Schlagwort-Archive: Gatterjagd

Österreich: ÖVP und Bauernbund bringen Burgenländer Jagdgesetz vor Verfassungsgerichtshof

Mitte Mai ist das von SPÖ, FPÖ und Grünen beschlossene novellierte Jagdgesetz im österreichischen Bundesland Burgenland in Kraft getreten. Wie der Kurier berichtet, hat die burgenländische ÖVP-Fraktion mit dem freien Abgeordneten Gerhard Steier die Anfechtung des umstrittenen Gesetzes vor dem Verfassungsgerichtshof eingebracht. Die SPÖ-Landesrätin Verena Dunst hatte das Gesetz, das unter anderem die Abschaffung der Jagdgatter bis zum Jahr 2023 vorsieht, als „modernstes Jagdgesetz Österreichs“ gepriesen. Die konservative ÖVP übte hingegen scharfe Kritik an dem Gesetz: „Das neue Jagdgesetz ist verfassungsrechtlich bedenklich, es zerschlägt ein bisher gut funktionierendes System und hetzt alle Beteiligten gegeneinander auf, heißt es auf der Internetseite der Partei.  Die ÖVP hält es für eine „schleichende Enteignung, dass das Jagdgesetz vorsieht, zehn Prozent des Erlöses aus dem  Jagdpachtvertrag für die Verhütung von Wildschäden „abzuzweigen.“ Der genaue Verwendungszweck sei unklar. Außerdem gebe es einen Selbstbehalt bei Jagdschäden und Höchsthaftungsgrenze in Höhe von 30 Euro pro Hektar, die dem Grundbesitzer erstattet werden sollen. Das sei „pure Willkür.“ Überdies hält die ÖVP es für verfassungsrechtlich problematisch, dass zwei Personen von der Landesregierung in den Landesjagdverband entsandt werden. Dies entspreche nicht dem Prinzip der Selbstverwaltung. Weiterlesen

Gatterjagd: Ende einer unguten Tradition

In H is for Hawk schreibt Helen Macdonald über einen Trip in den US-Bundesstaat Maine. Die Leute seien anders als ihre Freunde in Cambridge, stellt sie fest, sie arbeiten als Köche, Lehrer oder Guides, sie fangen Fische oder Krebse – und die meisten von ihnen jagen. Jagen in Maine sei offenbar nicht vorbelastet und zerrissen von Jahrhunderten voller Klassenunterschiede und Privilegien. Die Jagd sei hier nicht elitär oder exklusiv, keine Angelegenheit für Banker mit dem Bedürfnis, mit riesigen Tagesstrecken anzugeben. Kraft Gesetzes dürfe jeder auf den riesigen staatlichen Ländereien jagen, und die Einheimischen seien sehr stolz auf diese egalitäre Tradition. In der Folge sei die Jagd in viel höherem Maß als in England gesellschaftlich akzeptiert.

Auch in Deutschland prägt die feudale Vergangenheit noch immer das Bild der Jagd für weite Teile der nicht-jagenden Öffentlichkeit, obwohl das Jagdregal, also das Jagdrecht als exklusives Privileg eines oligarchischen Standes, seit der Revolution von 1848 der Vergangenheit angehört. Doch der Eindruck, die Jagd sei etwas für Reiche und Privilegierte, ist auch im heutigen Deutschland nicht völlig unzutreffend, da das Jagdrecht noch immer an den Grundbesitz gekoppelt ist. Sowohl in Westdeutschland mit seinen vielerorts noch intakten tradierten Besitzstrukturen, als auch in Ostdeutschland, wo durch die Wiedervereinigung die Zeit zurückgedreht und ein neuer Großgrundbesitz erschaffen wurde, ist Jagd vor allem eine Angelegenheit der besitzenden Klasse. Dass es daneben eine bodenständige Jagd gibt, weil es zum Beispiel in den staatlichen Forsten erschwingliche Jagdmöglichkeiten für fast jede/n gibt, geht in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend unter. Mit entsprechenden Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Jagd in der Öffentlichkeit.

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Verwaltungsgericht weist Klage in Sachen Jagdgatter im Wesentlichen ab

Das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht hat gestern über die Klagen von drei Betreibern von Jagdgattern in Wiedenborstel und im Sachsenwald gegen die Jagdbehörden des Kreises Steinburg und des Kreises Herzogtum Lauenburg entschieden.

Im Jahre 1999 war ein Verbot der Errichtung von Jagdgattern in das schleswig-holsteinische Landesjagdgesetz aufgenommen worden. Später war dann noch ein gesetzliches Verbot der Jagd in Jagdgattern ergänzt worden. Nachdem die Kläger [die Familie Bismarck, Anm. d. Red.] auch nach Ablauf der eingeräumten Übergangsfrist im Oktober 2014 die Jagdgatter nicht beseitigt hatten, verfügten die zuständigen Behörden die Beseitigung. Anträge auf die weitere Ausübung der Jagd wurden abgelehnt.

Mit ihren Klagen gegen diese Bescheide machten die Betreiber der Jagdgatter eine ganze Reihe von rechtlichen Einwänden gelten. So wurde u. a. gerügt, dass die entsprechenden Regelungen aus formellen und materiellen Gründen verfassungswidrig seien. Letztlich handele es sich um eine entschädigungslose Enteignung. Es fehle auch an einer sachlichen Rechtfertigung der Regelung.

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Weltnaturschutzunion IUCN gegen „Canned shooting“

DJV begrüßt Resolution der Weltnaturschutzunion (IUCN) gegen die kommerzielle Aufzucht von Löwen in Gehegen für den Abschuss. Gleichzeitig bedauert der DJV, dass die IUCN sich immer mehr von der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen als eine Form des Naturschutzes entfernt.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt die Resolution der IUCN gegen den Abschuss von Zuchtlöwen im Kleingatter. Der am 12. September 2016 in Hawaii zu Ende gegangene Weltkongress der „Internationalen Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen“ (IUCN) hatte sie verabschiedet. „Wenn gezüchtete und in Gefangenschaft aufgewachsene Tiere in einem Gatter tot geschossen werden, dann hat das mit Jagd überhaupt nichts zu tun“, sagte DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald in Berlin. „Deswegen war es auch richtig, dass die IUCN in ihrer Resolution den ursprünglichen Begriff ‚canned hunting‘ durch ‚canned shooting‘ ersetzt hat, also nur noch von Abschießen und nicht mehr von Jagen spricht.“ Der DJV bedauert allerdings, dass im IUCN eine emotionale Agenda an Boden gewinnt, die einen einseitigen Naturschutz ohne Berücksichtung der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen anstrebt. Dies steht im Widerspruch zu den Zielen und Grundsätzen der Weltnaturschutzunion.

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Gatter-Löwen und Frankenstein-Zuchten

DJV distanziert sich von unethischen Abschuss-Praktiken

Während der weltweit größten Reisemesse, der Internationalen Tourismusbörse in Berlin, fand die inoffizielle Deutschlandpremiere des Dokumentarfilms „Blood Lions“ statt. Darin wird das blutige Geschäft mit der tausendfachen Zucht von Löwen in Südafrika geschildert, das bei den männlichen Tieren oft mit dem kommerziellen Abschuss hinter hohen Zäunen endet. Die Löwenknochen werden für medizinische Zwecke Gewinn bringend nach Asien verkauft. Von den Praktiken dieser blutigen Industrie, die unter dem Begriff „Jagd“ Geld verdient, distanziert sich nach dem südafrikanischen Jäger- und Berufsjägerverband auch der Deutsche Jagdverband (DJV) nachdrücklich: Der Abschuss von eigens für diesen Zweck gezüchteten, handzahmen Löwen fügt dem Ruf nachhaltiger Jagd und verantwortungsbewusster Jäger auch hierzulande schweren Schaden zu.

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Schleswig-Holstein verbietet Gatterjagd

Der Streit um die von der Familie Bismarck betriebenen Jagdgatter geht in eine weitere Runde. Das berichten die Lübecker Nachrichten. Die Betreiber der umstrittenen Schwarzwildgatter wehrten sich gegen eine Verfügung, das bereits 1999 ergangene Gatterverbot umzusetzen, mit juristischen Mitteln. Sandra Redmann, die umweltpolitische Sprecherin der Kieler SPD-Fraktion erklärte in den Lübecker Nachrichten, das Land könne es nicht hinnehmen, dass während eines sich über Jahre hinziehenden Rechtsstreits weiter gejagt werden dürfe. Deshalb sei ein Verbot der Jagd in eingezäunten Arealen in das neue Landesnaturschutzgesetz aufgenommen worden, das bereits im April verabschiedet werde. Ausnahmen soll es nur zu „Naturschutzzwecken“ geben, sprich: Der Forstpartie soll es auch weiterhin möglich sein, eingezäunte Pflanzgatter wildrein zu erhalten.

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