Schlagwort-Archive: Glosse

Forum Natur fordert mehr Grünbrücken für Wölfe

Forum Natur Brandenburg (FNB) beklagt katastrophale Fehlplanung der Naturschutzverwaltung

„Wir verstehen uns in erster Linie als „Brückenbauer“, weil wir es sind, die die Brücken zwischen Schutz und Nutzung in unserer Umwelt schlagen“, sagt Gregor Beyer, Geschäftsführer des Forum Natur Brandenburg und ausgewiesener Naturfreund. Und ergänzt: „Und deshalb tut es uns weh, wenn wir mitansehen müssen, wie durch nicht ausreichende Schaffung von sicheren Übergängen über stark befahrene Straßen gerade auch Wölfe ihr Leben lassen müssen.“

Damit spielt er an auf die gestrige stundenlange Vollsperrung des nördlichen Berliner Rings, weil dort ein Wolf auf dem Weg nach Berlin bei der Fahrbahnquerung angefahren worden war, schwer verletzt erst die in seinem Falle geltenden besonderen Verwaltungsprozeduren über sich ergehen lassen musste, bis er auf amtstierärztliche Entscheidung zur Erlösung von seinen stundenlangen Qualen endlich eingeschläfert werden konnte. „Unerträglich für jeden, der ein Herz für Tiere hat“, so Beyer.

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Sport verbindet

Eine Glosse von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Wie auf den Fluren des nordrhein-westfälischen Landtags zu erfahren war, plant Umweltminister Johannes Remmel, der Inhaber einer B-Lizenz für Fußballtrainer ist, eine Mannschaft aus allen grünen Umweltministerien in Deutschland zu formen. Durch regelmäßiges Training auf dem Fußballplatz soll der Zusammenhalt der grünen Politiker und Ministerialbeamten zu Wohle unseres Gemeinwesens weiter gestärkt und das Land im grünen Sinne auf dem eingeschlagenen Weg der Vernunft weiter voran gebracht werden. Remmel selber möchte Trainer werden, sein Kollege Bonde aus BW ist als sportlicher Direktor vorgesehen. Man hofft auf die Aufstellung einer weiteren Mannschaft aus den Reihen von BUND, NABU und ÖJV, um mit Sinnesverwandten zum gegenseitigen Nutzen sportliche Bande zu pflegen. Von der Pflege des sozialen Umgangs miteinander bei sportlicher Betätigung verspricht sich Johannes Remmel weitere Kampferfolge bei der dringend gebotenen Ökologisierung unseres Landes. Trotz seines biblisch anmutenden Vornamens – man wird unwillkürlich an Johannes den Täuscher erinnert – hat Remmel zwar leider sein Studium der katholischen Theologie nicht durch einen akademischen Abschluss gekrönt, scheint aber dennoch für diese Aufgabe prädestiniert zu sein.

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Nathalie Bunke: Der gemeine Großstädter

Großstädter haben eine besondere Beziehung zum heimischen Tierwelt. So fiel mir neulich, beim Ausmisten, wieder die Geschichte vom Berliner Touristen der einen Auerhahn erschlagen hatte, in die Hände. Aber zurück auf Anfang. Hierzulande werden aufwändige Artenschutzprogramme für bedrohte Tierarten aufgefahren. Alles damit sie sich in unseren Wäldern wieder „einheimeln“, wie zum Beispiel die Familie Auerhahn. So weit so schön, an Prädatorenbejagung und an das richtige Habitat wurde gedacht nur der gewöhnliche Tourist wurde vergessen. Hätte man das ganze Geld und die Zeit besser in Öffentlichkeitskampagnen für den gemeinen Gast investiert, würde der Auerhahn noch leben.

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Schutz der Landeskultur im Jahr 2030 – Wie alles kam

Eine Glosse von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

„Du, Papa, ich hab einen alten Jagdschein gefunden. Wozu brauchte man denn sowas?“ „Da musst Du Opa mal fragen Fritzchen, aber ich glaube, so nannte man früher den Landeskulturschutzschein. Weißt Du, früher wurde das, was wir heute Landeskulturschutz nennen, als Jagd bezeichnet. Aber ich glaube, die Leute haben darunter etwas anderes verstanden.“ Fritzchens Opa versuchte später dem Enkel zu erklären, wie es von der Jagd zum Landeskulturschutz gekommen war.

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Nathalie Bunke: Anschluss gesucht

Mich beschleicht manchmal der Verdacht, dass die steigende Quote weiblicher Teilnehmer in den Jungjägerkursen nicht nur damit zu tun hat, dass Frau es leid ist, dem passionierten Gatten die Trophäenwand zu überlassen. Vielmehr scheint sich hier eine alternative Partnerbörse zu entwickeln, denn in Zeiten von edarling und elitepartner.de gestaltet sich die Suche nach dem naturverbundenen und attraktiven Mann ja mitunter abenteuerlich. Der virtuelle Traumtyp kann sich schnell als psychisch labile Couchpotato entpuppen.

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Hart durchgreifen!

Eine Glosse von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Unverständnis, ja Entrüstung über den unglaublichen Frevel eines Mitglieds der grünen Zunft schlugen hohe Wellen auf der Versammlung der Jägerschaft. Der Vorsitzende kam leider etwas zu spät. Er hatte noch schnell zwei Sack Mais zur Kirrung zu bringen, damit die Sauen nicht beim Nachbarn zu Schaden gehen mussten. Die Unruhe in der Versammlung war verständlich, hatte doch ein Jungjäger einen viel zu guten Jährling erlegt, dessen schon nahezu fingerdicke und kurz gegabelte Stangen sich fast zu Lauscherhöhe emporreckten, obwohl er nur einen IIc-Bock frei hatte.

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Nathalie Bunke: Kann der auch Kunststücke?

Zum Glück war der Spielknochen nur ein Geschenk. Das Plastikding wurde nicht mal apportiert. Dafür sprachen die zernagten Rehläufe Bände, sie jagten den Gästen Schauer über den Rücken. Die Fuchslunten waren binnen Tagen zerpflücktes Nistmaterial für die Meisen und ein Nachtansitz für die neue Sauschwarte steht noch aus. Innerhalb kürzester Zeit, nachdem der jagdliche Nachwuchs eingezogen war, verwandelte sich das Haus in eine Räuberhöhle. Extra eingebaute Gattertüren im Erdgeschoß machten einen flotten Gang mit der Kaffeetasse zum Hürdenlauf. Natürlich standen auch Sozialisierungsstunden auf dem Arbeitsplan.

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Nathalie Bunke: Ethik voran

Ich mühe mich durch den Unterwuchs. Es geht hoch und runter, die Brombeeren reißen an den Lederhosen, der verzeckte Farn geht bis über die Hüften. Die fetten Kreuzspinnen, die ihre Netze quer gespannt haben, heben meine Laune keineswegs. Rechts und links höre ich das stete und langgezogene „hoop hooop“ meiner Nachbarn. Für Millisekunden verfluche ich die Idee als Treiber mitzugehen.

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3 – 2 – 1 Meins!

Es soll ja Jägerfamilien geben, in denen sich das passende Handwerkszeug im Nirwana auflöst. Da fehlte unlängst eine Stirnlampe, die sich die Älteste für eine nächtliche Tour unter den Nagel gerissen hatte, und das gute Messer wurde das letzte Mal in einer Tasche gesichtet. Aber in welcher? Hemdtasche, Hosentasche, Jackentasche, Rucksacktasche – die Auswahl ist groß.

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