Von Spatzen und Katzen

Ausgesetzte Haustiere richten in der Tierwelt oft erheblichen Schaden an. Der DJV appelliert zum Internationalen Tag der Katze am 8. August 2017 an das Verantwortungsbewusstsein von Haustierhaltern.

Etwa 2 Millionen streunende, besitzerlose Katzen gibt es in Deutschland nach Angaben von Tierschutzverbänden. In der Urlaubszeit landen besonders viele Haustiere auf der Straße. Teilweise müssen diese dann unter erbärmlichen und tierschutzwidrigen Umständen in freier Wildbahn ihr Leben fristen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) betont, dass nicht nur die Haustiere selbst leiden, sondern auch die heimische Tierwelt: Nach Hochrechnungen auf Basis mehrerer Studien fallen mindestens 14 Millionen Singvögel in Deutschland verwilderten Hauskatzen zum Opfer. Diese machen nur ein Viertel der Beute aus; hinzu kommen 70 Prozent kleine Säuger und zahlreiche Reptilien.

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Hauskatzen schmeckt heimische Fauna

Neues Gutachten belegt Einfluss von Katzen/ DJV interviewt Prof. Dr. Klaus Hackländer

Weltweit belegen Studien den Einfluss von Hauskatzen auf die heimische Tierwelt. In einem neuen Gutachten der Universität für Bodenkultur Wien wurden jetzt annähernd 90 wissenschaftliche Studien ausgewertet. Prof. Dr. Klaus Hackländer hat das Gutachten „Einfluss von Hauskatzen auf die heimische Fauna und mögliche Managementmaßnahmen“ geleitet. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat den Universitätsprofessor für Wildbiologie zu seinen Ergebnissen befragt.

DJV: Sehr geehrter Prof. Dr. Hackländer das Interesse am Einfluss von Hauskatzen auf die Fauna, scheint nicht nur in Deutschland groß zu sein. Zu Ihren Ergebnissen: Welchen Einfluss haben Hauskatzen tatsächlich auf die heimische Tierwelt – sowohl durch das Beutemachen, als auch durch Beunruhigung?

Prof. Dr. Hackländer: Tatsächlich ist das Thema Hauskatze für den Artenschutz und die Jagd auf der ganzen Welt ein wichtiges Thema. Dementsprechend gibt es eine Reihe von Untersuchungen, die den Einfluss von streunenden oder verwilderten Hauskatzen auf wildlebende Tiere untersucht haben. Darunter finden wir zahlreiche Studien, die lokal einen Rückgang von Arten belegt haben, z.T. sogar zum Aussterben einer Art geführt haben. Neben diesen direkten Effekten, sollten aber auch die indirekten Wirkungen von streunenden Katzen nicht außer Acht gelassen  werden. Die Anwesenheit des Beutegreifers Hauskatze kann zu Verhaltensänderungen bei der potentiellen Beute führen, die mit erhöhten Stresswerten reagieren, weniger Zeit für die Nahrungsaufnahme haben oder eine geringere Jungenfürsorge zeigen. All dies kann damit auch ohne einen direkten Einfluss der Hauskatze (Tötung der Beute) zu einem Rückgang einer Art führen.

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Falsche (Tier-)Freunde

„Tierfreunde“ sollen es diversen Medienberichten zufolge sein, die sich über die Bekämpfung „eingeschleppter Beutegreifer“ – darunter auch verwilderte und streunende Hauskatzen – in niedersächsischen Vogelschutzgebieten ereifern. Mit Uferschnepfe, Wachtelkönig, Kiebitz, Bekassine, Großem Brachvogel und Rotschenkel sind diese Leute aber anscheinend nicht so gut befreundet. Alle diese Vögel sind stark gefährdet – unter anderem, weil ihnen opportunistische Arten und (teils eingeschleppte) Kulturfolger wie Füchse, Marderhunde, Waschbären, Ratten und eben auch Hauskatzen immer intensiver nachstellen. Diverse wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass bei dem bestehenden hohen Prädationsdruck, streunende Katzen über den Bruterfolg und damit das Überleben bedrohter Vogelarten entscheiden können. Glauben unsere wie gewohnt lautstark protestierenden Katzenfreunde, sie hätten ein Recht, ihre Stubentiger auf Rote-Listen-Arten weidwerken zu lassen?

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Fette Beute(macher)

Oft geleugnet, jetzt bewiesen: Eine aktuelle amerikanische Studie zeigt, dass Hauskatzen entscheidenden Einfluss auf den Bruterfolg von Singvögeln ausüben.

Geschmeidige Muskeln und – dank üblicherweise reichlicher Fütterung – üppige Fettreserven, Vier-Pfoten-Antrieb, grünlich schimmernde, nachtsichttaugliche Augen, samtige Ballen, die lautloses Schleichen ermöglichen, doch aufgrund der ausfahrbaren, dolchartigen Krallen auch zum flinken Erklimmen von Nistbäumen und anderen Brutplätzen geeignet sind, dazu nadelspitze Zähne, auf denen sämtliche Bazillenarten des Universums siedeln – keine Frage: Aus Sicht des boshafterweise Katzendrossel (Graycatbird, dumetella carolinensis) getaufen Singvogels, stellt die gemeine Hauskatze (Felis catus) einen furchteinflößenden Gegner dar. Weiterlesen